USA from bay to bay (23.5. – 6.6.2004)

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    • USA from bay to bay (23.5. – 6.6.2004)

      Angeregt vom Reisebericht von @Noschwefi habe ich die CD-ROM meiner USA-Reise 2004 hervorgeholt, um über diese einen Bericht zu schreiben.

      Da es leider keinen Label für 2004 gibt - und ich keinen ergänzen kann - habe ich den ältesten verfügbaren - 2013 genommen ... :pardon:

      Vorgeschichte

      Im Herbst 2002 fand mein Vater zwischen alten Familiendokumenten die Trauerrede für seinen Ur-Ur-Großonkel Jakob Brosius. Das besondere an ihr ist, dass die Trauerfeier, von der diese stammt, 1882 nicht irgendwo in Deutschland, sondern in den USA – in Belleville, Illinois, um genau zu sein, stattfand. Dennoch war sie auf Deutsch verfasst. Dies weckte meine Neugierde.

      Daraufhin habe ich das Internet durchstöbert, um genaueres über Jakob Brosius zu erfahren. So war er der Inhaber einer Nussöl-Fabrik und hat dafür gesorgt, dass in Belleville ein Fernwärme-Netzwerk entstand. Seine Villa existiert inzwischen nicht mehr – es hat sich allerdings ein Kamin aus dieser erhalten – in einem Nebenraum des Gemeindesaals der dortigen Methodistischen Kirche.

      Damals waren mehr als 90% der Einwohner von Belleville und Umgebung deutschsprachig. Die meisten von ihnen stammten aus Paderborn. Dies führte dazu, dass Belleville und Paderborn 1990 zu Partnerstädten wurden.

      Daraufhin informierte ich mich über den Partnerschaftsverein Paderborn-Belleville. Da dieser für Herbst 2003 eine zweiwöchige Reise in die Partnerstadt mit Rahmenprogramm Toronto und Washington plante, nahm ich Kontakt auf, um mich für diese anzumelden. Ein paar Monate später wurde sie jedoch abgesagt. Schuld war die SARS-Pandemie (Prediger 1:9*), zu deren Hotspots insbesondere die Region um Toronto zählte. Da es in der Zwischenzeit zu spät war, um die Reise umzuplanen, wurde stattdessen beschlossen, den Besuch in Belleville in kleinerem Umfang Ende Mai / Anfang Juni 2004 nachzuholen. Ich erkundigte mich daraufhin, ob ich daran teilnehmen könne, was mir zugesagt wurde.

      Es ist nicht möglich, von Frankfurt direkt nach Lambert-Saint Louis (der von Belleville aus nächstgelegenen internationalen Flughafen) zu fliegen. Stattdessen erfolgt auf einem anderen Flughafen der Wechsel vom Transatlantik- zum Inlandsflug (und umgekehrt). Diese Umstiegsflughäfen wählte ich nicht nach Lage, sondern danach, in welchen Städten ich am liebsten mein individuelles Vor- und Nachprogramm verbringen wollte. So entschied ich mich für die Hinreise für Washington, D.C. und für die Rückreise für San Francisco.

      Zu den Bildern – ich hatte damals eine analoge Kleinbildkamera – eine Rollei Prego 90 Zoom - dabei. Für diese kaufte ich mir 6 Filme, die jeweils Platz für 37 Aufnahmen hatten. Da zudem ein angebrochener Film in der Kamera war, auf dem noch 8 Bilder untergebracht werden konnten, sind insgesamt 230 Bilder entstanden. Die Filme habe ich hinterher entwickeln und auf CD-ROM brennen lassen. Die Bilder können daher nicht ganz mit jenen von heutigen Digitalkameras mithalten – es sind aber doch einige interessante Aufnahmen dabei.


