Island, Jan Mayen, Spitzbergen - Expedition in die arktische Inselwelt - 26.5.-4.6.2019

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    • Island, Jan Mayen, Spitzbergen - Expedition in die arktische Inselwelt - 26.5.-4.6.2019

      So, endlich wieder auf einem HR-Schiff! Eigentlich war diese Reise nicht für 2019 geplant, Spitzbergen stand für 2020 auf meiner „To-Do-Liste“, zumal die Postschiffreise mit der NORDNORGE ja erst vor 2 Monaten war. Aber das Angebot von HR für diese Reise auf den Einzelkabinenzuschlag zu verzichten, war dann doch zu verlockend.
      Also ging es heute Mittag los. Nach TXL das übliche Chaos bei der Security. Drei Maschinen, die im Abstand von ca. 30 Minuten starten sollten, wurden an einem Gate mit nur einem Band abgefertigt. Als klar wurde, dass es nicht geht, wurde eine zweite Kontrollstation geöffnet und die Warteschlange wurde nach den Zielen sortiert.
      Der Flug mit Icelandair war fantastisch, herrlicher Sonnenschein, tolle Wolkenformationen und interessante Eindrücke im Landeanflug.



      Der Willkommensgruß für Ambassador-Mitglieder auf der Kabine war wiedereinmal sehr nett und gut zu gebrauchen. Na gut, die Pralinen werden es nicht bis nach Hause aushalten.


      Beim Abendbuffet wurde ich von einer Servicedame mit "Welcome back" begrüßt. Sie hatte mich im vorigen Jahr bei der Grönlandreise bedient. Das Buffet war sehr lecker und das Dessert war passend zum Tag.



      Bei der eben im Panoramasalon durchgeführten Sicherheitseinweisung zeigte sich die Auswirkung der Campagne "Expeditionsreise ohne Einzelkabinenzuschlag". Es waren sehr viele Plätze frei. Das Schiff ist also relativ leer. @MD800 ist mit an Bord. Vielleicht erkennen wir uns morgen an den in einer Konversation beschriebenen Merkmalen. Vielleicht wird das auch ein Live-Bericht aus zwei Perspektiven.
    • Ich wünsche dir eine wunderschöne Reise mit Wetterglück (Jan Mayen!) und vielen Tierbegegnungen!
      Da werden Erinnerungen an meine Reise mit der Fram vor einigen Jahren wach: Tromsø-Svalbard-Tromsø (auch Ende Mai),
      auch mit unwiderstehlichem Singleangebot.
      Bin gespannt, ob es einen Doppel-Livebericht geben wird. Ich hatte mich ja auf meiner Märzreise mit der Vesterålen ergänzend in den
      Bericht von @Albatross eingeklinkt. Es hat uns beiden viel Spaß gemacht.

      Viele Grüße

      omlia
    • Die heutigen Ziele sind Stykkishólmur und die kleine Insel Flatey. Der erste Teil ist vorbei. Bei schönem Wetter legten wir in Stykkishólmur in dem kleine Hafen an, in dem der Kai kürzer ist als die FRAM.



      Während des Anlegemanövers hat mich dann auch @MD800 an meinem Rucksack erkannt und wir haben uns ein wenig unterhalten. Einen Doppelbericht wird es nicht werden, denn er hat auf das Buchen des WLANs an Bord verzichtet.

      Ich habe an dem Ausflug "Höhepunkte der Snæfellsnes-Halbinsel" teilgenommen. Der örtliche Reiseführer bezeichnete die Halbinsel Snæfellsnes als "Island en miniature", wo außer einem Geysir alles zu finden ist, was für Island charakteristisch ist. Hier ein paar Impressionen:


      Auch auf Island gibt es offenbar Trolle,


      die merkwürdige Warnschilder aufstellten.



      Ich dachte, dass es bisher nur einen gab, der übers Wasser gehen konnte. ;)

      Eine Wanderung am Meer entlang führte uns an vielen Vogelfelsen und abenteuerlichen Klippen vorbei.





      Am Nachmittag fand eine Informationsveranstaltung statt, in der das Programm für den Abend und für den morgigen Tag vorgestellt wurde und Hinweise zum Benutzen der Polarcirkelboote gegeben wurden. Als um den Zeitbedarf für das Tendern ging, erfuhren wir, dass auf dieser Reise nur 113 Passagiere an Bord sind. Im Restaurant findet sich also immer ein Platz und es gibt auch nur eine Essenszeit. Hoffentlich geht HR an dieser Reise nun nicht pleite ;) . Ich genieße jedenfalls den Service, wo die für den Tisch zuständige Dame heute schon wusste, dass ich den Kaffee nach dem Essen schwarz trinken möchte.

      Den Besuch der Insel Flatey habe ich jetzt ausgelassen. Die Zeitumstellung und das Vormittagsprogramm fordern ihren Tribut.
    • Eine sehr schöne Reise - Island ist recht zauberhaft und wahnsinnig vielfältig, wobei ich jedoch die Autorundfahrten vorziehe...ich finde mit den einzelnen Ausflügen verpasst man zu viel von dem "geologischen Bilderbuch".

      Einen Hinweis noch - ich bin froh dass es jetzt diese "merkwürdigen" Warnschilder gibt. Auch wenn das Meer ruhig wirkt, kann plötzlich eine größere Welle kommen. Es geht hier auch nicht darum dass man etwas nass wird, die Strömung zieht erst die Beine weg und dann kann es schon zu spät sein, um das Land wieder zu erreichen. Es gab leider schon einige Todesfälle, daher bitte immer einen Blick aufs Meer haben und nie mit dem Rücken zum Meer stehen ...
      Euch weiterhin eine tolle Reise und Danke für den Bericht, der uns mitreisen lässt.
      LG Utha
    • Über diesen Bericht freue ich mich sehr. Die Ziele sind vergleichbar mit unserer Reise mit der MS Hamburg 2012 und ich bin gespannt auf die Unterschiede. In Snæfellsnes wurden schon Erinnerungen wach, aber Ihr hattet viel besseres Wetter.

      Eine schöne Reise und viele Grüße :)
      Laminaria


      Reiseberichte sind in meinem Profil verlinkt.
    • Der dritte Tag begann bewegt. Die Lage des Horizonts "veränderte" sich.



      Wir haben den schützenden Teil der Nordwestecke Islands verlassen und wollen zum Hornbjarg Kliff, im Norden des Naturschutzgebietes Hornstrandir. In einer ruhigen Bucht wurde geankert und man konnte an einer ca. 45 minütigen „Kreuzfahrt“ mit einem Polarzirkelboot teilnehmen. Die äußeren Bedingungen waren allerdings nicht sehr verlockend, kalt und mit nasser Kleidung war zu rechnen.



      Am Nachmittag war eine Anlandung in Reykjafjordur vorgesehen, was aber Wind und Dünung nicht zuließen, so dass das Baden in einem Thermalbad auch ausfallen musste.

      Die Zeit zwischen diesen beiden Programmpunkten wurde mit Vorträgen/Präsentationen gefüllt, die leider zeitgleich zu unterschiedlichen Themen „Let‘s talk about Puffins“ und „Surturs Spielplatz – vulkanische Prozesse in Island“ jeweils von Fachleuten aus dem Expeditionsteam gehalten wurden. Die hääte ich beide gerne gesehen/gehört.

      Als klar war, dass die nachmittägliche Anlandung nicht stattfinden konnte, fuhren wir vier Stunden weiter in einen anderen Fjord nach Djúpavik, einem kleinen verlassenen Ort, in dem früher einmal eine Heringsfabrik war und heute ein kleines Familienhotel betrieben wird.




      Spät abends nach dem Verlassen des Fjords fing eine ziemlich „schlechte Wegstrecke“ mit vielen „Schlaglöchern“ an. Mich hat ein schlagendes Geräusch an den Schranktüren geweckt. Die Ursache war nicht offensichtlich, bis ich schließlich herausgefunden habe, dass die Tür des im Schrank eingebauten Safes, den ich nicht benutzt habe und die demzufolge nicht verschlossen war, bei jeder Wellenbewegung von innen an die Schranktür schlug. Das konnte also leicht beendet werden. Jetzt störte also nur noch das Hin- und Herrollen im Bett.

      Die vierte Tag – also heute – war ein Seetag am Rande eines Tiefdruckgebietes. Der Seegang hält also noch an und wir werden morgen mit voraussichtlich 4 Stunden Verspätung bei Jan Mayen sein. Die Expeditionsleiterin schätzte die Chancen für ein Anlandung auf 30:70, weil Wellen und Dünung zu stark sein werden, um zu tendern.

