Live - Nordwestpassage mit der MS Roald Amundsen (20.08.-11.09.2019)

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    • Vielen Dank für den ausführlichen Reisebericht. Ich finde schade, dass Deine Reise in einigen Bereichen nicht zu Deiner Zufriedenheit war. Dein Frust war schon sehr deutlich zu spüren.
      ​Oft habe ich darüber nachgedacht, wie es mir wohl ergangen wäre, an Deiner Stelle... Wahrscheinlich hätte ich im Nachgang eine Beschwerde geschrieben, aber während der Reise hätte ich es wohl mit Humor genommen und die Reise trotzdem uneingeschränkt genossen. So verschieden sind wir Menschen und das ist gut so!!!

      ​Ich wünsche Dir, dass der Frust nicht überwiegt und Du noch lange die positiven Momente in Erinnerung behältst und die weniger schönen Momente schnell verblassen!

      ​Komm gut nach Hause!
    • Moin @HighLatitude

      vielen herzlichen Dank für deinen Bericht, den wir über die ganzen Tage sehr gerne "verfolgt" haben.
      Die Nordwestpassage ist der Traum meines Mannes, angesichts der Preise wird es wohl auch dabei bleiben :/ Wir haben in diesem Jahr Hurtigruten kennen gelernt und sind die klassische Postschiffroute gefahren.
      Um es kurz zu machen, Werbung, eigene Ansprüche Hurtigs und das tatsächlich Gebotene lagen sehr weit auseinander. Wir wollten uns diese im Grunde traumhafte Tour nicht vermiesen lassen, aber die Aussage des Expeditionsleiters auf der Kong Harald sprach dann Bände. Unserem Freund wurde wegen einer berechtigten Reklamation seines Bordkontos gesagt, dass er besser AIDA fahren möge.
      Genau diese Arroganz seitens Hurtig ist uns immer wieder begegnet.

      LG aus Kiel
      Nane - die im nächsten Sommer Grönland entdeckt, mit Mann, ohne Hurtigruten :D
    • Hallo zusammen,

      da ich während der kompletten Reise von Abflug in Frankfurt bis zur Landung ebenda mein Smartphone - und auch mich - in den Offline-Modus geschaltet habe, lese ich jetzt erst den Bericht.
      Vieles kann ich bestätigen, aber nicht alles.
      Bei der Reise ist mir eines sehr wohl klar geworden: Die Erwartungshaltung vieler Passagiere war teilweise sehr weit von der Realität entfernt! Ich versuche mal 1-2 Punkte zu erläutern, die mir noch frisch im Hinterkopf spuken.
      1. Ich habe Passagiere getroffen, die besser auf einem Kreuzfahrtschiff, wie die AIDA oder Mein Schiff etc., in der Karibik oder im Mittelmeer fahren sollten. Der Grund für diese Aussage ist, dass viele sich vorher keinerlei - oder nur sehr wenige - Gedanken darüber gemacht haben wo sie hinkommen und was die Wegstrecke für eine Bedeutung hat. Es wurde von einigen Passagieren in den Siedlungen in Nunavut (z.B. Gjoa Haven) sehr abfällig darüber gesprochen, wie die Einwohner mit dem Müll-Problem umgehen und das es ein "Drecksloch" oder ein "Schrottplatz" sei. Das fand ich eine ungeheure Respektlosigkeit den gastfreundlichen Inuit gegenüber. Da die Reise dem Kennenlernen der Gegend und der Kulturen dient fand ich solche Aussagen mehr als unpassend.
      2. Die Toleranz einiger Passagiere setzte sich auch an Bord weiter fort, da es ob beim Anstellen beim Buffet, beim Besuch von Vorträgen oder Veranstaltungen in der Explorer Lounge (Tanzvorführung der Einwohner aus Ulukhaktok) eine ausgeprägte "Ellenbogen-Mentalität" gab getreu dem Motto "Ich zuerst und der Rest ist mir egal". Respekt und Toleranz war teilweise Mangelware - wenn auch zum Glück auch nur in der Minderheit der Passagiere!
      3. Die Reiseroute war toll. Aufgrund derVorbereitungen hatte ich schon mit einer fast eisfreien Passage gerechnet, bis auf die Schlüsselstelle vom Peel Sound in den Larsen Sound. Einige Passagiere waren sehr enttäuscht, dass es nur wenig Eis gab, aber das ist eben so. Man darf ja nie vergessen, dass eine Reise immer eine "Momentaufnahme der Gegend" ist. Problematisch sah ich an einigen Anlandung ebenso wie @HighLatitude das Zeitproblem. 30 bis 60 Minuten länger wären schon gut gewesen. Allerdings ist das bei knapp 500 Passagieren und einer langen Wegstrecke wohl nicht ganz einfach zu regeln. Da ist man dann mit kleineren Schiffen und weniger Passagieren natürlich stark im Vorteil.
      4. Das Expeditionsteam war hervorragend. Die Vorlesungen waren sehr informativ und lebhaft gestaltet. Alle Anlandungen liefen auch sehr gut ab. Das man die zur Sichtung von Eisbären etc. eingeteilten Mitglieder des Teams nicht ansprechen sollte, oder nur auf den gekennzeichneten Wegen laufen sollte wurde im AECO-Video zu Reisebeginn - wie üblich - vermittelt. Aber es haben immer wieder Passagiere an Land den Weg verlassen oder sind über die Endmarkierungen (gekreuzte Flaggen) gelaufen.
      5. Die Eindrücke die ich während der Reise gewinnen konnte waren sehr gut und reichhaltig. Es hat sich für mich definitiv gelohnt die Reise anzutreten. Die vielen Seetage - gerade zum Schluss - hatte ich vorher als notwendiges Übel einkalkuliert und auch stellenweise so empfunden, aber es ist eben so. Die Zeit wurde in meinen Augen gut gefüllt.
      6. Jetzt zu dem Schiff... Ich hatte eine Balkonkabine auf Deck 7 und kann nur positives berichten. Alles wunderbar!
      • Infotainment-System: Der wohl größte Schwachpunkt, da es in meinen Augen nur auf 20% des Leistungsvermögens läuft! TV ist - wie von @HighLatitude recht rudimentär und derzeit mit Auto-Abschaltung nach ca. 3 Stunden, so dass die auf Kanal 1 empfangbaren Durchsagen Nachts nicht durchkommen können. Die Karte mit der Schiffsposition ist Hurtigruten-Standard, aber nicht Stand der Zeit.
      • Zusätzliche Features: Unterwasserdrohne und 1600mm Kamera für Tiersichtungen sind noch nicht einsatzfähig bzw. nicht im Betrieb. Das hätte ich gerne gesehen.
      • Restaurant Aune: Der Bereich der Essensausgabe ist ziemlich schlecht verbaut. Das kann man besser machen und das Gedränge entzerren. Das Essen aber war für mich sehr ausreichend, ausgewogen und lecker. Anfangs fehlten noch Zettel, welche Speisen überhaupt vorliegen, aber das wurde in der zweiten Woche nachgeholt. Saft, Obst und andere Dinge gingen schon mal aus. Da war die Logistik / Planung wohl noch nicht eingespielt!?
      • Die Wasserspender: Gute Idee, aber teilweise sehr geringer Durchfluss. Man wartet schon lange bis die Flasche gefüllt ist. Kohlensäure war nicht verfügbar!
      • Auditorium / Science-Center.: Der Ton beim abendlichen Briefing riss oft ab (besonders im Science-Center). Auch hier ist das System zwar im Betrieb, aber nicht bei 100%!
      • Auf dem Deck 11 scheint mir noch die gummierte Oberfläche zu fehlen!? Man läuft direkt auf den Stahlplatten, was natürlich eine Ebene darunter - in der Explorer Lounge - gut hörbar ist und gerade beim Joggen doch nerven kann.
      • In der Richtung gab es noch so ein paar Punkte...

      Für die Reise wurden pro Passagier 100% des aufgerufenen Reisepreises gezahlt, aber vom Anbieter nicht 100% des Angebots erfüllt. Das muss man schon mal so festhalten und bemängeln. Viele Passagiere waren tatsächlich während der Reise so viel mit Aufregen beschäftigt, dass sie sie kaum Zeit hatten sich über die Gegend und das Erlebte zu freuen. Ich habe das alles ausgeblendet, da das Schiff für mich nur das Transportmittel sein sollte.

      Hurtigruten hat - meiner Auffassung nach - den größten Fehler in der Informationspolitik begangen. Sämtliche bekannten Probleme am Schiff hätte man offensiv vor Reiseantritt anspreche sollen (im Webinar oder per E-Mail). Das Totschweigen sämtlicher Probleme hat nun ein Fenster für Beschwerden von Passagieren geöffnet, deren Anliegen teilweise auch eine Berechtigung nicht abzusprechen ist. Das wird interessantsein, wie Hurtigruten damit umgehen wird. Denn es bleibt schon so, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht ganz angemessen war - zumindest nicht an dem jetzigen Tage mit einem neuen Schiff voller Probleme!

      Ich bewerte die Reise in drei Kategorien:

      Die Reise (Reiseverlauf und Durchführung): 9/10
      Das Schiff: 7/10
      Das Unternehmen Hurtigruten: 6/10

      Ich hoffe ich konnte eine weitere Sichtweise auf unsere Reise durch die Nordwestpassage einbringen. Ich werde die Tage mal mein Reisetagebuch weiter mit Leben füllen. Alles in allem war es eine unvergessliche Reise mit sehr vielen unvergesslichen Momenten!
    • Das habe ich auf jeden Fall vor. Ich habe die Punkte notiert und vorhin zunächst per Feedback-Umfrage zur Reise mitgeteilt und werde im Nachgang das auch mal zusammengefasst als eine Art "Hausaufgabe"oder "Denkaufgabe" an Hurtigruten weiterleiten. Ich fänd es schade, wenn durch solche Dinge eine großartige Reise getrübt wird. Da hätte man vorbeugen können und sich im Vorfeld der Probleme bekennen müssen. Viele Passagiere hätten dann auch bestimmt wesentlich nachsichtiger reagiert. Besonders gegenüber dem Expeditionsteam, die ja nichts für die Situation direkt konnten.

      Ich gebe bekannt was sich daraus ergibt.
    • Vielen Dank Kristjan für Deinen sehr ausführlichen Beitrag. Klasse, dass Du die Reise genießen konntest. Die Tour muss ein einmaliges Erlebnis gewesen sein.

      Ich denke auch, dass die reklamierten Punkte an Hurtigruten weitergegeben werden sollten.

      Auch bei unserer Fahrt mit der Roald Amundsen wurde das Expeditionsteam von einigen Passagieren angegangen. Mehrfach haben wir denen gesagt, dass sie ihre Beschwerden bitte direkt bei Hurtigruten platzieren sollten. Schade für die Passagiere, die immer Haare in der Suppe suchen. Meine Söhne würden sagen: chill ma.
      Gruß Eningu



    • Nach dem tollen Bericht freue ich mich auf die Strecke, Vancouver nach Anchorage, habe aber Angst, dass die Erwartungen bei dem hohem Reisepreis nicht erfüllt werden. Wir sind die Insidepassage schon mit Ncl gefahren und haben uns Aufgrund der Häfen und Länge für hurtigruten entschieden. Ich hoffe unsere Erwartungen werden nicht enttäuscht. Und ja für diese Preise kann man bessere Leistungen, als beschrieben erwarten. Als Tipp, das beste Hotel vor einer Kreuzfahrt ab Vancouver ist das Pacific Rim, von dort kann man direkt auf das Schiff gehen.
    • Mich wundert, dass hier noch nicht das folgende Sicht-Problem mit einigen Kabinen auf Deck 7 und 8 angesprochen wurde:
      Es betrifft die Sichtbehinderungen auf den Balkonen durch den dicken roten Zier-Streifen der an beiden Seiten des Schiffes entlangläuft:
      1. dort wo er waagerecht verläuft, verbaut er die Sicht unterhalb der Reling; man kann also von innen heraus oder wenn man draußen auf einem Stuhl sitzt, nur den Himmel und nicht das Wasser sehen
      2. dort wo der Streifen zwischen den Decks wechselt, verläuft er schräg durch das Sichtfeld oberhalb der Reling

      Das sind eindeutig Sichtbehinderungen, die meiner Meinung nach einem Preisnachlass rufen. Wir hatten so eine Kabine (eine bei der der Streifen diagonal oberhalb der Reling verläuft) zunächst gebucht, konnten aber nach den ersten Bildern von dem Schiff noch auf eine andere freie Kabine gleicher kategorie rechtzeitig vor Antritt der Reise (Island - Grönland) umbuchen.
      Gruß Bernd
      ----------------
      2008 B-K-T mit MS R. With
      2017 Grönland mit MS Spitsbergen
      2019 Grönland mit MS R. Amundsen
      2020 Svalbard mit MS Spitsbergen
    • Was ist denn mit "Elektrisch" gemeint ?

      Meint Ihr den Hybrid Antrieb? Letzerer kam dynamisch der Steuerungslogik folgend, sowie entsprechend den Maßgaben von der Brücke bzw. Chief Engineers zum Einsatz.

      Hab einige Fotos von verschiedenen Betriebszuständen machen dürfen.

      Sobald ich wieder in good old Germany
      bin werde ich mal vorsortieren ... dachte an ... Schiffseinrichtungen/Brücke/Schiffstechnik und dann klären ob und wie ich die Bilder hier sinnvoll einbringen kann.

      Auf ausdrückliche Frage, ob der Hybridantrieb während der Testfahrten und im ersten Regelbetrieb die Erwartungen erfüllt habe, bekam ich vom Chief die Antwort, dass dies der Fall sei.

      Also das glaube ich jetzt mal so wie es gesagt wurde.

      Zum Thema Beschwerden... ich spreche immer erst einmal den direkten Verursacher an, soweit keine einvernehmliche Lösung erfolgt und soweit identifizierbar - den Verantwortlichen vor Ort und erst dann den Reiseveranstalter.

      Ich habe das vermutlich falsch verstanden, aber für die Vortragsgestaltung und Landgänge hielt ich vor Ort den Expeditionsleiter für den Verantwortlichen Ansprechpartner, besonders wenn er auch (nur in einem Fall) persönlich sogar der Verursacher war.

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    • Einen rein elektrischen Betrieb habe ich nicht mit Sicherheit mitbekommen.

      Wäre auch schwer gefallen diesen zu identifizieren, da man von den Maschinen einfach an Deck nichts hört . Ein ständiger Vergleich Abgasausstoss vs. Azipulls, oder Bugstrahlruder in Betrieb ja/nein ... das war mir zu aufwendig zumal der rein elektrische Betrieb im gegenwärtigen Ausbau keine Priorität genießt, sondern eben das Peak Shaving und eine Blackout Sicherung bei Betrieb mit nur einer Maschine.

      Die Zusteuerung von Energie aus den Batterien (Peak Shaving) habe ich im Maschinenkontrollraum ebenso beobachten können, wie das Aufladen der Batterien.

      Im Dynamic Positioning Betrieb hatte ich mal den Eindruck kein Abgas wahrzunehmen, aber da kann ich mich (werde ich mich wohl) getäuscht haben.

      Dieselelektrischer Betrieb ist für mich kein Hybrid Betrieb, es fehlt die zweite Energiequelle, sprich die Batterie. Rein elektrischer Betrieb ist auch kein Hybrider Betrieb, es fehlt der Diesel als Energiequelle. Zwei Energiequellen im Mischbetrieb ist für mich der Regelfall Hybrider Konzepte, was einen zeitweise Betrieb aus einer Energiequelle nicht ausschließt. Oder liege ich da falsch?

      Im Lindström waren wir 2 mal Essen. Sehr guter Service, Speisen optisch sehr schön angerichtet, geschmacklich gut und den Aufpreis wert. Speisekarte sehr übersichtlich. Speisekarte blieb über die gesamte Reise unverändert.

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    • Lupo wrote:

      Im Wikipedia habe ich folgende Information gefunden:

      Ein Hybridfahrzeug ist nach EU-Definition ein Fahrzeug, in dem mindestens zwei Energieumwandler und zwei im Fahrzeug eingebaute Energiespeichersysteme vorhanden sind, um das Fahrzeug anzutreiben.

      Diese Definition passt für die COLOR HYBRID, nicht aber für die ROALD AMUNDSEN.


      Lupo
    • Riese11 wrote:

      Warst du auch mal im Alacarte Restaurant essen ?


      @Riese11 Wir waren auf unserer Reise ab Hamburg zweimal im Lindstrøm.
      Das Essen war vorzüglich, die Karte nicht gross.
      Als Suitegäste konnte man sich für für zwei Essen auf einer Liste eintragen lassen.
      Da sie diese Papierlisten doppelt führten (Rezeption und Oberkellner) war das Restaurant natürlich überbucht. Worauf wir am Morgen des ersten Termins wieder ausgeladen wurden. Dafür bekamen wir beide Male einen Fenstertisch und haben es genossen.
      LG fery
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      Die Roald Amundsen und die Fram waren ja zur selben Zeit in Grönland und in der ersten Hälfte der NW-Passage. Schaut man sich aber die Fotos auf Facebook der beiden Schiffe an, so kann man kaum glauben, dass sie in der gleichen Region waren. Die Fram-Bilder geben einen deutlich schöneren Eindruck wieder. Da kann der Fotograf der RA noch einiges lernen. Wir fahren selber ab dem 16.10 mit der RA von Lima bis in die Antarktis . (2Reisen).

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