West- und Nordgrönland mit MS Spitsbergen (6.-21.8.2017)

    • Grönland
    • Tag 4: Ilulissat

      Heute sind wir an einem der ersten Höhepunkte der Reise, in Ilulissat mit seinem UNESCO-Weltnaturerbe Ilulissat Eisfjord.

      In der Vorbereitung an den Tagen davor gab es allerdings mit dem Expeditionsteam ziemlich Zoff, denn die Vorbereitungen und Auswahl der Reisenden für den Heliflug klappte nicht, es waren zu viele Anmeldungen und das Team hatte ein Zusatzflugzeug dazu gechartert. Trotzdem wollten alle auf den Heli, denn nur der kann oben am Gletscher auf den Felsen landen, das Flugzeug natürlich nicht und macht nur Überflüge. Es wurde dann alles neu ausgelost, selbst die die frühzeitig gemeldet hatten und zunächst auf dem Heli waren wurden wieder in den Lostopf geworfen. Mir wurde das dann zu bunt, hab mich von der Liste streichen lassen. Karin Strand vom Expeditionsteam bot dann eine geführte Wanderung zum Eisfjord an, die ich dankend annahm. Ich wollte da nämlich unbedingt hin, und alleine traute ich mich nicht so recht in unbekannter Umgebung so allein. Für mich war es eine gute Wahl, dadurch verlief der Tag wunderbar stressfrei.

      Noch zur Vorbereitung: in Sisimiut teilte der Kapitän uns mit, dass die Reise etwas umgeplant werden müßte. Der Verpflegungscontainer, der in Sisimiut erwartet war, war nicht rechtzeitig dort und wurde nach Ilulissat - 2 Tage später - umgeleitet. Ilulissat war eigentlch erst auf der Rückreise - also 10 Tage später - geplant, wurde nun also vorverlegt. Im nachhinein eine super Änderung, denn so hatten wir in Ilulissat herrlichen Sonnenschein, bei der ursprünglichen Planung wäre es grau verhangen gewesen.

      Bei der Ankunft morgens lag das Schiff zunächst auf Reede, die Pier im Hafen war noch nicht frei. Also wurde getendert.


      Gleich neben dem Landesteg liegt die kleine Werft, da mußte ich zunächst hin:


      Am Landesteg erwartete uns ein Shuttlebus, mit dem ging's dann bis zum Touri-Center


      Es war noch genügend Zeit für einen Stadtrundgang vor der Schiffsfahrt zu den Eisbergen; @Albatross hat in ihrem Reisebericht so viele tolle Bilder gezeigt u.a. von der bekannten Kirche und ihrer Umgebung, was ich hier nicht wiederholen muß. Deshalb einfach ein paar andere Bilder
      An der Straße vom Hafen hoch in die Stadt kommt man am örtlichen Museum vorbei, dem gegenüber stehen noch einige historische Lagerhäuser


      Unten an der Küste sieht man weit hinten bereits die Eisberge in dem Eisfjord, da werden wir noch hinschippern und auch hinlaufen


      Blicke auf den Hafen, aus ungewohnter Perspektive
      das große Containerschiff der Royal Arctic wird noch be-/entladen; später wird da unsere MS Spitsbergen liegen und ihren Proviant abholen.

      im Hafen liegen noch verlorene Eisbrocken aus dem letzten Winter (im Winter friert dieser Hafen gewöhlich komplett zu)


      Weihnachten ist bei den Grönländern ein ganz wichtiges Event. In der Vorweihnachtszeit wird ein riesiger Briefkasten für Santa aufgestellt. Diesen gibt es in Grönland in dieser Größe nur einmal und er wandert in jedem Jahr in eine andere Stadt.


