Erstens kommt es anders und zweitens......

    • Svalbard
    • Erstens kommt es anders und zweitens......

      19.08. - 28.08.2019

      Auch wir waren von der stornierten Reise von Lissabon nach Hamburg mit der Roald Amundsen betroffen. Natürlich waren wir darüber sehr enttäuscht. Da wir aber den Urlaub für Mai eingeplant hatten, fuhren wir dann erst mal auf die Insel Föhr. Urlaub mal ganz geruhsam.

      Aber da stand ja dann immer noch der Reisegutschein, den man uns als Entschädigung für die stornierte Reise angeboten hat, im Raum. Was sollten wir nur damit anfangen?? Der Urlaub für nächstes Jahr ist schon seit längerer Zeit gebucht und auf eine dritte Winterreise entlang der norwegischen Küste hatte ich einfach keine Lust.

      Doch es gibt ja auch noch den "arktischen Sommer" und ein kleines, altes aber sehr reizvolles Schiff, das zu dieser Zeit weit oben im Norden seine Runden zieht. Also haben wir mal lange nachgedacht, Termine gecheckt, Flüge und Zusatzübernachtungen gebucht. Und es wurde daraus ein 10-tägiger Urlaub.

      Montag, 19.08.:
      Unser Flieger geht am Vormittag von Hamburg aus nach Oslo. Hier übernachten wir, denn wir wollen uns als Einstimmung auf die nächsten Tage das Fram-Museum ansehen.



      Als wir abends beim Essen sind, geht ein heftiger Gewitterschauer über Oslo nieder .

      Das fängt ja gut an!

      Dienstag, 20.08.:
      Um 9:55 Uhr geht es dann weiter

      Es folgt eine Zwischenlandung in Tromsö , wo wir mit unserem Handgepäck den Flieger verlassen und die Zollkontrolle passieren müssen. Dann dürfen wir wieder auf unseren alten Sitzen Platz nehmen. Schengen lässt grüßen :wacko: .
      Ein letzter Blick über Tromsö und unser Abenteuer kann beginnen .

      Nach gut 1 1/4 Std. Flugzeit sehen wir auch schon die ersten Berge unseres Reiseziels .
      Und kurz darauf landen wir am International Airport von Longyearbyen .

      Doch der Empfang ist alles andere als vielversprechend: Regen, Wind und "arktischer Sommer" mit stolzen 3° C.



      Wo bin ich hier nur gelandet????
      Liebe Grüße
      Bayerntroll

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    • Vielen Dank für diesen Bericht @Bayerntroll. Ich schwelge gerade in Erinnerungen und bin gespannt auf die Fortsetzung. ^^

      Bayerntroll wrote:


      Es folgt eine Zwischenlandung in Tromsö , wo wir mit unserem Handgepäck den Flieger verlassen und die Zollkontrolle passieren müssen. Dann dürfen wir wieder auf unseren alten Sitzen Platz nehmen.
      Das ist normalerweise eine Passkontrolle. Die Zollkontrollen finden nur bei der Einreise von Svalbard nach Norwegen statt. Bei besonders großen Reisetaschen vermuten die Zöllner manchmal, man hätte in Longyearbyen zollfrei Wein eingekauft. ;(
    • Mittwoch, 21.08.:
      Und wieder müssen wir früh aufstehen, denn wir haben ein Schiffstour gebucht. Es ist zwar immer noch bedeckt, aber trocken bei 5°. Wir werden bereits um 9:30 am Hotel abgeholt und zum Hafen gebracht. Dort steht schon unser Schiff startbereit und wir müssen nur noch einsteigen.

      Es folgt die übliche Einweisung und schon kann es losgehen. Auch das Wetter scheint sich zu bessern, denn in der Ferne kann man bereits leicht blauen Himmel erkennen.

