Alles geht vorüber

    • Alles geht vorüber

      Arne Grønning ist 100 Jahre alt und lebt allein in seinem Haus in Steinkjer nordöstlich von Trondheim . Üblicherweise bekommt der fast blinde Mann regelmäßig Besuch vom Besuchsdienst des Roten Kreuzes und geht - wie seit 85 Jahren - regelmäßig zur Chorprobe. Auch im Seniorenaktivitätszentrum von Steinkjer ist er ein regelmäßiger Gast.

      Doch nun ist das alles eingestellt - SARS-CoV-2 und COVID-19 sei "Dank" ;(

      Arne aber lässt sich nicht unterkriegen: Täglich geht er 25 Runden vor seinem Haus, um frische Luft und Bewegung zu haben, was er auch anderen Menschen dringend anrät. Ansonsten füttert er die Vögel, die um sein Haus herum leben, und liest ihnen auch schon einmal ein Gedicht vor. Auch wenn er die Vögel nicht mehr richtig sehen könne, so seien sie eben derzeit seine Besuchsfreunde :thumbup:

      Er hoffe, dass sein normales Leben bald wieder in Gang kommen könne, so Arne - und er ist zuversichtlich: Er habe die Nachwehen der Spanischen Grippe noch erlebt, sein Bruder und seine Eltern seien in den 1920ern an Folgekrankheiten gestorben, und doch sei das Leben wieder in Gang gekommen...
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Wunderschöne Geschichte. Von alten Menschen kann man immer wieder was lernen, vorallem bezügl. Zufriedenheit und Demut. Ist aus diesem Bericht schön zu erkennen.
      Ich bin zwar noch nicht 100. Aber mir sind alle sportl. Aktivitäten wie Gymnastik, Krafttraining (4x wöcht.) weggebrochen. Bleibt die Fantasie und der Wald. Und der Frühjahrsputz.
    • Superhelden...

      ...brauchen Kraft, gerade in Corona-Zeiten. @norwegenfan.123 hat ja auch schon erzählt, wie das sichergestellt werden kann.

      Peppes Pizza ist zwar nicht mit österreichischer Haubengastronomie vergleichbar, aber viele von uns haben bei der Pizzakette ja auch schon ihren Hunger gestillt. Innerhäusige Bespeisungen sind ja nun verboten, aber liefern darf man noch. Und so ging eine Großlieferung von 40 Pizzen an Sykehuset Østfold. Und auf die Innenseiten der Kartons hatten Pizzabäcker und Lieferanten Sätze geschrieben wie:
      • Gesundheitsbedienstete sind Superhelden ohne Umhang
      • Ihr seid echte Alltagshelden
      • usw
      Den Berichten zufolge gab es Tränen auf beiden Seiten :thumbup:
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Wie der König am 17. Mai

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      Ask Torsson Aure aus Sykkylven in Sunnmøre wird heute 11 Jahre alt. GRATULERER

      Aber der fiese Gatecrasher :thumbdown: Corona :thumbdown: hatte etwas gegen die Feier im gewohnten Rahmen mit Familie und Freunden :( Geburtstag kann da schon doof werden, vor allem wenn man mitten im Leben steht, und mit elf Jahren tut man das ja... Statt großer Kuchentafel spielte Familie Aure also im Garten eine Runde Badminton, als das erste Auto voller Freunde vorfuhr, die Fenster runtergekurbelt, Flaggen herausgesreckt wurden und bursdagssangen erklang :thumbup:

      Und dabei blieb es nicht - nicht einmal, zweimal, dreimal oder viermal - ganze fünf Mal fand das Schauspiel statt :8o: Ask muss sich ungefähr so gefühlt haben, wie der König am 17. Mai auf dem Schlossbalkon :thumbup: Und entsprechend erfreut war er, auch wenn ihm "normaler Geburtstag" natürlich lieber gewesen wäre...

      Dass Familie Aure gerade heute Badminton gespielt hat, ist übrigens Asks Mutter Gyri zu verdanken, die den "Vorbeifahrgeburtstag" mit Freunden verabredet hatte, die Ask Corona zum Trotz ihre Glückwünsche überbringen wollten. Sie folgt damit dem Aufruf von Kinder- und Familienminister Kjell Ingolf Ropstad, derzeit kreative Wege zu gehen, um Kindergeburtstage besonders zu machen ^^

      Und damit, Corona, hast Du schon wieder eine Runde verloren!
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • "Hallo Oma!"

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      Immer mehr Kommunen gehen den Weg von Sømna in Helgeland, um dem sozialkontaktfeindlichen :thumbdown: Coronavirus :thumbdown: so richtig eins auszuwischen. Der Knilch hat bekanntlich eine besonders Freude daran, ältere Mitmenschen von ihren Lieben zu trennen und Enkeln den Zugang zu Oma und Opa zu verwehren. Nun hat man in Sømna die Voraussetzungen geschaffen, dass die Bewohner des kommunalen Alten- und Pflegeheims regelmäßig mit ihren Verwandten, die sie ja nicht besuchen dürfen, einen Videochat halten können. :thumbup:

      Das sei, so Arnt Ragnar Arntsen und seine Tochter, zwar doch anders als Besuch, aber doch ein gutes Auffanginstrument gegen soziale Vereinsamung, und auf dem Nettbrett stimmt die Oma zu. Es sei auch gar nicht schwer gewesen, das Videochatten zu lernen ^^ Die Kommune hatte ihre IT-Abteilung angewiesen, das W-LAN des Altenheims in kurzer Zeit entsprechend aufzurüsten, damit es nicht gleich in die Knie geht. Gleichzeitig entlaste die neue Möglichkeit der Kommuniation auch das Pflegepersonal im Heim, dass derzeit ja besonders gefordert ist.

      Siehst Du, Corona, Du kriegst uns nicht auseinander - und hast schon wieder so einen auf die Glocke bekommen, dass auch diese Runde nicht an Dich geht ^^
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
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      Ich denke auch gerade über kreative Lösungen nach. Unser Sohn heiratet im Juli an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste - eigentlich mit 70 Gästen. Vielleicht dürfen die Hamburger dann auch im Autokorso vorbeifahren und die Bayern fliegen im Hubschrauber.

      Ich will mal beobachten, was den Norwegern diesbezüglich so einfällt.


      Reiseberichte sind in meinem Profil verlinkt.