      Dann war endlich für uns die Schiffsfahrt dran, es waren ein roter Kutter und mehrere andere Boote gechartert, wir fuhren mit "Frank".
      Was soll ich sagen, es verschlug uns den Atem, wow, waren das riesige schwimmende Klötze.
      Für die die es nicht wissen, hier vor Ilulissat laufen die großen Eisberge wegen einer dort unterwasser liegenden Endmoräne auf Grund und stauen sich.
      Im Fjord zwischen Gletscherabbruch (weit landeinwärts) und Fjordmündung hat's eine Wassertiefe von etwa 1000 m (die Eisberge können also gut schwimmen), vorne an der Moräne ist das Wasser nur 200-300 m tief. Da kommen die Riesen nur drüber, entweder wenn sie drüberrollen oder abtauen (und damit ihren Tiefgang verringern).
      Das Spektakel ist also, dass hier massiv sehr viele Eisriesen an der Fjordmündung dicht bei dicht fest liegen.


      und hier nochmals das Video der Fahrt ....Video
      mit grönländischer Hintergrundmusik.

      Nach der Schiffsfahrt sind wir dann in kleiner Runde zu Fuß zum Eisfjord gelaufen. Vorne angekommen waren wir im 7. Himmel, unvorstellbar diese Eisfelder mit den Eisriesen mitten drin. Nun mal von der anderen Seite gesehen als vom Schiff, hier staut sich alles; an der Seeseite ist das Kleinzeugs weggeschwommen oder getaut, nur die festsitzenden Eisberge sind übrig. Alle waren in Hochstimmung, allerdings die Mücken auch. Zum Glück hatten alle ihre Moskito-Kopfnetze dabei.


      Auf dem Rückweg zum Landungssteg mit den Zodiacs sehen wir bereits, die MS Spitsbergen liegt nun im Hafen und bunkert.
      Trotzdem müssen wir mit den Zodiacs übersetzen. Wir sehen das Tenderpit ausgeklappt, ungewöhnlich für einen Hafenliegeplatz, aber anders kommen wir nicht an Bord.


      Eine kleine Nebensache: für die Schiffsfahrt wurde ich vom Expeditionsteam kurzzeitig in ihren Kreis aufgenommen. Ich wurde dazu verdonnert, für den Schiffsführer den Hurtigrutenmann (als Kontaktperson) zu spielen, und wurde in eine blaue Jacke des Teams gesteckt. Mir wurde versichert, ich bräuchte gar nichts machen, nur die blaue Jacke tragen. So war es dann auch. Anscheinend war das Expeditionsteam zu schwach besetzt, um alle Boote zu begleiten (es waren 3 Boote mehrmals unterwegs) und gleichzeitig die nächsten Gruppen rechtzeitig und vollzählig bereit zu stellen wenn die Boote zurück kamen.

      Ein unvergesslicher Tag, wir haben endlich unsere Eisberge in ihrer Mächtigkeit gesehen, das Wetter war super, das Team war klasse.
      Den für mich ausgefallenen Heliflug vermisse ich kaum. Ich glaube, der Tag wäre zu hektisch geworden, ein ruhiger Fotorundgang durch die Stadt wäre vermutlich zeitlich nicht möglich gewesen und das wäre schade gewesen.
      Gruß Bernd
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      2008 B-K-T mit MS R. With
      2017 Grönland mit MS Spitsbergen
      2019 Grönland mit MS Roald Amundsen
      2020 Svalbard mit MS Spitsbergen

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    • Herrliche Bilder, es sieht ganz anders aus, wenn das Gras grün ist und die Blumen blühen! Du hast alles richtig gemacht :thumbup: Den Heliflug wollten bei uns auch welche machen und er war ausgebucht, sie haben stattdessen das Fluzeug genommen und waren begeistert. Beim Heli landet man zwar, aber im Flugzeug sieht man besser.
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • @Albatross, ich staunte bei deinem Bild 37 Herbstfarben in West-Grönland (11. - 20.09.2019) wir könnten beide identisch an der gleichen Stelle gestanden haben, vorne die hellgrüne Moosfläche sieht gleich aus.