      Wir verlassen den Adventfjord und fahren durch den Isfjord nach Norden. Wir bleiben in Küstennähe, so dass wir auch etwas von der Landschaft sehen können. Kurz vor dem Sassenfjord kommen wir an einer Felsklippe vorbei, dem Diabasodden. Hier kann man während der Brutsaison Dickschnabellummen, Papageitaucher und Gryllteisten beobachten. Obwohl die Vögel mittlerweile nach Süden bzw. aufs Wasser gezogen sind, kann man deutlich erkennen, dass es sich um einen Vogelfelsen handelt.

      Als wir den Sassenfjord überqueren, wird es deutlich windiger und auch kälter, so dass sich fast alle ins Innere des Schiffs verziehen. Außerdem gibt es jetzt deutlich mehr Wellenbewegung. Wir kommen nun in den Billefjord. Kurze Zeit später können wir auf der Steuerbordseite den 727m hohen Gipshuken sehen.


      Eigentlich ist gegen Mittag ein Barbecue geplant. Doch weil der Wind wirklich kalt weht, grillt die Besatzung schnell an Deck und bringt das Fleisch dann ins Innere. Dort gibt es Brot, Salat und Reis dazu. Alles ist sehr lecker. Später fahren wir in die Adolfsbukta ein. Zu beiden Seiten erheben sich nun Berge mit bunten Schichten.


      Doch das interessiert momentan keinen mehr. Mittlerweile sind auch fast alle wieder an Deck gegangen, denn bei inzwischen Traumwetter kommt so langsam der gewaltige Nordenskjöldbreen in Sichtweite. Der Gletscher wird durch zwei Felsen unterbrochen, dem Ferrierfjellet (922m) rechts und dem links liegenden Terrierfjellet (1.209m). Seine Abbruchkante ist etwa 3 km breit.


      Der Kapitän setzt den Anker, damit wir alles in Ruhe bestaunen können. Außerdem wird ein Stück Gletschereis aus dem Wasser gefischt und es gibt für alle "Whiskey on the rocks".

      Doch nach geraumer Zeit müssen wir weiter. Also schnell noch einen letzten Blick auf den Gletscher werden, denn vor uns kommt bereits unser zweites Ziel für diesen Tag in Sicht; das etwa 10 km weiter auf der anderen Fjordseite liegende Pyramiden.

      Liebe Grüße
      Bayerntroll
    • Fortsetzung 21.08.:

      Nun sind wir also in der "Geisterstadt" Pyramiden angekommen. Der Ort hat seinen Namen vom gleichnamigen Berg (939m). Nach dem Anlegen am Hafen werden wir schon von einem russischen Guide erwartet, der uns durch den Ort führen wird. Wegen der Eisbärengefahr auch innerhalb der mittlerweile aufgegebenen Bergbausiedlung müssen alle bei der Gruppe bleiben. Individuelle Rundgänge sind leider nicht möglich.

      Der Ort wirkt irgendwie bedrückend, denn vieles ist heruntergekommen, verfallen oder Häuser von Möwen besetzt. Derzeit versucht man, Teile des Ortes wieder zum Leben zu erwecken, um diese für touristische Zwecke nutzen zu können.



      Und das ortseigene Rentier steht natürlich bereit für ein Foto-Shooting .

      Der Rundgang endet, wie sollte es anders sein, in der Bar und im Souvenirshop. Abschließend dürfen wir doch die wenigen Schritte zum Bus, der uns wieder zurück zum Schiff bringt, ohne Begleitung gehen.



      Wir legen ab und fahren wieder durch den Billefjord. Kurze Zeit später sehen wir einige Belugas in Ufernähe, doch leider können wir nicht näher an sie heranfahren.



      Später fahren wir noch in die schöne Bucht Skansbukta, wo sich eine aufgegebene Gipsmine befindet. Wir können eine alte Hütte und ein zerfallenes Boot am Ufer erkennen.



      Noch einmal überqueren wir den Sassenfjord, doch dieses mal ein wenig weiter draußen, bevor der Adventfjord wieder in Sicht kommt. Kurze Zeit später taucht auch Longyearbyen wieder im Blickfeld auf.



