Die Reise mit dem ungeliebten Schiff - oder - Von Zweien die auszogen, das Ende des Regenbogens zu finden

    • B-K-B
    • 2010
    • Die Reise mit dem ungeliebten Schiff - oder - Von Zweien die auszogen, das Ende des Regenbogens zu finden

      Gemeinsamer Bericht der Reise mit der MS Vesterålen vom 11. bis 22.September 2010 von Hamburgerin und Jobo


      Jobo - Anreise 9.September


      Es ist drei Uhr morgens, als mich das Radio aus dem Bett zwingt. Was habe ich mir bloß dabei gedacht, als ich vor fünf Monaten einen Flug von München nach Frankfurt buchte, der bereits um 6:05 Uhr startet. Obwohl ich mein Gepäck bereits gestern zum Vorabend-Checkin gebracht habe, da ging der Koffer trotz 21,5 kg anstandlos durch, muss ich trotzdem den Bus um 4:05 Uhr nehmen, da der nächste Bus erst um 5:50 Uhr am Flughafen ist.
      Nachdem ich die Müdigkeit weggeduscht und gefrühstückt habe, mache ich mich also, mittlerweile in guter Urlaubsstimmung, auf den Weg zum Bahnhof. Hier trifft der Airport-Bus auch pünktlich ein und ist gut besetzt, hauptsächlich mit Angestellten des Flughafens, die wohl täglich auf dieses Transportmittel zurückgreifen. Wir treffen um 4:40 Uhr am Flughafen ein.

      Ich begebe mich direkt zur Sicherheitskontrolle, nehme das Netbook aus meiner großen Fototasche und lege es in ein separates Körbchen. Die Fototasche in einen zweiten Korb und die Jacke, hier habe ich vorher alle Schlüssel, Brieftaschen, usw., hinein gepackt, mit samt meinem Gürtel in einen dritten. Mein ausgedrucktes Online-Ticket muß ich ebenfalls, auf Geheiß des Securitypersonals, in ein kleines Körbchen legen.
      Nun durchschreite ich den Detektorrahmen, die Schuhe habe ich mal ganz optimistisch angelassen, der auch sofort lautstark piept. Ich Dussel, habe ich doch die zwei Euro Wechselgeld vom Bus einfach in die Brusttasche des Hemdes gesteckt. Ich darf nun, immer noch mit Schuhen, passieren. Am Ende des Bandes mit den Körben fordert mich ein weiterer Security-Mitarbeiter auf, mit der Kamera ein Bild der Halle zu machen, wahrscheinlich damit er sehen kann, das kein kleines Kernkraftwerk darin versteckt ist.
      Nachdem ich ihm das Bild gezeigt habe, ist der Check beendet.
      Ich bin gerade dabei mir wieder meinen Gürtel anzuziehen, als ich merke, das mir das kleine Körbchen mit meinem Ticket fehlt. Ich frage beim Security-Personal nach, sofort macht sich Ratlosigkeit breit. Außer Achselzucken wissen die Securities nicht, wie sie mir helfen sollen, das Ticket ist unauffindbar. Damit gebe ich mich aber nicht zufrieden und frage, wie es denn nun weitergehen soll, da ich ja mein Ticket brauche.
      Schließlich wird der Chef der Truppe herbeigerufen, der, wie ich auch, vermutet, das ein anderer Passagier unbewusst mein Ticket mitgenommen hat. Er verweist mich an einen Lufthansa-Info-Schalter, nur wenige Meter weiter. Der Lufthansa-Mitarbeiter am Schalter stellt mir, ich habe zum Glück noch den Receipt, auf dem alle Flüge stehen samt Buchungscode, sofort ein neues Ticket aus. Solche Fälle kommen häufig vor, erklärt er mir mit einem Schmunzeln.
      Ich bin schon am Gate und will es mir gerade gemütlich machen, da fällt mir ein, das auch der Gepäckabschnitt am alten Ticket geklebt hatte, also erneut zurück zum Schalter. "Wie, Ticket schon wieder weg?", fragt mich lachend der Lufthansamann. Ich liebe Menschen, die um fünf Uhr morgens schon so einen trockenen Humor haben. Er sucht meine Gepäcknummer aus dem Computer, diese genügt für eine eventuelle Gepäcknachforschung.

      Nun warte ich entspannt am Gate auf das Boarding, dass erst um 5:45 Uhr losgeht. Ich habe mir einen Fensterplatz im mittleren Teil ausgesucht, doch hier sind die beiden Nebensitze bereits besetzt. Da nicht viele Personen am Gate waren, vermute ich, das der Flieger nicht ausgebucht ist. Ich nehme mir also einfach mal einen Platz am Fenster, etwas weiter hinten. Kurz danach wird die Tür des Fliegers geschlossen, der kleine Airbus ist etwa zu einem Viertel besetzt.
      Der Flug verläuft sehr angenehm, wir landen überpünktlich um sieben Uhr in Frankfurt an Gate A11. Mein Flug nach Bergen startet erst um 9:15 Uhr, somit habe ich ausreichend Zeit zum Gate B11 zu schlendern. Zwischendurch eine kurze Info-SMS an Renate bis ich das Gate ereiche. Hier warte ich nun auf den Beginn des Boardings, der für 8:45 Uhr angesetzt ist.
      Tatsächlich geht es erst um neun Uhr los. Unten steht ein Bus bereit, die Passagiere zu dem Flieger zu bringen. Nur wenige Reisende steigen mit mir in den Bus, auch der Busfahrer schaut erwartungsvoll auf die Treppe, ob da wohl noch mehr kommen. Er greift kurz zu dem Telefon am Treppenabsatz, legt nach wenigen Sekunden auf, steigt in den Bus, schließt die Türen und fährt los. Ich zähle mit mir ganze 26 Passagiere.

