Noch einmal rund um Großbritannien – diesmal mit MSC Orchestra – 27.06. - 07.07.2019

    • 2019
    • Noch einmal rund um Großbritannien – diesmal mit MSC Orchestra – 27.06. - 07.07.2019


      Wir waren im vergangenen Jahr noch nicht lange von unserer Tour rund um Großbritannien mit der kleinen MS Hamburg zurückgekehrt und ich hatte meinen Reisebericht dazu gerade eben fertig, da war im Hamburger Abendblatt eine 11 Tage kurze Schnäppchen-Rundreise um Großbritannien von und nach Hamburg auf der MSC Orchestra angeboten worden. Das versprach eine ideale Ergänzung der ersten Reise zu werden, denn einige Häfen waren völlig neu für uns.

      Die Scheu vor großen Schiffen hatten wir verloren, nachdem wir in der Karibik 2017 mit Mein Schiff 5 und 2018 mit Mein Schiff 6 so überaus gute Erfahrungen in jeder Hinsicht gemacht hatten.
      Also haben wir und unsere Freunde damals im September kurz entschlossen diese MSC-Kreuzfahrt gebucht, von der wir gestern erst zurück gekehrt sind.

      Tag 1 – Einschiffung 27. Juni 2019

      Da wir sehr nahe bei Hamburg wohnen, können wir das Kreuzfahrtterminal in Hamburg Altona einfach mit dem Taxi erreichen. Ab 13 Uhr sollte das Boarding beginnen. Wir treffen wenig später ein und stehen zunächst etwa eine halbe Stunde in der Kofferabgabe-Schlange im Freien. :thumbdown: Das Wetter ist recht trübe und wir haben keine Regenschirme zur Hand. Wie gut, dass uns hier ein Platzregen erspart bleibt.

      Nachdem wir die Koffer los geworden sind, erwartet uns in der Halle das eigentliche Anstehen zum Boarding. Es handelt sich um eine durch Bänder kanalisierte Zickzackschlange bestehend aus 6 sehr langen Reihen, die auf einige wenige Abfertigungsschalter hinführen. =O Hier stehen wir dann tatsächlich eineinhalb Stunden lang. Das lange Warten soll uns wohl durch Musik versüßt werden, aber den Lärm, den naturgemäß hunderte von Personen in einer Halle verursachen, kann nur das Wummern der Bässe durchdringen X( , was bei mir zu unterschwelliger Nervosität führt. Endlich halten aber auch wir unsere Bordkarten in Händen.

      Kurz vor Betreten des Schiffes erwartet uns ein launiger Fotograf, der uns vor einem großen Bild der MSC Orchestra ablichten möchte. Man kommt wohl schneller voran, wenn man es kurz über sich ergehen lässt. Das Bild kaufen wir später aber nicht. :D

      Dann sollen wir erneut fotografiert werden, diesmal für die Bordkarte. Beim Online Check-in waren wir eigentlich aufgefordert worden, für diesen Zweck Fotos von uns zu übermitteln, und hatten das auch getan. Diese Bilder waren aber offenbar nicht auf die Bordkarten übertragen worden. ?( Macht eigentlich nichts, also nochmal „cheese“.

      Dann lassen wir endlich das Handgepäck in unseren Kabinen und erkunden das Aussichtsdeck und unseren Liegeplatz von oben. Das Terminal in Altona bietet der Aufschrift entsprechend Landstrom, den wir aber offensichtlich nicht nutzen. :thumbdown:



      Auf der gegenüber liegenden Seite sehen wir die Köhlbrandbrücke und einige schön geformte Tanks.



      So sieht das Pooldeck der MSC Orchestra aus, das aber nicht unsere Anwesenheit erleben wird. :rolleyes:



      Nach diesem kurzen Orientierungsgang finden wir unsere Koffer vor der Kabine und bauen erst einmal unser Nest. Mit unserer Standard-Balkonkabine der Kategorie „Fantastica“ auf Deck 10 sind wir zufrieden. Sie ist klein, aber gemütlich, und bietet ausreichend Schrankraum.

      Um 17:15 Uhr findet dann die Seenotrettungsübung statt und pünktlich um 18 Uhr werden die Leinen gelöst. :P

      Beim Auslaufen muss sich unser Schiff um 180° drehen. Dabei bekommen wir einen sehr schönen Blick auf die Hamburger Skyline mit seinen fünf Hauptkirchen.
      Von links nach rechts sehen wir Zunächst St. Michaelis und dann den kupfernen Rathausturm. Es folgen St. Petri, St. Jacobi, St. Nicolai und St. Katharinen. Ganz rechts ist auch noch die Elbphilharmonie im Bild.



