Um die Sehnsucht zu stillen....MS Polarlys die Zweite…B-K-B (Oktober 2018)

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    • Um die Sehnsucht zu stillen....MS Polarlys die Zweite…B-K-B (Oktober 2018)

      Spät, aber doch, mein Reisebericht vom letzten Jahr...

      Prolog
      Es war einmal im Jahre 2017. Wir begaben uns auf eine Reise in den hohen Norden. Mit einem Schiff von Bergen nach Kirkenes . MS Polarlys war der Name des Schiffes. Es war eine Reise voller magischer Momente. Anschließend erkundetet wir noch den nördlichen Teil Finnlands der sich Lappland nennt. Eine einsame Gegend war es, die wir dort vorfanden.
      Und irgendwann waren wir wieder zu Hause, waren wir wieder im Alltag.
      Doch die Magie der Schiffsreise ließ uns nicht los. Die Sehnsucht begann eigentlich schon am ersten Tag als wir wieder in unserem normalen Leben waren.
      Wir könnten ja mal, einfach so, unverbindlich, auf der Hurtigruten-HP ein bisschen stöbern. Warum nicht?
      So eine Reise mit den Hurtigruten ist ja nicht so wirklich ganz günstig, aber siehe da: Im Spätherbst waren die Preise ja tatsächlich relativ niedrig....Zudem gab es Kabinen auf unserem Lieblingsdeck 5, sogar noch Kabinen mit Doppelbett in der Kategorie “mit Sichtbehinderung” waren noch zu buchen! Und Bordguthaben gab es auch noch dazu!
      Und das alles auf der MS Polarlys.
      First ship, first love!
      Ein anderes Schiff kam für uns sowieso nicht in Frage….



      Ja, Herbst, eine Jahreszeit die es uns schon immer angetan hat. Könnte wohl auch ganz schön sein, so ein Herbst im Norden.
      Und dass so ein Herbst wunderschön sein kann im Norden, davon will ich nun im folgendem berichten….

      Der Bericht wird sich eher auf unsere persönlichen Höhepunkte konzentrieren. Die wunderschöne Landschaft der norwegischen Küste, der detaillierte Reiseverlauf usw. wird und wurde in diesem Forum schon auf so tolle Art und Weise von so vielen beschrieben!

      Anreise: Flug von Wien via Oslo nach Bergen mit Austrian/SAS. Unsere Lieblingsfluglinie Norwegian hatte zu unserem Termin leider keine passenden Flüge. Die Rückreise fand dann in Umgekehrter Reihenfolge statt. Gepäck durchchecken beim Hinflug in Oslo stand leider nicht auf dem Programm. War aber egal, wir hatten mehr als genug Zeit in Oslo eingeplant.



      Dann eine Nacht in Bergen , ebenso am Ende der Schiffsreise nochmals einmal schlafen in Bergen . Wir haben im Thon Orion in Bryggen recht gut geschlafen, sehr gut gefrühstückt und am Abend war ein kleines Buffet inkludiert, dass mehr als ausreichend war und vor allem im Preis inbegriffen ist….



      In Bergen haben wir natürlich zwei der vielen Regentage die es da ja zu Hauf gibt, genossen. Bei der ersten Reise war Bergen im Sonnenschein natürlich schöner aber auch im Regen hält man es durchaus aus dort!



      Unser Schiff: Es musste ja wieder die Polarlys sein. Und die Entscheidung war wieder sehr gut. Doppelbettkabine auf Deck 5, also alles bestens. Fenster zum Umlaufdeck stört uns überhaupt nicht, wenn man das Licht in der Kabine anmacht, muss man halt die Rollos herunter lassen, dann steht, sitzt oder liegt man auch nicht in der Auslage. Irgendwie also überhaupt kein Problem. Dafür ist man blitzschnell draußen auf Deck 5. Und das ist für uns schon wichtig!



      Das Essen gehört ja auch zum Schiff. Und das war auch wieder, ja, man kann eigentlich sagen, so ziemlich perfekt Die Küche hat uns auf der ganzen Reise den ganzen Tag lang bestens versorgt! Kaffee, und das ist für mich persönlich sehr wichtig, hat es auch ausreichend gegeben….