      Ja, bei uns war es alles schön grün, du warst 1 Monat später dort, und das ist sehr viel bei dem kurzen Sommer in der Arctis.
      Gruß Bernd
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    • Bernd60 wrote:

      (im Winter friert dieser Hafen gewöhlich komplett zu)

      Da hat der Wandel auch schon zugeschlagen, mittlerweile friert der Hafen wohl nur noch selten zu. Den Einheimischen ist natürlich klar, dass dies mit dem Klimawandel zu tun hat, andererseits sind sie nicht ganz so böse, dass sie auch im Winter ausfahren können.

      Das war der Hafen im Februar, er war durchaus nutzbar.

      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~ Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~
      Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil !


    • die nächste Perle Grönlands ist in Sicht: Uummannaq

      Tag 5: Uumannaq
      Man sagt, in Uummannaq kann man sich verlieben, sein Herz verlieren ... es stimmt tatsächlich.
      Ein richtig hübscher lebendiger Ort mit 1300-1400 Einwohnern, auf einer kleinen Insel gelegen und überragt von seinem herzförmigen Hausberg.
      Bekannt wurde der Ort auch, als in der Nähe auf dem Festland 1972 mehrere 500 Jahre alte sehr gut erhaltene Mumien gefunden wurden - sie sind heute im Nationalmuseum in Nuuk ausgestellt, wo wir sie in diesem Jahr besichtigen konnten.

      Mit einer "trockenen Anlandung" an einem Steg im Hafen gings los und wir hatten den ganzen Tag Zeit für einen Rundgang, wieder bei herrlichem Wetter.
      Hier eine nur kleine Auswahl aus einem reichen Bilderfundus:


      Auch die Kajak-Gruppe war unterwegs, draußen lagen jede Menge Eisberge rum, es muß herrlich für sie gewesen sein


      Bevor wir an Land gehen, wird es nicht langweilig, wir genießen alles was um uns herum ist, das Schiff ankert vor einer Eisbergkulisse


      Die Hurtis kommen:


      Ein Rundgang:


      Ein großer Schulkomplex mit angegliedertem Internat:

      Da oben mit der Aussicht hätte ich auch gerne mein Klassenzimmer gehabt

      Im örtlichen gut sortierten Museum sind die Überreste (zB der Motorschlitten) der Alfred Wegener Expeditionen gelagert


      ...und dazu das Video des Tages


      es war wieder ein toller unvergesslicher Tag, Grönland begeistert uns immer mehr, es stimmt alles auf dieser Reise,so kann die Reise weitergehen :love:

      Vor uns liegt ein sonniger Seetag und ganz oben im Norden erwartet uns Thule.
      Gruß Bernd
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      Tag 6: Seetag

      Der erste Blick morgens fällt auf den TV Schirm in der Kabine, wir sind mitten auf der Buffin Bay mit Kurs Nord nach Thule


      Der Kapitän lädt ein zu einem besuch auf der Brücke


      Der Tag vergeht mit einigen Vorträgen der Expeditionsteams und ansonsten ist der Blick in die nebelige Weite angesagt, also einfach die Seele baumeln lassen


      ab und zu schaut der blaue Himmel durch


      Tag 7: Qaanaaq (Teil 1) Ankunft in der See vor Qaanaaq
      Morgens wieder der erste Blick auf den TV Schirm, es ist Land in Sicht, aber sehr tief hängende Wolken erwarten uns:


      Draußen bieten sich aber trotzdem gute Fotomotive an, die Stimmung hat was


      Wir sind angekommen, das Schiff ankert vor Qaanaaq


      Der Blick an Land zeigt uns eine völlig andere Landschaft als wir sie bisher in Westgrönland erlebt hatten, wir sind jetzt richtig in der Arctis angekommen.
      Vor uns Qaanaaq, die "Hauptstadt" der Nordregion (genannt Thule) mit gut 600 Einwohnern.

