Resturlaub auf der MS Nordkapp vom 08.11. – 19.11.2019

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    • Resturlaub auf der MS Nordkapp vom 08.11. – 19.11.2019

      Da war dieses Angebot von Hurtigruten für Einzelreisende ohne Aufschlag und auf der anderen Seite noch Resturlaub, der weg musste. Also schnell prüfen, welches Schiff im möglichen Zeitraum in Frage kommt und dann ein kurzes Telefongespräch mit dem Reisebüro meines Vertrauens und schon hatte ich für November 2019 eine Innenkabine im Basistarif auf der MS Nordkapp ohne Aufpreis für einen Alleinreisenden gebucht.

      Tag 1: 08.11.2019

      Knapp 6 Wochen später ging es auch schon los. Am Morgen klingelte der Wecker sehr früh, denn ich hatte den Flug von Düsseldorf nach Amsterdam schon um 06:10 und dann ging es nur 40 Minuten später von Amsterdam nach Bergen weiter.

      Sogar mein Koffer hatte es geschafft in der kurzen Umsteigezeit in Amsterdam den richtigen Flieger zu erwischen und Premiere: bis ich es zum Kofferband geschafft hatte, drehte der Koffer schon seine Runden auf dem Karussell.

      Nach einem kurzen Stopp am Geldautomaten ging es dann gleich, dem Hinweis im Wiki folgend, zum Deli de Luca, wo ich mir die Bergen Card für den Tag besorgte. Und so stand ich schon um 09:38 auf dem Bahnsteig der Bybanen für die Fahrt in die Stadt.

      Dank der Bergen Card sollte dies nicht die einzige Fahrt mit der Bybanen sein. Da es meine erste Fahrt mit der Straßenbahn ist, genieße ich die wechselnden Aussichten und das wundervolle Wetter. Vor weiteren Unternehmungen in der Stadt musste ich aber zunächst meinen Koffer loswerden und so machte ich mich mit dem Koffer auf in Richtung HR-Terminal. Da ich bereits in der Bahn meine Kamera aus dem Rucksack befreit hatte, gab es auch schon gleich die ersten Fotos.



      Im menschenleeren Terminal kann ich meinen Koffer in einem der Schließfächer unterbringen (3 x 10 NOK hatte ich mir im Deli de Luca geben lassen). Also wird der Rucksack geschultert, die Kamera umgehängt und los geht es in das fantastische Winterwetter in Bergen .



      1. Ziel: Der Ulriken: Mit dem Bus geht es von der Haltestelle an der Småstrandgaten in Richtung Nestun-Terminal. Ab der Haltestelle Ulriksdal musste ich mich dann durch eine riesige Straßenbaustelle am Haukeland Sykehus (Krankenhaus) schlagen, um den Haukebakken zur Talstation der Ulriksbanen zu erklimmen. Doch dann die Enttäuschung: Die Bahn war wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb. Aber nicht lange ärgern, auf zum nächsten Ziel:

      2. Ziel: Stabkirche Fantoft: Also zurück zur Stadt und zur Bybanen und mit dieser wieder in Richtung Flughafen bis zur Haltestelle Fantoft. Auf der Fahrt konnte ich dann den Ulriken in der Sonne liegen sehen:



      Den Fantoftvegen hinauf, durch den Wald und schon lag sie vor mir. Auch wenn es „nur“ ein Nachbau ist, ist sie doch beeindruckend. Leider nicht geöffnet, aber auch von außen sehr sehenswert.



      Jetzt wurde es aber auch langsam Zeit wieder zurück zur Innenstadt zu fahren und auf den Fløyen zu fahren.

      3. Ziel: Fløyen : Und nein, die Fløibanen war nicht außer Betrieb! Von oben ein toller Blick bei fantastischem Wetter über Bergen . Schließlich ließ sich auch die MS Nordkapp blicken.



      4. Ziel: Bryggen : Schließlich geht es wieder mit der Bahn nach unten und nach Bryggen . Die Fassaden leuchten im warmen Nachmittagslicht.



