Mittelamerika und Karibik mit Mein Schiff 6

    • 2018
    • Laminaria schrieb:

      und einige auf ihre Passage wartende Schiffe.

      ... ich sehe eigentlich eher Busse... :whistling:

      Laminaria schrieb:

      Unterwegs sehen wir die Schattenseiten der Stadt leider allzu deutlich.

      Mein Mann würde sagen - hier möchte ich nicht tot überm Zaun hängen...
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

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    • Laminaria schrieb:

      einige auf ihre Passage wartende Schiffe.

      Ich wollte auch schon auf die Schiffe mit den 4 Rädern hinweisen ;)

      Auf Bild 1 sehe ich neben der Brücke allerdings auch nur Häuser und eine Art Lagerhalle. Oder sind die Schiffe unter dem Dach? :whistle3:

      Auf jeden Fall :sdanke: für den interessanten Bericht :)

      Viele Grüße
      Noschwefi
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Tag 9 – Panama – Fortsetzung

      Als wir durch Panama City fahren, sehen wir eine Skyline mit zahlreichen Wolkenkratzern und kommen auch an schönen Gebäuden der historischen Altstadt vorbei. Leider ist nicht vorgesehen hier zu halten.



      Wir fahren stattdessen über einen „Causeway“ genannten Damm, der aus Gesteinsmassen aus dem Kanalbau aufgeschüttet wurde. Er dient nicht nur als Verkehrsweg zu den kleinen Inseln in der Bahia de Panama sondern auch als schützender Wellenbrecher im Bereich des Kanalzugangs.
      Wir machen Halt bei einem Hotel, das uns den Blick von der Aussichtsterrasse auf die Skyline der City gestattet.



      Wir bekommen nun auch Freizeit für den Kauf von Souvenirs wie z.B. der allgegenwärtigen Panamahüte. Unser Lektor hatte uns allerdings vom Erwerb einer solchen Kopfbedeckung abgeraten. So ein Hut bliebe nur geschmeidig in einem Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. In Deutschland würde er über kurz oder lang zerbröseln.



      Auf dem Rückweg machen wir einen Fotostop auf dem Causeway, damit wir den pazifischen Beginn des Kanals bis zur 1962 fertiggestellten Puente de las Americas genauer sehen können.



      Am Beginn des Dammes befindet sich das Biodiversitätsmuseum. Die Zone um den Kanal herum ist selbstverständlich kein natürliches Biotop, sondern ein Raum, der stark durch die Eingriffe des Menschen geprägt ist. Der streckenweise dichte Regenwald beidseits des Kanals ist also sekundärer Art. Interessant ist aber, dass er jahrzehntelang von Militär und Kanalbehörde als Sperrzone geschützt worden war. Dadurch konnte sich die Natur ungestört entwickeln – in welcher Weise, das ist Gegenstand von Forschungen des renommierten Smithsonian Instituts, das in Panama mit wissenschaftlichen Einrichtungen vertreten ist. Aufgrund der Samen, die durch Schiffe aus aller Herren Länder eingeschleppt werden, gehört dieses Fleckchen Erde zu den artenreichsten der Welt. Schade, dass die Zeit natürlich nicht ausreicht, dieses auch architektonisch imponierende Museum zu besuchen.



      Wir fahren nun ohne Unterbrechung mit dem Bus zurück zur atlantischen Seite und steuern das Besucherzentrum der 2016 in Betrieb genommenen Agua-Clara Schleusen an. Es handelt sich um eine dreistufige Schleusenanlage, welche die alten, aber weiterhin genutzten Gatun-Schleusen umgeht. Ebenso umgeht das neue Schleusensystem auf der pazifischen Seite die Pedro-Miguel- und Miraflores-Schleusen. Die neuen Anlagen sind Sparschleusen, die pro Kammer drei Becken für zurückgewonnenes Süßwasser haben. Pro Schiff verlor der Kanal fast 200 000 l Süßwasser, was bei immer geringer ausfallenden Niederschlagsmengen zu entsprechend weniger Wassernachschub aus dem Rio Chagres führt. Einem Absinken des Wasserspiegels und einer Versalzung des Gatunsees kann nun mit Hilfe der Sparbecken entgegengewirkt werden. Etwa 60 % des beim Schleusungsvorgang benötigten Süßwassers wird so zurückgewonnen.

      Dieses Bild zeigt ein weißes Tankschiff in der mittleren Schleusenkammer und dahinter die neue, kurz vor ihrer Fertigstellung stehende Schrägseilbrücke.



      Ein weiteres Tankschiff, die Torben Spirit, wird von drei Schleppern zur ersten Kammer geleitet.



      Bei der Einfahrt ist ein Teil der Seeleute angespannt, ein Teil nimmt es mit Ruhe.



      Zwei Schlepper fahren mit in die Kammer hinein und stabilisieren das Schiff. Während sich hinter ihm das Schleusentor schließt, wird inzwischen der weiße Tanker aus der mittleren in die letzte Kammer entlassen. Auf einigen der Bilder ist im Hintergrund auch der alte Schifffahrtsweg bei den Gatun-Schleusen zu sehen.



      Als wir genug gesehen haben, spazieren wir noch etwas durch das kleine Wäldchen hinter dem Besucherzentrum. Dort soll es Faultiere geben, die wir jedoch nicht finden. Aber unsere Freunde, die Brüllaffen, bekommen wir wieder einmal zu sehen.



      Danach geht es zügig zurück zum Schiff. Wir laufen heute schon um 16:30 aus, denn morgen früh sollen wir in Cartagena sein.

      Auf dem Weg zum Abendessen in einem der Atlantik Restaurants, sehen wir, dass inzwischen auch das Treppenhaus dort vorweihnachtlich geschmückt ist.



      Spät abends, als wir von unserem Stammplatz am Heck in die Kabine gehen wollen, fällt uns ein, dass im Tagesprogramm für heute eine Poolparty angekündigt war. Wir haben davon nichts mitbekommen und gehen mal neugierig schauen, was dort noch los ist. Richtig viel, wie man sieht:



      3 Decks tiefer in unseren Kabinen bekommt man davon jedoch überhaupt nichts mit. :thumbup:



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    • Laminaria schrieb:

      So ein Hut bliebe nur geschmeidig in einem Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. In Deutschland würde er über kurz oder lang zerbröseln.

      Das hat man uns in der Panamahutfabrik in Ecuador auch so erklärt. Wobei die Panamahüte ja nicht so heissen weil sie aus Panama kommen, sondern weil sie zur Einfuhr nach USA den Zollstempel von Panama bekamen, auch wenn sie in einem anderen südamerikanischen Land hergestellt wurden ;)
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    • Tag 10 – 27.11.2018 – Cartagena, Kolumbien

      Nun haben wir Mittelamerika verlassen und setzen in Kürze zum ersten Mal unseren Fuß auf südamerikanischen Boden. Cartagena de Indias lautet der korrekte Name der Stadt, die wir an diesem Morgen anlaufen.

      Nach unserem Frühstück gehen wir auf das Aussichtsdeck und lassen etwa ab 9 Uhr die Stadt an uns vorüber ziehen. Zunächst passieren wir die moderne Skyline, können bald darauf in einiger Entfernung aber auch die Silhouette der historischen Altstadt erkennen.



      Außer uns ist kein anderer Kreuzfahrer anwesend. Seit Costa Rica trifft das schon zu und es wird nun auch die gesamte Reise über so bleiben.
      Die Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe befindet sich recht weit außerhalb im Industriehafen. Wir sehen in der Nähe ein großes Containerschiff und gleich am gegenüberliegenden Kai haben wir den seltenen Anblick eines amerikanischen Tarnkappen-Zerstörers. Während unser Schiff vertäut wird, können wir beobachten, wie bei dem glatten, grauen Monstrum die Leinen los gemacht werden und es davon gleitet.