      Das erklärt natürlich das kurze Boarding, da hätte ich mir die Platzreservierung sparen können. Kaum im Flieger, werden die Türen geschlossen und nur wenig später rollen wir los und heben bald ab.

      Es ist schon seit dem frühen Morgen kühl und stark bewölkt heute. Als wir die Wolkendecke durchstoßen haben, ist unter uns nur noch ein weißer Teppich zu erkennen. Schade, ich hätte gerne gesehen, welche Route wir nehmen und einige Aufnahmen von dem Land und der See unter uns gemacht.

      Da der Anblick der vielen Wolle unter uns mich ans Schäfchen zählen erinnert, mache ich es mir auf dem Zweiersitz der Embraer gemütlich und döse bis Südnorwegen vor mich hin. Hier reißt die Wolkendecke mehr und mehr auf und gibt den Blick auf die Landschaft frei.

      Der Anblick der Berge, Seen, Gletscher und Fjorde von hier oben ist fantastisch. Schon bald spüre ich, wie wir langsam tiefer gehen, wir befinden uns also schon im Landeanflug auf Bergen . Direkt unter uns kann ich den Ulriken erkennen, der steht auch noch auf meinem Programm. Das Wetter ist traumhaft hier, keine Wolke mehr und am Boden rund 25°C, so habe ich die Regenhauptstadt Europas noch nie erlebt.

      Die Landung erfolgt absolut pünktlich um 11:10 Uhr. Nachdem ich mich im Terminal am Geldautomaten mit ausreichend norwegischen Kronen versorgt und mein Gepäck empfangen habe, gehe ich zum direkt vor der Tür bereitstehenden Flybussen. Ich möchte meinen Koffer ins offene Gepäckfach schieben, aber dort liegen bereits jede Menge Koffer, alle nebeneinander ganz vorne am Rand. Also schiebe ich mit meinem Koffer einen der anderen in die Mitte des Gepäckfaches, da mir das Darüberheben einfach zu schwer ist.
      Ich kaufe mir gleich das Rückfahrticket für 150 NOK, das Einzelticket würde 90 NOK kosten. Der Bus ist fast voll besetzt, nur neben einem jungen Mädchen ist noch ein Platz für mich. Nach mir steigt noch ein Passagier ein, bevor der Bus losfährt. Hier habe ich nun Zeit, mir die bisher gemachten Aufnahmen im Display der Kamera anzusehen. Ich wundere mich über die Farbschatten in vielen Bildern, bis mir bewusst wird, dass ich die ganze Zeit noch den Polfilter drauf hatte. Merke: Mit Polfilter durch unter Spannung stehende Kunststoffscheiben fotografieren ist nicht wirklich eine gute Idee. Im Bus ist es sehr warm und ich bin froh, als wir nach etwa 40 Minuten die Haltestelle gegenüber dem Strandhotel erreichen.

      Mehrere Personen steigen mit mir aus, auch das junge Mädchen. Sie stöhnt auf, als sie ihren Koffer tief im Gepäckfach liegen sieht, es ist der Koffer, den ich nach hinten geschoben hatte. Also krieche ich in das Gepäckfach und hole ihr den Koffer wieder raus, natürlich ganz den Kavalier dabei herauskehrend. Dann eile ich über die Straße zum Strandhotel, vor dem eine riesige Baustelle ist.
      An der Rezeption wird gerade ein älteres Ehepaar abgefertigt, ein weiteres Paar wartet schon etwas seitlich dahinter und diskutiert heftig miteinander. Als das erste Ehepaar endlich fertig ist, diskutiert das andere Paar immer noch, also gehe ich an den Tresen und lege meinen Voucher vor. Ich bekomme Zimmer 713 und fahre mit dem Aufzug nach oben.
      Das Zimmer wirkt auf den ersten Blick sauber und modern, allerdings muss ich erst die Ablage für den Koffer reparieren. Das Fenster des Zimmers geht zu einem Innenhof hinaus und die Nasszelle ist sehr geräumig. Nachdem ich die wichtigsten Sachen für die nächsten zwei Tage ausgepackt habe, mache ich mich etwas frisch und verlasse das Hotel um 13:10 Uhr, um zur Spitze der Halbinsel zu gehen und hier die Ankunft der MS LOFOTEN abzuwarten.

      Zuerst suche ich nun den Anleger des Sognefjord-Katamarans auf, da ich morgen früh mit diesem fahren werde. Dazu muss ich um die riesige Baustelle herumlaufen und befinde mich nun am Ende der Straße, die vom Neptun Hotel hier herunterführt. Bis zum Anleger brauche ich nur drei Minuten, ich brauche mich also morgen früh nicht abzuhetzen.

      Ich wandere nun am Ufer entlang weiter in Richtung Aquarium, hinter dem sich dann die Spitze der Halbinsel befindet. Hier reihen sich schöne alte Speicherhäuser an neue, moderne Bauwerke.

      Zwischen den einzelnen Häusern kann man immer wieder nach vorn bis zum Wasser gehen und hat von hier einen wunderschönen Blick hinüber nach Bryggen und auf die Festung Bergenhus, sowie den Rosenkranzturm.

      Etwas weiter den Uferweg entlang liegen einige schöne alte Dampfschiffe, die ich mir nun genauer betrachte. Die GRANVIN, STORD 1 und die STAVENES sind alte Dampfer, die MIDTHORDLAND ist ein altes Motorschiff. Alle Schiffe sind schön restauriert und erinnern mich an die SCHAARHÖRN von Hamburg.

      Mein Weg führt am Ufer entlang, und nur wenige Meter später stehe ich vor dem genauen Gegenteil der alten Dampfer, einem modernen Katamaran.

      Gegenüber steht in einiger Entfernung eine schöne kleine Kirche. Sie wirkt ein wenig verloren zwischen den modernen Hafengebäuden.

