Sri Lanka und Südindien – Eine Asienreise im Vorfeld der Coronakrise – 25.01.-15.02.2020

    • Asien
    • Tag 13 – Flug von Colombo nach Chennai – 06.02.2020

      Morgens um 8 werden wir von einem Taxi am Hotel abgeholt. Unsere neuen Freunde sind extra früh aufgestanden um uns zu verabschieden.

      Die Prozeduren am Flughafen von Colombo sind sehr zeitraubend. Insgesamt 7 mal werden unsere Pässe kontrolliert, einmal sogar am Anfang und am Ende desselben Ganges, obwohl es zwischendurch keine Abzweigung gibt. Mir fällt ein, was mir zuvor jemand über den Flughafen von Kairo erzählt hat. Derjenigen sei angeboten worden, sie für 10 Dollar schnell an allen Kontrollen vorbei zu lotsen, was auch sehr gut funktioniert habe. Bei einer solchen Korruption im Sicherheitsbereich kann einem angst und bange werden. Dann lieber scheinbar überflüssige Kontrollen!

      In der Maschine der SriLankan Airline sind wir mit einer Ausnahme die einzigen europäisch aussehenden Menschen. In unserer Nähe sitzt eine größere Reisegruppe Einheimischer über viele Sitzreihen verstreut. Alle haben die gleichen blauen Reisetaschen eines Veranstalters von Pilgerreisen. Zumeist handelt es sich um schon etwas ältere Frauen. Neben mir am Fenster sitzt eine alte Dame, die mit dem Sicherheitsgurt nicht zurecht kommt. Ich helfe ihr bei Anschnallen, später beim Öffnen des ausgeteilten Snacks und schließlich beim Abschnallen. Sicherlich war das ihr erster Flug.



      Nach eineinhalb Stunden landet unser Flugzeug in Chennai. Wir werden von unserem Reiseleiter empfangen und zum Hotel gebracht. Die Zeit der einfacheren Unterkünfte ist nun (fast) vorbei. Von jetzt an logieren wir meist in 5-Sterne-Stadthotels, diesmal im Crowne Plaza.



      Hier soll unsere Gruppe zusammenfinden. Es werden heute noch 8 weitere Gäste aus Deutschland am Flughafen erwartet und morgen stoßen 3 Personen dazu, die dann eine Fahrt durch Rajastan beendet haben. Die Zeit ist also vorbei, wo wir beide exklusiv betreut werden. In Südindien werden wir 13 Reiseteilnehmer sein.

      Der Tag ist nahezu vollständig für die relativ kurze Reise gebraucht worden. Noch einmal genießen wir die Zweisamkeit beim Abendessen und ziehen uns dann bald zurück.



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    • Tag 14 – Chennai – 07.02.2020

      Da die letzten Teilnehmer der Südindienreise erst am Mittag eintreffen sollen, waren wir am Vortag vom Reiseleiter gefragt worden, ob er uns für heute Vormittag Besichtigungen organisieren solle. Wir wollten aber lieber auf eigene Faust etwas umherstreifen.
      Vom Concierge lassen wir uns eine Richtung empfehlen und schlendern dann ein wenig durch ein schönes Wohnviertel. Wir sehen meistens nur Mauern und parkähnliche Gärten. Es gibt Hinweise auf einen Ruderclub. Hier wohnt also offenbar die gehobene Mittelschicht. Am Ende suchen wir noch einen Supermarkt auf und staunen dort über so manche europäischen (auch deutschen) Produkte.

      Am frühen Nachmittag lernen wir dann die anderen 11 Mitreisenden kennen und verteilen uns auf den riesigen Reisebus. Wir haben so viel Platz, dass jeder zwei Plätze für sich allein haben kann, und doch bleiben noch Reihen frei. Das wird sich als besonders praktisch erweisen, wenn die Sonne konstant eine Seite des Busses bescheint und man ausweichen kann.

      Wir fahren am langen Strand der Stadt vorbei. Südlich des Leuchtturms befindet sich das Viertel der Fischer. Hier hat der Tsunami 2004 mehr als 200 Todesopfer gefordert. Von den Verwüstungen ist nun nichts mehr zu erkennen.
      Bunte Fischerboote und primitive Unterstände säumen den Strand. Zu dieser Tageszeit sitzen die Fischer gern im Schatten und spielen Karten.



      Wir haben den Stadtteil Mylapore erreicht. Unser erstes Ziel ist hier die St.-Thomas-Kathedrale. Etwa 7 Millionen indische Christen führen ihre Missionierung auf den Apostel Thomas zurück. Ihm ist die Kathedrale in Chennai geweiht und sein Grab in einer neu gestalteten Krypta ist ein Ziel vieler Pilger. Als wir die Kirche besuchen wollen, versammelt sich die Gemeinde gerade zu einer Hochzeit.