      Zum Schiff gehören ja auch die Menschen, die dort arbeiten. Und die machen alle durchwegs einen wirklich gut Job. Wir haben uns sehr gut aufgehoben gefühlt. Allzeit freundlich, nett und hilfsbereit! Expeditionsleiter war Marco, und auch er ist uns nur positiv in Erinnerung geblieben!
      Er hat uns sogar einen Schuh repariert.

      Auch die Mitreisenden gehören natürlich zum Schiff. Es war ein bunt gemischtes Völkchen, fast die halbe Welt hat ihre Vertreter geschickt! Das Schiff war bis Kirkenes so ziemlich voll, aber wir hatten immer genügend Platz, vor allem auch auf Deck 7 im Multe. Die Mitreisenden waren durchwegs angenehm, alles war sehr entspannt und ruhig.
      Bei unseren Tischnachbarn hat Hurtigruten wirklich ein goldenes Händchen bewiesen. Ein Paar aus Bayern teilte mit uns den Tisch und auch das hat dazu beigetragen, dass diese Reise für uns so einzigartig geworden ist….




      (Fortsetzung folgt...) :)
    • Lieber @radler, vielen Dank für deinen Prolog. Der hat mich nämlich daran erinnert, dass ich in meinem Reisebericht von der MS Polarlys noch den Epilog schuldig bin :/

      Trotzdem werde ich interessiert weiterlesen, meine Reise auf der Polarlys hat einen tiefen Eindruck hinterlassen.
      LG Marion :girl_witch:

    • (Fortsetzung)


      Das
      Thema der Reise war für uns:

      Bewegung!

      Bewegung aller Art.

      Das Schiff war sehr oft in Bewegung,



      Ab und zu sogar ziemlich stark! Und dadurch natürlich automatisch auch wir! Das sich fortbewegen, vor allem im Stiegenhaus, zwischen den
      verschieden Decks, war oft recht abenteuerlich. Das Weiterkommen, vorallem auf dem Umlaufdeck war oft recht ungewohnt, vor allem in den
      vorderen Bereich vor zu dringen war oft sehr schwierig.

      Zwischendurch gab es natürlich auch ruhigere Phasen. Die starken Bewegungen bleiben halt eher in Erinnerung.



      Anfangs haben Seabands und Tabletten geholfen, mit der Zeit sind wir die Bewegung aber gewohnt worden und konnten auf diverse Hilfsmittel
      verzichten….Marco hat in seiner Abschlussrede gemeint, wir können jetzt wenigstens sagen, jetzt sind wir echte Seefahrer!

      Bewegt haben wir uns auch sonst. Wir haben jede Möglichkeit genutzt um die verschiedensten größeren und auch kleineren Orte entlang der
      Küste zu erkunden!

      Organisierte Ausflüge haben wir fast keine gebucht. Die russische Grenze konnten wir allerdings nur mit Ausflug, und da natürlich mit einem Bus,erreichen. War aber ganz in Ordnung so, es gab viele Infos und es schadet sicher nicht, wenn man das einmal mitgemacht hat. Und das Mitternachtskonzert in Tromsö dürfte ja auch nur organisiert
      möglich sein. Aber auch das hat sich sehr ausgezahlt und war schon beeindruckend! Nordkapp haben wir uns geschenkt, da waren wir schon
      bei der ersten Reise und Honnignsvag zu Fuß bei Schnee und Regen ist ja auch nicht so schlecht….

      Das Wetter war norwegisch. Also alles dabei, Regen, Schnee, Sturm und ja, auch die Sonne hat sich doch auch ab und zu mal gezeigt….

      Anfangs dominierten noch schöne Herbstfarben, weiter nördlich gab es dann schon die erste Ahnung von Winter.




      Jetzt einfach eine, nur wirklich ganz kleine, Auswahl unserer persönlichen Highlights.

      (Ich hoffe, die Reihenfolge der Orte stimmt....wenn nicht, naja, wird dann wohl auch nicht so schlimm sein...)

      Hjørundfjorden mit Urke:
      Überraschenderweise hat uns der kleine Ort Urke ausgezeichnet gefallen. Da ist natürlich absolut nichts los, aber so ein Spaziergang durch diesen Ort hat seinen eigenen Reiz!





