Mit AIDAprima eine Woche Ostsee vom 31.5. bis 8.6.2019

    • 2019
    • Mit AIDAprima eine Woche Ostsee vom 31.5. bis 8.6.2019

      Nach unserer nervenaufreibenden Anreise im Januar haben wir uns für die Zukunft fest vorgenommen nur noch mit einem Puffertag vor dem Ablegen anzureisen.

      Gesagt, getan. Obwohl unsere 7-tägige Ostseekreuzfahrt ( mit den Häfen Tallinn, St. Petersburg, Helsinki und Stockholm ) auf AIDAprima erst am 1.6. um 18 Uhr in Kiel startet, fahren wir schon am 31.5. gemütlich mit dem Auto Richtung Norden.

      Erste Station ist unsere Lieblingsstadt Hamburg. Wir sind erstaunlich gut durchgekommen und waren, nachdem wir das Auto kostengünstig ( 20 € für 5 Stunden :fie: ) in einem nahegelegenen Parkhaus abgestellt haben, traditionell bei Block House am Gänsemarkt ein sehr leckeres Steak essen. Als wir aus dem Restaurant kommen, fahren uns diese kleinen Flitzer vor die Linse. Parkplatzprobleme hat man damit wohl eher nicht. :D

      Auf dem Weg zum Hafen passieren wir interessante Gebäude , die Nikolaikirche

      und den Amphibienbus .

      Die Hafencity lassen wir hinter uns

      und sehen an den Landungsbrücken die Sedov, das größte noch segelnde traditionelle Segelschiff der Welt ( in der Bildmitte sind die 4 Masten zu sehen ). Leider bekommen wir keine vernünftige Position, um ein besseres Foto zu machen. Irgendwas ist immer im Weg. Na ja, nicht zu ändern.

      Bei sehr angenehmen Temperaturen von etwas über 20 ° C gehen wir weiter zum Michel. Dort läuft gerade eine Chorprobe mit Orgelbegleitung. Immer wieder schön.


      Von dort gehen wir wieder zurück zum Auto, werfen noch einen Blick zurück aufs Rathaus

      und fahren noch etwa 70 km nach Nortorf. Dort haben wir ein Zimmer gebucht, um am nächsten Morgen ganz entspannt die letzten 30 km nach Kiel zurückzulegen.

      Das Hotel macht von außen nicht wirklich etwas her, ist aber von innen toll renoviert. Wir haben ein schönes großes Zimmer mit riesengroßem Fernseher, lassen uns ein Bier und einen Wein aufs Zimmer bringen und den ersten Tag gemütlich ausklingen.

      So kann's weitergehen. Die Wettervorhersage ist auch sehr vielversprechend. Außerdem haben wir heute noch eine Nachricht von AIDA erhalten, dass wir entgegen der ursprünglichen Planung doch durch den Schärengarten nach Stockholm fahren :dance3: . Was will man mehr. Laut Plan hätten wir nämlich in Nynäshamn festmachen sollen und hätten dann etwa eine Stunde mit dem Bus oder Zug nach Stockholm fahren müssen.

      Jetzt sind wir gespannt, wie uns das 300 m lange Schiff mit seinen 18 Decks gefallen wird.

      Fortsetzung folgt.
      Gruß aus Bonn
      Rainer

      Reiseberichte und meine eigene Hurtigruten-Homepage mit allen sechs Reisen im Profil.
    • @kalrai64
      Puffertage sind für uns immer ein Muß, obwohl wir nicht mal fliegen, aber mit der Bahn oder einer Fähre kann ja auch mal eine Verzögerung eintreten.
      Schön war es, mal wieder Bilder von Hamburg zu sehen. Wir sind gerne in dieser Stadt.
      Und nun freue ich mich auf deinen Bericht! :)
      Liebe Grüße von Trollebo

    • Bin schon sehr gespannt auf deinen Bericht - wir hatten 2012 eine ähnliche Reise unternommen. Ausgangshafen war allerdings Kopenhagen gewesen, und dann standen noch Warnemünde, Tallinn, St. Petersburg, Helsinki und Stockholm auf dem Programm, bevor es wieder retour nach Kopenhagen ging. Unser Schiff war die "Norwegian Sun", und am Beeindruckendsten fand ich Eremitage, Petershof und Katharinenpalast in St. Petersburg, am "Lebenswertesten" allerdings Helsinki - was in einem einwöchigen Aufenthalt 2013 mündete.