      Im Tagesplan wird darauf hingewiesen, das es in Cartagena diese roten Hop-on-hop-off-Busse gibt, wie man sie auch aus Europa kennt. Sie steuern auch unser Terminal an und halten unterwegs an verschiedenen Stellen. Es erfolgt die Durchsage, dass alle Passagiere, die den Ausflug „Cartagena auf eigene Faust“ gebucht haben, diesen nun kurzfristig stornieren können, um die preisgünstigere Variante zu nutzen. Das ist ja wirklich sehr kulant. :thumbup:
      Wir machen von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch. Wir wollen eigentlich nur in die Altstadt und die erscheint uns nach dem Plan so kompakt zu sein, dass man dort keinen Bus benötigt.

      Um 10:30 fahren wir los. Die von einer alten, turmbewehrten Mauer umgebene historische Altstadt gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Zuerst besuchen wir kurz das außerhalb gelegene, mächtige San-Felipe-Kastell. Auf dem Vorplatz tummeln sich sowohl Touristen als auch Straßenhändler in großer Zahl. Cartagena muss generell ein sehr beliebtes Reiseziel sein.



      Als wir an der Uferpromenade beim Seefahrtsmuseum abgesetzt werden, verstehen wir auch sofort warum. Schon nach wenigen Schritten sind wir von makellos restaurierten Gebäuden aus der Kolonialzeit umgeben.



      Sie imponieren mit leuchtenden Farben und wunderschön geschnitzten Balkonen, wie hier auf der Plaza San Pedro Claver.



      Auch hier herrscht ein ungemein reges Treiben.



      Interessante Blechfiguren erregen unsere Aufmerksamkeit, zum Beispiel diese Dominospieler oder die Frau an der alten Nähmaschine.



      Wir schauen uns anschließend die schöne Kathedrale Santa Catalina de Alejandria an und entdecken an ihrer Rückseite die Figur von Papst Johannes Paul II.



      Der Weg führt uns weiter zum Kutschenplatz, an dessen einem Ende tatsächlich viele Kutschen für Rundfahrten bereit stehen.



      Wenn man diesen Platz beim Uhrturm verlässt, gelangt man am historischen Hafen zu der Flaniermeile bei den zwei Pegasusfiguren. Hinter der Palmenreihe kann man das Theater und die Iglesia de la Tercera Orden ausmachen. Hier beginnt das besonders malerische Viertel Getsemani, das wir nun besuchen wollen.





      Fortsetzung folgt.



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    • Tag 10 - Cartagena – Fortsetzung

      Im Stadtteil Getsemani befinden sich keine prunkvollen Stadthäuser und Paläste. In diesem ehemaligen Arbeiterviertel sind die Häuser klein und niedrig. Man findet viele urige Restaurants, Kneipen und Hostels. Das Viertel ist heute bekannt für sein Nachtleben.

      Quietschbunte Farben an Fassaden und Mauern herrschen vor, es gibt aber auch eher düstere Graffiti.
      Kitschige Bilder werden zum Verkauf angeboten und manch einer bemalt sein Motorrad.





      Als wir zu der Plaza vor der Kirche Santisima Trinidad kommen, gefällt es uns hier so gut, dass wir auf einer Bank eine Ruhepause einlegen. Vor dem Hintergrund eines Wandbildes fällt uns eine Gruppe von Statuen auf. Sie erinnert an eine Versammlung von Aufständischen, die 1811 die Unabhängigkeit Kolumbiens von der spanischen Krone forderten.



      Nach einer Weile setzen wir unseren Rundgang entlang der bunten Fassaden fort.



      Als wir den Parque el Centenario durchqueren, begegnen uns wieder etliche Grüne Leguane.



      Der Park wird an einer Seite flankiert von zahlreichen Läden für gebrauchte Bücher. Wir überqueren die Straße in Richtung Uhrenturm und stoßen auf eine Statue des spanischen Dichters Miguel de Cervantes.



      Auf dem selben Weg, den wir gekommen sind, gehen wir zurück zur Kathedrale und entspannen dort kurz auf der kleinen Plaza Bolivar. Hier befindet sich das bedeutendste Gebäude der Stadt, der 1770 fertiggestellte Inquisitionspalast. Er war tatsächlich im 18 Jahrhundert Sitz der Inquisition und dient nun als historisches Museum. Bis vor kurzem waren hier auch viele Folterinstrumente ausgestellt. Vor dem Besuch von Papst Franziskus im Jahre 2015 wurden sie jedoch entfernt.

      Leider haben wir ausgerechnet diesem Gebäude kaum Beachtung geschenkt. Wahrscheinlich waren wir bei der feuchten Hitze schon zu ermüdet und nicht mehr aufnahmefähig. Immerhin habe ich eine Detailaufnahme gemacht.



      Es kann gut sein, dass wir aber auch von all den überbordend blumengeschmückten Balkonen der Umgebung abgelenkt waren.



      Bald darauf steigen wir wieder in den Bus, der uns zum Schiff zurück bringt.

      Eigentlich sollen wir um 18:00 Uhr auslaufen und wollen das von unserem Balkon aus verfolgen. Die Gangway bleibt aber noch länger unten und einige Crewmitglieder stehen offenbar wartend am Kai. Schließlich kommt ein Taxi und einer der Schiffsoffiziere hastet eilig an Bord.

      Wir haben unterdessen die hereinbrechende Dämmerung genießen können. Beim Auslaufen ist es bereits dunkel. Die Hochhäuser und die Altstadt strahlen erleuchtet zu uns hinüber. Ein heftiges Gewitter liegt über der Stadt und unserem Freund gelingt ein schönes Bild des Wetterleuchtens.




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    • Cartagena scheint es euch wirklich angetan zu haben :)
      Bei unserer Kolumbien-Reise vor einigen Jahren war dies auch der Höhepunkt, wir haben die Zeit dort ebenfalls sehr genossen.

      Schade, dass ihr nicht vorher wusstet dass das Schiff verspätet ausläuft, dann hättet ihr noch einen Sundowner im Cafe del Mar genießen können - aber man muss sich ja auch hier etwas zum Wiederkommen aufheben ;)

      Danke für die schönen Erinnerungen :thumbup:

      Viele Grüße
      Noschwefi
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


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    • Unser jüngerer Sohn hat vor 7 Jahren Kolumbien bereist und damals auch sehr von Cartagena geschwärmt. Dass es soooo schön ist, hatten wir aber nicht erwartet.

      Noschwefi schrieb:

      aber man muss sich ja auch hier etwas zum Wiederkommen aufheben


      Das könnte unser erster und einziger Tag in Südamerika gewesen sein. Weiter hinein in die tropischen Gebiete werden wir uns dort wohl nicht wagen, weil wir uns die Gelbfieberimpfung nicht mehr antun mögen. Alternativ würde ich dann lieber das schöne Patagonien besuchen wollen. :D

      Viele Grüße
      Laminaria



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    • Sie sieht wirklich superschön aus, als begeisterte Fenster- und Türenfotografin wäre ich vermutlich ausgeflippt... :rolleyes:
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    • Tag 11 – 28.11.2018 – Seetag

      So langsam nähert sich der erste Advent. Unser Schiff hat auf dem Deck oberhalb der Rezeption auch schon einen Adventskalender angebracht. Ich drücke vorsichtig eines der blauen Säckchen und höre es rascheln. Alles nur Attrappe, denken wir. (Ab 1. Dezember soll dann täglich im Rahmen der Abendshow eines der Säckchen verlost werden. Da wir diese Shows nicht besuchen, werden uns die Adventsgeheimnisse für immer verborgen bleiben.)
      Ich rüste nun ebenfalls auf. Einen Schokoladen-Adventskalender habe ich von zu Hause mitgebracht. Am Stand der Mein-Schiff-Souvenirs erstehe ich noch zwei weihnachtliche Quietscheentchen und dann ist unsere Kabinen-Dekoration fertig.