      Ålesund : kurzer Landgang im Regen, ein paar Fotos mit Jugendstil, auch ganz nett!




      Trondheim : Dom und Brücke, ansonsten ziellos ein bisschen durch die Stadt...sich einfach treiben lassen…




      Polarkreisüberquerung in der Dunkelheit, die Kugel wurde jedoch schön angestrahlt. Draußen auf Deck 5 schon irgendwie ein tolles Erlebnis! Die Zeit haben wir diesmal ein bisschen falsch geschätzt, also nichts mit der 2. Flagge….

      Deshalb auch dann nur ein kurzes vorbei schauen bei der Polarkreistaufe ohne aktive Teilnahme.



      Zwischendurch, ab und zu, mal was Süßes im Multe...




      Bodø bei starkem Regen. Wir haben uns ins Einkaufszentrum gerettet. Allerdings haben wir nur geschaut und fast nichts gekauft.

      Und dann Tromsø . Ein absoluter Höhepunkt unserer Reise!
      Die Sonne hat gezeigt, dass sie nicht auf Norwegen vergessen hat! Runter vom Schiff, rein ins nächste Taxi um schnellsten zur Talstation vom Storsteinen zu gelangen. Und dann mit der Fjellheisen den Hügel hinauf. Und einfach den Blick genießen. Und das alles im Schnee. Und schneller als die Ausflügler vom Schiff waren wir auch! Es war noch
      absolut ruhig da oben, Tromsö lag in seiner ganzen Pracht vor uns! Und dann wieder runter und zu Fuß zurück in die Stadt. Ein bisschen geshoppt, auch im neuen Terminal haben wir uns Zeit gelassen. Das Schiff haben wir relativ einfach wieder gefunden….



      (Fortsetzung folgt...)
    • Weiter gehts....


      Honningsvåg : Zuerst haben wir noch gemütlich zu Mittag gegessen, die Ausflügler waren ja schon auf dem Weg zum Nordkap oder zu den Fischerdörfern. Dann sind wir im Ort herumspaziert und bald wieder aufs Schiff. Da hat es noch die Rettungsübung gegeben, die war auch ganz interessant!






      In Kirkenes gings dann zur “Russian Border”. Zuerst in die Andersgrotte, das war recht interessant und dann eine schöne Busfahrt zur Grenze durch den Schnee. Wahnsinnig viel gibt es dort ja nicht zu sehen. Da geht es eher so um das Gefühl, dass man eben dort ist.
      Im Souvenirshop gibtes, laut unserem Guide, russische Sachen, die in China hergestellt worden sind, zu kaufen. Ein paar Putin-Leiberl hätten wir auch kaufen können, haben uns dann aber mit einer kleinen russischen Puppe begnügt!




      Noch ein kleiner Hinweis: An der Grenze hat sich mein Handy ins russische Netz eingeloggt, könnte unter Umständen sehr teuer werden...


      Und schon waren wieder südgehend….

      In Vardø hat Marco den Guide gemacht und ist mit einem Trupp Interessierter bei ziemlich eisigen Untergrund zur Festung gestürmt! War irgendwie auch ein tolles Erlebnis, so im finstern durch den Ort und dann im Schnelldurchlauf die Festung besichtigen und wieder zurück aufs Schiff….

      Hammerfest war auch sehr interessant. Wir haben eine ausgiebige Runde gedreht.



      Dann Mitternachtskonzert inTromsø. Sehr zu empfehlen, wirklich eindrucksvoll!


      In Risøyhamn wir natürlich den Königsstein besichtigt und fotografiert. Ist ja schon was, so ein Stein mit drei Unterschriften von echten Königen….




      Dann zwischendurch Pflichtprogramm auf Deck 5, vorne. Schließlich müssen ja die Ausflügler auf der Brücke gebührend begrüßt werden, da haben wir
      natürlich voller Begeisterung mitgemacht und die norwegischen Fahnen geschwenkt.
      Wenn man solche Erlebnisse zu Hause erzählt, stösst man dann meist auf leichtes Unverständniss...Ist den meisten halt nicht klar, wie das ist, wenn man mit einer norwegischen Fahne vorne am Schiff in der Kälte und im Wind steht und wie verrückt winkt....