      *Was früher geschehen ist, wird wieder geschehen; was man früher getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne!
      <3 lig hilsen
      Bernhard

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    • @Ester > die Gesamtausbeute von 230 habe ich als Vergleich zur heutigen digitalen Fotografie genannt, bei der an manchen Tagen allein schon deutlich mehr Fotos entstehen. Tatsächlich werde ich im hier ein paar Bilder weniger zeigen ... :pardon:

      Vorprogramm Washington, D.C.

      Der Flug von Frankfurt zum Washington Dulles International Airport erfolgte mit einer Boeing 777 der United in der Economy Plus. Vom Flughafen, der etwa 36 Kilometer westlich von der Hauptstadt im Bundesstaat Virginia liegt, bin ich mit dem Bus in die Innenstadt gefahren. Auf dem Weg dorthin habe ich unter anderem das Pentagon gesehen. Nach dem Einchecken ins Hotel, habe ich noch einen kleinen Rundgang unternommen.

      2002 gab es in Washington eine Ausstellung namens "DC Party Animals", in deren Rahmen jeweils 100 Esel (Symboltier der Democratic Party) und Elefanten (Symboltier der Grand Old Party / Republican Party) im Stadtgebiet verteilt wurden. 2004 folgte eine Ausstellung namens "PandaMania" mit 150 Pandas. Diese Tiere wurden jeweils individuell bemalt bzw. dekoriert. Als erstes begegnete ich diesem Trio, bestehend aus dem Esel "Baby Blue", dem Elefanten "The Beauty of Washington" und dem Panda "The Sidi Bouquet" ...


      ... etwas später dem "Shang Bear" und "The Last Samurai Panda":


      dazwischen hatte ich das Weiße Haus umrundet:
      .

      Am Folgetag war das Washington Monument - der 169 Meter hohe Obelisk mein erstes Ziel. Hier besorgte ich mir ein Zeitticket für Mittwoch.


      Von hier bin ich zum World War II Memorial gelaufen:


      Es war ein heißer Tag, so dass ich froh war, dass ich mich untwegs immer wieder an Trinkbrunnen erfrischen konnte.

      Das nächste Ziel war das Franklin Delano Roosevelt Memorial. Es zeichnet das Leben und Wirken des Präsidenten mit der längsten Amtszeit und seiner GöGa Eleanor Roosevelt nach:


      Auf der anderen Seite des Tidal Basins sah ich das Thomas Jefferson Memorial ...


      ... doch dazu mehr in der nächsten Folge ...
      <3 lig hilsen
      Bernhard

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    • mil etter mil wrote:

      die Gesamtausbeute von 230 habe ich als Vergleich zur heutigen digitalen Fotografie genannt

      Oh ja, wenn ich mich an meine Chinareise 1984 erinnere - ich glaube ich hatte 15 Diafilme plus einige Normal-8 für eine kleine Filmkamera. Das Zeug reiste im Handgepäck und durfte nicht durch das Röntgengerät an der Security (für Jüngere hier - nein, die gab es schon vor 9/11, aus der Zeit der vielen Flugzeugentführungen in den 70ern... ;) ), weil Gefahr war, dass sie kaputt gingen. Unterwegs warf mir ein chinesischer Beamter die Filmkamera zu Boden, das war das Ende des bewegten Bildes... :whistling:
      Jan09 FM B-K ~ Jan10 NL B-K-B ~ Jan11 FRAM (Antarctica) ~ Apr11 NN B-K-B ~ Mrz12 LO B-K-B ~
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      Reiseberichte siehe Profil !

    • Danke @mil etter mil - bin gespannt, wie‘s weitergeht! Ja, das war damals - vor der Digitalfotografie - schon was ganz anderes, als man bei jedem möglichen Motiv sorgfältig abwägen musste: Soll ich oder soll ich nicht?

      Danke auch @Arctica für den Link - eine gute Idee, in diesen Zeiten „alte“ Berichte wieder hervorzukramen, da sind im Forum sicherlich allerhand verborgene Schätze zu finden! Vielleicht wäre das ja sogar einen eigenen Thread wert?