      Langsam geht es dann zurück zum Terminal und zum Einchecken. Nun erfahre ich auch welche Kabine ich bekommen habe. Die obligatorische Sicherheitseinweisung bringe ich dann auch gleich hinter mich. An Bord schaue ich mich um und bald stehen auch die Kabinen zum Bezug bereit. Vor dem Abendessen mache ich noch einen kurzen Spaziergang auf die andere Seite der Nøstebukten. Doch langsam merke ich, dass mir die Kälte doch langsam reicht und ich mache es mir schließlich auf dem Schiff gemütlich. Zur Abfahrt geht es dann wieder aus auf Deck 5. Bis zur Unterquerung der Askøybrücke bleibe ich noch draußen, dann ziehe ich mich zurück, damit ich für den langen Tag morgen wieder fit bin.

    • Oh wie schön, ein Hurtigruten-Reisebericht aus der dunkleren Jahreszeit! Der Auftakt ist vielversprechend. :thumbsup:

      Mit der Nordkapp waren wir im März 2019 unterwegs - in schönes Schiff!
      Nun bin ich gespannt auf die Fahrt.

      Viele Grüße
      Laminaria


      Reiseberichte sind in meinem Profil verlinkt.
    • Da hast du ja deinen Bergentag voll ausgenützt, @Baldur ! Durch deine wunderschönen und speziellen Bilder kommen deine Erlebnisse total authentisch rüber!! Ganz herzlichen Dank :)
      Ich freue mich sehr auf deinen weiteren Bericht mit der MS Nordkapp, die mein erstes und lange auch liebstes HR-Schiff war.
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      Und weiter geht es mit...

      Tag 2: 09.11.2019

      Tag 2 beginnt früh und endet spät, dazwischen viele schöne Eindrücke. Aber der Reihe nach:

      Da ist es wieder, das Kribbeln, wenn man mal kurz wach wird, auf die Uhr schaut und sofort überlegt wo man gerade sein könnte. Und so stehe ich schon vor Måløy draußen auf Deck 5 und blicke ins Dunkle. Konturenhaft erkennt man die Berge und voraus scheint Licht. Wir nähern uns Måløy und damit der ersten Schiffsbegegnung im Bereich des Hafens.



      Die Vesterålen legt ab, wildes Geblinke und wir legen an. Und dann geht es schon wieder weiter.

      Das Westkap kann man erahnen, aber erst auf dem Weg nach Torvik wird es langsam hell.



      Ich bin ganz überrascht, aber die beiden markanten gelben Versorgerschiffe „World Opal“ und „World Peridot“ liegen nicht mehr am Kai. Nach vier Jahren scheinen sie nun wieder unterwegs zu sein. Über dem Hafen kreist ein Seeadler .

      Nächster Halt: Ålesund . Ohne die Ausflüge in den Geiranger- bzw. Hjørundfjord bleibt reichlich Zeit Ålesund zu erkunden. So stapfe ich gleich los und erklimme den Aksla .



      Nachdem ich schon mehrfach hier im Forum vom Korsatunnellen gelesen hatte, habe ich mir vorgenommen diesen zu suchen. Nach einem kurzen Abstecher zur Schwanenapotheke und den Skulpturen auf dem Platz davor, gehe ich zum Rathaus und daran vorbei. Am Kiperviktorget besuche ich die Fischersfrau, die - auch hier in Ålesund - suchend nach ihrem Liebsten Ausschau hält.



      Dann finde ich den unscheinbaren Zugang zum Korsatunnel an der Keiser Wilhelms gate 25. Durch die schwere Schutztür geht es hinein in den großen Tunnel. An den Wänden befinden sich beindruckende Fotos des Ålesund-Fotografen Hans Wingaard Friis auch aus den Tagen nach dem Stadtbrand 1904.



      Nachdem ich den Zugang von der anderen Seite aus nicht gefunden hatte, bin ich ganz überrascht in den Arkaden der Sparebanken am St. Olavs Plass wieder das Tageslicht zu erblicken.

      Durch die Kongens gata geht es dann langsam wieder zurück zum Schiff.

      Bei herrlichem Wetter geht es dann weiter nach Molde in den Sonnenuntergang.