      An einem großen Parkplatz kann ich wieder bis zum Hafenbecken gehen, und sehe auf der anderen Seite die BB COASTER, einen Schlepper liegen. Weiter vorne liegt die FAR SAPPHIRE, ein Hochseeschlepper mit 4800t Tragfähigkeit und 7176 BRZ(ehemals BRT).

      Der Weg führt nun etwas vom Ufer weg, zwischen kleinen alten Holzhäusern hindurch zum Aquarium. Die Häuser stehen dort wie aus dem Ei gepellt, was auf eine liebevolle und umfangreiche Restauration hindeutet.

      Am Aquarium vorbei, gelange ich nun durch ein kleines Wäldchen, bis ich endlich die Spitze der Halbinsel erreiche. Hier befindet sich ein schöner Aussichtspunkt, von dem aus man weit in beide Seiten des Byfjord hinein schauen kann. Auch der Puddefjord ist ein gutes Stück einsehbar.

      Hier mache ich es mir auf einer Parkbank gemütlich, und genieße die Sonne, die noch kräftig herunterstrahlt. Dann endlich taucht, tief hinten im Byfjord, diese wunderschöne Schiff auf. Immer näher und näher kommt die LOFOTEN und wird dabei größer und größer, ich kann mich gar nicht genug sattsehen, an dem schönen Anblick.

      Hinter der FAR SAPPHIRE lag zuvor noch ein weiterer Hochseeschlepper, den ich nicht richtig erkennen konnte. Dieser Schlepper, die SIEM PEARL, fährt nun aus dem Hafen heraus und kreuzt den Weg der LOFOTEN, bevor er seine Fahrt auf den westlichen Teil des Byfjords, in Richtung Brücke, aufnimmt.

      Doch dann zieht die Lofoten majestätisch an der Landspitze vorbei und fährt in den kleinen Puddefjord ein, um zum Hurtigrutenterminal zu gelangen.

      Ich mache mich nun auf, die Lofoten an Land zu verfolgen. Doch der Weg steigt hier kräftig an, und ich komme dabei richtig ins Schwitzen. Auf der Anhöhe angekommen, führt ein schmaler Weg wieder nach unten zum Wasser, den ich nun nehme. Erst hier kann ich die Lofoten wieder gut sehen, sie hat gewendet und zieht nun langsam rückwärts zum Hurtigrutenterminal.

      Schließlich steige ich über eine Treppenanlage wieder gänzlich zum Ufer hinab. Über einen gepflegten Uferbereich komme ich an einem netten Restaurant vorbei, direkt am Wasser. Ich beschließe, mir von hier heute Abend die Abfahrt der Lofoten anzusehen.

      Zuvor suche ich mir jedoch noch den Weg in den Hafenbereich gegenüber dem Terminal. Dabei komme ich erneut durch ein sehr ansprechendes Viertel mit alten Holzhäusern, bevor ich die Lofoten wieder sehen kann.

      Nachdem ich dem Treiben rund um das Schiff einige Minuten zugesehen habe, begebe ich mich auf den Weg hoch auf den Hügel hinter mir. Zwischen alten Häusern geht es hindurch, eine breite Straße hinauf erreiche ich auf der anderen Seite den Platz hinter dem Hotel Neptun und kann unten schon wieder den Anleger der Katamarane sehen.

      Ich entscheide mich kurzfristig das schöne Wetter zu einem Ausflug auf den Fløyen zu nutzen, es ist ja gerade mal 15 Uhr, also habe ich noch den ganzen Nachmittag Zeit. Vorbei geht es am Strandhotel und am Torget, ein kurzer Blick auf das Denkmal und den Fischmarkt, die Straße hinauf zur Fløybahnen.

      Das Rückfahrticket für 70 Kronen ist schnell gekauft, denn schon startet die Bahn nach oben. Im Gegensatz zu meiner Fahrt mit dieser Bahn im Januar 2009 ist die Kabine nun richtig voll. Einige steigen zwar unterwegs aus, doch die meisten haben wohl den gleichen Gedanken wie ich.

      Von hier oben läßt sich die Lofoten gut erkennen, sie wird gerade betankt. Auch die Einzelheiten im Hafen sind deutlich sichtbar, und Bryggen wirkt von hier oben wie ein Abschnitt einer Modellbahnanlage.

      Direkt unterhalb kann ich gut den künstlichen achteckigen Teich entdecken, auch der große freie Raum vor dem Strandhotel, der umzäunt ist, ist ebensogut zu sehen, wie der Ulriken.

      Wohl weit über eine Stunde erfreue ich mich an der herrlichen Aussicht von hier oben, genieße die warme Sonne und esse einen kleinen Snack, bevor ich mich mit der Standseilbahn wieder auf den Weg nach unten mache. Ich möchte die restliche Zeit, bis zur Abfahrt der Lofoten, noch nutzen, um im Hotel ein wenig den fehlenden Schlaf nachzuholen.

      Ich schlendere also von der Talstation wieder in Richtung Hotel. Dabei mache ich noch einen kleinen Schlenker rund um Zachen, dieses gemütliche Restaurant direkt am Hafen, neben dem Fischmarkt. Zu dieser Zeit sitzen nur wenige Gäste in dem überdachten Freibereich der Gaststätte.

