Πελοπόννησος, Sonne, Strand und viel Kultur – Vier Finger zwischen Ionischem Meer und Ägäis

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      Πελοπόννησος, Sonne, Strand und viel Kultur – Vier Finger zwischen Ionischem Meer und Ägäis


      Eigentlich hätte ich ja jetzt einen Bericht über meine vierte Reise auf die Azoren schreiben sollen. Am 28.April hätte es los gehen sollen und heute vor einer Woche, am 13.Mai, wäre ich wieder zurück gewesen.

      Doch wie so vielen ging es auch mir, die Reise wurde wegen der mikroskopisch kleinen, verpickelten Kugel abgesagt :ireful: . Wenigstens habe ich, nach einigen Schwierigkeiten, meine Anzahlung komplett zurück erhalten. :good3:

      So hatte ich nun Zeit genug mich zu Hause mit Dingen zu beschäftigen, die ich schon lange vor mir hergeschoben habe. So auch die Digitalisierung meiner Urlaubsbilder aus der analogen Zeit. Eigentlich wollte ich die Negative einscannen, mein Diascanner kann auch Filmnegative scannen, aber dummerweise finde ich den entsprechenden Aufsatz für die Filme nicht mehr in meinem Hobbyraum (auch hier steht schon seit langem ein Aufräumen an – aber das ist eine andere Geschichte :whistle3: ).
      So habe ich also die Bilder mit dem Flachbettscanner eingescannt, was allerdings die Qualität der Scans beeinflusst.

      Während ich also jetzt so die ersten Bilder einscanne, kommen doch viele Erinnerungen zurück und ich denke mir, warum nicht gleich auch einen kleinen nachträglichen Reisebericht daraus machen :hmm: . Immerhin wird es doch noch einige Zeit dauern, bis hier wieder aktuelle Berichte erscheinen.

      Ich hoffe ihr habt trotz der nicht ganz so guten Bildqualität ein wenig Kurzweil und Freude daran. :pleasantry:

      Die Bilder, die ich zuerst eingescannt habe stammen von meinem Urlaub auf der Insel Peloponnes, der Insel des Pelops, vom 30.April 2001 bis zum 16.Mai 2001.

      Wie kam es zu der Reise und zu diesem Urlaubsziel

      Bis zum Jahr 2000 arbeitete ich bei verschiedenen Max-Planck-Instituten als technischer Mitarbeiter. Das nicht gerade üppige BAT-Gehalt ließ mich dann im Juli 2000 in die freie Wirtschaft wechseln und auf die Pseudo-Sicherheit des öffentlichen Dienstes verzichten.

      Nach den sechs Monaten Probezeit hatte sich einiges an Urlaubstagen angesammelt, mein Sohn war inzwischen auch so alt, dass er nicht mehr unbedingt mit Papa in Urlaub wollte, also stand mein erster „Allein-Urlaub“ seit Jahren an. :dance3:

      Griechenland stand schon lange auf meiner Wunschliste. Bei früheren Fahrten vom Max-Planck-Institut in Martinsried nach Hause in Eichenried bei Erding mit öffentlichen Verkehrsmitteln habe ich mich oft mit einer Doktorandin unterhalten, auch über Griechenland. Sie war gebürtige Griechin und hat mir stets empfohlen: Wenn Griechenland dann unbedingt die Peloponnes. :girl-dance:

      Also habe ich mich im Vorfeld beim Griechischen Fremdenverkehrsamt (meine es war damals sogar in München) telefonisch informiert, ob ich vorab Fähren (Flug kam für mich nicht in Frage) und Hotelzimmer reservieren müsste. Für meine geplante Reisezeit im Mai sei dies völlig unnötig, was sich dann auch als richtig herausstellte.


      31.April 2001 – Eichenried – Trani/Italien

      An diesem Morgen stehe ich gegen 3:00 Uhr auf und nach einem provisorischen Frühstück starte ich mein Auto (einen Mazda 121) schon vor 4:00 Uhr und fahre los.

      Um diese Zeit herrscht quasi kein Verkehr und ich bin schnell durch München durch und auf der Autobahn Richtung Garmisch-Partenkirchen. Von dort über Mittenwald und Seefeld fahre ich dann neben der Autobahn nach Innsbruck. Diese Route benutze ich seit einem Urlaub mit meinem Sohn im Juni 2000 (Gardasee) grundsätzlich wenn ich nach Italien fahre, so auch 2014. Rein optisch finde ich diese Route auch reizvoller als die Strecke über die Inntalautobahn.