      Gegen 19 Uhr erreichen wir wieder den Hafen und gehen mit ganz vielen Eindrücken und ziemlich müde von Bord. Der Bus steht schon bereit und bringt uns zurück ins Hotel. Es war ein langer, erlebnisreicher Tag und wir beschließen, heute Abend hier im Hotel zu essen. Dabei haben wir sogar einen wundervollen Ausblick auf den Fjord und die gegenüberliegenden Berge. Was will man mehr?!



      Und später im Bett denke ich nur: Vielleicht war die Idee nach Spitzbergen zu reisen, doch nicht so schlecht ;).
      Liebe Grüße
      Bayerntroll

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    • Donnerstag, 22.08.:
      Heute ist wohl der einzige Tag, an dem wir richtig ausschlafen können. Schlafen wird zwar überbewertet, aber man kann ja nie wissen.
      Nach dem Frühstück, bei dem wir wieder einen super Ausblick haben, gehen wir ein wenig durch den Ort, kaufen Postkarten und essen eine leckere Zimtschnecke.



      Um 14 Uhr werden wir zu einer 2stündigen Sightseeingtour abgeholt. Sie führt uns zunächst ins Adventdalen. Natürlich müssen wir auch das obligatorische Foto mit dem Eisbären machen.



      Die Natur stellt sich mit ihren Farben schon langsam auf den Herbst ein. Einige Weißwangengänse sind allerdings auch noch zu finden.



      Wir fahren weiter ins Tal hinein, kommen an alten Kohleminen vorbei und sehen tolle Bergformationen.



      Dann sehen wir auch schon die ersten Unterkünfte für Schlittenhunde und fahren an einer alten, restaurierten Trapperhütte vorbei. An einem Gestell hängen noch drei Robben. Diese sind allerdings so präpariert, dass sie keine Eisbären mehr anlocken.


      Nun geht es weiter den Berg hinauf bis zu der Satellitenanlage von EISCAT. Diese wurde 1996 zur Nordlichterforschung errichtet. Und von hier oben hat man einen wunderbaren Ausblick über das Adventdalen.



      Langsam fahren wir wieder zurück, vorbei am Ort Longyearbyen und in Richtung Hafen.



      Hier geht es dann wieder den Hang hinauf und wir können die Svalbard Global Seed Vault, das Saatgutlager, sehen, das 2008 eröffnet wurde.



      Weiter geht es, an der Kirche und dem alten Friedhof vorbei zurück in den Ort. Dabei sehen wir auch weiter oben am Hang die Nikolausgrube und erfahren, dass diese in der Weihnachtszeit immer beleuchtet ist, weil dort oben der Weihnachtsmann seinen Wohnsitz hat.



      Die 2 Stunden sind eigentlich viel zu schnell umgegangen, doch wir haben sehr viel Interessantes über den Ort und die Lebensweise dort erfahren.

      Abends lassen wir nach dem Essen den Abend im Karlsberger Pub ausklingen und auf dem Rückweg zum Hotel gibt es die ersten schönen Lichtstimmungen zu sehen, denn die Zeit der Mitternachtssonne geht dem Ende zu.


      Liebe Grüße
      Bayerntroll

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    • Dann mach ich mal weiter.
      Freitag, 23.08.:

      Es regnet bei 5°. Doch das kann uns nicht ärgern, denn heute gehen wir auf´s Schiff!!!

      Einige Mitreisende treffen wir bereits beim gemeinsamen Mittagessen und es ergeben sich die ersten Gespräche. Anschließend ist eine Bustour angesagt. Die erste Anlaufstation ist das Svalbard-Museum. Leider bleibt viel zu wenig Zeit, um sich alles genau anzusehen.
      Dann geht es auch schon weiter und zwar zum



      Hier erfahren wir mehr über die Schlittenhunde, können uns einige Hütten von innen ansehen, genießen leckere Waffeln und sehen einen Film über Eisbären.



      Und die Landschaft schmückt sich zusehends mit Herbstfarben



      Am Ende der Busreise kommen wir am alten Kai an, wo bereits die Nordstjernen auf uns wartet. Beim Checkin erleben wir ein kleine, angenehme Überraschung: statt der gebuchten Kabine 227 wurde uns die 306 zugedacht. Tussen tak!!!