      Nachdem die Sonne schon um 16:00 Uhr untergegangen ist, ist es inzwischen dunkel. Durch die Fahrplanumstellung komme ich hier zum ersten Mal in den Genuss der längeren Liegezeit. Statt einem schnellen Gang zum Rosenmädchen kann ich es etwas ruhiger angehen lassen. Vom Rathaus gehe ich hoch zum Dom und bin ganz überrascht, dass der am Samstagabend geöffnet ist. Drinnen probt ein Chor. Leider komme ich nicht in den Genuss eines schönen Chorgesangs, da man wohl mit organisatorischem und dem Einsingen beschäftigt ist. So schaue ich mir die Kirche an und mache mich dann wieder auf den Weg



      Vom Rosengarten auf dem Rathaus blicke ich auf das Rosenmädchen hinunter.



      Der Platz hinunter zum Wasser ist immer noch in der Umgestaltung und der Jazzspieler hat noch nicht wieder den Weg zurückgefunden. Dafür macht sich die Hafenpromenade langsam und ich folge ihr wieder zurück zum Schiff.



      Beim Abendessen lerne ich dann meine beiden Tischnachbarinnen kennen. Gemeinsam teilen wir uns einen der runden 6er-Tische. Auch wenn die Kellner immer wieder versuchen uns drei direkt nebeneinander zu setzen, verteilen wir uns lieber so, dass wir vernünftig miteinander reden können. Da die beiden ebenfalls Einzelreisende sind, können wir uns beim Abendessen und auch bei anderen Gelegenheiten immer mal über das Erlebte oder das Kommende austauschen.

      Durch den geänderten Fahrplan gibt es dann auch in Kristiansund die Möglichkeit zu einem erweiterten Rundgang. Zunächst das Klassische: zum Klippfischweib und dem Heringsjungen. Gegenüber wird die Nordlandet Kirke angestrahlt.



      Durch die verlängerte Liegezeit gehe ich nun weiter den Kaibakken hinauf. Vorbei an der LiebesLöwenapotheke geht es weiter rechts auf den Langveien bis zur modernen Kirkelandet Kirke.



      Von der Kirche aus mache ich mich dann auf den Rückweg den Hang hinunter. Noch ein kurzer Blick auf den Turm der Feuerwache und damit beende ich dann kurz nach Mitternacht den zweiten Tag.



      Frage: Ist von Euch schon mal jemand bei Nacht auf den Varden gegangen? Braucht man dazu eine eigene Taschenlampe, oder ist der Weg vielleicht sogar beleuchtet? Sofern der Fahrplan nicht wirklich wieder geändert wird, würde ich das gerne beim nächsten Mal ausprobieren und würde mich über eine kurze Wegbeschreibung freuen.
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      Super, wo ich doch schon Entzugserscheinungen bekomme! Und dann noch ein Bericht mit einem besonderen Blick auf die Welt. Tolle Fotos! :thumbsup:
      Und danke für den Tunnel-Tipp! Den kannte ich noch nicht, obwohl ich doch schon soo oft dort war! :thumbsup:

      Viele Grüße

      omlia :)


      Reiseberichte im Profil
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      Tag 3: 10.11.2019

      Heute ein eher ruhiger Tag. In der Morgendämmerung (Sonnenaufgang erst um 08:24 Uhr) geht es durch den Trondheimfjord. Trondheim selbst erreichen wir um 10:00 Uhr und lösen die MS Lofoten am Kai ab.



      Auch erwartet mich wieder ein wunderschöner Tag. Los geht es zur Stadtbesichtigung. Zunächst statte ich Leiv Eriksson einen Besuch ab, der seinen Blick auf Munkholmen richtet.



      Am Powerhouse am Brattørkaia entdecke ich einen E-Bus, der neben dem Positivenergie-Gebäude Strom tankt. Durch markierte Kuhlen in der Fahrbahn kann der Bus genau unter den Stromkontakten positioniert werden.



      Über die Bahnhofsüberführung geht es weiter. Ich wähle dann den Weg links über die Verftsbrua. Am Ufer des Nidelva geht es nach Baklandet.



