Tagestour mit der Hurtigrute 2010

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      Momentan können wir ja nur in Erinnerungen schwelgen, deshalb hole ich mal meinen kurzen Reisebericht hervor. Weil er schon 10 Jahre alt ist, passt er vielleicht in die Rubrik "Dies und Das“ :)

      Tagestour mit der Hurtigrute
      Auf den Lofoten bietet sich die Möglichkeit einen Tagesausflug mit einem Schiff der Hurtigruten zu machen. Dabei fährt man mit dem Linienbus von Svolvaer nach Stokmarknes und mit dem Postschiff wieder zurück nach Svolvaer .



      Diese Tour wird auch an der Touristinfo in Svolvaer angeboten, aber Vorbereitungen braucht es eigentlich nur wenige.



      Der Ausgangspunkt unserer kleinen Reise im Jahr 2010 ist der "Busbahnhof" von Svolvaer . Dieser befindet sich am Hurtigruten Terminal direkt hinter dem Krigsminne Museum. Am Gebäude der Magic-Ice Ausstellung, direkt am Hafen, stellen wir unser Wohnmobil ab. Noch während wir uns für den Tagesausflug mit der Hurtigruten rüsten, Parken bereits zwei weitere Wohnmobile vor und hinter uns.Wir gehen im strömenden Regen zur Bushaltestelle, wo der Linienbus nach Stokmarknes schon steht. Das Ticket für die Fahrt von Svolvær nach Stokmarknes kostet inklusive der Fährüberfahrt bei Melbu für Erwachsene 169 NOK. Der freundliche Busfahrer erklärt, dass er uns Bescheid sagen wird, wenn wir aussteigen müssen. Die Fahrt im Bus kann ich richtig genießen, denn ich muss nicht auf die Straße achten und kann mir in Ruhe die Gegend links und rechts der Strecke ansehen.





      Am Fähranleger von Fiskebøl fährt der Bus direkt auf die Fähre. Wir Bus-Fahrgäste können aussteigen und erklimmen im Schiffsinneren über die steilen Treppen den Fahrgastraum der Fähre.





      Im Salong gibt es leckere Waffeln während wir im Regen rüber nach Melbu schippern. Von dort braucht der Bus noch etwa 20 Minuten bis Stokmarknes . Hier steigen wir an der ersten Haltestelle aus, hätten aber eigentlich noch eine Station weiter fahren können. - OK, der Busfahrer hatte ja auch noch nichts von Aussteigen gesagt.... :rolleyes:



      Nachdem wir die paar Meter zu Fuss zurück gelegt haben, taucht zwischen den Gebäuden die Finnmarken auf.



      Der Besuch des Hurtigruten Museums in Stokmarknes kostet für uns alle 170 NOK. Im Museum sind viele Gegenstände und Bilder aus der 100 jährigen Geschichte der Hurtigrute zu sehen.





      Im Außenbereich steht ein originales Postschiff, die alte MS Finnmarken. Der Zustand des Schiffes ist nicht so gut. Es wirkt ziemlich heruntergekommen und verbreitet gar nichts vom Charme der 50er Jahre. Wegen der fortschreitenden Korrosion ist auf das Oberschiff ein Satteldach gebaut worden, welches das Schiff total entstellt.









      Eigentlich ist die Finnmarken ein schönes Schiff, aber es ist kalt, klamm und muffig. Vielleicht sollte man die Preise für Rundreisen um 10 oder 20 Euro erhöhen und die Mehreinnahmen für den Erhalt der alten Finnmarken einsetzen.



      Wir verlassen die alte Finnmarken wieder durch das Museumsgebäude und machen uns auf zur MS Richard With, die inzwischen angelegt hat. Dieser Wechsel trifft sich ganz gut, denn die Passagiere des Postschiffes strömen jetzt in großer Zahl ins Hurtigruten-Museum.



      Über die Gangway betreten wir das Postschiff, desinfizieren unsere Hände und holen uns an der Rezeption die Bordkarten.



      Wir hätten auch ohne Karten an Bord gehen können, denn eine Kontrolle fand nur bei den Rundreise Passagieren statt.

      Als erstes suchen wir den Panorama Salon, denn das Wetter lädt nicht gerade zum Aufenthalt an Deck ein. Erwartungsgemäß sind hier alle Plätze in Fensternähe belegt oder durch Kleidungsstücke reserviert, so dass wir uns bei der Tanzfläche(?) platzieren.



      Mit dem Auslaufen des Schiffes beginnt der Sturm auf freie Plätze. Leute die keine Plätze finden, setzen sich in die Fensterrahmen oder bleiben “in zweiter Reihe” stehen.



      Nachdem wir einen Kaffee getrunken haben, erkundet meine Frau das Schiff. Ich verweile noch ein wenig im Panoramasalon.

      In der ersten Sitzreihe, den Fensterplätzen, sitzen überwiegend Leute, die gar nicht herausschauen. Sie lesen Bücher, telefonieren oder schlafen.



