Die Reise mit dem ungeliebten Schiff - oder - Von Zweien die auszogen, das Ende des Regenbogens zu finden

    • B-K-B
    • 2010
    • ... habe nun den Bericht gelesen und finde ihn - wie erwartet - wieder mal Klasse.

      Da fällt mir ein großer Pluspunkt des Sommerfahrplans auf:


      Jobo schrieb:

      Um 8.15 schoben wir uns an der Polarlys vorbei auf
      den hinteren Parkplatz.
      ... im Sommer kommt man in Trondheim wenigstens nordgehend zu einer vernünftigen Tageszeit an. Auch wenn dann weniger Zeits zur Nachbarschiffs- und Stadtinspektion bleibt.

      Jobo schrieb:

      Geburtstsätte der Midnatsol und der Trollfjord

      ... wills nicht besser wissen und es ist hier ja auch schon geschrieben worden: Auch wenn auf der Rissawerft im Dock große Schiffe gebaut werden können und an ihnen dranrumgebaut werden kann, so sind TF und MS in Schweden in der Bruce Shipyard, Landskrona gebaut und dann nach Fosen geschleppt worden.

    • Natürlich wurden die Schiffe auch in Landskrona gebaut, aber wir hatten die Diskussion schon einmal, als Geburtsstätte eines Schiffes gilt der Ort der Übergabe an die Reederei, deshalb steht bei Midnatsol und Trollfjord auch als Bauort Rissa! :thumbup:
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)

    • Jobo schrieb:

      gilt der Ort der Übergabe an die Reederei

      Jobo,
      darf ich mal den Klugscheissermodus anmachen?

      Es kommt darauf an, welche Werft den Bauvertrag gemacht hat und damit auch für die Fertigstellung und eben Garantie verantwortlich ist. Es ist heute häufiug so, dass der "Kasko", d.h. die Hülle von einer anderen Werft gebaut wird, die Feinheiten dann aber auch der vertragsschließenden Werft. Das ist dann der "Geburtsort" des Schiffes.

      Ein gutes Beispiel dafür war die Sietas-Werft in Hamburg. Als die vielen kleineren Containerschiffe (Feeder) gebaut wurde, hat Sietas den Kasko und auch viele Aufbauten in Polen fertigen lassen und die Teile dann hier "zusammengeklebt", d.h. die Feinheiten erledigt. Meyer-Werft hatte es mit Teilen von Aufbauten früherer Schiffe auch so gehandhabt. Anders lassen sich z.B. kurze Bauzeiten auch gar nicht einhalten.
      So, Klugscheissermodus aus.

      Beste Grüße
      Ronald
    • Jobo - 4.Seereisetag 14.September

      Es ist sechs Uhr morgens als ich aufwache, fühle mich gut, da ich gut geschlafen habe. Es hat zwar in der Nacht hier und da mal etwas gerappelt, als wir in den Häfen angelegt haben, aber ich schlafe meist sofort danach wieder ein. Ein kleiner Blick durch das Fenster, Renate steht schon draußen vor einem herrlichen Sonnenaufgang.

      Also Turbodusche, anziehen und um 6:35 Uhr stehe ich schon draußen neben Renate. Natürlich muss ich mir jetzt erstmal gut zehn Minuten anhören, dass ich das Schönste verpasst habe und sie die ultimativen Bilder gemacht hat und ich es selbst schuld bin, wenn ich nicht aus dem Bett komme. Na gut, lasse ich ihr halt den Spaß.

      Ich bin ein wenig überrascht wie weit wir schon sind. Die beiden Zipfelmützenberge auf der Insel Aldra gleiten schon an Steuerbord vorbei. Damit befinden wir uns schon auf der Anfahrt zum Polarkreis und es ist noch nicht mal sieben Uhr.

      Auch Hestmannen , der markante Berg am Polarkreis ist schon zu sehen, das wird wirklich eine frühe Polarkreisüberquerung. Renate möchte nicht so lange abwarten, und geht schon mal in Richtung Frühstück, ich möchte aber noch die Polarkreiskugel sehen und warte daher noch auf Deck.

      Es ist schließlich 7:04 Uhr als wir den Polarkreis überqueren, so früh war ich noch nie hier. Als ich im Restaurant zum Früstück ankomme, Renate kommt auch gerade vom Buffet, will sich doch glatt eine Frau an unseren Tisch setzen. Sie schaut ganz erstaunt, als Renate sich zu ihrer Jacke und ihrer Tasche setzt. Mit einem "Ach, sie sitzen schon hier?" verschwindet sie an einen Nebentisch, was sie wohl gedacht hat, wem die Sachen gehören?

      Wir können uns beim Frühstück aber nicht die sonst übliche Zeit lassen, steht doch bald die Begegnung mit der MS RICHARD WITH an, die wir auf keinen Fall verpassen wollen. Ich beeile mich also heute mit dem üblichen Lachsbrot mit Spiegelei und wir sind schon kurz nach acht Uhr wieder auf Deck.

      Wir müssen auch nicht allzu lange warten, bevor sich das schöne Schiff um 8:09 Uhr an uns vorbeischiebt. Immerhin kann ich drüben auch schon 15 Passagiere an Deck erkennen, die sich das Rendevouz nicht entgehen lassen. So schnell wie die RICHARD WITH aufgetaucht ist, ist sie dann aber auch wieder hinter uns verschwunden.

      Wir können die RICHARD WITH noch hinter uns am Horizont erkennen, als die Reiseleiterin schon zum Ausflug an den Svartissen-Gletscher aufruft. Die Ausflügler werden gebeten, sich auf dem Autodeck zum Ausbooten zu treffen. Das Ausflugsboot nähert sich uns auch bereits schon, wir haben allerdings auf diesen Ausflug verzichtet.

      Das Boot zieht nun in einer großen Kurve längsseits, um in Höhe der kleinen Luke, die wir schon im Geiranger benutzt haben, zu stoppen. Wieder wird eine kleine Alu-Gangway herübergereicht, über die unsere Ausflügler zum Boot gelangen. Die meisten verziehen sich aufgrund der frischen Morgenluft gleich ins Innere, es ist ja gerade mal 8:20 Uhr, nur wenige harren auf Deck aus.

      Das Boot legt wieder ab, nimmt schnell Fahrt auf, und verschwindet in östlicher Richtung. Auch wir nehmen erneut Fahrt auf, um unsere Route entlang der Küste wieder in Angriff zu nehmen. Unter mächtigen Wolkenwänden oberhalb der Küste, kommt langsam der Svartissen-Gletscher ins Bild.

      Selbst auf diese große Distanz, von See her, wirkt dieser Gletscher mächtig. Diesen Ausflug werde ich sicherlich bei einer meiner nächsten Touren machen, den möchte ich mir doch gerne mal aus der Nähe ansehen. Auf der Seeseite zeigt sich noch überall blauer Himmel, durchsetzt mit weißen Wolken.

      Um 9:15 Uhr taucht vor uns der nächste Hafen, Ørnes , auf. Dieser kleine Hafen liegt gut geschützt und versteckt hinter der Insel Mesøy in einer kleinen Bucht. Nur ganze 15 Minuten beträgt unser Halt hier, bevor wir uns wieder vom Kai abdrücken.

      Die nun folgende Fahrt durch die herrliche Inselwelt der Helgelandküste gehört sicherlich immer wieder zu den Höhepunkten einer Hurtigrutenreise. Hinter jeder Insel entdeckt man neue Felsformationen, Landstriche, kleine Orte und einzel stehende Häuser, man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll.