      Sorry für :sot:
    • Yine wrote:

      Vielleicht wäre das ja sogar einen eigenen Thread wert?

      Haben wir doch - hier unter Andere Ausflugs- und Reisebererichte und im Archiv Reiseberichte vergangener Jahre unter sonstige Reisegebiete ;)
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    • @Arctica - weiß ich doch; ich meinte einen Thread, in dem man diese Reiseberichte, die man selbst „wiederentdeckt“ hat, anderen Foris empfehlen könnte. (Besonders weil man ja auch in diversen archivierten, geschlossenen Themen/Berichten keine Antwort posten kann, wenn ich das richtig sehe.)

      Sorry @mil etter mil für off topic!
    • Empfehlung ist so eine Sache, da jeder ja andere Interessen hat, nicht jeder findet eine USA-Reise spannend in einem Hurtigforum, und andere zieht es wieder eher nach Portugal. Wie auch immer - es steht dir frei unter Dies und Das (oder wenn es mit Hurtigruten zu tun hat unter Stammtisch) einen Thread zu eröffnen, dies ist nicht das Privileg des Foren-Teams ;) Aber klar ist es interessant mal in den alten Reiseberichten zu stöbern.

      Und damit zurück zu Bernhards Reisebereicht!
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      Reiseberichte siehe Profil !

    • @Arctica - eine Bitte - dieser Reisebericht trägt das Label "2013", weil es das Label "2004" noch nicht gibt. Könntest Du dies bitte ändern - sprich - "2004" ergänzen und diesen Reisebericht "umlabeln" (oder so)? :)

      Nun aber wirklich weiter mit dem Reisebereicht:

      Als nächstes komme ich am George Mason Memorial vorbei, dass einem der Gründerväter der USA gwidmet ist. Im Inneren des benachbarten Jefferson Memorials stößt die analoge Phototechnik an ihre Grenzen. Quer über das Tidal Basin ist das Washington Monument zu sehen.


      Mein weiterer Weg führt mich am Korean War Veterans Memorial vorbei zum Lincoln Memorial und weiter an den Drei Soldaten vorbei zur Statue von Albert Einstein im Hof der Israelischen Akademie der Wissenschaften.


      Vom Ende des Lincoln Memorial Reflecting Pool werfe ich einen Blick zurück, ehe es weitergeht - am District of Columbia War Memorial vorbei


      zu den Museen der Smithsonian Institution. Diese erstrecken sich zu beiden Seiten der National Mall. Im National Museum of American History sehe ich u.a. den Rollstuhl von Präsident Franklin Delano Roosevelt. Er war seit einer Erkrankung an Polio (Kinderlähmung) auf Rollstühle angewiesen, was aber geheim gehalten wurde.


      Die 17-Jahres-Zikade heißt so, weil die die erwachsenen Tiere alle 17 Jahre innerhalb von wenigen Wochen massenhaft aus dem Boden schlüpfen, um sich zu paaren, Eier abzulegen und schließlich zu sterben. 2004 war ein solches Jahr - entsprechend ist die Zikaden überall zu sehen und erst recht zu hören.


      Im National Air and Space Museum sehe ich u.a. eine Leica, die bei Raumflügen zum Einsatz kam und eine zu Testzwecken gebautes Exemplar der Mondlandefähre, welches optisch an die bei der ersten Mondlandung (Apollo 11) verwendeten Version angepasst wurde.


      Am Ende der Mall stehe ich vor dem Kapitol, in dem die beiden Häuser des Kongresses tagen.


      Damit endet zwar nicht der Tag, aber diese Folge ...
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • mil etter mil wrote:

      @Arctica - eine Bitte - dieser Reisebericht trägt das Label "2013", weil es das Label "2004" noch nicht gibt. Könntest Du dies bitte ändern - sprich - "2004" ergänzen und diesen Reisebericht "umlabeln" (oder so)?