      Wir fahren weiter um den hinduistischen Kapaleshwara-Tempel zu besuchen. Als wir aussteigen, können wir ihn schon jenseits des Flusses sehen.



      Zu Fuß kommen wir aber zunächst durch ein Quirliges Viertel voller Obststände, Haushaltswarenläden, aber auch Juwelieren. Hier wird sogar Brautschmuck für Hochzeiten verliehen. Uns ist schon aufgefallen, dass viele Frauen hier besonders prächtige, golddurchwirkte Saris tragen – auch wenn sie mit Mann und Kind auf dem Motorrad unterwegs sind.



      Je mehr wir uns dem Tempel nähern, desto mehr Blumenhändler säumen die Straße. Die Gläubigen benötigen natürlich für ihren Besuch im Tempel Opfergaben und nehmen dafür gern Blumengirlanden und kleine Gebinde.



      Bald erreichen wir das kleinere der beiden Tempeltore und staunen über die quietschbunte Figurenvielfalt, die sich vor uns auftürmt. Alle 12 Jahre wird die Bemalung erneuert. Hier hat die Renovierung kürzlich erst stattgefunden, weshalb die Farben besonders schön in der nachmittäglichen Sonne leuchten.



      Wir wollen aber den Haupteingang wählen und können erst einmal weitere Straßenszenen beobachten.

      Wir sehen eine bekränzte Fahrradrikscha.

      Vor einem Hauseingang wurde eines der typischen Mandalas aus Kreide aufgefrischt – ein Willkommenszeichen.

      Wieder werden Blumengirlanden verkauft, also sind wir nahe am Ziel.


      Fortsetzung folgt.


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    • Tag 14 – Chennai – 07.02.2020 Fortsetzung

      Der Kapaleshwara Tempel geht auf das 7. Jahrhundert zurück, er erhielt seine heutige Form aber im 18 Jahrhundert. Wir sehen hier zum ersten Mal den tamilischen (drawidischen) Baustil, für den hohe Tortürme, die Gopurams, charakteristisch sind. Sie sind innen aus Lehmziegeln gemauert und außen bedeckt mit einer Vielzahl mythischer Stuckfiguren.

      Das Heiligtum ist Shiva, der Hauptgottheit des Hinduismus, in seiner Form als Bettelasket geweiht. Kapaleshwara bedeutet „Herr der aus einem Schädel gemachten Bettelschale“. Laut Legende hat Shiwa dem unbotmäßigen Gott Brahma einen seiner 5 Schädel abgeschlagen und musste daraufhin zur Buße 12 Jahre mit der Schädelschale als Bettler umherziehen.

      Nachdem wir uns unserer Schuhe entledigt und die Tempelsocken übergestreift haben, betreten wir die Anlage bei dem 40m hohen Hauptgopuram und bestaunen wieder das unglaubliche Gewimmel der farbigen Figuren.



      Hinter dem Durchgang kommen wir als erstes zu einem kleinen Tempel, der dem elefantenköpfigen Gott Ganesha gewidmet ist.



      Der Legende nach hat Parvati sich in Abwesenheit ihres Gatten Shiva einen Sohn erschaffen. Dieser sollte das Haus bewachen, wenn die Mutter nicht zu Hause wäre. Als Shiva zurückkehrte, wollte Ganesha ihn nicht einlassen, woraufhin der erboste Gott dem Kleinen den Kopf abschlug. Als Parvati nach Hause kam, war sie so traurig, dass Shiva vorschlug, den Kopf des ersten Lebewesens, das des Weges käme, dem Kind aufzusetzten. Das war ein Elefant und deshalb bekam Ganesha also dessen Kopf. Parvati war entsetzt. Niemand würde doch eine derartig verunstaltete Gottheit anbeten. Also verfügte Shiva, dass überall und bei jedem Tempel stets zuallererst Ganesha angebetet werden sollte.

      Das ist der Grund, weshalb man bei Tempeln immer zuerst an Ganesha-Darstellungen vorbei kommt. Der Gott gilt als der Überwinder von Hindernissen und ist überall sehr beliebt. Wir haben kein Hotel gesehen, dessen Foyer nicht eine Figur dieses dickbäuchigen, gemütlichen Wesens ziert. Das ihm zugeordnete „Reittier“ ist die Ratte.



      Wir wenden uns nach links und kommen zum Hauptheiligtum. Auch dessen Türme sind über und über von figürlichen Darstellungen bedeckt.



      Neben Shiva- und Priesterfiguren sieht man auch immer wieder Darstellungen von Shivas Reittier, dem Stier Nandi.



      Beim Weitergehen fallen uns die vielen Pfauenfiguren auf den Tempeldächern auf.



