Kein Live-Reisebericht vom 20.11. bis 04 12.19, MS Polarlys,

    • B-K-B
    • Fortsetzung zu Samstag, 23.11.19:

      Zuerst ein Hinweis auf eine Korrektur des Textes. Die Oldtimer-Straßenbahn ist außen gelb-blau gestrichen. Innen ist sie beige.
      @Noschwefi : Der zweite Teil der Bustour führte uns nicht zum Fernsehturm.

      Als nächstes fahren wir zum Wintersportzentrum Granosen. Dort haben wir 10 Minuten Zeit die Skisprungschanzen zu besichtigen. Dann fahren wir vorbei an vielen Universitätsgebäuden und gelangen dann zum Nidarosdom. Hier haben wir 20 Minuten Zeit. Dies langt für eine äußere Betrachtung des Doms. Ich freue mich wieder einmal über das imposante Bauwerk und mache viele Fotos. Das ist der letzte Punkt der Tour "Nördlichste Straßenbahn". Zurück auf dem Schiff möchte ich zu Mittag essen, sehr viele andere auch. Nach einer kurzen Wartezeit bekomme ich einen Tisch zugewiesen. Am Nachmittag um ca. 15.45 Uhr steht das Wiedersehen mit dem womöglich schönsten Leuchtturm Norwegens an. Ich fotografiere Kjeungsskjær vielfach und freue mich über den kleinen roten Leuchtturm. Hinter dem Leuchtturm leuchtet der Himmel zwischen Wolken und Meer rot bis blassgelb. Einfach schön! Auf Deck 7 gibt es zu diesem Ereignis eine Probe der norwegischen Küche, die ich aber wegen des zu erwartenden Andrangs beim Fotografieren von Kjeungsskjær ausschlage. Folda , eine weitere offene Meeresstrecke, ist glatt wie ein Spiegel.

      Sonntag, 24.11.19:

      SA Bodø : 9.43 Uhr/8.17 Uhr
      SU Bodø : 13.54 Uhr/15.19 Uhr

      Wetter: bedeckt, manchmal leichter Regen, 5 Grad

      Den point of interest des Tages, die Polarkreisüberquerung, erlebe ich unter der Dusche. Ich habe lange geschlafen, da sich eine Erkältung ankündigt. Vermutlich die Folge meiner abendlichen Verirrungen in Bergen . Um ca. 9.45 Uhr legen wir in Ørnes an und 6 Minuten später wieder ab. Ich mag die Ansicht und Anfahrt auf den Ort. Beim Schätzwettbewerb zur Uhrzeit der Polarkreisüberquerung liege ich 18 Minuten daneben. Schade, es gibt wieder keine Fahne. Zur Polarkreistaufe um 10.30 Uhr auf Deck 7 werden zwei große silberne Schalen gefüllt mit Eiswürfeln getragen. Wer möchte, kann daran teilnehmen. Viele wollen, nicht alle ganz freiwillig und König Neptun, extra dafür herbeigerufen, und der Kapitän löffeln mit Suppenkellen den Täuflingen Eiswasser und Eiswürfel in den Nacken. Der Kapitän hat sichtlich Spaß daran. Weibliche Täuflinge quittieren die Eiswürfelgabe meist mit lautem Juchen, während die meisten Männer sich jegliche Lautäußerung mannhaft verbieten. Die umstehende Schar Menschen ist schadenfreudig. Als Belohnung für den kalten Schrecken gibt es für jeden Getauften einen kostenlosen Schnaps. Später kann man an Deck 4 spezielle Briefmarken zu den Postkarten kaufen und bekommt von einem eigens angereisten Postmann besondere Polarkreis-Poststempel. Ich lasse den großen Ansturm vorbei und bekomme Briefmarken, Karten und Stempel nicht mehr vom Postmann, dafür ohne Anstehen. Nach so vielen "Ereignissen" gehe ich zu Deck 5, dem Umlaufdeck, und drehe viele Runden. Ich erlebe um ca. 12.40 Uhr das Anlegen in Bodø . Der Himmel ist sehr grau und ich habe keine Lust Bodø zu erkunden. Meine Erkältung ist vermutlich Schuld. Das Abendessen lasse ich aus. Ich habe keinen Hunger. Den Trollfjordknært/Trunk lasse ich aus. Die Fahrt zum Eingang des Trollfjords fällt wegen schlechten Wetters aus. Das höre ich schon im Bett liegend.
      Glückauf
      Charlotte

