Die erste Tour, über Weihnachten und Silvester auf der MS Finnmarken (23.12.-02.01.)

    • B-K-T
    • Die erste Tour, über Weihnachten und Silvester auf der MS Finnmarken (23.12.-02.01.)

      Hallo liebes Forum,

      seit unserer Planung habe ich hier so viele Infos und Antworten bekommen, dass ich mich nun mit einem Reisebericht dafür bedanke, vielleicht dient dieser dann auch als Inspiration und Hilfe für Andere. Insbesondere An- und Abreise ist eben nicht wie "üblich" mit dem Flieger.

      Gestern Abend sind wir zurückgekehrt und circa 75 GB Fotos und Videos wollen sortiert werden, aber ich starte schon einmal.


      Die Vorgeschichte und Planung:

      Ich glaube bereits 2017 kamen die ersten Überlegungen auf, Kataloge diverser Reiseanbieter lagen immer wieder auf dem Tisch. Ursprünglich hatten wir dann mal eine Sommerreise ins Auge gefasst, glaube Dertour, diverse Bahnstrecken und drei Tage Hurtigruten waren da mit dabei. Alles im südlichen Norwegen. Aufgrund von diversen Gegebenheiten erst einmal wieder verworfen. 2018 habe ich meine Festanstellung als Lehrerin bekommen, damit nahmen die Überlegungen wieder Fahrt auf. Aber zunächst haben wir uns überlegt zu heiraten Anfang 2019. Neujahr 2019 kam dann eine TV-Reportage im Fernsehen (Fjorde, Nordkap und Polarlicht) und da war es um uns geschehen, wir wollten Polarlichter sehen.
      Also Reisebüro kontaktiert. Nachteil der Lehrerin, Herbst- oder Winterferien, viel Auswahl bleibt da nicht für eine Reise zu den Polarlichtern. Die Recherche ergab, dass sich preislich da nicht viel tut. Da meine Familie auch über Weihnachten alle im Ausland waren fiel unsere Wahl dann auf die Weihnachtsferien, auch eben weil die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter höher sein dürfte (Trugschluß?).
      Gerade frisch im Job gestartet, dazu eine Hochzeit und eine gekaufte Wohnung, viel Geld war also nicht da. Fliegen kam für uns trotz des engen Zeitfensters nicht in Frage. Und da muss man sagen, ist der erste Knackpunkt.
      Die An-/Abreise über Colorline (Kiel-Oslo, Bergenbahn ) ist simpel, aber auch ganz schön teuer im Vergleich zur Reise mit der Hurtigrute selber. (Und die Frage, ob diese Form das Geld wert ist, stellt sich zudem, dazu aber im Bericht dann mehr).
      Zeitlich mussten wir natürlich auch genau timen. Ferienstart war Samstags, letzter Ferientag Montag der 06.01. Haben im Reisebüro immer sehr genau die Daten im Auge gehabt, damit auch alles passt und auch ein Puffer mit drin ist.
      Hin haben wir uns dann entschieden die Anreise selber zu planen. Aufs Schiff sollte es dann am 23.12. gehen, es wurde daher die MS Finnmarken. Ein tag früher wäre bei der Anreise sehr stressig gewesen, ein Tag später wäre dann mit Abreise und Ankunft zu Hause wieder blöd geworden. Daher war die Wahl des Schiffes reiner Zufall. Zur Meinung über die Finnmarken gibt es später auch noch mehr. Für die Abreise buchten wir dann das Paket über HR mit: Abreise mit Dovrebahn und Color Line. Der Ausstieg in Trondheim war auch eher der zeitlichen Planung geschuldet, sonst wäre es aber genauso Bergenbahn und Color Line geworden. Eine Übernachtung in Oslo mit dabei.
      Anreiseplanung war dann noch einmal schwieriger, leider gibt es keine direkte Verbindung mit Bus/Bahn in Richtung Hirtshals. Die Fjordline haben wir aber schon einmal gebucht, 22.12. mit Ankunft 23.12. in Bergen , wo es dann direkt auf das HR Schiff gehen sollte. Für einen möglichen Sturm und Ausfall der Fähre, hatte ich aber auch immer einen Plan B in der Tasche (Anreise mit der Bahn über Kopenhagen, Göteborg, Oslo, zum Glück mussten wir darauf nicht zurückgreifen.)
      Wir sind beide jung, Anfang 30, gut zu Fuß, und recht aktiv. Und sind eben gewohnt mit Bus und Bahn zu fahren, daher schreckte uns erst einmal nichts ab.
      Und vielleicht haben ja auch andere Lust zu dieser Anreise.

      Tag 1, Anreise nach Hamburg.

      Unsere Reise geht über einige Stationen nach Hirtshals und von dort mit der Fähre nach Bergen .
      Am Samstag, 21.12. stand dann die erste Etappe auf dem Plan, mit dem ICE ging es in Direktverbindung nach Hamburg. Mit jedem Abschnitt würden wir uns fortan weiter nach Norden begeben, ein schönes Gefühl und der Weg ist bereits Urlaub pur.
      Ankunft gegen halb drei. Dort am Hbf haben wir die Koffer eingeschlossen. 6 € für 24 Stunden bei einem großen Schließfach, unsere beiden Koffer plus ein Rucksack gingen dort rein. Die Fächer waren fast alle belegt, hatten aber Glück, dass gerade eine Dame ihr Gepäck entnommen hat und wir so einen freien Platz ergattert haben, wir waren nicht die Einzigen, die auf der Suche waren.
      Den Nachmittag und Abend würden wir nun hier verbringen. Zunächst haben wir meine Tante dort besucht, bei ihr ein wenig geruht und leckeres Essen bekommen. Gegen 19 Uhr ging es dann los, Weihnachtsmärkte besuchen. Durch Zufall waren auch noch Freunde in Hamburg unterwegs. So starteten wir bei St. Petri, fuhren dann nach Altona, wärmten uns in einer Kneipe dort auch noch auf und zum Abschluss ging es zu Santa Pauli, da dieser am Längsten auf hat. Dort noch einmal was Essen und ein warmes Getränk und gegen 1 Uhr sind wir dann wieder zum Hbf aufgebrochen.