      Soweit reicht meine Macht als 1. Offizier leider nicht, da muss das Oberste Marinekommando ran... Ich werde aber mal einen Antrag an die Admiralität stellen... :D
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    • @mil etter mil

      Gräme Dich nicht über den Jefferson in Bild 22. Alle anderen Fotos sind Klasse, und müssen keinen Vergleich mit den heutigen, digitalen Bildern, scheuen. Da ich die USA nicht nur beruflich, sondern auch privat oft bereist habe, kommen mit Deinem Bericht bei mir wieder schöne Erinnerungen zutage.

      Danke und beste Grüße

      Lupo
    • Vielen lieben Dank fürs umlabeln :good3:

      @Lupo - es grämt mich durchaus nicht. :)
      Ich bin vielmehr froh, das Bild trotz der schwierigen Bedingungen aufgenommen zu haben - im Gegensatz zu anderen Motiven, bei denen es mir heute nicht mehr nachvollziehbar ist, warum ich sie damals nicht fotografiert hatte - möglicherweise, um Aufnahmen aufzusparen ... :pardon:
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • Als ihn ein Freund fragte, wie er sich sein Denkmal wünsche, zeigte Franklin Delano Roosevelt auf seinen Schreibtisch und antwortete, dass es ein Steinblock in dieser Größe, lediglich versehen mit „In Memory of“, gefolgt von seinem Namen und seinen Lebensdaten, sein solle. Dieser Stein soll auf dem Rasen vor dem National Archives Building aufgestellt werden. Zu diesem Original Franklin Delano Roosevelt Memorial begebe ich mich nun.


      Unterwegs dorthin begegne ich den Pandas „Pandacamouflage“ und „Bearly Discernable“. Am „World Wide Panda“ vorbei komme ich zur China Town.


      Auf dem Weg zurück zum Hotel komme ich am „Metrophant“, sowie den Pandas „My Sacred Land“, „Sightseeing - DC Style“ und „Ling Ling in the Sky with Diamonds“ vorbei.


      Am Dienstagmorgen fahre ich mit der Metro zur Endstation Huntington und weiter mit dem Bus nach Mount Vernon. Dort besuche ich den Landsitz von George Washington, auf dem er vor und nach seiner Präsidentschaft lebte und wo er auch beigesetzt wurde. Neben dem im Kolonialstil errichteten Herrenhaus gibt es u.a. verschiedene Gärten und eine Musterfarm. Ich unterhalte mich auf Deutsch mit einer Amerikanerin, die früher mit ihrem Mann während dessen Militärzeit in Deutschland gelebt hatte.
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • Nach dem Mittagessen fahre ich mit dem Bus zurück zur Metro und mit dieser ein paar Stationen weiter nach Arlington. Hier befindet sich der ehemalige Landsitz des Konföderierten Generals Robert E. Lee. Bekannter ist jedoch der Nationalfriedhof Arlington, dessen erste Gräber 1864 direkt vor dem Herrenhaus angelegt wurden. Hier gibt es eine schöne Aussicht auf Washington.


      Der Mast der USS Maine erinnert an die 264 Seeleute, die am 15. Februar 1898 bei einer Explosion an Bord im Hafen von Havanna gestorben sind. Ein Gedenkstein erinnert an das Aufeinandertreffen von amerikanischen und sowjetischen Soldaten am 25. April 1945.


      Es gibt Gräber von ungenannten Soldaten u.a. des Bürgerkriegs und des Ersten Weltkriegs.


      Im Arlington Memorial Amphitheater finden Gedenkzeremonien statt – u.a. am Memorial Day wenige Tage später.


      Auf dem Friedhof befindet sich die John F. Kennedy Eternal Flame, die ewige Flamme mit den Gräbern von Präsident John Fitzgerald Kennedy und First Lady Jacqueline Kennedy Onassis. Sein Bruder Robert Francis „Bobby“ Kennedy wurde in der Nähe beigesetzt.


      Gedenkstätten gibt es für die Astronauten, die an Bord der verunglückten Spaceshuttles Challenger und Columbia gestorben sind.