      LG
      egoix
    • Tag 1, Samstag 1.6.2019

      Wir genießen ein super Frühstück im hellen, schicken Restaurant mit allem, was wir mögen. Kleine, frische Mengen, Eier von glücklichen "Nortorfer Hühnern", die zum Warmhalten mit einem Gobelinkissen mit gestickten Hühnern abgedeckt sind. Selbstgemachte Marmelade, Waffeln zum Selberbacken – lecker! Das Hotel Kirchspiels können wir rundum empfehlen!

      Am späten Vormittag kommen wir in Kiel an. Ein bisschen gebummelt, an einem hübschen See das tolle Wetter genossen ( oder wie man heute sagen würde, gechillt) und dann werfen wir einen ersten Blick auf unser Schiff.

      Wow, ganz schön imposant.

      Gegen Mittag fahren wir zum Flughafen, stellen unser Auto am reservierten Parkplatz ab und fahren mit dem AIDA-Shuttle zurück zum Schiff. Jetzt heißt es warten und ( schon wieder !) chillen in der Sonne. Wir sind zu früh, denn das Boarding ist genau getaktet. Wir sehen später auch, dass das bei der Anzahl an Passagieren ( rund 4.000 ) eine gute Idee ist! Wir sind um 13:45 Uhr da, unser Boarding ist aber erst ab 15 Uhr. Kein Problem bei dem Wetter. So können wir das Auslaufen der Color-Magic beobachten ( so ist zumindest ein winziges bisschen Norwegen auch mit dabei )


      In der Halle kurzes Warten, bis wir hochfahren können in die Abfertigungshalle, dann geht alles wie gewohnt sehr schnell. Das haben die echt drauf! An Bord inspizieren wir als erstes unsere Kabine 4143, die wir problemlos finden. Gefällt uns sehr gut!




      Mittlerweile haben wir Hunger und genießen eine sehr leckere Currywurst. Dann Koffer auspacken, ein erster kleiner Rundgang übers Schiff

      und dann mit großem Hunger zum "Weite Welt-Restaurant". Kleiner als zum Beispiel das "Markt-Restaurant", aber fein und gut wie immer! Beim Auslaufen sind wir natürlich an Deck. Danach gönnen wir uns einen "Hurricane", schauen uns die Show der AIDA-Stars im Theatrium an, bummeln noch etwas übers Schiff, genießen den Sonnenuntergang


      und fallen dann irgendwann müde ins Bett.

      Morgen ist der erste von zwei Seetagen, sodass wir genügend Zeit haben, das Schiff näher kennenzulernen und uns zurechtzufinden.
      Gruß aus Bonn
      Rainer

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    • Tag 2, Sonntag 2.6.2019

      Sonne satt auf dem Meer am ersten Seetag. Im Schatten frisch mit ca. 12°C, in der Sonne ist es deutlich wärmer. Gemütliches Frühstück wie immer im "East-Restaurant" nach erstaunlich ruhiger Nacht. Ich habe sogar durchgeschlafen!. Normalerweise ist die erste Nacht in einem fremden Bett immer eine Katastrophe. Egal, wie gut die Matratze ist.

      Anschließend machen wir einen ausgiebigen Spaziergang übers Schiff mit Kamera, alle Winkel gesehen und fotografiert/gefilmt.





