Corona-Virus in Norwegen und weltweit

    • Heute gab es eine erneute Pressekonferenz mit Erna Solberg, die Zahlen steigen aktuell in Norwegen. Es liegt auch an den vielen Test die aktuell in Oslo und Tromsoe gemacht werden. Dadurch findet man auch versteckte Infektionen.

      Man werde nun die Situation im ganzen Land genau beobachten, sollten die Zahlen nicht runter gehen wird man weitere Maßnahmen einführen. Viele haben heute schon mit einer Verschärfung gerechnet, aber Erna Solberg hat heute noch mal alle gebeten sich an die Regeln zu halten und acht zu geben.
      Sollte dies nicht greifen hat man folgende Maßnahmen die dann auf nationaler Eben verschärft werden sollen:

      - Die Empfehlungen für einen Abstand von einem Meter wird auf zwei Meter erweitert
      - Personen können maximal 10 private Kontakte pro Woche haben
      - Maximal 20 Personen bei Indoor-Events mit festen Sitzplätzen
      - Maximal 50 Personen bei Beerdigungen
      - Maximal 50 Personen bei Veranstaltungen im Freien
      - Verbot von Indoor-Freizeitaktivitäten für Erwachsene
      - Turnhallen und Schwimmbäder sind bis auf ein organisiertes Training geschlossen
      - Nationales Alkoholverbot
      - Schließung von Unterhaltungsmöglichkeiten wie Vergnügungsparks, Bingohallen und dergleichen
      - Pflicht für Home Office

      Wenn dieses Maßnahmenpaket ebenfalls keine Wirkung hat, wird die Regierung erwägen, Folgendes zu empfehlen:

      - Zwei Wochen lang wird niemand zu Hause besucht
      - Alle Veranstaltungen müssen verschoben werden
      - Rote Stufe in Mittel- und Oberschulen
      - Digitaler Unterricht an Universitäten und Hochschulen.
      - Rote Stufe in Kindergärten und Grundschulen in Gemeinden mit hohem Infektionsdruck

      Sie bittet auch Norweger und norwegische Studenten im Ausland, zu Ostern nicht nach Norwegen zurückzukehren. Sie wiederholt auch den Aufruf an die Menschen, nicht ins Ausland zu reisen.
      Erna Solberg warnt davor, dass die Situation fragil ist, sagt jedoch, dass die Wiedereröffnung des Landes im Mai beginnen kann, wenn es gelingt, die Infektion im März und April niedrig zu halten.

      Die Regierung ändert auch das Intervall für die Impfung, damit mehr Menschen die erste Dosis erhalten können. Heute liegen zwischen jeder Dosis des Pfizer / Biontech-Impfstoffs drei Wochen, aber die Regierung will es auf sechs Wochen verlängern. Darüber hinaus wird FHI empfehlen, den AstraZeneca-Impfstoff älteren Menschen zu verabreichen. Bisher wurde dies nur Personen unter 65 Jahren gegeben.
      Nordlicht :flower:

    • Naja, mach das Vinmonopolet dicht und der Käse ist gegessen - ähh der Alkohol getrunken... :whistling:
      Jan09 FM B-K ~ Jan10 NL B-K-B ~ Jan11 FRAM (Antarctica) ~ Apr11 NN B-K-B ~ Mrz12 LO B-K-B ~
      Jan13 LO B-Alta ~ Feb14 KH B-K ~ Jan16 LO B-K-B ~ Feb18 LO B-K ~ Jan20 LO B (T)-Alta-B

      Reiseberichte siehe Profil !

    • Das hatten sie ja schon vor etlichen Wochen in einer stark belasteten Region mal gemacht - aber nur einen Tag (einen Samstag) lang, denn das hat zu Pilgerströmen in die Nachbargemeinden und zu langen Schlangen vor den dortigen Weinmonopolen geführt. Nach dem Protest der Nachbarn wurden die Vinmonopolene auch während des Lockdowns wieder geöffnet. Begründung, soweit ich mich entsinne: Tourismus in Nachbarstädte zu unterbinden und Problemen durch Entzugserscheinungen bei Abhängigen vorzubeugen.
      Ich muss mal sehen, ob ich die Links zu den NRK-Artikeln noch finde.

      Edit.:
      Kjempekø på Vinmonopolet i Sandvika etter stenging i Oslo:

      Regjeringen gjenåpner Vinmonopolet: – Ingen enkel beslutning
      nrk.no/norge/stenger-lokalpole…0.000-nordmenn-1.15341425

      [url]https://www.nrk.no/norge/regjeringen-gjenapner-vinmonopolet-1.15342929
      [/url]

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    • Nach einem Jahr mit der Pandemie gibt es in Norwegen noch immer 13 Gemeinden die nicht einen einzigen Infektionsfall hatten. Auf Kvitsøy in Rogaland haben sie viel Wetter und Wind. Etwas von dem sie jedoch nicht viel haben ist Corona. Es ist wahrscheinlich eine Kombination aus Glück und dass die Bevölkerung den Maßnahmen treu geblieben ist, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Kvitsøy, Stian Gill Bjørsvik. Auch Hattfjelldal in Nordland hat ebenfalls keinen einzigen Coronafall registriert, der Bürgermeister hat sich Gedanken gemacht warum das so ist. "Wir haben den Grenzübergang nach Schweden geschlossen und sind zu einer abgelegenen Gemeinde geworden. Außerdem sind die Menschen hier sehr verstreut, und es kommen wahrscheinlich auch Zufälle ins Spiel", sagt Harald Lie. Die Jugend der Gemeinde ist ein wenig angefressen das sie unter strengen Maßnahmen leben mußten. "Es ist ein bisschen langweilig, dass wir nicht so viel tun dürfen, was wir wollen, auch wenn hier keine Infektion aufgetreten ist. Es hätte hier vielleicht nicht so streng sein müssen", sagen die Schüler Åse Vik Larsen und Lars Andreas Sirijord.
      Nordlicht :flower:

    • Geir Bukholm, Direktor für Infektionskontrolle am Nationalen Institut für öffentliche Gesundheit (NIPH) sagt das man Norwegen erst öffnen kann wenn alle Personen über 45 Jahren geimpft sind. Dann besteht keine Gefahr mehr der Überlastung in Krankenhäusern. FHI schätzte Anfang dieser Woche, dass die meisten Menschen über 65 bis Mitte Mai geimpft werden würden. Das war aber vor den Meldungen das man weniger Impfstoff bekommt und das die Impfung mit AstraZeneca vorerst ausgesetzt wird.
      Nordlicht :flower:

    • Es ist für alle eine schwierige Zeit, auch für die Fischer in Nord Norwegen. Grade jetzt zur Zeit des Kabeljau Fanges haben sie Probleme den Fisch zum Kunden zu bringen. Da Hurtigruten nur mit 5 der 11 Schiffe fährt. Es gibt nicht genug Kapazitäten auf den Schiffen um alles zu transportieren, fällt dann noch ein Anlauf aus wird es sehr schwierig.

      Tobø Fisk musste die Produktion der Fischverarbeitung für einen bestimmten Zeitraum einstellen, was zu großen finanziellen Verlusten geführt hat. Nur einen Steinwurf von Tobø Fisk AS entfernt befindet sich die Anlegestelle von Nor Lines in Havøysund . Auch Geschäftsführer Jan-Hermann Lyder ist mit der aktuellen Situation nicht sehr zufrieden. Wir dürfen nicht die Menge senden, die wir und die Unternehmen senden möchten. Zum Beispiel haben wir eine Anfrage für 15 bis 20 Tonnen frischen Fisch nach Westnorwegen erhalten, zu der wir mehrmals nein sagen mussten. Dann scheitert unser Einkommen, sagt Lyder. Jan-Hermann Lyders größter Wunsch ist es, dass Hurtigruten mehr Schiffe einsetzt. Jetzt in der Saison muss jeder an der Küste in der Lage sein, Fisch auf die richtige Weise zu senden. Wir verlieren unser Fundament. Dies sind unsere besten Monate, in denen wir das meiste Geld verdienen werden, sagt er.

      Per Anders Brattgjerd, verantwortlich für den Seeverkehr bei Nor Lines Norwegen, sagt, dass die Fischereiunternehmen entlang der Küste darunter leiden. Es ist klar, dass wir eine tägliche Frequenz und doppelt so viel Kapazität haben möchten, aber das haben wir nicht. Ich werde der Pandemie nicht die ganze Schuld geben, aber es ist eine Auswirkung davon, sagt er. So wie es jetzt ist, wird die Kapazität der Hurtigruten brüderlich zwischen den Fischereiunternehmen in der Finnmark aufgeteilt. Es wäre katastrophal für Berlevåg , Mehamn , Kjøllefjord , Honningsvåg und Havøysund , wenn die Hurtigruten eine zusätzliche Stunde in Båtsfjord oder Vardø liegen und das Schiff dort mit Fisch beladen würden. Dann können die anderen nichts senden, sagt Brattgjerd.

      Anne Marit Bjørnflaten, Leiterin des Regierungskontakts bei Hurtigruten, sagt, dass das Angebot in Bezug auf die Kapazität die Anforderungen des Abkommens mit dem Staat übersteigt. Bjørnflaten sagt, dass sie große Anstrengungen unternommen haben, um so viele Fische wie möglich mitzunehmen. Wir haben den Trockenladeraum auf mehreren Schiffen auf Kühlkapazität umgestellt, um den frischen Fisch zu laden. Wir haben auch die Aufenthaltsdauer in mehreren Häfen verlängert, um so viel wie möglich mitzunehmen, sagt sie.

      Der Minister für Verkehr und Kommunikation, Knut Arild Hareide sagt dass die Coronapandemie das alles sehr anspruchsvoll gemacht habe und dass es weder eine Passagierbasis gegeben habe noch finanziell gerechtfertigt sei, wenn die Küstenroute vollständig im Einsatz wäre. Wenn die Reisebeschränkungen wegfallen und die Passagiere zur Küstenroute zurückkehren, wird es natürlich zu einer allmählichen Eskalation des Küstenroutenbetriebs zum normalen Betrieb kommen.
      Nordlicht :flower:

    • @Nordlicht
      Vielen Dank für die Übersetzung dieses langen Artikels. Ohne diese hätte ich nur Bruchstücke davon verstanden und wahrscheinlich von dem Problem der Fischer nur die Hälfte mitbekommen. Da sieht man mal wieder, wie wichtig Hurtigruten für die (Nord) Norweger ist, was man als genießender Tourist oft kaum ahnt.
      Liebe Grüße von Trollebo
    • Die FHI wird, trotz Empfehlung der EMA, die Impfung mit AstraZeneca pausieren. Camilla Stoltenberg sagte, dass Impfstoffe ein wichtiger Ausweg aus der Pandemie sind, aber gleichzeitig wichtig ist, Vertrauen in Impfstoffe und Impfprogramme zu haben. Daher ist FHI der Ansicht, dass es wichtig ist, eine Pause einzulegen wenn wir über schwerwiegende Ereignisse informiert werden, die sich auf die Impfung auswirken, und wenn möglicherweise ursächliche Zusammenhänge zwischen den Ereignissen und der Impfung bestehen, sagte sie. Wir wollen Ende nächster Woche eine Bewertung abgeben, sagte Stoltenberg auf der Pressekonferenz und fügte hinzu, dass die EMA auch ihre Untersuchungen fortsetzen werde.


      Erna Solberg und ihre Familie haben gegen Empfehlungen und Regeln zur Infektionskontrolle verstoßen. Das löst nun im Land auch eine Welle der Entrüstung aus. Sie hat in den Winterferien in Geilo mit ihrer Familie den 60. Geburstag gefeiert, es gab zwei Abendessen einmal mit 13 und einen Abend mit 14 Personen. Die Regeln zum Infektionsschutz haben aber nur maximal 10 Personen erlaubt.

      Erna Solberg bedauert es sehr, und kann die Menschen verstehen. Sie selbst dachte nicht das sie einen Fehler macht. Sie hat die Regeln falsch gedeutet.
      "Ich, der jeden Tag da steht und dem norwegischen Volk von Infektionskontrolle erzählt, hätte die Regeln besser kennen müssen. Aber die Wahrheit ist, dass ich die Regeln nicht gut genug überprüft habe und daher nicht erkannt habe dass es sich tatsächlich um eine Veranstaltung handelt, wenn eine Familie zusammen ausgeht und mehr als zehn Personen umfasst", sagt Erna Solberg gegenüber NRK.

      Die nationalen Vorschriften zur Infektionskontrolle für Februar sahen jedoch vor, dass nicht mehr als 10 Personen zu einer privaten Veranstaltung in einem Restaurant versammelt werden dürfen. Der Fall wird nun von der Polizei geprüft.
      Nordlicht :flower:

    • In Norwegen fand eine große Untersuchung statt um zu sehen wieviele versteckte Infektionen es in der Bevölkerung gab, das Ergebnis überrascht. "Dies sind wichtige und sehr positiv überraschende Ergebnisse. Dies zeigt, dass die norwegische Arbeit zur Beendigung der Pandemie tatsächlich recht effektiv war." so Frode Forland zum NRK. Er ist der Direktor des National Institute of Public Health.

      110.000 zufällig ausgewählte Personen über 16 Jahre wurden gebeten, an der Umfrage teilzunehmen. Die Teilnehmer mussten Fragen beantworten und eine Blutprobe einreichen. Mit diesen Proben konnten die Forscher Antikörper im Blut messen und so gute Zahlen darüber erhalten, wie viele in Norwegen gegen das Virus immun sind. Die Zahlen aus Norwegen zeigen, dass es unter Menschen kaum versteckte Infektionen gibt. Die nationalen Durchschnittsergebnisse zeigten, dass 0,9 Prozent Antikörper im Blut hatten.
      Im Europa sind es 4,7 Prozent in Indien sogar 19,6 Prozent. Die Forscher haben mehrere Erklärungen für die großen Unterschiede. In Norwegen ist die Bevölkerungsdichte in weiten Teilen des Landes gering. Darüber hinaus zeigt sich, dass die Menschen die nationalen und lokalen Beschränkungen gut einhalten konnten. Effektive Teststrategien haben wahrscheinlich auch eine große Rolle gespielt.


      Erna Solberg wird nach Ostern einen Wiedereröffnungsplan für Norwegen vorstellen, es gibt viele Faktoren die eine Rolle spielen, zum Beispiel Infektionsgeschehen und Impfung. Das norwegische Institut für öffentliche Gesundheit (NIPH) und die norwegische Gesundheitsdirektion haben der Regierung ihre Beiträge zur Wiedereröffnung Norwegens vorgelegt, und die Regierung prüft diese nun.
      Auch Dänemark kündigte diese Woche einen Schritt-für-Schritt-Plan für den Ausweg aus der Pandemie an.
      Nordlicht :flower:

    • Meldung bei Spiegel online 26.3.2021


      +++ Norwegen verlängert Aussetzung der AstraZeneca-Impfungen +++

      13.36 Uhr: Norwegen will den Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers AstraZeneca vorerst nicht wieder einsetzen. »Es besteht immer noch große Unsicherheit über mögliche schwerwiegende Nebenwirkungen«, hieß es in einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde Folkehelseinstitutt FHI. Man benötige weitere Erkenntnisse über die schwerwiegenden Vorfälle.

      Das FHI betonte, dass die Entscheidung auf den Vorfällen in Norwegen beruhe. Man habe den Stopp auf Mitte April verlängert.

      Norwegen hatte wie viele andere Länder die Vergabe des Mittels vor zwei Wochen gestoppt, weil bei einigen Geimpften Blutgerinnsel aufgetreten waren. In Norwegen starben inzwischen vier Menschen nach einer Impfung.

      Ein direkter Zusammenhang ist bislang nicht erwiesen. Fachleute untersuchen die Fälle weiter, hieß es. Dabei arbeite man eng mit den Nachbarländern zusammen
      Servus sagt Bavaria :)