      Neben Militärangehörigen und bekannten Politikern wurde hier auch der Boxer Joe Louis beigesetzt.


      Ich verlasse Arlington und laufe über die Arlington Memorial Bridge über den Potomac zurück nach Washington. Das dortige Ende der Brücke wird von den The Arts of War Sculptures „bewacht“.


      In der Nähe des Weißen Hauses komme ich am Second Division Memorial vorbei. Des Weiteren begegne ich der „Pandillusion“, dem „Dancing Bear“ und „Bearring Fruit“.
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • Am Mittwoch ist mein erstes Ziel das Washington Monument. Es bietet eine wunderbare Aussicht auf die Hauptstadt und ihre Umgebung. So sehe ich das Weiße Haus, das Jefferson Memorial, das Lincoln Memorial und das Pentagon von oben.


      Auf der Mall wird gerade für den Memorial Day vorbereitet.


      Ich laufe durch den President’s Park mit dem Boy Scout Memorial (Pfadfinderdenkmal), den Pershing Park mit The Bex Eagle und den Lafayette Park mit den Statuen von General von Steuben und Andrew Jackson.


      Am Panda „Accessories are what separates us from the animals“


      vorbei laufe ich zum Hauptbahnhof, um mit dem MARC Train (Maryland Area Regional Commuter) nach Baltimore zu fahren. Von der Camden Station laufe ich zum Inneren Hafen - einem Ausläufer der Chesapeake Bay - und weiter zum Flag House & Star-Spangled Banner Museum. Hier hat Mary Young Pickersgill 1813 eine überdimensionale Flagge der Vereinigten Staaten – mit 15 Sternen und 15 Streifen – genäht, die später über Fort McHenry wehte. Da es jedoch leider nur für Gruppen möglich ist, das Museum zu besuchen, laufe ich weiter. So komme ich zum Phoenix Shot Tower. Dieser Schrotturm wurde früher verwendet um Bleimunition herzustellen. Hierfür wurde von einer Plattform an der Spitze des Turms flüssiges Blei in ein Sieb geschüttet. Im freien Flug formte sich dieses zu Kügelchen, die in einem Wasserbecken im Fuß des Turms aufgefangen wurden. Der Turm wurde 1828 erbaut und war seinerzeit das höchste Gebäude der USA.


      Zurück am Inneren Hafen sehe ich die USS Constellation von 1854, das älteste erhaltene Schiff der US Navy. Als nächstes besuche ich das National Aquarium.


      Auf dem Weg zurück zur Bahnstation komme ich an der Old Otterbein United Methodist Church vorbei. An einem Stand kaufe ich eine Tüte Walnüsse als Wegzehrung. Zurück in Washington sehe ich „PANANmania“ – den (vermutlich) letzten Panda dieser Reise.
      <3 lig hilsen
      Bernhard

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    • Donnerstag, 27. Mai 2004

      Der letzte Tag in der Hauptstadt beginnt (wie immer) gemütlich. Nach dem Frühstück checke ich aus und schnappe mir mein Gepäck. Obwohl der Flug nach Saint Louis erst am Spätnachmittag startet begebe ich mich direkt zum Busbahnhof, um frühzeitig zum Flughafen zu fahren. Nachdem ich das Gepäck aufgegeben habe, lasse ich mich per Taxi zum Steven F. Udvar-Hazy Center bringen. Die Außenstelle des National Air and Space Museums wurde am Flughafen errichtet, da das Gebäude an der Mall nicht mehr erweitert werden konnte. Die Ausstellungshalle ist riesig. Als erstes sehe ich die Lockheed SR-71A Blackbird – ein Spionageflugzeug, das die dreifache Schallgeschwindigkeit erreichte.


