Auf die Vierte geht´s zu viert (Familienausflug) – MS Polarlys 15.-29.09.2019

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    • Auf die Vierte geht´s zu viert (Familienausflug) – MS Polarlys 15.-29.09.2019

      Vorwort

      Wie konnte es nach unseren ersten Reisen dazu kommen, dass wir für dieses Jahr nochmals gebucht haben ?

      Als wir nach unserer dritten Hurtigruten-Reise die Familie mit unseren Norwegen-Erlebnissen nervten und sie uns immer wieder teilweise mitleidsvoll ansehen, rutschte mir ein verhängnisvoller Satz aus dem Mund. Ich fragte unsere Jungs, ob sie denn nicht einmal auch so eine Reise mitmachen wollten. In diesem Moment war mir die Brisanz des soeben in den Raum gestellten Satzes nicht klar. Das änderte sich allerdings innerhalb weniger Sekunden. Beide sagten nämlich “ja, gerne !“. Sie gingen eigentlich schon mehrere Jahre ihre eigenen Wege und erlebten so auch ihre eigenen Ferien. Nun kam da aber eine Antwort, die ich nicht mehr so einfach überspielen konnte – ich war gefangen und musste nun auch Wort halten.

      In den nächsten Tagen gingen wir dann tatsächlich die Planungen an. Zuerst musste ein Reisetermin gesucht werden und dann natürlich an den jeweiligen Arbeitsstellen bezüglich des Urlaubs nachgefragt werden. Es war gerade der April 2018, und die Arbeitgeber guckten nicht schlecht, wenn jetzt schon jemand nach dem Urlaub 2019 nachfragt. Schnell stellte sich dann heraus, dass der September als Termin für die Reise überall passen würde. Da wir mit der MS Polarlys bisher immer gute Erfahrungen gemacht hatten, konnten wir uns auf das Schiff einigen. Die Auswahl des Schiffs grenzt dann natürlich auch den genauen Fahrttermin ein, und so kamen wir terminlich auf die Reise vom 16.-27. September 2019.

      Nachdem das Schiff und der Termin feststanden, wurde es nun Zeit die Kabinen zu wählen. Bei der Auswahl der Kabinen spielten dann auch etwas die Kosten mit und so einigten wir uns so, dass eine Kabine auf Deck 5 (P2D) mit Doppelbett und eine auf Deck 3 (N2) gebucht werden sollte. Da man sich eigentlich nur zum Schlafen in der Kabine befindet, war das eine gute Lösung. Nun konnten wir unser Reisebüro mit diesen Daten füttern und um ein Angebot bitten. Das Reisebüro wiederum lies sich nicht lange bitten und schickte uns umgehend die gewünschten Unterlagen. Da meine Göga und ich jeweils eine eigene 1893 Ambassador-Mitgliedschaft besitzen, wurde diese so eingesetzt, dass wir auf beide Kabinen einen Rabatt bekamen. Das Angebot war also so in Ordnung und wir konnten es bestätigen. Mit dieser Bestätigung kam sofort wieder Vorfreude auf, auch wenn es noch gut sechzehn Monate bis zur Reise dauern sollte.

      Die nächsten Monate gingen dann ohne viele Aktionen ins Land. Zum Herbst hin wurde es dann möglich einmal das Hotel für die Übernachtungen vor und nach der eigentlichen Schiffsreise zu buchen. Ziemlich zeitgleich konnten auch die Flüge gebucht werden. Dazu sei gesagt, dass wir unsere erste Hurtigruten-Reise als Pauschalreise gebucht hatten. Auf Grund von vielen Informationen, insbesondere aus dem Forum, planten wir die folgenden An- und Abreisen immer selbst. Die Pläne sollten natürlich nicht zu eng gestaltet werden, da diese ja eigenverantwortlich sind, aber mit dem gesparten Geld kann man mindestens eine Übernachtung von und nach der Reise einplanen. Es hat auch den Vorteil, dass man sich in Bergen und Umgebung noch etwas umsehen kann. Auch der Besuch der Schiffe des Vortages und/oder des folgenden Tages wird möglich.

      Die An- und Abreise planen wir bis jetzt immer mit KLM von Hamburg über Amsterdam nach Bergen . Der Flug geht morgens kurz nach sechs Uhr und man ist kurz vor dem Mittag in Bergen im Hotel. Das ermöglicht auch an diesem Tag noch einige Unternehmungen. Als Hotel haben wir bis jetzt immer das Thon Hotel Orion zwischen Bryggen und der Festung Bergenhus gewählt. Es ist uns einmal empfohlen worden und es gefällt uns auch, weil es etwas außerhalb der City, in einem ruhigen Bereich liegt.

      Kurz vor der Reise wurden dann auch noch die Flybussen-Tickets gebucht. Hier war es noch kurz vorher nicht klar, inwieweit die Flybussen in diesem Jahr auf Grund der Straßenbauarbeiten in Bergen sinnvoll sind. Es hatte sich dann aber doch gezeigt, dass wir unser Hotel mit dem Bus erreichen und auch wieder in Richtung Flughafen verlassen konnten.

      Ungefähr zwei Tage vor der Anreise wurde noch ein Großraum-Taxi für die Fahrt zum Hamburger Flughafen bestellt. Die Dame in der Taxi-Zentrale sagte mir zwar, dass ein Großraum-Taxi etwas mehr kosten würde, aber das war mir egal. Es sollten ja immerhin vier Erwachsene und eine Menge Gepäck transportiert werden.