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    • Noch ein Nachtrag zu gestern:
      Am Nachmittag gab es noch eine Demonstration von verschiedenen Arten vulkanischen Gestiens durch die Geologin des Expeditionsteams in der Science Corner. Das ist durchaus ein Bereich der FRAM, der modernisiert werden müsste, in den anderen Bereichen würde aus meiner Sicht eine Renovierung ausreichen.



      Mit den angekündigten vier Stunden Verspätung erreichten wir begleitet von einem Schwarm Eissturmvögeln Jan Mayen, das sich in herrlichem Sonnenschein vor uns präsentierte. Die gesamte Insel war zu diesem Zeitpunkt wolkenfrei.



      Noch war nicht klar, ob eine Anlandung möglich sein werde, denn der Wind war noch ziemlich stark. Als wir in den Schutz der Insel kamen, nahm der Wind deutlcih ab und es keimte Hoffnung auf. Aber der Troll wollte es anders.



      Der Leiter der Station auf Jan Mayen wartete am Strand, aber Wind und Dünung ließ ein Öffnen des Schiffs zum Tendern nicht zu. Der Anblick aus der Ferne war aber auch bei herrlichem Sonnenschein und viel Wind fantastisch. Im Rückblick verhüllte sich die Insel wieder im Nebel/in den Wolken und wurde ihrem Ruf gerecht.



      Jetzt geht es weiter nach Spitzbergen mit der Ankündigung, dass die See wohl etwas rauher werden würde als gestern und wir gegen Seekrankheit vorbeugen sollten. Kaum war das ausgesprochen, knallte ein heftiger Wasserschwall an die Frontscheiben des Panoramasalons, so dass auch noch die verglasen Dachflächen nass wurden.
    • Irgendwie erwartet man beim Troll, dass er einem gleich die Zunge rausstreckt... :D
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~ Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~
      Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil !
    • Am Donnerstag Abend wurde wegen des Seegang die Veranstaltung "Früchte- & Eisschnitzen" abgesagt. Das wäre sicher für die Akteure auch zu gefährlich gewesen.
      Wie es hätte sein können, zeigen euch die folgenden Bilder von meiner Grönlandfahrt auf der Fram im vorigen Jahr. Die Künstler wären sicher die selben gewesen, denn sie sind wieder an Bord.



      Wie der gestrige Seetag verlaufen ist, könnt ihr aus dem Schild auf dem Bild entnehmen, das jeweils an den Türen zu Deck 5 angebracht war.



      Die ganze Fahrt war sehr gewegt. Im Panoramasalon auf Deck 7 verschwand beim Blick nach vorne wechselweise der Horizont nach oben und nach unten.
      Das gestrige Programm sah Vorträge in den beiden Vortragsräumen an der Spitze des Schiffe auf Deck 4 vor. Da musste man schon eine gute Kondition haben, um diesen Seegang dort auszuhalten. Am Nachmittag kam dann wieder das Science Center zum Einsatz. Es wurden von den beiden Ornithologen verschiedene Vogelfedern und deren Funktion erklärt und es bestand die Möglichkeit der Betrachtung durchs Mikroskop. Die dort als Objekte vorhandenen Federn sind Fundstücke und wurden keinem Vogel ausgerissen.



      Das abendliche 5-Gänge-Menue war toll. Meine Hochachtung gilt der Küche, die unter diesen Bedingungen alles kunstvoll anrichtete und insbesondere dem Service-Personal, das alles heil zu den Plätzen brachte. Während des Essens fiel dann auch schon mal eine Wasserflasche um, gingen Gläser zu Bruch und Metalltabletts landeten auf dem Boden.
      Hier ein Bild von der Wettersituation beim Abendessen:



      Nach dem Essen kam die Wetterdurchsage:
      Windstärke 7
      Wellenhöhe 6-8 m

      Die abendliche Veranstaltung "Taue & Knoten", die im Panoramasalon stattfinden sollte, wurde abgesagt.

      Heute früh war die Wettersituation nur in der Form verändert, dass die Wellen jetzt eine Höhe von bis zu 12 m haben sollen. Deck 5 war immer noch gesperrt. Der Hotelmanager lies dann durchsagen, dass jeder eine Gutschrift von 300 NKR auf seine Bordkarte bekommt. Den Betrag werde ich als zusätzliches Trinkgeld an die Crew geben, denn die haben die meiste Last zu tragen. Nach einem zusätzlichen Cocktail an der Bar ist mir jetzt wirklich nicht.

      Geplant ist für heute Nachmittag die Ankunft in der Burgerbukta und am Abend steht Hornsund/Brepollen "Cruising mit Fram" auf dem Programm.

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