      Tag 2, Weiterreise nach Hirtshals über Aalborg

      Koffer geholt, in einer Ecke der Spinde noch eben ein anderes T-Shirt und eine bequeme Hose angezogen und dann ging es los zum ZOB. Dort würden wir gegen 02:20 Uhr den Flixbus Richtung Aalborg besteigen. Das Terminal füllte sich, ich wurde immer müder und damit wurde mir auch kälter. Leider hat die Lounge nachts nicht geöffnet. Sehr schade, auch weil diverse Busse in verschiedene Richtungen um die Zeit dort abfuhren. Zudem hatte der Bus noch leichte Verspätung bei der Ankunft und wir waren natürlich überpünktlich vor Ort, damit ja nichts schiefgehen kann.
      Das Einladen der Koffer musste man selbst übernehmen, alles lag quer beet. Das bin ich anders/besser gewohnt von solchen Busunternehmen. Da sollte doch sortiert werden, jenachdem wer wo raus muss. Richtig lustvoll wirkten die beiden Fahrer da nicht. Schade.
      Wir haben dann unsere Koffer versucht in die Mitte zu bugsieren, ein paar Bedenken wegen fremder Mitnahme hat man ja schon.
      Unsere Plätze gesucht (reserviert für 1,50 € pro Platz) und los ging es schon. War auch gut, der Bus war sehr voll und sonst hätten wir wohl keine nebeneinander gehabt. Licht aus, Kopfhörer rein und ich konnte auch gut einschlummern. Allerdings wurde man (ich/wir) an jedem Halt auch wach, zum Einen wegen der Durchsage und dann ging eben auch das Licht an. Die Temperaturregulierung war auch irgendwie nicht optimal. Zunächst war mir warm, später habe ich gefroren. Schlafen im Sitzen ist dann natürlich auch so eine Sache.
      An der dänischen Grenze, dann Passkontrolle, also auch wieder ordentlich wach. Der nächste Schritt war aber getan, wir waren in Dänemark. <3 Immer weiter ging es Richtung Norden. Der Bus leerte sich und wir hatten nun beide einen 2er für uns alleine, dadurch konnte ich mich noch einmal anders hinlegen. Insgesamt zwar mit Unterbrechungen, aber doch immer wieder gut eingeschlafen. um halb 10 dann Ankunft am Ziel: Aalborg in Dänemark.
      Frische Luft, Bewegung, das tat gut. Der ZOB liegt auch hier direkt in der Nähe der Central Station. Zu dieser sind wir als Erstes gewandert und hatten Glück, es gab Schließfächer. In das Große passten auch hier beide unsere Koffer, Rucksäcke wollten wir eh mitnehmen. Preis hier: 60 DKK, ebenfalls für 24 Stunden, also circa 8 €.
      Auf ging es nun in die Innenstadt von Aalborg, da wir einen Snack im Bus hatten erst einmal etwas bewegen, leichter Niesel, aber auszuhalten. Innenstadt gut zu erreichen. Sonntag, 4. Advent, kleinen Weihnachtsmarkt gab es auch. Geschäfte haben hier ja eh auf.
      Eingekehrt sind wir schließlich in einem schönen Cafe namens Penny Lane und haben ein super leckeres Frühstück gehabt. Es war die Hölle los, aber waren da gegen 10 Uhr vor dem großen Andrang, also gab es problemlos einen Tisch. (Gegenüber in einem Cafe war hingegen alles reserviert gewesen) Also Essen genossen, Tee und Kaffee und uns weiter auf den bevorstehenden Urlaub gefreut. :love:

      Danach waren wir dann gut gestärkt und haben uns Aalborg angeschaut. (Außerdem Zähne geputzt am Wasser im Wind ^^) Haben Handschuhe für meinen Gatten und eine Sonnenbrille für mich gekauft. Da war ich noch guter Dinge, dass ich diese ja vielleicht brauchen würde und ich hatte meine vergessen.
      Der Weihnachtsmarkt war niedlich, aber sehr überschaubar. Dazu gab es aber eine tolle Eislaufbahn und ein Riesenrad. Außerdem nette kleine Gässchen und schöne Geschäfte. Hatten also einen tollen Tag da.

      Gegen 15 Uhr kam allerdings die Müdigkeit. Wir sind dann noch zu einem Supermarkt, Brötchen, Wasser und Käse für den Abend eingekauft und dann zurück zum Bahnhof. Der Zug nach Hirtshals fährt stündlich. Koffer rausgeholt, Tickets gezogen und dann war er auch schon 15 Minuten vor Abfahrt da. 160 DKK, umgerechnet knapp 21,50 € habe ich für zwei Personen bezahlt. Einmal umsteigen musste man auf halber Strecke, aber der Anschluss wartete direkt. Die Züge waren sauber, ordentlich, mit Toilette und WLAN ausgestattet. Mit gutem Empfang mitten in der Pampa. Nun wurde es schon dunkel, aber die Fahrt brachte uns nun wieder weiter Richtung Norwegen. Zugfahrt für einen Snack genutzt und etwas Entspannung. in Hirtshals angekommen war es dann stockdunkel, aber trocken.
      Daher beschlossen den Weg zu Fuß auf uns zu nehmen. Dieser ist sogar beschildert.

      Der Weg war gut zu Fuß machbar. Lediglich das Dunkle hätte mich alleine vielleicht etwas gestört. auf den letzten Metern dann noch etwas Wind, aber das Terminalgebäude kam immer näher, die Strecke war beschildert und die Angaben passten auch ganz gut.
      Wir waren vor 17 Uhr da, es war schon offen und nach dem Toilettenbesuch konnten wir auch schon einchecken.
      Dann hatten wir noch knapp zwei Stunden bis zum Boarding. Wir haben ein kleines Picknick gemacht und dann zwei gemütliche Ecken für ein Schläfchen. Terminal war leer und ruhig und somit definitiv noch eine gute Portion Schlaf bekommen. Beinahe sogar das Anlegen der Fähre verpasst. Schnell Sachen gepackt und das Anlegen, sowie das Einfahren der PKW beobachtet. Dann durften auch die Passagiere aufs Schiff. Bald würden wir in Norwegen sein!
      Sachen in der Kabine abgeladen (Innenkabine ohne Schnickschnack inkl. Frühstück für 207 €). Und in warmen Klamotten an Deck um das Ablegen zu beobachten, pünktlich um 20 Uhr ging es auf die Reise.
      Tschüß Dänemark, beim Morgengrauen würden wir dann norwegische Küste sehen.
      Haben uns noch auf dem Schiff umgesehen. Es gab ein Cafe, ein Bistro, ein paar Shops, aber auch viele Bereiche, wo man sich schön aufhalten konnte. Auf dem offenen Deck ein schöner Spielplatz für Kinder und auch einige Sitzmöglichkeiten im windgeschützten Bereich. Die Fähre hat uns gut gefallen. Todmüde und mit Dunkelheit draußen eh nicht viel zu sehen, ging es früh ins Bett. Die Überfahrt war ruhig und ich habe problemlos geschlafen.


      Auch wenn diese Anreise so vielleicht nicht die Entspannteste war, wir fanden sie toll. Zum Einen haben wir einige Orte auf dem Hinweg mitgenommen. Und außerdem entschleunigt man so auch schon auf dem Hinweg. Dieses Gefühl - Flughafen - zack - da, ist halt nicht vorhanden sondern man erlebt die Anreise schon viel mehr.
      Mit jedem km haben wir uns mehr gefreut und das war ein tolles Gefühl. Ich würde es wieder so machen. Auch weil die Fjordline uns gut gefallen hat. Allerdings würde ich natürlich eine direktere Verbindung nach Hirtshals begrüßen. Dort gehen so viele Fähren, weswegen es schade ist, dass die Anreise nicht so einfach zu gestalten ist, wenn man nicht mit dem Auto kommen möchte. Aber es haben alle Verbindungen einwandfrei geklappt, alles war pünktlich. Daher haben wir diese anderthalb Tage schon sehr genossen.
      Preislich hat es sich natürlich auch gerechnet, so haben wir von zu hause bis Bergen auf diese Weise knapp 400 € zu zweit bezahlt. Rückfahrt mit Colorline haben wir mehr pro Person bezahlt.
    • Kleiner Tipp für die Anreise: Fjordline bietet einen Bustransfer von Aalborg bis zum Fjordline-Terminal in Hirtshals an. Start ist in Aalborg etwa 700 m vom Bahnhof entfernt in der Osteragade 8 - eine zu Fuss auch mit Gepäck gut zu bewältigende Entfernung. Auch für eine Rückreise geeignet. Vorteil: bei Regen bzw. Wind deutlich kürzere Aufenthalte im Freien. Kosten ca. 125 DKK pro Richtung. Zu buchen bei der Fährbuchung.
      Schönen Gruss
      Roberta
    • Danke für den Hinweis, hatte ich auch gesehen, aber nicht am Sonntag ;)
      Und wie erwähnt waren wir gebunden mit den Terminen.

      Letztlich ist es aber auch keine so große Erleichterung. Denn Aalborg-Hirtshals war mega entspannt mit dem Zug, das Umsteigen auch nicht wild.
      Ohne Flixbus hätten wir aber noch häufiger umsteigen müssen von Hamburg nach Dänemark.

      Post was edited 1 time, last by “Bine”: Unnötiges Zitat entfernt/Bine ().

    • Oh , schön ein Bericht mal von der jungen Generation ! Eure Anreise finde ich klasse ... ganz ohne fliegen und trotzdem günstig . Na ja , das Fliegen soll immerhin ein bisschen teurer werden - mal sehen was sich ändern wird . Bin sehr gespannt auf euren weiteren Bericht samt Fotos . Ich bin 2012 auf der Finnmarken gefahren und ich mochte ihren Stil sehr ! Ihr seid mit die letzten , die das so erleben durften ... :thumbsup:
      Reisen 2002 - 2012 mit MS NORDSTJERNEN , MS LOFOTEN , MS FINNMARKEN :)
    • Sportliche und Interessante Anreise - zumindest bis Hirtshals und einfach Fliegen kann ja jeder... :thumbup:
      Den Fußweg zum Fjordline Terminal hab ich auch schon mal gemacht, mit einer kleinen Querfeldein-Abkürzung,
      die aber Dank eines Zauns jetzt nicht mehr möglich ist... :whistling:
      Freu mich schon auf den restlichen Bericht!
      MfG aus dem Harz und demnächst von 53°53'35"N 11°27'45"E, Micha. :gr-cool:
    • Wir würden jederzeit wieder die Anreise über Hirtshals wählen. Und wohl auch zurück.
      Option A, mit dem Auto hoch (wir haben keines und ich bin kein Fan von langen Strecken, wären circa 900 km und knapp 9 Std reine Fahrtzeit)
      Option B, Tag 1 bis Aalborg (allerdings circa 11 Stunden Zug) und dort übernachten. Das Städtchen hat uns wirklich gefallen.
      Und Zug fahren finde ich immer noch entspannend, da man sich bewegen kann, schlafen, spielen, Picknick, Bierchen trinken etc. pp.
      Kann es also nur empfehlen in Erwägung zu ziehen.


      Tag 3, Ankunft in Norwegen

      Nach einer schönen Dusche (richtig warm und ordentlicher Strahl) ging es recht früh ins Bett, daher auch früh auf am nächsten Morgen. Insgesamt gut geschlafen, Bett etwas weich, aber schaukeln, wenn vorhanden, nicht wahrgenommen.
      So wachten wir auf, als wir in Stavanger anlegten. Rein in die Klamotten und raus aufs Deck. Der erste Blick auf Norwegen - hm, doch ziemlich dunkel. Aber mit Interesse haben wir, wie schon in Hirtshals, das Aus- und Einladen verfolgt, was für ein Tempo, da läuft alles rund. Da es noch ziemlich dunkel ist und von der Küste noch nicht viel zu sehen, geht es erst einmal zum Frühstück. Das hatte ich vorab mit gebucht, war dann günstiger, glaube so circa 15 €, inkl. Tee und Kaffee war es. 1,5 Stunden durfte man sich den Bauch vollschlagen.
      Frühstück war super, sehr reichhaltig und der heiß ersehnte Fisch war auch dabei. Der Frühstücksraum wirkte sehr düster auf mich, ein Vorgeschmack auf die dunkle Zeit? Draußen an der Küste sah man zumindest die ersten Lichter vorbeiziehen. Nach dem Frühstück mussten wir aus den Zimmern raus, die Fähre liegt ja nur circa 1 Stunde in Bergen bevor es zurückgeht. Also um 10 Uhr "auschecken".
      Haben uns dann einen schönen Platz ganz oben gesucht, dort konnte man gut drinnen sitzen und konnte schnell auch aufs Deck raus. Dauerhaft draußen war es dann doch etwas zu kalt, bzw. dafür hatten wir noch nicht die richtige Kleidung an.
      Und langsam wurde es heller und wir waren tatsächlich in Norwegen und durften uns zum ersten Mal an der Landschaft erfreuen.

      Alleine dieser Moment mit dem Aufwachen/Sonnenaufgang in Norwegen anzukommen und sich so weiter dem Ziel zu nähern war toll. Die Freude wurde immer größer.
      Die ersten kleinen Insel, die grüne, zum Teil steile Küstenlinie und im Hintergrund die ersten schneebedeckten Berge. Einfach toll.

      Dann kommt langsam Bergen in Sicht, das Wetter ist etwas grau. Die bunten Häuser trösten darüber hinweg.
      Pünktlich um 12:30 Uhr legen wir in Bergen an und gehen von Board. Nun betreten wir auch endlich norwegischen Boden. Terminalgebäude ist exakt das Gleiche wie das von HR , das macht es ebenfalls einfach. Gerade unten am Ausgang angekommen öffnete der HR-Schalter und wir konnten unsere Koffer abgeben. Diese würden dann später bei uns an der Kabine warten.
      Anreise ist somit absolut reibungslos verlaufen.

      Bei leichtem Nieselregen ging es dann los in die Stadt. Wir hatten nun ja noch einige Stunden Zeit um Bergen zu erkunden. Von der ersten Anhöhe aus konnten wir der Fjordline dann noch beim Ablegen zuschauen.

      Wenn wir später wieder über diesen Hügel kommen würden, liegt dort um die Ecke dann unser HR Schiff.

      Wir liefen durch die Fußgängerzone in Richtung Fischmarkt und Bryggen . Es war ein Tag vor Weihnachten, dafür empfand ich es als sehr ruhig, anders als in Deutschland, wo es gerade da ja oft in der Stadt noch sehr hektisch zugeht.

      Leider gab es in Bergen das typische Nieselwetter. Aber wir kommen aus Wuppertal, wir kennen es kaum anders :D

      Sind dann durch die Gässchen gelaufen, haben die schiefen Türen bewundert und die ersten norwegischen Geschäfte besucht.

      Ein bisschen Kämpfen musste ich mit meinem Männe. Ich laufe sehr gerne und recht flott. Er trödelt eher und hat dann an manchen Punkten ewig zum Fotografieren gebraucht. Er hatte sich eine neue Kamera gekauft und übte noch. Ich schaue gerade parallel die Fotos und schaue ob sie besser werden. Ich bin eher Typ Schnappschuss mit dem Handy zur Erinnerung. Einige sind leider auch unscharf (also die mit der guten Kamera). Aber ein paar Einblicke zeigen sie doch gut.
      Naja war nicht das erste und nicht das letzte Mal auf dieser Reise, dass ich etwas genervt neben ihm stand. :whistling:
      Etwas durchgefroren wollten wir dann noch ein warmes Getränk zu uns nehmen, aber so richtig sagte uns nichts zu, also über die Serpentinen wieder zurück zum Hafen, sehr schöner letzter Blick zurück.
      Ich erinnerte mich auf dem Hinweg an einem süßen Cafe vorbeigegangen zu sein und dem war auch so. Es hatte offen, sah klein und gemütlich aus.
      Aber zunächst ging es noch ein paar Schritte weiter auf den Hügel und da war er, der erste Blick auf das Schiff, welches für die kommenden 10 Tage unser zu Hause sein würde. <3

      Trotz dessen, dass man schon an Board gehen könnte, wollten wir noch einkehren. In dem Cafe gab es super leckeren, frisch/selbst gemachten Gløgg. Dieser tröstete auf den ersten Kontakt mit den norwegischen Alkoholpreisen hinweg.

      Tag 1 der Seereise

      Danach ging es zum Anleger, nun stieg die Vorfreude noch einmal an. Im Terminalgebäude dann noch einmal einchecken, unsere Cruise Cards entgegennehmen und die Infos zu den Essenszeiten. Außerdem das erste Tagesprogramm, welches später unsere ganze Planung ausmachen würde.
      Und ab aufs Schiff. Waren so zwischen 16 und 17 Uhr auf dem Schiff glaube ich. Erst einmal erkunden, unsere Kabinen durften wir erst ab 18 Uhr beziehen.
      Deckplan hatten wir zu dem Zeitpunkt leider nicht, aber war zu Beginn auch egal. Umlaufdeck 5 wurde inszpiziert, genauso wie der hintere Aufgang bis zu Deck 8. Whirlpools, Gym, Panorama Lounge. Wir haben alles gesehen, aber trotzdem fehlte noch der Überblick.
      Beim Expeditonsteam auf Deck 7 mit weiteren Infoblättern eingedeckt. Und ansonsten ging auch schon die erste Planung los, wann machen wir was um alles mitzunehmen was wir wollten.
      Das Wichtigste zuerst, die obligatorische Sicherheitsunterweisung. In Englisch, Deutsch und Norwegisch parallel. Etwas nervig, aber zu ertragen. War immerhin recht kurz und knackig. Dann war schon bald Zeit für den Bezug der Kabinen.
      Unsere Koffer standen brav davor. Wir hatten zwar eine Innenkabine gebucht, aber eine Außenkabine auf Deck 2 erhalten, darüber waren wir im Nachhinein sehr froh. Kabine 228 war unsere. Viel Schrankplatz, genügend Steckdosen , ausreichend großes Bad und sogar ein kleiner Kühlschrank, wir waren sehr zufrieden. Über die zwei Bullaugen über den Betten haben wir uns eben auch sehr gefreut.
      Zum ersten Mal ging es dann zum Buffett, Wahnsinn =O Wir waren hin und weg von der Auswahl, der Qualität und nicht zuletzt auch vom Nachtisch. Leitungswasser am Tisch und wir waren glücklich und zufrieden und genossen das erste von vielen weiteren leckeren Essen an Board.
      Um 20 Uhr gab es dann das Infotreffen mit den Offizieren mit Jan, dem deutschen Expeditionsleiter. Davon hatte ich mir irgendwie mehr versprochen, das dauerte knapp 10 Minuten, Namen und Verbeugung und ein paar einzelne Fragen geklärt. Definitiv so nichts, wo ich hätte sein müssen. Ich hätte mir da irgendwie mehr Infos zur Reise und zum Schiff, zum Tagesablauf oder wasweißich gewünscht. Etwas enttäuscht. Aber nicht lange, wieso auch. Gab ja noch genug zu sehen. Mit Kamera ging es dann raus aufs Deck. Die Abfahrt rückte näher. Auf Deck 8 durfte man sich dazu, wenn man wollte, mit einem "günstigen" Glas Sekt eindecken. Das nahmen viele in Anspruch, sowieso sollte sich zeigen, dass sehr viele nicht sonderlich abgeschreckt von den Preisen für Getränke scheinen.

      Die erste Brücke wurde durchfahren und das erste Selfie mit Stativ wurde versucht :D
      Damit ging ein toller und ereignisreicher Tag zu Ende.

      Bemerkung zum Schiff, anders als viele andere wohl ihr erstes Schiff als das Tollste bezeichnen, ich persönlich würde, unabhängig von dem Umbau, wohl eher nicht die Finnmarken noch einmal wählen.
      Ebenso dachte ich ja auch, Innenkabine reicht, man schläft ja nur darin. Aber wir waren, gerade auch bei Sturm, doch mal mehr drin, und auch zum Ruhen. Da war ich froh um die Bullaugen. Auf der Fjordline hatten wir eine Innenkabine und da hatte ich morgens dann irgendwann Beklemmungen. Daher würde ich wohl tendenziell auch nur noch mit Fenster buchen. Auf Deck 2 waren wir grundsätzlich mit den Bullaugen und mit den Wellen sehr glücklich.