      Bald geht es mit der Anreise los …
      Gruß Volkmar

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    • Sonntag, 15. September 2019 – Tag 0 (Anreise)

      Im Vorwort hatte ich auf die zeitlich recht günstige Flugverbindung von Hamburg über Amsterdam nach Bergen hingewiesen. Ja, man ist mit ihr tatsächlich früh in Bergen , aber dafür muss man auch viel früher aufstehen. Ja, und heute war der Tag des frühen Aufstehens gekommen. Es klappte aber mit dem Aufstehen. Einer unserer Söhne schlief schon die (kurze) Nacht bei uns, der andere kam am Morgen zu uns.

      Pünktlich kurz vor vier Uhr versammelten wir uns mit dem Gepäck an der Straße und es kam da auch eine Taxe …! Was da aber angefahren kam, war von jedem deutlich als eine Limousine und nicht als Großraumtaxe zu erkennen. Ich sah mit der Taxe ein erstes Problem auf uns zukommen, und es kam immer näher. Es erwies sich tatsächlich als das für uns bestellte Fahrzeug, nur hatte man bei der Auftragsannahme das Kreuz bei „Großraumtaxe“ wohl vergessen. Der Fahrer konnte nichts dafür, man habe ihm nur den Auftrag gegeben, was ich auch verstand. Ich hatte trotzdem zu diesem Zeitpunkt eine kräftige Erhöhung meines Blutdruckes bemerkt. Doch manchmal ist Gott „mit den Dummen und Hilflosen“, wie man hier sagt. In diesem Moment kam zufällig eine Taxe, zwar auch kein Großraumtaxi, aber deutlich größer, die Straße entlang gefahren und fragte (also der Fahrer fragte), ob er uns helfen könnte. Ich schilderte kurz die Lage und die beiden Fahrer einigten sich, dass wir das andere Taxi nehmen konnten. Wir hatten also damit die erste Aufgabe gelöst und damit die Fahrt zum Flughafen bekommen.

      Es war nun ungefähr 04:30Uhr als wir den Flughafen erreichten. Er war schon gut besucht und viele Taxen und Busse luden ihre Reisenden aus. Für diese Uhrzeit fand ich es schon für ein recht hohes Aufkommen von Reisenden. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich zum Glück noch nicht, was noch für Aufgaben, bzw. Prüfungen bis zum Abflug folgen sollten.

      Vielleicht muss ich jetzt einmal kurz einfügen, dass ich zwar kein Vielflieger bin, aber grundsätzlich ganz gut um die Abläufe am Flughafen bescheid weis. Zwei Wochen vorher flog ich zuletzt ab Hamburg und damals war ich zur gleichen Tageszeit nur fünfzig Minuten vor Abflug am Terminal. Damals reichte die Zeit mehr als genug aus - heute scheinbar nicht …

      Wir betraten das Terminal und standen mitten im Leben. Um uns herum nur fremde Leute mit noch mehr Koffern. Trotz meiner Größe war es mir im Moment nicht möglich einen Überblick zu bekommen. Eine Menschenschlange stand zwei Mal gewunden durch beide Terminals bis zur automatisierten Gepäckaufgabe. Zum Glück waren wir schon eingecheckt, das hätte ansonsten den Durchlauf einer weiteren Schlange bedeutet. Es reichte uns aber schon so. Das wir nicht allein auf dem Flughafen sein würden war mir klar, aber diesen Ansturm hatte ich nicht erwartet. Ach ja, es waren noch 90 Minuten, bis wir den Flieger starten sehen würden.

      Es bewegte sich in der Schlange nichts, bis gar nichts und der Blutdruck stieg. Ich hatte in diesem Moment schon den Eindruck, dass hier etwas aus dem Ruder laufen würde. Da es heutzutage kaum noch Schalter mit ansprechbarem Personal gibt, suchten wir nach Lösungen. Aus der Schlange heraus sahen wir an einem Schalter für Sperrgepäck ein KLM-Emblem. Ich besuchte den Schalter und versuchte mit dem Personal eine Möglichkeit der Abfertigung zu finden. Im Moment konnte er uns noch nicht helfen, aber wenn wir die Gepäckabgabe bis dreißig Minuten vor dem Start nicht erreicht hätten, dann sollten wir noch mal zu ihm kommen. Es war eine kleine Sicherheit, aber nicht viel mehr. Wir blieben also in der Schlange und tatsächlich hatte es langsam den Anschein, dass auch das Flughafenpersonal die im gesamten Bereich vorherrschende Lage erkannt hätte. Mit einem Mal wurden zusätzliche Bereiche und Gepäckaufgaben freigegeben und das Personal an den Abgaben wurde verstärkt. Mittlerweile waren es noch dreißig Minuten bis zum Start, wir waren unsere Koffer los, aber es stand noch die Sicherheitskontrolle bevor. Hier ging es zum Glück relativ gut durch, es muss ja schließlich sein. Wir erreichten das Boarding eine Minute vor dem Schließen. Schweißgebadet nahmen in den Sitzen der Maschine nach Amsterdam Platz.

      Der Flug verlief absolut ruhig und es gab die Möglichkeit einer ersten Nahrungsaufnahme. Pünktlich landeten wir in Amsterdam. Da wir diese Strecke schon öfter geflogen waren, kannten wir uns schon relativ gut aus und erreichten das weiterführende Gate innerhalb weniger Minuten. Es war auch an diesem Sonntagmorgen noch relativ wenig los im Flughafen.