      Überall schwimmen Eisberge herum und über dem Ort die Ausläufer des Grönland Eisschilds, der Gletscherfluß fließt mitten durch den Ort, keine Hafenanlage, sondern "Sandstrand", zum Baden allerdings etwas zu kühl


      Wir sind in der Zielregion dieser Reise angekommen, denn das Thema der Reise hieß "Zu Gast in Thule".
      Wir werden in der Region 4 Tage bleiben.

      Fortsetzung kommt
      Gruß Bernd
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      @Bernd60
      Danke für deinen interessanten Bericht und die wunderschönen stimmungsvollen Bilder. Grönland muß schon ein ganz besonderes Land sein mit vielseitiger Natur, gegensätzlichen Landschaftsformen und durch die Jahreszeiten bedingtes wechselndes Aussehen. Interessant auch wie die Menschen sich all dem in ihrer Lebensart angepaßt haben und immer wieder anpassen müssen. Deine Begeisterung und auch die anderer Fories für diesen Teil der Welt kann ich gut verstehen. :)
      Liebe Grüße von Trollebo
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      @Trollebo, ja ein Grönland-Virus kann einen richtig krank machen, Heilung verspricht nur eine Wiederholungs(un)tat.
      @Albatross, ja die Stimmung mit den Wolken hat was, super wenn Lücken für die Sonne sich auf tun.

      und weiter geht's mit
      Tag 7: Qaanaak (Teil 2)
      Der Ort als Kreisstadt der Region ist mit einer kompletten Infrastruktur ausgestattet:
      ein Krankenhaus mit Arzt und OP-Möglichkeit, ein Alters/Pflegeheim, ein Hotel, Satellitenkommunikation, Poststation, Supermarkt, Kommunalverwaltung, Kraftwerk (Dieselgeneratoren), Kirche, Schule mit Internat, Kindergarten, Helikopter-Landeplatz,
      eine Fischfabrik, großes Öllager (für E-Werk, Haushalte, Boote)

      Als Besonderheit: hier ist eine permanente Messstation des Erdmagnetfeldes installiert (im Verbund mit anderen Stationen in Nordkanada wird damit der Magnetische Nordpold ständig lokalisiert, zZ liegt er in Nordkanada).
      Übrigens die Gemeinde würde die Messstation gerne los werden, weil sie die Hang gerne bebauen würde. Zur Zeit muß der Hang frei von Bebauung bleiben, weil das sonst die Messungen stört.

      Zunächst mal eine Beschreibung des Ortes wie er vor uns liegt vom Schiff aus gesehen:

      Oben die weiße große Satellitenschüssel,
      rechts oben die gelben Gebäude: Krankenhaus und Altersheim
      mittig am Hang: die große Schule mit Internat
      vorne unten rechts grünes Gebäude: Kommunalverwaltung
      gegenüber das große rote Gebäude: der Supermarkt
      blaue Schornsteine in der Mitte: Kraftwerk
      oben links rote Gebäude: das Hotel
      am Hang das untere blaue Flachgebäude: die Messstation des Magnetfeldes
      am rechten Rand: die Kirche ... weiter rechts außerhalb des Bildes der Friedhof.

      Die Hurtis kommen:


      es wurde eine Wanderung außerhalb des Ortes angeboten, deshalb muß ein Gewehr dabei sein zum Schutz (Abschreckung) vor Eisbären

      Ich bin lieber wieder auf Fotosafari gegangen:


      Panorama von oben ... kann vergrößert werden

      zwischen dem lila Häuschen und der Kirche liegt der große Schul/Internat-Komplex

      es kommt noch was
      Gruß Bernd
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      Trollebo wrote:

      wie die Menschen sich all dem in ihrer Lebensart angepaßt haben und immer wieder anpassen müssen

