Die Reise mit dem ungeliebten Schiff - oder - Von Zweien die auszogen, das Ende des Regenbogens zu finden

    • B-K-B
    • 2010
    • Danke ihr Beiden - wieder toller Bericht mit Superfotos! Freue mich schon im April auf den Stresstag mit zwei Ausflügen, fürchte nur ich werde von den Adlern nichts live mitbekommen da ich immer die Kamera vor der Nase haben werde... :hmmz:
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
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    • Wird langsam OT, aber der geht noch schnell. ;) Neue Idee für den Kalender 2012. Tiere, die den Hurtigrutengästen während ihrer Reise vor die Kamera geraten. Adler, Alks, Papageitaucher, Riesenkrabben, Bären, Elche & Rentiere, Wale und Pinguine aller Art usw. Würde sich bestimmt auch gut machen.
    • Normalerweise ist ja bei zunehmender Ermüdung ein Abfall der Konzentration zu beobachten. Ist aus deinen Bildern aber erst einmal nicht abzulesen.
      Schulter- und Oberarmmuskulatur sind anscheinend top in Form.
      Auch der linke Augenschließmuskel dürfte überproportional ausgebildet sein.
      Oder hast Du Dir die Kamera etwa mit dem Gorilla am Kopf festgeschraubt ?
      Dann könnte man auf gut bis sehr gut ausgeprägte Nackenmuskulatur schließen.

      Hat Deine kongeniale Partnerin eigentlich mal irgendwann beide Augen von Dir gesehen ?
    • Das ist der Vorteil des Gorilla-Pod, den kann man überall drum wickeln. :thumbsup:

      almidi schrieb:

      beide Augen von Dir gesehen ?
      Beim Frühstück und beim Dinner .... :rolleyes:
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • Jobo - 10.Seereisetag 20.September


      Wir haben in der Nacht den Vestfjord überquert und auch Bodø hinter uns gelassen, gemerkt habe ich davon aber nichts, es war absolut ruhig. Ich habe nicht mal ein Rattern oder Klappern während der morgentlichen Anlegemanöver gespürt. So wache ich um sechs Uhr ganz normal auf, verbrauche die übliche Menge Wasser zum Duschen, und geselle mich gegen 6:50 Uhr zu Renate, die natürlich schon auf ist.

      Ich bin gerade noch rechtzeitig zur Anfahrt auf den kleinen Hafen von Ørnes , wir befinden uns also bereits wieder im Bereich der Helgelandküste und werden schon bald den Polarkreis überqueren. Da ich nicht vorhabe, dies wichtige Ereignis mit leerem Magen zu erleben, schnappe ich mir Renate und wir breiten uns in schon bekannter Manier an unserem Frühstückstisch aus und lassen es uns kulinarisch gut gehen.

      Dermaßen gut gesättigt verlassen wir das Restaurant wieder, um unseren Stammplatz an Deck einzunehmen. Es ist immer noch stark bewölkt, aber es fällt kein Regen während wir an der schönen Küste vorbeigleiten. Wir befinden uns auf Höhe des Svartisen-Gletschers und erwarten jeden Moment die Begegnung mit der MS NORDSTJERNEN .

      Da wir das Schiff in Tromsø nicht mehr gesehen haben, sind wir davon ausgegangen, dass sie wohl wieder im Dienst ist und ihre Strecke fährt. Es dauert auch nicht lange, da können wir das kleine Schiff auch schon vor uns ausmachen. Gemächlich steuert sie in unsere Richtung, doch ich kann keine Passagiere ausmachen, sollte da niemand an Deck sein?

      Doch als das älteste aller Hurtigrutenschiffe dann an uns vorbeizieht, sehe ich sieben oder acht Passagiere auf den achternen Decks stehen und winken. Na ja, viel mehr Passagiere sind es bei uns an Deck wohl auch nicht. Eigentlich schade, dass sich viele Passagiere nicht für die schönen Schiffe der Hurtigruten interessieren, sind diese doch ein wesentlicher Bestandteil der Route.

      Wir jedenfalls beobachten das kleine Schiff solange, bis es endlich hinter der nächsten großen Insel verschwindet. Wer weiß schon, wie lange uns das schöne Schiff, Baujahr 1956, noch erhalten bleibt, immerhin laufen 2012 die Lizensen für NORDSTJERNEN und LOFOTEN aus. Ob es da vielleicht irgendeine Lösung, die Schiffe länger fahren zu lassen, gibt, kann jetzt noch nicht gesagt werden.

      Auf der Steuerbordseite ist jetzt über der See ein schöner Regenbogen zu sehen, zuerst nur schwach, doch dann wird er deutlicher und deutlicher. Das volle Farbenspektrum ist zu sehen, ein fantastischer Anblick, schon klicken überall die Kameras um das Phänomen einzufangen. Ob dort an den Enden des Regenbogens wohl Goldeimer schwimmen, oder stehen die am Grund?

