Antarktis – Eis ohne Bären (5.11.-20.11.2018)

    • Antarktis
    • Nugget wrote:

      Da werde ich nie hin kommen.

      Das habe ich auch geglaubt - bis der Newsletter von Hurtigruten kam. ^^

      lynghei wrote:

      Spätestens bei der Walvorstellung wäre meine Kamera heißgelaufen- vielleicht auch schon bei den Pinguinen.


      Mir sind erstmals die Speicherkarten ausgegangen... ;(
      Die Kamera hätte ruhig noch etwas heißer werden können, dann wäre vielleicht das Wasser, welches sich irgendwo hinter den Knöpfen versteckt hat, wieder geschmolzen X(

      14.11. Damoy Point - Last Landing
      Als ich aufwache sind wir schon fast an unserem ersten Ankerplatz angekommen.
      Die Midnatsol ist während der Nacht nur eine kurze Strecke von Süden her in den Neumayer Kanal gefahren.

      Um 7:00 Uhr beginnt heute bereits das Landing am Damoy Point/Dorian Bay auf Wiencke Island.
      Zum Glück bin ich erst in der dritten Gruppe um 9:30 Uhr. Wir haben nur bis Mittag Zeit, da dann ein anderes Schiff angemeldet ist.



      Es gibt jede Menge Eselspinguine, die sehr aktiv sind, Weißgesicht-Scheidenschnäbel und zwei Wedellrobben.



      "Die roten Pinguine werden auch immer mehr"

      Eine englische Transithütte, die früher vom Personal einer Forschungsstation bei An- und Abreise genutzt wurde, können wir besichtigen. Hierher gab es früher eine Schiffsverbindung von den Falkland Inseln und eine Flugverbindung zu einer Forschungsstation. Bis zu 15 Personen konnten hier schlafen.
      Sie wird vom UK-Antarctica Heritage Trust betreut. Die Einrichtung ist weitgehend im Originalzustand. Wie einige Bilder zeigen, wurde sie auch in jüngerer Zeit noch bei Expeditionen besucht.



      Nebenan gibt es eine argentinische Notfallhütte.



      Vom Hügel aus hat man einen tollen Blick auf die Port Lockroy Station, wo gerade die Passagiere eines anderen Schiffes herumlaufen.



      Zu dieser Station gäbe es noch viel zu berichten, aber ich schließe mich da einfach @cetraria an, die das in ihrem Reisebericht schon alles bestens zusammengefasst hat.
      Ich trödel zurück zum Anlandepunkt, immer wieder durch Vorrang berechtigte Pinguine gebremst.
      Ich kann mich nur schwer trennen, da das tatsächlich schon das letzte Landing sein sollte.

      Es gibt einen Vortrag von Holly. Adaption to the Antarctic. Warum friert bei Pinguinen und Walen der Blutkreislauf nicht ein? Interessant, aber lieber wäre ich noch bei den echten Pinguinen…

      Im Science Center können wir das vor einigen Tagen gesammelte Phytoplankton erstmals genauer betrachten. Linda, Saga und Rudolf haben es zusammen mit Krill und anderen Kleintieren unter diversen Mikroskopen platziert und geben Erläuterungen dazu. Ich finde es extrem spannend, den Beginn der Nahrungskette im Meer genauer zu erkunden. Rudolfs Begeisterung dafür ist einfach ansteckend. :sdanke:

    • Nach 30 Minuten Fahrt ankern wir vor Port Lockroy.



      Wegen der Anzahl der Passagiere dürfen wir leider nicht zur Besichtigung, bekommen aber Besuch von Hannah. Sie ist bis März eine von vier Bewohnern von Port Lockroy.

      In einem sehr unterhaltsamen Vortrag schildert sie uns das Leben auf dem winzigen Fleck in der Antarktis und beantwortet viele Fragen. Es gibt kein fließendes Wasser, nur eine Hütte kann beheizt werden, ca. 1500 Pinguine leben dort und rund 15-17.000 Besucher werden in dieser Zeit erwartet.
      Ihre Aufgaben: Postamt und Museum betreiben und Souvenir-Shop führen, woraus die Arbeit großteils finanziert wird und Pinguine beobachten/zählen.
      Hin und wieder kommen sie zum Duschen, Wäschewaschen und Essen auf die Cruiseships, so wie heute.
      Ihre Kollegen haben eine größere Menge Souvenirs zum Verkaufen mitgebracht. Für mich ist nichts dabei, eine Postkarte, die später den Antarktisstempel bekommt, muss reichen.

      Momentan sind sogar acht Personen auf der Station, da ein Conservation Team Erhaltungsarbeiten durchführt. Einer übernachtet im Zelt, da die Schlafplätze begrenzt sind (ob er auch pro Nacht extra bezahlen muss, wie bei der Amundsen Night?!).

      Tagesprogramm für morgen: Cruisen in der Wilhelmina Bay, sofern es der Wind erlaubt.

      Bevor wir Port Lockroy verlassen, gibt es noch das große Gruppenfoto auf Deck 9.

      Die Fahrt durch den Neumayer Channel hätte ich lieber draußen verbracht, aber ausgerechnet heute wird das Abendessen als Menü serviert.

      Spät abends folgt dann noch eine ganz große Vorstellung: Sonnenuntergang mit Buckelwalen und Orcas in der Gerlache Strait.




      Fortsetzung folgt...
    • @nick

      WOW! Ich bin total überwältigt von deinem fantastischen Reisebericht und noch mehr von deinen herausragenden Bildern. Die Tierbilder sind dir meisterhaft gelungen, und die Eisformationen sind so grandios, dass ich beim Anschauen Tränen in den Augen hatte. :blush:

      Mein absolutes Highlight-Foto ist der kugelrunde Pinguin :love: , der aus dem Wasser schießt (1111-04). Ich musste laut lachen!!! Dann muss ich noch das flüssige Gold in Bild 1110-22 erwähnen und natürlich das Riesenmaul mit den gefletschten Eiszähnen neben dem Gummiboot (1111-07) und das zerfetzte Eis (1112-04), was ich auch zum Weinen schön finde. :thumbsup: Ich könnte jetzt eigentlich alle Bilder aufzählen, aber dann hätte ich ja gleich alle kopieren können. ;)

      Was muss das für ein unvergessliches Erlebnis sein, dieses alles mit eigenen Augen sehen zu dürfen. Es ist ja der Wahnsinn!!! Ich beneide dich, freu mich aber, dass du uns so detailliert teilhaben lässt. Vielen Dank dafür! :good3:

      Nun hab ich ein neues Traumziel! :girl_sigh:
      :ilhr: MS Finnmarken 02/03-2016 BGN-KKN-BGN; 05-2018 TROM-KKN-TROM

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