      Immer wieder tauchen zwischen den Inseln kleine Fischerboote auf, um genauso schnell hinter der nächsten Insel wieder zu verschwinden. Auf den hohen Berggipfeln im Hintergrund kann man gar noch Schneereste erkennen, ein schöner Kontrast zu den Grünflächen im Vordergrund.

      Von Backbord kommend zieht eine der Katamaranfähren ihre Spur vor uns ins kalte Wasser, während wir an Steuerbord eine Pontonfähre überholen. So vergeht die Fahrzeit wie im Fluge, schon nähert sich der Zeiger der Uhr der Zwölf, die Vollpensions-Passagiere bereiten sich schon auf das Mittagsbuffet vor. Das wollen wir ein wenig ausnutzen und das Internet im Schiff ausprobieren.

      Dazu hole ich mir den kostenlosen Zugangscode an der Rezeption, hiermit kann man sich über den WLAN-Router in der Trollfjordenlounge mit dem Internet verbinden. Wir haben Glück, dieser Panoramaraum ist fast leer und die Internetverbindung ist gut. Mit dem Code kann man für sechs Stunden ins Internet , danach benötigt man einen neuen Code. Es ist allerdings etwas schwierig, aus den tiefen Ledersesseln wieder hoch zu kommen, sie sind doch schon ein wenig durchgesessen.

      Wir verlassen die Lounge wieder, als wir gerade in Bodö anlegen, es ist 12:30 Uhr. Auch hier stürmen zuerst die Ausflügler aus dem Schiff, es geht zum Saltstraumen , einem Gezeitenstrom. Ich bringe mein Netbook wieder zurück in die Kabine, danach suchen wir die Cafeteria auf, um jetzt in aller Ruhe etwas zu essen. Der Zeitpunkt ist gut gewählt, die Cafeteria ist fast vollständig leer und wir können uns unseren Platz in Ruhe aussuchen.

      Kurz vor 14 Uhr gehen auch wir an Land, um uns ein wenig im Hafenbereich umzuschauen. Gleich vor dem Schiff fällt uns die Gangway der LOFOTEN auf, diese liegen in jedem Hafen für die beiden alten Postschiffe, die LOFOTEN und die NORDSTJERNEN, bereit.

      An der Seite wartet schon eine Autofähre mit offener Ladeluke auf weitere Fracht. Von der Rampe zu der Fähre hat man eine gute Sicht auf die VESTERÅLEN. Leider sagt mir ein Blick nach oben, dass das bisherige schöne Wetter wohl bald vorüber ist, die Bewölkung nimmt mehr und mehr zu.

      Wir bummeln danach wieder zurück zur VESTERÅLEN, um hier ein wenig die Ladetätigkeiten an der großen Ladeluke zu beobachten. Gerade ist ein PKW eingefahren, und wird nun sanft per Aufzug zum Autodeck verfrachtet. Ich bereite Renate auch schon mal langsam darauf vor, dass heute Abend Aufbleiben angesagt ist, immerhin geht es dann durch den Raftsund , meine absolute Lieblingsstrecke auf der ganzen Route.

      Wir gehen wieder an Bord der VESTERÅLEN, während sich der Himmel immer mehr zuzieht. Von der Seeseite nähert sich nun auch wieder das Ausflugsboot mit den Svartissen-Ausflüglern, die nicht etwa über Land, sondern wieder durch die kleine Luke auf dem Autodeck an Bord dürfen. Es ist 14:30 Uhr, also 30 Minuten vor Abfahrt von Bodø , als ich meine Kabine aufsuche, um ein wenig die Augen zu schließen.

      Die Zeit ist fortgeschritten und zeigt kurz nach 17 Uhr als ich wieder aufwache, die Tür war heute wohl gnädig zu mir. Da es erfahrungsgemäß bis zur Ausfahrt aus dem Raftsund immer sehr spät wird, wollte ich etwas auf Vorrat schlafen. Als ich Minuten später aufs Deck komme, hat sich die Szenerie völlig verändert. Wir fahren hier unter einem dicken, dunkelgrauen Wolkenteppich auf die Lofoten zu.

      Über den Berggipfeln der Lofoten ist aber noch ein schmaller, heller Streifen zu sehen. Dieser sorgt dafür, das sich die breite, gezackte Wand der Lofotenberge klar vor uns abzeichnet. An einigen Stellen ist aber bereits ein dichter Schleier aus Regenschauern zu erkennen.

      Gegen 19 Uhr erreichen wir endlich Stamsund , den ersten Hafen auf den Lofoten. Das Abendessen wurde heute auf 19:30 Uhr verlegt, es gibt nur eine gemeinsame Session. Auch gibt es keine Schiffsbegegnung , da die NORDSTJERNEN, mit der wir uns zwischen Stamsund und Svolvaer hätten treffen sollen, schon seit einiger Zeit mit Defekt in Tromsö festliegt, wie wir schon vom Forum erfahren haben.

      Daher können wir uns beim Abendessen richtig Zeit lassen und auch mit unseren Tischnachbarn etwas länger plaudern. Erst als wir uns bereits Svolvaer nähern verlassen wir das Restaurant, um die Einfahrt in den kleinen Hafen zu beobachten. Inzwischen ist es wirklich stockdunkel draußen, ich sehe im wahrsten Sinne des Wortes schwarz für den Raftsund .

      Wir erreichen Svolvaer pünktlich um 21 Uhr und gehen dort auch sofort von Bord. Rock Lobster hatte uns schon per SMS mitgeteilt, dass er die Webcam in Svolvaer beobachte und wir sollen uns davor aufbauen. So geht nun ein reger SMS-Austausch los, bis uns Rock Lobster endlich in die richtige Position navigiert hat und uns mit der SMS: "Sehe euch, bleibt so!" auf dem Kai stehen läßt. Ich möchte nicht wissen, was die anderen Passagiere und Besatzungsmitglieder jetzt so über uns denken.

      Nachdem wir uns dann irgendwann doch wieder bewegen dürfen, machen wir noch einen kleinen Bummel, den Hafen entlang über die Brücke, hinüber zur Anker-Brygge. Von hier aus hat man immer einen guten Blick auf die Anlegestelle der Hurtigrutenschiffe. Auch reicht die Zeit für so einen Bummel gut aus, man kommt hin und zurück, ohne sich großartig beeilen zu müßen.

      So sind wir auch wieder rechtzeitig an Bord, um die Abfahrt um 22 Uhr nicht zu verpassen. Mittlerweile hat auch Regen eingesetzt, der von Minute zu Minute stärker wird. Das Thema Raftsund hat sich damit endgültig erledigt, vollkommene Finsternis und dazu noch strömender Regen machen ein weiteres Verweilen auf dem Oberdeck sinnlos. Renate verabschiedet sich um 22:30 Uhr in ihre Kabine, ich suche meine Kabine, nach einem letzten Bild der Dunkelheit, um 23 Uhr auf und liege um 23:30 Uhr im Bett.



      ---------------- Fortsetzung folgt -----------------------






      Renate - 14.9.2010 Nesna - Bodoe - Svolvaer



      Um 4.45 bin ich aufgestanden
      Das war eine ganz blöde Nacht. In jedem Hafen bin ich wachgeworden durch das
      Geratter weit unter mir - nervtötend. Mir kam es vor, wie ein ferner Gruß der Finnmarken,

      als ich dort im Winter 2008 auch eine Kabine ganz hinten hatte.
      Der Blick aus dem Fenster zeigte mir, dass es etwas werden könnte mit dem
      Morgenrot an einem der schönsten Küstenabschnitte der Reise.
      5.55 Uhr bin ich rausgelaufen. Wir hatten sehr starke Fallwinde. Aber der Sonnen-
      aufgang war grandios. Kurz habe ich noch an den Seebären gedacht, der ja sonst immer mit

      mir zusammen um 6.00 Uhr an Deck war. Das hätte er jetzt sehen sollen, er hätte gar nicht gebrüllt.

      Das Ganze lief wie ein Film ab. Durch einige Wolken veränderte sich das Bild ständig - herrlich
      anzusehen vor dieser Kulisse.

      Jobo hat's verschlafen, verduscht oder was weiß ich. Jedenfalls war alles vorbei,
      als er endlich erschien. Jetzt hatte ich auch mal ein paar tolle Fotos, die er nicht hatte. .

      Trotzdem hätte ich es ihm gegönnt. Er wäre wahrscheinlich wie ein Gummiball mit seiner
      Kamera hin -und hergehüpft und hätte sich gar nicht eingekriegt .
      Um 7.04 beim Frühstück überquerten wir den Polarkreis . Die Vesteraalen musste nachts
      einen Zwischenspurt eingelegt haben, die Tipper lagen alle voll daneben.
      Das Wetter blieb schön, Sonne und Wolken. 8.09 Uhr Begegnung mit der südgehenden
      Richard With. Ich hatte mir angewöhnt beim Ertönen unserer Tröte fest die Ohren
      zuzuhalten. Es nützt nicht wirklich etwas, das Geräusch geht durch Mark und Bein .
      Mensch, Vesteraalen, andere Schiffe haben doch auch mal Husten oder sind heiser.
      Nur Du trötest fröhlich vor Dich hin und bist offenbar noch stolz drauf. Obendrein
      gibt es jedesmal noch ein Extra-"tröt" hinterher, weil die Cheffe auf der Brücke sich
      mögen - oder wie ?
      Wir haben dann dem Ausbooten der Svartisen-Ausflügler zugesehen und ein bisschen in der
      Cafeteria Tagebuch-Notizen geschrieben. Auch die ständig auflaufenden SMS wollten ja
      beantwortet werden. Begleitet wurde das Ganze von hitzigen Diskussionen, heute über
      die nicht zu vermeidende Raftsund-Durchfahrt. Dass ich die bei dieser Reise erstmals
      nachts erleben sollte, hatte Jobo schon zu Hause mehrfach festgelegt oder besser angedroht.
      Mir blieb dann immer nichts weiter übrig, als "ja, ja, ja, ist ja gut" zu sagen. Sonst
      nahmen die blumigen Schilderungen über die Einzigartigkeit dieser nächtlichen Durchfahrt
      kein Ende. Auch eine ausführliche Beschreibung des Raftsundverlaufs wurde mir immer wieder
      nahegebracht. Den hatte ich ja auch noch nie gesehen, auch nicht im Brückennock der Lofoten
      oder auf dem Vordeck der Finnmarken, weder mit noch ohne Raftsund-Brücke, auch nicht als
      diese noch im Bau war, und schon gar nicht bei Sonne, Regen oder Schnee.... .
      Fazit: Ich könne den Raftsund nicht kennen, weil ich ihn nachts immer verschlafen hätte,
      und das müsse geändert werden. " Ja, Jobo, ist ja gut "! Und weil ich Urlaub hatte, war ich ja

      friedlich gestimmt... .Fieberhaft arbeitet es in meinem Hinterkopf, wie ich diesem nächtlichen
      Terror entkommen könnte.
      Zwischenzeitlich liefen wir Örnes um 9.15 Uhr an. Das Wetter war weiterhin gut.Bis Bodö
      hielten wir uns hauptsächlich an Deck auf. Nach einem Mittagssnack stiegen wir aus und liefen
      vorne ums Hafenbecken herum. Von dort kann man schöne Fotos vom Schiff machen.
      Von 14,30 Uhr an habe ich mich ein bisschen hingelegt, vorschlafen für die große Raftsund-Nacht.
      An Schlaf war allerdings nicht zu denken. Unsere Reiseleiterin Anna gefiel sich genau zu
      dieser Zeit in ihrer Informationsfreude. Der Lautsprecher im Gang war gut zu hören.
      Gegen 16.30 Uhr habe ich aufgegeben und bin wieder raus :pinch: .
      Der Himmel hatte sich total zugezogen. Auf dem Vestfjord hatten wir nur etwas Dünung und der
      Fahrtwind war kaum zu spüren. Es war milde. Kurz vor Stamsund etwas Regen. Die Lofotwand, vorher
      glasklar zu sehen, zeigte sich mittlerweile regenverhangen. Weiter nach Svolvaer , kein Treffen
      mit der Nordstjernen. Sie war mal wieder mit ihren Ankerwinden-Problemen in Tromsoe geblieben.
      Solche Informationen kriegten wir zum Glück von unseren Relaisstationen Seebär und Rock Lobster..
      In Svolvaer stand jetzt ein äußerst wichtiger Termin an - Fotosession mit der Webcam .
      Nach Handyanweisung des Admirals sollten wir uns vorne an der Balkonecke aufbauen. Das war dann nix,
      von der Vesteraalen sei nur die Bugspitze zu sehen - piepte Jobos Handy. Wir sollten auf den Kai
      laufen und uns dort postieren, lautete die nächste Anweisung ?( .
      Wir also raus, uns dort umärmelt postiert,in die Dunkelheit Richtung Webcam gegrinst und gewartet.
      "Nun mach schon, es ist ungemütlich hier" schimpfte Jobo. Dann die SMS :" Bleibt so, ich hab' Euch ".
      Wir sind vor lauter Lachen fast ins Hafenbecken gefallen.
      Anschließend machten wir noch einen Spaziergang bis zum Rica-Hotel und zurück. Es regnete vielsprechend ,
      die Wolken hatten sich weiter gesenkt. Raftsund ? Ja oder nein ? Jobo hatte von sich aus ein Einsehen und
      gab seine Pläne auf. Außerdem wurde auch die Einfahrt in den Trollfjord bereits abgesagt mit dem Hinweis,
      dass wir auf der Rücktour hinein fahren würden.
      So gingen wir etwas traurig um 22.40 Uhr schlafen. Irgendwie tat Jobo mir dann doch Leid. :friends:
      Fortsetzung folgt

      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • HA - sie macht wohl alles um die Raftsundnacht nicht erleben zu müssen - sogar Regen hat sie bestellt. Warte du nur auf den April...!!!
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • Jobo schrieb:

      Renate möchte nicht so lange abwarten, und geht schon mal in Richtung Frühstück, ich möchte aber noch die Polarkreiskugel sehen und warte daher noch auf Deck.
      .....nicht ohne mir den Auftrag zu erteilen " schon mal das Nötigste auf Deinen Platz zu stellen".... :pinch:

      @ Arctica
      Nee, den Regen habe ich nicht bestellt, der war ja sowieso fast immer da X(
      Und April ? Schau'n wir mal, mir wird schon was einfallen.. :mosking:
      Gruß
      Renate

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    • Jobo - 5.Seereisetag 15.September



      Die Enttäuschung über den entgangenen Raftsund wiegt noch tief an diesem Morgen, wie schön waren doch die bisherigen Durchfahrten bei Vollmond und leichtem Schneefall, bzw. sogar bei Polarlicht. Da war es sogar immer zu verschmerzen, dass der Trollfjord nicht angefahren wurde. Diese Gedanken gehen mir so während des Duschens durch den Kopf, ich hoffe nun doch auf die südgehende Fahrt mit der Seeadlersafari .

      Als ich aus meiner Kabine komme, kann ich Renate zuerst nicht entdecken, wir liegen bereits in Harstad , der Geburtsstätte der VESTERÅLEN. Nach einem ausgiebigen Blick auf den Hafen sehe ich dann Renate, die wohl die Zeit zu einem kleinen Hafenbummel genutzt hat. Da es nicht mehr regnet ist es ja auch ganz angenehm sich hier etwas die Füße zu vertreten.

      Sie bemerkt mich schließlich an Deck, raucht ihre Morgenzigarette zu Ende, und erscheint wenig später wieder neben mir hier oben auf dem Schiff. Wir haben noch etwas Zeit bis zum Früstück, also erfreuen wir uns an dem herrlichen Lichtspiel, das die morgentliche Sonne zusammen mit den Wolken an den Himmel zaubert.

      Die Wolken aus dem Hintergrund werden auch schon wieder bedrohlich dunkel, gut dass wir nicht mehr so lange hier liegen und hoffentlich rechtzeitig vor dem Eintreffen dieser Wolken Harstad verlassen haben. Zuvor jedoch gehts zu einem gemütlichen Frühstück, Renate hat sich inzwischen längst damit abgefunden, dass der Tisch mir gehört und sie dafür die komplette Fensterbank als Ablage hat.

      Nach dem Frühstück kommen wir gerade noch rechtzeitig, um die Ankunft der MS TROLLFJORD mit anzusehen. Besonders hier in Harstad kann man ankommende, oder auslaufende Schiffe, schon lange vorher, bzw. noch lange nach der Abfahrt sehen. Es dauert ganze 20 Minuten bis die TROLLFJORD in den Hafen einläuft, an uns vorbeizieht und sich hinter uns an das Kai dreht, um dort festzumachen.

      Doch die TROLLFJORD hat noch nicht richtig am Kai festgemacht, da legen wir schon ab und ziehen mit voller Fahrt vom Hafen weg. Ich muss schon ein wenig schmunzeln, fast hatte es den Eindruck, als würde unsere schöne alte VESTERÅLEN sagen: "Nein, mit sowas Neumodischem möchte ich nicht an einem Kai liegen.", die TROLLFJORD-Fans mögen mir den kleinen Scherz verzeihen. Hinter uns nehmen die Wolken eine sehr bedrohliche Farbe an.

      Doch irgendwie schaffen wir es tatsächlich, diese dunklen Wolken immer hinter uns zu lassen. Manchmal sind sie zwar schon bedrohlich nahe, doch wenn wir dann um die nächste Ecke biegen, bleiben sie langsam wieder hinter uns zurück. Das geht noch eine ganze Weile so und ich ziehe mich noch auf ein kleines Nickerchen in meine Kabine zurück.

      Als wir uns dann gegen 11 Uhr dem kleinen Hafen Finnsnes nähern, bin ich längst schon wieder an Deck. Renate hatte sich auch hingelegt, von ihr ist noch nichts zu sehen, ich werde wohl alleine an Land gehen müßen. Zuerst beobachte ich allerdings von Deck aus das Anlegemanöver.

      Kaum an Land, gilt mein erster Blick natürlich dem alten Blechschild mit der Schokoladenwerbung, sicherlich der meist fotografierten Werbung Norwegens. Anschließend schlendere ich fast komplett um das Hafenbecken herum. Von hier aus hat man eine gute Sicht auf die Anlegestelle.

      Gerade kommt eine dieser Katamaranfähren an und legt sich hinter der VESTERÅLEN an ihren Anlegeplatz. Nur wenige Passagiere strömen aus der Fähre, noch weniger wollen auf die Fähre zur Weiterfahrt. Ich gehe nun den gleichen Weg wieder zurück, vorbei an der Wikingerskulptur und dem großen Sportgeschäft.

      So erreiche ich bald wieder die VESTERÅLEN, um hier noch eine Weile beim Beladen des Schiffes zuzuschauen. Nur wenige andere Passagiere haben den Stop zu einem Landgang genutzt, die meisten sitzen wohl im Panoramaraum und warten aufs Mittagessen.

      Zurück an Deck treffe ich auch Renate wieder, die ausgeschlafen hat. Gemeinsam wollen wir die Abfahrt der VESTERÅLEN verfolgen. Doch zuvor legt die Katamaranfähre ab, wendet auf engstem Raum und verlässt schnell den Hafenbereich. Auch wir verlassen den Hafen Finnsnes und fahren unter der Gisundbrücke hindurch weiter unserem nächsten Ziel entgegen.

      Die weitere Fahrt von Finnsnes nach Tromsö verläuft komplett in geschützen Gewässern, von der offenen See sind wir hier durch viele große und kleine, vorgelagerte Inseln getrennt. So fahren wir jetzt den Gisund entlang während am Himmel mehr und mehr die blauen Flecken auftauchen und ständig größer werden.

      Im weiteren Verlauf überqueren wir nun den breiten Malangenfjord, der sich, von See her kommend, bis weit ins Land hineinzieht. Anschließend wird es immer enger, wir befinden uns jetzt schon im Rystraumen, einem bekannten Angelrevier, der endlich auf den Balsfjord trifft bevor man Tromsö erreicht.

      (Dank an panograf für die Erstellung des Panoramabildes)
      Die schöne Stadt ist auch bereits vor uns zu sehen, hier werden wir arcticGateway treffen. Deutlich kann man schon die beiden Brücken erkennen, die die einzelnen Inselteile und den Festlandsteil der, flächenmäßig, zweitgrößten Stadt Europas miteinander verbinden.

      Während Tromsö vor uns immer größer wird, freuen wir uns über das zunehmend schönere Wetter. Auf der Steuerbordseite ist hoch auf dem Berg schon die Bergstation der Fjellheisenbahn zu sehen. Ich überlege schon, ob wir es wohl schaffen heute dort hinauf zu fahren, es bietet sich bei dem schönen Wetter geradezu an. Durch die Brückenfeiler kann ich ein großes Segelschiff erkennen, ein Drei- oder Viermaster, der gerade von einem Schlepper an die Leine genommen wird.

      Wir legen am Kai an, articGateway wartet hier schon auf uns, während am anderen Ufer die Eismeerkathedrale prachtvoll über das Wasser strahlt. Ich kann nun auch erkennen, das es sich um eine Viermastbark handelt, das schränkte die Auswahl der möglichen Schiffe doch erheblich ein. Wir gehen von Bord und werden von Jens begrüßt, der uns auch mitteilt, das es sich bei dem Segelschiff um die russische SEDOV, die 1921 ursprünglich in Kiel als MAGDALENE VINNEN vom Stapel gelaufen war und später den Namen KOMMODORE JOHNSON trug, bevor sie nach dem Krieg an Russland abgegeben wurde.

      Wir beraten nun kurz, was wir hier unternehmen wollen und entscheiden uns für die Tour mit der Fjellheisenbahn auf den Storsteinen. Jens treibt uns ein wenig zur Eile, da der Bus der Linie 26 zur Talstation der Gondelbahn, in wenigen Minuten in der Stadt abfährt. Nach einem kleinen Fußmarsch sind wir aber noch rechtzeitig an der Haltestelle und erwischen problemlos den Bus. Dieser fährt mit uns über die große Brücke und unter der Eismeerkathedrale entlang, in einem kleinen Bogen bis zur Talstation.

      (Dank an panograf für die Erstellung des Panoramabildes)
      Wir müßen hier auch nicht lange warten, bis die Gondel mit uns und einigen weiteren Besuchern nach oben fährt. Oben angekommen suchen wir zuerst die Terrasse des Restaurants auf, um mit einem Rundumblick die tolle Aussicht auf uns wirken zu lassen. Der Regen der letzten Tage hat die Luft gereinigt und so ist eine weite, klare Sicht möglich. Unsere VESTERÅLEN liegt ruhig am Kai, wirkt von hier oben fast wie ein Modellschiff. Die SEDOV hat man nun ans Ufer verbracht, sie liegt dort in Gesellschaft der defekten NORDSTJERNEN und anderer Schiffe.

      Nachdem wir uns auf der Terrasse ein Bier gegönnt haben, spazieren wir noch über den Hügelweg bis zu einem weiteren schönen Aussichtsplatz, vorbei an einem Samenzelt. Hier genießen wir noch einige Zeit die wärmende Sonne und die traumhafte Fernsicht. Dann wird es auch schon wieder Zeit für den Rückweg, wir wollen ja auch noch etwas durch Tromsö bummeln.

      Als wir die Bergstation wieder erreichen, steht auch schon eine Gondel bereit, also hoffen wir auf eine pünktliche Abfahrt. Die Gondel fährt auch pünktlich ab, allerdings ohne uns, wir schauen etwas verwirrt der leeren Gondel hinterher. Nach einiger Zeit kommt dann die nächste Gondel hoch, diesmal mit dem Gondelführer, der uns dann nach unten bringt. Als wir unten die Talstation verlassen, fährt gerade der Bus der Linie 26 vorbei, wir müßen also zu Fuß bis zur Eismeerkathedrale, um von dort mit einer anderen Linie zurück zu fahren.

      Hier angekommen, brauchen wir nicht lange zu warten, bis ein Bus kommt, mit dem wir wieder über die Brücke in die Stadt fahren können. Es wäre sicherlich auch interessant gewesen diese Brücke zu Fuß zu überqueren, aber dann hätte die Zeit nicht mehr für einen Stadtbummel gereicht.

      Wir verlassen den Bus an der ersten Haltestelle jenseits der Brücke, um hier gemütlich die Hauptstraße entlang zu schlendern. Jens erzählt uns dabei viel Interessantes über Tromsö und wie sich die Stadt in den letzten Jahren verändert hat. Als normaler Tourist, ohne einen so guten Stadtführer, erfährt man dies meist nicht.

      So führt unser Weg noch an dem einen oder anderen Platz vorbei, auch an dem kleinen alten Friseurhaus, dass nun wie verloren zwischen all den Neubauten steht. Die weitere Stadtplanung, von der wir von Jens erfahren, verheißt nichts Gutes für die Zukunft. Als wir, in einer Seitenstraße, den Pub Jernbanestasjon sehen, beschließen wir noch ein Abschiedsbier im Skarven, den Pub gleich unten am Hafen, zu uns zu nehmen.

      Der Skarven ist ein sehr gemütlicher, urig eingerichteter Pub, in der Nähe des Hurtigrutenkais. Überall hängen Modellschiffe von der Decke herunter und die Wände sind geschmückt mit nautischen Gegenständen, Plakaten oder Flaggen. Da es noch sehr warm ist, können wir uns nach draußen setzen und haben hier sogar Blick auf die VESTERÅLEN.

      Anschließend müssen wir zum Kai noch einen kleinen Bogen laufen, da einige Bereiche am alten Terminal, welches gerade abgerissen wird, abgesperrt sind. Am Schiff verabschieden wir uns von Jens und bedanken uns dafür, dass er sich die Zeit genommen hat. Wir sind schließlich pünktlich zur Abfahrt wieder an Bord, nach einem schönen Halt hier in Tromsö .

      Wir legen ab und steuern auf die Brücke zu, müssen jedoch noch einmal Fahrt heraus nehmen, da uns ein kleines Boot einige Zeit den Weg versperrt, doch dann ist auch für uns die Brückendurchfahrt frei. Das Hurtigrutenkai, der Stadtkern von Tromsö und die Eismeerkathedrale auf der anderen Seite bleiben langsam hinter uns zurück.

      Eigentlich wäre jetzt unsere Dinnersession dran, doch da wir die NORDSTJERNEN und die SEDOV noch sehen wollen, verzichten wir heute darauf. Als wir wieder unter der Brücke herauskommen, sehen wir oberhalb der Schiffe die Skisprungschanzen von Tromsö . Dann taucht auch schon die NORDSTJERNEN am Ufer auf, wir hoffen, das sie bei unserer Rückkehr nicht mehr hier liegt.

      Nur wenige Meter hinter der NORDSTJERNEN liegt jetzt die SEDOV. Sie ist mit ihren braunen Masten und Rahen genauso schwer zu erkennen, wie die amerikanische Fregatte USS TAYLOR in ihrer grauen Tarnfarbe. Nachdem Tromsö nur noch ein kleiner Punkt am Horizont hinter uns ist, suchen wir die Cafeteria auf, um hier noch etwas zu essen.

      Wir können uns dabei reichlich Zeit lassen, da die Begegnung mit der MS KONG HARALD erst für 21 Uhr ansteht. Draußen wird es nun auch schnell dunkel, sodass wir auch dort nichts mehr verpassen. Wir sind wieder pünktlich zur Schiffsbegegnung an Deck und sehen die KONG HARALD langsam an uns vorbeiziehen, um dann in der Schwärze der Nacht zu verschwinden. Auch wir suchen bald darauf unsere Kabinen auf, ein schöner Tag geht zu Ende.