      Der Regenbogen steht rund 20 Minuten am Horizont, dann verschwindet er wieder. Wir weichen nun von der Standardroute ab, machen einen Schwenk nach steuerbord, um an der Insel Selsøya vorbei zu fahren. Gleich als wir hier abbiegen, sehe ich auf der Steuerbordseite eine riesige Holztür im Hintergrund an einer Felswand. Leider schiebt sich dann wieder eine der kleineren Insel davor. Kurz danach kann ich noch einmal einen kurzen Blick darauf werfen und ein Bild (leider unscharf) davon machen, bevor sich endgültig eine größere Insel in den Vordergrund schiebt.

      Ich vermute, dass es sich hierbei, genauso wie bei der schon bekannten Toilette und der Badewanne, um eine künstlerische Installation handelt. Wahrscheinlich auch noch im Bau, den ich konnte an der Unterseite noch Abstützstreben sehen. Vielleicht ist es aber auch ein bisher unbekannter Eingang in eine Trollhöhle, der nur zufällig, durch die außergewöhnlichen Lichtverhältnisse vorübergehend sichtbar war.

      Die schon angesprochene "Sanitär"-Installation ist auch schon bald auf den Felsen zu sehen. Wir schieben uns weiter zwischen den Schäreninseln hindurch, bis wir an Backbord die Ortschaft Selsøyvik sehen können. Renate hatte mich darauf vorbereitet, dass hier sehr oft Kinder stehen und den vorbeifahrenden Schiffen zuwinken. Doch heute haben wir kein Glück, von Kindern ist weit und breit nichts zu sehen, nur ein einsamer Erwachsener steht vor seinem Haus und grüßt uns winkend mit der norwegischen Flagge.

      Gleich danach können wir einen Blick auf den kleinen Hafen der Insel werfen, bevor diese dann hinter uns zurückbleibt und wir wieder in unsere normale Route einschwenken. Die Nebenroute war auch für mich neu, die wurde im Winter bisher nie gefahren, sicherlich auch, weil es um diese Zeit, 9 Uhr, meist noch dunkel ist oder gerade erst dämmert.

      Wir steuern anschließend auf die Insel Vikingen zu, auf der der Polarkreisglobus steht. Doch er steht nicht alleine dort, neben einem kleinen Leuchtfeuer haben sich heute auch rund 20 Personen in roten Jacken dort versammelt, keine Ahnung was die dort veranstalten. Sie winken uns jedenfalls freundlich zu, als wir den Globus passieren.

      Nachdem auch dieses Symbol für den Polarkreis nicht mehr zu sehen ist, suchen wir die Cafeteria auf, um uns mit einem Kaffee etwas aufzuwärmen. Wir haben auch Glück, unser Lieblingsplatz ist noch frei. Wie immer, werden auch jetzt einige Notizen gemacht und die eine oder andere SMS losgeschickt und empfangen.

      Als wir uns wieder an Deck begeben, sind sogar schon einige blaue Stellen zwischen den Wolken zu sehen. Das macht die Fahrt entlang der Helgelandküste optisch noch angenehmer. Hier begegnen uns auch wieder mehr Schiffe, als in den letzten Tagen. Wir stoppen kurz an unserem nächsten Halt, Nesna , bevor wir die Fahrt fortsetzen.

      Es ist jetzt richtig schön, an Deck zu stehen und die herrliche Landschaft an sich vorbei ziehen zu lassen. Die Ufer strahlen in Grün und die einzelnen Häuser hier fallen durch ihre kräftigen Farben sofort auf. Viele kleine Leuchtfeuer markieren die winzigen Inseln, die im Fahrwasser liegen. Malerische Fischerboote treiben zu beiden Seiten an unserem Schiff entlang.

      Der Himmel zieht sich jetzt wieder mehr zu, die Lücken, durch die sich zuvor die Sonne und der blaue Himmel gezeigt hat, haben sich alle wieder geschlossen. In dem grauen Einheitsdunst ist voraus schon die Helgelandbrücke von Sandnessjøen zu sehen. Es braucht auch nicht lange bis wir in Sandnessjøen am Kai angelegt haben.

      Wir wollen die kurze Zeit zu einem Landgang nutzen, zumal es glücklicherweise nur ganz leicht regnet. Also nichts wie runter vom Schiff und mit Ziel Ortsmitte die Straße hinauf. Wir sind nicht die einzigen, die diesen Gedanken haben und so streben viele Passagiere in den Ort, der sonst wie ausgestorben wirkt. Vorbei an den netten Skulpturen gehen wir bis zum Denkmal von Petter Dass.

      Von dort aus nehmen wir als Rückweg, die Strecke am Kai entlang. Wir sehen hier eine der Katamaran-Fähren liegen und auf der anderen Seite einen großen Bohrinselversorger, die SKANDI MONGSTAD. Unser kleiner Spaziergang endet wieder vor der VESTERÅLEN, es wird auch Zeit wieder an Bord zu gehen.

      Wir sind kaum wieder auf dem Oberdeck, als wir auch schon ablegen. Zuerst nehmen wir jetzt in der Cafeteria etwas zu uns, als kleinen Mittagshappen, dann sind wir schnell wieder auf dem Deck, wollen wir doch die Sieben Schwestern sehen. Doch die Mädels sind heute extrem zickig und verhüllen ihr Anlitz hinter einem dicken Wolkenvorhang.