      Unser Reiseleiter erklärt uns die zugrundeliegende Legende:

      Als Parvati einmal bei einem gemeinsamen Spiel ihre ganze Aufmerksamkeit permanent einem tanzenden Pfau zugewandt hatte, war ihr Gatte Shiva zornig geworden und hat sie daraufhin in einem Pfau verwandelt. In dieser Gestalt kam Parvati dann täglich, um Shiva unter einem Lorbeerbaum anzubeten. Gerührt hat Shiva seine Frau daraufhin erlöst.
      Parrvati wird in diesem Tempel als Karpagambal verehrt, als Göttin des Wunschbaumes. Dem Lorbeerbaum an der Nordseite des Tempels werden magische Kräfte zugeschrieben. Die Gläubigen kommen hierher, wenn sie einen Wunsch haben und hinterlassen Opfergaben.



      Bei manchen Schreinen sieht man überdimensionale Spendengefäße.



      Wir kommen auf der Innenseite des kleinen Gopurams vorbei.



      Weil wir aber unsere Schuhe außerhalb des Haupteingangs zurückgelassen haben, müssen wir auch dorthin zurück. Der Bus wartet schon auf uns und bringt uns dann zurück zum Hotel.


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    • Tag 15 – Chennai und Mahabalipuram – 08.02.2020

      Bevor wir Chennai verlassen, stehen noch einige Besichtigungen in der Altstadt auf unserem Programm. Die Fahrt führt uns die Uferstraße entlang, immer vorbei an Prachtbauten aus der Kolonialzeit.

      Das Vivekananda House ist heute ein technisches Museum.



      Das Wahrzeichen der University of Madras ist das prächtige Senatsgebäude. Der alte Name wurde nach der Umbenennung der Stadt in Chennai beibehalten.



      Keimzelle der Stadt ist das Fort St. George. Die Festung wurde 1640 am Meeresufer und nördlich einer Flussmündung erbaut. Sie diente als eines der Hauptquartiere der Britischen Ostindienkompanie. Heute befindet sich im Fort House das Parlament und die Regierung des Bundesstaates Tamil Nadu.



      Ferner hat sich in den historischen Gebäuden auf dem weitläufigen Gelände des Forts das Government Museum etabliert.
      Wir besuchen zuerst das Fort Museum in einem Gebäude aus den 1870er Jahren. Die Ausstellung hat durchweg die koloniale Vergangenheit zum Thema: Gemälde von Nawabs (Provinzgouverneuren) und Mitgliedern der britischen Königsfamilie, Münzen, Waffen, Uniformen usw. Das Fotografieren ist leider nicht gestattet.



      Vorbei an einem kleinen Schrein, an dem offensichtlich schon die morgendlichen Opferrituale vollzogen worden sind,



      kommen wir zur National Art Gallery . Dieses Gebäude ist ein besonders schönes Beispiel des indosarazenischen Stils.



      Es beherbergt die größte Sammlung indischer Bronzefiguren aus dem 10-12. Jahrhundert, der Chola-Periode. Angesichts dieser herrlichen Exponate ist es besonders bedauerlich, keine Bilder machen zu dürfen.
      An einem anderen Tag werden wir aber die Möglichkeit bekommen, das Handwerk in eigener Anschauung zu erleben.

      Als wir wieder draußen sind, haben wir ein wenig Muße, uns auf dem Gelände umzusehen. Leider gibt es gerade einige Baustellen. Die Restaurierung der Gebäude und die Erneuerung der Kanalisation stehen offenbar gerade an.
      Ohne Gerüst sehen wir das Museumstheater. Auch die naturkundlichen Museen sind geöffnet. Entsprechend viele Schulklassen kreuzen unseren Weg. Ein Kunststoffhase bittet um eine Müll-Gabe.



      Nach diesem schattigen Spaziergang steigen wir wieder in den Bus und machen uns auf den Weg nach Süden. Ziel ist die ebenfalls an der Koromandelküste gelegene Stadt Mahabalipuram. Sie ist berühmt für ihre Felsreliefs und monolithischen Scheintempel, die allesamt UNESCO Weltkulturerbe sind. In diesem wichtigen Touristenort gibt es viele Herbergen unterschiedlichen Standards.



      An einem Felsenhügel direkt an der Hauptstraße befindet sich ein Höhlentempel mit vielen mythischen Reliefdarstellungen.



      An der Felswand daneben befindet sich das größte Flachrelief der Erde: Die Erdenfahrt des Ganges. Es ist 15 m hoch und 30 m breit und wurde im 7. Jahrhundert aus zwei monolithischen Felsbrocken geschnitzt. Thema ist der mythischen Abstieg der Göttin Ganga auf die Erde, angeführt durch den legendären König Bhagirata. Der Spalt in der Mitte stellt den Fluss Ganges dar. Bei Regen fließt dort ständig Wasser herunter. Die 146 Figuren des Reliefs sind teils göttliche, teils menschliche Wesen. Diejenigen auf dem rechten Felsblock streben alle dem Wasser entgegen. Besonders schön finde ich die Darstellung der Elefantenherde.