      Dahinter befindet sich der Zugang zum Nebengebäude mit der Raumfahrtabteilung. Hier stehe ich vor dem Space Shuttle Enterprise, welches gebaut wurde, um den Landeanflug zu testen. Im Weltraum war es hingegen nie. 2012 wurde es dann durch das Space Shuttle Discovery ersetzt. Weitere Raumfahrzeuge im Museum sind u.a. eine Attrappe der Mercury-Kapsel, die für Raketentests verwendet wurde, die Mercury-Kapsel Friendship 7 und die Gemini-Kapsel der Mission Gemini 7.


      Neben zivilen und militärischen Flugzeugen aus amerikanischer Produktion wie der Boeing 307 Stratoliner Clipper Flying Cloud und der Boeing B-29 Superfortress Enola Gay werden u.a. eine Concorde und eine Junkers Ju 52/3m (bekannt als Tante Ju) ausgestellt.


      Ich verlasse das Museum zwar rechtzeitig – bis ich jedoch ein Taxi bekomme, ist es schon recht spät – daher erreiche ich das Gate zu spät. Ich werde jedoch problemlos auf einen späteren Flug von American Eagle umgebucht. Dieser Wechsel erweist sich im Nachhinein als Vorteilhaft – während der ursprüngliche Flug wegen eines heftigen Gewittersturms über den Appalachen nach Springfield, Illinois umgeleitet wurde, verläuft dieser Flug zwar auch ziemlich unruhig, erreicht aber sein geplantes Ziel Lambert-Saint Louis. Dort werde ich von einem älteren Ehepaar abgeholt, bei dem ich die nächsten Tage verbringe.

      Hauptprogramm Belleville

      Am Freitag sehe ich mich in Belleville um. So besichtige ich u.a. den eingangs erwähnten Nebenraum des Gemeindesaals der Methodistischen Kirche mit dem erhaltenen Kamin aus dem Wohnhaus von Jakob Brosius.


      Der bekannteste Einwanderer in Belleville war vermutlich Gustav Körner.


      Ich nehme auch am offiziellen Programm des Partnerschaftsvereins teil. So sind wir u.a. zu einem luxuriösen Abendessen eingeladen. Das Restaurant befindet sich in einem unscheinbaren Gebäude, das eher wie Lagerhaus aussieht. Innen habe ich hingegen das Gefühl, im Weißen Haus gelandet zu sein. Zu den weiteren Ereignissen zählt u.a. ein Besuch des Gateway Arch – des bekanntesten Gebäudes von Saint Louis, wobei aus zeitlichen Gründen eine Fahrt hinauf zur Aussichtsplattform nicht möglich ist. Seltsamerweise habe ich hiervon kein Foto gemacht … :pardon:

      Nachprogramm San Francisco

      Der nächste Flug geht nach Denver. Auf dem Weg dorthin bewundere ich die Landschaft, die langsam vom agrarisch geprägten mittleren Westen ins Gebierge der Rocky Mountains übergeht. Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt geht es mit einem weiteren Flug zum Pazifik. Hier ist insbesondere der Landeanflug interessant. Leider habe ich auch hiervon keine Bilder aufgenommen ... :pardon:

      Nach der Landung hole ich mein Gpäck und fahre mit BART (nicht Simpson, sondern Bay Area Rapid Transit) in die Innenstadt. Von der Station Powell Street ist es nicht mehr weit bis zur Unterkunft. Das Hotel Bijou ist ein Themenhotel, dessen Zimmer jeweils nach Filmen eiongerichtet sind, die in San Francisco entstanden sind. Bei meinem Zimmer ist es der Film "Flucht von Alcatraz" - was jedoch "nur" in Form von entsprechenden Fotos an der Wand zum Ausdruck kommt - das Zimmer ist wesentlich gemütlicher, als eine Gefängnisszelle ;) Im Erdgeschoss gibt es zudem ein Minikino - eine Art Fernsehraum, um genau zu sein - in dem abends Filme gezeigt werden, die in San Francisco entstanden sind.