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    • Liebe Mitfories @Tomoka @Pinguin @Stanie78 @Kauderwelsch und @Trollebo ! Vielen Dank für Eure Genesungswünsche! Da ich ja keinen Livebericht schreibe, habe ich Zeit mich auskurieren und gehe früh ins Bett. Morgen mache ich dann den Ausflug zu den Fischerdörfer von Honnigsvåg aus. Ich bin gespannt darauf. Ich werde dann vermutlich mal wieder vor mich hin sinnieren, was ich hätte schreiben können. Ach, übrigens heute bin ich doch tatsächlich beim neuen Terminal in Tromsø durch eine Drehtür gegangen ...
      Glückauf
      Charlotte

    • Montag, 25.11.19:

      SA Tromsø : 10.39 Uhr/8.27 Uhr
      SU Tromsø : 12.21 Uhr/14.33 Uhr

      Wetter: überwiegend bewölkt, 1 Grad

      Um 11.00 Uhr erreichen wir Finnsnes . Ich gehe von Bord, um zum wiederholten Male das Schokoladenmännchen (Werbeplakat am Haus gegenüber des Kais) zu fotografieren. Das Männchen in dem roten Anzug und den großen Schokoladenstücken unter den Armen ist aber auch zu nett. Anschließend eiere ich über das zugefrorene Kai und die Straße, weil ich keine Lust habe die Spikes unter die Stiefel zu schnallen. Ich versuche MS Polarlys ganz aufs Foto zu bekommen, was mir aber nicht befriedigend gelingt. Es ist zu glatt. Ich stelle die Versuche ein und rutsche zurück.

      Point of interest des Tages auf dem Tagesplan (13.30 Uhr) des Expeditionsteams ist Rystraumen, der stärkste Gezeitenstrom Norwegens. Er erreicht eine Geschwindigkeit bis zu 6 Knoten. Als wir ihn passieren, ist das Wasser deutlich bewegt und verwirbelt. Expeditionsteamsmitarbeiter Jan weiß zu berichten, dass die den Gezeitenstrom verursachenden kleine Insel Ryøy im Straumsfjord zum Verkauf steht. Sie kostet 12 Millionen Euro. Ich finde, dass ist für norwegische Verhältnisse ein Schnäppchen. Und sie ist sehr übersichtlich!

      Dann können wir bald schon in der Ferne die 1036 m lange Tromsøbrücke und rechts davon die weiße Eismeerkathedrale sehen. Es ist noch hell genug. Als wir nah genug sind mache ich viele Fotos. Ich mag diese Brücke. Nachdem das Schiff angelegt hat, gehe ich durch den für mich neuen Terminal und durch eine geräumige Drehtür. So sehr ich mich auch bemühe, ich verlaufe mich ... nicht. Weiter Richtung Stadt komme ich an schönen alten Holzhäusern vorbei zum Dom, eine der größten Holzkirchen des Landes, gebaut im neugotischen Stil. Ich bin zum vierten Male in Tromsø und auch in diesem Jahr bleibt mir der Besuch verwehrt. Der Dom ist zu. Wie gemein! Ich mache trotzdem bei Nieselregen Fotos. Weiter durch die Stadt komme ich am Walfängerdenkmal vorbei und an einigen alten Speicherhäusern. Von dort fotografiere ich die Tromsøbrücke im Dunkeln. Später komme ich an zwei Skulpturen laufender Mädchen vorbei. Immer noch nicht verlaufen. Ich besuche 3 Souveniergeschäfte, kann mich aber nicht entscheiden etwas zu kaufen. Und dann entdecke ich Rudi, ähm, ein ausgestopftes Rentier vor einer Buchhandlung. Dort (in der Buchhandlung, nicht bei Rudi!) probiere ich meine Englisch- und Norwegischkenntnisse aus und erwerbe ein Buch von Maja Lunde (Die Geschichte des Wassers) in deutscher Sprache und ein norwegisch-sprachiges Kinderbuch für mich zwecks Aneignung der Sprache. Dann gehe ich noch zum Glasbläser in die glasshytta Blaast und kaufe zwei Paar Ohrringe. Weihnachten ist nicht mehr weit. Obwohl es dort noch viel zu sehen gibt, bin ich schnell wieder draußen. Für den Aufenthalt bin ich einfach zu warm angezogen. Gegen 17 Uhr mache ich mich auf den Rückweg. Um 18 Uhr gibt es für mich Abendessen, welches ich auch pünktlich erreiche, weil heute gab es keine Verirrungen.
      Die um 21.30 Uhr stattfindende Ladies Night (Modenschau) findet ohne mich statt. Ich gehe ins Bett. Ab 23 Uhr ist die Loppa angekündigt, die aber ganz zahm ist.

