Entdeckungsreise Antarktis, Falklandinseln und chilenische Fjorde mit Vor- und Nachprogramm 08.02.-06.03.2020

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      Tag 1: Samstag 08.02.2020
      Es begann vor 20 Monaten: Wir buchten eine Kabine für die "Entdeckungsreise Antarktis , Falklandinseln und chilenische Fjorde 2020" auf der Roald Amundsen. Seitdem verfolgen wir in diesem Forum die Leidensgeschichte der Roald Amundsen und die Reiseberichte anderer. Wird das Schiff rechtzeitig fertig, wird unsere Reise nach Plan durchgeführt, wie ist die politische Sitation in Chile?
      Heute ist es endlich soweit: das Gepäck ist aufgegeben, wir warten auf unseren Flug nach Santiago de Chile via Madrid. Mit diesem Reisebericht möchten wir etwas an die community zurückgeben und versuchen uns an einem kritischen aber fairen Livebericht - soweit es die Internetverfügbarkeit zulässt.
      Zu unseren bisherigen Erfahrungen: als Paar eine klassische Postschiffroute mit MS Midnatsol (komfortabel und abwechslungsreich) und Smalbard (Spitzbergen) mit MS Fram (informativ und spannend) sowie ein Familienurlaub "Östliches Mittelmeer" auf der AIDA (im Vergleich dazu Ballermann auf See, trotz der interessanten Orte).
      Wir wünschen gute Unterhaltung beim Lesen und sind nun gespannt auf den Transatlantikflug mit Iberia.
    • Herzlich willkommen im Forum :)

      Schöner Einstieg, die Vorstellung direkt mit einem Livebericht zu beginnen ;)

      Euch jedenfalls :godtur: und lasst euch vom Bericht-Schreiben nicht von den wichtigen Dingen ablenken - wir nehmen auch gerne einen Bericht nach der Reise :mosking:

      Viele Grüße
      Noschwefi
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • @Eishase Wünsche euch eine wunderbare Reise und dass alles gut klappt! Die "Kinderkrankheiten" der MS Roald Amundsen wurden inzwischen bestimmt kuriert. Wenn ihr die Zeit findet von unterwegs zu berichten, gerne! Freue mich auch besonders über Infos zum Schiff, das wir dann im Mai kennenlernen werden.
      schöne Grüße Tini :ilhr:

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    • Vielen Dank für Eure guten Wünsche - bislang läuft alles nach Plan.

      Tag 2: Santiago de Chile
      Kurzer Hintergrund zu unseren Flügen: Eigentlich wollten wir Lufthansa eine Chance geben und versuchten durch frühzeitiges Buchen uns preiswertere Business-Class-Tickets zu sichern. Leider mussten wir aber feststellen, dass Lufthansa Santiago nicht direkt und dazu auch andere Städte in Südamerika nicht täglich anfliegt, so dass jede Änderung in unserer Planung des Vor- oder Nachprogramms andere Flugverbindungen nötig machte. Als dann ersichtlich wurde, dass auch die ersten Fahrten der Roald Amundsen gestrichen wurden, entschieden wir uns, auch die An- und Abreise von Hurtigruten organisieren zu lassen, um im Fall einer Reiseabsage nicht auf den Tickets sitzen zu bleiben. Und so flogen wir nun Business-Class mit Iberia von München über Madrid nach Santiago de Chile.
      Während wir den Sinn von Business Class auf innereuropäischen oder gar innerdeutschen Strecken noch nie verstanden haben, hilft es auf solchen 13-Stundenflügen doch enorm. Bei Iberia sind das 24 Plätze in einem A350-900 mit 1-2-1-Bestuhlung. Nach einem reichhaltigen 3-Gang-Menü konnten wir unseren Sitz völlig horizontal stellen und versuchen Schlaf zu finden. Leider waren die Wetterbedingungen abschnittsweise immer wieder etwas turbulent, so dass auch der Schlaf litt, trotzdem erreichten wir nach einem großen Frühstück deutlich entspannter als sonst in der Touristenklasse unser Ziel.
      Am Flughafen von Santiago kamen jedoch zeitgleich eine ganze Reihe von Maschinen an, so dass wir eine Stunde brauchten, bis wir durch die Passkontrolle waren. Dafür wartete aber schon unser Gepäck auf uns, mit dem wir uns dann gleich an eine lange Schlange für die Zollkontrolle stellen duften - und die ist wirklich sehr penibel: Mit einem halben Dutzend patroullierenden Drogenspürhunden und Röntgengeräten. Am Ausgang hätten wir vor lauter Servicemitarbeitern fast unseren Guide Jose übersehen, der uns und drei weitere Mitreisende erwartete. Hier heißt es "Augen auf im Getümmel"! Trotz langen Wartens ist unsere kleine Gruppe dann nicht ganz vollzählig zum Hotel aufgebrochen - Jose blieb aber am Flughafen und sicher werden wir in den nächsten Tagen auch diese Gäste kennenlernen.
      Das Intercontinental, in dem uns Hurtigruten untergebracht hat, liegt mitten im Financial District. Die Gegend ist am Sonntag daher ziemlich ausgestorben. Wir erkundeten trotzdem die Umgebung, fanden einige nette kleine Restaurants ein paar Querstrassen entfernt, wo wir das Sonntagsleben der besser gestellten Chilenen auf uns wirken lassen konnten. Nun werden wir uns noch einen kleinen Snack im Hotel gönnen, um anschließend müde ins Bett zu fallen.
    • @Eishase
      Erstmal wünsche ich euch eine wunderschöne erlebnisreiche Reise ! Und wenn du davon immer mal wieder berichten würdest, würde ich mich sehr freuen, denn in diesem Leben wird so eine Reise ein Traum bleiben, aber durch Reiseberichte hier im Forum und jetzt eben auch durch deinen, habe ich das Gefühl, in diese fernen Regionen mitreisen zu können ! :girl_witch:
      Liebe Grüße von Trollebo
    • @Trollebo: Auch für uns war diese Reise seit langer Zeit ein Traum - manchmal werden auch Träume war, die Hoffnung nicht aufgeben!

      Tag 3: Punta Arenas / Puerto Natales
      Was für ein fantastischer Tag! Angefangen hat es mit dem Flug nach Punta Arenas bei klarer Sicht erst auf die Berge unter uns, dann auf Fjordlandschaften, Gletscher und Schneefelder und kurz vor der Landung über die Ebene. Unsere Gruppe traf sich nach dem Frühstück in der Lobby, inzwischen waren wir auf 14 Personen angewachsen: aus Deutschland, Großbritannien, der Schweiz, Amerika und Hongkong. Nach ca. 3 Std. Flug landeten wir bei frühlingshaftem Wetter in Punta Arenas. Vier Guides nahmen uns in Empfang und teilten uns auf zwei Fahrzeuge auf, so dass jeder einen Fensterplatz hatte und die Aussicht genießen konnte. Es gab ein Lunchpaket für jeden, auch vegetarisch. In drei Stunden fuhren wir durch weite Ebenen soweit das Auge reicht, auf schnurgerader Straße ohne Kreuzungen oder Orte, nur unterbrochen durch einen kurzen Stop zur Flamingo-Fotoshow, in der Ferne die ersten Berge und Schnee, am Straßenrand Seen, Schafe, Rinder, Pferde, Nandus und Guanacos.
      Das Hotel "Remota" wirkt auf den ersten Blick etwas klobig, ist aber bei genauerem Hinsehen ein Kunstwerk! Es liegt ca. 20 Minuten zu Fuß nördlich des Ortes, man erreicht Puerto Natales auf einem Fußweg entlang des Sundes. Der kleine Ort ist unbedingt einen Spaziergang wert, nach all dem vielen Sitzen sollte man den Weg nicht scheuen. Neben ulkigen Statuen sahen wir viele Einheimische, die dort den Feierabend genossen.
      Zum Finale des Tages gab es ein hervorragendes 3-Gänge-Menü (mit vielen lokalen Zutaten wie Guanaco oder Lamm, Avocado oder Süßkartoffel) im Sonnenuntergang, der bis um halb Zehn andauerte. Kleiner Tipp: unbedingt auf das Dach des Hauses steigen und die Aussicht genießen!
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    • Hallo Eishase,

      ich wünsche Euch ganz viel Spaß auf dieser tollen Reise.
      Wir waren mit der MS Roald Amundsen über Silvester in der Antarktis und es war einfach nur unglaublich.
      Das Schiff ist einfach nur traumhaft schön.

      Wir hatten auch alles über Hurtigruten organisiert und es lief wirklich problemlos.

      Wünsche Euch eine tolle Zeit & Grüße an Tomsky den Expeditionsleiter...

      Grüße Toby
    • Tag 4: Nationalpark Torres del Paine
      Bei typischem Patagonienwetter (tiefhängende Wolken, ab und zu Nieselregen) aber glücklicherweise ohne Wind ging es heute von 9 bis 19 Uhr in den für diese Gegend "nahegelegenen" Nationalpark Torres del Paine. Wer das Farbenspiel der Natur liebt und sich für Weite und Ruhe begeistern kann, ist hier richtig.
      Durch die schier endlose Pampa ging es zunächst zum südlichen Parkeingang, dann zur Grey Lake Rangerstation. Von hier aus gibt es einen sehr gut ausgebauten Fußweg an den "Strand" des Grey Lake mit Blick auf den Grey Gletscher und einige im Wasser treibende Eisberge. Allein die Hängebrücke erfordert etwas Geschick.
      Unsere Tour folgte der Parkstraße zurück zum Toro Lake, dann am Paine River entlang nach Nordwesten, wobei wir immer wieder den Blick zu den Torres richteten, die leider in den Wolken verschwanden. Am Pehoe Campground liefen uns einige Karakaras vor die Linse, während unsere Guides ein Barbecue zauberten. Diverse Stops auf dem weiteren Weg durch den Park gaben uns immer wieder die Möglichkeit, Blick und Objektiv auf Landschaft und Tierwelt zu richten. Vor allem die Weite und Vielseitigkeit dieser Region sind beeindruckend.
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    • Tag 5: Ultima Esperanza Fjord, Serrano- und Balmaceda-Gletscher
      Heute hieß es früh aufstehen, denn der 10 minütige Transfer zum Katamaran startete bereits um 7:30 Uhr. Auf der ca. zweistündigen Fahrt erfuhren wir sowohl von den Guides des örtlichen Anbieters "21 del mayo" als auch von Gabriel und Diego eine Menge über Flora und Fauna, die Entstehungsgeschichte der Nationalparks, die Namensgebungen der geographischen Fixpunkte und und und. An interessenten Stellen verlangsamte man die Fahrt: Seelöwen, Kormorane, Wasserfälle und Gletscherzungen wurden von Dutzenden Kameras festgehalten. Ziel der Tour war eine Anlegestelle im Nationalpark Bernardo O'Higgins, von der man in ca. 30 Minuten bequem zu Fuß die Zunge des Serrano-Gletschers erreichen konnte. Zumindest bis in die Jahre 2000/2001 - inzwischen hat man von hier nur noch einen fantastischen Blick darauf, da der Gletscher sich schon weit zurückgezogen hat. Wir hatten Glück, die Sonne kam raus und ließ das Blau des Gletschers leuchten. Wunderschön! Auf dem Rückweg waren wir froh über den frühen Start unserer Tour, denn offensichtlich zieht es viele Touristen an diesen malerischen Ort.
      Auch bei dieser Tour bewährte sich der Zwiebellook - wenn einem der Fahrtwind um die Ohren weht, die Sonne hinter den tiefhängenden Wolken verschwindet und man vielleicht noch eine Kamera in den Händen hält, kann es ganz schön frostig werden. Andererseits war es in der windgeschützten Bucht unterhalb des Serrano bei Sonnenschein sommerlich warm.
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    • @Eishase
      Was für ein interessanter Reisebeginn und -bericht. Ich warte immer schon auf die Fortsetzung. Nachdem ich gerade nochmal nach deinen Reisedaten gesehen habe, weiß ich, daß ich den Bericht bis zum Ende verfolgen kann, falls nicht noch später Nachträge kommen, denn am 6.3. geht es für uns auch wieder von zu Hause los: Die MS Polarlys wartet wieder, hoffe ich doch. Allerdings könnte ich auch in Norwegen ins " Netz".
      Nun bin ich auf die Fortsetzung und besonders auf den Beginn der eigentlichen Schiffreise gespannt. :dance3:
      Liebe Grüße von Trollebo
    • Tag 6: Transfer Puerto Natales - Punto Arenas und Einschiffung RA
      Der Tag begann mit einem späten und ausgiebigen Frühstück, da die Rückreise zum Hafen erst für 12:00 Uhr angesetzt ist. Nun sitzen wir in der gemütlichen Lobby des Hotel Remota und lassen den ersten Teil der Reise Revue passieren.
      Wer es einrichten kann, sollte unserer Meinung nach unbedingt ein paar Tage in dieser Region verbringen, um in Kontakt mit Einheimischen zu kommen und in der Abgeschiedenheit dieses Teils der Welt anzukommen, bevor er sich auf das Schiff begibt. Das von Hurtigruten zusammengestellte Vorprogramm bietet einen guten Überblick über die Möglichkeiten, die sich bei einem erneuten Besuch bieten würden. Die Gespräche mit den Guides zeigten, dass so mancher Ort, der in den Reiseführern oder auch im Internet angepriesen wird, schon überlaufen ist, obwohl es nennenswerte Alternativen in der Umgebung gibt. Wir haben es zumindest nicht bereut, auch wenn die Anfahrten stets lang waren und die Wanderwege ruhig etwas länger hätten sein können. Das ist aber vielleicht dem Publikum geschuldet - auch in unserer Gruppe kam der eine oder andere schon an seine physischen Grenzen. Die Betreuung und den Service fanden wir hervorragend, die Guides waren sehr engagiert und das abendliche Essen im Hotel Remota hat die Messlatte schon hoch gelegt.
      Unsere 14-köpfige, internationale Gruppe hat gut zusammengefunden und wir hatten viel Spaß zusammen. Daneben blieb sogar ein wenig Zeit für individuelle Unternehmungen in Puerto Natales oder ein Besuch des Spa-Bereiches im Hotel. Nun sind alle gespannt und in freudiger Erwartung auf das Schiff.