West- und Nordgrönland mit MS Spitsbergen (6.-21.8.2017)

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    • West- und Nordgrönland mit MS Spitsbergen (6.-21.8.2017)

      Liebe Freunde Grönlands,

      Der Bericht über unsere diesjährige Reise nach Grönland mit MS Roald Amundsen habt ihr ja gerade gelesen.
      Nun habe ich den Eindruck bekommen, dass hier im Forum eine große Fan-Gemeinde für Grönland unterwegs ist. Also schiebe ich noch einen Bericht nach.
      Die Reise ist zwar schon 2 Jahre alt, sie ist uns aber noch so gegenwärtig, dass ich euch noch einen Bericht davon nachreichen möchte. Die Admins werden ihn dann in das richtige Jahr ins Archiv 2017 schieben, wenn er fertig ist und ihr ihn gelesen habt.

      Zunächst mal nur die Vorgeschichte.
      Genau weiß ich es nicht mehr, wie wir auf den gedanken kamen, mal eine Expeditionsreise mit Hurtigruten zu machen, wir waren bis dato nur einmal in 2008 die Hurtigrute mit der MS Richard With gefahren B-K-T.
      Also bestellten wir uns wohl sicherlich die Kataloge, und dann fiel unser Blick auf Grönland und beim zweiten Blick noch auf das kleine neue Schiffchen, die MS Spitsbergen, die in 2017 auf ihre erste Arctis Saison starten sollte. Frühbucherrabatt war auch noch möglich, der Blick aufs "Sparbuch" war auch OK, also warum nicht, wir hatten gebucht ... wir machen sowas immer bei unserem lokalen Reisebüro und da speziell bei einer Dame, die selbst schon Gruppenreisen mit HR betreut hatte. Sie machte uns auch Mut, sowas mal zu versuchen.
      Wenn es schon Grönland sein sollte, dann sollte es zu den Eisbergen und auch bis ganz in den Norden gehen, möglichst bis an die Eisgrenze.
      Meine Frau konnte ich damit überzeugen "Wir müssen mal im Leben noch große Eisberge sehen, aber nach Patagonien müssen wir nicht, Grönland liegt quasi vor der Haustür".
      Also wurde es die Reise mit dem Namen "Zu Gast in Thule".... da war alles drin, die Discobucht mit Ilulissat, Uummannaq, die Inuit als Hauptthema, und der hohe Norden mit dem mächenhaften Namen "Thule".
      Als Vorbereitung auf die Reise diente uns eigentlich nur das Internet , und das ausgiebig. Bücher und Reiseführer, brauchen wir nicht, dachten wir zunächst. Wir haben uns dann aber nach der Reise jede Menge Bücher gekauft - Sagas, Romane, Reisefüher.

      Warum?
      Zugegeben, ich selbst war beruflich mit den Thema "Eis in den polaren Gegenden" schon vorbelastet, ich hatte mehrere Jahre an einem Erdbeobachtungs-Satelliten mit gearbeitet, der über etliche Jahre (und noch heute) die Eisfelder an den Polen und auf Grönland vermessen sollte ... Cryosat Satellit
      Nun wollte ich mal vor Ort selbst das Eis erleben.

      Ich warte noch:
      Mit dem Bericht warte ich nun aber noch etwas, denn zZ sind hier im Forum etliche Reiseberichte über Expeditionsreisen in den Norden unterwegs. Wenn die fertig sind, mache ich weiter. Zwischenzeitlich suche ich mal die schönsten Bilder zusammen.

      Ein Video zum Einstimmen könnt ihr euch aber schon anschauen, klickt da mal drauf (es liegt auf meinem Server)
      Die Hintergrundmusik ist Grönländisch.

      und mein Lieblingsbild von der Reise

      Gruß Bernd
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      2008 B-K-T mit MS R. With
      2017 Grönland mit MS Spitsbergen
      2019 Grönland mit MS Roald Amundsen
      2020 Svalbard mit MS Spitsbergen

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    • @rs1033 Ist zwar ein bisschen wackelig, aber für freihändig ohne Stativ auf einem fahrenden wackeligen Schiffchen ganz passabel.
      Videoprogramme können zwar Filme entwackeln, aber dabei geht vom Bildfenster immer etwas verloren, und den Horizont wieder waagerecht beamen kann meines nicht, Profis haben da sicherlich etwas passendes.
      Gruß Bernd
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    • Die Reise geht los:

      Tag 1: Anreise nach Kangerlussuaq, wir gehen an Bord
      Die Flüge über Frankfurt, Kopenhagen, alle verliefen planmäßig.


      ... und wir gehen an Bord (Ortszeit etwa 22:00; MEZ 2:00)
      Am Landesteg begrüßt uns das Expeditionsteam. Tessa van Lee und Karin Strand helfen uns das erstemal, die Rettungswesten anzulegen und die Tenderboote zu besteigen,


      WOW, und das Schiff wartet schon auf uns


      Eine Ungewissheit blieb aber noch, hat unser Gepäck es auch geschafft. Es wird mit einem Ponton im Container zum Schiff gebracht.
      Welches Glück, die Koffer stehen vor der Kabinen-Tür. So ganz selbstverständlich war das nicht. Wie wir später erfuhren, mußten 8 Personen ohne ihr Gepäck in See stechen.
      Gruß Bernd
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    • @Pipaluk @Bayerntroll @Ingrid Marie, ihr bekommt eine Bordkarte, also alles ganz regulär.

      Tag2: Kangelussuaq Fjord und Sismiut

      Dieser erste Morgen im Kanger Fjord war irgendwie ein Urerlebnis in Grönland. Wie gesagt, wir kannten das Land noch nicht. Ich hatte irgendwas mit Schnee und Gletschern erwartet, aber was ich sah war ein Fjord wie in Nordnorwegen ... steile hohe Berge ohne Grün und ganz oben in den Mulden noch Schneereste, warme Morgensonne, überhaupt keine Eisberge, blaues Wasser, WOW.
      Ich konnte in der Nacht sowieso nicht schlafen, also früh raus ans Oberdeck, ich war der einzige dort oben.


      Die erste Station war dann Sisimiut, das Schiff legt an der Pier an und wir haben reichlich Zeit für den Landgang. Welches Gefühl, das erstemal in Grönland spazierengehen und man kommt aus dem Staunen überhaupt nicht raus, und über uns ein blauer Himmel und wir schwitzen (viel zu warm angezogen).
      Besonders angetan hatte es mir der Hafen, mit seinem Gewusel von Schiffen aller Größen, das größte war unsere MS Spitsbergen natürlich.

      Was ich nicht erwartet hatte, es lagen jede Menge Schiffe im Hafen mit Harpunen vorne am Bug, also werden die Waler nicht fern sein.

      Über dem Städtchen (Sisimiut ist neben Nuuk die zweitgrößte Stadt Grönlands) die markante (rote) Kirche, ihr zu Füßen das örtliche Museum (die blaue ehem. Kirche). Da es aber unser erster Landgang war, wollten wir draußen und nicht in einem Museum herumlaufen , alles war so neu für uns.


      und wir sahen zum erstenmal Blumen, das hatte ich überhaupt nicht erwartet (es werden aber noch viele kommen)
      Gruß Bernd
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    • @Albatross
      ja, wir hatten wirklich viel gesehen. Wir sind auch die Hauptstraße (in Bild 10 zu sehen) rauf in die "Oberstadt" gelaufen. Da oben staunten wir über den ersten großen Supermarkt, den wir in Grönland fanden. Innen sehr gut bestückt, auch mit frischem Gemüse und Obst. Meine Frau sagte mir aber, alles sehr sehr teuer. Ist ja auch kein Wunder, das Zeugs muß von Dänemark herübergeschafft werden.

      Die Nebelwolke in dem Seitental: wir lernten später vom Expeditionsteam, dass diese morgentlichen Nebelbänke sehr typisch für die Arktis sind, die sommerliche wärmere Luft kühlt nachts über dem kalten Wasser stark ab, was niedrige Nebel bildet, die Morgensonne löst dann aber den Nebel sehr schnell auf. Das schafft sie natürlich nur für diese dünnen flachen Nebel, bei dicken Regenwolken funktioniert das nicht, die liegen dann aber auch höher.
      Gruß Bernd
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    • Tag3: Qeqertarsuaq (Disco Insel)

      Wir sind in der Disco Bucht, zunächst geht es auf die Disco Insel, morgen dann nach Ilulissat.
      Es wird unsere erste Anlandung mit den Zodiacs, aber eine s.g. "trockene Anlandung", wir müssen also nicht die am Tag zuvor ausgegebenen Gummistiefel tragen. Der Ort hat einen markanten langen Landungssteg.


      Der Ort wird kräftig verteidigt mit Kanonen und Harpunen


      Aber wir erobern das Festland und gehen auf einen Rundgang

      Fußball wird auf Kunstrasen gespielt mit Eisbergkulisse, die "Tribünen-Plätze" sind Holzpaletten. Die Grönländer sind leidenschaftliche Fußballer.

      und zum erstenmal begegnen wird den Huskys und überall stehen Schlitten in der Gegend herum

      Die Tiere leben angekettet ausserhalb des Ortes....und müssten in den warmen Sommermonaten eigentlich leiden.

      Nachmittags schließe ich mich einer ad-hoc Wanderung zu einem nahen Wasserfall an.

      Man erkennt, dass die Disco Insel vulkanischen Ursprungs ist.

      Irgendwann gehts dann wieder zurück zum Schiff (bei solchen Landgängen mit Zodiacs ist übrigens jederzeit eine Rückfahrt schnell möglich)

      Meine Frau entert das Boot, sieht schon recht gut aus.

      ...und überall schwimmen die Eisriesen

      Gruß Bernd
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    • @Albatross, stimmt, die nassen Anlandungen sind einfacher, auf den Rand setzen, Beine rüber, fertig. Ich mag die Gummistiefel aber nicht für Wanderungen, da nehm ich lieber meine eigenen Wanderschuhe.

      Ich hab noch ein Filmchen von dem Tag

      Gruß Bernd
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    • Fußball wird auf Kunstrasen gespielt mit Eisbergkulisse

      Den Fußballplatz gab es damals bei unserer ersten Reise noch nicht. Nur zwei Tore standen dort einsam am Strand.
      Ein geniales Foto ist das mit dem grünen Kunstrasen und dem Eisberg im Hintergrund. Welch grandiose Kulisse!