      ---------------- Fortsetzung folgt -------------







      Renate - 15.9.2010 Harstad - Skjervöy



      4.30 Uhr Wetterklingeln, bewölkt, noch ziemlich dunkel.
      5.30 habe ich meinen Kaffee geholt, wir waren am Eingang zum Toppsund.
      Inzwischen war es so hell geworden, dass man sehen konnte wie bunt die
      Landschaft hier schon war, fehlte nur die Sonne. ;(
      Die Anfahrt nach Harstad habe ich auf dem Balkon verbracht. Zum Glück
      hatten wir nur ganz wenig Gegenwind. Kaum hatten wir angelegt, bin ich schon
      an Land gelaufen. Von Jobo war noch nix zu sehen. Ich habe Fotos vom Schiff
      gemacht und von der Sonne, die durch die Wolken lukte. Kaum war ich zurück
      am Kai, wurde ich schon vom Balkon aus an Bord beordert - der Chef war aufgestanden
      und wollte frühstücken...Er war tatsächlich auch nicht im Raftsund aufgeblieben,
      das Wetter war zu schlecht .
      Um 8.00 Uhr haben wir noch die Ankunft der Trollfjord fotografiert - 2 Fotos für
      Trollinchen, dann legten wir schnell ab. Dieses "Glasmonster" hatte unseren "Legostein"
      vom Kai vertrieben, schimpften wir. Das schlechte Wetter zog scheinbar hinter uns her,
      und wir waren beide müde. So haben wir uns vor Finnsnes noch ein Stündchen auf die Kabinen
      verzogen und sind kurz vor Finnsnes wieder aufgestanden.
      Nach Finnsnes wurde das Wetter Richtung Tromsö immer besser, dann richtig schön.
      Jens (articGateway) holte uns am Kai ab. "Was habt Ihr vor"? und Jobo sofort, hatte
      er sich vorher schon in den Kopf gesetzt :" Wir wollen auf den Storsteinen ".
      "Gut" meinte Jens "den Bus kriegen wir noch" und liefen los. Das Wetter war ideal.
      Blauer Himmel mit vielen Wolken, warm und winstill. An der Seilbahn war nix los, wir
      waren schnell oben und setzten uns erst mal auf die Terrasse der Cafeteria - 1 Bier !
      Die Sicht war fantastisch und Jens erklärte uns ein paar Einzelheiten von Tromsö
      aus der Vogelperspektive. Am Schluss liefen wir noch ein Stück auf dem Spazierweg
      entlang zu einem Aussichtspunkt. Von dort hatte man die totale Sicht und konnte
      schöne Fotos machen :pilot: .
      Wieder unten war uns der Bus weggefahren, und so liefen wir zur Kirche zu einer
      anderen Haltestelle. Beim anschließenden Gang durch die Stadt hat uns Jens noch
      über verschiedene Abrissvorhaben alter Häuser und die dann geplanten Neubauten
      aufgeklärt - armes Tromsö . .
      Den wirklich schönen Nachmittag, vielen Dank lieber Jens, ließen wir beim Skarven
      ausklingen. Er brachte uns noch zum Schiff, wollte später vielleicht noch Fotos
      von unserer Abfahrt machen. :imsohappy:
      Die war dann planmäßig um 18.30 Uhr, Abendessen fiel natürlich aus, Brückendurchfahrt
      war wichtiger. Abgelegt haben wir noch ganz normal, die Vesteraalen trieb langsam auf
      die Sundmitte zu und - stoppte. Ein kleines Boot hielt sich genau vor der Durchfahrt
      auf und rührte sich zunächst nicht von der Stelle. Nach einer Weile kriegte der Bootsführer
      sein Problem, wenn er eins hatte, in den Griff und wir konnten endlich losfahren.
      Bei der Ankunft in Tromsö hatten wir hinter den Brückenpfeilern schon die Sedov gesehen und
      waren nun gespannt, wo sie abgeblieben war. Kurz nach der Durchfahrt entdeckten wir sie dann
      genau hinter der Nordstjernen, die dort wieder an ihrem Ankerwindenproblem laborierte.
      Der Anblick war zwar schön, aber wir hätten sie lieber zwischen Svolvaer und Stamsund getroffen.
      Hoffentlich ist sie wieder weg, wenn wir zurück sind.
      Als es dunkel war haben wir uns in der Cafeteria niedergelassen, der Hunger meldete sich - vor allem
      bei Jobo. Tagebuch schreiben, Bilder runterladen und warten auf die Kong Harald.
      Kurz vor dem Treffen fing das Schiff das erste mal an zu schaukeln. Der Himmel hatte sich zugezogen,
      irgendwie üble Vorzeichen und keine Chance auf Polarlichter.
      Kurz darauf gingen wir auch schlafen, noch ein bisschen lesen, es war ein schöner Tag. :good3:

      Fortsetzung folgt.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)

    • Entgegen anderslautender Gerüchte ist der Herr auf Bild 85 zwar der Kapitän vom Forum, jedoch nicht vom Schiff!!!

      Danke für den Bericht! Die SEDOV kam von einer Reise von Island und ich spielte mal mit dem Gedanken diese Reise mitzumachen. Da wusste ich noch nicht dass ihr zu selben Zeit in Tromsö seid. Hat sich dann aber durch meine Spanienaufenthalte zerschlagen, wäre witzig gewesen.
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • Arctica schrieb:

      der Kapitän vom Forum, jedoch nicht vom Schiff!!!
      .....worauf man ihn manchmal sanft hinweisen musste

      Jobo schrieb:

      Renate hat sich inzwischen längst damit abgefunden, das der Tisch mir gehört und sie dafür die komplette Fensterbank als Ablage hat.
      Das sah vielleicht so aus. Ich war ja schon froh, dass ich überhaupt sitzend am Tisch essen durfte und nicht stehend an der Fensterbank
    • Arctica schrieb:

      zwar der Kapitän vom Forum, jedoch nicht vom Schiff

      Das hast du doch nur daran erkannt, weil sich keine Streifen auf der Jacke befinden. :thumbup:
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • Jobo - 6.Seereisetag 16.September


      Nach dem doch recht frühen Zubettgehen gestern Abend, bin ich schon um 5:30 Uhr wach. Das Duschen fällt dadurch etwas ausgiebiger aus, bevor ich um 6:20 Uhr dann schon auf Deck bin. Wie immer ist Renate auch schon an Deck, wir liegen bereits in Hammerfest am Kai. Da wir hier auf der südgehenden Route ohnehin einen längeren Halt haben, verzichten wir auf einen Landgang.

      Man merkt auch hier schnell, dass es noch sehr früh am Morgen ist. Neben den Ladetätigkeiten an unserem Schiff ist nur noch ein Lieferwagen in der Stadt zu sehen, ansonsten befindet sich die Stadt noch im Schlaf, nirgendwo ist Bewegung zu sehen. Lediglich die ersten Fischkutter verlassen gerade den Hafen um ihrem täglichen Handwerk nachzugehen.

      Außer uns sind nur wenige Leute an Deck, die meisten schlafen wohl auch noch alle sanft in ihren Kojen. Noch pünktlich vor dem Frühstück, um 6:45 Uhr, legt die VESTERÅLEN von Hammerfest ab, und läßt die Stadt und den berühmten Eisbärenclub zurück.

      Es ist doch recht stark bewölkt heute, nichts mehr zu sehen von blauen Lücken in der Wolkendecke. An Steuerbord passieren wir die Insel Melkøya, auf der sich eine riesige Erdgasraffinerie befindet seit man hier vor Küste Unmengen von Erdgas gefunden hat auf den Gasfeldern Snøvit und Askeladden. So liegen hier auch meist die großen Gastanker vor Anker.

      Hoch schießen die Flammen aus den dünnen, hohen Kaminen in den morgentlichen Himmel, während die ganze Anlage voll beleuchtet ist. Energieverbrauch spielt in Norwegen ohnehin nur eine untergeordnete Rolle, kein Wunder, verfügt das Land doch über schier unerschöpfliche Vorräte an Gas und Öl, sowie ideale Bedingungen zur Nutzung der Wind- und Wasserkraft.

      Der Hunger treibt uns jetzt zum Frühstück, auch hier sind wir heute morgen fast alleine und können uns nach Herzenslaune ausbreiten. Zum ersten Mal, seit wir unterwegs sind, schaukelt das Schiff ein wenig, aber kaum der Rede wert. Nach dem Frühstück gehts wieder an Deck, die Wolken sind inzwischen noch etwas dunkler geworden, die Sonnenscheinpassagen haben wir wohl hinter uns.

      Hinter der Insel Havøya hervorkommend schiebt sich jetzt die MS LOFOTEN ins Bild. Wir haben schon zuvor per SMS erfahren, dass diese zur Zeit ohne den Ladekran herumfährt, da dieser zur Generalüberholung abgebaut wurde. Doch als ich nun mein Lieblingsschiff sehen, ohne den Kran auf dem Vordeck, tut sie mir schon Leid.

      Am liebsten würde ich hinüberschwimmen und sie in Mull einwickeln, damit man diese Wunde nicht so sieht. Für das kleine Schiff sind erstaunlich viele Passagiere an Deck, sicherlich rund 20 oder mehr. Dazu kommen noch die Crewmitglieder, die heftig weiße Tücher und die, mittlerweile schon obligatorische, Piratenflaggen schwenken.

      Noch lange schaue ich wehmütig dem schönen Schiff hinterher, dann verschwindet sie wieder hinter uns als sich die Insel Havøya wieder in den Blick schiebt. Unser Fahrt geht weiter, unter leichtem, angenehmen Schaukeln, bis wir schließlich den Hafen von Havøysund vor uns sehen.

      Unsere Liegezeit ist nur kurz in diesem kleinen Hafen und schon bald befinden wir uns im Masøysund um weiter Richtung Nordost zu schaukeln. Hier begegnet uns die holländische EENDRACHT, ein kleiner Küstenfrachter, der wohl auf dem Weg nach Havøysund ist.

      Wir hingegen ziehen unsere Bahn weiter, geschützt hinter den Inseln, durch die leicht schäumige See. Wir wechseln in den Magerøysund und umfahren nun die Insel Magerøya , bis der Hafen Honningsvåg vor uns auftaucht. Hier wird das Schiff nun für die nächsten dreieinhalb Stunden anlegen.

      Von hier werden wir zu unserem nächsten Tagesausflug starten, eine Busfahrt zum Nordkapp. Renate hatte mich dazu überredet, da sie bisher noch jedesmal am Nordkapp war und diese Tradition auch weiterführen möchte. Ich habe diese Tour bisher nur einmal im Winter gemacht und bin nun gespannt, wie die Landschaft hier im Spätsommer aussieht.

      Kaum haben wir angelegt, wandern wir zu den bereitstehenden Bussen hinüber. Erneut werden wir nach Sprachen auf die Busse aufgeteilt, deutsch-norwegisch und englisch-italienisch. Dann beginnt die Fahrt zum Nordkapp, als erstes an einem See mit einer kleinen Insel, der Trollinsel, vorbei.

      Nach etwa 25 Minuten Fahrt, kommt nun der obligatorische Halt bei den Samen mit ihren Rentieren. Wie uns der Reiseleiter zuvor mitgeteilt hat, ist der Same selbst nicht anwesend, sondern nur seine Frau. Die meisten Reisenden wollen sich nun mit dem Rentier und der Samenfrau fotografieren lassen, mir ist das zu touristisch, deshalb halte ich mich nur an die Rentiere.

      Zum Glück dauert der Halt nur rund 15 Minuten, bevor wir wieder in die Busse einsteigen und unsere Fahrt fortsetzen. Die Landschaft wirkt auf mich jetzt eher karg, ganz im Gegensatz zu der weißen Winterlandschaft, die ich bei meinem ersten Besuch hier gesehen hatte. Die Wolken hängen hier sehr hoch, jedenfalls bis etwa einen Kilometer vor dem Nordkapp, dann befinden wir uns schlagartig im Nebel.

      Der Nebel ist so dicht, dass wir das Nordkapphaus erst sehen, als wir fast gegen seine Wände stoßen. Wir gehen in das Gebäude und trinken hier erstmal einen Kaffee, während die Masse der Besucher im Nebel herumirrt und den Globus sucht. Nachdem die Besucher dann zur Filmvorführung gebeten werden, verlassen wir das Gebäude und tasten uns mühsam durch den Nebel bis zum Globus durch. Mit bloßem Auge ist dieser kaum wahrzunehmen, lediglich durch die Kamera kann man ihn erkennen und sehen, dass gerade sein Sockel restauriert wird. Mangels vorhandener Sicht, suchen wir das Nordkapphaus wieder auf, Renate möchte dem Shop einen Besuch abstatten.

      Ich mache mich aber noch einmal auf den Weg in die dichte Suppe, um das Denkmal Kinder der Welt zu suchen. Die Suche gestaltet sich gar nicht so einfach. Obwohl ich ungefähr weiß, wo das Denkmal steht, muss ich doch einige Zeit im Nebel umherlaufen, bis ich es auch wirklich sehe.

      Als ich dann, nach längerem Suchen im Nebel, auch das Nordkapphaus wieder gefunden habe, gönne ich mir dort noch eine der leckeren Waffeln mit der Blaubeermarmelade und Schmand, dazu noch eine heiße Schokolade. Hier schreiben wir auch noch eine Ansichtskarte fürs Forum und werfen diese, bevor wir wieder das Gebäude verlassen, in den Briefkasten, damit diese Karte auch den Nordkappstempel erhält.

      Wir verteilen uns nun wieder auf die Busse und lassen Globus, Nordkapphaus und nach etwa einem Kilkometer auch den Nebel hinter uns zurück. Es ist schon verrückt, der Nebel war tatsächlich nur am Nordkapp. Wir fahren den gleichen Weg wieder zurück und machen noch einen kleinen Fotostop unterwegs. Hier muss der Reiseleiter nochmal durchzählen, der zweite Bus fehlt auch noch und hat scheinbar einen Passagier zu wenig an Bord.

      Doch unsere Zahl stimmt und nach etwa 10 Minuten nehmen wir die Fahrt wieder auf. Wir passieren erneut die Trollinsel und den kleinen See, dann nähern wir uns schon wieder Honningsvåg . Am Ortsanfang sind schon die Stockfischgestelle zu sehen, die man sonst eher von den Lofoten kennt.

      Der Bus setzt uns in der Nähe des Hafens ab, und wir spazieren wieder zur VESTERÅLEN hinüber. Unsere Reiseleiterin treibt die Passagiere des zweiten Bussen, der inzwischen auch angekommen ist, zur Eile an, wir wollen schließlich pünktlich ablegen.

      Kaum sind alle wieder an Bord, legen wir auch schon ab, und fahren bis zur Mitte des Hafenbeckens. Hier stoppen wir wieder, es sind noch zwei Boote im Wasser, ein Rettungsboot und das Speedboot der VESTERÅLEN. Wie immer, so ist auch diesmal eine Rettungsübung der Crew gemacht worden, während wir am Nordkapp waren.

      Die Boote drehen erneut eine Runde im Hafenbecken, dann kommt das Rettungsboot als erstes längsseits. Es wird vorn und hinten jeweils ein Windenseil befestig und dann wird das Boot mitsamt der Besatzung an Bord gehoben und in Höhe des F-Decks hereingeschwenckt und befestigt. Erst jetzt können die Crewmitglieder wieder aussteigen.

      Als letztes folgt jetzt das Speedboot, das zügig längsseits zieht. Dieses Boot wird nur mit einem Seil hochgezogen, welches genau am Schwerpunkt des Bootes befestigt wurde. Die Besatzung steigt bereits während des Hochhievens ein Deck tiefer aus, das Boot wird dann auf dem F-Deck eingeschwenkt und befestigt.

      Erst jetzt dreht die VESTERÅLEN sich wieder langsam in Fahrtrichtung und nimmt dann zügig Fahrt auf, Honningsvåg bleibt hinter uns zurück. Wir überqueren in Folge den Porsangefjord und den Laksefjord quasi an ihrem Ende, dem Übergang zur offenen See. Dies macht sich auch ein wenig bei uns in der Cafeteria, in der wir uns währendessen aufhalten, durch leichtes Schaukeln bemerkbar.

      Natürlich sind wir längst wieder an Deck, als vor uns eine große Felswand auftaucht, an deren Fuß wir die Finnkjerka , eine sehr markante Felsformation schon von weitem erkennen können. Die VESTERÅLEN steuert in Folge um die Finnkjerka herum und nimmt Kurs auf Kjøllefjord .

      Wir beobachten an Deck noch die Einfahrt nach Kjøllefjord und das Anlegemanöver, für das das Schiff immer in einem großen Bogen ans Kai heranfährt. Danach machen wir uns auf den Weg zum Restaurant, heute steht das Nordkapp-Buffet auf dem Speiseplan. Mit nur der Waffel vom Nordkapp im Bauch, bringe ich natürlich den richtigen Appetit für das Buffet mit.

      Gut gesättigt stehen wir kurz nach 19 Uhr wieder auf Deck, wir befinden uns auf dem Weg nach Mehamn . Der Himmel zieht sich hier immer mehr zu und verspricht schlechtes Wetter für den morgigen Tag. Die Sicht wird auch immer schlechter und als dann noch die Dunkelheit einsetzt, begeben wir uns wieder in die Cafeteria. Hier sitzen wir noch lange und schreiben unsere Notizen nieder, dazu gönnen wir uns ein leckeres Bier. Irgendwo zwischen Mehamn und Berlevåg beenden wir den Abend, und suchen unsere Kabinen auf.




      ------------ Fortsetzung folgt ------------







      Renate - 16.9.2010 Hammerfest - Berlevaag



      4,30 Uhr aufgestanden, 5.15 Uhr beim Anlegen in Hammerfest war ich schon draußen.
      Dicke Regenwolken, saukalter Wind, trocken, aber richtig übel. Fiese Aussichten für das
      Nordkap.Mit frischem Kaffee habe ich mich dann erst mal in den Rauchersalon verzogen und mit
      Seebär SMS ausgetauscht, danach in der Cafeteria ein bisschen geschrieben.
      Merkwürdig, ein paar Gestalten trabten schon umher, gegen 6.30 Uhr auch Jobo :D
      Eigentlich war es eine ruhige Nacht, Skjervoey habe ich nicht gemerkt und in Öksfjord hat es
      nur kurz gerattert.
      Hier oben dämmerte es beim Aufstehen schon, und um 5,30Uhr war es schon hell. Pünktlich 6.45 Uhr
      fuhren wir ab. Die Überfahrt nach Havoeysund beim Frühstück war ziemlich schaukelig und stürmisch -
      auch wenn Jobo das bestreitet :whistling: .Vermutlich war das wieder einer der Tage, an dem er sich beim
      Frühstück hat bedienen lassen..
      Kurz vor der Einfahrt nach Havoeysund dann das Ereignis des Tages für uns beide - Treffen mit der
      Lofoten. Sie kam gerade um die Ecke - welch ein Bild, heul ! An Deck diverse Leute mit Handtüchern,
      der Piratenflagge und machten ordentlich Lärm. Irgendwie fiel der fehlende Kran zuerst gar nicht auf,
      nur direkt von der Seite sah es merkwürdig aus. Ich bin dann schnell aufs Oberdeck geklettert und habe
      sie in der Ferne verschwinden sehen. .
      Kurz vor dem Treffen verlor Jobo noch seine Abdeckung vom Objektiv der Kamera. Die rollte unter ein
      Blech , worauf eine Jakobsleiter lag. Dann auch noch Dreck in der Kamera....
      Na ja, das Treffen mit der Lofoten war für ihn wohl nicht die reine Freude - eher eine Tragödie, die
      sich auf alle Sinne auszuweiten schien...
      Ich habe mich zum Aufwärmen mal lieber aus dem Staub gemacht in die Cafeteria. Nach einer Weile tauchte
      er dort auf, grinsend samt Abdeckung, die Sinne wieder im grünen Bereich - geht doch. :pleasantry_1:
      In der Kabine habe ich dann später bemerkt, dass die Bettwäsche gewechselt war. Meine Reisebegleiter saßen auch wieder an ihrem Platz. Ankündigungszettel scheint es auch nicht mehr zu geben. Das war im September 09 auf der FINNMARKEN schon so und im März 10 auf der NORDLYS auch...
      Gegen 10,00 Uhr auf nach Honningsvaag . Es ist immer noch grau und windig. Als wir um 11.45 dort ankamen, sah es von weitem auf dem Plateau etwas freundlicher aus. 2 Busse standen bereit.Das Wetter war wirklich ganz gut, nur Rentiere haben wir nicht viele gesehen. Im letzten Jahr grasten große Herden auf den weiten Flächen.
      Kurz vor der Norkapp-Halle ungefähr in Höhe der Mautstelle dann der Schock : Der berüchtigte Nordkapp-Nebel. Man sah fast die Hand vor Augen nicht und es stürmte, richtig übel. So konnten wir natürlich nicht an den Klippen spazieren gehen. Die Meute stemmte sich trotzdem Richtung Globus. Der musste ja da irgendwo sein. In der Zeit haben wir lieber im Cafe gesessen und Postkarten geschrieben, bis sie alle wieder zurück und in den Tiefen der Halle im Kino verschwunden waren.
      Befehl vom Chef: Jetzt gehen wir zum Globus.. :good3: ....Es war richtig gespenstisch, wir waren ganz alleine im Nirgendwo. Jobo postierte sich und ich habe fotografiert. Komisch, in all den Jahren hat noch nie jemand ein Bild von mir vor diesem Ding gemacht, vielleicht weil ich selten dahin gelaufen bin.
      Danach hatte ich kurz frei und bin in den Shop gegangen. Jobo hat im Nebel Skulpturen gesucht und auch gefunden.
      Auf der Rückfahrt waren wir nach 2 Minuten wieder aus dem Nebel raus - so was Blödes. :wacko1:
      Auf der Fahrt nach Kjöllefjord schaukelte es etwas, aber dann gab's ja das Nordkapp-Buffet. Ich kann an diesen Zangen ,Beinen und Schalen nicht viel finden. Trotzdem ist es immer lustig, wenn die Leute einen Riesenhaufen Getier zu den Tischen schleppen, der nach dem Rauspulen des wenigen Essbaren noch größer ist als vorher. Unser Tisch war auch voll davon... :whistle3: .
      Völlig überfuttert ( Jobo ) und satt ( ich ) haben wir uns dann auch wegen des schlechten Wetters in die Cafeteria verzogen. Unterm Tisch begann zunächst der übliche Krieg der Beine und Füße, der normalerweise zu einem befriedigenden Ergebnis führte - für Jobo.
      Diesmal hatte er sich offenbar ein frühzeitiges, hartes Durchgreifen vorgenommen, mir erst die Kniescheibe fast gebrochen und dann noch den rechten Fuß plattgemacht. Nach Abklingen des ersten Schmerzes überlegte ich mir allen Ernstes, künftig zumindest in der Cafeteria an einem anderen Tisch zu sitzen ...Zum Glück hatte ich ja Urlaub und war friedlich gestimmt.
      Wir hatten etwas Verspätung. In Mehamn fuhren wir aber um 20.05 ab und waren also fast in der Zeit. Das Wetter war ätzend, kein Vergnügen an Deck zu sein. Um 21.00 Uhr bin ich in meine Kabine gewankt. Nix mit Berlevaag und Midnatsol

      Fortsetzung folgt
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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