      @Green Vielen Dank für Deine Genesungswünsche.
      Glückauf
      Charlotte

    • Dienstag, 26.11.19:

      SA Honnigsvåg: geht nicht auf/8.22 Uhr
      SU Honnigsvåg: " " /13.43 Uhr

      Wetter: bedeckt, zeitweilig Schneefall, 0 Grad

      Heute mache ich den Ausflug "Besuch in zwei Fischerdörfern". Gegen 11.00 Uhr verlassen gefühlt alle Passagiere das Schiff. Die meisten besteigen die Busse, die zum Nordkap fahren. Auch die beiden Fischerdörfer liegen auf der Insel Magerøya . Zuerst fahren wir nach Skarsvåg, wo wir 50 Minuten Zeit haben. Bei der Ankunft ist der Himmel bedeckt, aber man hat gute Sicht. Unser Guide meint, wir haben die Möglichkeit uns im Dorf umzusehen. Wir können uns im Weihnachtshaus, wo uns Heidi mit Waffeln, Kuchen und heißen Getränken empfängt, einen Film über den Fischereiberuf von Heidis Mann ansehen. Außerdem steht eine reichlich Auswahl an weihnachtlicher Dekoration zum Verkauf. Nachdem ich beim Verzehr von leckeren Waffeln einen Teil des Filmes verfolgt habe, prüfe ich das weihnachtliche Deko-Angebot. Außerordentlich gut gefällt mir ein kleines hölzernes Stühlchen mit den ungefähren Maßen 30x30x60 cm und ein ungefähr 60 cm großer Zwerg. Beide Gegenstände meiner Begierde bleiben wo sie sind, weil ich große Zweifel habe sie im Flieger nach Haus zu bekommen. Die Zeit schreitet voran und ich will noch etwas vom Fischerdorf sehen. Als ich nach draußen komme, hat der Himmel sich verdunkelt und es herrscht dichtes Schneetreiben. Vom Fischerdorf ist nicht viel zu sehen. Die Dorfbesichtigung fällt aus. Dann fahren wir nach Kamøyvær, dem zweiten Fischerdorf. Wir halten vor der Galerie der bekannten Künstlerin und Schriftstellerin Eva Schmutterer. Der Guide empfiehlt uns unbedingt den Besuch der Galerie , weil die Art und Herstellung der Kunst besonders sei. Das Schneetreiben hat aufgehört und ich mache zuerst einen Spaziergang durch den kleinen malerischen Ort. Dann habe ich noch knapp 15 Minuten um mich in der Galerie umzusehen. Die Bilder und Deko-Gegenstände gefallen mir ausnehmend gut. Auf die Schnelle kaufe ich ein paar Kleinigkeiten und schon geht es weiter. Wir fahren zurück nach Honnigsvåg, wo der Bus noch eine Runde durch den Ort macht und unser Guide uns die Kirche als ältestes Gebäude vorstellt. Diese sei während des zweiten Weltkrieges von den abziehenden deutschen Soldaten nicht niedergebrannt worden, wie der Rest des Ortes. Fazit: Ich hatte bei diesem Ausflug die Besichtigung einer Fischfabrik und das Gespräch mit echten Fischern erwartet. Bekommen habe ich den Besuch eines Weihnachtshauses und einer Galerie in Fischerdörfern. Ich war zufrieden mit dem Erlebten, aber vorgestellt hatte ich mir etwas anderes.
      Abends ab ca. 18 Uhr kommen wir in die Barentssee. Der Seegang wird spürbar für mein Gleichgewichtsorgan und ich nehme 2 Tabletten gegen die aufsteigende Übelkeit . Eigentlich will ich nur eine halbe Stunde ruhen, verschlafe aber das Nordkap-Buffet und werde erst um 21.00 Uhr wieder wach. Glücklicherweise habe ich noch Obst und Nüsse im Vorrat.
      Glückauf
      Charlotte