      Nun gut, wenn sie sich uns wirklich nicht zeigen wollen, sollen sie es halt lassen, die Küste hat noch mehr Sehenswertes zu bieten, und die Lichtspiele am Himmel und auf dem Wasser sind auch immer wieder ein Hingucker. Als der Regen kurzzeitig etwas stärker wird, nutzen wir die Gelegenheit und wandern zum vorderen Panoramaraum, um kurz ins Forum zu schauen.

      Anschließend verstaue ich mein Netbook wieder in der Kabine und wir stehen kurz wieder an Deck. Es bietet sich ein interessanter Anblick. Hinter uns sogar blauer Himmel, aber vor uns eine dichte Regenwand. Renate hat Hunger auf Kuchen und wir gehen wieder, bevor wir die Regenwand erreichen, in die Cafeteria.

      Rechtzeitig vor der Ankunft in Brønnøysund sind wir jedoch wieder auf dem Deck, der Regen hat nachgelassen und hört schließlich sogar ganz auf und auch die Sonne kommt wieder heraus. Das sind natürlich ideale Voraussetzungen für einen Landgang.

      Wir warten also bis die Gangway geöffnet wird und verlassen das Schiff zu einem Rundgang. Brønnøysund ist ähnlich angelegt wie Sandnessjøen , eine Hauptstraße parallel zum Kai. Wir schlendern nun diese Straße entlang, als ich auf der anderen Seite einen unserer Italiener sehe, der vor einem Blumenkübel kniet und die schönen Hortensien fotografiert. Ich lotse Renate auf die andere Seite, da ich dieses schöne Motiv auch ablichten möchte.

      Doch kaum sind wir auf der anderen Seite, weist Renate mich auf die Hortensien hin und ich muss mir die nächste halbe Stunde anhören, dass ich ja sonst an den Hortensien vorbeigelaufen wäre ohne diese zu sehen . Danach wandern wir zum Wasser hinunter. Von einem schmallen Anleger kann man hier den Hafen und die VESTERÅLEN gut sehen.

      Nun wird es auch schon Zeit, wieder zum Schiff zurück zu gehen, ähnlich wie in Sandnessjøen hat man auch hier nicht allzuviel Zeit zum Landgang. Kaum sind wir an Bord, legt die VESTERÅLEN auch schon ab um gleich danach unter der großen Brücke von Brønnøysund hindurch zu fahren. An Steuerbord taucht jetzt der Torgatten auf, der berühmte Berg mit dem Loch, welches man für einen kurzen Moment sogar von dieser Seite sehen kann.

      Doch unser Kapitän, Hermod Nilsen, hat wohl ein Einsehen mit uns und schlägt mit der VESTERÅLEN einen Bogen, damit wir den Torgatten auch richtig sehen können. Von dieser Seite ist der Felsdurchbruch gut zu erkennen. Als wir schließlich wieder auf unseren alten Kurs zurückdrehen, vergleichen zwei deutsche Mitreisende ihre Aufnahmen vom Torgatten. Es geht wohl darum, wer das Loch am besten und größten im Bild hat. Da kann ich natürlich voll punkten, bin ich doch der Einzige, der das Tele drauf hatte.

      Der Torgatten ist nur noch ganz klein hinter dem Schiff zu sehen, als wir uns auf den Weg zum Abschiedsdinner machen. Zuerst gibt es ein Glas Wein als Aperitif, bevor dann die Reiseleiterin, Anna-Kristin B.Tvedt, eine kleine Rede hält. Auch die Tischkellnerinnen und Keller haben sich aufgestellt. Mit dabei auch unsere Kellnerin, Ingvil (die zweite von links), ein total nettes und humorvolles Mädel, aber das waren eigentlich alle Crewmitglieder.

      Nun wird das hervorragende Essen serviert, während wir durch die Fenster einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten können. Auch ziehen gerade einige Seeadler am Schiff vorbei, wahrscheinlich auf dem Weg zu ihrem Horst. Nach dem Essen wird uns der neue Chefkoch in seiner schwarzen Kleidung vorgestellt. Er hat heute den bisherigen Chefkoch abgelöst und ist jetzt, mit 23 Jahren der jüngste Chefkoch auf einem Hurtigrutenschiff.

      Nach dem schönen Dinner verbringen wir die restliche Zeit bis zum Anlegen in Rørvik wieder auf Deck, es ist mittlerweile ein richtig schöner Abend geworden. Von Regen ist hier nichts mehr zu sehen, aber die untergehende Sonne strahlt den Horizont noch lange an.

      Rørvik , unser nächster Hafen, kommt in Sicht. Wir legen am Kai an, und hinter uns, noch jenseits der Brücke, kann man schon die MS TROLLFJORD sehen, die nun immer näher kommt und schließlich hinter uns anlegt. Beide Schiffe werden fast eine Stunde hintereinander am Kai liegen, bevor sie ihre Fahrt in unterschiedliche Richtungen fortsetzen.

      Das sollte für eine kleine Besichtigung ausreichen, aber davor gibt es noch ein Hindernis, Renate. Renate und die TROLLFJORD, zwei Welten prallen aufeinander. Mit Engelszungen kann ich sie schließlich zu einer Besichtigung überreden, zumal sie für Seebär auch noch einen Kaffeebecher holen will. Also rein ins Schiff, und schon trennen sich unsere Wege. Während ich hochfahre zum Panoramasalon, macht sich Renate auf den Weg zur Cafeteria um den Kaffeebecher zu kaufen.

      Von diesem Moment an habe ich Renate nicht mehr gesehen, bis zum Verlassen der TROLLFJORD. Die TROLLFJORD ist ja baugleich mit der MIDNATSOL, mit der ich schon 2009 reisen durfte, daher kenne ich mich an Bord gleich gut aus. Ich besichtige kurz das Oberdeck mit den Whirlpools, dass komplett in blaues Licht getaucht ist.

      Ein schneller Blick in den unteren Panoramaraum auf Deck 8, hier befindet sich auch die Bar und im achternen Bereich die Reiseleitung und diverse Gemeinschaftsräume. Danach begebe ich mich wieder in den vorderen Bereich, hier sind die beiden gläsernen Aufzüge angebracht, die bis zum Rezeptionsdeck reichen.

      Ich nehme aber die Treppe, um hinunter auf Deck 6 zu kommen, eigentlich möchte ich hier auf dem umlaufenden Freigang einmal um das Schiff laufen, doch dieser Gang ist auf der Steuerbordseite abgesperrt. Also noch eine Etage tiefer, hier befindet sich die Cafeteria und das Restaurant, auch eine Kinderspielecke kann ich hier sehen.

      Ich verlasse das Schiff, dessen Farben im Innern mir besser gefallen als die der Midnatsol, wieder über die Gangway. Wie ich erwartet habe, finde ich Renate wieder auf dem Kai vor dem Schiff. Wir gehen zurück auf die VESTERÅLEN und beobachten vom Achterdeck das fast gemeinsame Ablegen in Rørvik . Sobald die TROLLFJORD, wie auch Rørvik , nicht mehr zu sehen sind, gönnen wir uns noch ein Bier in der Cafeteria, bevor wir gegen 23 Uhr diesen schönen Tag beenden.



      --------- Fortsetzung folgt ----------







      Renate - 20.9.2010 Bodoe - Roervik



      5.00 Uhr aufgestanden , 5.45 Uhr raus - und gleich wieder rein . Es regnet Bindfäden und ist noch ziemlich dunkel.Die Sicht nach Westen ist recht gut, nur die Berge verstecken sich im Dunst und der Wind ist sehr kalt.
      Nach unserem lustig gemütlichen Frühstück war es dann trocken und der Himmel bunter. Gewartet haben wir natürlich auf die Nordstjernen, wir hatten diesmal keine Infos, ob sie wieder im Plan fährt. 8.15 Uhr kam sie dann tatsächlich
      Jobo hatte Recht behalten :" Nun jammer nicht, sie kommt bestimmt "" Woher willst Du das wissen ?" " Ich weiß es eben, vertrau' mir".....Das kannte ich schon, Widerspruch zwecklos...
      Es war ein schöner Anblick, ich meine die Nordstjernen, und dann dieses Horn ohne Husten und Heiserkeit... Über die Geräusche der Vesteraalen sag' ich jetzt nix. Meine insgesamt friedliche Urlaubsstimmung wurde alleine dadurch auf eine harte Probe gestellt. Das schaffte nicht mal Jobo.
      Zur gleichen Zeit entwickelten sich Richtung Meer fantastische Regenbögen. Hinterm Rødøyløva bogen wir ab und fuhren nach Seltsjøvik. Diesmal stand nur ein Erwachsener vor einem kleinen roten Haus und schwenkte die norwegische Fahne - keine Kinder, vielleicht weil es gerade mal wieder regnete... ;( .
      Nach vielen Fotos wollten wir zum Aufwärmen einen Moment in die Cafeteria. Als ich kurz vorher noch in der Kabine war , zieht der Globus vorbei - Polarkreis . Auf der kleinen Insel hatten sich einige Leute versammelt ?( .
      Dann gab es Kaffee, SMS mit Seebär und wieder jede Menge Schalk von Jobo. Inzwischen hatte ich schon Bedenken wegen des Zustandes meines Zwerchfells, ob es diese Reise noch durchhalten würde .
      Der Himmel riss mal wieder auf und wir liefen wieder raus. Es sah richtig schön aus, die Regenbögen wurden immer greller - bis kurz hinter Nesna . Dann sah man schon eine Wasserwand Richtung Sandnessjøen . Trotz Regen gingen wir von Bord zu einem Spaziergang durch den Ort. Anschließend haben wir "etwas" zu uns genommen....
      Die 7 Schwestern hüllten sich verschämt in Wolken. Danach ging's immer auf und ab : Regenwände - Sonne - Regenwände -Sonne.Dieser Mix führte allerdings zu immer schöneren Regenbögen :good3: . Die Kameras liefen richtig heiß.
      Es war genau so eine "Regenbogenreise" geworden wie mit der Finnmarken 2009 zur gleichen Zeit. :imsohappy:
      Die Einfahrt nach Brønnøysund - es war trocken und die Sonne schien. Jobo zickt rum und will nicht raus, ich ja, er plötzlich auch.
      Wir liefen einen kleinen Schlenker durch den Ort und fanden am Kaiende einen Steg in einer kleinen Grünanlage. Von dort konnte man schöne Bilder vom Schiff machen. Dann war da noch die "lustige" Geschichte mit den riesigen Hortensienblüten...Die wird Jobo bestimmt genüsslich erzählen, er verdreht ja auch gerne mal Tatsachen, jedenfalls wenn er mich ärgern kann.
      Auf zum Torghatten , es dauert und dauert, die Spannung steigt - wo ist denn nun das Loch ? :search: Die Vesteraalen macht den Schlenker - alle fotografieren wie wild. Anschließend rotteten sich einige Männer zusammen und diskutierten die alles entscheidende Frage :" Wer hat das größte Loch ?" ....Die Frauen lachten sich kaputt.
      Danach habe ich mich schnell umgezogen und ab ging's zum Abschiedsessen. Wir hatten einen tollen Sonnenuntergang, sogar Seeadler waren zu sehen - alles durchs Fenster.. :search_1: Nach dem Essen habe ich mich schnell wieder warm angezogen und bin aufs Oberdeck geklettert. Die Dämmerung hatte eingesetzt und ich war ganz alleine, keine Menschenseele - richtig schön. Ankunft Rørvik 20.15 Uhr. Wir liefen schnell von Bord und schauten der Trollfjord beim Einlaufen zu. In der Cafeteria habe ich 2 Kaffeebecher erstanden und nach Magne (Reiseleiter von der Finnmarken) gefragt. Wie schade, er hatte gerade in Bergen das Schiff verlassen.. :girl_cray2:
      Die nette Dame in der Cafeteria bot mir von sich aus an, ihm einen Zettel zu geben auf dem steht, wer nach ihm gefragt hat. Ich fand das sehr nett, aber ob sie es auch tut...Na ja, egal. Jobo hatte inzwischen wichtige Fotos gemacht fürs Wiki , wir guckten uns getrennt noch einen Moment um und mussten dann schnell von Bord. Am Ausgang stand Trond Holten von der Nordlys - nanu, muss ich mal den Seebär befragen ...Jobo habe ich erst auf dem Kai wieder getroffen. Beide Schiffe fuhren um 21.30 Uhr ab. Wir saßen noch eine Weile beim Bier und gingen gegen 22.30 schlafen.