      Dann geht alles recht schnell. Es erfolgt die Sicherheitsübung und wir legen auch schon ab. Im Adventfjord liegt schon seit 2 Tagen die Sjöveien mit Motorschaden auf Reede.



      Wir passieren Berge, die irgendwie an Island erinnern und an Backbord die wenigen Hütten von Björndalen

      Fortsetzung folgt.....

      Liebe Grüße
      Bayerntroll
    • Wenn ich Deinen Bericht lese und die Bilder dazu sehe, werde ich meinen Entschluss nie mehr nach Spitzbergen zu fahren nochmals überdenken. Diese Reise fand vor 55! Jahren statt. Damals gab`s kaum noch Bewohner dort. Und da ich die Nordstjernen liebe, hätte ich zumindest noch mein Traumschiff.
    • Haben Deine "schlagseitigen" Bilder mit Pub-Besuchen zu tun? ;)


      Wenn dem so wäre, wüsste ich jedenfalls woran das liegt :sekt: . Auf meinem Rechner sind sie jedoch richtig zu sehen.

      @'Islandpferd:
      Wenn Du ernsthaft darüber nachdenkst, solltest Du Dich beeilen, denn uns wurde gesagt, dass die Nordstjernen 2020 ihre letzte Saison in Svaldbard macht :( . Wir jedenfalls fanden die Tour toll. Alles passte: Schiff, Verpflegung und Führungen.
      Liebe Grüße
      Bayerntroll
    • Bayerntroll wrote:

      Auf meinem Rechner sind sie jedoch richtig zu sehen.

      Das Problem hatte ich auch mal. Bei mir lag es daran, dass die Anzeige-Software anhand des Motivs Hoch- oder Querformat erkannt hat.
      Ich habe die Fotos dann einmal nach links gedreht und gespeichert, dann noch mal nach rechts gedreht und noch einmal gespeichert.
      Dann war das Hochkant-Format auch nach dem Transfer ins Forum noch da ;)

      Danke für den Bericht; bin schon auf die Fortsetzung gespannt :)

      Viele Grüße
      Noschwefi
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Fortsetzung...…

      Nach dem Abendessen nähern wir uns langsam Barentsburg.



      Dort angekommen haben wir die Wahl zwischen Shuttle-Bus und 264 Stufen. Ich entscheide mich für den Bus :D .
      Im Ort angekommen, werden wir von einer russischen Betreuerin erwartet, die uns durch den Ort führt und so manches erklärt. Barentsburg ist das Zentrum aller russischer Aktivitäten auf Spitzbergen. Nach wie vor wird hier noch Kohle abgebaut, doch in etwa 15 Jahren soll der Abbau wohl eingestellt werden. Bei Renovierungsarbeiten an den Gebäuden sind viele Außenwände hinter bunten Fassaden verschwunden. Zu besichtigen gibt es u.a. ein Hotel, eine Bar, eine Brauerei, das Pomorenmuseum sowie einen Souvenirladen. Wer möchte, kann sich auch eine kleine russische Folklore-Show ansehen.

      Nach den Erläuterungen haben wir genügend Zeit, uns alles selbständig in Ruhe zu betrachten:



      Wir beschließen, auf die Folklore-Show zu verzichten und lieber gemütlich über die Stufen hinunter zum Schiff zu gehen.



      Nachdem alle wieder an Bord sind, fahren wir durch die Mündung des Isfjorden hinaus auf die offene See, denn eine Passage durch den Forlandsundet ist aufgrund von Untiefen leider nicht möglich. Und nach einem letzten Blick aus dem Fenster (23:44 Uhr) gehen wir dann auch ins Bett.


      Liebe Grüße
      Bayerntroll
    • Bayerntroll wrote:

      Wenn dem so wäre, wüsste ich jedenfalls woran das liegt

      Wie @Noschwefi schon ausführt - auch wenn die Bilder Hochkant angezeigt werden, die Fotos mal expliziet drehen und nochmals abspeichern. Geht auch mit einem einfachen Bildbearbeitungsprogramm.
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~ Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~
      Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil !