Hybrid,Landstrom etc.

    • Hybrid,Landstrom etc.

      Im Gegensatz zur ROALD AMUNDSEN scheint dieses Schiff ein echtes Hybrid-Schiff zu sein. Die Ein- und Ausfahrten der Häfen werden offensichtlich allein mit entsprechend reichlich dimensionierten Akkus durchgeführt. Elektrische Landverbindungen sorgen für das Aufladen der Akkus im Hafen und dafür, dass die schiffseigenen Dieselgeneratoren dort nicht betrieben werden müssen.

      Hat die ROALD AMUNDSEN eigentlich die Möglichkeit, von Land Strom zu beziehen und wenn ja, in welchen Anlegehäfen dieses Schiffs stehen solche Verbindungen zur Verfügung?

      Lupo
    • @Lupo Die Roald Amundsen ist ein Expeditionsschiff. Auf ihren Routen sind Häfen und dann auch noch solche mit Landstrom wohl eher die ganz große Ausnahme. :wacko:
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX // 4/16 FR // 3/18 VE // 7/19 FR

    • Capricorn:

      Deine Aussage ist natürlich richtig, es hätte aber sein können, dass man vorausschauend den Einbau einer derartigen Einrichtung vorgenommen hat. Gerade Expeditionsschiffe verkehren in klimaempfindlichen Gegenden und ich könnte mir deshalb vorstellen, dass man bald in den dortigen Häfen Landstrom anbieten wird.

      Lupo
    • Lupo wrote:

      ich könnte mir deshalb vorstellen, dass man bald in den dortigen Häfen Landstrom anbieten wird.

      Bei der Reise in die Diskobucht (Grönland) war die Stadt Sisimiut, der einzige Ort, wo die Fram am Pier anlegen konnte. Die Stadt hat lt. Wikipedia ca. 5500 Einwohner und kann derartiges (Landstrom) überhaupt nicht stemmen. Die Sensibilität für diese Probleme existiert auch (noch) nicht. Dafür zeigen sie aber dort Kreativität bei der Beseitigung von Problemen (Tidenhub).



      Da liegen also noch Welten zwischen Realität und Wunschvorstellung.
    • Danke an das Forenteam, die Hybridfrage zu einem gesondertem Thema zu machen.

      Im Wikipedia habe ich folgende Information gefunden:

      Ein Hybridfahrzeug ist nach EU-Definition ein Fahrzeug, in dem mindestens zwei Energieumwandler und zwei im Fahrzeug eingebaute Energiespeichersysteme vorhanden sind, um das Fahrzeug anzutreiben.

      Diese Definition passt für die COLOR HYBRID, nicht aber für die ROALD AMUNDSEN.

      Lupo
    • Die Frage nach tatsächlichem Sinn und Nutzen der Hybridtechnik bei der Roald Amundsen ist ja bereits an anderer Stelle gestellt worden. Und die Definition gilt serwohl auch für die Roald Amundsen: Energiespeichersysteme: Dieseltreibstofftank, Batterien. Umwandler: Dieselmotor, Elektromotor...

      Landstrom aus ökologischen Gründen macht ja auch nur dort Sinn, wo derselbe auch aus regenerativen Energien und dazu auch in ausreichenden Mengen gewonnen werden kann sowie die Infrastruktur dafür besteht. Das ist aber weder in Grönland noch in der Antarktis und anderen abgelegenen Gegenden der Welt gegeben. Alle Orte und Gemeinden (außer im besten Fall der Startpunkt Reykjavik) auf meiner Grönlandreise haben erkennbar ihren Energiebedarf aus fossilen Brennstoffen gedeckt. Da macht es ja keinen Sinn an Land das Dieselaggregat für den Landstrom anzuschmeißen und dafür den Schiffsdiesel abzuschalten. :S
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX // 4/16 FR // 3/18 VE // 7/19 FR

    • Die EU-Definition hat leider eine Schwäche, denn praktisch sind sogar in jedem Pkw als Standard zwei Energieumwandler und zwei Energiespeichersysteme installiert. Mit einem entsprechenden Verkaufsargument könnte somit jeder Pkw-Hersteller - unter Bezugnahme auf die EU-Definition - seine Fahrzeuge als Hybridfahrzeuge anbieten. :D

      Lupo
    • Das weltweit einzige Land, welches für Schiffe Landstrom Tag und Nacht komplett aus erneuerbarer Energie zur Verfügung stellen kann, ist Norwegen. Mit einer Ausbauleistung von 32.000 MW deckt dieses Land über 95% mit Strom aus Wasserkraft. Die Häfen in den anderen skandinavischen Ländern - und auch unsere Häfen in Norddeutschland - könnten ebenfalls viel erneuerbare Energie liefern, aber nur, wenn der Wind ausreichend weht. Der Anreiz, beispielsweise im Hafen von Hamburg eine Landstromanlage zu installieren, hält sich bei einem Investitionsvolumen von 20 Millionen Euro allerdings in Grenzen.

      Lupo
    • Norwegen will seine Fjorde bis spätestens 2026 zu Null-Emissionszonen erklären. Die Gesellschaft Fjord1 hat schon einige "batterie-elektrische" Fähren in Auftrag gegeben, welche die Emission um 95% senken. Hierbei wird je Überfahrt jedoch nur eine Strecke von wenigen Kilometern zurückgelegt, und die Akkus kann man während der Liegezeiten aufladen. Wie soll das aber mit den derzeitigen Kreuzfahrtschiffen gehen? Beispielsweise beträgt die Entfernung von Alesund bis Geiranger mit dem Schiff etwa 120 km, von denen eine Strecke von rund 100 km im Fjordgebiet gefahren wird: Storfjord und Geirangerfjord . Es wird eine Klassifikation für die Fjorde geben müssen, denn sonst wäre Trondheim von der Schifffahrt abgeschnitten. Vielleicht gibt es für den oben geschilderten Fall einen Kompromiss: Die Kreuzfahrer werden am Ende des Sunnylvsfjords ausgetendert und fahren dann bis Geiranger per Elektrofähre.

      Ich kann mir nicht vorstellen, wie die großen Kreuzfahrer allein elektrisch betrieben werden können, denn zusätzlich zum Fahrbetrieb muss ja auch der gesamte Bordbetrieb aus einem Akku-Speicher gespeist werden. In weiter Zukunft könnten aber mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen zum Einsatz kommen. Die U-Boot-Klasse 212A mit 300 kW und der Alstom Nahverkehrszug Coradia iLint sind mit 2 x 200 kW Brennstoffzellen ausgerüstet.

      Lupo

      Post was edited 1 time, last by “Lupo” ().

    • Erdgasbrennstoffzelle - wie soll die bitte Emissionspreisfrei sein ? :S

      Edit: Sorry die Autokorrektur mal wieder:-(
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX // 4/16 FR // 3/18 VE // 7/19 FR

      Post was edited 1 time, last by “Capricorn” ().

    • Die Baukosten der Landstromanlage in Altona werden überall mit rund 10 Millionen Euro beziffert, z.B. hier:

      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)

    • Mit Populismus hat das nun wirklich nichts zu tun.
      extra3 ist ein Satiremagazin und der Beitrag zeigt durchaus ein Problem auf.
      Was nützt es für viel Geld eine Landstromanlage zu bauen und anzubieten, wenn sie von den Reederei nicht genutzt wird, weil der Strom zu teuer ist.
      Hier ist auch der Gesetzgeber gefragt, die Voraussetzungen für bezahlbaren Strom zu schaffen. Die Reedereien sind Wirtschaftsunternehmen für die Kosten an erster Stelle stehen.
      Also müsste man ihnen eine auch ksotenmäßige Alternative zum Eigenstrom zu bieten, oder man müsste die Benutzung des Landstroms verpflichtend vorschreiben. Letzteres würde dann vermutlich dazu führen, dass Häfen mit solchen Verpflichtungen nicht mehr angelaufen würde.
      Glaubt jemand wirklich, man könne die großen Kreuzfahrtkonzerne dazu zwingen in Deutschland teuren Strom zu benutzen, wenn es in anderen Ländern günstiger geht?
      Bei Norwegen sähe dies schon anderes aus, denn die Häfen dort sind Zielgebiete für den Kreuzfahrttourismus, da können die Reedereien nicht ausweichen.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)

    • Ach nee, für die Kreuzfahrtschiffe, die den Städten relativ wenig Geld einbringen, sollen die Strompreise gesenkt werden? Die einzig richtige Maßnahme wäre es, dass der Landstrom verpflichtend wird, oder aber, wie es einige Häfen in Skandinavien machen, diejenigen Schiffe, die den Landstrom nutzen, bevorzugt bedient werden, derweil sich die Stinker am Ende der Warteschlange einreihen müssen.