      Geht man den Weg ein wenig weiter, kommt man zu einer flachen, felsigen Anhöhe, auf der sich ein großer Felsblock befindet. Es sieht aus, als würde er sich jeden Moment in Bewegung setzten und hinunter rollen. Das Gebilde wird als Krishnas Butterball bezeichnet.



      Hier im offenen Gelände halte ich die Mittagshitze nun nicht länger aus. Ich setzte mich von der Gruppe ab und suche Schatten bei dem schönen Ganesha-Schrein, der aus einem einzigen Felsblock gehauen wurde.



      Hier treffen bald auch die Anderen ein und dann machen wir uns, geführt vom Reiseleiter, auf den Weg zum Küstentempel.
      Unterwegs kommen wir an vielen Steinmetz-Werkstätten vorbei.




      Fortsetzung folgt.


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    • Tag 15 – Mahabalipuram – 08.02.2020 – Fortsetzung

      Bald erreichen wir den Strand von Mahabalipuram. Einige Schulklassen kommen uns hier entgegen. Sie haben den Ufertempel bereits besucht.



      Schon von weitem imponieren die Doppeltürme des 20m hohen Monolith-Baues aus dem 7. Jahrhundert. Tritt man näher heran, so fallen gleich die vielen Darstellungen des Nandi-Stieres auf. Die Anlage wurde also für den Gott Shiva errichtet.



      Jenseits des Tempels ist der Strand total überfüllt von Einheimischen, die z.T in voller Kleidung ein Bad im Meer genießen.



      Wieder müssen wir die schattenlose Shore Temple Road entlang trotten, um endlich in den Schutz des klimatisierten Busses zu flüchten. Auch der Mineralwasservorrat in der Kühlbox wird sogleich geplündert.

      Unser nächstes Ziel liegt etwas außerhalb der Stadt: Die 5 Rathas. Es handelt sich dabei um 5 Scheintempel, die nach dem Vorbild von Holztempeln im 7. Jahrhundert aus je einem Monolithen herausgehauen wurden. Die hier entwickelten Formen wurden zum Prototyp der späteren drawidischen Tempelarchitektur. Drei steinerne Tierfiguren, Elefant, Löwe und Stier, runden das Ensemble ab.
      Wir haben eine halbe Stunde Zeit, die schöne Anlage in der Abendsonne auf uns wirken zu lassen.







      Auf dem Weg zum Parkplatz kommen wir an Läden mit Devotionalien und kleinen Steinschnitzereien vorbei. Lustig finde ich Ganesha mit dem Laptop; er geht mit der Zeit.



      Nun haben wir noch eine Fahrstrecke von über 100 km vor uns, bis wir das Kongresshotel Shenbaga in Pondicherry erreichen, unser Quartier für eine Nacht. Wow, gläserne Fahrstühle wie auf der Midnatsol!



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    • Ich glaube unser Reiseleiter sagte, dass Mädchen ab dem Alter von 16 Jahren den Sari tragen. An diesen Oberstufenschülerinnen sieht das wirklich toll aus.

      Drollig fand ich die Frisur der Affenschaukeln im unteren linken Bild der Collage. Das habe ich als Kind gehasst. :thumbdown:


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    • Tag 16 – Von Pondicherry über Chidambaram nach Kumbakonam 09.02.2020

      Pondicherry (auch Puducherry) ist eine Enklave innerhalb des Bundesstaates Tamil Nadu. Es handelt sich um die Hauptstadt der ehemals französischen Gebiete an der Koromandelküste.
      Hier haben wir gestern übernachtet und zu Beginn unseres sehr vollen Tagesprogramms nehmen wir uns nun die Erkundung der Stadt vor. Als wir unser komfortables Hotel verlassen,salutiert der uniformierte Pförtner.



      Wir fahren zunächst zur schönen Uferpromenade und schauen uns in der Morgensonne die bekanntesten Wahrzeichen an, den Leuchtturm, das Zollamt, die Gandhi-Statue und den Park-Pavillon.



      Anschließend steht ein Besuch des French Quarters auf dem Programm, wo es schöne Kolonialarchitektur zu sehen gibt. In diesem Viertel liegt auch der Gouverneurspalast, den wir von der gegenüber liegende Straßenseite aus bewundern.



      Nach einer Weile kommt ein Wachsoldat zu unserem Reiseleiter und wechselt ein par Worte mit ihm. Daraufhin bekommen wir Bescheid, dass unsere Gruppe eingeladen ist hinein zu gehen.
      Wir denken es ist so gemeint, dass wir uns im Park umschauen dürfen. Dabei sehen wir in der Mitte des Gebäudes oben zwischen den Säulen eine Hin-und-her-Bewegung. Aha, es wird dort wohl gerade sauber gemacht.



      Zu unserer Überraschung werden wir dann durch die Eingangshalle, die Treppe hinauf und durch den Audienzsaal hindurch auf den Balkon geleitet.