      Der Skywalk auf Deck 15 wird unser Lieblingsplatz



      Es verteilt sich wie immer, obwohl gut 4000 Passagiere an Bord sind. Manche Ecken sind laut und unruhig, besonders durch die vielen kleinen Kinder, andere ganz entspannt. Es gibt hier zum Glück viele Möglichkeiten für Familien mit Kindern, sich zu versammeln und zu spielen, dadurch sind auf dem restlichen Schiff weniger! Wir legen uns gleich irgendwo in die Sonne und lesen. Es war überraschenderweise kein Problem, einen freien und ruhigen Platz zu finden, da alle Familien mit Kindern drinnen im kombinierten Schwimm- und Spielbereich waren – herrlich! Gegen 14:30Uhr essen wir eine Kleinigkeit im "Fuego-Restaurant". Danach wieder raus, noch weniger los – prima! Bis 17:30Uhr liegen wir in der Sonne und genießen die Ruhe. Ja, Ruhe. Man glaubt es kaum, aber man kann ganz in Ruhe ein Buch lesen.

      Um 19°°Uhr gibt es die Beatles-Show "Come together" und um 20°°Uhr gehen wir ins Buffalo Steak House!!! Super Beatles-Show, phantastisches Essen im Steakhaus. GöGa nimmt das Menu mit einem Carpaccio mit gerösteten Brotwürfeln, Parmesanchip + Salat, danach ein Rinderfilet mit gebratenem grünem Spargel, Knoblauchbrot und Sauce Béarnaise, zum Nachtisch einen kleinen Cheesecake mit Beeren. Ich entscheide mich für ein 400g Rumpsteak mit Knoblauchbrot, Salat und Kräuterbutter. Zum Dessert muss es noch eine Creme Brulée sein. Zum Abschluss einen leckeren Kaffee zum Nachtisch und zum Essen unseren köstlichen Rotwein "Biniagual" von Mallorca.



      Danach folgen wir der Musik auf Deck 15, sind im Beach-Club gelandet zur "tropical-beach-party". Klasse Musik von einer 8-köpfigen Band. Gegen 23:30 Uhr übermannt uns die Müdigkeit und wir begeben uns in die Horizontale. Morgen Tallinn!!! Die erste von 3 Hauptstädten in den nächsten 4 Tagen.

      Als erstes Zwischenfazit zum Schiff können wir beide sagen, es gefällt uns. Trotz der Größe verläuft sich alles und wir haben nie ein Störgefühl. Hätten wir nicht gedacht.

      Fortsetzung folgt.
      Gruß aus Bonn
      Rainer

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    • Tag 3, Montag 3.6.2019 - Tallinn

      Um 10 Uhr erreichen wir pünktlich die Hauptstadt Estlands und haben bis 18 Uhr Zeit, die Stadt zu erkunden.

      Wir beschließen, uns mit dem Hop on Hopp off-Bus, der direkt vor dem Schiff wartet, einen ersten Überblick zu verschaffen. Ausgesprochen praktisch, dass wir nur unsere Kabinennummer angeben müssen und der Preis von knapp 40 € p.P. unserem Bordkonto belastet wird. Leider ist das Verdeck anfangs noch zu, sodass wir die ersten Minuten ganz schön ins Schwitzen kommen. Denn es ist schon relativ warm und unter der Plane erst recht. Glücklicherweise hat der Fahrer bald ein Einsehen und öffnet das Cabriodach. Jetzt kann man’s aushalten.

      Nachdem wir eine komplette Runde gefahren sind, steigen wir in der zweiten Runde an der Alexander Newski Kathedrale aus. Wir stehen vor dem ersten Highlight der Reise. Einfach traumhaft schön, sowohl innen, als auch außen.



      Auch die unmittelbare Umgebung der Kathedrale ist sehr sehenswert. Wir schauen uns in Ruhe um, sehen u.a. das Schloss auf dem Domberg ( jetziger Sitz des Parlaments )

      sowie den Tallinner Dom und gehen dann zu Fuß von der Oberstadt in die Unterstadt. Tallinn ist ein uriges Städtchen mit vielen mittelalterlichen Gebäuden und einer sehr gut erhaltenen Stadtmauer.