      Fortsetzung folgt.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • Ich nehme an Holten fuhr als "Freischaffender Künstler" auf der TROLLFJORD, es sei denn er ist wieder ganz zu Hurtigruten zurück. Ansonsten arbeitet er für eine Ölfirma in Stavanger.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Arctica“ ()

    • ... der duale Bericht ist nach wie vor große Klasse. Er entwickelt auch immer mehr kaberettistische Züge ... also weiter so, auch wenn´s nicht mehr so viele Reisetage sind.
      ... oder könntet Ihr dann noch ´ne Rundreise machen, damit es vielleicht doch noch ein paar tage mehr werden ... (kanns allerdings nicht sponsern)
    • Jobo schrieb:

      dunkle Rauchwolken kommen aus dem Schornstein

      Zu diesem Foto kann ich nur folgende Bemerkung machen (aus meiner Seefahrtzeit):
      "Mehr Dampf, mehr Dampf" riefen die greisen Stewardessen durch das geöffnete Skylight in die Hauptmaschine.
      Und die Heizer warfen noch 5 Schaufeln Kohle auf die auf- und nieder stampfenden Kolben der Hauptmaschine."

      Klasse wieder die Berichte und die Fotos.
      "Er wusste alles besser, auch was er nicht weiß."
      Das könnte ein Advokat gewesen sein, Renate!

      @Jobo
      Welche Einstellung hast Du auf Deiner (ich weiß) Nikon bei den Adleraufnahmen genommen, Sport?

      Herzliche Grüße
      Ronald
    • Nein, die ganz normale Programmautomatik P habe ich dringelassen, auch sonst habe ich hier erstmal die Kamera arbeiten lassen, nur die Anzahl der Fokusfelder musste ich auf eines beschränken, sonst hätte mir die Kamera immer auf die Wasseroberfläche fokussiert und nicht auf die Adler. :thumbup:
      Gruß Jobo,

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    • Jobo - 11.Seereisetag - 21.September


      Es war eine ruhige Nacht und ich wache gegen 6 Uhr gut ausgeschlafen auf. Als ich um 6:45 Uhr aufs Deck komme, liegen wir schon in Trondheim am Kai, hinter uns die MS KONG HARALD . Es ist stark bewölkt aber wenigstens trocken. Schnell wird die morgentliche Stimmung mit einigen Bildern festgehalten.

      Wir wundern uns, warum schon so viele Passagiere auf den Beinen sind, sonst sind wir um diese Zeit meist alleine an Deck. Erst nach einer Weile fällt uns ein, dass heute morgen das Frühstück ja schon um 6:30 Uhr startet wegen der Passagiere, die uns hier in Trondheim verlassen. Als wir ins Restaurant kommen ist auch unser Tisch leider schon besetzt, so müssen wir ausnahmsweise an einem anderen Tisch frühstücken.