      Leider übernehmen Sie aber auch Dinge unserer Zivilisation, von denen wir wissen, wie schädlich sie für die Umwelt sind. So gab es z.B. in Quasigiannguit (ca. 1200 Einwohner) in einem Supermarkt ein ca. 3m langes Regal nur mit Einwegschirr und -besteck in allen Etagen. Bei Kenntnis der Art der Müllentsorgung ahnt man schon das Ausmaß der Umweltverschmutzung.
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      Tag 7: Qaanaaq (Teil 3)

      In der Kirche gab es Chorgesang und den traditionellen Trommeltanz geboten.... wir durften fotografieren
      1. Das Christusbild über dem Altar der Kirche: es zeigt Jesus Christus mit warm gekleideten Inuit-Kindern und nicht (wie eigentlich üblich) barfuß, sondern mit warmen Strümpfen. Die Inuit meinten, es wäre ihm barfuß in der eisigen Gegend dort zu kalt.
      2. Die junge Dame gestiefelt und in Rot: war Studentin in Nuuk, war extra nach Qaanaaq geflogen um zu dolmetschen (Inuit <-> Englisch)
      3. Eines unserer Reisepaare hatte ein Kleinkind dabei (ca. 1,5 Jahre alt), sehr mutig, aber es lief alles sehr gut. Er wurde der Liebling des ganzen Schiffes.

      Diese Bilder haben Bezug zu einer anderen Siedlung, die früher Uummannaq hieß ... nicht das Ummannaq das wir vorgestern besuchten, sondern das heute Dundas heißt. Die Einwohner von Uummannaq mußten 1953 ihre Siedlung verlassen (warum, erzähle ich euch wenn wir dort sind).
      Die meisten siedelten hierher in das nahe gelegene Qaanaaq und und nahmen mit:
      • eines ihrer historischen Häuser: die Handelsstation die von Knud Rassmussen und Gustav Olsen dort gegründet wurde .... dieses Haus ist heute in Qaanaaq das örtliche Museum
      • den Gedenkstein an ihren Gründer Gustav Olsen, er war Missionar in der Missionarsstation und organisierte die ersten Verbindungen zu den Inuit des Nordens mit Versorgungsschiffen
      • das Altarbild in der Kirche (die Kirche selbst wurde abgebaut und nach Ittilek gebracht und steht dort heute (wir werden sie noch sehen)


      Als es Zeit war zum Schiff zurück zu tendern, hatte inzwischen die Flut eingesetzt, und das Team hatte die Landestelle von dem (nun unter Wasser liegenden) Hafen-Schutzwall an den Strand verlegt.

      Die Durchfahrt durch den Schutz/Steinwall ist nur markiert mit einer winzigen Boje, ist nur was für Kenner. Der Steinwall schützt die Anker-Liegeplätze der kleinen Boote wenigstens etwas gegen die offene See.

      Abends konnten wir noch eine wunderbare Abendstimmung zwischen den Eisbergen genießen, da mußte sogar der Kapitän sein Erinnerungsfoto schießen.

      Gruß Bernd
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      Tag 8: Siorapaluk (Teil 1)
      Wir sind in Siorapaluk, der nördlichsten Siedlung Grönlands, angekommen.

      Leider regnet es. Weil die Einwohner deshalb ihre Verkaufsstände nicht aufstellen konnten, hat der Kapitän das ganze Dorf auf das Schiff eingeladen und sie konnten an Bord ihre Kunstgegenstände und Jagdtrophäen anbieten.

      Hier leben zZ dauerhaft nur 40-50 Einwohner. Es gibt eine Schule (bis zur 7. Klasse), einen Laden mit Poststation, einen Heli-Landplatz, Kapelle (wird auch als Versammlungsraum und Sporthalle genutzt), Krankenstation, Servicegebäude (mit Duschen und Waschhaus), Dorfbüro, Stromversorgung mit Diesel-Kraftwerk, Telecommunikation.
      Einmal im Jahr kommt ein Versorgungsschiff; Versorgungsverbindung im Winter nach Qaanaaq mit Schlitten über das Eis.
      Im Winter muß es hier sehr sehr einsam sein und bitter kalt




      Mir wurde von jemandem gesagt, der schon oft in Qaanaaq war, dass die zahlreichen Walross-Schädel vermutlich auf dem Dach eines örtlichen Künstlers lagern und zu Kunstwerken verarbeitet werden. Ein einzelner Jäger dürfte so viele Tiere gar nicht erlegen.

