Probleme mit der MS Roald Amundsen - Diskussionsfaden

    • @Bernd60 :
      Ein weiterer Streitpunkt könnte die Auslegung des Textes - als eine der Vorraussetzungen zur Befreiung von der Lotsenpflicht - "...skal det sikres, at den relevante del af brobesætningen har passende erfaring med den ansøgte skibstype" (... muss sichergestellt sein, dass der betreffende Teil der Brückenbesatzung über entsprechende Erfahrungen mit dem beantragten Schiffstyp verfügt), was bei dem neuen Schiff nicht so leicht zu erbringen sein dürfte.
    • Ich vermute, der Kapitän ist immer noch Kai Albrigtsen (zumindest steht es hier so) - und der hat ganz viel Erfahrung. Er fährt seit 37 Jahren zur See und hat für Hurtigruten schon viele Schiffe gefahren. Und er war mit Hurtigruten auch 2003 schon in der Antarktis .

      Ich hatte selber schon drei Mal auf verschiedenen Schiffen das Vergnügen (und es war wirklich sogar trotz Sturm ein Vergnügen), Kai Albrigtsen als Kapitän zu haben. Für mich ist er für die mittleren und großen Schiffe die Verlässlichkeit und Sicherheit in Person, wie es Eivind Lande für die Lofoten ist.
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • norwegenfan.123 wrote:

      Ich vermute, der Kapitän ist immer noch Kai Albrigtsen

      Nein, er hat zwar die erste Tour gemacht und ich vermute als verantwortlicher Kapitän des Baus vorher die Testfahrten, auf dieser Fahrt ist aber vermutlich ein gewisser Benny Didriksen Kapitän.
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~ Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~
      Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil !


    • rs1033 wrote:

      Teil der Brückenbesatzung über entsprechende Erfahrungen mit dem beantragten Schiffstyp verfügt


      @norwegenfan.123 Da der Schiffstyp absolut neu ist, spielt wohl weniger eine Rolle ob die Besatzung Erfahrung haben mag, sie hat sie eben nicht auf diesem Schiffstyp.
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX // 4/16 FR // 3/18 VE // 7/19 FR

    • Selbst wenn ein - entsprechend den örtlichen Vorschriften - eis-erfahrener Hurtigruten-Kapitän an Bord ist, kann er ja nicht sämtliche Wachen auf der Brücke absolvieren. Hält er also seine Ruhezeiten ein, muss mindestens ein Vertreter mit entsprechender Erfahrung auf der Brücke sein. Gleiches gilt allerdings auch für den lokal vorgeschriebenen Eis-Lotsen.

      Lupo
    • Lupo wrote:

      Selbst wenn ein - entsprechend den örtlichen Vorschriften - eis-erfahrener Hurtigruten-Kapitän an Bord ist, kann er ja nicht sämtliche Wachen auf der Brücke absolvieren


      Deshalb fordert ja die zuständige Behörde als Nachweis bei der Beantragung für die Befreiung von der Lotsenpflicht u.a. auch, die Erfüllung folgender Bedingung:
      "Um sicherzustellen, dass die Anforderungen an die Ruhezeiten während der beantragten Reise eingehalten werden können, muss der Antrag möglicherweise mehrere Mitglieder der Brückenbesatzung umfassen, da auf der Brücke durchgehend ein Navigator vorhanden sein muss, der die Kriterien erfüllt, solange sich das Schiff in Bereichen befindet, in denen eine Lotsenpflicht besteht."
    • Ich komme gerade (gestern) von einer Grönlandreise mit der MS Hamburg zurück.
      An Bord waren zwei Eislotsen, die sich im Rhythmus von 6 Stunden ablösten.
      Mit einem der beiden habe ich mich länger unterhalten. Er ist wie sein Kollege Däne, in Reykjavik zugestiegen
      und bleibt so lange an Bord, bis das Schiff wieder in Reykjavik anlegt.
      Besonders gefährlich sei der plötzliche Wetterwechsel (extreme Winde/Nebel...) und vor allem das Schwarzeis.
      Das befindet sich unter der Wasseroberfläche oder liegt flach darauf und ist vor allem bei Wellengang mit dem Radar nicht zu erfassen. Da sei es wichtig, auf alle noch so minimalen Auffälligkeiten auf der Wasseroberfläche zu achten.
      Deshalb seien die Augen (und ein gutes Fernglas) trotz aller technischen Unterstützung sein wichtigstes Instrument.