      Anschließend verlassen wir die VESTERÅLEN, um der KONG HARALD einen Besuch abzustatten. Wie immer in Trondheim hat man reichlich Zeit sich das Schiff welches mit am Kai liegt ausgiebig anzuschauen, schließlich werden wir erst um 10 Uhr in Trondheim ablegen, das andere Schiff sogar erst um 12 Uhr. Da ist eine umfangreiche Besichtigung allemal drin.

      Wir entern die KONG HARALD über die Gangway und stehen vor der seriös wirkenden Rezeption. Über die Haupttreppe geht es ein Deck höher auf Deck 4. Hier befindet sich die Cafeteria und der Bordshop, die Gelegenheit für Renate, einen Kaffeebecher der KONG HARALD zu erwerben. Doch die Bedienung ist sich nicht sicher, ob sie die Kaffeebecher auch einzel für 70 NOK verkaufen darf und bittet Renate doch später noch einmal nachzufragen.

      Auch das Restaurant befindet sich auf diesem Deck, im achternen Bereich. Eigentlich nicht meine Art, mache ich zumindest ein Bild von der Eingangstür aus, da mir der Speiseraum in seinem in Blau gehaltenen Design sehr gut gefällt. Wieder zurück durch die Arkaden bis zur Haupttreppe, hier fällt sofort der geflügelte Kopf auf, oder was auch immer das symbolisieren soll, vielleicht einen Engel? Ganz vorne befindet sich die Bar und die Bibliothek, sowie die Konferenzräume.

      Wir gelangen über die Haupttreppe bis auf Deck 7, dem obersten Deck der Kong Harald. Hier befindet sich im vorderen Teil die große Panoramalounge, ebenfalls überwiegend in Blau gehalten. Mittschiffs findet man eine große Aussichtslounge mit einer kleinen Bar. Diese ist eher in einem dunklen Grünton gehalten, der sehr gut zu dem leicht rötlichen Holz passt.

      Durch diese Aussichtslounge erreicht man die Ausgänge zum Achterdeck. Auch hier ist zuerst wieder ein großer Bereich überdacht, während im hinteren Bereich die Stühle sauber aufgereiht wurden. Über die Treppen im achternen Bereich gelangt man auf die Aussichtsbalkone der beiden tieferliegenden Decks.

      Auch auf diesen Balkonen wurden die Stühle fein säuberlich in einer Reihe angeordnet, da hat wohl einer einen richtigen Ordnungssinn. Wir befinden uns nun auf Deck 5 und auch die KONG HARALD hat hier, wie alle Stralsunder Schiffe, ein umlaufendes Freideck. Also wandern wir einmal um das Schiff herum, vom Heck über Steuerbord, vorne unter der Brücke hindurch bis Backbord.

      Hier nutzen wir mittschiffs den Eingang ins Schiff und gehen nochmal ein Deck tiefer, Renate möchte schließlich noch einen Kaffeebecher kaufen. Es ist mittlerweile eine andere Bedienung hier, die Renate problemlos den Kaffeebecher verkauft. Wir beenden damit unseren Rundgang und verlassen die KONG HARALD wieder.

      Da wir noch viel Zeit haben, wandern wir einmal um das Hafengebäude herum und zwängen uns durch die schmale Öffnung am Ende des Hafenbeckens um die KONG HARALD auch mal von hinten zu Gesicht zu bekommen. Das ist wahrscheinlich nicht wirklich erlaubt, aber ich sehe auch nirgendwo Verbotsschilder. Zurück an Bord der VESTERÅLEN und erstmal ein Päuschen in der Cafeteria, in der jetzt außer uns nur der Kapitän, der Chief und eine weitere Person sitzen.

      Pünktlich zum Ablegen um 10 Uhr sind wir dann auf dem Achterdeck. Doch irgendwie klappt das heute nicht so einfach mit dem Ablegen. Eine unserer Festmacherleinen hat sich unter einer Leine der KONG HARALD verklemmt. Ist mir ein Rätsel wie das passieren kann, schließlich lag die KONG HARALD vor uns am Kai. Es dauert eine Weile, bis ein Besatzungsmitglied der KONG HARALD die Leine mit der Winde lockert und dadurch unsere Leine freigibt.

      Somit endlich befreit, drückt sich die VESTERÅLEN vom Kai weg und zieht und das Kaiende herum in den Trondheimfjord. Die KONG HARALD, für mich ein wirklich schönes Schiff innen wie außen, bleibt hinter uns am Kai zurück. Wir hingegen, inzwischen unter einem blauen Himmel, passieren ein weiteres Mal die Insel Munkholmen um in den breiten Trondheimfjord hinaus zu fahren.

      Wir nutzen die nun ruhigen Minuten auf dem Schiff und schauen per Internet nochmal ins Forum. Anschließend steht im hinteren Panoramaraum die übliche Informationsveranstaltung für den morgigen Tag und die Rückkehr nach Bergen an. Die Reiseleiterin teilt uns mit, das ab 10 Uhr die Koffer vor den Kabinen stehen müssen und wann wo welche Busse in Bergen abfahren.

      Als danach die Fragen von den Reisenden kommen, verlassen wir die Veranstaltung und nehmen in der Cafeteria eine kleine Mahlzeit ein. Da die meisten noch bei der Infomationsveranstaltung sind, ist es hier schön leer und wir können in aller Ruhe unser Essen zu uns nehmen.