      Die Person, die wir bei der Arbeit gesehen haben, war aber keineswegs eine Reinigungskraft, sondern die Gouverneurin Kiran Bedi persönlich. Sie hat am Geländer ein Arbeitspult stehen und geht dort morgens Schrifttücke durch, während sie gleichzeitig auf einem Stepper trainiert. Auch ein Trimm-Dich-Fahrrad steht in der Nähe. Bei ihrer Tätigkeit hat sie einen prachtvollen Blick über die Anlage hinweg zum Tor. Als ihr unsere Gruppe aufgefallen war, hat sie also Anweisung gegeben, uns einzuladen.



      Die Gouverneurin fragt, ob sie uns mit ihrem Handy filmen darf. Dann beginnt sie ein wenig Smalltalk, fragt nach unserem Woher und Wohin und tauscht ein paar gute Wünsche mit uns aus. Am Ende bittet sie unseren Guide, mit ihrem Smartphone eine Gruppenaufnahme von uns zu machen. Auch mit meiner Kamera macht er dann noch ein Bild. Zuletzt bittet Kiran Bedi uns um die Erlaubnis, ihren Film und das Foto bei Instagram zu posten. (Tja, ein Foto habe ich nun selbst, aber um das Filmchen zu sehen, hätte ich mich bei Instagram anmelden müssen. Dazu hatte ich dann doch keine Lust.)



      Nach diesem Besuch schlendern wir wie geplant durch die Straßen des französischen Viertels

      und kommen dabei zu unserem ersten geplanten Besichtigungspunkt, dem Sri Aurobindo Ashram.



      Es hat sich bereits eine lange Schlange von Besuchern gebildet.

      Wir müssen die Schuhe ausziehen und dürfen danach schweigend im Gänsemarsch einen Rundgang durch die Anlage machen. Als alter Beatles-Fan erinnert man sich natürlich daran, dass Ashrams indische Meditationszentren sind, die auch von westlichen Interessenten besucht werden können. Wir erfahren, dass der Guru Sri Aurobindo recht bekannt ist. Durch einen wirklich wunderschönen kleinen Garten gelangen wir zum Grab des Gurus. Hier sehen wir etliche Meditierende in tiefer Versenkung. Obwohl wir sehr leise sind, habe ich doch das Gefühl zu stören und komme mir sehr deplaziert vor. Wahrscheinlich benötigt der Aschram die Einnahmen durch Besucher zusätzlich zum Erlös aus den religiösen Schriften des Verstorbenen.

      Nachdem wir unsere Schuhe wieder haben, machen wir uns auf den Weg zum wartenden Bus. Während der Fahrt bekommen wir ein paar schöne Eindrücke vom ländlichen Tamil Nadu. Wir sehen einige recht arme Behausungen und malerische Verkaufsstände.



      Auffällig sind manche Dorftempel, die von gewaltig großen Götterstatuen überragt werden. Kali und Hunuman konnte ich durch das Busfenster ablichten.



      Zuletzt erreichen wir die Stadt Chidambaram und steigen auf der Hauptstraße vor der Hochzeitshalle aus.





      Der Tag wird fortgesetzt.


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    • Wenn ich deinem Bericht so folge, wären die Strandtage wohl am Ende des Urlaubs zur Erholung nötiger als zwischendrin ;)

      Laminaria wrote:

      gläserne Fahrstühle wie auf der Midnatsol

      ... und die Seeadler sind ja auch schon unterwegs :D

      Laminaria wrote:

      Scheintempel

      Da ich mich in dieser Re(li)gion gar nicht auskenne - was sind Scheintempel? Vom Wort her würde ich mir darunter einen Tempel vorstellen, der nicht geweiht wurde :hmm:
      Leider ist Wikipedia da auch nicht sehr ergiebig :(

      Viele Grüße
      Noschwefi
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Noschwefi wrote:

      was sind Scheintempel?


      Danke für die Frage, @Noschwefi Leider hatte ich vergessen, den interessanten Wikipedia-Artikel über die 5 Rathas zu verlinken.

      Das Wort Scheintempel bezieht sich sicherlich darauf, dass die Monolithgebilde nicht vollständig hohl sind sondern nur kleine Nischen aufweisen. Für kultische Handlungen vieler Gläubiger können sie nicht gedacht gewesen sein, also Scheinarchitektur.

