"Facettenreiches Norwegen"- Gruppenreise vom 26.3.-7.4.2019

    • B-K-B
    • Tag 9

      da ich mich entschieden habe, in diesem Jahr den Abschnitt von Harstad nach Sortland mit dem Schiff zurückzulegen, konnte ich nach dem tollen Mitternachtskonzert etwas länger schlafen. Vorbei an der Kirche von Trondenes ging es dann zur Risøyrenna . Das Wetter war so toll, dass ich nicht sagen kann, was schöner war, der Ausflug über die Vesteraalen von Harstad nach Sortland im letzten Jahr oder das Verbleiben auf dem Schiff.





      An der Brücke in Sortland lief die übliche Prozedur mit den Bussen der Ausflügler ab. Die Mitglieder der Reisegruppe, die am Ausflug teilnahmen, hatten sich auch auf die richtige (rechte) Seite im Bus gesetzt.





      Im Raftsund stiegen die Seeadlerbeoachter in das kleine Boot über. Die Teilnehmer an dieser Safari berichteten später voller Begeisterung. Die Seeadlersafari ist ein Ausflug der rechtzeitig gebucht werden sollte, denn es stehen wohl nur 50 Plätze zur Verfügung.



      Svolvær empfing uns mit einer herrlichen Abendstimmung. Nahe dem Kai gab es die Austellung "Magic Ice", in der tolle Eisskulpturen zu sehen waren.





      Kurz vor der Abfahrt nach Stamsund entdeckte ich mehr oder weniger zufällig die Nordstjernen, die sich zuvor im Hafen versteckt hatte. Das Bild ist schlecht, aber ich wollte es dokumentieren ;) .


      Der fast wolkenlose Himmel lies uns doch noch auf Nordlichter hoffen, so dass ich Kamera und Stativ fertig machte und mit Unterwäsche und Socken zu Bett ging. Und tatsächlich kam kurz nach 23:00 Uhr die Durchsage. Der Weg von der Kabine zum Heck auf Deck 6 war kurz und der Bereich war auch relativ leer.


      HR hat also das Nordlichtversprechen wahr gemacht. ;)
    • Tag 10

      Der Morgen an Deck war fantastisch, die Wolken wickelten sich um die Bergspitzen und das Licht setzte Akzente.





      Nach dem Frühstück war die Versorgung der Passagiere mit Vitamin D angesagt, die Polarkreisüberquerung Nord/Süd, bei der ein Löffel Lebertran gereicht wurde. Der neue Löffel ist aber nicht so schön, wie der im Vorjahr. Dafür ist der diesjährige vielleicht besser im Alltag in der Küche zu gebrauchen.



      Die Sieben Schwestern sahen wir bei herrlichem Sonnenschein, wobei natürlich erst einmal alle nur sechs gezählt haben.



      In Brønnøysund stürmten viele den Eiskiosk, um dann gut versorgt zum "Mittelpunkt der norwegischen Küste" zu laufen.



      Weiter ging es mit Blick Voraus zum Torhatten und zurück zu den Sieben Schwestern . Ich habe mir diesmal wieder einen Platz auf Deck 5 gesucht. Das Gedränge an dieser Stelle auf Deck 7 ist enorm und beim Fotografieren bekommt man dort oben schonmal einen fremden Ellenbogen in die Rippen. Auf Deck 5 ist Platz und Ruhe.







      Am späten Abend gab es noch einmal die Nordlicht-Durchsage, ich fühlte mich aber nicht so, dass ich nach draußen gehen wollte.
    • Tag 11

      eisloewe wrote:

      Am Morgen begrüßt mich MS Nordnorge, die vor MS Polarlys in Trondheim am Kai liegt. Leider kann ich ihr keinen Besuch abstatten,
      ich habe an Land einfach zu viel vor.


      @eisloewe
      Du hättest nicht auf das Schiff gedurft, ebensoweinig, wie die Paxe der NORDNORGE nicht auf die POLARLYS durften.

      An Bord war ein Magen-Darm-Virus und in der Nacht hat es mich erwischt.
      In den Tagen zuvor entdeckte man in den Gängen vor den Kabinentüren Tabletts mit Essensresten, die rausgestellt wurden. Sie wurden leider nicht zeitnah entfernt. Obwohl sie aus einer offenbar kontaminierten Kabine kamen, standen sie z.T. mehr als 12 Stunden im Gang. Fand ich nicht so lustig. Mein Verbrauch an Händedesinfektionsmittel stieg an und trotzdem ...
      Schon in Rørvik waren gegenseitige Schiffbesuche (Finnmarken) verboten. Die Infektionen waren auch der Grund, weshalb die Anzahl der Gäste beim Abendessen abnahm, obwohl die See deutlich ruhiger wurde und seit Kirkenes 50 Paxe mehr an Bord waren.