    • @Kiggie
      Danke für deinen ausführlichen Bericht von der Anreise über Hirtshals.
      Hier ein bisschen
      :sot: nämlich zu der Anreise mit dem Flixbus nach Hirtshals:
      Ich habe eine dänsiche Freundin in Hirtshals. Wir besuchten uns fast 30 Jahre im Zwejahreswechsel gegenseitig: Sie kam mit der Bahn, mit 4x Umsteigen, was aber von Mal zu Mal problematischer wurde, weil die Züge vor allem die DB, immer unzuverlässiger wurden und man nie wußte, ob die Anschlüsse noch erreicht würden. Für meine Freundin kam Autofahren nach bzw. in Deutschland nicht infrage- kann sicher jeder verstehen, der das Autofahren in Dänemark, Schweden oder Norwegen kennt. Wir wurden immer älter und eine solche Bahnfahrt kam für meine Freundin nicht mehr infrage. Ich fuhr und fahre auch weiterhin mit dem PKW nach Hirtshals. So konnten wir uns alle zwei Jahre sehen. Und dann entdeckten wir den Flixbus. Und im Oktober 2019 kam meine, inzwischen 82jährige Freundin mit dem Flixbus. Von Hirtshals- sie wohnt mit Blick auf die Endstation- direkt mit dem Zug bis Alborg, dann mit dem Flixbus über Nacht bis Flensburg, dort Flixbus-Wechsel, und ganz pünktlich kam sie kurz nach 8h in Osnabrück an. Die Paxe im Bus waren zwar ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber meine Freundin wird wieder auf diese Weise zu Besuch kommen können und wollen.
      Mein GöGa und ich haben im Mai 2019 zum erstenmal die Anreise nach Norwegen mit der Fjordline gemacht, sonst immer, d.h. 3x bereits, Kiel-Oslo-Bergen. Diesmal also mit dem Auto bis Hirtshals und zur Sicherheit dort eine Pufferübernachtung, genutzt zum Besuch meiner Freundin. Pufferübernachtung wäre aber nicht nötig gewesen. Ende von :sot:
      Werden aber in Zukunft- also auch im März 2020, wieder mit dem Zug nach Kiel und dann unsere übliche Tour mit Schiff und Bahn machen. Klar, wir haben Zeit und können uns das leisten. Aber genau wie ihr genießen wir dieses Sich- langsam-dem-Ziel nähern.
      Ich finde es toll, wie ihr diese Anreise organisiert habt, vor allem preislich günstig und ohne Flieger und PKW :) . So sind wir in eurem Alter auch gereist und Flieger war und ist auch jetzt nichts für uns.
      Es ist wunderschön deinen lebendigen Reisebericht zu lesen und ich freue mich bzw. bin gespannt auf die Fortsetzung! :dance3:
      Liebe Grüße von Trollebo

      Post was edited 2 times, last by “Trollebo” ().

    • @Kiggie
      Den Bericht eurer Anreise nach Hirtshals mit Bus und Bahn finde ich sehr interessant. Ich hatte mir auch schon mal Gedanken gemacht wie ich dorthin gelange ohne Pkw, um von dort aus mit dem Schiff nach Island zu fahren und dann dort weiter mit dem Bus zu reisen, wie schon einmal 2017. Auf der Seite „Rome2rio.com“ (eine sehr interessante Seite übrigens):wurde u.a. die Verbindung per Bus, Zug und Bus angezeigt, ich war mir aber nicht sicher wie das zu bewältigen wäre zumal ich alleine reise und schon etwas älter bin. Nun habe ich gelesen, es ist gar nicht so schwierig, wie schön! Ich behalte es im Hinterkopf!

      auf die Fortsetzung des Reiseberichts bin ich schon gespannt!

      aus Leipzig grüßt BBe49
    • Auch wir freuen uns auf euren Bericht von der Reise mit der Finnmarken, an der wir auch teilgenommen haben.
      Es ist immer gut, eine andere Meinung bzw. Blickwinkel einer Reise zu bekommen.
      Der deutsch sprachige Reiseleiter Jan war in seinen Ausführungen und Erklärungen immer zurückhaltender, wie sein Arbeitskollege Magnus aus
      Norwegen. Dem war die Rolle des Reiseleiters auf den Leib geschnitten.
      Wir sind gespannt auf die Fortsetzung
      Viele Grüße aus dem Saarland.
    • @Trollebo Schöne Geschichte. Das freut mich für eure Freundschaft! Ja Flixbus schließt definitiv Lücken. Bin persönlich nur eben kein Fan von so langen Strecken per Bus, aber bevor ich selber PKW fahre oder fliege immer die am liebsten gewählte Option. :)

      @BBe49 Ja, dass es von dort nach Island geht, haben wir dann auch gesehen. Steht nun definitiv auf der Wunschliste. :) Das schönes an diesen "gestückelten" Reisen ist ja doch, dass man selbst das Tempo mitbestimmt. Eine Nacht in Hamburg, Aalborg oder wo auch immer auf der Strecke und man hat es entspannter. Kommt natürlich auf die Zeit an. Aber wir waren ja so insgesamt 15 Tage unterwegs, also zeitlich völlig problemlos machbar.

      @simon Stimmt, da war ja was, hatte den Kontakt hier vorher völlig vergessen (private Umstände). Jan hatte es aber auch schwer fand ich. Magnus absolut geboren dazu und dann die Pointen schon gebracht, das war auch teilweise nicht zu übersetzen. Aber dazu komme ich auch noch ;) Die Begrüßung hat er aber ja alleine gemacht, die fand ich insgesamt einfach schwach. Also mit wenig Inhalt. Aber das ist ja auch nur subjektiv.
    • Super Bericht, danke! Freue mich auf die Fortsetzung..... :)

      Anreise ohne Flug habe ich auch schon angedacht, falls es nach der nächsten Tour tatsächlich noch eine übernächste für uns geben sollte.
      Wir haben halt noch ein paar Kilometer mehr...und leider noch nicht so viel Zeit, aber vielleicht ja in ein paar Jahren.

      :)
    • Ich hoffe ja, dass die Nachtzüge doch wieder deutlich mehr ins Programm aufgenommen werden. Gerade aus Österreich kann man so aber auch schon gut entspannt nach Norden kommen (Hamburg). Aber klar, je weiter weg, desto schwieriger ist es natürlich. Ich freue mich aber, dass einige es als Idee aufnehmen! :) Wichtig ist eben, dass man das schon als Reise genießt und das haben wir sehr!