      In Stokmarknes war unserer Meinung nach zu wenig Zeit für den Besuch des Hurtigrutenmuseums, das wäre wohl nur eine Hetzerei geworden, die alte Finnmarken steht aber schon imponierend dort…also einfach ein bisschen durch den Ort spaziert...




      Magic Ice in Svolvær . Wirklich toll gemacht, hat uns sehr gefallen! Und den Gruppeneintrittspreis gibt es auch, obwohl wir mit keiner Gruppe gekommen sind.



      (Fortzsetzung folgt...)
    • Und noch einmal gehts weiter....


      Bei der südgehenden Polarkreisüberquerung haben wir den Lebertran probiert. Ist zum aushalten. Täglichen bräuchten wir aber sowas wohl nicht..

      Und dann hat der Himmel vor Brønnøysund gebrannt! Sowas haben wir in dieser Intensität wohl noch nie gesehen. Das Schauspiel hat sicher mehr als eine halbe Stunde gedauert! Und so ziemliche alle Passagiere auf dem Schiff waren aus dem Häuschen…..






      Nochmals Trondheim , noch ein kurzer Rundgang und dann noch die Nordlys besucht. War noch im alten Style eingerichtet. Ist uns vorgekommen wie aus einer längst
      vergangen Zeit….uns sind die modernen Zeiten lieber…..

      Und dann der letzte Streckenabschnitt nach Bergen . Nochmals zeigt uns die norwegische Küste, was sie so alles kann! Tolle Landschaft, ein würdiger Abschluss!

      Dazwischen natürlich die Schiffsbegegnungen . Für uns immer wieder absolute Highlights!



      Und dann noch ein Regentag in Bergen .

      Ach ja, in den Trollfjord sind wir auch gefahren. Einmal rein und einmal sind wir davor stehen geblieben. Also ganz verstehen wir den Hype um den Trollfjord nicht. Es ist finster, man sieht kaum etwas. Also zu den Höhepunkten würden wir den jetzt mal nicht unbedingt zählen….Das Trollfjordgetränk ist nicht so schlecht, und auch das Häferl ist ein schönes Souvenier, in dem der Kaffee zu Hause besonders gut schmeckt...




      Und ja, eigentlich hätten wir ja auch schon mit Nordlichter rechnen können, so Ende Oktober. Die diversen Apps, die ich vorsorglich installiert habe, zeigten auch immer wieder Nordlichtalarm! ! GO! war da immer wieder zu lesen. Aber irgendwas hat da nicht so richtig gestimmt. Außer einmal, kurz nach Svolvær , nordgehend, hat es so was ähnliches wie Nordlichter gegeben! So graue Schleier waren am Himmel und die Kamera hat dann tatsächlich grüne Bilder produziert! Auf meinem Kameradisplay habe ich allerdings nichts gesehen. Mitreisende, vor allem aus China, hatten aber tlw. auch Grün auf ihren Displays. Da konnte ich mit meiner Blende von 2.8 wohl nicht mithalten. Ziemlich unscharf sind meine Bilder auch geworden, aber ein paar grüne Bilder habe ich doch tatsächlich auch geschafft!


      Und jetzt noch das Fazit der Reise.

      Es war eine gute Idee, dass wir nochmals gefahren sind. Und zwar die ganze Runde. Das ist eindeutig nochmals entspannender, wie nur eine Strecke.

      Unsere Sehnsucht hat diese Reise allerdings nur kurzfristig gestillt.

      Als wir wieder zu Hause waren, ist diese spezielle Sehnsucht irgendwie nur noch größer geworden.

      Also haben wir gleich wieder gebucht.

      Um es nicht zu übertreiben und auch um Platz zu lassen für andere Urlaube, haben wir uns erst wieder einen Termin 2020 ausgesucht.

      Natürlich wieder die ganze Runde.

      Diesmal, nach Sommer und Herbst, starten wir ins Frühjahr.

      Und natürlich wieder auf der Polarlys…….

      :) :) :)