Viruspflege vor dem Virus- Shutdown: MS Kong Harald 08.-23.02.20

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    • Viruspflege vor dem Virus- Shutdown: MS Kong Harald 08.-23.02.20

      Ihr könnt doch sicher zur Ablenkung von ernsteren Dingen noch einen/ bzw. zwei ;) Reiseberichte vertragen...

      Dank des zuschlagsfreien Einzelkabinenangebots auf der norwegischen Seite hatte ich die Reise mit der MS Kong Harald recht kurzfristig gebucht, denn mit @omlia wusste ich eine gleichgesinnte Fori auf dem Schiff. Was hatten wir für ein Glück, diese Reise noch unbeschwert genießen zu können :thumbsup:

      Samstag, 08.02.20

      Meine ursprüngliche Planung mit Flug am Montag und einer Hotelübernachtung in Bergen wird von den „Sabine“-Prognosen über den Haufen geworfen. Am Samstagvormittag starte ich eine hektische Umbuchaktion: mangels noch verfügbarer Alternativen geht es Samstagabend mit der Bahn nach Hamburg, dort eine Übernachtung und am Sonntagmorgen Flug nach Bergen via Kopenhagen.
      In aller Eile packe ich und zische ab zum Zug nach HH, wo ich spätabends im Hotel nahe dem Hauptbahnhof aufschlage. Erstaunlicherweise habe ich beim Reisegepäck nichts vergessen, nach der Heimkehr finde ich allerdings vergammelten Salat im Kühlschrank und der nicht weggebrachte Müll müffelt vor sich hin :whistle3:

      Sonntag, 09.02.20

      Mit einer frühen S-Bahn fahre ich zum Flughafen. Dort sind bereits die Flüge aus/nach London und Amsterdam storniert, aber meine Turboprop nach Kopenhagen startet planmäßig um 09.30 Uhr. Bis wir auf Flughöhe sind, werden wir heftig durchgeschüttelt, danach wird es ruhiger bis zum Landeanflug auf CPH. Dort gibt' s wieder etwas „Seegang“ und einen Extrahüpfer beim Landen. Der Weiterflug nach Bergen ist turbulent, doch die Landung erstaunlich sanft.
      In Bergen herrscht Bergenwetter. Ich fahre mit der Bybanen in die Stadt und muss mich im Hotel erstmal trockenlegen. Außer einem Besuch im Supermarkt unternehme ich nicht mehr viel, die vorherige viel zu kurze Nacht fordert ihren Tribut.

      Montag, 10.02.20


      Es ist immer noch Bergenwetter, ein Mix aus (sehr kurzen) niederschlagsfreien Momenten und heftigem Graupel und Regen. Ich gehe kreuz und quer durch die Stadt, mit Kaffeepausen und Ladenbummel, wenn es besonders schlimm ist.

      Am Torgallmenningen gibt es neue spiegelnde Säulen.



      Der Wasserstand ist extrem hoch.



      Die Graffiti setzen Algen an und man glaubt fast, die Schwimmhäute wachsen zu sehen.



      Gerade bin ich zurück im Hotel, um die nassen Schuhe zu wechseln, da ertönt um 13.45 Uhr ein Typhon. Bis ich um 14.15 Uhr am Terminal ankomme, hat die verfrühte Trollfjord schon angelegt.



      Weiter geht es durch die Stadt. Immer wieder kommt ein Graupelschauer runter, das Schlimmste warte ich im Trockenen im Bahnhof ab.



      An manchen Stellen ist schon der Frühling ausgebrochen, aber die Statuen schauen bedröppelt drein.



      Mit den wasserfesten Stiefeln laufe ich mir wegen zu dünner Socken eine böse Blase, deshalb beende ich den Tag und pflege meine Füße.


      So, bevor es hier weitergeht, überlasse ich nun @omlia mit ihrem parallelen Bericht das Wort (und Bild) :thumbup:
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • Albatross wrote:

      ...Erstaunlicherweise habe ich beim Reisegepäck nichts vergessen, nach der Heimkehr finde ich allerdings vergammelten Salat im Kühlschrank und der nicht weggebrachte Müll müffelt vor sich hin :whistle3:
      ...


      Nu, solange sich der Müll nicht lebendig wurde und selbstständig über den Salat im Kühlschrank hergemacht hat, ist doch alles :thumbsup:

      Vielen Dank für die Hurtigviruspflege :ilhr:
      Grüße
      Uwe
    • Dienstag, 11.02.20

      Es ist weiterhin Bergenwetter. Am Vågen sammelt die Feuerwehr die Sandsäcke ein, weil das Wasser wieder etwas gesunken ist.