      Nach dem wir von Hamburg nach Amsterdam mit einer Boeing 737 geflogen sind, ging es mit einer Embraer 190 weiter nach Bergen . Schon bei der Buchung wählte ich die Sitzplätze entsprechend der Flugrichtung aus. So hätten wir bei gutem Wetter jeweils die norwegische Küste sehen können. Wir hätten etwas sehen können, wenn nicht zufällig genau jetzt die Ausläufer des von Amerika kommenden Wirbelsturms über Skandinavien gezogen wären. Der Flug war erst noch sehr ruhig. Allerdings machte uns der Kapitän darauf aufmerksam, dass der Landeanflug etwas unruhig werden könnte. So war es dann auch. Im Anflug konnten wir immer mal wieder kurzzeitig etwas Norwegen sehen und dann war es auch schnell wieder weg. Die letzten Minuten waren wir dann allerdings nur noch in Wolken zugange. Der Flieger wurde ordentlich durchgeschüttelt und die Gespräche an Bord wurden leiser oder verstummten. In diesen Minuten muss man dem Piloten vertrauen, ändern kann man eh nichts. Ich fand es jedenfalls sehr interessant, wie sich der Pilot mit der Maschine zur Landebahn durchkämpfte. Die Landung war erstaunlich sauber ausgefallen. Bei vollem Gegenschub hatten wir den Eindruck alle neben dem Kapitän zu sitzen. Ein Blick aus dem Fenster verriet aber, dass diese Wetterlage wohl schon etwas besonderes war. Auf dem Flugfeld stand die gesamte Flughafenfeuerwehr im Alarmzustand aufgereiht und ein Blick auf die Windhose zeigte vollen Seitenwind an. Nun brauchten wir aber nur noch an das Gate zu rollen und wir waren in Bergen angekommen.



      An der Beschreibung der Landung konnte man das Wetter in Bergen schon vermuten. Am Flughafen war es ziemlich windig und es regnete natürlich, mal von links und mal von rechts. Auf Grund der Straßen-Baustelle in Bergen fuhr der Flybussen zum Torgallmenningen nur stündlich und so hatten wir am Flughafen noch etwas Zeit. Wir blieben im Empfangsgebäude und konnten beobachten, dass dort auf Passagiere der MS Finnmarken gewartet wurde. Diese sollte eigentlich am Tag unserer Anreise ihre Tour beginnen. Da das Wetter an der Küste aber so schlecht war, sollte die letzte Tour schon in Alesund enden. So weit kam es aber auch nicht und sie verweilte zu diesem Zeitpunkt in Trondheim . Hier mussten die Passagiere dementsprechend hin befördert werden. Wir selbst verfolgten immer wieder die Fahrplanänderungen und befürchteten auch immer noch die Verlegung des Tour Starts. Hier schon einmal vorweggenommen, wir hatten Glück und konnten unsere Tour in Bergen beginnen.

      Nun kam auch der Bus und es ging nach kurzer Wartezeit weiter Richtung Bergen Bryggen . Auf der Fahrt regnete es immer wieder. Die Passagiere stiegen nach und nach bei ihren Hotels aus und wir vier waren der verbliebene Rest. Schon in der Nähe vom ZOB fragte uns der Fahrer sehr genau zu welchem Thon-Hotel wir wollten. Auf die Fragen betonten wir, dass es sich um das Thon Orion Hotel nahe Bergenhus handeln würde. Wir wussten auch, dass wir die letzten Meter vom Endpunkt der Route bis zum Hotel laufen mussten. Das war bei dem Regen zwar blöd, aber durchaus zu schaffen. Etwas irritiert waren wir dann doch, als der Fahrer an der Endhaltestelle vorbei fuhr und uns direkt vor dem Eingang des Hotels absetzte. Das war spitze. Andere kamen zu Fuß oder mit der Taxe, wir kamen mit 360PS und Chauffeur. Wir bedankten uns herzlich beim Fahrer und checkten danach im Hotel ein.



      Lange blieben wir aber nicht im Hotel, denn es war trocken geworden. Leider war es aber diese täuschende Trockenheit. Sobald du einen Punkt erreicht hast, an dem der Regen dich voll packen kann, dann tut er es auch. Und wie ich schon im Live-Bericht geschrieben hatte, waren es diese fiesen nicht aufgebenden Regentropfen. Sie sind eben erst zufrieden, wenn die Kleidung, Jacke oder Hose, oder auch beides, richtig nass sind. Der erste Weg ging trotzdem zum Bäcker in Bryggen . Den haben wir auf den letzten Reisen lieben gelernt. Eigentlich hatten wir am Nachmittag den Besuch der MS Finnmarken geplant, der nun aber auf Grund des Nichterscheinens ausfiel. Das Wetter blieb leider auch sehr regnerisch, dass ein Besuch des Floyen nicht sinnvoll erschien. Wir besuchten deshalb die Festung Bergenhus, um uns dort etwas umzusehen. Der Regen und die schlechten Sichtverhältnisse veranlassten aber sogar König Haakon VII das Fernglas abzusetzen. Eine Möglichkeit bot sich dann mit einem einfachen Stadtbummel durch die verschiedenen Center an. Da auch diese Tätigkeit hungrig machte, entschlossen wir uns, Egon schon relativ früh aufzusuchen und das Pizza-Buffett zu nutzen. Gut gestärkt bewegten wir uns anschließend zurück zum Hotel und beendeten den bis hierher schon sehr langen Tag.



      (Da ich ab morgen einen kurzen Städtetrip unternehme, kann ich den Reisebericht erst am Sonntag oder Montag weiterführen)
      Gruß Volkmar

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    • Flemming T. wrote:

      In diesem Moment war mir die Brisanz des soeben in den Raum gestellten Satzes nicht klar. Das änderte sich allerdings innerhalb weniger Sekunden. Beide sagten nämlich “ja, gerne !“.


      Dein verduztes Gesicht hatte ich beim Lesen bildlich vor mir :laugh1:

      Flemming T. wrote:

      In diesen Minuten muss man dem Piloten vertrauen, ändern kann man eh nichts. Ich fand es jedenfalls sehr interessant, wie sich der Pilot mit der Maschine zur Landebahn durchkämpfte. Die Landung war erstaunlich sauber ausgefallen. Bei vollem Gegenschub hatten wir den Eindruck alle neben dem Kapitän zu sitzen.


      Ich musste auch hier lachen, da ich mir bildlich vorgestellt habe wenn Du plötzlich vorne im Cockpit plötzlich zwischen den Piloten sitzen würdest :mosking:

      Schön das Du uns wieder so zeitnah Deinen Reisebericht ablieferst ;)
      Ich wünsche Euch einen schönen Wochnenentrip :good3:
      Liebe Grüße
      Christiane


    • Montag, 16. September 2019 – Tag 1

      Wir hatten die Nacht im Hotel gut geschlafen und nun stand uns ein sehr gutes Frühstück bevor. Es musste ein sehr gutes Frühstück sein, denn es war dem Frühstück auf der Hurtigrute sehr ähnlich. Es gab im Hotel nahezu alles zum Frühstück, was wir 24 Stunden später auch auf dem Schiff bekommen sollten. Das Frühstück ist für mich, für uns, immer besonders wichtig und wir ließen uns auch etwas Zeit dabei.

      Das Wetter sah heute schon etwas besser aus, auch wenn man weiterhin mit Regenschauern rechnen musste. Bevor wir an diesem Tag aber zur „Kür“ übergehen konnten, waren noch ein paar Angelegenheiten zu klären, beziehungsweise durchzuführen. Auf der letzten Reise waren wir noch Bargeld-Freaks und hatten den einen oder anderen Automaten angezapft. Am Ende der Reise blieb natürlich Bargeld über. Im Internet erfuhren wir zu Hause, dass dieses Geld inzwischen „alt“ geworden war und nicht mehr im täglichen Zahlungsverkehr angenommen wurde. Die Scheine waren noch absolut neu und unzerknickt, warum sollten wir sie wegwerfen ? (Achtung Satire!) Wir erfuhren auch, dass dieses Geld an verschiedenen Stellen im Land getauscht werden konnte. Und wie der Zufall so spielt, wurde damals eine dieser Stellen direkt neben unserem Hotel eröffnet. Zur Sicherheit versicherten wir uns noch einmal an unserer Hotel-Rezeption, die uns aber das Vorhandensein dieser Tauschstelle bestätigte. Gesagt, getan, bewegten wir uns dort hin und es klappte auch sofort. Das Geld wurde uns superschnell zwischen „Tür und Angel“ getauscht. Es gab keinerlei Formalitäten und ein Mitarbeiter übergab uns das neue Geld mit den Worten: „Ich habe für Sie die gleiche Aufteilung der Scheine gewählt!“. Was wollten wir mehr, das erste Tagesziel war damit erreicht.

      Bei den letzten beiden Reisen waren wir jeweils zu Fuß und der Nutzung der Hafenfähre Beffen vom Hotel zum Hurtigruten-Terminal gelaufen. Das hatten wir auch in dem Jahr wieder vor. Es musste aber noch geklärt werden, ob die Fähre überhaupt fuhr. Tags zufuhr hatten wir eine gewisse trügerische Ruhe festgestellt. Nun wussten wir auch, dass sie nicht jeden Tag fährt und so guckten wir noch einmal. Auch an diesem Tag sah alles sehr verlassen aus und ein Informationsblatt an der nebenstehenden Hütte war leider nicht mehr zu lesen, da der Wind massiv auf das Papier eingewirkt hatte und es dabei zerstörte. Nun gut, es musste Plan B her.

      Zuvor wollten wir uns allerdings noch im Bryggen-Viertel umsehen. Für den Floyen war das Wetter nicht durchschaubar genug und wir hatten nach der Hurtigruten-Fahrt noch ausreichend Zeit für eine Besichtigung. Nach dem guten Frühstück konnte das Essen am Mittag etwas kleiner ausfallen und so statteten wir dem Bäcker in Bryggen einen weiteren Besuch ab. Gegen Mittag checkten wir uns dann im Hotel aus und gingen gemäß Plan B Richtung Hurtigruten Terminal. Der Plan führte uns vorbei am Fischmarkt und durch die Fußgängerzone bis zur Hakonsgaten, und diese uns direkt zum Terminal. Der Weg ließ sich gut mit unseren Rollenkoffern bewältigen und zu dem brauchten wir keinen Berg zu überwinden.





      Im Terminal ging es noch sehr gelassen zu, außer uns waren kaum Reisende anwesend. Wir setzten uns und warten auf die Dinge, die geschehen würden. Teilweise träumten wir wohl schon von der anstehenden Fahrt. Durch ein lautes Geräusch wurden wir allerdings ohne Vorwarnung aus diesem Träumen geweckt. Was war passiert ? Eine Dame, kommend aus dem Bording-Bereich im Obergeschoss hatte ihren Hartschalen-Koffer nicht mehr im Griff. Dieser ergriff die wohl einmalige Chance der Dame zu entfliehen und stürzte sich zu diesem Zweck die Rolltreppe mit lautem Geräusch hinab. Unten angekommen nutzte er noch Teile des Auslaufs, um sich noch weiter zum Ausgang zu bewegen. Er schaffte es nicht, ohne Rollen war die Flucht kurz nach der Rolltreppe bereits zu Ende. Zum Glück für alle bewegte sich zu diesem Zeitpunkt niemand im Gefahrenbereich. Der Koffer behielt übrigens selbst nach dieser Belastungsprobe alle seine Sachen für sich. Zu einer Wiederholung dieser schönen Einzelleistung lies sich die Frau allerdings auch nicht überzeugen …

      Die Zeit der Ankunft unserer MS Polarlys rückte näher. Interessant wurde die Ankunft am heutigen Tag noch dadurch, dass die Stavangerfjord arge Verspätung hatte und nun direkt vor der MS Polarlys aus Richtung der Askoy-Brücke kommend einlief. Um ein paar schöne Fotos zu erhaschen suchten wir uns im Umfeld des Terminal-Gebäudes einen guten Platz. Leider versuchte ein gleichzeitig eintreffender kräftiger Schauer uns bei diesem Vorhaben zu stören. Durch diese Aktion, die ihm teilweise auch gelang, wurden einige Fotos leider nicht so aussagekräftig.

      Die MS Polarlys fuhr eine kleine Schleife, um der Stavangerfjord ein entspanntes Anlegen zu ermöglichen. Das anschließende Anlaufen und Anlegen ermöglichte dadurch aber einige recht schöne Aufnahmen - … jedenfalls bis uns der nächste Schauer traf. Im Terminal lief nach unserer Rückkehr langsam das Gepäckband an und es gab den üblichen Stau an dieser Stelle. Durch die gleichzeitige Ankunft der Stavangerfjord gab es noch etwas mehr Hektik als sonst, da sich die Entladetätigkeiten beider Schiffe im wahrsten Sinne kreuzten.





      Ein paar Minuten später als normal wurde das Boarding für die nächste Fahrt der MS Polarlys begonnen. Die Kabinen waren natürlich noch nicht frei und so zeigten wir unseren Söhnen erst einmal das Schiff und erledigten einige Kleinigkeit, wie zum Beispiel das Anmelden der Kreditkarte usw. Nach der Freigabe der Kabinen und dem Einrichten dieser, gab es schon die Möglichkeit einer ersten Nahrungsaufnahme. Dieses nutzten wir gern, da wir später das Auslaufen in Ruhe erleben wollten. Anschließend fand die übliche Veranstaltung zur Vorstellung der Führungsmannschaft statt. Das Auslaufen im Anschluss fand recht unspektakulär und natürlich wieder unter der Begleitung einiger Regenschauer statt. Wir verblieben noch einige Zeit im geschützten Bereich von Deck 5, bevor wir den heutigen Tag in der Kabine ausklingen ließen.

      Gruß Volkmar

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    • Flemming T. wrote:

      hatte ihren Hartschalen-Koffer nicht mehr im Griff. Dieser ergriff die wohl einmalige Chance der Dame zu entfliehen und stürzte sich zu diesem Zweck die Rolltreppe mit lautem Geräusch hinab. Unten angekommen nutzte er noch Teile des Auslaufs, um sich noch weiter zum Ausgang zu bewegen. Er schaffte es nicht, ohne Rollen war die Flucht kurz nach der Rolltreppe bereits zu Ende.



      Ich schmeiß mich weg. Dein Schreibstil ist einfach köstlich. :sdanke:


      Grüße aus dem Rheinland

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    • Hallo Volkmar,
      Du legst ja flott los! :thumbup: Bei Deinen Beschreibungen musste ich mehrfach kichern :mosking: - aber beim flüchtenden Koffer habe ich schallend gelacht. :lol:
      Das ein zeitgleiches Ankommen von Stavangerfjord und Polarlys u.a. Bild 19 zu verdanken ist, finde ich super. Es wirkt, als hätte die Polarlys einen neuen Anlegeplatz!
      Ich freue mich auf mehr.
      Lynghei

    • @Flemming T.
      Wenn ich schon deinen Livebericht mit Spannung und Begeisterung gelesen habe, so steigerst du mein Vergnügen noch durch die Beschreibung der aufregenden Anreise- wäre nichts für meine Nerven- aber vor allem durch die Beschreibung des Fluchtversuches eines Rollenkoffers. Ja, so kann's gehen mit vier Rollen!
      Gerne bin ich auch wieder mit dir durch Bergen gebummelt und kann die Freude teilen, die einen erfaßt, wenn man sein Lieblingsschiff- das ist die Polarlys für uns jedenfalls- betreten darf.
      Mit der Stavanger sind wir im Mai ertstmalig von Hirtshals direkt nach Bergen gefahren und mit der Bergensfjord zurück.
      Ansonsten und in Zukunft geht es wieder von Kiel über Oslo nach Bergen ( Zug-Schiff-Zug). Wir bleiben eher lieber am Boden oder auf dem Wasser als in der Luft.
      Nun freue ich mich auf die Fortsetzung deines Berichts mit Bildern. :)
      Liebe Grüße von Trollebo
    • Dienstag, 17. September 2019 – Tag 2

      Die Nacht verlief ruhig, diesen Eindruck hatten wir jedenfalls. Es gab aber auch Reisende, die anderer Meinung waren. Ja, beim Einschlafen gestern Abend schaukelte es schon etwas, aber dies war schön gleichmäßig. Für mich gab es am Morgen nichts Schöneres, als sich zügig anzuziehen und wenn möglich einen Sonnenaufgang zu sehen. Der erste Blick vom Heck auf Deck 5 sah schon mal nicht so schlecht aus. Es war zwar bewölkt, dies aber mit deutlichem Potential auf Besserung. So dachte ich auf jeden Fall in diesem Moment.



