MS Spitsbergen Winter-Tour - 13.-24.01.2019

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      Eigentlich wollte ich ja nachträglich einen ausführlichen Reisebericht schreiben. Da nun aber das Wetter dafür sorgt, dass wir nur sehr wenige Häfen anfahren werden, versuche ich mich mal an einem Live-Bericht. Dafür muss ich aber noch ein paar Kleinigkeiten bis heute nachholen...

      Vor etwa einem Jahr entstand bei mir die Idee, dringend eine Hurtiruten-Reise machen zu wollen... Mein Vater hat diesen Traum gehabt, so lange ich denken kann. Er hat immer und immer wieder angefangen zu sparen aber immer wieder kamen wichtige Dinge dazwischen, wofür das Geld besser zu verwenden war. Mein Vater hat den Traum mit ins Grab genommen...
      Nun fing Anfang letzten Jahres meine Mutter davon an, dass sie diese Reise auch unbedingt machen möchte. Für mich war klar, alleine wird sie die Reise nicht machen. Da musste ich nicht lange überlegen und wir haben im April 2018 die Reise gebucht. Das Forum hat mir viele Fragen beantwortet und die tollen Reiseberichte haben die Vorfreude perfekt gemacht. Deshalb war klar, dass ich auf jeden Fall auch schreiben werden, auch wenn ich nicht der Schreibekönig bin.

      Nun aber zur Reise selbst: Bis Samstag (12.01.2019) 17:45 Uhr, 11 Stunden vor der Abfahrt, war die Welt noch in Ordnung. Ich habe die Anreise gedanklich 100 Mal durchgespielt, damit ich meine gesundheitlich sehr eingeschränkte Mutter heile an Bord bekomme. Viel Zeit zum Umsteigen, lange vor Check-In am ersten Flughafen, usw.!
      17:46 Uhr... der Kontroll-Freak verliert die Kontrolle... Die App der Airline, mit der wir von Hamburg über Amsterdam nach Bergen reisen wollten, hat alle Flüge gestrichen. Also schnell in Hamburg bei Hurtigruten angerufen und meine Not mitgeteilt. Die hatten davon noch nichts gehört und würden sich melden.
      18:24 Uhr... Erste SMS von Hurtigruten, dass mein Vorgang bearbeitet wird und sie sich schnellstmöglich melden werden.
      18:45 Uhr... Ich muss dringend zu einem Geburtstag starten. Wenigstens das Buffet sollte ich doch mitnehmen, bevor ich auf große Fahrt gehe, fand die Gastgeberin...
      18:57 Uhr... Auf dem Weg zum Geburtstag die Nachricht, dass die Flüge umgebucht wurden und wir rechtzeitig in Bergen landen werden. Yeah!!!! Also alles gaaanz entspannt. Während des Geburtstages kann ich dann ja den Reiseplan runterladen und online einchecken.
      19:45 Uhr... Na super, die Feier ist in einer alten Bunkeranlage ohne jeglichen Empfang. Also stehe ich draußen im Regen und hoffe auf ein Einsehen des Internet-Gottes. Fehlanzeige...
      21:15 Uhr... Ich habe keine Ruhe mehr und fahre nach Hause.
      21:50 Uhr... Ich stelle fest, dass der Reiseplan für mich vielleicht machbar wäre aber nicht für meine Mutter.
      22:30 Uhr... Die neue Bahnverbindung zum Airport, mit besonders kurzen Wegen ist gefunden und meine Mutter ist über den neuen Starttermin informiert.
      23:?? Uhr... Die knappen Umstiegszeiten und die Tatsache, dass wir nun in 3 Flieger steigen müssten, ließen mir keine Ruhe. Also schrieb ich in einer Gruppe bei Facebook mein Problem und es kam promt Hilfe. Ich sollte beim Einchecken nach einem Begleit-Service für meine Mutter fragen. Mit Glück würde es auch kurzfristig gehen aber eigentlich muss man das vorher anmelden.
      Die ganze Nacht... Immer wieder wach, alles noch mal druchdenken, alle Eventualitäten betrachten. Ach ja und schlafen, schlafen ist wichtig, bei einem bevorstehenden anstrengenden Reisetag. Findet mein Kopf übrigens nicht...