      Auch auf dem Rathausplatz fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. Gefällt uns ausgesprochen gut.


      Unten angekommen, steigen wir wieder in den nächsten Bus, um bis zum wunderschönen Kadriorg Park zu fahren. Der liegt etwas außerhalb, sodass wir vermutlich nie hierhergekommen wären, wenn er uns auf der ersten Runde nicht aufgefallen wäre.

      Und hier das Foto hinter dem Foto.

      In einem nahegelegenen Café gönnen wir uns erstmal eine leckere Tasse Kaffee.

      Im Park liegt das zauberhafte Schloss Katharinental. Bei dem Wetter natürlich nochmal so schön.



      Der Präsidentenpalast

      Etliche Fotos und einen sehr schönen Spaziergang durch den Park später fahren wir wieder mit dem Bus zurück zum Schiff. Auf der Fahrt passieren wir noch den 314 m hohen Fernsehturm und auch das olympische Dorf von 1980 ist Teil der Stadtrundfahrt.

      Erschöpft, aber glücklich über die vielen neuen Eindrücke, erreichen wir gegen 17 Uhr unser Schiff.

      Morgen steht St. Petersburg auf dem Plan. Wir haben einen Ausflug zum Katharinenpalast ( mit Bernsteinzimmer ) und zum Peterhof gebucht und können es kaum erwarten. Das Wetter könnte auch nicht besser sein. Was will man mehr.

      Fortsetzung folgt.
      Gruß aus Bonn
      Rainer

      Reiseberichte und meine eigene Hurtigruten-Homepage mit allen sechs Reisen im Profil.
    • Wenn man das so liest könnte einem der Gedanke kommen, so eine Tour auch einmal zu machen. Meine Nichte ist zur Zeit mit Mein Schiff 4 auf ähnlicher Route. Wer weiß, was noch alles kommt :hmm: . Danke jedenfalls schon einmal für deinen Bericht samt Foto´s.
      Grüße aus dem Rheinland

      Berichte sind in meinem Profil

    • Vor zwei Jahren hätten wir es auch nicht für möglich gehalten, auf einem anderen als einem HR-Schiff zu fahren. Aber nach nunmehr vier Fahrten mit AIDA sind wir durchaus angetan. Wobei man dazu sagen muss, dass wir das Schiff in erster Linie als Verkehrsmittel betrachten und nur sehr wenige der angebotenen Möglichkeiten nutzen.

      Damit kein falscher Eindruck entsteht: Hurtigruten wird für uns immer einen besonderen Stellenwert haben und es wird sicher eine siebte Reise geben.
      Gruß aus Bonn
      Rainer

      Reiseberichte und meine eigene Hurtigruten-Homepage mit allen sechs Reisen im Profil.
    • Ich folge euch gerne bei dieser Reise. Im Oktober 2017 habe ich die Ostseereise mit der kleinen AIDA vita (ca. 1000 Paxe ) unternommen. Als Einzelreisende war es in den AIDA-Buffetrestaurants schwierig, für alle Gänge den gleichen Platz zu behalten. Da war es mir den Aufpreis für das Bedienrestaurant wert, in entspannter Atmosphäre zu speisen.
      In Tallinn hattet ihr definitiv sehr viel mehr Glück mit dem Wetter. Ich bin gespannt auf euren Bericht von St. Petersburg.
    • Die Route würde mich auch gefallen. Bin aber nicht sicher, ob ich sie auf so einem großen Schiff machen wollte. Wobei eine Woche vermutlich rumzubekommen ist. Ich mag große Schiffe eigentlich nicht.