      Zur Erholung werden wir tatsächlich am Ende noch einen Badetag bekommen - an der heißen Südspitze Indiens. :sende:
      Die wirkliche Erholung kommt dann zu Hause und wird durch die Corona-Maßnahmen noch intensiviert. :D

      Viele Grüße
      Laminaria


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    • Hallo Laminaria,

      jetzt habe ich mir mal richtig Zeit genommen, deinen Bericht von Anfang an bis hierher nochmal aufmerksam zu lesen und die Bilder zu betrachten. Wahnsinnig interessant !!! :thumbup: Vielen Dank fürs Teilen. :hut: Hut ab, ich würde mir so eine Reise nicht zutrauen, das wäre mir zu heiß und zu anstrengend. :wacko1: Umso schöner, sich das mal am PC anschauen zu können. Bin schon gespannt auf die Fortsetzung.
      Viele Grüße
      Seemaus
    • Tag 16 – Chidambaram – 09.02.2020 Fortsetzung

      Die große Tempelanlage dieser Stadt ist Shiva in seiner Form als Nataraja geweiht, als Herr des Tanzes. In seinem kosmischen Tanz soll er die Welt zerstört und neu erschaffen haben. Der Nataraja-Tempel von Chidambaram ist das größte Shiva-Heiligtum Indiens.

      Er wurde im Wesentlichen in der Zeit der Chola-Dynastie im 10-13. Jahrhundert erbaut und von späteren Herrscherhäusern bis ins 16. Jahrhundert hinein weiter ausgestaltet. Insbesondere die Errichtung der hohen Gopurams stammt aus der späteren Zeit. Die Anlage liegt im Zentrum der Stadt und ist von Marktstraßen umgeben. Hier sind auch die großen Umzugswagen geparkt, die bei den Prozessionen der Tempelfeste eine große Rolle spielen.



      Das zentrale Heiligtum steht im innersten von drei Höfen, die durch Korridore (Prakaras) und Umfassungsmauern voneinander getrennt sind. Vor der dritten Mauer lassen wir gegen ein geringes Entgelt unsere Schuhe in einem kleinen Laden zurück. Dann nähern wir uns dem 42m hohen Ostgopuram. Die bunte Formenvielfalt kennen wir nun zwar schon aus Chennai, aber es ist immer wieder beeindruckend, vor einem solch riesigen Torturm zu stehen.



      Gleich links kommt man natürlich zuallererst an einem kleinen Schrein für Ganesha vorbei. (s. Post 46)



      Im Torbogen bleiben wir stehen, denn hier weist der Reiseleiter uns auf eine Vielzahl von Reliefdarstellungen klassischer Tanzfiguren hin. Bunt bemalte Priesterfiguren schauen auf uns herab, kenntlich an der heiligen Schnur der Brahmanen.



      Auch die Rückseite des Gopurams ist opulent ausgestaltet. Im Sockel finden sich mythische Reliefs, darunter erkenne ich die Göttin Kali mit dem Wasserbüffel als Reittier.



      Wir dringen weiter in das verwinkelte Innere des Tempels vor. Hier gibt es eine Vielzahl von ineinander übergehenden Säulenhallen. Das Fotografieren ist streng verboten.

      Bevor der Tempel um 12:30 für eine Mittagspause schließt, findet im Zentralheiligtum, das nur von Priestern betreten werden darf, eine Zeremonie statt. Eine kleine Shiva-Figur wird dabei mit Milch und anderen Flüssigkeiten (die ich vergessen habe) gewaschen. Eine Ansammlung von Gläubigen versammelt sich vor dem Schrein. Wir halten uns im Hintergrund und können daher nicht genau sehen, was vor sich geht. Auf jeden Fall kommt nach einer Weile ein Priester vor die schmale, geöffnete Tür und beschreibt offensichtlich, was gerade vor sich geht. Ob die Wartenden einen Blick ins Innere werfen können, sehen wir nicht. Immer wieder gibt die Menge jedenfalls unisono ein ergriffenes „Ah“ von sich.

      In der benachbarten Säulenhalle Nritta Sabha, der Halle des Tanzes, herrscht ein kleines Gedränge. Beim Näherkommen sehen wir kleine Schülerinnen des Tempeltanzes mit ihrern Müttern. Die Mädchen posieren eine Weile für die Kameras ihrer stolzen Väter und diese sind sichtlich erfreut, dass auch wir Touristen den schönen Motiven nicht widerstehen können.



      Nach einer Weile setzt Musik ein, die kleinen Tänzerinnen stellen sich auf und zeigen dann, was sie ein Jahr lang gelernt haben.



      Bei der Halle des Tanzes sehen wir die Dartellung einer populären Legende um Shiva und Parvati: Die Eheleute lieferten sich demnach einmal einen Tanzwettstreit. Lange konnte keiner von beiden gewinnen, bis Shiva sich eine Tanzfigur erdachte, bei der er ein Bein senkrecht in die Luft hob. Aus Gründen der Schamhaftigkeit konnte Parvati das nicht nachahmen, so dass Shiva durch diese List Sieger wurde.



      Die Beinstellung der Figur ist aber in der dargestellten Weise anatomisch nicht recht möglich. Merkwürdig. ?(

      Wir kommen noch an weiteren Darstellungen von Shiva und Parvati vorbei.



      Auch der Bruder Ganeshas, Murugan, ist an zentraler Stelle dargestellt..



      Auf dem Rundgang stellen wir fest, dass die meisten Besucher Einheimische sind. Wir sehen viele Frauen in golddurchwirkten Saris. Die Männer mit bloßem Oberkörper sind Priester. Ihrer Gemeinschaft, in diesem Fall nicht dem Staat, obliegt die Verwaltung des Tempels.



      Beim Hinausgehen kommen wir an Räumen vorbei, die für ein Tempelfest geschmückt sind.



      Der Bus soll uns heute noch zu einem weiteren Tempel bringen.

      Dieser Tag wird fortgesetzt.


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    • Tag 16 – Darasuram – 09.02.2020 Fortsetzung

      Die Busfahrt wird fortgesetzt, denn wir werden nun noch einen weiteren drawidischen Tempel besuchen. Der heute unbedeutende Ort Darasuram wurde unter dem Herrscher Rajaraja II im 12. Jahrhundert Hauptstadt seines Reiches. Er gab den Bau des Airavatesvara-Tempels in Auftrag, der zu den bedeutendsten Bauwerken der Chola-Architektur gehört. Zusammen mit den beiden nahe gelegenen Brihadishwara-Tempeln aus dem 11. Jahrhundert gehören diese drei als Große Tempel der Chola-Dynastie seit 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

      Der Tempelbezirk liegt in einer schönen Parkanlage. Auf Wunsch der Archäologen werden die Tempel-Fassaden alle unbemalt gelassen. Wir kommen wie immer zuerst an einem Verkäufer von Opfergaben vorbei.



      Vor dem Gopuram ziehen wir – zum dritten Mal an diesem Tag – unsere Schuhe aus. Gegenüber steht der kleine Schrein eines Nandi. Daraus ist zu schließen, dass auchdas Hauptheiligtum dieses Tempels wieder Gott Shiva geweiht ist.



      Als wir das Tor durchschreiten, sehen wir die Dachelemente, Fassaden und Säulen besonders schön in der Sonne liegen.



      Schöne Skulpturen befinden sich an der Außenseite des Haupttempels.



      Die Vorhalle, das Agra-mandapam, ist wie ein Tempelwagen gestaltet. An seinen Säulen befinden sich besonders feine Steinmetzarbeiten. Auch die Decke ist reich verziert.



      In der Halle gibt es Nischen mit Götter- und Wächterfiguren. Unsere Kenntnis des hinduistischen Pantheons ist nicht sehr fundiert. Leider kann ich nicht sagen, um welche Gottheit es sich hier handelt.



      In das Hauptheiligtum Shivas können wir nicht eintreten. Wir sehen die geschmückte Statue von weitem, dürfen sie aber nicht fotografieren. Wohl erlaubt man uns aber eine Aufnahme durch das Gitter eines seitlichen kleinen Schreines.



      Beim Hauptturm werden wir an die 5 Rathas von Mahabalipuram erinnert, aus denen sich diese Tempelarchitektur mit ihren waagerecht gestuften Pyramiden (Vimanas) entwickelt hat.



      Ich mag besonders dieses Relief mit Ganesha.



      Zuletzt bewundern wir noch einen kleineren Pyramidenbau, an dessen Sockel Alltagsszenen aus dem Stein herausgearbeitet sind sind. Sogar die Darstellung von Geburtshilfe ist hier zu finden.



      Am Gopuram ziehen wir unsere Schuhe wieder an und schlendern dann durch den Park hinüber in ein Dorf.


      Fortsetzung folgt.


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    • Laminaria wrote:

      Auf Wunsch der Archäologen werden die Tempel-Fassaden alle unbemalt gelassen.

      Da leuchten die Farbkleckse im Inneren dafür umso mehr! Die Tempel waren früher sicher alle einmal außen bunt bemalt, vermute ich? Für meine westlichen Augen empfinde ich das Unbemalte als erholsam.

      Sehr beeindruckend, virtuell genieße ich eure Reise sehr! In echt hätten mich die vielen Tempel in Verbindung mit dem Klima wahrscheinlich vollkommen erschlagen ;)
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • Albatross wrote:

      Die Tempel waren früher sicher alle einmal außen bunt bemalt


      Das stimmt und an einigen versteckten Stellen sind auch noch Reste der ursprünglichen mittelalterlichen Bemalung erhalten.
      Es ist aber wohl so, dass wir die Schönheit der filigranen Reliefs im Spiel von Licht und Schatten besser sehen können als wenn sie angemalt wären.

      Die Hitze war im etwas nördlicher gelegenen Chennai sehr viel besser zu ertragen gewesen. Nun kommen wir wieder auf die Höhe von Sri Lanka und entfernen uns außerdem vom Meer. Das Klima wird für mich deutlich unangenehmer. :S

      Viele Grüße
      Laminaria


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    • Tag 16 – Kumbakonam – 09.02.2020 Fortsetzung

      Der heutige Tag ist bislang der ereignisreichste der Reise. Aber das Programm ist noch nicht zu Ende. Uns soll nun noch ein altes Handwerk vorgeführt werden, die Seidenweberei.