      Die Reise beginnt am 13.01.19 (also gestern) am späten Morgen. Uhrzeiten erspare ich Euch, davon gab es gestern zu viele...
      Wir kommen überpünktlich und stressfrei in Hamburg an. Mir fällt ein Stein vom Herzen, als mir die Dame von SAS am Schalter sagte, dass am Flughafen in Kopenhagen ein Service auf meine Mutter wartet. So wurde das Umsteigen zu einem Kinderspiel. Netterweise durfte ich im Auto vom Rollfeld mitfahren. Der Flug nach Kopenhagen war ein ziemlicher Hexenritt. Die Einstimmung auf eine wellenreiche Seereise war mit diesem Flug perfekt gelungen. Ganz anders zeigte sich der Flug nach Oslo, es war ein sehr ruhiger Flug mit guter Sicht. Wäre da nicht die Kleinigkeit vor dem Start gewesen, als ein Passagier es etwas mit dem Alkohol übertrieben hatte und er deshalb des Flugzeugs verwiesen werden musste. Bis er aus dem Flugzeug geführt werden konnte und das Gepäck im Laderaum gefunden werden konnte, waren gut 25 Minuten vergangen. Von Landung bis Boarding hatten wir aber leider nur 30 Minuten Zeit. Der Begleit-Service musste also alles geben, damit wir den Flug nach Bergen noch erreichen konnten. Aber alles lief super, wir rollten mit dem Rollstuhl vor und durften als Erste in den Flieger steigen. Der Flug nach Bergen war auch wieder etwas unruhig und kurz vor der Landung wurde es noch mal etwas holprig, weil wir mit Seitenwind landen mussten. Die Juchzer einer Mitreisenden, direkt neben mir verlangte wirklich alles von mir ab, nicht vor Lachen vom Sitz zu rutschen. Was Schlafentzug so mit einem macht...
      Dank Rückenwind sind wir mehr als pünktlich gelandet und der Service für meine Mutter klappte wieder vorbildlich. Ein großes Lob an alle Beteiligten!
      Nun nur noch schnell das Gepäck holen und dann hurtig zum Taxi! Aber wo ist das Gepäck? Wäre jetzt wirklich schön, wenn es auftaucht, Hurtigruten wartet nicht...Schade eigentlich, am liebsten wäre ich mit Gepäck die Reise angetreten aber es wäre nicht meine Reise, wenn alles gut gehen würde. Leider funktionierte etwas mit dem PC nicht, als ich unsere Gepäckstücke verlustig melden wollte. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis ich das Gefühl hatte, mir hört wieder jemand zu. Als ich dann zu Wort kam erwähnte ich, dass wir nicht im Hotel sondern die Hurtigruten-Reise machen werden. Ein kurzer Blick auf die Uhr ihrerseits und sie warf mir förmlich die Ticket rüber und rief "RUN". Alles Weitere würde sie mit dem Schiff klären...Also habe ich die Tickets geschnappt, meine Mutter vom "Parkplatz" abgeholt und dann im Galopp zum Taxi. Dort schnell unsere missliche Lage erklärt und schon ging es los. Der Taxifahrer erklärte uns während er fuhr, dass er heute nicht besonders schnell fahren könne, wegen der glatten Straßen. Ach was soll's, dachte ich bei mir, ein Hotel in Bergen ist bestimmt auch ganz nett...
      Um 22:20 Uhr kamen wir dann am Hurtigruten Terminal an. Wild wedelnde Menschen empfingen uns unten hinter einer Glasscheibe. Wir sollen schnell den Schildern folgen, habe ich da mal rein interpretiert.
      Haben wir gemacht und dann begann der Urlaub. Es empfing uns ein netter Herr, der uns auf deutsch begrüßte und uns in aller Ruhe alles Mögliche erzählte. Ich wurde immer nervöser, waren wir doch immer noch nicht auf dem Schiff aber der Mann wurde immer ruhiger und erzählte gaaanz entspannt für mich belanglose Dinge. Als er merkte, dass ich es vor Sorge, das Schiff nicht zu bekommen, nicht mehr aushielt, entließ er uns mit dem Satz "Ich glaube, ich halte Sie auf!"
      Dann ging es endlich an Bord, wir hatten es geschafft! Eine nette Dame nahm uns in Empfang und servierte uns, während wir die Sicherheitsbelehrungen ansahen, mega leckere Fischsuppe. Danach erfuhren wir dann, dass wir nicht die letzten waren, auf die gewartet wurde, es fehlten weitere Passagiere, die wahrscheinlich ein ähnliches Umbuchungs-Desaster erlebt haben, wie wir.
      Als dann alle Anspannung von mir ab viel habe ich meine Mutter in einen gemütlichen Sessel am Fenster am Bug des Schiffes gesetzt und habe bis zum Ausfahren aus Bergen an Deck gestanden und mir den Wind durchs aufgeweichte Gehirn pusten lassen, natürlich immer mit kleinen Stippvisiten bei meiner Mutter. Sie unterhält sich hervorragend mit fremdsprachigen Passagieren, deren Sprache sie nicht mal spricht.
      Als draußen nicht mehr viel zu sehen war, haben wir noch bis nach Mitternacht in den Sternenhimmel geschaut. Als es auf offene See ging, lagen wir bereits im Bett und ließen uns in den Schlaf wiegen.

      Später folgt dann der tagesaktuelle Bericht....
    • Freut mich, dass Du live berichtest, so können wir bei der nächsten Tour gleich wieder "mitfahren".
      Das mit den Flügen hatten wir schon befürchtet. Unsere Mitpassagiere hingen teilwesie auch in Bergen fest, da der Flug nach Amsterdam storniert wurde.
      Super, dass bei Euch doch noch alles geklappt hat.

      Ich wünsch Euch eine tolle Reise und dass es nicht so stürmisch weitergeht, wie es angefangen hat.
      Bei uns lief es ab Harstad ja ziemlich chaotisch, wir haben zienlich viel mitgenommen (Sturm) oder eben nicht (Lofoten und Vesteralen sowie weitere Häfen). Einige unserer Mitreisenden waren echt genervt und aus manchen Ecken hab ich auch ein "nie wieder" gehört.
      Drück Euch die Daumen, dass es bei Euch ab jetzt besser läuft.
      Schöne Grüße Biggi & Ralf

      :ilhr:
    • Vielen Dank für den sehr lebendig geschriebenen Livebericht - ich kann förmlich mitfühlen, wie Ihr gen Norden gereist - um nicht zu sagen geeilt - seid. Göttinseidank seid Ihr noch an Bord gekommen. Apropos an Bord -

      Stanie78 wrote:

      am liebsten wäre ich mit Gepäck die Reise angetreten


      Hast Du Dein Gepäck noch bekommen - wenn nicht - wirst Du es in Trondheim nachgeliefert bekommen?

      Stanie78 wrote:

      Ach ja und schlafen, schlafen ist wichtig, bei einem bevorstehenden anstrengenden Reisetag. Findet mein Kopf übrigens nicht...


      So geht es mir vor jeder Reise > :hmm: statt :sleeping:
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • Der Versuch, einen Bericht auf Handy zu schreiben, während ich im Bett liege, ist gerade wegen Töffeligkeit gescheitert.
      Ich hatte schon so einiges geschrieben, da bin ich auf irgendeinen Link gekommen und nun ist der Text weg...

      Nun also nur in Kürze:
      Vielen Dank für Eure guten Wünsche! Wir lassen uns die Reise nicht vermiesen, auch wenn wir immer noch auf unsere Koffer warten und nicht klar ist, wo wir sie in Empfang nehmen können.

      Wir werden gerade ganz kräfrig in den Schlaf geschaukelt. Dem werde zumindestens ich jetzt nachgeben.
      Heute Nacht probiere ich erneut die Hampelmann-Technik um nicht aus dem Bett zu fallen.
      Zu der Technik dann morgen mehr, wenn ich meinen Bericht erneut beginne.

      Gute Nacht!
    • Hihi :) , ist denn das Bett so breit, dass "alle Viere von sich strecken" funktioniert?
      Meine Taktik im Skagerrak war, mich zu "verkeilen": mit Füßen und Armen gegen das Bettgeländer und den Rücken an die Kabinenwand drücken. Da entwickelt wohl jeder die Technik, die ihm am ehesten "liegt".

      Die Stimmung scheint ja trotz fehlendem Gepäcks ok zu sein. Sieht das deine Mutter auch so?
      Sie scheint so etwa wie meine gestrickt zu sein: Fremde Sprache ist kein Hindernis, sich mit netten Leuten zu verständigen.

      Weiter so, Euch eine gute Fahrt zum Genießen!
      Das Gepäck bekommt ihr dann ja hoffentlich in Trondheim .
      :lofoten2:

      Post was edited 1 time, last by “DuC” ().

    • Wir haben Eure Abenteuer via Hurtigruten-Freunde miterlebt! Prima, daß Ihr wohlbehalten auf der Spitsbergen angekommen seid! Wir wünschen Euch jetzt eine tolle Reise und besseres Wetter und daß eure Koffer schnellstens nachgeliefert werden! Freuen uns schon auf euren nächsten Bericht!
      God tur! ⚓
    • Hallo, erst einmal finde ich es total schön das du deiner Mutter diesen Wunsch Wirklichkeit werden lässt. Meine Mutter hat auch über sehr viele Jahre von dieser Reise geschwärmt aber alle Begleitangebote abgelehnt, schade. Ich wünsche eine zauberhafte Tour, genießt jeden Augenblick. Bin seit. 2 Wochen wieder zu Hause und eigentlich noch gar nicht angekommen.
    • MD800 wrote:

      Eigene Erfahrung: Bei fehlendem Gepäck die Rezeption des Schiffes einschalten!

      Ich bin direkt zur Rezeption und sie kümmern sich vorbildlich.

      DuC wrote:

      Hihi , ist denn das Bett so breit, dass "alle Viere von sich strecken" funktioniert?
      Meine Taktik im Skagerrak war, mich zu "verkeilen"

      Ich habe mich bei den ganzen Schiffen immer gefragt, warum es so viele Einzelbetten gibt. Jetzt weiß ich es... Wir haben ein Doppelbett, natürlich ohne Möglichkeiten, sich irgendwo zu verkeilen. Wir haben in unserer Kabine aber noch zwei Betten übrig. Vielleicht klappe ich die nachher mal aus und gucke, ob Deine Keil-Taktik da funktionieren kann. Die Idee klingt sehr einladend.

      DuC wrote:

      Die Stimmung scheint ja trotz fehlendem Gepäcks ok zu sein. Sieht das deine Mutter auch so?

      Oh ja, die Stimmung ist super. Meine Mutter freut sich über das Abenteuer ihres Lebens und kommt aus dem Lachen nicht mehr raus. Je höher die Wellen, desto begeisterter ist sie. Ja, und das Gepäck nimmt sie auch gelassen. Wir gehen heute in Trondheim Notfall-Klamotten und Medikamente kaufen, wenn wir keine Bestätigung bekommen, dass die Koffer wirklich gleich in Trondheim auf uns warten.
    • Stanie78 wrote:

      Oh ja, die Stimmung ist super. Meine Mutter freut sich über das Abenteuer ihres Lebens und kommt aus dem Lachen nicht mehr raus.

      Das ist sehr schön :thumbsup:
      Leider kann es im Winter immer wieder wetterbedingt zu Ausfällen oder Verschiebungen kommen, ich finde es dann immer schade wenn die Leute total genervt und enttäuscht sind.

      Für die fehlenden Koffer sind die Daumen gedrückt das ihr sie in Trondheim in Empfang nehmen könnt :good3:
      Nordlicht :flower:

    • zu gestern...
      Die erste Nacht an Bord hatte es gleich in sich, wir wurden ganz schön in unserem Bett hin und her geschaukelt und ich war nicht sicher ob wir morgens noch in unseren Betten liegen würden. Ich hatte dann irgendwann die Idee, mich auf den Rücken zu legen und Arme und Beine leicht abzustrecken. Das ging soweit auch ganz gut, bis meine Mutter beschlossen hat, in der Mitte des Bettes sei es sicher...
      Was tut man nicht alles für seine Mutter... So rückte ich auf die Bettkante und hoffte, dass meine physikalischen Berechnungen bezüglich der Schwere meines POs als Schwerpunkt ausreichen würde. Was soll ich sagen, ich bin tatsächlich NICHT aus dem Bett gefallen. Meine Mutter hat geschlafen wie ein Baby, das ist das Wichtigste!

      Das Frühstück entschädigte aber für alles. Ich leide nun an Reizüberflutung, spätestens aber nach dem Mittagsbuffet. Und die Ansagen, man solle sich mit dem Essen zurückhalten, wegen der offenen Seestrecke, war jetzt auch nicht sehr hilfreich. Niemals hat jemand unserer Familie das Essen verboten. Aber wir folgten brav den Anweisungen... :P

      Apropos Frühstück, da gehe ich jetzt hin. Meine Mutter ist startklar!
      Und nach dem Frühstück frage ich mal vorsichtig nach dem Stand unserer Koffer... Ansonsten geht's auf große Shopping-Tour nach Trondheim . Da sollen wir demnächst dann auch ankommen.

      Bis später...

      (Alles was ich schreibe ist witzig gemeint. Ich neige dazu einem Humor, der manchmal für Ernst genommen wird. 8| )
    • Hallo @Stanie78,

      herzlichen Dank für diesen Bericht. Konnte ich euer Anreisedrama doch in der fb-Gruppe mitverfolgen und war erst beruhigt, als ihr auf dem Schiffchen gelandet seid. Aber ihr habt die richtige Einstellung, es findet sich für alles eine Regelung. Nun hat der Wind ja etwas nachgelassen und es wird hoffentlich ein bisschen ruhiger.
      Für die Koffer drücke ich euhc sämtliche Daumen und was sich sonst noch so drücken lässt - aber auch viel Spaß beim Shoppen in Trondheim . Mein fast erster Blick galt heute morgen euch - wo ist die Spitsbergen auf Marinetraffic, da ward ihr kurz vor Trondheim . Freue mich auf Fortsetzung des tollen Berichtes und falls du wegen besseren Wetters und Reizüberflutung nicht wirklich zum berichten kommst - ein bebilderter Bericht hinterher wird hier auch gerne genommen :rolleyes:
      Wünsche euch gue Fahrt.
      LG Sehpferd /Helga :ilhr:

      [/url]
    • Oh, Seegang! Wie ich euch beneide! Ohne Ironie, allen anderen gilt mein Mitleid - genauso ohne Ironie. Der Genuss ist da einfach ungleich verteilt.
      Gut, wenn ihr ihn vertragt, sogar genießen und auch etwas essen könnt. Eine solide Grundlage im Magen ist ja sogar hilfreich gegen Probleme mit der Schaukelei. Klappt's denn auch mit der Fortbewegung?
      :lofoten2:
    • @Stanie78 deine Art zu berichten treibt mir ein Grinsen ins Gesicht. Auch GöGa und ich lieben die Wellen, je höher desto besser, und stehen dann immer draußen. Daumen sind gedrückt für die Koffer, das ihr die bald bekommt. Viel Spaß in Trondheim . Hoffentlich bekommt ihr da nicht nur die Geschäfte zu sehen sondern auch noch ein wenig von der Stadt selber ;)
      Grüße aus dem Rheinland

      Berichte sind in meinem Profil
    • Fortsetzung zu gestern...
      zum Frühstück wurde uns mitgeteilt, dass wir Floro verspätet angefahren hatten und nun gegen 9:30 Uhr in Maloy sein werden um dort abzuwettern.
      Aufgrund der falschen Schuhe meiner Mutter (die richtigen Schuhe für Glatteis sind im fehlenden Gepäck) machte ich mich alleine auf, um den Hafen und das Umland zu erkunden. Ich genoss 1,5 Stunden das verschlafene Örtchen... Als Norddeutscher wird man wohl nie verstehen, warum Leute ganze Dörfer mitten in den Berg bauen...
      Als ich die Serpentinen einmal hochgelaufen war, habe ich mir geschworen vor der nächsten Hurtigruten Reise die Deiche bei uns jeden Tag 10 Mal rauf und runter zu laufen. Meine eigentlich ganz gute Kondition kommt hier im Höhentraining echt an seine Grenzen. :rolleyes:

      Nachdem ich von meinem Spaziergang kam, bei dem ich meine Kameraausrüstung an Bord gelassen hatte, habe ich diese schnell geholt und wollte noch kurz die Spitsbergen ablichten. Gefühlte 100 Mal musste ich zurück an Bord um etwas Vergessenes zu holen oder um anderen Bedürfnissen nachzugehen. Der arme Mensch am Check-In-Point tat mir ein bisschen leid und ich will auch gar nicht wissen, was er von mir gedacht hat.
      Als ich dann alles beisammen und erledigt hatte, stand ich nun draußen, bereit für die Fotos. Als hätte der Wettergott nur darauf gewartet, schickte er im Moment des ersten Auslösens einen freundlichen Gruß in Form eines Schneeschauers. Hoffentlich sind trotzdem ein paar nette Bilder dabei...

      Um 15 Uhr ging es dann wieder auf große See. Wir wurden vom Anleger verdrängt, weil ein anderes Schiff auch mal ran wollte.
      Nun denn, Statt hatte es in sich... Das lies sich ja schon aus diversen Reiseberichten erahnen. Am Vormittag sollen noch Wellen über 15 Meter gewesen sein, deshalb hatten wir den langen Aufenthalt in Maloy . Nun sollen es nur noch Wellen von 8-10 Metern sein! Dann geht's ja... <X
      Als der Seegang stärker wurde, haben wir unsere Plätze auf den netten Drehstühlen geräumt und ich habe mich und meine Mutter auf ein Sofa und Sessel an der Rückwand des Raumes umgeparkt... Erwähnte ich schon, dass ich ein Kontrollfreak bin?
      Als die ersten Tassen von Nachbartischen flogen, verstaute ich unsere mitgebrachten Gegenstände, wie Laptop, Kamera (natürlich ohne Tasche :rolleyes: ), Tassen, usw. in ein nahegelegenes, sicheres Regal. Dann ging es auch schon richtig los... Die Durchsage, dass alle auf ihren Plätzen bleiben sollten, hörten wir auf der Seestrecke mehr als einmal. Immer wenn es etwas ruhiger wurde, versuchten dann doch Leute, ihre Plätze zu räumen und au die Kabinen zu kommen. Es gelang mehr oder weniger erfolgreich. Der ein oder andere nahm am Ende wahrscheinlich einen anderen Gang zur Kabine als geplant. Den richtigen Durchgang zu treffen war reine Glückssache. Meine Mutter hatte Spaß! Auch der dezente Hinweis, dass es alles andere als witzig ist, wenn hier Leute durch die Gegend fliegen, half nichts. Meine Mutter war auf ihre ganz eigene Weise seekrank. Die einen brauchen eine Spucktüte und meine Mutter mutiert zum Lachsack.
      Nach über einer Stunde Auf und Nieder, immer wieder verabschiedete sich mein guter Zustand dann auch. Mir war nicht wirklich übel aber ich bekam Schweißausbrüche und ziemliche Probleme mit dem Darm. Die nahegelegene Toilette war gefühlt seit Stunden besetzt. Also sagte ich meiner Mutter, sie solle auf keinen Fall aufstehen, bis ich wieder da bin.
      Irgendwie schaffte ich es in die Kabine. Ich tat es einfach einem Vorläufer nach, der scheinbar nicht den ersten Seegang seines Lebens erlebt hat. Tolle Technik! Ich kam gut an...
      Dann wurde es so heftig, dass ich mich keinen Zentimeter mehr im Bad bewegen konnte. Ich setzte mich auf den Fußboden und klemmte mich an die Wand, dann hatte ich guten Halt. Ich versuchte, als es etwas "ruhiger" wurde, zu meiner Mutter zu kommen aber keine Chance. So legte ich mich in die MITTE des Bettes und wetterte dort ab.
      Sobald das Deck wieder halbwegs unfallfrei begehbar war, torkelte ich zu meiner Mutter. Ich kam an und sie saß als so ziemlich Einzige noch da. Alle Stühle lagen mehr oder weniger auf einem Haufen, nur die Sofas waren dort, wo sie hingehörten. So also auch meine Mutter.
      Lachend empfing sie mich und erzählte von Leuten, die samt Stühlen hoffnungslos dem Seegang ausgeliefert waren, Leute klammerten sich an die fest montierten Tischbeine oder Treppenaufgänge. Ein Mann stürzte gleich 2 Mal vom Stuhl, bis dieser zerbrach. Da auch der Weg zu den Spucktüten nicht erreichbar war, musste nach der schweren See das Reinigungsteam anrücken.

      Den ganzen Abend erzählte meine Mutter von dem wilden Ritt. Das Essen in der späten Sitzung um 20:15 Uhr schmeckte uns beiden aber trotz aller Schaukelei.

      Aufgrund des Wetters ließen wir Torvik , Alesund und Molde aus. Ob wir in der Nacht noch irgendwann Kristiansund anliefen, kann ich nicht sagen, da schlief ich bereits.

      Gerade kam die Nachricht, dass unsere Koffer auf jeden Fall heute aufs Schiff kommen. Wir werden deshalb jetzt ganz entspannt nach Trondheim starten. Später berichte ich dann hoffentlich tagesaktuell!

      Beim Schreiben des letzten Satzes klopfte es an der Tür. Die Frau des Tages stand vor der Tür und brachte uns unsere Koffer. Der Anzahl der Kofferetikette nach zu urteilen, sind unsere Koffer einmal um die Welt gereist.
      JETZT sind wir vollständig...