      Auf St. Petersburg bin ich besonders gespannt - da will ich schon länger mal hin.
      Viele Grüße
      Nicole

    • rs1033 wrote:

      Als Einzelreisende war es in den AIDA-Buffetrestaurants schwierig, für alle Gänge den gleichen Platz zu behalten.

      gerade mal schnell off-topic - ich bin dabei mir ein Täfelchen zu basteln, dass ich mir an meinen Platz stelle mit dem mehrsprachigen Text Sorry - bin gleich zurück oder ähnliches. Mir stinkt es mittlerweile einfach, dass z. B. mein komplettes Frühstück abgeräumt wird während ich mir schnell noch einen Kaffee hole.

      Damit zurück zum Reisebericht!
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~ Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~
      Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil !
    • kalrai64 wrote:

      Wir legen uns gleich irgendwo in die Sonne und lesen. Es war überraschenderweise kein Problem, einen freien und ruhigen Platz zu finden,

      kalrai64 wrote:

      Ja, Ruhe. Man glaubt es kaum, aber man kann ganz in Ruhe ein Buch lesen.

      Mich hat es bei unseren bisher zwei AIDA-Touren auch positiv überrascht, dass man auf einem solch großen Schiff so ruhige Eckchen finden kann. Ich kann Deine Aussagen nur bestätigen :thumbsup:
      Viele Grüße
      Bine :)

    • Tag 4, Dienstag 4.6.2019 – St. Petersburg

      Auf den heutigen Tag und insbesondere unseren gebuchten Ausflug zum Katharinenpalast und zum Peterhof freuen wir uns ganz besonders.

      Pünktlich um 8 Uhr erreichen wir St. Petersburg und stellen fest, dass außer uns noch drei weitere Kreuzfahrtschiffe den Weg hierher gefunden haben. Unser Ausflug soll um 8:45 Uhr beginnen und wir fragen uns, wie das gehen soll. Denn nahezu alle der rund 4000 Paxe gehen hier von Bord. Durch den über AIDA gebuchten Ausflug benötigen wir kein individuelles Visum, sondern müssen bei der Einreise nur unsere Bordkarte und den Reisepass vorzeigen. Es gibt jede Menge Schalter, sodass die Einreiseprozedur erstaunlich schnell von statten geht. Und das, obwohl es die Beamten ganz genau nehmen und sich pro Person ca. 2-3 Minuten Zeit nehmen. Als ich während der Kontrolle meine Bordkarte wieder am Karabiner befestige und dafür nach unten gucke, werde ich von der Grenzerin mit einem harschen “look at me“ darauf hingewiesen, dass sie die Spielregeln vorgibt. Puh, da fühlt man sich sofort willkommen. Egal, wir müssen ja keine Freunde werden.
      Man glaubt es kaum, aber wir sitzen pünktlich in unserem Ausflugsbus und unsere Reiseleiterin Natascha begrüßt mit uns noch etwa 40 andere Gäste zum Ausflug.

      Beide Ziele liegen außerhalb von St. Petersburg, sodass wir von der Stadt selbst leider nichts sehen. Wenn man von den Wohnsilos auf der Fahrt hinaus einmal absieht. Außerdem passieren wir das für die WM gebaute Stadion.