      Ich hatte eigentlich gehofft, bei dieser Gelegenheit einen Blick auf die neue MS Roald Amundsen der Hurtigrute zu erhaschen, die eigentlich genau gleichzeitig mit uns im Cruise Center HafenCity auslaufen sollte. Womöglich hätte sie uns gar weiter elbabwärts überholt. Aber das hat ja nun nicht sollen sein ;( und mein Mitgefühl gilt natürlich allen, die sich auf diese Jungfernfahrt gefreut hatten.

      Nun konzentriere ich mich also stattdessen auf die Elbufer. Da passieren wir auch schon den Fischmarkt und gleich dabeben ist der Hamburger Elbspeicher zu sehen. In dem Raum hinter den gelben Sonnenschirmen hat die letzten beiden Male der Hamburger Stammtisch des Hurtigforums stattgefunden. :)



      Wir genießen noch ein wenig den Anblick der schönen Stadtteile am rechten Elbufer.



      Hinter Blankenese verlassen wir das Aussichtsdeck und machen uns dann bald zum Abendessen bereit. Eigentlich war uns die erste Tischzeit um 17:45 zugewiesen worden, aber ein Wechsel war glücklicherweise kein Problem. :thumbup:

      Nach dem Essen suchen wir lange nach einer Bar ohne laute Livemusik, wo wir uns noch einen netten kleinen Absacker gönnen könnten. Diese Suche sollte während der gesamten Reise zu unserem großen Leidwesen nicht von Erfolg gekrönt sein. :( :thumbdown: :(


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    • Das Bild mit den Kirchen ist ja fast ein Wimmelbild mit den vielen Kränen...
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    • Tag 2 – Auf See 28.06.2019

      Folgende Häfen werden wir auf dieser Reise anlaufen:

      Guernsey – Cobh – Belfast – Dublin – Greenock – Invergordon

      Unser erster Aufenthalt wird also eine Kanalinsel sein, weshalb die Reise mit einem Seetag beginnen muss. Wir haben nun reichlich Zeit, das Schiff kennen zu lernen.

      Die MS Orchestra wurde 2007 in Dienst gestellt. Sie ist ca. 294 m lang und 60,5 m hoch. Die Crew umfasst 1054 Personen und das Schiff kann maximal 3223 Passagiere unterbringen.

      Man kann sich vorstellen, wie groß das Gewusel in den öffentlichen Bereichen an einem Seetag ist. Die folgenden Bilder habe ich an einem Nachmittag aufgenommen, als die meisten Leute an Deck oder im Theater waren. Wenn man die modernen Innenausstattungen der Hurtigrutenschiffe und von Tui Cruises (Mein Schiff) liebgewonnen hat, die ja von der selben schwedischen Designfirma stammen, dann kann man die Einrichtung der MSC Orchestra durchaus als gruselig empfinden. Viel Polsterkram und Messing und wegen der niedrigen Decken kommen dort auch gern Spiegel zum Einsatz. Die gläsernen Fahrstühle von Midnatsol und Trollfjord wirken dagegen harmlos.

      Auf Deck 5 befindet sich die Rezeption und gleich daneben die L'Incontro Bar, die durch Freitreppen mit den Bars darüber verbunden ist. Auf der Bühne steht ein gläserner Flügel und auch auf Geigen wird hier ab 17 Uhr bis spät in die Nacht musiziert. Leider wird die Musik mittels Verstärker laut über beide Decks verbreitet.





      Auf Deck 6 befinden sich das Ausflugsbüro und mehrere Bars, in denen abends und nachts laute Livemusik gespielt wird. In der Savannah Bar gibt es auch tagsüber diverse Aktivitäten (Quiz, Tanzkurs usw.)





      Hier befinden sich auch etliche Shops, welche die Durchgänge mit langen, von „Sonderangeboten“ überquellenden Tischen verengen.



      Im MSC merchandising shop werden sehr viele norwegische Wollwaren und Souvenirs angeboten. Die Reise kann man sich also sparen. :D



      Weitere Bars befinden sich auf dem Weg zum Restaurant L'Ibiscus.



      Es gibt zwei Restaurants, in denen bedient wird, und die auch zusätzlich noch ein Buffet haben.

