Ost- und Südgrönland mit MS Roald Amundsen (6. - 21.8.2019)

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    • Ost- und Südgrönland mit MS Roald Amundsen (6. - 21.8.2019)

      Hallo liebe Hurtis,
      dies wird mein erster Reisebericht hier im Forum. Ich bin auch bei facebook unterwegs und habe dort schon in den diversen Hurtigruten-Gruppen Bilder unserer Reise(n) gezeigt. Nun möchte es auch hier mal versuchen.

      Zunächst ein kleiner Rückblick:
      Diese Reise mit der MS Roald Amundsen sollte unsere 2. Expeditionsreise mit Hurtigruten nach Grönland werden. Wir waren schon 2017 mit der MS Spitsbergen von Kangerlussuaq nach Thule und zurück unterwegs und diese Reise hatte uns so wunderbar gefallen, das kleine Schiff stimmte, die paxe und das Expeditionsteam waren super, das tägliche Anlanden teils in großen oder kleinen Siedlungen oder auch in völlig unbewohnten Gegenden hatte uns super gefallen, auch wohl weil das Wetter einmalig gut war.

      Also wurde nach einer 2. Reise nach Grönland im Katalog geschaut, es sollte nicht gleich im nächsten Jahr sein, weil die Eindrücke noch so gegenwärtig waren und auch das Fotoalbum noch nicht fertig war. Also visierten wir 2019 an und hatten natürlich den Frühbucherrabatt im Hinterkopf.
      Klar, es sollte nicht die gleiche Route werden, sondern eine Küstengegend, die wir auf der 1. Reise noch nicht gesehen hatten.... also Ost-, Süd und Südwestgrönland. Auf jedenfall mußte Ostgrönland dabei sein....und das ging nur mit der Roald Amundsen. Ich hätte gerne die Fram gewählt, sie fuhr in diesem Jahr aber von Island direkt zur Südspitze durch den Christian Sund und nicht über Ostgrönland, also blieb nur die MS Roald Amundsen .
      Etwas mulmig war uns allerdings bei der Buchung:
      • sie ist noch nicht fertig und
      • sie ist uns zu groß
      Aber wir sind das Risiko eingegangen. Voller Spannung verfolgten wir die Bauverzögerungen und ersten Testfahrten. Als sie dann doch - zwar etwas holprig - in diesem Sommer mit den Jugfernfahrten von Hamburg bzw Tromsö losfuhr, schauten wir uns die ersten Berichte mit Spannung an und waren dann doch recht froh, dass sie nun endlich unterwegs war.
      Über die Größe machten wir uns natürlich Gedanken, wir kannten die Anlandeprozeduren und die Einteilung in Bootsgruppen von der Spitsbergen schon, fanden es bei der sogar manchmal etwas lang, aber bei nun 500 paxen dreimal so viele, machte ich schon meine Hochrechnung, es mußte Stunden dauern bis alle getendert sind und dann die vielen Leute an Land in den kleinen Siedlungen, hoffentlch geht das gut.

      Zwei Wochen vor der Abreise machten wir dann noch einen Kabinenwechsel. Ich hatte auf den ersten realen Fotos von der Jungfernreise gesehen, dass der rote breite Zierstreifen an der Seite, da wo er das Deck wechselt, genau durch das Sichtfeld unserer Kabine mit Balkon lief (wir hatten eine Kabine auf Deck 7). Aso auf der Webseite geschaut, welche Kabinen noch frei waren, und tatsächlich war eine Kabine weiter hinten zum Heck noch unbelegt, also schnell über das Reisebüro umgebucht. Das gind zum Glück ganz reibungslos.

      Anreise:
      Und dann gings los, am 5. August zunächst nach Frankfurt und eine nacht ins Hotel, damit wir ohne Risiko unseren Flug nach Reykjavik am nächsten Tag erreichen würden.

      Hurtigruten hatte uns vor Antritt der Reise noch informiert, dass der erste Schiffstag vor Island ausfällt (es müßten noch Tests für die US und Canada Behörden nachgeholt werden) und durch einen Landausflug mit Bus von etwa 10 Stunden ersetzt wird, dafür gibt es eine Rückerstattung, wir haben sofort fast 800 € zurückgebucht bekommen. Das Programm für Grönland selbst sollte aber unverändert ablaufen, das war für uns das wichtigste.
      In Reykjavik ging es dann zunächst nicht zum Schiff sondern in die Konzerthalle (weil auf dem Schiff noch die Tests liefen), wo wir vom Expeditionsteam erwartet wurden und unsere Bordkarten schon bekamen. abends gab es in der Konzerthalle noch ein halbstündiges kleines Konzert (Quintett) und dann wurden wir mit Bussen zum Schiff gefahren. WOW das erstemal die MS Roald Amundsen real vor sich gesehen, ein schmuckes Schiffchen aber ungewohnt groß.
      Schnell in die Kabinen gesprungen, die Koffer standen schon alle vor der Tür und dann zum Essen ins Aune Restaurant.

      und nun einige erste Bilderchen, die für sich sprechen



      Fortsetzung folgt
      Gruß Bernd
      ------------
      2008 B-K-T mit MS R. With
      2017 Grönland mit MS Spitsbergen
      2019 Grönland mit MS Roald Amundsen
      2020 Svalbard mit MS Spitsbergen

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    • Tini wrote:

      @Bernd60 Klasse, freue mich sehr auf diesen Reisebericht! Gerade auch, weil ihr einen Vergleich zur Expeditionstour mit der MS Spitsbergen anstellen könnt.


