Antrieb der ROALD AMUNDSEN

    • Antrieb der ROALD AMUNDSEN

      Sterna paradisaea wrote:

      Eine Erklärung zu den technischen Details des Antriebs der RA würde mich auch interessieren.

      Unter der ZDF heute App kommt man heute unter der Überschrifft Erstes Hybrid Schiff startet zu einem sehr informativen Bericht über die Funktion und den Einsatz der Batterien. Leider kann ich keinen link dahin hier einsetzen.
      Vielleicht kann das jemand machen. :?:
      Liebe Grüße von Trollebo

    • Beim Verbrennen von Schiffsdiesel entsteht deutlich weniger Schwefeldioxid als beim Verbrennen von Schweröl und die Wirkungsweise des Harnstoff bzw. der verwendeten Harnstofflösung stelle ich mir analog der Wirkungsweise des Adblue bei Dieselmotoren in Autos vor, also in einer Verringerung der abgegebenen Menge an Stickoxiden.
      Das trüge dann zur größeren Umweltfreundlichkeit des Antriebs der Roald Amundsen im Vergleich zu anderen Exepitionsschiffen, die auch mit Schiffsdiesel fahren, bei. Den größten Anteil der Abgase müsste aber auch bei der Roald Amundsen das Kohlendioxid ausmachen.

      @Trollebo: Vielen Dank für den Tipp. Ich werde später mal beim ZDF nach dem Link suchen.

      Edit.:
      Hab ihn gefunden: https://www.zdf.de/nachrichten/heute/kreuzfahrt-tourismus-im-wandel-luxus-expeditionsfahrten-mit-hybridschiff-roald-amundsen-100.html

      Edit. 2:
      @tangojoe war schneller.

      Zitat aus dem ZDF-Artikel:

      ZDF wrote:

      Angetrieben wird das Kreuzfahrtschiff nicht - wie bei Schiffen dieser Größe üblich - mit klimaschädlichem Schweröl, sondern mit dem weitaus weniger schädlichen Marinediesel.


      Noch eine Anmerkung zum Thema Schiffsdiesel vs. Schweröl:
      Die meisten Bereiche auf Svalbard sind schon seit Jahren für Schiffe, die mit Schweröl fahren, gesperrt.

      Post was edited 3 times, last by “Sterna paradisaea”: Auf Befehl von Britannicus geändert ;-) ().

    • Sterna paradisaea wrote:

      Die Energie zum Laden der Batterien muss ja zuvor beim Verbrennen von Diesel freigesetzt worden sein. Die Abgase entstehen dann eben nicht an dem Ort, an dem mit den Batterien gefahren wird, sondern an einem anderen Ort.


      Das ist einleuchtend: Die CO2-Einsparung der ROALD AMUNDSEN ist letztlich Null. Ein Vorteil bleibt allerdings, wenn nämlich die letzten Kilometer im Geirangerfjord elektrisch zurückgelegt werden - keine Abgase vor Geiranger - und die dortige Liegezeit ebenfalls von den Batterien überbrückt werden kann. Eine elektrische Landverbindung - Strom aus Wasserkraft - könnte am Liegeort auch zur Aufladung der Batterien herangezogen werden.

      Lupo

      Post was edited 3 times, last by “Lupo” ().

    • Der Vorteil gegenüber "normalen" Kreuzfahrtschiffen besteht eben anscheinend vorwiegend darin, dass sie nur ganz geringe Mengen an schwefelhaltigen Schadstoffen und weniger Stickoxide abgibt und in Häfen sowie an sensiblen abgelegen Orten eine gewisse Zeit lang kein Diesel verbrennen muss.

      Für einen genauen Vergleich der Kohlendioxidemission der Roald Amundsen mit anderen Kreuzfahrtschiffen wird man die Ergebisse nach einem Jahr Berieb abwarten müssen.

      Lupo wrote:

      Eine elektrische Landverbindung - Strom
      aus Wasserkraft - könnte am Liegeort auch zur Aufladung der Batterien herangezogen werden.

      @Lupo : Interessanter Aspekt.

      Post was edited 2 times, last by “Sterna paradisaea”: Auf Britannicus' Befehl geändert ().

    • Sterna paradisaea wrote:

      Wirkungsweise des Harnstoff bzw. der verwendeten Harnstofflösung stelle ich mir analog der Wirkungsweise des Adblue bei Dieselmotoren in Autos vor


      Das ist das gleiche, nett sich SCR-Katalysator. Ist heute Stand der Technik, auch die aktuellen Dieseltriebwagen und Diesellokomotiven bei der Bahn müssen die Technik haben. Rußpartikel werden aber trotzdem frei die sich in der Umgebung niederschlagen und speziell in den Polregionen spielt da der Akku seine Vorteile aus da man die Rußpartikel auf dem Eis reduzieren kann. Den Strom für die Batterien kann man auf offener See erzeugen wo die Partikel nicht ganz so gefährlich sind.

      Soweit zur Technik.

      Ich würde mich über ein paar Kabinenfotos freuen, irgendwie kann ich mir nicht vorstellen wie man bei nur Aussenkabinen den Raum nutzt. Das muß doch ein Schlauch von 8m Länge und 2m Breite sein.

      Gruß Siggi
    • Schneehuhn wrote:



      Das ist das gleiche, nett sich SCR-Katalysator. ....auch die aktuellen Dieseltriebwagen und Diesellokomotiven bei der Bahn müssen die Technik haben.

      Aha. Interessant. :thumbsup:

      Schneehuhn wrote:

      Rußpartikel werden aber trotzdem frei die sich in der Umgebung niederschlagen und speziell in den Polregionen spielt da der Akku seine Vorteile aus da man die Rußpartikel auf dem Eis reduzieren kann. Den Strom für die Batterien kann man auf offener See erzeugen wo die Partikel nicht ganz so gefährlich sind.

      Da wäre es interessant zu wissen, worauf sich die 30 Minuten maximaler Nutzungsdauer der Batterien bezieht. Gilt sie für 30 Minuten Fahrt und halten die Batterien länger, während das Schiff irgendwo in der Wildnis auf Reede liegt und die Paxe einen Landausflug machen?
    • Eigentlich ist es doch so das das Schiff rein Elektrisch angetrieben wird, der Strom dafür allerdings durch Dieselgeneratoren an Bord erzeugt wird... :whistling: (das ganze heißt dann Dieselelektrischer Antrieb, so wie die meisten Hurtigrutenschiffe angetrieben werden)
      Heißt im Umkehrschluss das deutlich kleinere Dieselmotoren für die Stromerzeugung gebraucht werden als für einen Konventionellen Schiffsdieselantrieb und somit sowieso schon mal weniger Schmutz (in welcher Form auch immer) anfällt... :rolleyes:
      Und ich kann auch nicht wirklich glauben das die Akkus nur für eine Halbe Stunde reichen sollen, das wäre ja ein Witz... :/
      Mal zum Vergleich, die „Future of the Fjords“ schafft mit Ihren kleinen Akkus (230 kg) ja schon gut 30 sm bei max 16 kn... :8o:

      edit: Obwohl, wenn ich mir vorstelle was der Lampenladen (sah jedenfalls heute Nacht so aus...) noch so an Strom benötigt (Gastronomie, Kühllasten, Elektrik, Beleuchtung, riesen Fernseher, Bug- und Heckstrahlruder u.s.w.) vielleicht reichen die Akkus ja doch nur für 30 min... :D

      Wäre wirklich mal schön wenn das jemand in Erfahrung bringen könnte... :8):
      MfG aus dem Harz, Micha. :gr-cool:

      Post was edited 4 times, last by “micha” ().

    • Sterna paradisaea wrote:

      Der Vorteil gegenüber "normalen" Kreuzfahrtschiffen besteht eben anscheinend vorwiegend darin, dass sie nur ganz geringe Mengen an schwefelhaltigen Schadstoffen und weniger Stickoxide abgibt und in Häfen sowie an sensiblen abgelegen Orten eine gewisse Zeit lang kein Diesel verbrennen muss.


      Wie "micha" schon schrieb: Zur Erzeugung der elektrischen Energie an Bord muss in den Häfen, die keine elektrische Landverbindung anbieten, doch Diesel verbrannt werden.

      Lupo
    • Wenn die Batterien wirklich nur 30 min Strom liefern, könnte man damit vielleicht die Zeit überbrücken bis Landstrom angeschlossen ist oder vielleicht die direkte Umgebung des Anlegeplatzes kurzzeitig von Schadstoffen entlasten, dass würde aber eigentlich auch keinen Sinn machen... :/
      Wenn es wirklich nur 30 min sind die man komplett Elektrisch fahren kann, lohnt es sich nicht mal die Dieselgeneratoren abzustellen, dann wäre für mich das ganze nur Augenwischerei und Kundenverdummung... ;(
      Da muss noch was anderes sein... ?(
      MfG aus dem Harz, Micha. :gr-cool:

    • Das "Andere" ist wohl das, was in dem ZDF-Artikel "Peak Shaving" genannt wird:
      zdf.de/nachrichten/heute/kreuz…f-roald-amundsen-100.html

      ZDF wrote:


      Emissionsreduktion durch "Peak Shaving"

      Der größte Vorteil der Batterien liegt an anderer
      Stelle: Da bei Schiffsmanövern wesentlich mehr Energie benötigt wird,
      als auf der freien Fahrt, werden bei klassischen Schiffen während dieser
      Manöver oft zusätzliche Motoren aktiviert. Diese Lastspitzen können nun
      bei der MS Roald Amundsen durch elektrische Unterstützung abgefangen
      werden. Durch dieses sogenannte "Peak Shaving", sowie durch ein neues
      Rumpfdesign sollen die Emissionen des Schiffes laut Betreiberfirma um
      "mehr als 20 Prozent" im Vergleich zu anderen Schiffen reduziert werden.
    • Das macht natürlich erst mal Sinn, bringt aber weiterhin nichts wenn das Schiff Stundenlang in Fjorden oder z.B. zwischen den Buchten im Polarmeer und Grönland unterwegs ist, naja schauen wir mal was es dazu noch so für Infos geben wird... :whistling:
      MfG aus dem Harz, Micha. :gr-cool:

    • Wie lange man im Batteriebetrieb fahren kann, weiß ich auch nicht, aber wie der Batterieraum aussieht kann man im Wiki sehen. ;)
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)

    • Ich habe jetzt auch die offizielle Aussage von Hurtigruten zum Batteriebetrieb:

      MS Roald Amundsen kann ca. 30 Minuten vollelektrisch fahren. Abhängig von Wetter-, Wind,- Wasserkonditionen sowie Geschwindigkeit und Art der Manöver kann die Dauer länger oder kürzer ausfallen.
      Gruß Jobo,

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      - Alexander von Humboldt -

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    • Ich habe so gut wie alles gelesen was es dazu bis jetzt zu lesen gab und für mich ist das alles bis jetzt nur ganz große PR... :8):
      (vor allen wenn ich dann noch den großen fast leeren Batterieraum sehe... 8| )

      Am besten war der Artikel der hier erwähnt wird:

      Dafür müssen die vier Schiffsschrauben zunächst Strom erzeugen,... u.s.w.

      Da würde mich doch sehr interessieren wie das geht!
      Es wäre wirklich schön wenn Hurtigruten mal etwas näher ins Detail gehen würde... :whistling:
      MfG aus dem Harz, Micha. :gr-cool:

    • Soweit ich das verstehe durch den Dauermagnet im Azipull, jedenfalls interpretiere ich das Datenblatt das ich im Wiki verlinkt habe so. ;)
      Gruß Jobo,

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