      Wenn wir von unserem Balkon aus auf das Meer blicken, können wir heute etliche Meeresvögel beobachten. Eine Tölpelart stößt immer wieder auf das Wasser nieder und dann sieht man jedes Mal etliche fliegende Fische nach allen Seiten davon sausen.
      Unser Freund legt es darauf an, mit der Kamera Fregattvögel einzufangen.



      Am Abend ist dann die Zeit für unsere große Kongekrabben-Schlacht im Außenbereich des Fischrestaurants gekommen. Da ich schon an einem anderen Abend den Vorreiter gegeben habe, genügt mir heute Räucherlachs mit Bratkartoffeln all inclusive. Tatsächlich wird meinen drei Tischgenossen je eine Hilfe zur Seite gestellt.



      2017 haben wir am Nordkappbuffet keine Kongekrabben mehr gesehen. Sie wurden nur noch à la carte angeboten. Auf Mein Schiff kostet die Portion 19,90 Euro. Da kann man wohl nicht meckern. Wenn wir im März auf der Nordkapp sind, werde ich mal schauen, was das Gericht dort kostet. Der Preis dürfte eigentlich nicht allzu sehr divergieren. Ich vermute mal, dass die Exemplare, die Mein Schiff einkauft, ebenfalls aus Norwegen stammen.

      Da bei einem Seetag das Essen im Vordergrund steht, :sironie: gibt es an diesem Abend ein großes Käsebuffet am Anckelmannplatz.



      Ich bin eigentlich kein Käseesser, hatte aber an den vergangenen Tagen gelegentlich etwas von dem norwegischen Geitost genommen. Ausgerechnet beim Käsebuffet wurde er aber nicht angeboten. :search_1:

      Dann holen wir uns eben unsere Absacker in der Außenalster und freuen uns wie immer ein Deck tiefer auf den nächsten Tag. Wir haben Kurs auf die Insel Hispaniola.



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      Tag 12 – 29.11.2018 – Santo Domingo, Dominkanische Republik

      Die Insel Hispaniola ist das erste nach der Entdeckung der beiden Amerikas von Europäern besiedelte Gebiet. Heute befinden sich hier die beiden Staaten Haiti und die Dominikanische Republik mit ihrer Hauptstadt Santo Domingo. Hier laufen wir früh morgens um 8 Uhr ein. Kurz nach uns kommt eine große Fähre und macht direkt vor der Altstadt mit ihrer langen Stadtmauer fest.



      Zwei Tage nach Cartagena ist nun wieder ein kultureller Ausflug angesagt, denn Santo Domingo ist die älteste Stadt von ganz Amerika und dank ihrer vielen erhaltenen Gebäude aus der frühesten Kolonialzeit seit 1990 Unesco Weltkulturerbe.

      Kolumbus selbst hat den Ort für die Stadtgründung bestimmt und seinen Bruder Bartolomé 1496, also 4 Jahre nach der Entdeckung, damit beauftragt. Die erste Besiedlung erfolgte am Ostufer des Rio Ozama, wurde aber bald durch einen Hurrikan zerstört. Der neue Gouverneur erbaute die Stadt nun am Westufer des Flusses und benannt sie nach dem Gründer des Dominikanerordens Santo Domingo (de Guzman). Als Verwaltungszentrum der Spanier in den Kolonien der Neuen Welt kam die Stadt rasch zur Blüte. Nach dem Tod von Christoph Kolumbus erhielt sein Sohn Diego den Titel eines Vizekönigs und damit zog höfischer Prunk in Santo Domingo ein.

      1519 wählten die Spanier Havanna auf Kuba zu ihrem neuen Haupthafen in Amerika. Durch Plünderungen (Sir Francis Drake) und unter wechselnden anderen Kolonialherren erlebte Santo Domingo einen Niedergang. Erst im 20. Jahrhundert unter US-Besatzung wuchs die Bebauung über die Altstadt hinaus.

      Um 9:30 startet unsere Tour und wir bekommen zunächst jeder einen Audioguide, den wir während des gesamten Ausfluges tragen sollen.
      Der erste Weg führt uns zum Leuchtturm des Kolumbus, einer gewaltigen, 1992 zur 500-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas errichteten Gedenkstätte. Auf dem Dach ist ein sehr großes Leuchtfeuer installiert, das aber nicht mehr eingeschaltet wird, weil dann jedes Mal die Energieversorgung der Stadt zu leiden hatte. Außen sind viele rechteckige Felder mit Bibelsprüchen und frommen Zitaten versehen. Es wird hier unverdrossen behauptet, dass im Inneren das Grab von Christoph Kolumbus sei. Eigentlich hatte doch ein DNA-Test 2006 den Streit zwischen Sevilla und Santo Domingo zugunsten der andalusischen Stadt entschieden. ?(



      Johannes Paul II hat Santo Domingo im Jahr der Fertigstellung der Gedenkstätte besucht. Daran erinnert eine Inschrift und ein auf dem Gelände ausgestelltes Papamobil.



      Nach diesem Abstecher bringt der Bus uns an das andere Flussufer, wo wir an der alten Stadtmauer aussteigen.



      Hier gehen wir zuerst zum Alkazar de Colon, der Burg des Kolumbus. Von hier aus lenkte der Sohn Diego de Colon bis zu seinem Tod 1525 die Geschicke der karibischen Besitzungen. Der Palast war lange dem Verfall preisgegeben und wurde ab 1955 restauriert. Diese Mischung aus Prachtbau und Festung ist heute ein Museum und mit spanischen Möbeln des 16. Jahrhunderts kostbar ausgestattet worden. Auch Gebrauchsgegenstände und die höfische Kleidung der damaligen Zeit werden gezeigt.



      Ein großer Ostbalkon gestatten einen Rundblick über den Ozama, der Westbalkon über den Hauptplatz. Hier hat Coca Cola einen schrecklichen, rot-weißen Weihnachtsbaum aufgestellt. Links dahinter blickt man auf die Calle Las Damas mit den Casas Reales und dem Panteon. Es ist die erste gepflasterte Straße der ersten spanischen Kolonie. In ihrem südlichen Teil liegen auch heute noch die Gotik- und Renaissance-Bauten, welche die militärischen und administrativen Strukturen der Kolonie ausmachten.



      Wir besuchen zuerst die Casas Reales, wo wir ebenso wie im Alcazar zwischen enorm vielen Schülern in blauen Uniformen stehen und gehen. Offenbar haben sie alle heute Wandertag.

      Die Casas Reales sind im Renaissancestil erbaut und beherbergten zur Kolonialzeit Verwaltung, Gerichtsbarkeit, Rechnungshof und Wohnungen der Gouverneure. Dieses Museum enthält die bedeutendsten Exponate der Kulturgeschichte und des Kunsthandwerks aus der Zeit vor der Unabhängigkeit. Zwei Beispiele: Ein kunstvoll geschnitzter Elefantenstoßzahn und eine vollständig erhaltene alte Apotheke.



      Wir legen in einem schattigen Innenhof eine Ruhepause ein. Die Tore und Fenster sind wieder einmal zum Ausflippen schön.





      Gleich neben den Casas Reales befindet sich in einer ehemaligen Barockkirche das Panteon Nasjonal. Hier sind etliche Nationalhelden der Republik begraben. Während wir dort sind, findet gerade ein Wachwechsel statt.



      Wir werfen noch einen kurzen Blick auf die Fortaleza Ozama, 1505 fertiggestellt ist es die ältesten militärische Konstruktion europäischen Ursprungs auf amerikanischem Boden.



      Danach machen wir uns auf den Weg zur Kathedrale.


      Fortsetzung folgt.



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    • Neu

      Tag 12 – Santo Domingo – Fortsetzung

      Die Catedral Santa Maria la Menor ist die älteste Kathedrale Amerikas. Sie wurde ab 1523 erbaut, 1540 war das Hauptschiff fertig gestellt. Die 14 Seitenkapellen wurden später angefügt. Die Kirche weist sowohl Stilelemente der Renaissance als auch des Spätgotik auf. Sie ist nicht nur als wichtiger Sakralbau von großer Bedeutung, sondern auch für Dominikaner und Lateinamerikaner allgemein ein Symbol der Kolonialisierung unter dem Zeichen des Kreuzes.

      Wir betreten die Kathedrale durch das Südtor uns lassen die hellen, gotischen Gewölbe auf uns wirken. Der Audioguide informiert uns über alle Seitenkapellen, die teilweise kunsthistorisch sehr bedeutend sind. Da wir uns in der Vorweihnachtszeit befinden, sprechen mich aber auch die ganz unbedeutenden Krippenfiguren an.



      Wir verlassen die Kirche über das Nordtor und stehen dann auf dem zentralen Platz, dem Parque Colon mit der Statue des Christoph Kolumbus. Hier bekommen wir eine Stunde Zeit zur freien Gestaltung. Wir wenden uns dem Haupteingang der Kathedrale zu mit seinen wunderschönen Steinmetzarbeiten.



      Dann bewundern wir die anderen schönen Fassaden in der Nähe. Besonders imponiert hier der weiße Palacio Consistorial mit seinem hohen Turm. Hübsch ist auch die Tabakfabrik, das Bernsteinmuseum und das Schokoladenmuseum.





      Gegenüber dem Konsistorialpalastes befindet sich das beliebte Straßencafé El Conde. Hier lassen wir uns für eine Weile nieder und genießen jeder ein kühles Bier. Wir blicken dabei auf den Beginn der Einkaufsstraße Calle El Conde, wo eine Büste von Don Bartolomé Colon, dem Stadtgründer und Bruder von Cristobal Colon, aufgestellt wurde.



      Bald warten wir dann auf dem Parque Colon, dass sich unsere Gruppe wieder versammelt. Dabei sehen wir den Dominospielern zu, die uns erlauben, sie zu fotografieren.



      Wieder auf dem Schiff angelangt steigen wir gleich zum Ausguck hoch, um noch einmal den Rundblick zu genießen. Der Leuchtturm des Kolumbus liegt dabei sehr schön im nachmittäglichen Licht. Nach Sonnenuntergang wird er effektvoll angestrahlt. Über die ästhetischen Qualitäten dieses gigantischen Bauwerkes kann man sicher streiten.



      Auf Deck 3 sind in unserer Abwesenheit zwei riesige Weihnachtsbäume aufgestellt worden. Einer an der Rezepton und einer im Restaurant Atlantik Klassik.



      In jedem Hafen ist das Auslaufen auf dem Pooldeck von Musik begleitet. An diesem Tag ziehen alle Crewmitglieder, die nicht zum nautischen Personal gehören, mit ihren jeweiligen Nationalfahnen auf die Bühne und werden mit Applaus gewürdigt. Ich bin erstaunt, wie viele Nationen an Bord vertreten sind. Auf anderen Schiffen erfolgt dieses Dankeschön an die oftmals im Verborgenen arbeitenden Leute gern im Rahmen des Kapitänsdinners. Das gibt es auf den Mein-Schiffen zum Glück nicht. Die Ehrung auf dem Pooldeck mit all den bunten Fahnen ist eigentlich schöner und die so Geehrten haben sichtlich Spaß dabei.