      Ich war also in meiner Kabine eingesperrt. Hier zeigte sich der Vorteil der Gruppenreise, so konnte ich Mitreisende benachrichtigen, mit denen ich vorher schon Kontakdaten ausgetauscht hatte. Alex, unsere Reiseleiterin, kümmerte sich liebevoll um mich, indem sie mir das Essen hereinreichte, auf das ich dann gegen Abend Appetit hatte, nämlich etwas Brot und etwas Käse.
      Meine Reiseeindrücke sammelte ich jetzt über die Bilder der Bug-Kamera, die auf den Fernseher übertragen wurden, und durch den Blick durch das schutzige Fenster. Auch der LOFOTEN, die sich ja, als wir nordgehend waren, vor uns in Alta versteck hatte, konnte ich nur durch das Fenster zuwinken.



      Hier war ich froh über die Außenkabine und über den späten Zeitpunkt der Infektion. In der gegenüberliegenden Kabine (also innen) hat es ein Paar getroffen, die erst in Kirkenes eingestiegen sind und dann beide 3 Tage lang unter Quarantäne standen.

      Trollebo wrote:

      Ich erlebe damit unsere unvergeßliche Winterreise im Februar 2017 fast genauso noch einmal.

      Ich hoffe, von hier ab nicht mehr ;) !


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    • Ich habe alle Vermeidungsstrategien angewandt, die es gibt. Händedesinfektion beim Betreten des Schiffes, vor dem Restaurant, beim Zurückkommen in die Kabine (hab meine eigene Flasche Sterilium dabei), wenig anfassen, keine der allgemein zugänglichen Toiletten benutzen, freihändig die Treppen rauf- und runtergehen (zum Glück war kein Seegang mehr). Aber andererseits hat auch Reiseleiterin Alex Paxe (nicht aus unserer Reisegruppe), die von der Toilette kommend fröhlich an den Desinfektionsstationen vorbei zum Restaurant liefen, erinnern müssen!
    • Zitat von mir:
      "Danke für den zauberhaften Bericht. Ich erlebe damit unsere unvergeßliche Winterreise im Februar 2017 fast genauso noch einmal."

      rs1033 wrote:

      Ich hoffe, von hier ab nicht mehr

      @rs1033
      Ja, das verstehe ich nun gut ! Bisher ist dieser Kelch an uns vorübergegangen. Hoffentlich bleibt es auch so bei unserer nächsten HR-Fahrt im Mai.
      Liebe Grüße von Trollebo

    • Tag 12

      Am Morgen sah ich die NORGE (Kongeskipet) am Kai in Florø - natürlich nur durchs Kabinenfenster.



      Es gab die Verhaltensregeln für mich und die anderen "Eingesperrten":
      Kabine erst in Bergen verlassen, Gepäck selbst mitnehmen.

      Für die Gesunden galt, dass sie die Kabinen bis 10 Uhr verlassen, das Gepäck im Konferenzraum oder im Gepäckraum auf Deck 3 zwischenlagern und in Bergen selbst vom Schiff bringen mussten.

      Alle mussten das Schiff über Deck 3 verlassen, um jeglichen Kontakt mit den neuen Gästen zu vermeiden, die nach Desinfektion des Schiffes den üblichen Weg über Deck 5 nehmen konnten.

      Im Laufe des Vormittags wurde mir dann doch Hilfe beim Gepäck angeboten, so konnte ich wenigstens den Koffer bis 13:00 Uhr vor die Tür stellen und ich fand ihn dann vor dem Bus wieder. Die Information über das Telefon klappte gut, Alex kümmerte sich weiter liebevoll und mir wurde dann auch noch ein lecker aussehendes Mittagessen gebracht (Service mit Mundschutz), bei dem ich nur ein paar Kräcker entgegennahm.

      Die Einfahrt nach Bergen habe ich wieder nur über Bordfernseher und Kabinenfenster verfolgen können - und das bei schönsten Wetter :!: :!: :!:



      Der Rückflug ging von Bergen nach Paris und dann nach Tegel, also auch noch länger als sonst über Amsterdam. In Paris verabschiedete sich die Sonne durchs Fenster.


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    • rs1033 wrote:

      An Bord war ein Magen-Darm-Virus und in der Nacht hat es mich erwischt.


      Oh nein, wie ärgerlich :!: Ich stelle mir das gerade in einer Innenkabine vor, in der man ganz auf das Fernsehbild angewiesen ist und sich dann noch mehr eingesperrt fühlt. :S

      :sdanke: für deinen schönen Reisebericht; ich bin sehr gern gefolgt. :)

      Viele Grüße
      Laminaria


      Reiseberichte in meinem Profil
    • rs1033 wrote:

      von der Toilette kommend fröhlich an den Desinfektionsstationen vorbei zum Restaurant liefen


      Und die sich da noch nicht mal die Hände gewaschen haben, aber mehrere Brötchen angegrabscht und wieder zurückgelegt haben :cursing: Das konnte ich leider auch schon oft beobachten, ich hatte bisher nur immer Glück und es ging nichts rum.