      Da bedanke ich mich schon mal recht herzlich, dass ich euch auf die Reise nochmals mitnehmen kann, ich werde mich bemühen und die schönsten Bilder für euch aussuchen.

      A.p.p. Vergleich mit der Grönland-Reise mit der MS Spitsbergen, diejenigen die sich dafür interessieren, möchte ich auf mein Profil verweisen - dort steht der Link zu einem Fotobuch der Resie 2017.

      Diese Reise mit der MS Roald Amundsen wird anders verlaufen, das kann ich schon verraten:
      dass Thema der Reise in diesem Jahr waren die Wikinger, das Hauptthema mit der MS Spitsbergen waren die Inuit.

      Und noch ein wesentlicher Unterschied, der manche auf unserer diesjährigen Reise etwas enttäuscht hatte: Sie hatten bei der Buchung der Reise angenommen, Grönland ist Grönland, egal in welchen Teil des Landes es hin geht.
      Wer ganz große Eisberge sehen will in Grönland, muß tatsächlich in die Touristenhochburg rund um die Discobucht (Ilulissat, Uummanaq) und nördlich davon reisen, in Südostgrönland sind die Eisberge schon sehr selten und kleiner und sie sind fast gänzlich in Südgrönland im Sommer verschwunden. Unter Eisbergen in diesem Fall verstehe ich die richtigen Kaventsmänner nicht das kleine Gekrümel.

      Deshalb schon mal hier ein Vergleich:
      2017: Eisberge in der Discobucht bei Ilulissat und vor Uummannaq
      ... und dieses Video

      2019: wenige Eisberge in Südostgrönland


      Gruß Bernd
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    • Bernd60 wrote:

      in Südostgrönland sind die Eisberge schon sehr selten und kleiner und sie sind fast gänzlich in Südgrönland im Sommer verschwunden

      Das ist nicht immer der Fall, denn dieses Jahr gab es extrem wenig Eis.
      Im letzten Jahr trieb so viel davon entlang der Ostküste, dass noch im Juli die östliche Einfahrt in den Prins-Christian-Sund zur Glückssache wurde, je nach Wind- und Strömungsverhältnissen (so erfahren auf unserer Fahrt mit der MS Bremen).

      Dieses Phänomen trat in der gesamten Arktisregion auf. Dieses Jahr waren die Nordwest- und die Nordostpassage weitgehend eisfrei, während sie im Vorjahr unpassierbar gewesen sind.

      Danke für deinen Bericht, ich bin gespannt was du so erlebt hast; wir sind ja nur knapp zwei Wochen vorher da gewesen.

      Viele Grüße
      Noschwefi
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Noschwefi wrote:

      Bernd60 wrote:

      in Südostgrönland sind die Eisberge schon sehr selten und kleiner und sie sind fast gänzlich in Südgrönland im Sommer verschwunden

      Das ist nicht immer der Fall, denn dieses Jahr gab es extrem wenig Eis.
      Im letzten Jahr trieb so viel davon entlang der Ostküste, dass noch im Juli die östliche Einfahrt in den Prins-Christian-Sund zur Glückssache wurde, je nach Wind- und Strömungsverhältnissen (so erfahren auf unserer Fahrt mit der MS Bremen).

      Dieses Phänomen trat in der gesamten Arktisregion auf. Dieses Jahr waren die Nordwest- und die Nordostpassage weitgehend eisfrei, während sie im Vorjahr unpassierbar gewesen sind.

      Danke für deinen Bericht, ich bin gespannt was du so erlebt hast; wir sind ja nur knapp zwei Wochen vorher da gewesen.

      Viele Grüße
      Noschwefi


      Hatten wir auch gelesen und waren dann selbst überrascht, die Einfahrt von Osten in den Christian Sund war völlig eisfrei. Das werden wir also beobachten, könnten aber auch schon die ersten Anzeichen sein, dass der Klimawandel endgültig seine Fußspuren hinterlässt und es dauerhaft weniger Eis im Süden Grönlands gibt.
      Gruß Bernd
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    • Tag 2: Island Landausflug mit Bus als Ersatzprogramm, abends Abreise gen Grönland
      Hurtigruten hatte uns ja schon vor Abreise informiert, dass am 1. Tag die Schiffsreise nach Heimaey nicht stattfindet und durch eine Busreise ersetzt wird. Das Schiff hatte noch einige fehlende Inspektionen für USA und Canada nach zu holen.
      Es wurden 2 Busreisen angeboten, wir hatten uns die Fahrt zur Snæfellsnes-Halbinsel ausgewählt.

      Morgens nach dem Frühstücksbuffet gings dann los, mit einem sehr guten Bus.
      Bald zogen an uns die Vulkankegel vorbei und wir fuhren durch endlose Lavafelder.

      Am Ende der Halbinsel fuhren wird um ein bergmassiv, dass mit einem Gletscher bedeckt ist. Unsere örtliche Reiseführerin sah diesen Ort selbst seit einigen Jahren zum erstenmal wieder und war traurig nun sehen zu müssen, wie stark der Gletscher abgeschmolzen war.


      Der erste größere Halt war an einer Küstenstelle, an der uns eine kleine Wanderung zu einer Stelle versprochen wurde, an der vor Jahren ein Schiff gestrandet war. Das hörte sich spannend an, war dann aber etwas enttäuschend, denn von dem Schiff waren nur noch kleine Restteile verteilt. Aber der Abstieg zum Strand durch eine die wilde Kulisse entschädigte uns.


      Nächster Halt mit kleiner Wanderung war dann eine imposante Felsenküste mit einem versteckt geschützt liegenden kleinen Hafen.


      Abends rechtzeitig zum Abendessen waren wir dann zurück am Schiff.


      Schnell sprach es sich wie ein Lauffeuer herum, dass die Inspektion des Schiffes über die beiden letzten Tage erfolgreich war und der Abreise noch heute abend gen Grönland nichts mehr im Wege steht.
      So war es dann auch, Abfahrt Richtung Westen der untergehenden Sonne entgegen bei ruhiger See.
      Bevor wir in See stachen, gab es allerdings noch die Pflichtveranstaltung: Sicherheitsbelehrung und Benutzung der Rettungswesten auf den Tenderbooten.
      Gruß Bernd
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      Post by “BRITANNICUS” ()

      This post was deleted by the author themselves: “Hat sich erledigt. /B.” ().
    • Danke Bernd60 für Deinen Tipp i.S. Kabine. Dank Dir haben wir unsere Kabine-Nr. 731 auf 743 für die Reise mit der Roald Amundsen durch die Insidepassage im Juli 2020 noch umbuchen können. Wir wären schon sehr enttäuscht gewesen, wenn die Sicht bei einer Balkonkabine nicht frei gewesen wäre. Nochmals Tausendank!!
    • BarbN wrote:

      Danke Bernd60 für Deinen Tipp i.S. Kabine. Dank Dir haben wir unsere Kabine-Nr. 731 auf 743 für die Reise mit der Roald Amundsen durch die Insidepassage im Juli 2020 noch umbuchen können. Wir wären schon sehr enttäuscht gewesen, wenn die Sicht bei einer Balkonkabine nicht frei gewesen wäre. Nochmals Tausendank!!

      Wir hatten zuerst die Kabine 736 und haben dann auch auf 743 umgebucht, welcher Zufall.
      Gruß Bernd
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    • Dann mache ich mal weiter mit dem nächsten Tag.

      Tag 3: Seetag, Fahrt durch die Dänemarkstraße (Teil 1)
      Seetage sind eine gute Gelegenheit das Schiff zu erkunden. Ein Besuch auf der Brücke wurde leider nicht angeboten.

      Die wichtigsten Decks auf so einer Expeditionsreise sind vermutlich:
      • das Deck auf dem die eigene Kabine ist (klingt trivil, ist aber wichtig), bei uns Deck 7
      • die Aussichtsdecks, davon gibt es mehrere, der Bereich am Bug auf Deck 6 und 7 und der Poolbereich am Heck auf Deck 10, und ganz oben das ganze Deck 11
      • das Deck auf dem man sich aufhällt wenn der Magen knurrt, Deck 6
      • das Deck des Expeditionsteams mit Tresen und Auditorum, und vielem mehr auf Deck 6
      • das Deck auf dem das Tenderpit ist, wo die Tenderboote anlegen, es ist Deck 3
      Zunächst mal Bilder von den Außendecks

      Am Bug des Schiffs sind 2 Aussichtsdecks, auf Deck 6 der verglaste, geschützte Bereich und auf Deck 7 der offene Bereich direkt verbunden über eine Treppe


      Das Observation Deck 11:
      Auffällig, der rote rundum Trimmdichpfad, überall sind Stationen mit Turngeräte montiert, wohl damit die Waage zuhause nach der Reise keine Überraschung bringt.


      ..... Fortsetzung folgt mit den anderen Decks und Innenbereichen
      Gruß Bernd
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