      Warum brauchen eigentlich nur größere Schiffe einen Eislotsen? Da fallen mir nur zynische Antworten ein, und das kann ja
      nicht stimmen.

      Viele Grüße

      omlia
    • mich würde interessieren, wie man die Eislotsen da in Ostgrönland an Bord der Roald Amundsen gebracht hat und woher die kamen, von Island oder hält Grönland selbst auch Lotsen vor und wo ist die Lotsenstation?
      Gruß Bernd
      ------------
      2008 B-K-T mit MS R. With
      2017 Grönland mit MS Spitsbergen
      2019 Grönland mit MS Roald Amundsen
      2020 Svalbard mit MS Spitsbergen
    • @omlia Die Frage hab ich mir auch gestellt, als ich den Thread hier durchgelesen habe. Und mir käme da leider auch nur deine zynische Erklärung...

      Mir tun die Passagiere da richtig leid! Da buchen sie so eine einmalige Reise und verpassen so viel! Bei jeder anderen Reise könnte man das leichter wieder ausgleichen, und da wäre das schon extrem ärgerlich!
    • Also ich kann euch da beruhigen, ich war jetzt in Grönland mit der Fram unterwegs und hatte auch ohne Eislotsen nie das Gefühl, dass Kapitän und Besatzung ihre Sorgfaltspflicht nicht ernst genommen haben. Dass bei kleineren Schiffen das Risiko kleiner ist, liegt einfach auch daran, dass die Schiffsmasse wesentlich geringer ist und somit bei vergleichbar großem Eisberg der Schaden am Schiff wesentlich kleiner ausfallen würde. Unphysikalisch ausgedrückt würde das kleinere Schiff leichter aus der Bahn gedrückt als das große Schiff, das aufgrund der größeren Masse eine größere Trägheit aufweist und deshalb immer weiter in den Eisberg hinfahren würde.
      Es grüßt Capricorn :hut:

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    • Ich war an Board dieser Reise, ich habe keine Antworten auf alle Fragen/Rätsel, aber zumindest ein paar.
      Als die Info wegen des benötigten Lotsen kam, wurde es als Kommunikationsproblem erklärt, zwischen Hurtigruten und den dänischen Behörden. Da kann man jetzt lange rumdiskutieren - ohne zu wissen, was genau passiert ist, wer wen warum falsch verstanden hat, was da abgelaufen ist etc, sind das ja alles nur Spekulationen.
      Kapitän war in der Tat Benny Didriksen, der aber wohl auch sehr erfahren ist.
      Während einer Infoveranstaltung des Expeditionsteams zum folgenden Tag kam dieses Thema auch nochmal auf und es gab eine heiße Diskussion. Ein Gast sprang für den Kapitän in die Bresche und meinte, er kennt ihn persönlich, ist schon mit ihm unterwegs gewesen und er ist einer der erfahrendsten Kapitäne, den er kennt und er lässt nichts auf ihn kommen.
      Tomski, der Expedition Leader, meinte, der Kapitän hätte gesagt, wenn er das in Longyearbyen gewusst hätte, wäre er niemals losgefahren.

      Im Endeffekt ist uns eine Landung in Ella O entgangen (soweit ich das sagen kann, denn die genaue Route oder Anlandungen standen ja nicht von Anfang an exakt fest, es hing alles vom Eis ab), wir sind stattdessen direkt nach Ittoqqoorttomiit gefahren, wo der Lotse an Board ging.
      Wir hatten schon mit Treibeis zu kämpfen, es gab 1, 2 schlaflose Nächte für den Kapitän. Da konnte man nicht durchpreschen. Ich denke, es war sehr verantwortungsbewusst, langsam durchs Treibeis zu fahren und kein Risiko einzugehen.

      Als diese Neuigkeit verkündet wurde, waren natürlich alle schon enttäuscht oder verärgert, wie so etwas passieren kann. Aber das Problem wurde ja schnell gelöst und an dem weiteren Reiseverlauf gearbeitet.
      Die Reise war so wunderschön und Wetter und Landschaft so traumhaft, ich verstehe nicht, wie man sich da lange über etwas ärgern konnte.