      Nach dem Essen suchen wir uns auf dem Deck zwei Stühle und genießen die vorbeigleitende Landschaft. Schon zeigt sich ein erster dünner Regenbogen, sind doch noch viele dunkle Regenwolken zwischen den blauen Zonen am Himmel zu sehen. Einige andere Passagiere gesellen sich zu uns um die interessante Fahrt auch hier an Deck zu erleben.

      Und schon kommt der nächste Regenbogen ins Bild, alles stürmt wieder an die Reling und die Kameras klicken heftig. Auf der Backbordseite ist im Licht der Sonne die Industrieanlage Tjeldbergodden zu sehen. Doch kaum sitze ich wieder in meinem Stuhl gibt es den nächsten Regenbogenalarm.

      Die ganzen Regenbögen kommen aber auch nicht von ungefähr, fahren wir doch ständig von einem Regenschauer in den anderen, unterbrochen von strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. Man kann diese massiven Regenwände schon von weitem sehen und sich in Sicherheit bringen. Gerade passieren wir das Leuchtfeuer Tyrhaug.

      Doch schon erreichen wir die nächste Regenwand und wir müssen uns wieder unterstellen. Wir befinden uns jetzt in Höhe der Gemeinde Smøla und an Steuerbord zieht die Insel Edøya vorbei. Das besondere Highlight auf dieser Insel ist die alte Steinkirche aus den 1190er Jahren.

      Der nächste Regenbogen ist auch schon wieder sichtbar, dann ist bereits der lange markante Turm des Leuchtfeuers von Grip weit draußen auf einer Felseninsel zu sehen. Der Leuchtturm gilt mit seinen 44 Metern Höhe als der höchste Norwegens. Weit voraus nähert sich bereits die nächste Regenwand unserem Schiff.

      Der kleine Leuchtturm Stavenes an Steuerbord weist uns auf die baldige Ankunft in Kristiansund hin. Die schöne Stadt liegt auf drei Inseln, die mit Brücken untereinander verbunden sind. Ich kann die Stadt diesmal auch im Hellen sehen, im Winter ist es jeweils schon dunkel, wenn man hier eintrifft.

      Es ist ein geschäftiger Hafen, hier liegen Rettungsschiffe neben Offshoreschiffen, aber auch kleine Segelschiffe sind hier zu sehen. Als ich das letzte Mal, im Januar 2009, hier war, sah es hier aus wie auf einer Weihnachtsmodellanlage, lauter Lichter aus den kleinen Häusern auf den Insel ringsherum haben den Hafen beleuchtet.

      Wir fahren in einem leichten Bogen durch den Hafen um schließlich am Kai anzulegen. Die Liegezeit hier ist leider sehr kurz, daher lohnt ein Landgang nicht wirklich. Dieser ist aber auch nicht notwendig, kann man doch ganz bequem vom Deck aus einen großen Teil der Stadt gut einsehen.

      Neben den gewerblichen Hafenteilen gibt es auch einen schönen Jachthafen. Direkt gegenüber unserer Anlegestelle sind alte Speicherhäuser zu sehen, unmittelbar davor ein altes, restaurierungsbedürftiges Dampfschiff. Die Häuser oberhalb auf den grünen Hügeln bieten garantiert eine tolle Aussicht und sind sicherlich nicht gerade Sozialwohnungen.

      Wir legen bald wieder ab und verlassen Kristiansund , wieder vorbei am Leuchtfeuer von Stavenes. Wenig später ist an Backbord das Hestskjær Fyr zu sehen bevor der nächste Regenbogen unsere Aufmerksamkeit erfordert. Dann taucht der kleine Leuchturm Kvitholmen auf.

      Es wird Zeit fürs Dinner, signalisiert mir mein Magen. Wir lassen uns das gute Essen wieder schmecken, aber schon vor dem Nachtisch rennt Renate raus, sie will die Begegnung mit der LOFOTEN nicht verpassen. Ich muss erst noch für mein Bier unterschreiben und opfere mich nebenbei für Renate, indem ich ihren Nachtisch nicht einsam auf dem Tisch stehen lasse, sondern verspeise, damit es so aussieht, als hätte Renate alles gegessen. Macht ja sonst einen schlechten Eindruck.

      Ich komme aber noch rechtzeitig aufs Deck, noch ist nichts zu sehen von der LOFOTEN. Dann ist sie vor uns endlich zu erkennen und nähert sich uns nun. An Deck der LOFOTEN sind erstaunlich viele Reisende zu erkennen, klar mehr als bei uns an Deck. Der Kran fehlt dem schönen Schiff allerdings immer noch, was nicht der Grund dafür ist, das bei Renate einige Tränen kullern, da muss ich jetzt erstmal tröstend eingreifen.

      So sehen wir die LOFOTEN langsam nördlich entschwinden, für lange Zeit das letzte Mal. Erst im April werden wir sie wieder sehen, hoffentlich. Wir hingegen fahren einem sanften Sonnenuntergang entgegen, immer südwärts die Küste entlang. An Backbord ist jetzt Nyhamna zu sehen, der Anlandungshafen für das Naturgas vom Ormen Lange Feld.

      Als es schließlich dunkel wird, nutze ich die verbleibende Zeit bis zum nächsten Hafen um schon mal meinen Koffer zu packen, damit ich mich nicht morgen damit beschäftigen muss. Schnell ist die Kleidung aus dem Schrank in den Koffer geräumt, die Fotoutensilien lasse ich aber noch draußen, wer weiß was ich davon noch brauche.

      Nachdem mein Koffer fast fertig ist für den morgigen Tag, treffe ich mich mit Renate wie verabredet in der Cafeteria und gönne mir hier noch ein Bier. Es ist 21 Uhr und wir erreichen gerade Molde , den Hafen, an dem auf der Hintour unser Trollstigenausflug endete. Der Aufenthalt hier kommt uns gerade recht, möchten wir doch gerne noch etwas frische Luft schnappen. Wir beobachten das folgende Ablegemanöver und halten uns danach noch gut eine Stunde auf dem Deck auf, bevor wir in unsere Kabinen verschwinden.





      ----------- Fortsetzung folgt ------------









      Renate - 21.9.2010 Trondheim - Molde

      Um 5.00 Uhr bin ich aufgestanden, es war ziemlich kalt, aber immerhin sah ich Sterne am Himmel . Der erhoffte schöne Sonnenaufgang wurde allerdings durch dicke Wolkenstreifen gestört. Jobo erscheint wie üblich gegen 6.50Uhr. Wir hatten gar nicht daran gedacht, dass es in Trondheim südgehend schon um 6.30 Uhr Frühstück gab wegen der Aussteiger und -flügler.Unser schöner Stammtisch war natürlich besetzt, und auch sonst war es brechend voll - zu blöd. :ireful:
      Nach eingehender Besichtigung der Kong Harald , sie hat uns sehr gut gefallen, und Kauf der Kaffeebecher für mich und die Seebären fuhren wir pünktlich um 10.00 Uhr ab. An Deck war es inzwischen recht stürmisch, das Wetter entwickelte sich wieder hin zu chaotisch.
      Um 11.30 Uhr gab es die Infoverabstaltung für Bergen . Danach ein bisschen Mittag in der Cafeteria.Unter einer Überdachung haben wir uns 2 der begehrten trockenen Sessel angeeignet. Wenn sie sauber und trocken waren, musste man schon genau auf sie aufpassen. Angeblich wurde beobachtet, dass man Passagieren, die sich gutgläubig nur einen Moment erhoben, das Ding quasi unter dem Hintern weggeklaut hatte - nicht mit uns. Entweder Jobo oder ich blieben sitzen und passten entschlossen auf die Sessel auf.
      So verbrachten wir die ganze Fahrt bis Kristiansund zusammen mit einigen anderen Sesselbesetzern draußen und haben uns das spannende Wetterchaos angesehen: Sonne, Wind, Wolken, Regenwände und andauernd diese tollen Regenbögen.
      Kurz vor Kristiansund wurde es mir von unten dann doch zu kalt. Das erste Mal überhaupt habe ich diese karierte Wolldecke aus der Kabine geholt. Fürsorglich fragte ich Jobo, ob ich sie nicht der Länge nach über beide Stühle breiten solle. " Das fehlte noch, ich setze mich doch nicht auf eine Wolldecke...." Klar, was macht das auch für einen Eindruck... :whistle3:
      Während einer kurzen Abwesenheit habe ich sie dann doch ausgebreitet mit der logischen Begründung,dass so beide Sessel als "besetzt" gekennzeichnet seien. Er setzte sich drauf und einen Augenblick später meinte ich bei ihm so einen wohligen Gesichtsausdruck ausgemacht zu haben. Ich kann mich natürlich auch getäuscht haben....
      Nach der Ausfahrt Kristiansund habe ich mich widerwillig mit meinem Koffer beschäftigt.Schon vor dem Abendessen habe ich angestrengt überlegt, wie ich vorzeitig vom Tisch verschwinden könnte ohne unhöflich zu sein. Um 19.25 Uhr bin ich dann losgelaufen. Unsere Kellnerin guckte irritiert:" Was ist denn jetzt los ?" " Die Lofoten kommt gleich " " Ach soo" und lacht. Ich rannte fluchtartig nach draußen.Zu der Zeit hatten wir auch einen schönen Sonnenuntergang. Jobo hat es auch noch geschafft, obwohl er "gezwungenermaßen" mein Dessert noch aufessen musste. :mosking:
      Dann kam sie langsam von weitem in unser Blickfeld : Kein Kran, aber ihr tolles Horn, die Leute mit Handtüchern und Piratenfahne....Prompt fing ich an zu heulen. Zum Glück hat Jobo gleich reagiert, mich in die Arme genommen und beruhigt. So hat es wenigsten von den anderen Lofotenguckern keiner gemerkt. :friends:
      Immer noch dieses blöde Geheule - 7 Jahre nach meiner letzten Fahrt mit ihr.Als sie nicht mehr zu sehen war, hockten wir uns gemütlich mit Bier in die Cafeteria und schrieben Tagebuch. Um ca. 22.00 Uhr ging ich ins Bett

      Fortsetzung folgt
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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