Zur Quarantäneüberbrückung ein Reisebericht von der Lofoten 24.03.15 - 05. 04. 15

    • B-K-B
    • 12. Tag
      Ostersamstag 04. April 2015

      All things come to an end

      Im Sonnenaufgang laufen wir den letzten Hafen der Strecke vor dem Endpunkt an. Nach einem kurzen Halt in Florø geht es auf die letzte Etappe nach Bergen .
      Am Stabben Fyr Fyr[/definition] steigen wir wieder in das Wettrennen mit dem Arbeitsschiff „Fjordkabel“ ein, welches wir erneut recht zügig überholen.



      Nach dem Frühstück und bei schönstem Wetter nehmen wir den Abstecher durch den Steinsund . Auch müssen jetzt die Kabinen geräumt werden und fast das gesamte Restaurantpersonal hilft beim Reinigen der Kabinen.



      Nach dem letzten Mittagessen erreichen wir auch schon das Randgebiet von Bergen . Es ist Ostersamstag und dementsprechend sind viele Personen am Ufer und auf dem Wasser unterwegs. Kpt. Amundsen hat es sich auf seinem „Lieblingsplatz“ auf der Brücke bequem gemacht, und alles was auch nur ansatzweise winkt oder grüßt wird mit einem kurzen Typhonsignal bedacht.



      Um 13:30 sehen wir die neue Bergensfjord, die gerade vom gemeinsam genutzten Terminal ablegt und sich auf den Weg nach Stavanger und Hirtshals macht. Einige Minuten später haben wir auch schon die Spitze von Nordness erreicht und das Hurtigrutenterminal kommt in Sicht. Viel zu früh legen wir um Punkt 14:00 am Terminal an.





      Als erstes Werden die Koffer entladen und jetzt heisst es Abschied nehmen. Der Kapitän und viele Crewmitglieder verabschieden die Gäste an der Gangway.

      Nach der Verabschiedung von den Mitreisenden mache ich mich auf den Weg zum Hotel, ich habe noch eine Übernachtung in Bergen angehängt.
      Nach einem Stadtbummel am Nachmittag und einem Anschließenden Ausflug auf den Fløyen gönne ich mir ein Abendessen bei einem „Burgerbräter“ und ein Craft Beer in einem Pub in Bryggen .



      Später treffe ich am Hafen noch eine ganze Gruppe Lofotenpassagiere wieder. Wir lassen den letzten Abend auf den Zachariasbryggen im Skarven ausklingen

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    • 13. Tag

      Ostersonntag 05. April

      Nach einem reichhaltigen Frühstück, das sich trotz „Massenabfertigung“ (Thon Hotel Bryygen vor Umbau) nicht vor anderen verstecken muss, schließe ich meinen Koffer im Hotel ein und gehe noch einmal zum Torget.
      Es ist Flaggentag und so hat jeder vorhandene Flaggenmast mit einer Flagge bestückt zu sein. Am Fischmarkt sehe ich mir die Auslagen der Händler an und komme mit einem Händler ins Gespräch. Ich war etwas erstaunt, dass er mich gleich auf Deutsch anspricht, aber ich trage eine Jacke des Weltbundes der Kochverbände mit einer Anstecknadel des Verbands der Köche Deutschlands, und er ist ein gelernter Koch aus Thüringen, den es nach Bergen verschlagen hat.


      Für einen Koch, der gerne mit Fisch arbeitet ist Norwegen natürlich ein Träumchen, auch wenn er meine Vermutung bestätigt, dass Einheimische eher weniger zu den Kunden am Fischmarkt zählen, kann man doch Fisch in der gleichen Qualität andernorts zu wesentlich geringeren Preisen erstehen. Allerdings meint er auch dass in der Hauptsaison mit Teilweise 4 Kreuzfahrern im Hafen noch ganz andere Preisschilder aufgestellt werden


      Nach einem Besuch in der Festung Bergenhus und einem Kaffee in der Hotellobby hole ich meinen Koffer ab und mache mich per Flybussen auf den Weg zum Flughafen.



      Im Duty Free Shop im Flughafen scherze ich mit einem KLM Piloten, dass wir wohl auf den gleichen Flieger warten. Er bestätigt dies, das Flugzeug hat auf Grund starken Gegenwinds über eine Stunde Verspätung, aber wir würden das wieder „reinholen“. Nach einem rekordverdächtigen Turnaround von unter 20 Minuten inklusive Tanken verlassen wir Bergen und sind, durch den Wind nun kräftig angeschoben, pünktlich in Amsterdam.

      Kleines Fazit:

      Eine super Reise, und wir hatten extremes Glück mit dem Wetter, auch wenn Trondheim sich uns nur in shades of grey präsentiert hat.

      Die Lofoten ist trotz ihres Alters gut in Schuss, die Renovierungen in der Cafeteria sind stimmig, die Bar war zu diesem Zeitpunkt noch nicht umgebaut.Die Kabinen auf Deck 3 / vorne (Die mit dem Fischaroma) sind frisch renoviert und bieten das beste Preis- Leistungsverhältnis der ganzen Flotte.

      Das gesamte Servicepersonal ist hochprofessionell.Ebenso spitze: das Rezeptionsduo Reiseleiter Morten Sagen und Snorre Pedersen.

      Was eher negativ auffiel:

      Der Druck auf die Angestellten möglichst viele Pakete und Zusatzleistungen zu verkaufen wurde auch durch die Passagiere bemerkt, Stichwort: Wasserpaket , Ausflüge.

      Zu dieser Zeit gab es extreme Reibungspunkte zwischen Geschäftsleitung und Personal und nicht immer konnte das durch die Angestellten weggelächelt werden.
      So kippte merkbar die Stimmung unter dem Restaurantpersonal, als für die „Premierentour“ des neuen Konzeptes die Hotel und Restaurantleitung in Trondheim außerplanmäßig getauscht wurde.
      Einige Konsequenzen zeigten sich ein paar Monate später, als die Hygienischen Zustände in der Küche bei einer Kontrolle als bedenklich eingestuft wurden. itromso.no/nyhet/article11620898.ece


      Dennoch wollte ich vor ihrem Ausscheiden noch einmal mit der Lofoten fahren. Im Herbst 2017 habe ich also eine weitere Buchung getätigt, um im Herbst 2019 zu fahren. Leider wurde dieser Termin durch Hurtigruten abgesagt, aber ich konnte auf eine Reise im April 2020 umbuchen, und auf dieser Reise war auch Kabine 305 zu haben
      Im Sommer 2018 wurde der Fahrplan und die Schiffsrotation geändert, und erneut musste ich die Reise umbuchen, als „Entschädigung“ gab es ein zusätzliches Bordguthaben, neuer Reisetermin wurde der 13. April 2020.

      Und dann kam Corona:

      Direkt nach Bekanntgabe des Shutdowns beschäftigte ich mich mit den Möglichkeiten einer Umbuchung / Stornierung. Ein Umbuchen kommt leider für mich nicht in Frage, da mir die derzeitige Situation es unmöglich macht zu sagen, ob und wann ich das nächste Jahr überhaupt Urlaub nehmen kann. Des Weiteren würde selbst eine Fahrt in der Wintersaison für mich einen Aufpreis bedeuten, der über dem eigentlichen Reisepreis liegt, Hurtigruten hat im Zuge der Gutscheinlösungen mal eben die Preise ein ganzes Stück angehoben, und mit Ausscheiden der Lofoten fallen die preisgünstigen Einzelkabinen weg.

      Ich habe also per E-Mail freundlich bei Hurtigruten um eine Rückzahlung des Reisepreises gebeten. Auf diese mail bekam ich keine Antwort. Die gleiche Mail habe ich 12 Tage später erneut gesendet. Dieses wurde mit Hinweis auf die AGBs abgelehnt (die klar besagen, dass mir die Rückzahlung zusteht).
      Telefonisch habe ich versucht den Sachverhalt zu klären und wurde ziemlich barsch zurückgewiesen, ich solle mit dem Gutschein, der ein reines Kulanzangebot ist zufrieden sein.

      In einer weiteren (freundlichen) E-Mail am 30.03. wies ich nun auf die mir zustehende Rückzahlung, belegt mit den AGBs und den Fahrgastrechten nach EU – Richtlinie 2015/2302 hin.
      Daraufhin wurde ich gebeten mein Stornierungsgesuch über die Webseite zu stellen. Nach einer Woche kam die automatisch erstellt Eingangbestätigung der Anfrage.

      Nach erneut 3 Wochen Wartezeit habe ich mein Anliegen nun per Einschreiben an Hurtigruten gesendet und erneut um Rückzahlung gebeten (30.04.) Als Antwort bekam ich die, auch hier im Forum verlinkte Standardantwort per E-Mail.Also ist weiter Warten angesagt, auf Anwaltliche Durchsetzung meiner Forderungen habe ich bis jetzt verzichtet, allerdings glaube ich, dass ich das Geld wohl eher nicht wiedersehe.
    • Das glaube ich nun nicht. Wenn Du im Recht bist, wird das auch HR anerkennen (müssen). Ich an Deiner Stelle würde jetzt vom freundlichen Ton in den sachlichen wechseln und auf die Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe hinweisen und eine angemessene Frist setzen. Wenn das immer noch nicht hilft, dann diese auch in Anspruch nehmen.
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX // 4/16 FR // 3/18 VE // 7/19 FR

    • Ich finde, jetzt ist direkt ein Anwalt dran. Sachlich war es ja bisher schon, 5 oder 6 mal, aber auf der freundlichen und sachlichen Seite sind sie anscheinend taub.
      Kafei, hoffentlich hast du eine Rechtsschutzversicherung, dann kannst du dich entspannt zurücklehnen, wenn du einen Anwalt gefunden hast. Geduld braucht man sicher in allen Fällen.
      Ich halte die Reaktionen bzw. Nicht-Reaktionen von hurtigs für ziemlich frech und unverschämt!
      viel Erfolg!
      Viele Grüße
      Tina