      Die Info, dass die Harpa als Sammelpunkt für die neuen Gäste genutzt wurde, ist sehr interessant. Ich habe nämlich noch ein paar Tage dran gehangen und war in einem Hotel gegenüber. Da habe ich Teil des Expeditionsteams vor und in die Harpa reingehen sehen und mich schon gefragt, was es damit wohl auf sich hat :)
      Am nächsten Tag habe ich die Roald Amundsen auch noch im Hafen liegen sehen, als ich von einer Tagestour zurückkam, und war sehr neidisch, ich wäre lieber zum Schiff zurückgekehrt, als ins Hotel ...

      Ich hoffe, alle Probleme sind jetzt gelöst und alle Gäste auf der jetztigen und den nächsten Fahrten können die Reisen entspannt genießen.
    • Monschi wrote:

      Kommunikationsproblem erklärt, zwischen Hurtigruten und den dänischen Behörden

      Das kann ich in keiner Weise nachvollziehen. Ich gehe davon aus, dass die Mitarbeiter bei HR der Norwegischen Sprache Bokmål mächtig sind. Die Schriftsprache ist der Dänischen Schriftsprache sehr ähnlich und die Anforderungen an die Ausnahmegenehmigung sind auf der Seite der Dänischen Seefahrtsbehörde deutlich aufgelistet. Da reicht nicht allein die Erfahrung des Kapitäns aus! Da dürften bei HR einige Mitarbeiter geschlafen haben!
      soefartsstyrelsen.dk/Sikkerhed…enland/Sider/default.aspx (Dänisch)
      dma.dk/SikkerhedTilSoes/Sejlad…enland/Sider/default.aspx (Englisch)
    • @rs1033 - ich denke unter Kommunikationsprobleme sind nicht sprachliche sondern inhaltliche Probleme gemeint - entweder will man sich nicht verstehen, oder man redet aneinander vorbei, oder ein Büro weiss nicht was das andere macht...
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~ Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~
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    • Da muss sich noch einiges einspielen und ändern

      Ich bin aktuell auf der Roald Amundsen. Den Kommunikationspreis wird Hurtigruten sicher nicht gewinnen. Das mit dem Zwangsaufenthalt in Island wegen der so überraschenden Überprüfung des Schiffes durch US Behörden, ist das aktuellste Kommuniaktions Highlight. Die angebotenen Ersatzausflüge waren nett und informativ. Aber es war eben nicht das, was man Monate zuvor in großer Erwarung gebucht hat. Auf dem Schiff selbst muss sich noch einiges einspielen. Das Personal ist sehr freundlich und deckt so manche Fehlplanung ab. Der Aufbau des Hauptrestaurannts bedarf einer dringenden Überarbeitung. Auch die Diskussionen beim Dinner über inklusidierte Zusatzleistungen (z.B. Weinpaket ) sind nach 3 Tagen nicht wirklich entspannend. Wir werden auch die nächsten Tage offen und entspannt angehen. Immerhin sind wir froh, dass die Reise stattfindet.
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    • Hauptrestaurant

      Anders als z.B. bei Midnatsol oder Finnmarken, befinden sich die Essenstationen nicht in der Mitte des Restaurants sondern bereits im Eingangsbereich. Das führt unweigerlich dazu, dass sich kommende, gehende und bei den ersten Stationen anstehenden Gäste einen ca. 1,5 m breiten Weg teilen. Das ist unglücklich geplant und kann sicher verbessert werden.
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    • Naja, direkter Eingangsbereich ist es ja nun nicht. Da kommt ja erstmal ein ganzer Bereich mit Tischen und dann erst die Essensstationen, irgendwie schon in der Mitte.
      Es stimmt aber, dass die Leute, die aus dem hinteren Bereich kommen, dann an den neuen Gästen in der Schlange vorbei müssen.
    • Aune Hauptrestaurant

      Kaiser_Mtl wrote:

      Das ist unglücklich geplant und kann sicher verbessert werden.

      Eningu wrote:

      Was sollte beim Hauptrestaurant anders aufgebaut werden?


      Seltsam ist auch die Speisenabfolge auf dem Buffet. Nach den Hauptgerichten kommt die Suppe, dann Salate, dann belegte Brote (die eigenartigerweise als Vorspeisen gedacht sind), dann Vorspeisensalate und dann, diesmal wie zu erwarten, Nachtisch.

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