      Im Hotel angekommen, begebe ich mich direkt auf mein Zimmer, ziehe die Vorhänge zu und schalte die Lampen neben dem Bett aus. Jedenfalls versuche ich dies, es geling mir auch auf der Fensterseite, aber auf der Wandseite klafft an der Stelle, an der eigentlich ein Schalter sein sollte nur ein rundes Loch in der hinteren Bettverkleidung.
      Na egal, nehme ich halt die Karte aus dem Hauptstromschalter raus und versuche ein wenig zu schlafen. Gerade als ich dabei bin ins Reich der Träume zu wechseln, werde ich durch einen lauten stählernen Knall aus dem Halbschlaf gerissen. Ein Blick aus dem Fenster läßt meine schlimmsten Befürchtungen wahr werden. Am vorderen Haus des Innenhofes befindet sich ein großes Baugerüst, welches nun mit lautem Getöse abgebaut wird. Dabei werden die einzelne Stützstangen und -streben keinesfalls von Hand zu Hand nach unten gereicht, sondern aus großer Höhe einfach nach unten geworfen, wo sie mit lautem Scheppern aufschlagen.
      Damit kann ich das Thema erholsamer Nachmittagsschlaf endgültig zu den Akten legen. Also werfe ich einen Blick ins Forum, Internet gibts zum Glück kostenlos hier, und stelle schon mal einige Bilder ein und schicke einen ersten Gruß mit.

      Es ist 19:15 Uhr als ich mich auf mache, um der Lofoten bei ihrer Abfahrt die Ehre zu erweisen. Den Rezeptionist des Hotels bitte ich noch nach der Lampe neben dem Bett zu sehen, dann nehme ich wieder den Weg Richtung Neptun Hotel. Die alten Dampfschiffe haben mittlerweile ihren Anlegeplatz gewechselt, und liegen nun vor Bryggen und der Festung.

      Auf der Anhöhe hinter dem Neptun angekommen wende ich mich nach rechts, um durch die kleinen Gassen so zum Wasser zu gelangen, das ich an dem Restaurant herauskomme. Hier kann ich einen schönen Abendhimmel bewundern. Ich suche mir einen netten Platz, direkt vorne am Wasser.

      Hier ist Selbstbedienung, also hole ich mir ein Bier und frage nach dem letzten Sandwich das hinter der Theke auf einem Teller liegt. Der junge Mann hinter der Theke möchte mir dieses gar nicht verkaufen, weil es schon länger da liege. Da ich aber nur eine Kleinigkeit will, nehme ich ihn trotzdem, der Kellner lässt mir ungefragt etwas vom Preis nach, sehr sympatisch. Kaum zurück an meinem Tisch, kommt auch schon die Lofoten angefahren.

      Während ich mein Sandwich, das trotzdem erstaunlich frisch schmeckt, verspeise, schaue ich etwas wehmütig zu, wie die Lofoten langsam in der untergehenden Sonne kleiner und kleiner wird. Schließlich dreht sie nach Backbord ab und verschindet hinter der Landzunge, zurück bleibt nur ein schöner Abendhimmel und ich mit meinem Bier, Sandwich ist schon gegessen.

      Ich sitze hier noch einige Zeit und hänge meinen Gedanken nach, während ich genüsslich mein Bier trinke. Danach mache ich mich wieder auf den Weg zurück zum Hotel. Auf der Anhöhe halte ich kurz inne, hier hat man einen schönen Blick auf den Floyen und den Ulriken.

      Dann schlendere ich den, mir schon bekannten, Weg am Neptun vorbei hinunter, bis ich wieder den Hafen ereiche. Hier bietet sich mir nun auch ein traumhafter Blick auf die nächtliche Festung und Bryggen . Noch einige Zeit stehe ich hier und lasse dieses Bild auf mich wirken, bevor ich endgültig wieder das Hotel aufsuche.

      Der junge Mann an der Rezeption teilt mir mit, die Lampe sei repariert, bevor ich mit dem Aufzug nach oben fahre. Tatsächlich lässt sich die Lampe nun zumindest ein- und ausschalten, der Schalter ist provisorisch in der Verkleidung befestigt.
      Ich schaue noch einmal im Forum vorbei, ein, zwei Bilder hochgeladen, dann lege ich mich gegen 22 Uhr endgültig ins Bett, schließlich kann ich morgen nicht zu lange schlafen, da die Sognefjord-Tour ansteht und der Katamaran um 8 Uhr ablegt.



      ----- Fortsetzung folgt -------


      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten im Profil)

    • Endlich :ahahaha: - ich habe ja schon gar nicht mehr daran geglaubt...!!!

      Das von dir genannte Viertel mit den renovierten Holzhäusern hat uns auch gut gefallen - nur seltsam es jetzt im Sommer zu sehen, wir kennen es ja nur mit viel Schnee.

      Auf dem Bild vom Fløyen mit dem Wasserbassin ist auch gut unser bevorzugtes Hotel zu sehen (Rica Hotel Bergen ), in der oberen rechten Ecke, das etwas rötliche Haus.

      Freue mich schon auf die Fortsetzung!
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • "Klick das weg, du kommst nur wieder auf komische Gedanken!" meinte grade mein Mann, als er mich in diesem Bericht und den Fotos schwelgen sah...............
      Das ist ja schon mal klasse zu lesen und zu schauen. Unter dem Motto "Was lange währt, wird endlich gut" entschädigt der Anfang ja schon mal ein bisschen fürs lange Warten................ aber nur, wenn es zügig weitergeht :whistling:
    • EL FI schrieb:

      Klick das weg, du kommst nur wieder auf komische Gedanken!

      wie kommt er nur auf diesen Gedanken... :blush2:

      EL FI schrieb:

      aber nur, wenn es zügig weitergeht

      jaja - anfüttern und dann... Jobo - heute ist Samstag und ausserdem solltest du vor deiner nächsten Reise fertig werden. Oder braucht Renate so lange zum Korrektur lesen... :search:
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • EL FI schrieb:

      aber nur, wenn es zügig weitergeht
      Ein wenig Geduld müßt ihr schon mitbringen, Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag erbaut .... :rolleyes:
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten im Profil)