      In der Villa Borghese auf Deck 5 wird außer dem Abendessen in 2 Tischzeiten auch Frühstück und Mittagessen geboten, im L'Ibiscus auf Deck 6 nur das Abendessen.

      Das Buffetrestaurant La Piazetta befindet sich auf dem Pooldeck 13 und bietet außer den drei Hauptmahlzeiten zwischendurch noch fast rund um die Uhr Pizza, Pasta und diverse Snacks an. Hier herrscht häufig Gedränge, so dass ich leider kein Foto gemacht habe.

      Man ahnt es schon: Auf diesem Schiff stehen Unterhaltung und Amusement im Vordergrund, weshalb auch ein Casino und ein Theater, das Covent Garden Theatre, nicht fehlen dürfen. Die Shows besuchen wir mangels anderer Beschäfigung tatsächlich mehrfach.



      Es treten häufig reichlich gefiederte und sonst eher spärlich bekleidete Damen auf. Aber ich will nicht ungerecht sein. Die Tänzer waren durchweg sehr gut und die Akrobaten würde ich sogar als Weltklasse bezeichnen. Soetwas sieht man nicht oft. Leider wird besonders im Theater die Musik oft fast bis zur Schmergrenze verstärkt, was den Gesang eher in Geschrei ausarten lässt.
      Da das Fotografieren der Künstler aus urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet ist, kann ich von den Darbietungen hier keine Bilder zeigen.

      Da wir die 2. Tischzeit um 20:15 haben, können wir immer die erste Theatervorstellung um 19 Uhr besuchen und müssen uns danach durch die Bars und Verkaufsstände zum Restaurant L'Ibiscus durchschlagen.

      Über das Tagesprogramm werden uns Passagieren für den Abend Kleidungsempfehlungen gemacht: Mal informell, mal Gala und manchmal „alles weiß“ oder „möglichst geblümt“ oder Outfit der 60er, 70er oder 80er Jahre.

      An unserem ersten Seetag wird uns im Theater die Crew vorgestellt und es wird Galakleidung gewünscht. Darauf waren wir bei der Buchung gefasst und mussten also leider auch Gesellschaftskleidung in den Koffer packen. Insgesamt an 3 Abenden ist Aufbrezeln angesagt. Natürlich kann man das unterlaufen. Wir stellen aber fest, dass die große Gruppe der aus Mittelmeerländern stammenden Gäste das sehr ernst nimmt . Auch die Kinder, d.h. die vielen kleinen Mädchen unter den Passagieren, haben sichtlich Freude in ihren hübschen Kleidchen. Da mögen wir dann natürlich auch keine Spielverderber sein und machen halt mit.

      Einen Vorteil haben die Galaabende aber: Die Küche gibt sich extra Mühe und das Essen ist dann auch besonders gut.



      Nun habe ich genug über das Schiff gelästert und hoffe, dass ich einigermaßen gerecht geblieben bin. In den folgenden Beiträgen werde ich mich ganz den schönen Landausflügen widmen.


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    • Hallo,
      auch ich war schon ein mal auf der Orchestra, eigentlich nur um zu sehen wie es auf so einem großen Schiff ist. Aber alles ist bekanntlich Geschmackssache. Ich für meinen Teil gehe nie wieder auf solch großes Schiff, nur noch max. 1500 Paxe . die Einrichtung der Orchestra hingegen fand ich absolut Klasse, so richtig kuschelig und gemütlich. Die Einheitseinrichtung der Hurtigrute gefällt mir z.B. absolut gar nicht. Manchmal könnte man meinen es gibt ein Schiff nur in verschiedenen Formen. Zum Glück gibt es ja eine riesige Auswahl, also ist für jeden etwas dabei. :) :lofoten2:
    • Die Kuscheligkeit der Bars fand ich auch eigentlich gar nicht so unschön, nur das viele Bling-bling darumherum. Aber du hast Recht, letztlich ist es Geschmackssache.
      Die Überfüllung in den öffentlichen Bereichen und den damit verbundenen Lärm empfanden wir als die eigentliche Beeinträchtigung. Ich begreife auch einfach nicht, wieso sich ganz viele Passagiere in den Bars so laut unterhalten als seien sie allein in Raum. Das war auf den beiden Tui Cruises Schiffen, die wir kennen gelernt haben, deutlich besser. Immerhin waren dort auch jeweils 2600 Paxe an Bord.


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    • Tag 3 – St. Peter Port auf Guernsey 09.07.2019

      Ursprünglich war als erster Landgang St. Helier auf Jersey geplant. Beim Boarding in Hamburg erfuhren wir dann, dass es eine Kursänderung gegeben habe. Wir würden statt dessen St. Peter Port auf Guernsey ansteuern. Das war uns gleichermaßen recht, denn wir kannten ja bislang keine der Kanalinseln.

      Als ich nach dem Seetag morgens auf den Balkon gehe, lieget die MS Orchestra bereits vor Anker. Wir sind außerdem nicht allein. Die Carnival Magellan ist auch schon da.



      Da wir den hübschen, kleinen Hafen ohne Führung erkunden wollen, frühstücken wir schnell und begeben uns dann zu dem für individuell an Land Gehende angewiesenen Ausgang. In der kleinen Schlange für das Tenderboot sind unsere Freunde nah hinter uns, aber als wir an Bord sind, sehen wir sie einfach nicht nach uns einsteigen. Erst kurz vor dem Ablegen kommt unsere Freundin ohne ihren Mann doch noch nach. Was war passiert? Wir erfahren, dass unser Freund zurückbleiben musste, weil das Foto auf seiner Bordkarte eine andere Person zeigt. Er muss sich nun wieder fotografieren lassen, bekommt eine neue Bordkarte und könnte also
      mit dem nächsten Tenderboot nachkommen. So ärgerlich! Wie schon eingangs erwähnt, hatten wir vier ja eigentlich schon beim Online Check-in ordentliche Fotos von uns hochgeladen.
      Mein Mann und ich beschließen, schon einmal allein in Richtung Leuchtturm zu spazieren und vereinbaren einen Treffpunkt.

      St. Peter Port ist ein malerischer, aber recht geschäftiger kleiner Ort mit viel Autoverkehr auf der Uferstraße. Vorbei an der Town Church umrunden wir den Hafen und genießen dabei die schönen Stadtansichten mit den vielen Booten. Es gibt einen Yachtklub, zu dem ein großes, flaches Wasserbecken für die jüngsten Aspiranten des Segelscheins gehört. Sie sind gerade mit kleinen, flachen „Optimisten“ unterwegs.





      Die Hafeneinfahrt wird von zwei Wellenbrechern begrenzt, auf denen je ein Leuchtturm steht. Den einen davon laufen wir nun entlang und und haben am Ende auch einen Blick auf die beiden auf Reede liegenden Kreuzfahrtschiffe.



      Der Damm, auf dem wir stehen, verbindet die Hauptsehenswürdigkeit von St. Peter Port mit dem Festland: Castle Cornet. Diese Festung liegt auf einer kleinen Felsinsel und geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Allerdings wurde sie auch noch im 20. Jahrhundert genutzt. Sie ist nun ein Museum, dessen historische und militärische Ausstellungen wir uns aber nicht anschauen. Im Vorhof befinden sich Gedenktafeln, alte Kanonen und ein schönes Blumenbeet, das in den Farben der Flagge von Guernsey bepflanzt ist.



      Inzwischen haben wir unsere Freunde getroffen und nun gehen wir gemeinsam ins Zentrum des Ortes. Zunächst zieht es uns zur Town Church. Dieses Gotteshaus ist im Guinness Buch der Rekorde zu finden, denn es ist die am dichtesten neben einem Pub gelegene Kirche in ganz Großbritannien. Der Abstand zum Albion House beträgt nur 18 Inches. Entscheidend sei dabei wohl ein Wasserspeier der Kirche, wie man auf der blauen Plakette lesen kann.



      Im Inneren sehen wir ein reich geschnitztes Chorgestühl und sehr schöne Glasfenster. Sie sind leider nicht mehr original, denn bei einem Angriff der Alliierten auf ein deutsches U-Boot im Mai 1944 wurden bis auf eines alle zerstört.



      Nach dem Besuch der Kirche bummeln wir die Highstreet entlang. Ich habe die Hoffnung, dabei einen Uhrmacher zu finden, der mir eine neue Batterie in meine Armbanduhr einsetzen kann. Ein Juwelier, der sehr viele Uhren in der Auslage hat, darf aber aus versicherungsrechtlichen Gründen keine Batterien einsetzen und verweist uns an einen anderen Laden ganz am Ende der Highstreet. Also genießen wir erst einmal den Anblick der vielen traditionellen Fassaden. In einer kleinen Seitenstraße beeindruckt uns ein besonders herrlicher, blumengeschmückter Bau, in dem sich nun eine Polizeistation befindet.



      Unterwegs erblicken wir in einem Schaufenster ein reduziertes Paar weiße Sneaker. Sie sind in meiner Größe, passen genau und ich erwerbe sie also – in dieser berüchtigten Steueroase mehrwertsteuerfrei. Schließlich finden wir auch den uns empfohlenen Juwelier und Uhrmacher. Die Viertelstunde Wartezeit nutzen wir, um uns in einem Bistro mit einer Cola zu erfrischen. Das haben wir bei dem warmen Wetter richtig nötig.

      Als ich meine Uhr abhole, frage ich nach, ob sie vielleicht ein paar der Guernsey-eigenen Münzen haben, und gegen britische Exemplare eintauschen könnten. Ich freue mich, dass sie mir diesen Sammlerwunsch erfüllen können. Auch eine Ein-Pfund-Note von Guernsey kommt so in meinen Besitz.

      Restlos zufrieden machen wir uns am Ufer entlang auf den Weg zum Pier, wo eine Dreiviertelstunde später das letzte Tenderboot zu unserem Schiff abgehen soll.



      Dort erwartet uns schon eine enorm lange Schlange, in der wir ziemlich genau eine halbe Stunde anstehen müssen. Die Wartezeit wird uns dabei von einer Countrysängerin mit sehr angenehmer Stimme versüßt. Ach könnte sie doch bei uns an Bord auftreten!
      Von der Gangway aus sehen wir dann in der Ferne unser Krawallschiff liegen, zu dem wir nun zurückkehren.



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    • Hochinteressant, deinen Bericht zu lesen! Auf das Schiff müsstest du mich prügeln, aber die Route liest sich gut.
      Mit der Planänderung auf den Kanalinseln hattet ihr Glück, denn St. Peter Port ist viel schöner als St. Helier :thumbup: Beim Schuhladen musste ich schmunzeln, da habe ich schon an manchem Regentag Geld ausgegeben ;) Dafür habe ich noch nie die Kirche von innen geschafft...
      Viele Grüsse, Albatross
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    • Tag 4 – Von Cobh nach Kinsale – 30.06.2019

      Von Guernsey nach Südirland ist der Weg übers Meer nicht weit und so legen wir am nächsten Tag frühmorgens im Hafen von Cobh an.

      Die Buchung des Ausflugs bedeutete für uns eine Qual der Wahl. Gern hätten wir einerseits das nahegelegene Cork auf eigene Faust besucht. Letztlich entschieden wir uns aber für eine Tour zum weiter südlich gelegenen Küstenort Kinsale, der als sehr malerisch beschrieben wurde.

      Als wir nach dem Frühstück das Schiff verlassen wollen, bekomme ich ein großes Filzstift – P auf meine Bordkarte geschmiert und einen gelben Merkzettel ausgehändigt. ?( Sinn der Sache: Bei der Rückkehr wird meine Bordkarte eingezogen, weil auf dem Foto mein Gesicht im Bereich der Stirn abgeschnitten ist. Ich soll dann bei der Rezeption ein neues Foto machen lassen. Also schon wieder ein Fotoproblem! Na, wenigstens lässt man mich noch von Bord und so können wir Vier pünktlich in den Ausflugsbus steigen.

      Zunächst besichtigen wir das James's Fort, das auf einer Halbinsel vor dem Hafen von Kinsale liegt. Es handelt sich um eine sternförmige, pentagonale Wallanlage, in deren Mitte sich eine rechteckige Zentralfestung befindet. Sie wurde im Jahre 1607 fertiggestellt und sollte Schutz vor Angriffen der Spanier bieten. Noch bis in die 1920er Jahre des vorigen Jahrhunderts war das Fort in Betrieb.
      Wir bekommen hier eine Führung und dürfen uns eine Stunde lang auf dem Gelände umschauen. Ganz beeindruckend, aber Vardøhus finde ich persönlich hübscher. Ist schon klar, bei einer Verteidigungsanlage geht es nicht um Schönheit.



      Um 11:45 erreichen wir endlich Kinsale. Im Bus haben wir Stadtpläne und ein paar Empfehlungen bekommen und dürfen nun selbständig durch den Ort schweifen. Hier gibt es wirklich viele niedliche Ecken. Leider haben wir nur „Ausgang“ bis 12:45. Also entweder wir können irgendwo nett einkehren oder Häuschen gucken. Fotomaniacs entscheiden sich natürlich für Letzteres.

      Ganz traditionelle Gebäude wechseln mit quietschbunt angemalten Häusern ab. Sicher zum Vergnügen von uns vielen Touristen.





      Besonders wild haben es die Anstreicher am Marktplatz getrieben.





      Dieses schnuckelige Häuschen steht zum Verkauf - mitsamt all der Kapuzinerkresse.



      Hinter dem Museum wird es exotisch.



      Bei unserem Treffpunkt am Ufer fällt uns noch ein sehr schönes Hotel auf.



      Urlaub machen würden wir hier aber lieber nicht. Der Ort ist wirklich sehr überlaufen.

      Um ein Uhr fahren wir schon wieder zum Schiff zurück. Das bringt uns auf die Idee, uns auch noch die Hafenstadt Cobh anzusehen.
      Und darum wird dieser Tag demnächst fortgesetzt....


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    • Tag 4 – Cobh – 30.06.2019 Fortsetzung

      Direkt am Kai vor unserem Liegeplatz befindet sich ein sehr schön restaurierter, viktorianischer Bahnhof, in dem das Heritage Center untergebracht ist. Es gibt hier wechselnde Ausstellungen zur irischen Geschichte, insbesondere zur Auswanderung und der großen Hungersnot. Auch der Titanic-Katastrophe wird hier gedacht, denn Cobh (damals Queenstown) war der letzte Hafen, den das Schiff vor seinem Untergang angesteuert hat.
      Der Bahnhof ist nicht nur Museum sondern auch noch in Betrieb. Es gibt eine Bahnverbindung zum nahe gelegenen Cork. Bistro und Souvenirshops sind frei zugänglich, nur die Ausstellungen kosten Eintritt.



      Wir erwerben ein paar Mitbringsel und schauen uns danach die anrührende Statue einer kleinen Auswanderergruppe an. Es zeigt die 18-jährige Annie Moore, die 1892 mit ihren zwei kleinen Brüdern von Cobh in die USA auswanderte. Sie war die erste Person, die in dem neu eröffneten Einwandererzentrum auf Ellis Island registriert wurde.



      Mein Mann und ich haben noch keine Lust, aufs Schiff zurückzukehren und machen uns daher den Hang hinauf auf den Weg zur Kathedrale von Cobh. Dabei blicken wir zurück auf Bahnhof und Schiff und sehen typisch viktorianische Straßenzüge - erst von vorn und dann von hinten.



      Bald stehen wir vor der Kathedrale St. Colman. Sie ist sehr prachtvoll im neogotischen Stil errichtet und erlebte im vergangenen Jahr ihre 150-Jahr-Feier.

      Alle katholischen Kirchen waren unter englischer Herrschaft der anglikanischen Staatskirche zugefallen und die Religion konnte danach nur noch im Untergrund ausgeübt werden. Als sich im 19. Jahrhundert die rechtliche Möglichkeit bot, mussten also katholische Kirchen erst neu erbaut werden.

      Man bemerkt sofort, dass es sich nicht um eine alte gotische Kirche handelt. Dennoch wirkt das Hauptschiff kaum weniger beeindruckend. Der Halbkreis der Orgelpfeifen gibt den Blick auf eine schöne Rosette frei.



      Vom Vorplatz aus genießen wir erst noch den Rundblick und beginnen dann den kurzen Abstieg hinunter zur Innenstadt. Das Wetter ist inzwischen richtig schön geworden und alle Welt ist hier unten auf den Beinen und Rädern. Von einem Anleger aus mache ich Aufnahmen der Kathedrale und der Uferstraße.



      Auf dem Rückweg zum Schiff kommen wir an einem Volksfest vorbei. Aha, darum „steppt" hier heute der "Bär“.



      Als wir uns wenig später mit unseren Bordkarten identifizieren, wird meine (mit der erwähnten P-Markierung) gleich eingezogen. Wie gut, dass wir nach dem Ausflug nicht erst zum Schiff zurückgekehrt waren. Das hätte Zeit gekostet. Wir sehen nun aber erst einmal zu, dass wir im Buffetrestaurant noch etwas zu essen bekommen. Erst dann lasse ich mich an der Rezeption erneut ablichten und nehme eine neue Bordkarte entgegen.

      Vor dem Auslaufen stehen wir rechtzeitig an der Reling von Deck 13. Wir können von hier aus gut den Zickzackweg erkennen, auf dem wir zur Kathedrale hinauf gegangen sind.



      Bald werden wir von einer Band und vielen Schaulustigen verabschiedet. Auch einige Damen in historischen Kostümen, die wir schon auf dem Festplatz gesehen hatten, erweisen uns die Ehre.



      Nachdem wir abgelegt haben genießen wir nun ausnahmsweise den Vorteil, mit so einem riesigen Schiff unterwegs zu sein: Der Blick auf Cobh ist von dieser erhöhten Warte aus überwältigend schön. Wir können uns an den immer neuen Perspektiven schlichtweg nicht satt sehen. Hier eine Auswahl meiner zahllosen Bilder:





      Unser nächstes Ziel wird morgen Belfast sein.


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      Tag 5 - Belfast - Giant's Causeway - 01.07.2019

      Als wir unsere GB-Umrundung mit der MS Hamburg buchten, sollte eines der Highlights der Besuch der geologisch interessanten UNESCO Welterbestätte Giant's Causeway von Belfast aus sein. Mit den Reiseunterlagen sahen wir dann die Abänderung: Nur ein halber Tag Liegezeit in Belfast und damit keine Möglichkeit für diesen langen Ausflug. :(
      Das war betrüblich, aber immerhin haben wir dafür im vergangenen Jahr Belfast recht ausführlich kennen lernen können.

      Die MS Orchestra kann nun einen ganzen Tag in Belfast liegen, denn am nächsten Tag muss sie nur Dublin erreichen. Was von der Route her umständlich aussieht (Cobh – Belfast – Dublin) erweist sich eigentlich als recht genial. 1:0 für MSC. :thumbup:

      Belfast können wir uns diesmal also sparen und begeben uns auf einen achtstündigen Ausflug in nördliche Richtung.

      Auf dem Hinweg nehmen wir die schnelle Strecke im Inland und halten erst an, als wir an der Küste die Ruine von Dunluce Castle erreichen. Es handelt sich um eine der größten Ruinen einer mittelalterlichen Burg in Irland.



      Wir stehen gegenüber an einer zugigen Steilküste und ich friere fürchterlich. Sommerpulli und Windjacke reichen heute offenbar nicht aus und ich nehme mir vor, im Besucherzentrum am Causeway einen dicken Pullover zu kaufen – fast egal zu welchem Preis. Warum nur habe ich mal wieder keinen meiner Norwegerpullis mit? ;(

      Dort angekommen entlässt man uns auf einem riesigen Parkplatz und versieht jeden von uns mit einem Plan des Küstenabschnitts und einer Eintrittskarte. Diese berechtigt uns auch, die kleinen Shuttlebusse zu benutzen, die unermüdlich zwischen dem eigentlichen Causeway und dem Besucherzentrum verkehren. Vielleicht keine schlechte Idee für den Rückweg, damit noch Zeit für einen Mittagssnack bleibt. Zwei Stunden Zeit haben wir hier zur freien Gestaltung.

      Es werden auch Audioguides verteilt, aber meinen lasse ich gleich in der Tasche. Eigentlich braucht man nicht mehr zu wissen, als dass hier Lava an die Oberfläche gequollen und beim Erkalten zu hexagonalen Säulen geschrumpft ist. Auch von der mit diesem Ort verbundenen Sage haben wir schon einmal gehört.

      Hier auf Meeresniveau ist die Temperatur auf einmal geradezu mild, weshalb ich natürlich keinen zusätzlichen Pullover mehr brauche. Unbeschwert machen wir uns also auf die kleine Wanderung hinunter zu den Basaltsäulen. Unterwegs erwischt uns ein heftiger Regenguss. Oh nein, ausgerechnet bei einem Ausflug ins Freiland ohne Schutzmöglichkeit! ;( Als wir halb durchnässt sind, hört der Regen aber auf und die Sonne kommt sogar hervor. :)



      Bald erblicken wir dann auch die schönen Basaltformationen, auf denen schon ziemlich viele Leute umherklettern. Das war uns klar, an den schönsten Stellen ist man natürlich nicht allein. Verständlicherweise sind immerhin auch von unserem Schiff drei voll besetzte Busse gekommen. Ein Brautpaar lässt sich gerade an erhöhter Stelle verewigen (vielleicht für Instagram?). :D



      Auch wir machen Erinnerungsfotos (nicht für Instagram).



      Dann lassen wir lange einfach nur die Basaltstrukturen auf uns wirken.



      Schließlich nehmen wir uns doch die Zeit, zu Fuß zum Besucherzentrum zurück zu kehren, denn das sonnige Wetter verspricht noch einmal schöne Blicke auf die Küste. Außerdem ist die Schlange vor dem Haltepunkt der Shuttlebusse richtig lang.



      Wir schaffen es, in dem übervollen Bistro einen Tisch zu ergattern und eine Suppe zu löffeln. Dann geht es auch schon zurück zum Bus.

      Als nächstes halten wir an einem Aussichtspunkt oberhalb von Pontaneevy. Es geht um die berühmte schwingende Seilbrücke, welche von April bis September die kleine Insel Carrick-a-Reede mit dem Festland verbindet. Mindestens seit 1784 gab es an dieser Stelle eine solche Hängebrücke, die es den Fischern ermöglichte, zu ihren Booten auf der Insel zu gelangen. Wir stehen am Aussichtspunkt so weit entfernt, dass man sie Konstruktion nur per Teleobjektiv erkennen kann.



      Unsere einheimische Reiseleiterin erzählt, sie habe sich noch nie getraut, über diese Brücke zu gehen. Die meisten Touristen aber ebenfalls nicht. =O

      Nun geht die Fahrt mit nur noch einem Zwischenstopp zurück nach Belfast. Der Bus nimmt diesmal die Küstenstraße, die sich wirklich als ausgesprochen malerisch erweist mit ihren vielen schön geschwungenen, hellen Stränden und den kleinen Dörfern dazwischen. Leider saßen wir auf der Landseite im Bus. :( Das hätte sonst schöne Fotos gegeben.

      In dem kleinen Ort Carnlough gibt es für uns eine etwas längere biologische Pause. Zeit genug für einen Rundgang um den kleinen Hafen.



      Pünktlich um 17:15 sind wir wieder am Schiff. Beim Auslaufen um 18 Uhr können wir noch einen Blick auf das Titanic-Viertel von Belfast werfen.



      Dann geht es weiter in Richtung Dublin.


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      Da kann ich jetzt die Dinger von Nähe sehen, nachdem wir ja auf unserer Reise nicht bis unten gelaufen sind. In der Tat habe ja ich nicht die beste Erinnerung an Giants Causeway und ärgere ich noch heute m :S
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      Ich erinnere mich noch gut an euren Ärger. Offenbar haben letztlich die vielen Touristen euch davon abgehalten, bis zum eigentlichen Causeway hinunter zu gehen. Den Rummel fanden wir auch entsetzlich, aber wir waren ja selbst ein Teil davon. Wahrscheinlich müsste man an einem sonnigen Novembertag wiederkommen. :D
      Bei Bild 96 habe ich übrigens 8 Personen wegbearbeitet, die oben über die Kante ragten. ;)


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      Mir hat St. Peter Port auch besser gefallen als St. Helier, aber generell gesehen finde ich die Kanalinseln allemal einen Besuch (oder mehr) wert!!! Von Irland habe ich auch schon viel gesehen, bis Nordirland habe ich's allerdings noch nicht gebracht...
      Anbei jeweils drei Bilder der beiden Städte.

      LG
      egoix
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      Laminaria wrote:

      Offenbar haben letztlich die vielen Touristen euch davon abgehalten, bis zum eigentlichen Causeway hinunter zu gehen

      Das kam dazu, aber wir waren ja stinksauer über die blöde Abzocke, so ist uns einfach die Lust vergangen. Da hattet ihr ja den Vorteil des Ausflugs ;)
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      An touristischen Hotspots haben wir schon oft die Erfahrung gemacht, dass man als Individualreisender schlechtere Karten hat. Parkplatzsuche, Schlange stehen, am Schalter dann auf einen 4 Stunden späteren Termin verlegt werden (man hätte ja online vorbestellen können). Egal ob Barcelona, Flåm, Knossos, Sevilla - letztlich ist man in der Saison als Gruppenreisender besser dran.
      Alternativ bleiben einem dann immer noch die weniger frequentierten Naturschönheiten und Kulturstätten.


      Reiseberichte in meinem Profil
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      Wohl wahr, als Individualreisender kann man solche Hotspots in der Saison nur noch vermeiden X( Aber auch in Städten wie Valletta oder St. Peter Port sind die Einheimischen auf die Kreuzfahrtschiffe nicht gut zu sprechen, der Umsatz in den Läden und Cafés bricht an den Tagen ein, weil die Kreuzfahrer kaum was ausgeben und alle anderen das Weite suchen. Ihr seid da offenbar eine löbliche Ausnahme :thumbsup:

      Giant's Causeway hätte mich immer schon mal interessiert, ich genieße da jetzt einfach deine Fotos und schaue die Basaltsäulen anderswo an.
      Viele Grüsse, Albatross
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