      Über die Brennerautobahn befinde ich mich dann schon kurz nach 8:00 Uhr in Höhe Gardasee. Meine Strecke führt nun über Verona, Modena und Bologna auf der Autobahn hinunter zur Adriaküste, die ich bei Rimini erreiche. Zwischen Bologna und Rimini habe ich etwas mehr Verkehr, aber kurz hinter Rimini bin ich dann fast alleine auf der Autobahn.

      Hier meldet sich auch der Hunger (es ist inzwischen Mittag) und der Körper schreit nach einer längeren Pause, immerhin hatte ich unterwegs nur zwei kurze Stopps auf der Autobahn eingelegt. Auch wird es Zeit meinen Tank wieder zu füllen. Seit Innsbruck, wo ich zuletzt vollgetankt hatte, sind es doch schon über 500 km und die Benzinanzeige nähert sich der Reserve.



      Ich fahre also, etwa in Höhe San Marino oder kurz danach, runter von der Autobahn und ein wenig über die Landstraße zurück. Ich hatte zuvor auf einer Anhöhe einen Ort gesehen, den ich mir für meine Pause ausgewählt hatte (weiß leider heute nicht mehr genau wo das war, 19 Jahre sind halt doch eine lange Zeit :pardon: ).
      Gleich am Ortsanfang ist ein Parkplatz, auf dem ich mein Auto abstelle. Im Ort finde ich ein kleines Straßenrestaurant und gönne mir hier einen kleinen Imbiss. Anschließend noch ein wenig durch den Ort gelaufen und die Beine vertreten. Auf dem Weg von der Autobahn hatte ich zuvor schon getankt, also kann es nun weitergehen.

      Die Autobahn entlang der Adria in Richtung Süden fährt sich fantastisch. Auf den nächsten etwa 500 km sehe ich vielleicht zehn Autos, die mir entgegenkommen oder mich überholen. Kurz nachdem ich den Sporn des italienischen Stiefels (Gargano) passiert habe, wird es Zeit sich ein Quartier für die Nacht zu suchen. Inzwischen ist es bereits Nachmittag und ich sitze bestimmt seit über zwölf Stunden am Steuer. :fie:

      Ich lege einen kurzen Stopp ein, um meinen Süditalien-Reiseführer zu studieren. Bari ist mir zu groß, ich denke da eher an einen kleinen malerischen Ort direkt an der Küste. Meine Wahl fällt auf Trani, was auf der Karte nach einem kleinen Ort ausschaut und der Reiseführer verweist auf ein kleines Hotel direkt am malerischen Hafen.

      Ich verlasse also die Autobahn an der Abfahrt Andria-Barletta und nach der übernächsten Kreuzung führt eine Straße kerzengerade hinunter nach Trani. Es wäre sicherlich hilfreich gewesen im Reiseführer ein wenig mehr über Trani zu lesen :blush2: , der kleine Ort an der Küste entpuppt sich als weit ausgedehnte Stadt mit über 45.000 Einwohnern. :search:

      Auch finde ich das Hotel am Hafen nicht mehr, an der Adresse steht nur ein großes Wohnhaus, also fahre ich an der Küste entlang und suche ein anderes Quartier. Nach wenigen Metern werde ich aber fündig und quartiere mich für eine Nacht in einem einfachen Hotel in einer Nebenstraße ein (müsste das heutige B&B Villa Wanda gewesen sein).



      Das Zimmer ist einfach aber sauber, was mir für diese eine Übernachtung genügt. An einer Seite kann ich sogar ein wenig von der Adria sehen. Nachdem ich mich etwas frisch gemacht habe, verlasse ich das Hotel und suche mir an der Uferstraße ein Restaurant und werde fündig beim Ristorante „il Patriarca“ (nennt sich mittlerweile Ristorante Falcone).

      Ich bestelle ein Nudelgericht bei dem älteren Wirt, der außer mir noch drei andere Tische bedient. Der Wirt fragt mich etwas auf italienisch, aber ich verstehe ihn nicht. Nach einiger Zeit kann ich ihn aber insoweit verstehen, dass er gerne wüsste in welchem Jahr ich geboren bin. Nachdem ich ihm dies gesagt habe verschwindet er kurz und kehrt mit einem Kalender aus dem Jahr meiner Geburt zurück, den ich als Geschenk behalten darf.



      Es ist nicht der einzige freundliche Zug dieses netten Wirtes :good3: . Auch an den anderen Tischen wurden Nudelgerichte bestellt. Sobald er nun ein Gericht aus der Küche herausbringt, in einer großen Schüssel, teilt er dies auf die normalen Teller der Besteller und auf kleine Teller auf. Die kleinen Teller bekommt jeweils einer der anderen Gäste als Probier-Portion. Da alle anderen Gäste schon vor mir bestellt haben, bin ich somit fast schon total gesättigt, bevor dann meine bestellte große Portion kommt :wacko1: .

      Als ich später das Ristorante wieder verlasse, kann ich mich kaum bewegen, so satt bin ich. Daher dehne ich meinen Gang zurück zum Hotel noch ein wenig aus, um das gute und preiswerte Essen wenigstens teilweise wieder zu verdauen.

      Im Hotel falle ich dann in mein Bett, nach den gut über 1.400 Fahrtkilometer bin ich nun doch richtig müde und schlafe auch direkt ein. :sleeping:


      Fortsetzung folgt ...
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • Ich dachte davon finden sich doch reichlich im Forum (siehe Profil "über mich") ?( :D
      Gruß Jobo,

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    • Um es mit Karl Valentin zu sagen:

      Mögen hätt ich schon wollen,
      aber dürfen habe ich mich nicht getraut.


      aber nein, es hat ja leider zeitlich nie gepasst ..... :pardon: :whistle3:
      Gruß Jobo,

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    • 1.Mai 2001 – Trani – Murge – Brindisi


      Das Frühstück am Morgen ist klassisch italienisch. Kaffee, hartes Weißbrot und ein wenig Marmelade. Im Vorfeld hatte ich mir überlegt mit der Fähre von Brindisi aus über die Adria zu fahren. Von Trani bis Brindisi sind es nur ca. 150 km, also etwas mehr als eine Stunde über die Autobahn. Ich habe heute also Zeit genug, um mir sowohl Trani, wie auch die Umgebung noch ein wenig anzuschauen.



      Nachdem ich das Zimmer bezahlt habe, fahre ich die wenigen Meter bis zum Hafenbecken und parke hier mein Auto. Es ist noch recht früh und daher auch noch sehr ruhig hier, was mir durchaus gefällt. Am Nordende des Hafenbeckens fällt mir die Chiesa di Santa Teresa auf, die an einigen Stellen gerade restauriert wird.



      Die Adria ist völlig ruhig heute Morgen und plätschert nur leise ans Ufer, während die Morgensonne doch schon recht kräftig ist. Wenige Meter weiter sehe ich schon die mächtige Basilica Cattedrale San Nicola Pellegrino, das Wahrzeichen der Stadt Trani. Die Kathedrale wurde von 1097 bis 1186 gebaut. Auf der gegenüber liegenden Seite des Hafenbeckens ist die Mole Sant' Antuono zu erkennen, die wie eine Festungsanlage wirkt.



      Hinter der Kathedrale ist im hellen Morgenlicht das von 1233 bis 1249 errichtete Castello Normanno Svevo, ein Bau Friedrichs II. von Hohenstaufen, zu sehen.
      Eine Weile schlendere ich noch um die Kathedrale, dann starte ich meine Rundfahrt durch die Murge, wie man diesen Landschaft hier in der Mitte Apuliens nennt. Schon kurz nachdem ich von Trani nach Andria gefahren bin und den Ort in Richtung Hochebene verlassen habe, sehe ich die ersten Trulli am Wegesrand. Die runden kleinen Steinhäuser sind für die Murge typisch und hier überall zu sehen.



      Schon von Weitem leuchtet strahlend hell die Krone Apuliens, das Castel del Monte über die Hochebene. Das von Friedrich II. errichtete Bauwerk, über dessen Verwendungszweck man sich bis heute streitet :hmm: , wurde nach der Bauzeit von 1240 bis 1250 nie vollendet.
      Die Zahl 8 spielt bei diesem Gebäude eine entscheidende Rolle. Das Gebäude ist achteckig mit acht achteckigen Türmen, deren Innenräume ebenfalls achteckig sind. Auch der Innenhof ist achteckig.



      Ich setze meine Fahrt fort und „cruise“ gemütlich durch die interessante Landschaft. Dabei fallen mir viele Schlangen auf, die sich hier in der Sonne auf dem Asphalt aufwärmen. Viele zahlen dies mit dem Leben und werden überfahren. Ich versuche möglichst den Tieren auszuweichen. :search:
      Über Alberobello, der Ort ist bekannt für seine vielen Trulli, fahre ich schließlich bis Brindisi und erkundige mich zuerst im Hafen nach einer Fährüberfahrt.
      Am späten Nachmittag fährt ein Schiff der Med Link Lines nach Patras und ich buche die Überfahrt mit Kabine.



      Es ist erst kurz nach Mittag und somit habe ich noch Zeit auch die Stadt Brindisi zu erkunden. Ich will mein Auto am Ufer in der Stadt parken, doch dort ist weiträumig abgesperrt. Heute ist der 1.Mai und es findet wohl am Abend hier eine große Veranstaltung statt. Ich parke also zwischen Hafen und Stadt und spaziere ein wenig in den Ort. Nach einem kleinen Snack gehe ich wieder zurück zum Auto, soviel hat Brindisi nicht zu bieten.
      Im Norden der Flughafen, der bis weit in die Stadt reicht und im Süden der Hafen.



      Ich suche mir im Hafen den Weg zur Fähre und positioniere mich in der richtigen Wartespur für die Fähre. Die Fähre liegt schon mit dem Heck am Kai. Es ist die 10.279 BRT große MARIA G, ein nicht mehr ganz neues Fährschiff. Gebaut 1977 macht sie aber zumindest keinen abschreckenden Eindruck (das Schiff wurde 2010 in der Türkei verschrottet).



      Die Laderampe ist bereits geöffnet, aber es dauert noch etwas, bis ich auf das Schiff fahren kann. Ich werde auf einen Standplatz eingewiesen und nehme mir nur den kleinen Rucksack mit dem Nötigsten, was ich für die Nacht in der Kabine brauche, mit.
      Die Außenkabine befindet sich in einem der unteren Decks im hinteren Teil des Schiffes. Ich lege nur schnell den Rucksack in die Kabine und gehe dann auf Deck um die Abfahrt nicht zu verpassen.



      Kaum an Deck sehe ich, dass neben uns eine weitere Fähre angelegt hat. Es ist die OURANOS, die 11.621 BRT große Fähre der Fraglines. Das Schiff wurde 1967 auf der Flender Werft als TOR HOLLANDIA gebaut (modernisiert 1991). Die Flender Werft in Lübeck musste 2002 Insolvenz anmelden und das letzte Schiff, das hier gebaut wurde war die NORRÖNA, die Island-Färöer-Fähre. :pleasantry:



      Bald sind wir abfahrbereit und die Laderampe wird geschlossen. Viele Passagiere sind nicht an Bord, mit mir mögen es zehn Urlauber sein. Wie viele LKW-Fahrer an Bord sind kann ich nicht sagen, aber viele Fahrzeuge habe ich nicht einfahren sehen, vielleicht ebenfalls zehn oder zwölf. Somit ist es sehr ruhig im Schiff und es gibt keine Platzprobleme bei der Abfahrt.



      Durch die weit in die Adria reichenden Hafenmolen verlassen wir Brindisi und damit auch Italien. Wenig später holt noch das Lotsenboot den Hafenlotsen ab, dann liegt nur noch die offene und sehr ruhige Adria vor uns.
      Im kleinen Bordrestaurant esse ich noch etwas und bin anschließend noch lange auf Deck, bis es schließlich total dunkel ist.

      Dann suche ich meine Kabine auf, die auf den ersten Blick sehr schön ist. Die Nachteile stellen sich allerdings erst jetzt heraus. Zum einen liegt die Kabine wohl direkt über der Schiffsmaschine, die deutlich zu hören und zu spüren ist. Zum anderen reicht die Kabinentür nicht bis zum Boden, sondern hat unten einen ca. 10 cm hohen, offenen Teil zum Kabinengang. Dieser ist die ganze Nacht mit Leuchtstoffröhren hell beleuchtet und durch die unten offene Tür wird meine Kabine komplett ausgeleuchtet.

      Das wird wohl keine sehr erholsame Nacht werden :nono: und ich wünschte, ich hätte jetzt eine große Tasche oder Koffer dabei, den ich zur Verdunklung vor die Tür stellen könnte.

      Na dann, gute Nacht.


      Fortsetzung folgt ….
      Gruß Jobo,

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      - Alexander von Humboldt -

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    • 2.Mai 2001 – Patras – Pylos (Petrochori)


      Erwartungsgemäß war die Nacht nicht so toll und ich habe kaum geschlafen :fie: . Ich habe in der Koje zwar gut gelegen, aber durch den Lärm und die fehlende Dunkelheit war an Schlaf nicht zu denken. Auch kämpfe ich seit den frühen Morgenstunden mit heftigen Kopfschmerzen.
      Hier reift mein Entschluss bei allen zukünftigen Reisen immer eine Schlafmaske und Ohropax dabei zu haben, auch wenn ich sie nicht benötige, woran ich mich bis heute auch gehalten habe.



      Nachdem ich mich frisch gemacht habe geht es erst mal an Deck. Das Wetter verspricht eigentlich einen schönen Tag, blauer Himmel und die frühe Morgensonne wärmt schon kräftig. Von einem Besatzungsmitglied erfahre ich, dass wir Igoumenitsa, unseren einzigen Zwischenstopp, schon tief in der Nacht passiert haben. Ich erinnere mich schwach an etwas Gerumpel in der Nacht, zwischen all den anderen Geräuschen. :pardon:
      Zur Zeit befinden wir uns schon südlich von Paxi und Antipaxos, also noch reichlich Zeit bis Patras. Darum gehe ich zuerst zum Frühstück.



      Nach dem Frühstück räume ich meine Kabine und gehe mit meinem kleinen Rucksack wieder an Deck, wir nähern uns bereits dem Golf von Patras. Das Frühstück und die frische Luft im Fahrtwind lassen meine Kopfschmerzen etwas erträglicher werden.
      Bald taucht Patras vor uns auf und noch bevor wir anlegen muss ich zu meinem Auto gehen. Schade, ich hätte gerne das Anlegemanöver gesehen.

      Kaum haben wir angelegt, werden wir auch schon aus der Fähre heraus gelotst. Ich muss mich am Hafen erst mal orientieren, bis ich den Weg Richtung Westküste finde. Es geht nur langsam voran, da bereits starker Verkehr in Patras herrscht. In der Stadt ist es stickig und bereits ordentlich heiß, ich schätze gut auf mindestens 25/26 °C. Zudem stinkt es stark nach Abgasen. Meine Kopfschmerzen haben sich dadurch zu einer Migräne gesteigert.

      Sobald ich das Stadtgebiet verlassen habe, wechsle ich von der Hauptstraße auf eine Nebenstraße. Nach wenigen Kilometern verschwinden auch die letzten Häuser und machen freien Feldern Platz. Bald taucht an der rechten Seite ein kleines Wäldchen auf. Direkt davor zweigt ein Feldweg rechts ab. Hier parke ich im Schatten der Bäume, die Einmündung des Feldweges ist breit genug, dass ich niemand behindere.

      Ich nehme eine Migränetablette ein und wechsle auf den Beifahrersitz, dessen Rückenlehne ich komplett herunter kurbele. Die Türen verriegele ich und das Faltverdeck fahre ich in eine günstige Position. Mein Mazda hat ein elektrisches Faltverdeck, das man sowohl von vorn nach hinten, wie auch von hinten nach vorn, oder von beiden Seiten irgendwo in die Mitte fahren kann. So kann man ständig mit offenem Verdeck fahren, aber dabei das Faltdach so positionieren, dass man immer im Schatten sitzt. :dance3:

      Ich lege mich jetzt auf dem Beifahrersitz lang hin und genieße die herrliche Ruhe hier, nur das Zwitschern der Vögel ist zu hören. So bin ich dann auch bald eingeschlafen. :sleeping:
      Als ich wieder aufwache, sind meine Kopfschmerzen wie weggeblasen und ich fühle mich richtig gut für den ersten Urlaubstag in Griechenland. Ich habe über zwei Stunden geschlafen und nachdem ich meine Glieder nach allen Seiten gereckt und gestreckt habe, ein Beifahrersitz ist eben kein bequemes Bett :pleasantry_1: , fahre ich zurück auf die Hauptstrecke, die bald schon Richtung Süden führt.

      So fahre ich nun gemütlich die Küste Richtung Süden entlang. Bald taucht ein Hinweisschild nach Olympia auf, das ich mir für die nächsten Tage merke. Heute ist es mir für die Besichtigung schon zu spät, da es bereits früher Nachmittag ist.

      In meinem Reiseführer habe ich mir einige Unterkünfte herausgesucht, bei denen ich nach einem Zimmer für die ersten Nächte fragen will. Das erste dieser Hotels liegt direkt an der Hauptstraße, macht aber keinen sehr einladenden Eindruck. Bei Romanos weist ein kleines Schild auf das Hotel Navarone hin und ich biege in den schmalen Weg ein, der zu diesem Hotel bei Petrochori (nördlich Pylos) führt.

      Der Weg führt, immer links an einer etwa zwei Meter hohen Mauer entlang, durch ein Gebiet mit vielen Olivenbäumen. Nach einiger Zeit werde ich ein wenig unsicher und halte an, um noch einmal einen Blick auf die Karte zu werfen. Dabei stehe ich direkt vor der Mauer, der Weg ist nur so breit, dass gerade ein Auto Platz hat.

      Während ich so auf meine Karte blicke, ich habe inzwischen auch die Seitenscheiben unten, bemerke ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung in Kopfhöhe links von mir in der Mauer. Ich drehe meinen Kopf …. und blicke in die Augen einer dicken Blindschleiche, die aus einem Loch in der Mauer wohl gerade herauskriechen wollte. Das Tier, es befindet sich nur rund 40 cm von meinem Kopf entfernt , ist wohl genauso erschrocken wie ich und verschwindet schnell wieder in der Mauer.

      Wenige Meter weiter macht der Weg einen Linksbogen und dahinter stehe ich vor dem Eingang des Hotels. Ich parke mein Auto hier und gehe den Weg zum Haupthaus hinauf. Links stehen etliche kleine Bungalows mit jeweils sechs Eingangstüren, je drei oben und unten, in drei Reihen am Hang gestaffelt. Ganz oben befindet sich das eigentliche Hotel mit der Rezeption.

      Ich lasse mir ein Zimmer in einem der Bungalows zeigen und frage nach dem Preis für das Zimmer für fünf, evtl. sechs Nächte. Der Preis inklusive Frühstück stimmt, also buche ich das Zimmer und bringe mein Gepäck vom Auto, das ich hinter dem Haupthaus parke, in das Zimmer und räume alles in die Schränke.



      Alle Zimmer haben einen Balkon mit Blick, über die davor liegenden Bungalows hinweg, zum Meer. Im Zimmer sind zwei Einzelbetten und ein kleines Bad. Gefrühstückt wird oben im Haupthaus. Nachdem ich alles eingeräumt habe, schlendere ich hinunter zum Strand, der etwa 300 Meter entfernt ist. Hier befinden sich, mit geringem Abstand zueinander, zwei einfache Tavernen mit jeweils großer Terrasse zum Meer.

      Eine der Tavernen hat bereits geöffnet, es ist inzwischen früher Abend, und ich lasse mich auf der Terrasse nieder. Ich bestelle mir ein leckeres Essen und dazu natürlich einen Retsina. Lange bin ich der einzige Gast hier, erst später, ich bin bereits mit dem Essen fertig und genieße mein zweites Glas Retsina , taucht eine große holländische Familie auf. Die scheinen die Wirtsleute gut zu kennen und setzen sich mit diesen an einen langen Tisch und essen gemeinsam.

      Ich bleibe bis es dunkel wird, dann treibt mich die Müdigkeit zurück in mein Zimmer und nur wenig später liege ich im Bett und bin eingeschlafen. Nach dem unschönen Start hat sich mein erster Tag auf der Peloponnes doch noch in einem schönen Urlaubstag gewandelt. :good3:


      Fortsetzung folgt ...
      Gruß Jobo,

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    • Schön, von dir einen neuen (alten) Reisebericht zu lesen!
      Für Scans und in der Größe kommen die Fotos gut raus. Ich hatte vor Jahren mal angefangen, Dias und Negative einzuscannen, habe aber nie ausprobiert, ob der Scanner nun mit Win10 überhaupt noch kompatibel ist.
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • Der "kleine" Mazda war innen sehr geräumig, ich konnte mich durchaus auf dem Beifahrersitz lang ausstrecken, den ich zuvor ganz nach hinten gefahren hatte. :thumbup:
      Gruß Jobo,

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    • 3.Mai 2001 – Pylos, Strand


      Ich habe wirklich gut geschlafen :imsohappy: und wache erst so gegen 8:00 Uhr auf. Da war wohl noch ein Rest Schlaf von der Nacht zuvor nachzuholen. Im Frühstücksraum im Haupthaus bin ich ganz alleine, neben mir befindet sich zur Zeit nur noch ein Paar im Hotel, die aber schon gefrühstückt haben. Deren Tisch wird gerade abgeräumt, während ich mich an dem Buffet bediene. Es ist kein übermäßig großes Buffet, aber mir fehlt hier nichts.



      Anschließend faulenze ich noch eine Weile auf dem Balkon meines Zimmers, der jetzt noch im Schatten der aufgehenden Sonne liegt, während sich über der See der Mond langsam verabschiedet. Heute möchte ich nicht zu viel herumfahren, nach den letzten drei Tagen, in denen ich doch reichlich Kilometer hinter mir gelassen habe.



      Ich entschließe mich also, zuerst nur die nähere Umgebung zu erkunden und in Richtung Pylos (Pilos), der nächstgelegenen Stadt, zu fahren. Dazu muss ich den Weg zurück zur Hauptstraße wieder nehmen, den ich gestern gekommen bin. Heute schaut mich niemand aus der Mauer an :whistle3: , wohl auch, weil diese noch im Schatten liegt.



      Zwischen ausgedehnten Olivenhainen führt die Straße hier südwärts, aber ein gutes Stück von der Küste entfernt. Erst als ich die große Bucht von Navaríno erreiche, kann ich wieder Wasser sehen. Kurz vor Pylos mache ich kurz Halt auf einem Parkplatz mit guter Aussicht über die ganze Bucht. Heute liegt nur ein großer Frachter hier vor Anker. Am nördlichen Ende der Bucht ist auch das Paliokastro, das alte Kastell von Pylos zu sehen. :search:



      Die Hauptstraße führt anschließend serpentinenartig hinunter in die kleine Stadt (damals ca. 2.500 Einwohner, heute ca. 5.300) mit ihrem schönen Hafenbecken, die früher den Namen Navaríno trug und damit der Bucht im Norden ihren Namen gab. Dutzende kleine Fischerboote haben im Hafenbecken geankert. Direkt am Hafen befindet sich auch ein großer, kostenloser Parkplatz, auf dem ich auch mein Auto abstelle.



      Ein großer Platz befindet sich am Hafen an dessen Rändern sich einige Restaurants befinden. Ich suche mir einen kleinen Laden und kaufe mir für die nächsten Tage ein wenig Proviant und Getränke. In einem der Restaurants lassen ich mich draußen an einem Tisch nieder und esse eine Kleinigkeit, es ist schon kurz vor Mittag. Wie in Griechenland üblich steht auf dem Tisch eine Karaffe mit eisgekühltem, kostenlosen Wasser :ok: , das auch recht gut schmeckt.



      Danach mache ich mich auf dem Weg zum Auto und fahre wieder zurück zum Hotel. Während der großen Mittagshitze bleibe ich dort auf meinem Balkon und erst am Nachmittag gehe ich hinunter zum Strand. Der Strand ist hier gut zwei Kilometer lang und ich habe ihn für mich alleine :good3: . Allerdings muss man ein wenig aufpassen wo man in dem feinen Sand hintritt, da sich manchmal dort auch Schwerölreste befinden, die es hier angetrieben hat. Tritt man da hinein, hat man für mehrere Tage schwarze Füße, da sich die schleimige Masse nur schwer entfernen lässt und schwarze Flecken zurückbleiben :ireful: . Das Wasser ist angenehm und kühlt mich gut ab.
      Nach rund zwei Stunden am Strand verbringe ich den Rest des Tages auf dem Hotelbalkon und genieße dort den Abend. Mein gekauftes Brot, Wurst und Käse verzehre ich dort zu dem einen und anderen Glas Taygetos, einen leichten, hellen Rotwein, der nach dem großen Gebirgszug der Peloponnes benannt ist und sehr bekömmlich ist.


      Fortsetzung folgt ...
      Gruß Jobo,

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    • Werde ich mir merken. :thumbsup: Damals bin ich erst mal voll reingetreten, da ich auch nicht damit gerechnet hatte. Manchmal konnte man es auch nicht sehen, da schon eine Schicht Sand drüber lag. 8|
      Gruß Jobo,

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