    • Jobo - Vorprogramm 10.September

      Die Nacht war ein Alptraum, an Schlaf nicht zu denken. Direkt vor dem Fenster laufen mehrere Lüftungsschächte von unten nach oben. In Höhe der obersten Etage, also der Etage auf der mein Zimmer liegt, sind scheinbar große Ventilatoren in diesen Schächten untergebracht. Diese brummten die ganze Nacht lautstark vor sich hin, an ein Schlafen mit offenem Fenster war schon gar nicht zu denken. Erst in den frühen Morgenstunden schalteten sich diese Ventilatoren nicht mehr ein und es wurde etwas ruhiger, bis fünf Uhr.
      Ich benutze im Urlaub mein Handy immer als Wecker, wenn ich mal früh aufstehen muss, also hatte ich es auch gestern Abend auf sechs Uhr eingestellt. Daher bin ich sehr verwundert, dass es sich nun um fünf Uhr meldet. Es dauert eine Weile, bis mir klar wird, dass dies nicht der Weckton sondern eine SMS ist. Wer um alles in der Welt verschickt morgens um FÜNF Uhr eine SMS? Es ist natürlich Renate, davon wird sie in ihrem Bericht bestimmt nichts erwähnen, die mir mitteilt, das sie sich bald auf den Weg macht. Na super, wie gut das ich das morgens um fünf Uhr erfahre. Die Frau ist noch nicht mal in Bergen und schon beginnt der Terror, das kann ja was werden!

      Ich döse nun, zwangsweise geweckt, noch bis sechs Uhr im Bett vor mich hin, bevor ich aufstehe. In der Nasszelle zeigt sich nun ein weiteres Problem in diesem Hotel. Der Raum ist zwar sehr groß, aber die Dusche hat man in die Ecke gebaut, nach vorne hin mit einer halbkreisförmigen Glastür versehen. Dies bedeutet, wenn man unter der Dusche steht und die Tür schließt, ist jegliche Bewegung unmöglich, man wird von der Glastür geradezu in die Ecke gepresst. Ein normales Duschen ist nur mit offener Tür möglich. Das Ergebnis kann man danach im ganzen Bad sehen, quasi ein kleiner Pool im Zimmer. Warum habe ich bloß dieses Hotel gebucht, ich sehne mich nach den schönen Zimmern im Neptun.

      Das Hotel verspricht Kleidung, die bis 9 Uhr abgegeben wird, am gleichen Tag noch zu waschen und bügeln. Daher nehme ich gleich mein Hemd von gestern mit herunter zur Rezeption, um es dort abzugeben. Ich muss ohnehin an der Rezeption vorbei zum anderen Aufzug, um zum Frühstücksraum zu gelangen. Der Auzug zum siebten Stock hält nicht in der zweiten Etage, hier ist der Frühstücksraum, und der andere Aufzug, der in der zweiten Etage hält, geht nur bis zum sechsten Stock. :wacko1:
      Das Frühstücksbuffet, ist ... na ja, nicht gerade überragend, aber es reicht um satt zu werden. Ein Blick aus dem Fenster zeigt, dass das Traumwetter von gestern durch Abwesentheit glänzt, es ist ziemlich stark bewölkt, aber wenigstens trocken.

      Nach dem Frühstück schnell nochmal aufs Zimmer, Jacke und Kamera geschnappt und die wenigen Meter zur Anlegestelle gegangen. Hier liegt schon der Katamaran, der mich auf die Tour "Sognefjord in a Nutshell" entführen wird. Kurz den Voucher vorgezeigt und gleich durch aufs obere Achterdeck, legen wir auch schon pünktlich um acht Uhr ab, parallel mit einem anderen Katamaran.

      Wir drehen gleich im Hafenbecken und nehmen Fahrt auf Richtung Byfjord. Der Katamaran hat sich einigermaßen gefüllt, aber ich finde drinnen noch einen Platz, wo ich meine Kameratasche platziere. Mein Platz während der rasanten Fahrt soll aber das hintere Deck sein, auch wenn es hier keine Sitzmöglichkeiten gibt.

      Bei der Ausfahrt aus dem Hafen passieren wir an Backbord eine riesige Jacht, sie hat, quasi als Beiboot, mittschiffs eine kleine Segeljacht an Deck. Der Besitzer dieser Jacht fällt sicher nicht in die Rubrik "Sozialfall". Als wir den Liegeplatz der Hochseeschlepper an Steuerbord hinter uns gelassen haben, beschleunigt der Katamaran erst richtig. Na ja, eine beschauliche Fahrt ist sicher etwas anderes.

      Wir ziehen schnell an der Askøy-Brücke vorbei den Byfjord hinauf. Bei Knarrvik unterqueren wir die Nordhordlandbrücke, eine interessante Kombination aus einer freischwimmenden Pontonbrücke mit einer Schrägseilbrücke. Bei der schnellen Fahrt ist es fast unmöglich voll im Wind zu stehen, selbst ich muss mir einen Platz im Windschatten suchen.

      Gleich hinter Knarrvik geht es noch unter der Hagelsundbrücke hindurch in den schönen Hagelsund und dann in den Alversund, vorbei am Alverstraumen. Der Hagelsund ist mir schon bekannt von der südgehenden Tour mit der MS MIDNATSOL im Januar 2009, aber der Alversund ist neu für mich.

      Auf beiden Uferseiten sind viele kleine schöne Wochenendhäuser zu sehen, alle besitzen natürlich auch einen Bootsanleger. Ich kann mir schon gut vorstellen, das die gestressten Städter hier ihre Freizeit verbringen. Der andere Katamaran fährt scheinbar die gleiche Route wie wir, ständig kann ich ihn in einigem Abstand sehen. Von Zeit zu Zeit hält er am Ufer und nimmt neue Passagiere auf oder entläßt andere. Es scheint so eine Art schwimmender Linienbus zu sein, der nun mit uns in den Lurefjord einbiegt.

      Kurzzeitig wird es nun weiträumiger, da dieser Fjord hier sehr breit ist, doch schon bald wird es wieder schmaller und nur noch kleine Schiffe, wie unser Katamaran können diese Stellen durchfahren. Richtig eng wird es dann wieder am Bakkastraumen, den wir mit gedrosselter Fahrt hinter uns lassen, bevor sich der Fjord wieder weitet.

      Wir befinden uns inzwischen im Fensfjord zusammen mit anderen Schnellfähren, und die Ufer weichen immer mehr zurück. Vereinzelt kann man auch Lücken in der Wolkendecke erkennen und feine Lichtstrahlen bahnen sich ihren Weg durch das graue Firmament.

      Wir überqueren den Fensfjord, vorbei an großen Seeschiffen, die problemlos in diesen Fjord einfahren können, bevor wir dann wieder in die kleinen Fjorde eintauchen. Noch einmal schlängeln wir uns durch schmalle Rinnen und lassen die Schären rechts und links an uns vorbeifliegen, dann ist endlich die Einfahrt zum Sognefjord erreicht.

      Der Sognefjord ist mit seinen 204 km nicht nur der längste Fjord Europas, sondern auch der tiefste mit 1308 Meter an seiner tiefsten Stelle. Obwohl der Fjord wirklich enorm breit ist, fahren wir nahe dem Ufer entlang. Ob wohl die Mitte des Fjordes für die großen Seeschiffe reserviert ist?

      Noch immer verfolgt uns der zweite Katamaran aus Bergen , während wir an vielen Seeschiffen vorüber fahren. Ich bin wirklich von der Größe und Weite dieses Fjordes beeindruckt, teilweise könnte man gar ein Fernglas brauchen, um das entferntere Ufer abzusuchen.

      Nun steuern auch wir unseren ersten Haltepunkt an, die kleine Ortschaft Nordeide, um hier einen Passagier aussteigen zu lassen. Dann beschleunigen wir wieder in die Weite des Fjordes und hinterlassen dabei eine heftig schäumende Spur.

      Ich nutze jetzt die Zeit und besorge mir im unteren Deck einen kleinen Imbiß. Damit setze ich mich an den kleinen Tisch auf meinen Platz. Es tut recht gut, sich auch auf diese Weise ein wenig aufzuwärmen, der Fahrtwind ist auf die Dauer doch ganz schön kalt.

      Als nächstes laufen wir die Ortschaft Vik an. Wir befinden uns nun schon tief im Sognefjord, den wir von Vik aus wieder überqueren, um zum gegenüberliegenden Ufer zu gelangen. Dabei versuchen es erneut einige Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke zu uns zu gelangen.

      Hier ist nun ein weiterer Haltepunkt, die Ortschaft Balestrand ist auch etwas größer und fällt direkt durch das große Hotel in der Nähe des Anlegers auf. Das wirkt ja fast wie die mondänen Badeorte am südwestlichen Ufer des Gardasees.

      Kaum haben wir wieder abgelegt, beschleunigen wir auch schon wieder mächtig, und es hat fast den Anschein, als wollte sich unser Kapitän hier regelrecht austobten. Die Landschaft wird auch immer beeindruckender und als ich über uns die vier nebeneinanderliegenden Hochspannungsleitungen sehe, kann ich meinen Seekarten entnehmen, das wir bald in den Aurlandsfjord einbiegen müßen.

      Der Aurlandsfjord empfängt uns dann auch mit steilen Ufern und herrlichen Wasserfällen, die aus größer Höhe herunterfallen, ein wunderschönes Naturschauspiel. Die Berge rechts und links des Fjords erreichen bis über 1200 Meter Höhe.

      Fast schon unheimlich wirkt es in diesem engen, dunklen Fjord, hatte ich mich doch gerade an die Weite des Sognefjordes gewöhnt. Endlich weichen die Felsen etwas zurück und geben den Blick auf den vor uns liegenden Ort Flåm frei, die Endstation der Fahrt mit dem Katamaran.

      Noch bevor wir anlegen erreicht mich eine SMS von Renate, ihr Flugtag ist wohl nicht so reibungslos verlaufen. Es ist 13:25 als ich das Schiff verlasse, am Ende des Kais kann ich die Flåmbahn schon sehen, was mich etwas verwundert, steht doch in den Unterlagen die ich bekommen habe eine Abfahrtszeit von 14:30 Uhr. Also nutze ich die Zeit und schlendere ein wenig durch diesen kleinen Ort, als die Bahn um 13:35 Uhr losfährt.

      Vielleicht hätte ich ja doch schon mit dieser Bahn fahren sollen, denke ich mir, zumal die Besichtigung des Ortes schon nach gut 10 Minuten beendet ist. Also irgendwie die Zeit totschlagen bis zur nächsten Abfahrt der Bahn. Ich hätte ja sonst auch oben in Myrdal genauso herumgesessen und auf die Bergenbahn warten müßen. Gerade kommt eine Fähre an, und Unmengen von asiatischen Touristen quillen aus dem kleinen Schiff. Hilfe, die werden doch wohl nicht alle mit der nächsten Bergenbahn fahren? Doch die meisten werden zu den bereitstehenden Bussen gelotst, und als die Flåmbahn langsam einrollt, ist schon nichts mehr zu sehen von den Bussen.

      Ich schlendere zum Bahnsteig und suche mir einen Platz in einem der vorderen Waggons, hier sind allerdings große Bereiche für eine Reisegruppe abgesperrt. Doch ich bin mit meinem Fensterplatz sehr zufrieden, während die Bahn sich langsam mit Reisenden füllt. Die Reisegruppe ist nur halb so groß, wie Plätze reserviert wurden, somit ist der Waggon, als wir losfahren, etwa zu zwei Drittel besetzt.