      Tag 2 der Seereise

      24.12. Heilig Abend - so fühlte es sich aber gar nicht wirklich an. Aber ich bin eh nicht christlich geprägt oder so und für mich heißt Weihnachten nur schöne Tage mit der Familie, durch die Reise war ich so abgelenkt, so war es für mich weitestgehend nur ein Tag wie andere auch.

      Wir hatten beide eine sehr gute Nacht. Die Anlandungen in der Nacht habe ich nicht ansatzweise mitbekommen. Frühstück, wie immer, sehr genossen. Es gab frische Waffeln mit Sauerrahm und Marmelade - sehr lecker. Auch sonst reichlich Auswahl zum sattessen. Toll auch das frische Obst. Einzig negativ: die Spiegeleier waren mit Speck garniert, mein Mann ist allergisch gegen Fleisch (Säugetiere), so dass er da nicht zugreifen konnte/wollte. Auswahl an Käse im Vergleich zu Wurst/Fisch auch eher gering. Nachvollziehbar aus Sicht der Norweger, bzw. was man vor Ort hat. Da wäre etwas mehr Vielfalt durchaus schön gewesen. Aber das ist schon eher leichtes Jammern auf hohem Niveau. Ich esse alles, mein Mann isst kein Fleisch aber Fisch. Zu hause esse ich aber gar keine Wust und nur sehr sehr wenig Fleisch. Auf dem Schiff habe ich es dann auch nicht (bis auf den Speck :-P) großartig.
      Ach ja, wir hatten die Angabe, kein Fleisch, aber Fisch für ihn schon im Reisebüro angegeben und am ersten Abend auf den Schiff sind wir zur Absicherung noch einmal zum Restaurantleiter um das zu checken und es stand perfekt in den Unterlagen. Da ich eben auch nicht viel Fleisch esse (aber auf Rentier nicht verzichten wollte) habe ich gefragt, wie es ist, wenn man auch mal etwas nicht mag und er erklärte, man könne dann jederzeit mittags oder morgens Bescheid geben, da dann schon die Menükarten ausliegen würden, das nenne ich eine tolle Planung. An Essen mangelt es definitiv nicht und eben auch nicht an Besonderheiten. Beim Buffet wäre bei manchen Gerichten noch eine Kennzeichnung vergetarisch ja / nein (zB auch Gelatine) schön gewesen, so ganz schlau war man bei manchen deutschen Übersetzungen nicht ^^
      Nach dem Frühstück in die warmen Sachen und zum Sonnenaufgang ging es an Deck, es versprach ein schöner Tag zu werden. Sehr gefreut habe ich mich in Torvik über den Schnee, auf den freute ich mich ja sehr. Vor uns lag die Anlandung in Ålesund . Bei Ankunft wirkte es doch eher diesig und grau, aber immerhin wurde es hell! Wenn auch schon deutlich später als gewohnt.

      Das Expeditionsteam informierte, dass die meisten Geschäfte offen haben würden und dem war auch so. Aber kein Vergleich zu Heilig Abend bei uns in der Stadt. Unser Plan war aber sowieso zunächst der Aufstieg über die 418 (?) Treppen auf den Hausberg. Der Blick war wirklich großartig. Hier und da versuchte die Sonne durchzukommen, aber die Wolken haben doch immer gewonnen. Richtig hell war es dann am Ende nicht. Der Aufstieg hat sich aber mehr als gelohnt. Die Treppen waren zum Teil etwas glatt, aber mit dem Handlauf ohne Probleme zu meistern. Oben haben wir einige Zeit den Ausblick genossen. Außerdem hat Christoph die Bunkeranlage sehr genau inspiziert, scheinbar teilweise sehr gut erhalten und bis zu den Beobachtungsposten begehbar. In dem einen Bunker sind sogar noch die Bettgestelle erkennbar, die an der Wand hochgeklappt werden.

      Anschließend sind wir noch hier und da durch die Stadt gewandert und ich habe in einem Laden dann noch ein warmes Merinojäckchen und Socken erstanden. :) War ja schließlich auch Weihnachten. Zunächst gab es dann Regen, aber da die Sonne auch immer wieder da war, wurden wir mit einem wunderschönen Regenbogen belohnt, als wir dann zurück an Board gingen. Den konnten wir dann auch noch aus dem Bullauge bewundern.
      Zurück an Board dann eine tolle Überraschung an der Kabinentür. Ein Geschenk von HR <3

      Dann war es doch noch etwas Weihnachten. Drin war das Buch MS Finnmarken (über die Kunst an Board) und zwei Mützen. Weiterhin war es hell und es ging zum Mittagessen, lecker Buffet, am Anfang will man doch immer noch alles probieren und isst am Ende zu viel. :D Dick eingemummelt haben wir dann noch die letzten Sonnenstrahlen an Deck 7 hinten genossen.

      Als es mir zu kalt wurde bin ich rein. Drinnen auf Deck 7 waren einige Tische mit Puzzles belagert. Tolle Idee, wie ich fand, so habe ich etwas fröhlich gepuzzelt. Zwischendurch verträumt nach draußen schauen. Für mich Urlaub pur. Sobald ein Puzzle fertig war, kam ein Neues, 3-4 waren gleichzeitig immer in der Mache.
      Um 15 Uhr gab es noch Weihnachtslieder singen auf Deck 8, dies habe ich vom Puzzeln aus nur mit den Ohren verfolgt, fand es aber eine schöne Idee, es wurde norwegisch, englisch und auch deutsch gesungen.
      Wir kamen sehr früh, 16 Uhr, in Molde an. War so nicht geplant. Da laut Aussagen des Expeditionsteams wahrscheinlich nicht viel los sein würde ließen wir uns Zeit. Ich nutzte die zeit für einen Besuch im Gym. Dieses war (immer, wenn ich dort war) sehr gut besucht. Zum Teil auch durch Leute der Crew. Auch hier gilt, viele meinen ja, so etwas bräuchte man nicht. Ich war sehr dankbar dafür. Ich habe sehr schnell Rückenschmerzen und brauche da Krafttraining zur Prävention, außerdem war dort gut Platz zum Dehnen etc, den ich in der Kabine nicht gehabt hätte. Für mich also ideal, insbesondere weil mir persönlich die Betten etwas zu weich waren. Die Ausstattung war mehr als solide, noch dazu zwischendurch einen Blick nach draußen werfen.
      Später sind wir dann noch durch Molde gelaufen in der Hoffnung auf eine Bar oder so. Pustekuchen, es war ein schöner Spaziergang durch zum Teil eisige Landschaft, aber absolut ausgestorben. Haben uns dann zum abendlichen Buffet ein Bier gegönnt. Die Preise an Board sind nicht überteuert sondern entsprechen völlig dem normalen Preisgefüge für Bier. Und an Weihnachten wollten wir das gerne Mal.
      Wie erwähnt, es gab Buffet, wie am Tag zuvor und auch am 25. und 26.12., eben wegen Weihnachten. Ich muss sagen, so langsam wurde es uns anstrengend mit morgens, mittags, abends Buffet. Auch wenn es lecker war. Ich sehnte das erste servierte Dinner herbei. Wir hatten die 20 Uhr Essenszeit, dies war schon relativ spät wie wir fanden. Insbesondere wenn man, je nach Anlandung, gegen 13 Uhr oder noch früher Mittag hatte. Die Zeit zum Abend hin kann dann schon sehr lang werden. Frühstück (7-10) und Mittag (11:30-14) lagen hingegen so dicht zusammen. Wenn man spät gefrühstückt hatte, dann war man mittags meist noch satt, aber abends um 8 dann sehr hungrig. Das finde ich nicht ideal. Meist haben wir uns dann mittags noch etwas Obst oder auch ein paar Kräcker eingepackt um den Tag zu überbrücken. Ebenso sind wir meist auch eher früh ins Bett / etwas ko gerade von den ersten Tagen und dies dann mit vollem Bauch war auch nicht ideal. Also da hätte ich mir doch eine frühere Essenszeit gewünscht. Laut unseren Tischnachbarn, die nachgefragt hatten, war dies aber nicht möglich, auch manch ältere Leute saßen so spät dort.
      Wir haben uns letztlich aber gut damit arrangiert und ein paar kilo mehr auf den Rippen bekommen :whistling: )

      So ging Heilig Abend vorbei, ohne, dass es ein besonderes Gefühl gewesen wäre, das Highlight war dann doch das süße Geschenk von HR .

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    • Mit Interesse habe ich deinen Bericht weiter gelesen. Ein Tip, wenn ihr eure nächste HR Reise bucht. Zwei Wochen vor der Abreise eine Mail an
      den Restaurantchef, mit der Bitte, um einen Platz in der ersten Sitzung, oder einen Fensterplatz. Wir sind bisher dreimal mit HR gefahren. Unsere
      Mails wurden immer erfüllt. Ich gebe dir Recht, dass das negative Reden über das Essen, jammern auf hohem Niveau ist. Seit unserer ersten Reise
      hat zwar die Quantität, aber nicht die Qualität abgenommen. Die Übersetzungen an den Essenstafeln waren öfters sehr merkwürdig.

      Gruß aus dem Saarland
    • Gut zu wissen. :) Das würde ich dann tatsächlich versuchen. Fensterplatz war nun nicht so das Problem, war ja eh sehr dunkel und gab eher wenig zu sehen. Wobei ich glaube, manches Mal haben sich unsere Nachbarn sehr angestarrt gefühlt :saint: Saßen aber mit unserem Zweier direkt an einem vierer am Fenster dran. War also nicht so schlecht.

      Quantität abgenommen? Erzähl das mal meiner Waage ^^
    • Kiggie wrote:

      Auswahl an Käse im Vergleich zu Wurst/Fisch auch eher gering.

      Da habe ich mich auch schon manchmal etwas geärgert - oft gibt es auf dem Mittagsbuffet nach französischer Art herrliche Käseplatten, die allerdings kaum angerührt werden - meist sind ja nicht so viele Franzosen an Bord, und die anderen essen dann lieber etwas Süsses nach dem Essen. Da könnte man die Käseauswahl gerne auch aufs Frühstücksbuffet stellen, statt diese kleine, etwas langweilige Auswahl.

      simon wrote:

      Zwei Wochen vor der Abreise eine Mail an den Restaurantchef, mit der Bitte, um einen Platz in der ersten Sitzung, oder einen Fensterplatz.

      Ich mache das immer ca. eine Woche bis zehn Tage vorher, oft erwischt man dann schon den gleichen Restaurantchef, mit dem man auch fährt. Wobei ich nur um frühes Abendessen nachfrage (beim späteren Essen gibt es oft schon Nordlicht und noch ein paar Häfen - spätes Essen macht mir ansonsten nichts, da ich bekanntlich sowieso erst sehr spät in die Koje gehe ;) ), nicht aber nach einem Fensterplatz.
      Jan09 FM B-K ~ Jan10 NL B-K-B ~ Jan11 FRAM (Antarctica) ~ Apr11 NN B-K-B ~ Mrz12 LO B-K-B ~
      Jan13 LO B-Alta ~ Feb14 KH B-K ~ Jan16 LO B-K-B ~ Feb18 LO B-K ~ Jan20 LO B (T)-Alta-B

      Reiseberichte siehe Profil !