      Als es am frühen Nachmittag gerade mal nicht regnet, hole ich schnell das Gepäck aus dem Hotel und laufe zum Terminal, wo ich es gleich abgeben kann. Anschließend reicht es sogar noch für eine kleine trockene Runde.



      Dann setze ich mich mit einem Rekerbrötchen in die Cafeteria im Terminal, wo mich @omlia bald findet. Wir checken ein, stellen erfreut fest, dass der Wunsch nach früher Essenszeit und gleichem Tisch geklappt hat, gehen auf's Schiff, sobald wir dürfen und bringen die Sicherheitseinweisung hinter uns. Dann tauschen wir zu beidseitiger Zufriedenheit erfolgreich unsere Kabinen. @omlia hat nun witzigerweise die Kabine, die ich bei meiner allerersten Hurtigrutenreise auf der Kong Harald hatte. Mich stört die sehr eingeschränkte Sicht mit dem Rettungsboot auf Deck 6 nicht, mir ist wichtig, dass ich schnell auf dem Umlaufdeck sein kann- und ich habe sogar einen Wasserkocher, für mich essentiell auf einem Schiff, wo man früh um 6 sonst nirgends Kaffee bekommt.

      Das Bergenbuffet ist gut und reichhaltig und wir schauen auch schon mal, wo unser reservierter Tisch ist: zum Glück ein geselliger runder im hinteren Teil, nicht einer von denen mit Bahnhofswartesaal-Atmosphäre.
      Das Auslaufen schenke ich mir diesmal, es regnet schon wieder/ immer noch in Strömen!
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • Das ist ein ganz dickes Plus der beiden kleinen Schiffe, dass man rund um die Uhr etwas bekommt :thumbsup:

      norwegenfan.123 wrote:

      abends auch nur bis 22.00 Uhr
      Ja, spätestens wenn die Bar zumacht, ist Ende :( Ich hatte mich schon halb darauf eingestellt, mir aus Verzweiflung mit dem heißen Wasser aus dem Hahn behelfen zu müssen und war deswegen sehr froh, dass ein Wasserkocher da war.
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • Mittwoch, 12.02.20

      Frühstück gibt es heute leider erst ab 7.30 Uhr, auch am Folgetag, danach normalisiert sich das zum Glück wieder auf 7.
      Ich vermisse es, Stad an Deck zu erleben, aber bei dem Wetter ist draußen so früh einfach noch nichts zu sehen. Im Schiff bekommt man Stad akustisch aber durchaus mit, weil in der Küche Geschirr zu Bruch geht ;)

      Bei Flåvær Fyr wird es langsam etwas heller, schon so früh in Torvik anzukommen, fühlt sich seltsam an.



      In Ålesund gehen wir von Bord. Ambitioniertere Pläne werden schon in der Fußgängerzone zunichte gemacht, es fängt so an zu schütten, dass wir in uns in einen Laden retten. Als es etwas nachlässt, gehen wir am Hafen entlang zurück. Die Feuerwehr pumpt fleißig Keller aus, denn der Wasserstand ist noch immer sehr hoch. Ab der Mittagszeit ist sogar etwas blauer Himmel zu sehen.






      Richtung Midfjord ziehen wieder Schnee-/Graupelschauer auf.



      Molde zeigt sich dann nur noch mit tiefhängenden Wolken in grau-weiß und feucht. Zum von-Bord-Gehen lädt das nicht mehr ein.




      Donnerstag, 13.02.20


      Wir sind schon ewig früh im Trondheimsfjord und dümpeln mindestens eine Stunde vor dem Hafen herum, bis wir endlich anlegen dürfen. Wenigstens unterhält das Wetter mit Wolken und sogar Sonne und auch die MS Fridtjof Nansen sorgt für Abwechslung.



      Bis wir von Bord können, fängt es wieder an zu regnen, sogar so sehr, dass wir in eine überdachte Bushaltestelle flüchten. Wir wagen uns noch zum Pirbadet vor, aber die MS Fridtjof Nansen ist weiträumig abgeriegelt, da war alles Nasswerden für die Katz.

      Der Rest des Tages verläuft auch eher unspektakulär und oft farblos.



      Stokksund ist nicht, wir fahren ganz außen rum...
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • @Albatross,
      Vielen Dank für den Bericht und die tollen Bilder. Die KH ist auch unser Schiff Deck 6, 643 einfach schön. Ich habe den Wasserkocher gerne für einen heißen Tee
      genutzt, wenn ich nachts die Ladetätigkeiten beobachtet habe und auf Nordlichter wartete.

      LG Ricka
      es war eine :godtur: mit der Kong Harald