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    • Mittwoch, 27.11.19:

      SA Kirkenes : 9.20 Uhr/8.21 Uhr
      SU Kirkenes : 15.31 Uhr/16.29 Uhr

      Wetter: Teils sonnig, teils bedeckt, -5 Grad

      Heute bin ich um 6.45 Uhr schon an Deck, um das Anlegen in Vadsø zu erleben. Es ist blaue Stunde, der Himmel ist überwiegend wolkenlos und im Osten zeigt sich schon ein ganz dünner, schwacher Streifen Morgenrot. Die Luft ist klar und kalt mit -5 Grad. Ich beobachte das Be- und Entladen von Deck 5 aus. Einige wenige Reisende steigen ein oder aus. Alltag bei Hurtigruten. Für mich gehört dies auch oft zum Alltag. Nur ist meine Perspektive dann eine andere. Meistens sitze ich am Frühstückstisch und schaue das Geschehen durch die Live-Webcam an und nähre meine Sehnsucht. Heute aber bin ich auf der anderen Seite der Webcam . Wie schöööön! Nach dem Ablegen drehe ich noch ein paar Runden auf dem Umlaufdeck und werfe zwischendurch einen Blick auf den kleiner werdenden Ort. Dann geht's zum Frühstück.
      Gegen 9.00 Uhr legen wir in Kirkenes an. Nachdem alle Passagiere, die einen Ausflug gebucht hatten, von Bord sind, mache ich mich auch auf den Weg. Das Wetter hat sich mittlerweile geändert. Es schneit. Zuerst komme ich am Denkmal für die gefallenen russischen Soldaten vorbei. Am Fuß des Denkmales liegen frische Kränze. Ein wenig weiter liegt die Andersgrotta, die während des zweiten Weltkrieges der Bevölkerung als Luftschutzraum diente. Einen Besuch plane ich nicht, da ich die Andersgrotta vor 2 Jahren bei einem gebuchten Ausflug besucht habe. Die davor stehenden hölzernen Wegweiser lichte ich jedoch ab. Es hat aufgehört zu schneien. Ich gehe weiter und komme zum Stadtzentrum. Die Kirche an der Kirkegata kann ich nur von außen betrachten. Sie ist geschlossen. Die Straßenschilder sind in norwegischer und russischer Sprache. Weiter geht es durch die kleinen Einkaufsstraßen. Und dann ist es wieder passiert. Ich weiß nicht mehr weiter. Den mitgenommenen Stadtplan finde ich mit seinen verschiedenen Ausschnitten unverständlich. Und die App und ich sind geschiedene Leute! Aber Rettung naht. Ein freundlicher, holländischer Auch-Hurtigruten-Reisender, den ich um Rat frage, erweist sich als erfahrener Vielfachreisender und Retter, der mir den richtigen Weg weist. Ich komme im dichten Schneetreiben wie eine Schneefrau zurück zum Schiff. Bald verlässt MS Polarlys Kirkenes . Jetzt sind wir das südgehende Schiff. Bloß keine Sentimentalität aufkommen lassen. Wir kommen in die Barentssee, das Meer wird kabbelig und ich beruhige meinen Gleichgewichtssinn wieder mit Reisetabletten.
      Nächster Hafen ist Vardø . Diesen sollen wir um 17.15 Uhr verlassen. Irgendwo haben wir Verspätung eingefahren, die ich aber nicht mehr erinnere. Dann kommt die Durchsage, dass die Abfahrt auf 18 00 Uhr verschoben wird. Es gibt Probleme mit einem Seitenstrahlruder. Die Probleme sind wohl behoben, denn um 18 00 Uhr geht es weiter.