      Nach einem kurzen Abstecher auf die Gamle Bybro, folge ich dann aber zunächst weiter dem Ufer des Nidelva bis zur Elgeseter bru und dem markanten Gebäude der Studentenvereinigung. Auf dem Weg ergeben sich schöne Blicke auf den Fluss und den Dom.



      Durch den Erkebispegården erreiche ich schließlich den Dom.



      Statt auf der breiten Munkegata laufe ich parallel durch alten Gassen zur Vår Frue Kirke und von dort zum Torget. Durch einen schmalen Durchgang gelange ich in den kleinen Stiftsgårdenparken, wo ich Olav V. einen Besuch abstatte.



      Von hier sind es nur wenige Schritte zur Jomfrugata und dem „Walk of Peace“. Bodenplatten informieren über die Empfänger des Friedenspreises der Studenten. Der Friedenspreis der Studenten wird alle zwei Jahre an Studenten oder Studentenorganisationen verliehen, die sich für Frieden, Menschenrechte und Demokratie einsetzen.



      Auf dem Rückweg über die Bahnhofsüberführung grinst mich der Smiley des Powerhouses an. Etwas versteckt liegt der Eingang zum Innenhof des Gebäudes. Den Innenhof habe ich zwar erst beim Aufenthalt am 18.11. gemacht, passt hier aber gut hin :D.



      Vorbei an Rockheim geht es dann, nach einem kurzen Abstecher in den REMA1000, rechtzeitig zurück zum Schiff.



      Und schon geht es wieder los, auf die längste Strecke zwischen zwei Häfen der ganzen Route. Ein Foto vom Kjeungskjær Fyr darf natürlich nicht fehlen.



      Nach Rørvik halte ich noch etwas Ausschau, aber trotz sternenklarem Himmel kommt das einzige Grün von den Positionslampen.

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      Nachdem ich viele Tipps und Fotoideen durch das Forum bekommen habe, freue ich mich, wenn ich auch ein paar neue Perspektiven beisteuern kann.

      Tag 4: 11.11.2019

      Um 08:15 Uhr überqueren wir den Polarkreis . Ich hatte etwas früher getippt. Die Sonne geht allerdings erst um 08:44 Uhr auf, daher liegt alles noch in der Dämmerung.



      Als nächstes stehen Ørnes und die Polarkreistaufe auf dem Programm.



      In Bodø mache ich mich auf zu einem kleinen Spaziergang über die teils recht rutschigen Straßen. Ich statte dem Bahnhof einen kurzen Besuch ab. Im Wartesaal hängt eine schöne Intarsienarbeit von Sverre Solli, die die Schlacht am Trollfjord darstellt.



      Angeregt durch einen Stadtführer für Kinder („City Tour Bodø “ von Anne-Grethe Ellingsen, The Cultural Schoolbag, ISBN 9788299178860, NOK 149), den ich bei einem früheren Besuch in einer Buchhandlung in Bodø erstanden habe, entscheide ich mich gegen den direkten Weg in die Innenstadt und gehe vom Bahnhof nach links, bevor ich rechts in die Urtegårdsgata abbiege. Mein Ziel dort ist Ormen Lange (benannt nach der „Langen Schlange“, einem berühmten und besonders langen Wikingerschiff), eine Reihe von acht zweistöckigen Holzhäusern. Errichtet nach dem Vorbild der englischen Gartendörfer.



      Vorbei geht es am imposanten Gebäude der Freimaurerloge und dem Marmorschloss.



      Als gutes Omen für die Reise besuche ich dann das große Mural „After School“ von Rustam Qbic, einem russischen Straßenkünstler.



      Am Rathaus vorbei, bei dem die Bauarbeiten langsam abgeschlossen sind, wobei die Parkfläche von Sol- und Rådhusparken gegenüber noch eine riesige Baustelle ist, erreiche ich schließlich die Domkirche. Die Kirche ist geöffnet und so kann ich bei Liveorgelmusik das Bauwerk besichtigen.



      Auf dem Rückweg zum Schiff geht es noch an diversen großen und kleinen Murals vorbei. Am Schiff angekommen geht auch die Sonne unter und lässt den Himmel brennen.



      Den Vestfjord bei Dunkelheit nutze ich für einen kurzen Mittagsschlaf, denn die Nach ist ja noch lang…

      Stamsund besuchen wir zur Abendessenzeit und so ist die nächste Möglichkeit für einen Landgang in Svolvær .



      Bei (fast) Vollmond kann man auf der Fahrt zum Trollfjord noch viel von der Landschaft wahrnehmen und auch ein ganz kleiner Hauch von grün wird von der Kamera erkannt. Am Trollfjord selbst ergänzen die Scheinwerferstrahlen noch die Ausleuchtung des Vollmonds, bevor wir weiter durch den Raftsund gleiten.



      Erst nach Mitternacht suche ich meine Kabine auf.
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      Tag 5: 12.11.2019

      Der fünfte Tag startet um 7 Uhr in Harstad . Gut eine halbe Stunde wandere ich durch die noch dunkle Stadt. Am markanten Gebäude der Hafenverwaltung vorbei zum Rikard Kaarbøs plass, hinauf zur Metodistkirka, zum Generalhagen und schließlich wieder zurück zum Schiff. Auch hier muss man auf den teilweise glatten Gehwegen aufpassen. Schließlich noch ein (leichtunscharfer) Blick auf die Trondenes Kirche.



      Nach einem Spaziergang durch die Kälte schmeckt das Frühstück doch erst recht. Durch einen wieder sehr schönen Tag geht es weiter nach Finnsnes . Hier reicht die Zeit immerhin für einen kurzen Besuch bei Ottar von Lenvik.



      Bei dem herrlichen Wetter bin ich unterwegs auf Deck 5. Das Mittagessen nutze ich dann zum Aufwärmen, bevor es mich vor Tromsø schon wieder nach draußen zieht. Und da sind schon die ersten markanten Gebäude: Die Tromsø Galerie der zeitgenössischen Kunst, Polaria und natürlich die Eismeerkathedrale.



      Bei dem Wetter kann ich nicht anders: Schnell vom Schiff runter und zur Haltestelle in der Sjøgata. Und da kommt auch sofort der Bus 26. Da ich keine Zeit mehr habe am Automaten ein Ticket zu ziehen, muss ich im Bus 50 NOK für die Fahrt zum Fjellheisen (über Pyramiden – nein nicht über Spitzbergen!). Am Fjellheisen ist auch der Ausflugsbus angekommen. Trotz Ticketkauf kann ich als letzter noch in die erste Kabine springen. Da die Sonne schon um 13:51 untergegangen ist, kann ich schon um 15:00 Uhr vom Storsteinen schöne „Nachtaufnahmen“ von Tromsø machen.



      Den Rückweg lege ich zu Fuß zurück. Über die schneebedeckten Straßen gehe ich (mit Spikes!) hinunter zur Eismeerkathedrale. Das Mosaikfenster der Kirche leuchtet durch die Beleuchtung im Inneren und zeigt all seine Farben. Den Besuch spare ich mir, da ich die Kirche ja beim Mitternachtskonzert noch besuchen werde.



      Inzwischen habe ich richtig Spaß an den Nachtaufnahmen und so stört es mich auch nicht das Stativ mitzuschleppen und immer wieder auf- und abzubauen. So experimentiere ich auf der Brücke mit Langzeitbelichtungen.



      Am Polarmuseum hat Amundsen seine Schneemütze auf. Weiter gehe ich am Wasser entlang zum Torget.



      Bei den nächsten Bildern entdecke ich die Vorteile der Langzeitbelichtung: die Bibliothek ohne vorbeifahrende Autos (nur ein paar Leuchtspuren), der Dom und die Einkaufsstraße ohne Menschen im Bild.



      Leider erfüllt Skjervøy seinen Ruf als Nordlichtgarant nicht. Immerhin kann ich so „früh“ ins Bett.
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      Mir gefällt sehr, wie du deine Reise so individuell gestaltest. So gibt es auch für alte Hurtigruten-Hasen so manche Neuentdeckungen wie Tunnel, Innenhöfe oder ungewohnte Blicke auf Vertrautes. :thumbsup:
      Bin gespannt, wie es weitergeht.


      Viele Grüße

      omlia :)


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      Tag 6: 13.11.2019

      Das tolle Wetter von gestern haben wir wohl in Tromsø zurückgelassen, was sich auch in der Nacht schon in Skjervøy abzeichnete. Sonnenaufgang ist für 09:11 Uhr angesagt, die Dämmerung beginnt um 07:34 Uhr. Dafür geht die Sonne aber auch schon wieder um 12:43 Uhr unter und die Abenddämmerung dauert nur bis 14:24.

      Erster Halt bei „Helligkeit“ in Havøysund .



      In Honningsvåg steht der Ausflug zum Nordkapp an. Der Vorteil der Novembertour ist es, dass sich das Gedrängel beim Verlassen des Schiffs doch sehr in Grenzen hält. So sind wir auch hier in Honningsvåg schnell von Bord und auf die Busse verteilt. Es bleibt auch noch kurz Zeit für ein Foto von Bamse und dem Troll.



      Mit den Bussen geht es dann durch die Winterlandschaft. Schließlich sammeln sich die Busse, um das letzte Stück in der Kolonne hinter dem Schneepflug herzufahren.



      Zum Nordkapp brauche ich wohl nicht viel zu schreiben, daher lasse ich die Bilder sprechen.



      Den Rest des Tages lasse ich ruhig angehen. Nichts ist schöner, als mit einem leckeren Kakao im Multe zu sitzen, Bilder zu sichten und vorzusortieren. Später am Abend gibt es dann vor Berlevåg noch die Begegnung mit der Nordlys. Der Himmel bleibt verhüllt und damit gibt es auch kein Grün.
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      Tag 7: 14.11.2019

      In Vadsø beginnt langsam die Dämmerung, wobei die Sonne erst um 08:41 Uhr aufgehen soll.



      Zeit das Frühstücksbuffet zu genießen. Leider enthüllt die Helligkeit nicht unbedingt Schönes. Es ist sehr trüb und schneit leicht. Pünktlich kommen wir in Kirkenes an. Ich stapfe durch den Schnee in Richtung Einkaufszentrum und laufe dann bergauf zum Friedhof. Dann rechts zur Schule und von dort hinauf zum Fjellveien. Die Aussicht hätte besser sein können, aber immerhin kann ich das Schiff erkennen. Zurück geht es zur Schule. Statt geparkter Fahrräder stehen hier die Sparks in Kindergröße vor dem Eingang.



      Von der Schule geht es weiter zum Grenzkommissariat mit den zwei Grenzpfosten. Natürlich statte ich auch dem russischen Soldaten einen kurzen Besuch ab. Auf dem Weg zur Innenstadt komme ich an der Andersgrotta vorbei und bin ganz überrascht, dass die Tür aufsteht. Ein Guide erklärt mir, dass um 11:00 Uhr eine Führung stattfindet. Also habe ich noch Zeit und drehe eine Runde an der Kirche vorbei und durch die Innenstadt und bin dann pünktlich zurück an der Grotte.



      Auch ein paar andere Mitfahrer finden sich ein und so geht es hinunter in die Andersgrotta. Der Guide erklärt die Geschichte der Grotte und erzählt von der Besatzungszeit. Der gezeigte Film ist sehr eindrücklich und lässt einen betroffen zurück. Der Guide erzählt noch mehr und beantwortet auch unsere Fragen, doch dann müssen wir uns beeilen, denn das Schiff wartet nicht!



      Die Sonne geht schon kurz nach dem Ablegen unter und der wolkenverhangene Tag verhindert einen schönen Sonnenuntergang. In Vardø ist es vollständig dunkel. Ein kurzer Spaziergang zu Herrn Barents und der Kirche über die teils glatten Wege und wir setzen die Fahrt in die Nacht fort.



      Der wolkenverhangene Himmel am Tag ließ schon nichts Grünes für die Nacht erwarten und so komme ich nach Berlevåg zu ausreichend Schlaf, denn der morgige Tag wird wieder lang.