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    • Neu

      Tolle Reise!

      Kannst du noch was zum Schiff generell sagen!? Essen, Getränke, Service und Co.?

      Sind bis daher ein Mal mit Costa gefahren (Hochzeitsreise) und 2018 jetzt mit NCL.

      Mein Schiff soll ja (angeblich) sehr "deutsch" strukturiert sein und bietet eben auch von vorn herein AI! Bei Costa hatten wir damals ein Getränkepaket und bei NCL haben wir tagsüber die beinhalteten Getränke genommen und abends dann immer extra bezahlt. Hat sich aber im Vergleich zum AI Aufpreis immer noch deutlich gelohnt gehabt!

      Gruß, René
    • Neu

      KF_81 schrieb:

      Kannst du noch was zum Schiff generell sagen!? Essen, Getränke, Service und Co.?


      Das Thema wollte ich mir eigentlich für den nächsten Seetag aufsparen, aber durch deine Frage passt es auch jetzt gut. ;)

      Essen: :gutenmorgen: :tee: :essen:
      Die großen Restaurants Atlantik Klassik und Atlantik Mediterran und Anckelmannplatz-Buffet-Restaurant sind einschließlich der meisten Getränke all inclusive. Ein kleiner Teil der Speisekarte stellt eine Ergänzung dar für diejenigen, die unter den Menüs des Tages oder den zuzahlfreien Gerichten nichts finden. Wir haben nur ein einziges Mal extra bezahlt, als wir im Fischrestaurant Gosch Sylt die Königskrabben gegessen haben.
      Weitere All-inclusive-Restaurants sind die italienische Osteria, das Tag & Nacht Bistro und am Pool die Bosporus Snack Bar.
      Am Heck im Bereich des Diamantfensters befinden sich drei Restaurants, in denen man generell bezahlen muss: Das japanische Hanami by Tim Raue, das Surf & Turf - Steakhouse und das Schmankerl. Da das Essen in den anderen Restaurants so gut und abwechslungsreich war, hatten wir nie das Bedürfnis, dort zu speisen.

      Getränke: :beer:
      Es gibt eine Auswahl von kostenlosen offenen Weinen in den Restaurants. Flaschenweine müssen extra gezahlt werden.
      Wer will, kann auch das Frühstück schon mit einem Glas Sekt beginnen, der im Anckelmannplatz hinter der Backstube ausgeschenkt wird. :sekt: :wacko1:
      In den normalen Bars war eine Auswahl von über 100 Drinks generell inkludiert. Weniges kostete extra wie z.B der Champagner.
      Im Champagnertreff und der Diamantbar am Heck ist nichts all inclusive.

      Service:
      Wir waren mit dem Housekeeping durchweg zufrieden.
      Angenehm ist uns die Kinderbetreuung aufgefallen. :girl: :king: Ein Bild des Kinderbuffets habe ich schon in meinem zweiten Beitrag gezeigt. Dort sind Tische für Familien mit Kindern reserviert - mit dem Aufsteller "Klein, hungrig und gefährlich". Es gibt einen Babyraum namens "Nest" und den Kids-Club "Insel der Seeräuber". Manchmal sah man Betreuer mit einer kleinen Gruppe von Kindern zu Mittag essen. Das ist praktisch, wenn Eltern einen nicht kindgerechten Ausflug unternehmen. Auch in der großen Arena sahen wir einmal zwei Betreuerinnen mit 2 Kindern Fußball spielen. Das Zahlenverhältnis dürfte in den Schulferien allerdings anders aussehen.



      Ich suche nun noch nach einem Kritikpunkt, finde aber nur einen:
      Es ist kein Hurtigrutenschiff.

      Viele Grüße
      Laminaria



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