      Als wir die Dorfstraße entlang gehen, fallen uns einige kleine Häuschen auf, die noch mit mehreren Schichten ganz alter Ziegeln gedeckt sind. Es wird einfach immer eine Schicht auf die andere gepackt, wenn Undichtigkeit vorkommt. Vor mancher Tür sehen wir ungefärbte und gefärbte Seide zum Trocknen hängen.



      Eines dieser Häuser besuchen wir nun. Über der Tür sind Früchte und Blätter als Willkommenszeichen angebracht, daneben ein verblichenes Bildnis des elefantenköpfigen Ganesha.



      Im Erdgeschoss sehen wir Fotos verstorbener Vorfahren, die hier üblicherweise so geehrt werden.



      Wir werden in den ersten Stock geführt, wo eine junge Frau an einem Webstuhl sitzt. Sie webt von Hand einen Saristoff in den Farben Pink und Blau, der am Rande eine mit Goldfäden durchwirkte Borte bekommt. Das Muster wird von Lochkarten vorgegeben, die wir seitlich am Webstuhl herabhängen sehen.



      Unser Reiseleiter erklärt, dass es sich um ein aussterbendes Handwerk handelt, denn Maschinen können solche kostbaren Gewebe in einem Bruchteil der Zeit herstellen.

      In einem Nebenraum werden uns fertige Seidenstoffe gezeigt. Die Damen von uns werden aufgefordert, sich doch einmal einen Sari wickeln zu lassen. Niemand hat eine Neigung dazu, denn wir wissen genau, dass uns das Kleidungsstück niemals so gut stehen kann wie den indischen Frauen. Gar einen Sari erwerben – das kommt für niemanden von uns in Frage. Einzelne Seidentücher werden aber gern genommen.



      Wir befinden uns in der Nähe von Kumbakonam, wo unser Hotel ist. Es soll heute ein sogenanntes „Heritage Hotel“ (ohne einen einzigen Stern) werden. Auf unserer Reise in Rajastan waren das immer schöne, ehrwürdige Forts und Paläste. Die Vergabe von Sternen ist dabei schwierig, denn natürlich sind in einem historischen Gebäude die Zimmer nicht genormt und haben nicht den allerneuesten Standard. Als Gruppenreisende hatten wir dort mal einen recht einfachen Raum, mal aber eine ganze Suite mit Wohn-, Schlaf-, Ankleide- und Arbeitszimmer und riesigem Bad. Die Verteilung innerhalb der Gruppe geschah natürlich nach dem Zufallsprinzip.

      Jetzt befinden wir uns aber in Südindien. Was bedeutet „Heritage Hotel“ hier? Das fragen wir uns leicht besorgt. Nun, in diesem Fall ist es einfach ein recht altes Hotel im Grünen. Direkt nebenan befindet sich ein kleiner Tempel und ein dörfliches Häuschen mit Palmwedeldach.



      Die farbenfrohe Rezeption löst Heiterkeit aus.



      Die kleinen Minihäuschen als Zimmer erinnern uns stark an unsere erste Unterkunft auf Sri Lanka, das Zimmer mit Geckos, Fröschen und Schaben. Tatsächlich stelle ich entsetzt fest, dass die Holztür überhaupt nicht dicht schließt. Breite Ritzen sind an allen vier Seiten zu sehen. Unter der Tür sind es mindestens 3 Zentimeter. ;(



      Wir richten uns einigermaßen ein und gehen um 19 Uhr zum Abendessen hinüber ins Restaurant. Hier finde ich es richtig urig.



      Die typisch indischen Speisen am Buffet sind ungemein schmackhaft. Besonders die scharfen Saucen genieße ich wie immer sehr. Mein Göga moniert die Tontöpfe und Holzlöffel als hygienische Katastrophe. Da die Speisen sehr heiß sind, kümmert mich das nicht so sehr.



      Als wir zu unserem kleinen Häuschen kommen, sieht es im Mondschein richtig romantisch aus.



      Wir haben reichlich Handtücher bekommen. Einige davon benutze ich zum Abdichten der Türschwelle, damit wir nachts nicht von Viehzeug überrannt werden. Wir bekommen es aber nur mit Mücken zu tun, die wir auf den vielen dunklen Holzvertäfelungen leider nicht vorher finden konnten.

      Am nächsten Morgen sieht unsere Welt gleich viel freundlicher aus. Eigentlich doch schön, so mitten in der Natur!



      (Ich stelle fest, dass ich von keinem anderen Hotel so viele Bilder gemacht habe. Es hat eigentlich eine viel schönere Atmosphäre als ein internationales Stadthotel. Ein bisschen ist es wie bei der Hurtigrute: Die Lofoten ist etwas fürs Herz, aber die Midnatsol ist komfortabler.)


      Reiseberichte sind in meinem Profil verlinkt.

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