      Fortsetzung kommt .... der Tag ist noch nicht zu ende.
      Gruß Bernd
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      @rs1033, Der Bergrutsch war ja bereits im Juni, wir kamen im August. Vom Expeditionsteam wurde eine Info ausgehängt, aber Näheres weiß ich gar nicht mehr....und wir hatten keine Einschränkungen, morgens lagen wir vor Uummannaq. Wir hatten in der Gegend keine weiteren Anlandungen. Abends ist das Schiff dann raus auf die offene See mit Kurs Nord nach Thule. Der Karrat-Fjord liegt nordlich von Uummannaq, und in den Fjord sind wir nicht reingefahren.

      Ja, der Tsunami war mit über 90 m Wellenhöhe gewaltig.
      Wiki-Zitat:
      Die anfänglich über 90 Meter hohe Flutwelle erreichte nach ca. sieben Minuten den etwa 32 Kilometer westsüdwestlich gelegenen Ort Nuugaatsiaq mit einer Wellenhöhe von etwa zehn Metern.
      Gruß Bernd
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      Tag 8: Siorapaluk (Teil 2)

      Noch ein paar Bilder über den Besuch der Einwohner auf dem Schiff.
      Zunächst mußten sie natürlich die Rettungswesten anlegen, sonst geht's nicht aufs Tenderboot.


      Auch der Kapitän interessierte sich für einiges; ich vermute aber sehr stark dass von den Jagdtrophäen und Naturalien wohl niemand etwas gekauft hatte.

      Für die Kinder muß es ein unvergesslicher Tag gewesen sein, es waren 3-4 Kleinkinder dabei.
      Sie stürzten sich sofort auf den Bordshop, entdeckten sehr schnell die Stofftiere (knuddelige Seehunde, Eisbären, Orcas und Pinguine waren dabei) und schlossen sie sofort in ihre Arme. Wiederhergeben nur unter Tränen; einige Passagiere zückten ihre Bordkarten und jeder bekam seinen Liebling geschenkt, tolle ad-hoc Action.

      Dann war aber am Nachmittag Zeit, Abschied zu nehmen. Mit einem Schiffssignal wurde der Anker eingeholt und die Reise ging weiter.
      Wir wollten am nächsten Tag ja noch so weit wie möglich nach Norden bis zur Eisgrenze.

      Aber die Eisfelder kamen schon recht früh und Kurs Nord wurde für diesen Tag abgebrochen.

      In der Ferne wurde sogar ein Eisbär gesichtet, mein Teleobjektiv hat aber nichts einfangen können.

      Mein Video:


      Es sollte unsere einzige Begegnung mit Eisfeldern bleiben, wir blieben am nächsten Tag südlicher weil auch noch ruppiger Wind aufkam. Eine Mixtur aus Eisschollen und Wellen mag kein Schiff ;)
      Gruß Bernd
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      ja Kalaallisut (zu Deutsch: Grönländisch), eine Sprache, die mir wohl ewig verschlossen bleibt....die armen Schulkinder, wenn aus einem ganzen Satz ein einziges irre langes Wort werden könnte ?( :rolleyes:
      Gruß Bernd
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      Genau. Gesehen am Tankkiosk in Sisimiut. Keine Ahnung, was es heißt, aber möglicherweise so etwas wie wie "Bin gleich zurück" oder "vorübergehend geschlossen" oder so. :D
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX // 4/16 FR // 3/18 VE // 7/19 FR