      Donnerstag, 28.11.19:

      SA Hammerfest : geht nicht auf/8.34 Uhr
      SU Hammerfest : " " / 13.50 Uhr

      Wetter: bewölkt, -6 Grad, Wind bis WS 6

      Morgens ist es bedeckt. Gegen 11.00 Uhr klart es auf. Das Expeditionsteam lädt zum Treffen auf Deck 7 ein. Es gibt von Jan einen Vortrag zum Point of Interest Melkøya. Es pfeift ein eisiger Wind, gegen den man sich anlehnen muss. Es sind laut Angabe eines Lektors bei der Gruppenreise aber nur Windgeschwindigkeiten von 40 Stundenkilometer. Gefühlt ist aber mehr. Die Temperatur von -6 fühlt sich mit Windchillfaktor auch wie - 25 Grad an. Es IST kalt! Alle drängen sich mit einem besonderen Gratis-Energiekaffee im überdachten Bereich von Deck 7. Jan erzählt über die Gasverflüssigungsanlage, die von dem nordöstlich liegenden Gasfeld "snø hvit" (Schneewittchen) beliefert wird und über die Bedeutung von Gas und Öl für die norwegische Wirtschaft und den Staat.
      Um 11.30 Uhr laufen wir mit 45 Minuten Verspätung in Hammerfest ein. In Hammerfest ist das Wetter leicht diesig bis sonnig und immer noch kalt. Die Bürgersteige sind geräumt, aber am Straßenrand liegt zu Eis gewordener Schnee und ich bin froh, dass ich die Spikes unter die Stiefel geschnallt habe.

      Jetzt muss ich unterbrechen. Die Brücke meldet POLARLICHT!
      Glückauf
      Charlotte

    • Fortsetzung zu Donnerstag, 28.11.19:

      In Hammerfest mache ich einen kleinen Rundgang und komme am Rathaus vorbei. Der Vorplatz wird geschmückt von zwei blauen Bögen, die die Meridiane symbolisieren sollen. Sie werden flankiert von zwei silbernen Eisbären. Ich bummele durch die Geschäftsstraße und mache zum Schluss einen Abstecher in den Eisbärenclub.
      Abends um 20.30 Uhr wird Polarlicht gemeldet. Ich sause in meine Kabine, ziehe mich um und rauf auf Deck 7. Dort stehen viele Mitreisende mit und ohne Fotoapparat auf dem verdunkelten Deck und schauen fasziniert in den Himmel. Es ist schwaches Polarlicht, was aussieht wie graue Schleierwolken. Nach dem langen Warten bin ich aber auch damit zufrieden. Ich sehe, wie es sich bewegt. Mal wird es schwächer, dann wieder etwas stärker. Eine gute Stunde bleibe ich an Deck.
      Glückauf
      Charlotte

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      Freitag, 29.11.19:

      SA Harstad : 10.45 Uhr/8.40 Uhr
      SU Harstad : 12.37 Uhr/14.43 Uhr

      Wetter: wechselhaft, - 6 Grad

      Heute stehe ich früh auf, denn ich habe den Ausflug "Inselwelt der Vesterålen" gebucht. 3 Reisebusse machen sich auf den Weg zu einer kleinen Stadtrundfahrt durch Harstad und dann weiter vor die Tore von Harstad zur Trondenes-Kirche, welche auf eine über 750-jährige Geschichte zurückblicken kann. Der Pfarrer hält eine kurze ökumenische Andacht in englischer und deutscher Sprache. Anschließend darf die Kirche besichtigt und fotografiert werden. Ein kurzer Weg führt dann in das Museum " Trondenes Historiske Senter" (Das historische Zentrum von Trondenes ), welches mehr als 2000 Jahre Geschichte der Region zeigt. Dann geht die Fahrt weiter über Hemmestad nach Refsnes. Der Guide erzählt während der Fahrt über die landwirtschaftliche Produktion des Gebietes. Bevor wir Refsnes erreichen machen wir einen kurzen Fotostop am Fjord. Bei fast blauem Himmel mit rosa Wolken schauen wir auf schneebedeckte Berge am blauen Fjordwasser. Postkartenkitschigschön! Von Refsnes setzen wir mit einer Fähre nach Flesnes über. Das Wetter hat sich geändert. Es schneit heftig. Man sieht kaum etwas. Dann geht es weiter nach Sortland , wo wir wieder an Bord gehen sollen. Kurz vorher wollen wir aber über eine Brücke fahrend MS Polarlys unter uns durchfahren sehen. Daraus wird fast nichts, weil die Busfahrer wegen des dichten Schneetreibens das herannahende Schiff zu spät sehen.
      Am Abend gibt es kurz vor dem Einlaufen in Stamsund noch Polarlichtalarm. Das Polarlicht war schwach und dann im Hafen erst wegen der Helligkeit und dann wegen erneuter Schneeschauer nicht mehr zu sehen.

      Samstag, 30.11.19:

      SA Brønnøysund : 9.44 Uhr/8.26 Uhr
      SU Brønnøysund : 14.14 Uhr/15.32 Uhr

      Wetter:teils sonnig, teils Schneeschauer, 1 Grad

      Gegen 9.00 Uhr überqueren wir den Polarkreis . Den Lebertran und den Löffel lasse ich aus. Gegen 13 00 Uhr passieren wir die " Sieben Schwestern ", von denen aber nur sechs Zuhause sind. Die Siebte versteckt sich im Nebel. Am Nachmittag gegen 15.00 Uhr erreichen wir Brønnøysund . Ich laufe durch den Ort und entdecke das Hinweisschild darauf, das dort die Küstenmitte Norwegens ist. Ab 22.00 Uhr gibt sich die Folda die Ehre und schaukelt das Schiff mit Wellenhöhen von 3 bis 4 Metern und Wind mit 8 Beaufort.
      Glückauf
      Charlotte

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      Mittlerweile bin ich wieder Zuhause und möchte noch den Rest des Kein-Liveberichts nachliefern. Und für alle, die es vielleicht vermuten: Nein, ich habe mich nicht verlaufen und erst jetzt nach Hause gefunden. :woot:

      Sonntag, 01.12.19:

      SA Trondheim : 9.26 Uhr/8.19 Uhr
      SU Trondheim : 14.47 Uhr/15.54 Uhr

      Wetter: zuerst Schnee, später Regen, 1 Grad

      Um 7.20 Uhr legen wir in Trondheim an. Petrus lässt es kräftig schneien. Wenn man aus dem Fenster schaut und den Blick dann durch das Schiff schweifen lässt kommt eine gemütliche und vorweihnachtliche Stimmung auf. Es ist der 1. Advent. Die fleißigen HR-Mitarbeiter haben das Schiff außen und innen geschmückt mit Lichtern und Sternen in den Fenstern. Überall sitzen kleine zwergenhafte Wesen herum, denen die Mütze bis auf die Nase gerutscht ist. Auch ein großer Tannenbaum, der über zwei
      Etagen reicht, wurde festlich geschmückt. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen treffen wir MS Nordlys. Die Kapitäne verzichten auf lautstarke Begrüßung. Heute müssen wir uns auf den Abschied vorbereiten. Es ist der 11. Reisetag und um 11.00 Uhr gibt es die Ausschiffungsveranstaltung und um 15.00 Uhr den Abschied vom Expeditionsteam. Um 16.30 Uhr legen wir in Kristiansund an. Mittlerweile regnet es. Ab ca. 17.00 Uhr sind wir auf der Hustadvika unterwegs. Die Strecken, die das Schiff auf offener See fährt, sind übrigens im Tagesprogramm angegeben. Ich kann mich nicht erinnern, ob das bei den anderen Reisen auch so war. Vor einer halben Stunde habe ich angefangen den Koffer zu packen. Plötzlich meldet sich wieder mein Gleichgewichtsorgan und protestiert heftig gegen das Stampfen. <X Aber die eingeworfenen Tabletten bringen lange keine Erleichterung. Aus mir würde wohl keine ordentliche Seefrau. Das letzte Abendessen an Bord lasse ich ganz freiwillig ausfallen.

      Montag, 02.12.19:

      SA Bergen : 9.18 Uhr/8.22 Uhr
      SU Bergen : 15.37Uhr/16.32 Uhr

      Wetter: bedeckt, 2 Grad

      Auch die Überquerung von Stadhavet von 3.00 Uhr bis 5.00 Uhr registriere ich. Zum Glück ohne weitere Übelkeit. Das Frühstück um 7.30 Uhr schmeckt wieder. :D Dann heißt es Koffer zum nächsten Aufzug stellen und die Kabine räumen. Die Zeit bis zur Ankunft in Bergen verbringe ich mit dem wehmütigen Betrachten der vorbeiziehenden Landschaft, verabschiede mich von Mitreisenden und einem letzten Mittagessen an Bord. Mit ein paar Tränen verabschiede ich mich von MS Polarlys. ;( Ein Taxi bringt mich bei Bergenwetter zum Hotel. Am Abend verabschiede ich mich nochmal von meinem Daheim der letzten 12 Tage.

      Dienstag, 03.12.19:

      SA Bergen : 9.20 Uhr/8.24 Uhr
      SU Bergen : 15.36 Uhr/16.31Uhr

      Wetter: regnerisch, 6 Grad

      Beim heutigen Aufwachen fehlt mir das Schaukeln des Schiffes und seine typischen Geräusche. Ach ja, ich bin ja im Hotel! Nach einem ausgedehnten Frühstück mache ich mich auf den kurzen Weg zu den Kunstmuseen KODE 2 und 3. Im KODE 2 gibt es die Ausstellung von Werken Edvard Munchs „There are Worlds Within Us“.Dort treffe ich Mitreisende vom Schiff. Im KODE 3 gibt es Werke von Munch und die Rasmus Meyer Collection zu sehen. Von Munch sind Teile seiner Fotoarbeiten unter dem Titel „The Experimental Self. Edvard Munchs Photography“ zu sehen. Die KODE-Museen 1 bis 4 sind für den Preis von 130 Kronen alle zu besichtigen. Die Eintrittskarte gilt an zwei Tagen.

      Nach so viel Kunst zog es mich zum nahegelegenen Weihnachtsmarkt auf dem Festplassen. Dort gab es außer norwegischen auch Angebote aus anderen europäischen Ländern. Z. B. aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Italien. Die Stände sind teilweise in „Glashäusern“ untergebracht. Für Weihnachtsmusik aus der Konserve ist auch gesorgt.

      Nach einer Pause im Hotel mache ich mich am späten Nachmittag noch einmal auf den Weg zum Hurtigrutenterminal. Dort gehe ich MS Lofoten besichtigen. Ich bin sehr beeindruckt, gehe treppauf und treppab. Um 21.00 Uhr muss ich das Schiff verlassen haben. MS Lofoten hat wirklich viel Atmosphäre. Ich verabschiede mich endgültig vom Terminal und gehe noch Knäckebrot einkaufen, welches mir an Bord so gut geschmeckt hat. Ich hoffe, ich habe die richtige Sorte erwischt. Und wenn ich einen Livebericht schreiben würde, dann würde ich möglicherweise berichten, dass ich mich nicht verlaufen habe. :thumbsup:

      Mittwoch, 04.12.19:

      Der Tag ist der Rückreise gewidmet. Ich melde mich online bei Flybussen an und kaufe ein Rückfahrtticket zum Flughafen, welches 30 Kronen billiger ist als beim Kauf beim Busfahrer. Noch etwas Geld hätte ich sparen können, wenn ich am Ankunftstag ein Hin- und Rückfahrticket gekauft hätte. Das Flugzeug von Bergen nach Amsterdam verschwindet ganz schnell nach dem Start in den Regenwolken. Der Blick von oben auf die Stadt fällt leider aus. Nach dem Flug von Amsterdam nach Düsseldorf werde ich von GöGa abgeholt und bin um 23.30 Uhr Zuhause.

      Samstag, 07.12.19:

      Nachwort:

      Es war wieder eine wunderbare Reise mit vielen schönen Momenten, Eindrücken und netten Menschen. Richtig grünes/farbiges Polarlicht habe ich mit bloßem Auge immer noch nicht gesehen, obwohl es jetzt die dritte Reise zur dunklen Jahreszeit war. Ich muss also wohl über eine Wiederholung nachdenken … :love: Auch der zeitweise Protest meines Gleichgewichtsorgans wird mich nicht davon abbringen.

      Das alles würde ich erzählt haben, wenn ich einen Livebericht geschrieben hätte. Allen Fories, die meinen Gedanken gefolgt sind, danke ich ganz herzlich. :flower:
      Glückauf
      Charlotte

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      Danke für den "Nicht-Live-Bericht!" :)

      Charlotte wrote:

      Ich kann mich nicht erinnern, ob das bei den anderen Reisen auch so war

      Bei meinen Reisen stand es meistens auf dem Tagesbefehl, obliegt aber dem jeweiligen Reiseleiter (für den einen oder anderen Passagier ist es vielleicht psychologisch besser wenn es nicht dasteht... ^^ )

      Charlotte wrote:

      Aus mir würde wohl keine ordentliche Seefrau

      Das muss nichts heissen, ich las die Tage dass Admiral Nelson Zeit seines Lebens Seekrank wurde :whistling:
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~ Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~
      Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil !