Spitzbergen 4. - 14. Juni 2019 - Glück muss der Mensch haben

    • 2019
    • Wow, ich bin begeistert! Gleich am Anfang DAS Highlight. Den Bären hast du ja so toll fotografiert als wenn er grade vor dir stehen würde. Er sieht so aus als wenn man ihn gleich knuddeln müsste (ich weiß, das wäre das letzte Mal....).
      Bin gespannt auf deinen weiteren Bericht, denn ich bin schon etwas am Packen. Am Samstag gehts nach Oslo, am Sonntag nach LYR und dort auf die Hondius, geplant ist eine Umrundung. Im Moment ist rechts außen aber noch zuviel Eis.
      Viele Grüße
      Viele Grüße
      Tina
    • Die Fotos sind ganz grosse Kino!

      Thea wrote:

      Dabei merke ich wie sehr man sich beim Schätzen von Entfernungen oder Längen in dieser Umgebung täuschen kann.

      Als ich seinerzeit mit dem Schiff auf Spitzbergen war wurden wir darauf hingewiesen bei einem Spaziergang auf die Uhr zu sehen, wie lange man gelaufen ist, um zeitig umzukehren. Es hiess die Luft ist so klar, das Schiff sieht näher aus als es ist und man verschätzt sich schnell.
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~ Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~
      Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil !
    • @Nanook da kann ich Dich beruhigen. Es wurde immer darauf geachtet dass wir den Tieren nicht zu nahe kommen und sie sich nicht gestört fühlen. Den beiden Reiseleiterinnen war das persönlich sehr wichtig und der Veranstalter ist Mitglied bei der Association of Arctic Expedition Cruise Operators (AECO) und dort gibt es unter anderem auch Richtlinien für den Umgang mit Tieren.

      Die Reiseleiterinnen wollten dass wir die Chance haben einen Eisbär zu sehen. Die Herausforderung für sie ist das wir zur richtigen Zeit an einer Stelle sind wo sich einer aufhält. Sie kennen mögliche Orte sind dann aber immer wieder mit dem Fernglas am Suchen ob er zu sehen ist. Und manchmal entscheiden Minuten darüber ob man ihn sieht oder nicht, genau wie bei meinem letzten Bericht. Als er genug hatte zog er sich einfach zurück. Ich bin sicher er war noch da, aber wir konnten ihn nicht mehr beobachten. Im richtigen Moment an der richtigen Stelle sein, darin liegt die Herausforderung.
    • @Thea Hattet ihr keine Zeit für die beiden Museen in Longyearbyen?

      Nach der Übernachtung werden wir einen ganzen Tag Zeit haben, bevor es aufs Schiff geht, davon der halbe Tag mit der Hurtigruten-Rundfahrt und dann aber freie Verfügung.
      Die Seilbahnanlagen muß ich unbedingt aufsuchen und fotografieren.
      Gruß Bernd
      ____________________________________________
      2008: Postroute B-K-T mit MS Richard With;
      2017: Grönland-Expedition mit MS Spitsbergen
    • @Bernd60 Hallo Bernd, das Museum wurde uns zwar empfohlen aber mir war es bei der Ankunft wichtiger erstmal herumzulaufen. Und da mein Rückflug noch in der gleichen Nacht ging hatte ich hinterher auch keine Gelegenheit. Darum kann ich keine Erfahrung beisteuern.

      Gruß

      Thea
    • 7. Juni 2019 – Bellsund

      Pünktlich um vier wirft der Kapitän den Motor an. Ich werde kurz wach und schlafe dann wieder ein. Später wird das Schaukeln intensiver, ich lasse ich mich wiegen. Das geht gut. Gegen 8 Uhr bin ich hell wach aber das Bett scheint mir immer noch der geeignetste Ort für mich zu sein. Doch was tun. Lesen scheidet aus, schlafen geht nicht mehr. Da fällt mir der Tipp von Rolf Stangl ein: Musik hören. Ich wandele ihn ab und lausche die nächsten Stunden einem Hörbuch. Und so vergeht Zeit bis zum Mittag mit Dösen, Hören und sich wiegen lassen. Als es Mittagessen gibt klopft eine der Reiseleiterinnen bei mir an und erkundigt sich nach meinem Befinden. Der Geruch nach gebratenem Fleisch lockt mich nicht. Also warte ich bis die anderen gegessen haben und stehe dann auf. Für 15 Uhr ist ein Landgang in der Calypsobyen geplant, da will ich dabei sein.

      Mir geht es gut, die Entscheidung morgens liegen zu bleiben war genau richtig. Jetzt bin ich hellwach. Ich entdecke sogar ein Walross das kurz auftaucht.

      Bei unserem Landgang besichtigen wir Gebäude und sonstigen Überreste eines Siedlers der erfolglos Bergbau betreiben wollte. Kurz nach uns kommen 6 Personen von einem Segelboot ebenfalls an Land. Sie halten Abstand zu uns und trotzdem fühlen wir uns etwas bedrängt. Erstaunlich wie schnell wir uns daran gewöhnt haben dass unsere Gruppe ganz alleine irgendwo ist.



      Während die einen eine kleine Wanderung machen bleiben ein anderer Gast und ich bei der anderen Reiseleiterin. Die Küstenseeschwalben haben ein altes Boot für sich entdeckt. Noch brüten sie nicht und so können wir uns ihnen näheren ohne dass sie uns attackieren. Ich mag es mir Zeit zu nehmen um einen Ort und eine Landschaft einfach auf mich wirken zu lassen. Alles ist ruhig bis auf die Küstenseeschwalben. Dieser Moment gehört für mich zu den schönster der Reise.



      Dann kehrt die Wandergruppe zurück und ich entdecke noch einen Meerstrandläufer.



      Es geht zurück aufs Schiff und wir setzen unsere Reise fort. Mich fasziniert mich das Zusammenspiel von Licht, Wolken und Strukturen.



      Gegen 22 Uhr sind wir dann im Van Mijenfjorden. Das besondere an ihm ist, dass sich dort das Eis sehr lange hält. Wir sind an der Eiskante und blicken auf eine große Eisfläche. Unser Kapitän fährt ganz langsam an ihr entlang. So kann man gut die Strukturen erkennen.



      Dann kommt unsere Reiseleiterin und macht uns auf eine Rinne im Eis aufmerksam in der Belugawale schwimmen. Der Kapitän fährt nochmals in die Richtung und versucht das Schiff möglichst auf der Stelle zu halten. Mit dem Fernglas sind sie gut zu erkennen. Mit dem Teleobjektiv sind es nur Punkte, aber immerhin. Was für ein schöner Abschluss des Tages.


    • @Thea
      Wiedereinmal beglückst du mit zauberhaften Fotos. Ich glaube, nach Spitzbergen muß ich auch mal. Ruhe und Einsamkeit in dieser Landschaft gehören einfach zusammen. Darin kann ich dich gut verstehen.
      Kennst du das Buch von Christiane Ritter Eine Frau erlebt die Polarnacht ? Sie hat in den dreiziger Jahren allein in einer Hütte auf Spitzbergen überwintert, während ihr Mann schon vorher dort als Jäger unterwegs war. Das Buch ist hier im Forum schon genannt worden, aber ich denke, daß es dich nach dieser Reise interessieren und dir gefallen könnte. Ich habe es schon dreimal gelesen, obwohl ich noch nicht einmal auf Spitzbergen war.
      Ich freue mich auf die Fortsetzung deines wunderbaren Berichts. :)
      Liebe Grüße von Trollebo

    • Hallo miteinander,

      es macht richtig Freude für Euch einen Reisebericht zu schreiben :) vielen Dank für die netten Kommentare. Heute Abend werde ich im Zug sitzen, aber morgen gibt es eine Fortsetzung - versprochen.

      Trollebo wrote:

      Ich glaube, nach Spitzbergen muß ich auch mal.

      Das kann ich gut verstehen. Ich muss da auch unbedingt noch einmal hin. Ich bin nun seit vier Wochen zurück und am liebsten würde immer noch jedem von dieser tollen Reise erzählen. Und beim Schreiben des Reiseberichts und dem Heraussuchen der Fotos bin ich wieder ganz dort. Wenn ich morgens mit dem Reisebericht beschäftigt war kostet es mich richtig Willenskraft mich anschließend auf die Arbeit, die ich auch gerne mache, zu konzentrieren.

      Also bis morgen dann,

      Gruß Thea
    • Thea wrote:

      @Bernd60 Hallo Bernd, das Museum wurde uns zwar empfohlen aber mir war es bei der Ankunft wichtiger erstmal herumzulaufen. Und da mein Rückflug noch in der gleichen Nacht ging hatte ich hinterher auch keine Gelegenheit. Darum kann ich keine Erfahrung beisteuern.

      Gruß

      Thea
      kann ich verstehen, geht mir auch so.
      Bei kurzen Aufenthalten laufe ich lieber in der Gegend rum und fotografiere als in einem Museum zu schauen.
      Gruß Bernd
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      2008: Postroute B-K-T mit MS Richard With;
      2017: Grönland-Expedition mit MS Spitsbergen