      Unser erstes Ziel ist der Katharinenpalast in Puschkin, einem 25 km südlich von St. Petersburg gelegenen Vorort mit etwa 100.000 Einwohnern. Dienstags ist der Palast übrigens für Individualtouristen geschlossen und wir bilden uns ein, dass deshalb außer uns vielleicht nicht viele Leute da sein werden. Welch grandioser Irrglaube. Wie naiv kann man sein. Als wir den Ehrenhof betreten, sind wir von der über 300 m breiten Fassadenfront überwältigt. Leider haben wir nicht viel Zeit zum Staunen, denn wir wollen natürlich unsere Gruppe nicht verlieren. Hier ist alles perfekt durchorganisiert. Eine Reisegruppe nach der anderen läuft an der Front entlang bis zum Eingang in den Palast. Ich will gar nicht wissen, was hier los ist, wenn auch noch Individualtouristen dazukommen.Im Eingang werden wir wie am Flughafen durchleuchtet und ich bleibe natürlich mit meinem Fotorucksack am „freundlichen“ Sicherheitsbeamten hängen. Nach einem Blick in den Rucksack darf ich aber passieren. Der nächste Mitarbeiter ein paar Meter weiter macht mir allerdings klar, dass der Rucksack nicht mit in die Säle genommen werden darf und ich ihn einschließen muss. Die Schließfächer sind glücklicherweise kostenlos und der Rucksack passt mit Ach und Krach rein. Jetzt müssen wir nur noch Überzieher über die Schuhe ziehen und los geht’s. Was nun folgt, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Deshalb lasse ich ab hier nur einige Fotos sprechen. Sehr angenehm empfinden wir, dass die nächste Gruppe erst in den jeweiligen Saal gelassen wird, wenn die davor raus ist. So haben wir Gelegenheit, Fotos fast ohne im Weg stehende Leute zu machen.



      Der große Saal. Die Decke ist übrigens nicht gewölbt, sondern nur so gemalt: Im Saal wurden übrigens nur 9,5 kg Gold für die Vergoldung benötigt



      Vom Bernsteinzimmer habe ich leider kein Foto für Euch, da es der einzige Raum mit striktem Foto- und Videoverbot ist. Und mit den Aufpassern möchte man sich auch nicht unbedingt anlegen. Wobei ich solche Verbote sowieso immer befolge, auch wenn es noch so schwerfällt. Wir sind jedenfalls absolut begeistert von so viel Schönheit. Ist sicher auch Geschmackssache, aber wir finden es überwältigend.

      Wir verlassen den Palast zur Parkseite und treffen uns in der Grotte am großen Teich. Dort bekommen wir bei fantastischer Akustik eine Kostprobe eines fünfköpfigen Männerchors geboten. Einfach toll. Auf dem Weg zum Ausgang kommen wir noch an der Eremitage ( nicht zu verwechseln mit DER Eremitage ) vorbei.

      Nach diesem Erlebnis steht nunmehr ein ausgiebiges Mittagessen ( 4 Gänge ) in einem wenige Autominuten entfernten Restaurant an. Es gibt eine leckere Vorspeise, eine Kohlsuppe, Geschnetzeltes Stroganov und zum Dessert einen Bratapfel ( passt bei 25° Außentemperatur ). Dazu Wasser, ein „Wässerchen“ und Kaffee oder Tee zum Abschluss. Auch hier ist alles perfekt organisiert und alles geht wie am Schnürchen. Wobei wir ein derart üppiges Essen nicht gebraucht hätten. Stattdessen wären wir viel lieber noch im Katharinenpark geblieben. Nach dem Essen fahren wir weiter.

      Nächstes Ziel ist der Peterhof im gleichnamigen Vorort mit ebenfalls rund 100.000 Einwohnern. Dort kommen wir um 14:15 Uhr an. Auch hier sind wir vom ersten Moment an überwältigt. Der Peterhof gilt als russisches Versailles und es wird sofort klar warum. In der Anlage gibt es Wasserspiele und insgesamt 176 Fontänen, die über ein unterirdisches System aus 25 km entfernten Quellen versorgt werden und nur durch das natürliche Gefälle funktionieren. Einfach faszinierend. Natascha macht mit uns eine Runde durch den Park und anschließend haben wir noch eine gute Stunde Zeit, um auf eigene Faust den tollen Park zu erkunden und Fotos zu machen. Auch hier lasse ich nur die Fotos sprechen. Motive und Wetter sind einfach perfekt.

      Die große Fontäne kann übrigens bis zu 20m hoch werden.




      Natürlich hätten wir auch hier noch stundenlang bleiben können, aber um 16:15 Uhr treffen wir uns wieder auf dem Parkplatz und fahren zurück zur AIDAprima. Dort kommen wir nach rund einer Stunde Fahrtzeit an und sind hin und weg von diesem fantastischen Tag.

      Beim Auslaufen um 20 Uhr sind wir wie immer auf dem Skywalk und bestaunen das Lakhta Center. Es ist mit 462 m das höchste Gebäude Europas. Imposant.

      Auch wenn wir von St. Petersburg selbst nichts gesehen haben, sind wir glücklich über die Wahl unseres Ausflugs. Es hätte kaum schöner sein können.

      Die Stadt ist mit Sicherheit auch eine Reise wert, wenn man bedenkt, was wir alles nicht gesehen haben. Wer weiß, vielleicht kommen wir nochmal zu einem Städtetrip zurück.

      Morgen steht Helsinki auf dem Programm.

      Fortsetzung folgt.
      Gruß aus Bonn
      Rainer

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    • Ich habe 2012 im (nachgebildeten) Bernsteinzimmer einen "Hüftschuss" riskiert... leider unscharf ausgefallen. Tue ich normalerweise wirklich nie - solche Verbote respektiere ich ohne Murren - aber irgendwie hat mich damals die Herausforderung gereizt.
      Die Prozedur bei der Einreise verlief damals ähnlich, allerdings waren damals "nur" ZWEI Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig da. Keinem der Grenzbeamten kam auch nur der Anflug eines Lächelns aus...
      Wir besuchten Peterhof und Katharinenpalast an zwei verschiedenenen Tagen.

      Gruß
      egoix
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    • Gejuckt hat's mich auch, aber bei den ziemlich spaßbefreiten Aufpassern wollte ich nichts riskieren. Wer weiß, wie die reagieren, wenn sie einen erwischen.
      Gruß aus Bonn
      Rainer

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    • Tag 5, Mittwoch 5.6.2019 – Helsinki

      Das Wetter ist nach wie vor erstklassig, aber den Höhepunkt der Reise haben wir eindeutig gestern in St. Petersburg erlebt. Das ist wohl nicht mehr zu toppen. Heute sind wir also in Helsinki. ( Ich kaufe ein ü :laugh1: )

      Wie schon in Tallinn entscheiden wir uns für die Einführungsrunde mit dem Hop on hopp off-Bus. So gewinnen wir einen ersten Überblick und entscheiden dann, wo wir aussteigen bzw. was wir uns genauer ansehen möchten. Erstes Ziel wird die Uspenski-Kathedrale. Insbesondere von innen sehr imposant und sehenswert.




      Vom dortigen Vorplatz hat man einen schönen Blick hinüber zum weißen Dom von Helsinki.

      Blöderweise fällt mir hier meine DSLR aus der Hand und kracht aus etwa einem Meter auf den Beton. Na toll, dass brauche ich jetzt gar nicht. Ich rechne mit dem Schlimmsten, aber meine EOS 80D hat auch diesen Sturz unbeschadet überstanden. Nachdem sie mir auf unserer diesjährigen Winterreise auch schon mal wegen eigener Blödheit aus gut 1,5m vom Stativ runtergekracht ist, kann ich nur sagen: Danke Canon, die Kamera ist hart im Nehmen.

      Aber zurück zum Thema. Von der Kathedrale machen wir uns vorbei am Marktplatz über die Esplanade ( die uns ein wenig an die Karl Johans Gate erinnert )





      auf den Weg Richtung weißem Dom. Von außen grandios, von innen eher sehr schlicht gehalten.


      Der Senatsplatz ist allerdings toll.

      Weiter gehen wir die Esplanade hoch, holen uns dort ein leckeres Eis ( 4,50 € die große Kugel ) und kommen bald am Stockmann vorbei. Es handelt sich um eins der größten Kaufhäuser Europas. Na gut, wieder was gelernt. Wir hatten beide noch nichts davon gehört.