      Durch die zeitliche Verschiebung der Abfahrt in Bergen hatte man die Möglichkeit auch einmal bisher nicht so bekannte Gebiete zu sehen. Auf meinem Kontrollgang auf Deck 5 konnte ich damit erstmals sehen, dass das Schiff direkt Kurs auf eine kleine Insel nahm. Zum Glück wurde dies auch von der Besatzung bemerkt und so wurde sie noch rechtzeitig umfahren. Jetzt, bei der Auswertung der Bilder, bin ich der Meinung, dass des sich um die Insel Buholmen vor der Stad handelte. In diesem Bereich war auch noch etwas Seegang, der aber auch wieder durchaus angenehm war.



      Der Sonnenaufgang war an diesen ersten See Tag sogar zu sehen. Auf Grund der starken Bewölkung fand aber ein Kampf zwischen der Sonne und den Wolken statt. Obwohl es schon kurz vor acht Uhr war, liefen nur sehr wenige Reisende auf dem Deck herum. Und nun musste ich mich auch vom Deck zurückziehen, da Frühstück angesagt war.





      In Torvik und später auch in Alesund war es noch trocken, aber doch schon ziemlich stark bewölkt. Der Aufenthalt in Alesund fiel wie geplant nur sehr kurz aus und es zügig ging weiter zum Hjörundfjord nach Urke. Auf dieser Strecke fuhren wir dann tatsächlich in eine Waschküche hinein. Die Wolken wurden immer dunkler und der Regen immer stärker. Erstmalig auf unseren Reisen hatte ich mich hier auf der ganzen Strecke ins Schiff verzogen. Es ging sogar so weit, dass wir uns nicht nach Urke übersetzen ließen. Es hätte keinen Spaß gemacht. Auch das Café am Anleger sah nicht sehr belebt aus, das kannten wir von früher ganz anders. Einzig Teile der Mannschaft hatten eventuell etwas Spaß bei der Übung mit den Rettungsbooten.



      Die Rückfahrt nach Alesund lockte mich dann aber doch noch zu einigen Fotos an Deck. Es sah wirklich etwas schaurig und unwirklich aus, wie sich die Berge an diesem Tag zeigten.



      Während des abendlichen Aufenthalts in Alesund hatten wir gerade unsere Essenzeit und konnten daher nur einige Blicke durch die Fenster des Restaurants nach draußen werfen. Heute beim Essen lernten wir auch unsere Tischnachbarn kennen. Uns wurde ein runder Tisch mit acht Plätzen direkt neben dem Kapitäns-Tisch zugewiesen. Man hatte also unsere Wichtigkeit erkannt ;) . Unsere Tischnachbarn waren eine Gruppe aus Bayern, die sehr nett waren und mit denen wir noch ein Menge Spaß haben sollten. Vielleicht sollte ich in diesem Zusammenhang kurz erzählen, dass sie eigentlich auch schon in Bergen das Schiff besteigen wollten. Sie kamen aber erst heute in Alesund an Bord, da der Flieger von Amsterdam nach Bergen überbucht war und sie daher nicht rechtzeitig in Bergen waren. Dieses Pech traf insgesamt acht Reisende. Aus ihren Erzählungen wissen wir nun, dass man auch von Amsterdam über Manchester nach Alesund kommen kann …



      In Molde hatte sich der Regen erst einmal etwas zurückgezogen, so dass wir die Ent- und Belade-Tätigkeiten beobachten konnten. Nach dem Ablegen und der Schiffsbegegnung mit der Richard With merkten wir, dass selbst Regenwetter müde machte. Das Wetter sollte in den nächsten Tagen und damit weiter nördlich besser werden und so schliefen wir mit diesen Gedanken ein.
      Gruß Volkmar

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    • Mittwoch, 18. September 2019 – Tag 3

      Über Nacht gab es keine nennenswerten Schiffsbewegungen, da der Wind bis auf wenige Böen zurückgegangen war. Und so beginne ich den heutigen Bericht mit meinem ersten Blick nach Achtern. Es war immer noch nicht das Wetter, welches wir auf den letzten Reisen hatten, aber es war trotzdem interessant. Das Zusammenspiel zwischen der aufgehenden Sonne und den Wolken war wieder einmalig.





      Als wir an diesem Morgen Trondheim erreichten, lag die MS Nordnorge noch am Kai. Lange brauchten wir allerdings nicht zu warten und die Nordnorge zog auf Backbord an uns vorbei. Es wurden die üblichen lautstarken Signale ausgetauscht. Es zeigten sich aber auch bei dieser Begegnung nicht sehr viele Reisende auf den Decks, das war früher mal besser. Schade ist es aber auch, dass mit dieser versetzten Ankunft die Möglichkeit der gegenseitigen Besichtigungen nicht mehr gegeben ist. Nun gut, so hatten wir etwas mehr Zeit für Trondheim .



      In Trondheim hatten wir uns einen Stadtrundgang vorgenommen. Es ging also zuerst über den Bahnhof in Richtung Nidaros-Dom. Unterwegs warfen wir auch mal einen Blick auf andere Verkehrsmittel und dabei fiel uns besonders ein „Strassenbahn-Bus“ auf. Wir mussten einmal zwischendurch einen kurzen Stopp in einem Einkaufszentrum einfügen, da uns wieder einmal viele Regentropfen der fiesen Sorte treffen wollten. Vor dem Einkaufszentrum wurde gerade der Platz neu angelegt. Besonders interessant fanden wir die Verlegung einer „Fußbodenheizung unter den Gehwegplatten. Der Regenschauer war zum Glück nur von kurzer Dauer, so dass wir relativ zügig weitergehen konnten. Im Anschluss an den Nidaros-Dom gingen wir weiter zur Bybrua. Wir gingen nicht nur weiter, sondern auch über die Brücke. Auf dieser Seite der Nidelva waren wir noch nie und so bewegten wir uns Richtung der Festung weiter. An der Straße Brubakken konnten wir die Funktion eines Fahrrad-Liftes beobachten. So etwas hatten wir noch nie gesehen und wir waren stark beeindruckt.







      Zurück gingen wir durch einige kleine und verträumte Straßen Richtung Hafen. Kurz vor dem Schiff ergänzten wir noch unseren Mineralwasser-Vorrat und dabei fielen auch einige Süßigkeiten mit in den Korb. Die Zeit verlief dieses Mal sehr schnell in Trondheim und so mussten wir sehen, dass wir wieder an Bord kommen. Anschließend ging es sofort zum Essen, man hatte ja schließlich Kalorien verbraucht.



      Als wir zur Weiterfahrt ablegten waren wir noch bei Essen. Es einige Zeit später konnten wir die Fahrt durch den Trondheim Fjord genießen. Das Wetter zeigte sich zu diesem Zeitpunkt mal von seiner besseren Seite. Natürlich fuhr die MS Polarlys auch am Kjeungskjaer Fyr vorbei, den ich auf dieser Reise mit seinem Foto auch einen Platz im Reisebericht freigehalten habe. Vorbei fuhr das Schiff allerdings auch am Stokksund . Vermutlich wurde dies aus Sicherheitsgründen auf Grund des hier zeitweise immer noch recht böigen Windes gemacht.



      Es liest sich bestimmt etwas seltsam, aber wir saßen einen Augenblick später schon wieder beim Essen. Wir wurden also zum Abendessen gerufen. Nach dem wir den Stokksund ausgelassen hatten, fuhr der Kapitän nun aber doch eine für uns neue Route. Noschwefi deutete es im Live-Bericht schon und er hatte recht, wir fuhren an Bessaker und Vingsand vorbei. Leider konnten wir die Engstellen und das Umfeld aus dem Restaurant nicht besonders gut sehen. Als wir mit dem Essen fertig waren, hatten wir diese Gegend natürlich schon weit hinter uns gelassen. Nun ging es noch ein kurzes Stück über relativ freies Meer, wie ich gerade auf der Karte lese, handelte es sich dabei um die Folda . Kurz vor Rörvik kam uns die Trollfjord entgegen. Rörvik selbst bot im Moment keinen Grund zum Aussteigen und Füße vertreten. Einmal war kein anderes Schiff dort und zweitens regnete es wieder einmal heftig. So wurden nur die Ladetätigkeit aus geschützter Position beobachtet. Auch hier fielen mir wieder die vielen Variationen der genutzten Lastkraftwagen auf. Teils ist die Achsfolge gänzlich anders als bei uns und dann sind es auch die Be- und Entlade-Möglichkeiten. Mal wird das Dach geklappt, mal die Bordwand gefaltet und manches andere mehr. Man ist hier in Norwegen doch ziemlich innovativ.



      Beim Ablegen in Rörvik regnete es immer noch und es gab damit wieder einmal keine Chance auf Nordlicht. Aus diesem Grund und auch wegen auftretender Müdigkeit ging es für heute in die Kabine.
      Gruß Volkmar

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    • @Flemming T.
      Der Herbst mit der tief stehenden Sonne zaubert doch die schönsten Farben an den Himmel und auch der Nebel ermöglicht wunderschöne mystisch anmutende Fotos. Hast du wunderschön eingefangen und das lieben wir HR-Fans doch so und immer wieder. . . :)
      Liebe Grüße von Trollebo
    • @Trollebo
      Ja, da gebe ich Dir voll Recht. Die Landschaften sind das eine, aber dieses täglich, teilweise minütlich andere Licht doch noch eine tolle Zugabe. Auf den vorherigen Fahrten hatte ich die Landschaft schon sehr viel fotografiert, und wohl auch dieses Mal, aber das Licht rückt nun immer mehr in dem Mittelpunkt. Und letztendlich bringen diese Unterschiede von Licht, Schatten, Nebel usw. bei den vielen schon gezeigten Aufnahmen im Forum noch spannende Abweichungen oder Varianten.
      Gruß Volkmar

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    • Flemming T. wrote:

      Einmal war kein anderes Schiff dort und zweitens regnete es wieder einmal heftig.

      Also ich darf sagen, ich hatte bisher in Rørvik wesentlich mehr Niederschläge wie in Bergen . Ich kann mich nur an ein einziges mal erinnern, dass es NICHT geregnet, geschneit oder gegraupelt hat... :whistling:
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~ Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~
      Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil !


    • Flemming T. wrote:

      Und letztendlich bringen diese Unterschiede von Licht, Schatten, Nebel usw. bei den vielen schon gezeigten Aufnahmen im Forum noch spannende Abweichungen oder Varianten.

      Genau das ist es, speziell diese Fotos liebe ich. Du hast das Licht perfekt eingefangen!
      Was Rørvik betrifft, muss ich @Arctica zustimmen, auch bei meinen Fahrten war das Wetter dort meist unterirdisch ;)
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • Donnerstag, 19. September 2019 – Tag 4

      Im Live-Bericht schrieb ich an diesem Tag „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, so will ich dann auch mal hier beginnen. In der Hoffnung auf besseres Wetter hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgegeben. Und, es war ja auch nicht wirklich schlecht. Es war eben norwegisch. Es soll ja auch nicht immer die Sonne scheinen, gerne kann es auch bewölkt sein, … aber muss es den so viel regnen ? Nun, heute Morgen sah es eigentlich ganz gut aus. Natürlich konnte man innerhalb von 15,30 Meter zu einer anderen Meinung kommen. Man musste nur einmal auf dem Schiff von Backbord nach Steuerbord oder zurück gehen. Mein erster Blick ging aber auch heute zuerst vom Heck, zur Zeit noch Richtung Süden. Die ersten sieben Bilder hatte ich alle zwischen sieben und acht Uhr aufgenommen. In dieser Zeit war das Wetter richtig in Bewegung und es zeigten sich immer wieder interessante Ansichten.



      Über die Polarkreis-Überquerung möchte ich gar nicht so viel schreiben, denn mein Tipp war absolut nicht preiswürdig. Zur Überquerung ließen sich auf dieser Reise nur wenige Reisende an Deck blicken. Es fiel mir aber die Tage schon auf, dass die Polarlys dieses Mal sehr wenige Frühaufsteher an Bord hatte. Morgens traf man immer wieder auf die gleichen Personen und war man allzu früh, dann war man mit hoher Wahrscheinlichkeit allein auf einem der Decks.



      Nach dem Frühstück, also so gegen neun Uhr, wurde das Wetter deutlich offener gestaltet. Es blieb zwar wolkig, aber es schien nicht mehr so bedrohlich. Kurz vor Ornes wurden wir von einer Schnellfähre überholt, die den Ort noch vor uns erreichen wollte. Bei einer der letzten Reisen war die Fähre verspätet oder der Fahrplan anders, auf jeden Fall musste sie damals einige Kreise ziehen, bis wir den Kai wieder freigegeben hatten. Dies sollte wohl heute nicht wieder passieren. Die Fähre hatte den Namen Regine Normann, einer norwegischen Schriftstellerin (1867-1939). Die Fähre selbst wurde erst in diesem Jahr in Dienst gestellt. Nein, ich werde jetzt nicht jedes Schiff so genau beschreiben. Aber hier fiel es einem so ins Auge, dass ich neugierig wurde.





      Die Einfahrt in Bodö ist für mich normalerweise eines der Highlights auf der Reise. Warum ? Da ist der Flughafen und wir kreuzen direkt die Landebahn. Das machten wir auch dieses Mal, aber leider war die Anflugrichtung an diesem Tag von Osten aus und somit gab es keinen Anflug über das Schiff. Schon vor der Reise hatte ich gelesen oder gehört, dass der Flughafen zur Schaffung neuer Wohnungen verlegt werden soll. Damals war von einer Verlegung um achthundert Meter die Rede.



      In Bodö waren die Temperaturen schwer einzuschätzen. Da die Bewölkung der Sonne immer mal wieder die Möglichkeit zur Entfaltung ihren Strahlen gab, hat man entweder transpiriert oder beinahe gefroren. Wir gingen nach dem Verlassen der Polarlys über den Kreisel Richtung „Oberstadt“. Dort aber dann gleich wieder nach rechts zum neuen Bootshafen Molobukta. Hier wurde scheinbar in der letzten Zeit sehr viel gebaut. Neben dem Radison-Hotel entstanden dort auch eine Bibliothek und ein Konzerthaus. Alles wurde großzügig und sehr schön angelegt. Zurück ging es durch ein Center und verschiedene Geschäftsstraßen. Da mich nicht nur Flugzeuge, sondern auch Eisenbahnen interessieren stand ein Besuch des Bahnhofs natürlich auch auf dem Plan. Auch wenn der Fahrplan nicht so stark gefüllt ist, so hat der Bahnhof doch eine schöne Größe. Vor allem gefällt mir das Empfangsgebäude sehr gut. Im Wartebereich des Bahnhofs steht eine Vitrine mit allerlei Technik aus den vergangenen Jahren. Es ist nicht sehr umfangreich, aber wenn man in der Nähe ist, dann lohnt sich ein Blick.



      Wir mussten zurück zum Schiff, denn es sollte ja weiter über den Vestfjorden zu den Lofoten gehen. Die See war ruhig, nur leider war die Sicht nicht so gut. Es war also die Möglichkeit etwas Augenpflege zu betreiben. Der Taschen-Reiseelch setzte sich gemütlich ans Fenster und beobachtete wie wir uns den Lofoten näherten. Als wir in Stamsund anlegten war doch ziemlich enttäuscht. Da hatte ich doch unseren Jungs so viel vom dem Bild der MS Lofoten unter dem Nordlicht erzählt und nun hatte man die Hauswand einfach weiß übergestrichen. Schade eigentlich, aber es verblasste in den letzten Jahren doch recht stark. In Stamsund wurde dieses Mal sehr schnell wieder abgelegt. Der Weg nach Svolvaer ist zwar nicht sehr weit, aber es reichte um uns wieder vom Regen erwischen zu lassen. Es blieb mir nur die Möglichkeit aus geschützter Position heraus ein Foto aufzunehmen.





      Mit dem Regen gingen für uns auch an diesem Abend die Chancen auf Nordlicht gegen Null. Zudem war auch nicht klar inwieweit der Trollfjord angefahren werden würde. Es hört sich beinahe etwas überheblich an, aber nachdem die Polarlys vor zwei Jahren in der Nacht durch den Trollfjord gefahren war, ist das „Einleuchten“ nicht mehr ganz so aufregend. Am nächsten Morgen erzählten die Jungs auch, dass nur kurz geleuchtet wurde und auf Grund des stark einsetzenden Regens sofort weitergefahren wurde. Wir hatten es mit der Entscheidung für den Matratzen-Horchdienst richtig gemacht.
      Gruß Volkmar

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