      Die Bahn schraubt sich nun kontinuierlich den Berg hinauf durch eine schöne Landschaft. Ich stelle schnell fest, das mein Entschluss, die rechte Seite zu wählen, richtig war. Während auf der linken Seite überwiegend Felsen vorbeiziehen, hat man auf meiner Seite einen weiten Blick in die grünen Täler.

      An einer Stelle müßen wir auf die Vorbeifahrt des Gegenzuges warten, bevor wir selbst weiterfahren können. Immer wieder führt die Strecke auch durch kleinere Tunnel und wechselt ab und zu auch die Flussseite. Dann ergibt sich ein herrlicher Blick auf die Bahnverbauungen im Berg und die Serpentinenstraße daneben.

      Schließlich steht der fünf minütige Halt an dem berühmten Wasserfall von Kjosfossen an. Ich bin als einer der ersten aus dem Zug heraus auf der Holzplattform, ein Tipp aus dem Forum, aber was ich hier sehe ist mehr als nur enttäuschend. Lediglich ein dünnes Rinnsall tropft da in den kleinen Tümpel, da kommt aus meiner Blumengieskanne zuhause mehr heraus. Da habe ich wohl definitiv die falsche Jahreszeit erwischt, also wieder rein in den Zug.

      Schon geht die Fahrt weiter, zuerst wieder durch einen Tunnel, dann durch die Schneeverbauungen die ich schon von unten gesehen hatte. Ich kann mir schon vorstellen, das diese Tour im Winter einen ganz anderen Eindruck hinterlassen wird. Über der Bahnstrecke zieht ein Hubschrauber mit seiner Außenlast hinweg.

      Noch ein letzter kleiner Haltepunkt taucht neben der Strecke auf und dann erreichen wir schon die Endstation, den Bahnhof Myrdal. Hier wechsle ich in die kurz danach eintreffende Bergenbahn , mit der ich das letzte Stück zurück nach Bergen unterwegs sein werde.

      Ich habe eine Platzreservierung für den Wagen 447, Platz 65. Dies stellt sich nun als kleines Problem heraus, ich finde zwar den Wagen 447, aber die Plätze hier enden bei der Nummer 64. Ich setze mich also einfach auf einen freien Platz und frage dann den Schaffner wo Platz 65 ist. Der kann sich ein Schmunzeln nicht verbergen, die Waggons der Bergenbahn haben immer nur 64 Sitze. Schön zu wissen, dass es bei der NSB auch Scherzkekse unter den Mitarbeitern gibt.

      Während nun die sehr schöne Landschaft und kleinere Bahnhöfe an mir vorbeiziehen, wechselt so manche SMS zwischen Renate und mir hin und her. Dabei wundere ich mich schon, dass manche SMS mit Verspätung bei mir ankommt, hat aber wohl mit den vielen Tunneln hier zu tun, bei denen der Empfang oft abreißt.

      Es ist schön, diese Strecke die ich bisher nur im dunklen Winter durchfahren habe, nun auch mal am Tag zu sehen. In Arna, neun Kilometer vor Bergen , sende ich Renate die letzte SMS, da sie mich vom Bahnhof in Bergen abholen will und sich so ausrechnen kann, wann ich eintreffe. In Bergen angekommen suche ich wie vereinbart den Haupteingang des Bahnhofes auf, doch weit und breit ist von Renate nichts zu sehen. Ich sende ihr eine weitere SMS, als sie schließlich hinter mir aus dem Bahnhof kommt. Wahrscheinlich irgendwo die Zeit vertrödelt, denke ich noch, aber sie hat wohl die SMS aus Arna gerade erst bekommen.

      Nach einer herzlichen Begrüßung wandern wir, entlang des künstlichen Sees, zum Hotel. Nachdem ich meine Kamera aufs Zimmer gebracht und mich etwas frisch gemacht habe, machen wir uns auf den Weg nach Bryggen . In der Bryggenstuen gönnen wir uns ein leckeres Rentierfilet und schlendern danach noch etwas am Ufer entlang. Bei einem Bier bei Zachen beschließen wir, falls es das Wetter zuläßt, morgen einen Ausflug auf den Ulriken zu machen, wir haben ja ausreichend Zeit bis die VESTERÅLEN eintrifft.
      Gegen 22 Uhr erreichen wir schließlich wieder das Hotel und verabschieden uns bis zum nächsten Tag. Nachdem ich noch kurz im Internet war, lege ich mich um 22:45 Uhr ins Bett, in der Hoffnung wenigstens diese Nacht schlafen zu können.



      ------------ Fortsetzung folgt ----------------------




      Renate - Abreisetag Hamburg - Bergen 10.9.2010



      So, dann will ich mal berichten von einer schönen Reise mit einem fast so "schönen" Schiff.
      Abflug Richtung Bergen war am 10.9.2010. Mir stand diese blöde Fliegerei schon wieder richtig
      bevor.
      :wacko1:
      Jobo hatte sich ja schon am 9.9.2010 abgesetzt - der hatte es gut und dazu noch Superwetter.
      Zum Glück versorgte er mich häufig mit Standort- und Lagemeldungen. Sonne in Bergen , Sonne bei
      der Ankunft der LOFOTEN, Sonne auf dem Flöyen und untergehende Sonne bei der Abfahrt der LOFOTEN
      und einem Bier....Nicht dass ich ihm das nicht gegönnt hätte in meiner Stube zu Hause wie auf
      heißen Kohlen sitzend...
      Aber nun ging es ja für mich auch endlich los. Abflugzeit 10.55 Uhr >Oslo. Nee, habe ich mir
      gedacht, lieber etwas früher, wer weiß was da am Flughafen wieder los ist. Um kurz nach 8.00 Uhr
      kam ich in die Abflughalle - das heißt ich passte gerade noch hinein...Zuerst habe ich gedacht, da
      findet eine Großdemo statt, es war brechend voll. An jedem Check-in-Terminal ellenlange Schlangen..
      Es dauerte über 1 Stunde, bis ich meine Bordkarten hatte. Das gleiche Theater dann bei der Aufgabe
      des Koffers.Der Koffer - dessen Gewicht bereitete mir ein bisschen Sorge. Ein paar Tage vorher habe
      ich mir eine völlig überteuerte ( billige gerade aus ) Kofferwaage gekauft. Die zeigte 21,86 Kg an.
      Die Laufbandwaage am Flughafen schaffte es immerhin auf 20,1 Kg..von mir aus...
      :pleasantry_1:
      Überhaupt wird am Hamburger Flughafen wohl anders gerechnet. Die Zeit reichte noch für einen Kaffee
      und ein Stück Kuchen ( mein Frühstück)." 4,80€ " sagt die freundliche Dame. Ich gebe ihr 10,-€, sie
      mir 4,20€ zurück - wie jetzt ? Mein vorsichtiger Einwand, dass noch 1.-€ fehlt, wurde zunächst
      freundlich, aber bestimmt zurückgewiesen....Die Diskussion dauerte 3 Minuten, bis ein Kollege eingriff,
      ihr vorrechnete, dass 4,80 + 4,20 nur 9 seien und nicht 10. Schlussendlich sah sie es ein und ich bekam
      meinen fehlenden EURO. Vielleicht hätte ich gleich randalieren sollen, dann hätte es nur 1 Minute
      gedauert. Aber ich war friedlich gestimmt, hatte ja Urlaub. .
      Abflug pünktlich, Ankunft Oslo. Dort dann mein deja-vu - es war brechend voll. Dieses blöde Koffernehmen-
      Kofferwiederaufgeben. Oben in der Abflughalle - da muss man samt Gepäck ja erst mal hin - das gleiche
      Chaos wie in Hamburg. Zum Glück ging es diesmal nur um das Gepäck - 45 Minuten - dann Gate suchen.
      Gegen 16.30 uhr war ich endlich im Hotel. Nie wieder so späte Flüge und niiiiee wieder über Oslo
      :ireful: .
      Das Wetter in Bergen war recht schön. Ich bin ein bisschen spazieren gegangen und schraubte meinen
      Puls wieder runter
      :cool: .
      17.52 Uhr sollte Jobo mit der Bergenbahn von seinem Ausflug am Bahnhof eintreffen. Ihn wollte ich dort
      abholen.Ganz einfach - dachte ich. Ich würde vor dem Ausgang warten, so war es abgemacht. Da ich etwas
      zu früh dran war, habe ich mir noch einen Kaffee gegönnt und dem Treiben zugesehen. Dann kam eine SMS :
      "Bin jetzt in Arna". Gut, dachte ich, etwas Verspätung, wanderte noch ein bisschen umher. Ein Zug war
      auch angekommen. Den hatte ich aber nicht als Bergenbahn erkannt, zumal als Zielort "Voss" auf der Tafel
      stand. Als ich gerade aus der Halle wollte wieder eine SMS:" Stehe vor der Halle "...ich fast daneben...
      :wacko1: .

      Die Arna-SMS war scheinbar etwas länger unterwegs. Keine Ahnung, wo er die zunächst hingeschickt hatte....
      Freudige Begrüßung, dann wanderten wir erst mal zum Hotel. Zum Abendessen gingen wir dann in die
      Bryggenstuen und ließen es uns gut gehen. Es gab Rentierfilet.. später noch ein Bier bei Zachen.
      Dabei "diskutierten" wir schon mal die Pläne für den nächsten Vormittag. Sehr schnell zeigte sich,
      wer hier der Forumskapitän ist und wer das Fußvolk. Trotz drohenden Mistwetters wollten "wir" auf den
      Ulriken. Na, das konnte ja heiter werden. Aber, wie oben bereits erwähnt, war ich friedlich gestimmt,
      hatte ja Urlaub.
      Fortsetzung folgt

      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten im Profil)

    • Na das nenn ich ja mal einen Reisebericht der Extraklasse :clapping: :thumbsup: Gleich im Doppelpack aus zwei verschiedenen Federn, das ist einfach nur Dufte, wie der Berliner sagt. Und erst die vielen schönen Fotos, wow Jobo.
      Da ist die Vorfreude auf die Fortsetzung vorprogrammiert, also Renate und Jobo fleißig weiter so :gamer: :locomotive:

      :sdanke: :sdafuer: an euch beide

      LG Bhagira
    • das geht ja schon köstlich los... :dance3:

      Die blaue Yacht namens Le Grand Bleu mit Segelboot hat übrigens backbord noch ein Motorboot und gehört zu den grössten Privatyachten der Welt. Gebaut wurde sie für einen Amerikaner, der sie Abramowitsch verkauft und gehört jetzt wohl einem russischen Freund von ihm namens Jewgeni Schwidler.
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Arctica“ ()

    • Bhagira schrieb:

      Gleich im Doppelpack aus zwei verschiedenen Federn,
      Das hatten wir uns nach der Reise überlegt, weil wir ja auch auf dem Schiff fast immer im Doppelpack in Erscheinung traten :mosking: Die Gefahr besteht nur darin, dass Jobo beim "Reinkopieren" meines unmaßgeblichen Beitrags ihm unliebsame Passagen weglöscht :grumble: Aber das würde ich ja merken :dance3:
      Gruß
      Renate
    • Hallo,

      wieder einmal ein ganz toller Bericht mit wahnsinns Bildern. Da habe ich gestern extra eine Nachtschicht eingelegt. Interessant der Kjosfossen ohne Fossen :P
      Wenige Wochen vorher sah es dort noch so...

      ...aus:swarsnicht:.
      Allerdings wurde da schon damit angefangen, das Wasser abzudrehen. In Frühjahr sieht das dort so...

      ...aus.
      Bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt.
      Gruß

      Jürgen