      Dahinter sitzen die, die gern rausschauen möchten. Sie schwenken mit dem Oberkörper hin und her, recken sich gelegentlich, und schauen ab und zu auch nach hinten. In der dritten Reihe wird nur nach vorn geschaut. Allerdings nicht aus den Fenstern, sondern die Passagiere auf den vorderen Plätzen werden taxiert. Scheinbar jede Bewegung wird analysiert und mit dem Tischnachbarn beurteilt. Steht vorn jemand auf, wird rasch aufgesprungen um deren Plätze einzunehmen. Völlig überraschend ergreift jedoch jemand aus der zweiten Reihe die Gelegenheit den Fensterplatz zu bekommen. Also schnell in die zweite Reihe und weiter Ausschau halten. - Die Reise nach Jerusalem. :D

      Spannend sind auch die Augenblicke, in denen es draußen was Besonderes zu sehen gibt. Dann springen die in den ersten beiden Reihen auf und stellen sich direkt vor die Fenster. Für alle anderen gibt es in diesen Momenten nur Menschen von hinten zu sehen.



      Nachdem meine Frau zurück ist, begebe ich mich auf einen Schiffsrundgang. Die Ausstattung im Schiffsinneren ist sehr ansprechend und gepflegt.







      Draussen ist es ungemütlicher, was aber nur am Wetter liegt.





      Auch der beheizte Whirlpool ist verwaist.

      Wir befinden uns schon im 26 Kilometer langen Raftsund , dessen Passage in den Prospekten oft als ein Höhepunkt der Reise beschrieben wird.



      Nun gut, wenn ich mich mit einem Schiff immer viele hundert Meter oder gar einige Kilometer vor der Küste bewege, dann ist diese momentane Nähe zum Ufer sicher beeindruckend. Das ist allerdings eine Perspektive, die wir mit dem Wohnmobil auch sehr oft haben, wenn wir beispielsweise einen Fjord umfahren oder Fähren nutzen.
      Die Stehplätze auf dem Vorschiff sind erwartungsgemäß besetzt, aber auf den Aussendecks links und rechts gibt es auch viel Platz.





      Kurz nachdem wir den kleinen Campingplatz von Raften passiert haben, nähert sich ein kleines Schiff.





      Die Teilnehmer der Seeadlersafari wechseln während der Fahrt auf das längsseits fahrende Schiff,



      welches kurz darauf in flotter Fahrt zu den Seeadlern verschwindet.



      Nachdem das kleine Schiff Richtung Seeadler-Safari verschwunden ist, fahren wir de letzten Kilometer durch den Raftsund .




      Dies ist die „Abkürzung“ zum Trollfjord .



      Am Ende des Raftsund biegt die Richard With scharf nach rechts ab, um in den Trollfjord einzufahren.





      Hier beeindrucken besonders die hohen Felswände die sich unmittelbar neben dem Schiff aufbauen.


      Die Besatzungen anderer Schiffe haben sich an den Felswänden verewigt.





      Am Ende des Fjords macht das Schiff langsam eine 180° Wende, um dann die Fahrt nach Svolvær fortzusetzen.





      Wegen des bevorstehenden Landausflugs, werden die Rundreise-Passagiere bereits jetzt zum Abendessen gebeten.






      Bei der Einfahrt in den Hafen von Svolvær schlägt das Schiff noch mal einen Haken.


      Juhu, – unser Womo steht noch im Hafen….



      Nachdem die Richard With angelegt hat, beginnt der Sturm auf die Gangway. Die Liegezeit ist ausreichend bemessen, so dass die Passagiere in Svolvær einen Landausflug machen können. Als ich die langen Schlangen im Treppenaufgang sehe, – es sind noch drei Decks bis zum Ausgang – , mache ich kehrt und schaue mir das ganze von der Reling aus an.





      Es hat dann noch eine gute Stunde gedauert, bis wir am Womo waren, denn das Ladegeschäft habe ich mir nicht entgehen lassen.







      Der Tag mit dem Bus und dem Postschiff war sehr interessant. Wir hatten bewusst einen Regentag ausgewählt, da man an Bord relativ Wetterunabhängig ist. Das Schiff war recht voll und der Alterdurchschnitt der Reisenden höher als erwartet. Nach diesem Trip stand für mich allerdings fest, die geplante Rundreise von Bergen nach Kirkenes noch ein paar Jahre aufzuschieben ;) (naja, vielleicht mal eine Winterreise) :whistling:

      Unser Junior hat sich die ganze Zeit mit dem Netbook beschäftigt und fand die Schiffsreise toootaaal Langwei….ähmm, – Interessant.


      Hier ist die Route unseres Tagesausfluges auf der Karte markiert.

      Dies war meine erste Reise mit Hurtigruten.

      Ab 2016 habe ich dann die Teilstrecken für mich entdeckt:
      Vier Schiffe und ein Bus - Winterreise auf die Lofoten - 23.02. - 05.03.16

      Lofoten im Herbst - Postschiff • Nordlicht • Moschusochsen

      Lofoten 2019 - Vom Orkan ans Nordkap getrieben. 12.02. - 25.02.2019

      Viele Grüße und bleibt gesund,
      Gerhard