      Anschließend mache ich noch einen kleinen Rundgang. Dieser führt mich u.a. zu einem großen Kino - dort kaufe ich mir ein Ticket für den aktuellen Harry-Potter-Film. Bis zu dessen Beginn des Film lauf ich noch etwas herum - unter anderem zu den Yerba Buena Gardens mit Blick auf die St. Patrick Church.

      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • Mittwoch, 2. Juni 2004

      Nach dem leckeren Frühstück fahre ich mit dem Oberleitungsbus zur Pazifikküste. Als erstes steige ich vom Strand zu den auf Klippen gelegenen Ruinen des Sutro Baths hinauf. Hier – und im benachbarten Sutro Heights Park, den ich anschließend besuche – wurden Teile meines Lieblinsfilms Harold and Maude gedreht. In der Ferne ist die Golden Gate Bridge zu sehen.


      Von den Klippen blicke ich nach Süden über den langen Ozeanstrand hinweg und hinüber zum Golden Gate Park. Auf dem Weg dorthin kühle ich mir meine Füße etwas im Meerwasser ab. Im Park stehe ich schließlich vor der Dutch Windmill, die bereits aus der Ferne zu sehen war. Hier beobachte ich einen Greifvogel, der sich am Wasserbecken erfrischt.


      Ich durchwandere den Park, der mich an den Central Park in New York erinnert (und den er in seiner Größe noch übertrifft). Am Rande des Stow Lakes besichtige ich den chinesischen Golden Gate Pavilion


      und anschließend – jenseits des Sees – den Japanese Tea Garden mit seiner faszinierenden Drum Bridge.


      Am Conservatory of Flowers nutze ich die große blühende Uhr zum Zeitabgleich. Etwas weiter – an Präsident James Abram Garfield vorbei – erreiche ich das Ende des Parks, der hier in einen schmalen, Panhandle (Pfannenstiel) genannten Grünstreifen übergeht.


      Auf dem Weg zurück in die Innenstadt komme ich an den „Painted Ladies“ vorbei.
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      Bernhard

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    • Donnerstag, 3. Juni 2004

      Nach dem Frühstück laufe ich das kurze Stück zum unteren Ende der Powell Street. Hier befindet sich die südliche Endstation zweier Linien der Cable Cars. Da die Fahrzeuge nur in einer Richtung fahren können, werden sie hier mit einer Drehscheibe gewendet. Es dauert eine Weile, bis ich mit einem der Wagen mitfahren kann. Erstes Ziel ist das Maschinenhaus, in dem sich neben (oder besser über) dem Antrieb der Stahlseile ein Museum und ein Depot befinden. Hier informiere ich mich über die Geschichte und die Technik dieses interessanten Verkehrsmittels. Schließlich fahre ich mit der Powell-Hyde Linie bis zu deren Endstation in der Nähe des San Francisco Maritime National Historical Parks.


      Von hier laufe ich zum Pier der Ausflugsfähren. Auf dem Weg dorthin begegne ich historischen Straßenbahnwagen aus verschiedenen Teilen der Welt. Diese befahren die F-Line - eine Art lebendiges Straßenbahnmuseum.


      Am Fähranleger kaufe ich zwei Tickets – das erste ist für eine Rundfahrt im nördlichen Bereich der San Francisco Bay, die kurz darauf startet. Beim Ablegen werfe ich einen Blick zurück und sehe dabei u.a. den Coit Tower auf dem Telegraph Hill und die Transamerica Pyramid. Der Weg hinaus in die Bucht führt an einer Kolonie Seelöwen vorbei, die lautstark auf sich aufmerksam macht.


      Wendepunkt der Fahrt ist die Golden Gate Bridge.


      Von hier geht es um die Gefängnisinsel Alcatraz herum


      zurück zum Kai, wo wir bereits von den Seelöwen erwartet werden … ;)


      Nach einem Abstecher zum Pier 43 Ferry Arch laufe ich zur Fisherman’s Wharf, wo ich u.a. eine Wachsfigurenausstellung besichtige.

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      Bernhard