      Auf unserem weiteren Spaziergang passieren wir das Konzerthaus Helsinkis, genannt Musiikkitalo.

      Direkt gegenüber befindet sich das finnische Parlament. Wobei das Gebäude relativ schmucklos daherkommt. Ein paar Meter weiter steigen wir nochmal in den Bus, denn wir wollen uns das Sibelius-Denkmal anschauen. Dort angekommen wimmelt es nur so von Chinesen, die sich in schöner Regelmäßigkeit vors Motiv stellen und durchs Bild laufen :nono: . Aber ich revanchiere mich und stelle mich auch mal demonstrativ mit auf ein Gruppenfoto. Aber ich glaube, die merken gar nicht, was um sie herum passiert. Als die Busladung endlich weg ist, kann ich endlich ein Foto ohne Zugabe schießen.

      Langsam wird’s Zeit, zum Schiff zurückzufahren. Also nehmen wir den nächsten Hop on hopp off-Bus zurück in die Stadt. An der Endhaltestelle müssen wir einmal in den nächsten Bus umsteigen und quälen uns dann eine gefühlte Ewigkeit durch den chaotischen Verkehr von Helsinki. Apropos Verkehr, kein Vergleich zu Oslo bzw. Norwegen. Die Einheimischen nehmen nicht wirklich Rücksicht auf Fußgänger. Einmal wäre GöGa um ein Haar von einer Radfahrerin umgefahren worden, die sich nicht um die für sie rot zeigende Ampel geschert hat und mitten durch die Fußgänger gerast ist. Unglaublich.

      Um 16:28 Uhr erreichen wir auf die letzte Minute unser Schiff, denn obwohl das Auslaufen erst um 17 Uhr ansteht, sollen alle Paxe eine halbe Stunde vorher an Bord sein.

      Als Fazit lässt sich sagen, dass uns die Stadt ganz gut gefallen hat, mehr aber auch nicht. Es zieht uns nicht unbedingt nochmal hier hin. Oslo gefällt uns deutlich besser. Alleine schon die Verkehrssituation finden wir grenzwertig.

      Mit Stockholm steht schon der letzte Hafen dieser Reise an. Darauf freue ich mich auch schon riesig, denn die Stadt steht schon sehr lange auf meiner Todo-Liste. Morgen ist es dann endlich soweit. Fortsetzung folgt…

      P.S.: Beim Auslaufen mache ich u.a. noch dieses Foto. An was erinnert mich das bloß? :hmm:
      Gruß aus Bonn
      Rainer

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    • kalrai64 wrote:

      die sich in schöner Regelmäßigkeit vors Motiv stellen und durchs Bild laufen

      Da hatte ich mehr Glück: eine komplette Busladung Japanerinnen konnte offenbar das Denkmal nicht finden und stellte sich unmittelbar nach dem "Rausfallen" aus dem Bus an der Straße um einen Baum herum als Gruppe auf, wobei sich dann die einzelnen zum Fotografieren abwechselten, was entsprechend Zeit in Anspruch nahm. :D


    • Mal eine ganz andere Reise mit einem großen Schiff.
      Hätte nicht gedacht, dass es da noch ruhige Stellen gibt, wo man sich zurück ziehen kann.
      Mehrere Seetage, ist ja nicht so meins.

      Aber ein toller Bericht über eine Gegend, die mir ganz fremd ist.
      Auf deinen wunderschönen Fotos ist auch der Prunk sehr gut sichtbar. Und das traumhafte Wetter war natürlich auch ein Glücksfall.

      Bin gespannt wie es weiter geht.

      Gruß seealpe
    • kalrai64 wrote:

      Einmal wäre GöGa um ein Haar von einer Radfahrerin umgefahren worden, die sich nicht um die für sie rot zeigende Ampel geschert hat und mitten durch die Fußgänger gerast ist. Unglaublich

      Wie - das kennst du nicht? Ist hier in Frankfurt alltäglich... :diablo:
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