      Das tut mir sehr leid für dich, endlich so schönes Wetter und du musstest die Kabine hüten!
      Vielen Dank für den schönen und interessanten Bericht :thank_you:
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • Auch von mir vielen Dank für den wunderbaren Bericht, der viele Eindrücke unserer ersten HR-Reise wieder hochkommen ließ - und nein, mir fiel nur gerade kein besseres Wort ein. Wir sind ja einen Tag vorher ( am 26.3. mit der Richard With) gefahren und fanden das Essen überirdisch gut und das Gesamtkonzept der nachhaltigen Küche ausgezeichnet ( ja, und wir mochten durchaus auch den Haferkuchen... ). Aber das offene Buffetkonzept fanden wir schon problematisch, auch wenn sich zum Glück die meisten Passagiere zu benehmen wussten. Aber es gab immer wieder einige pro Buffet-Sitzung, die sich die Brote mit dem Buttermesser am Buffet schmierten, einiges mit den Fingern antatschten oder Angegrabbeltes zurücklegten, die Obststücke mit den Fingern aussortierten , das Dekoobst vom Pudding mit den Fingern grabschten usw. In der Hinsicht finde ich das neue Konzept, das es jetzt auf vielen der amerikanischen Kreuzfahrtschiffe gibt, besser: food stations, an denen Du alles angucken kannst, aber vom Küchenpersonal dann auf Deinen Teller gegeben wird. Ich habe übrigens einigen Grabschern am Büffet stillschweigend die Zange gereicht, aber dann öfters entsetzte bis zornige Blicke geerntet...
      Wir hatten auf unseren vielen Kreuzfahrten selbst bisher immer Glück in Bezug auf Noro-Virus , aber auf den Hurtigrutenschiffen finde ich es angesichts der oft doch sehr kleinen Kabinen ohne Balkon und der wundervollen Natur draußen, die man verpasst, eine besonders unangenehme Vorstellung!
    • Fazit

      Am ersten Tag habe ich geschrieben, dass meine Gefühle bzgl. Gruppenreise zwiespältig waren. Das hat sich an Bord sofort gegeben. Da fand ich es angenehm, in den Menschenmassen ab und zu bekannte Gesichter zu sehen, denen man freundlich zulächeln konnte und mit denen man unkompliziert ein paar Worte wechseln konnte. Ähnliches habe ich auf der Reise im Vorjahr zwar auch erlebt, aber es hat doch einige Tage gedauert. Außerdem war es schön, immer einen Ansprechpartner (Alex) zu finden und durch sie auch mit zusätzlichen Informationen versorgt zu werden. Bei den abendlichen Essensrunden wurden die Erlebnisse des Tages ausgetauscht, Ausflüge empfohlen, und dadurch wurde das Verlangen, diesen oder jenen Ausflug auch einmal zu machen (z.B. Hundeschlittenfahrt und Seeadlersafari ) geweckt. Das heißt also, dass Fahrt Nr. 3 unbedingt kommen muss!

      Bei dieser Reise haben sich sowohl die Vorteile der Gruppenreise, bei der man sich nicht um die Organisation kümmern muss, als auch die einer Individualreise sehr gut ergänzt. Das war (mir) den Mehrpreis gegenüber einer selbst organisierten Reise in jedem Fall wert.

      Als tollen Abschluss bekamen wir von Alex noch eine Mail, in der Links zu zwei Tourfilmen zum Herunterladen enthalten waren, so dass wir unsere Reise noch einmal nacherleben konnten.

      DANKE Alex!
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      rs1033 wrote:

      Du hättest nicht auf das Schiff gedurft, ebensoweinig, wie die Paxe der NORDNORGE nicht auf die POLARLYS durften.


      Dann habe ich instinktiv ja richtig geplant.

      So einen Virus hatte ich vor vielen Jahren auch einmal. Es dauerte 3 Tage, bis ich wieder einigermaßen auf dem Damm war. Damals gab es im Übrigen die Desinfektions-Spender noch nicht. Die wurden erst später eingeführt.
      Gruß, Eisloewe :ilhr:

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      Ja ja - die strengen Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Ansteckungen. Leider sind sie ab und zu nötig. Das Essen wird einem dann mit Mundschutz bewaffnet in der Kabine serviert. Und am Ende sitzen dann 50 Paxe zusammen im Bus zum Flughafen und auch im Flugzeug ist der Weitergabe unliebsamer "Details" Tür und Tor geöffnet. Aber das gehört ja nicht hierher; ist ja dann nicht mehr HR :(

      Hoffentlich war die Phase der persönlichen Betroffenheit dann möglichst schnell vorbei. Man will sich ja auf die nächste Reise freuen.

      Alles Gute!

      LG Klaus
      Glücklicherweise hat das Wort Lofoten neben der Inselkette noch eine weitere Bedeutung :lofoten2: