Skandinavischer Herbst 4 Wochen 5 Schiffe oder wie aus einem geplanten Erholungsurlaub ein Abenteuertrip wurde (11.09.2018-08.10.2018)

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      Da ich nicht davon ausgehe das alle meine Vorstellung im Forum gelesen habe hole ich mal etwas weiter aus, um zu erklären warum ich es auch im Urlaub kompliziert mag.

      Im Jahr 2009 kamen einige Modellfreunde von mir auf die Idee der Bahnstrecke Kiruna-Narvik und den letzten Dinosauriern des europäischen/schwedischen Lokomotivbaus einen Besuch abzustatten. Der Plan wurde im Juni 2010 in die Tat umgesetzt und dabei hat mich die Landschaft und Ruhe in den Bann gezogen und mir den Kopf verdreht. Einer aus der Reisegruppe wählte damals für die Rückreise die Variante, mit dem Bus von Narvik nach Svolvaer zu fahren und von da aus weiter mit der MS Vesteralen nach Trondheim . Seine Begeisterung darüber griff nicht nur auf mich über und so stand fest das bei der nächsten Reise an die Erzbahn auch Hurtigruten mit dabei sein wird. Die Planungen für 2012 ergaben das sich die MS Lofoten von Bergen nach Bodö für die Anreise nutzen lässt. Auch wenn allen Beteiligten klar war, dass das ganz je nach Wetterlage schnell eine einmalige Aktion werden kann, denn keiner von uns wusste ob er Seefest ist, wurde der Plan nach dem Motto no risk no fun durchgezogen. Die Hustavika gab zwar alles, die Frage nach den fehlenden Brötchen am nächsten Morgen wurde mit Wind 6-8 beantwortet, konnte aber nicht verhindern das seitdem immer eine Schiffstour mit dabei ist. Es muss wohl am Familiennamen liegen, dass damals bei mir der Hurtigrutenvirus ziemlich heftig ausgebrochen ist, denn der Rest der Truppe ist relativ immun für das Virus geblieben.

      Der 2 Jahresrhythmus für die Reisen hat sich bewährt und so stand auch für den Herbst 2018 wieder Erzbahn im Urlaubsplan. Da ich inzwischen die meiste Erfahrung in Sachen Hurtigruten habe übernahm ich wieder die Planungen und Buchungen für den Teil der Reise. Die Truppe ist inzwischen so gut eingespielt, was die Organisation und Buchung der Reise angehen, dass das Ganze relativ stressfrei abläuft.

      Nach 2mal Harstad-Trondheim für die Rückreise stand zur Diskussion ob wir dieses Mal den Rest der Strecke bis Kirkenes in Betracht ziehen sollten. Harstad-Kirkenes ist als Abreisevariante ohne weiteres machbar und mit Tromsö und dem Nordkap auch sehenswert. Für mich persönlich, aber zu kurz. Tromsö-Kirkenes-Harstad ist für mich die ideale Variante, da sich Kirkenes als Einstiegshafen durch die notwendige Zusatzübernachtung nicht wirklich lohnt. Als frühester Abreisetag aus Deutschland kam nur der 11.09. in Betracht. Ein Blick in den Fahrplan offenbarte das sich mit einer Übernachtung in Tromsö die MS Vesteralen für die Anreise nutzen ließe. Passt doch, die interessiert mich eh noch. Die Tatsache das man auf dem Teilstück nach Kirkenes einige offene Seestrecken hat, womit einige aus der Truppe dann doch zu kämpfen haben und des verfügbaren Urlaubs, einigten wir uns schließlich darauf, zum 3.mal Harstad-Trondheim gemeinsam zu fahren. Für mich stand fest das ich bis Bergen durchfahren werde und die Gelegenheit nutze um Fjordline als Abreiseoption nach Deutschland zu testen.

      Da sich die Urlaubsplanung beim Arbeitgeber wieder mal hinzogen, war die geplante Flußkreuzfahrt über die Donau im Frühjahr nicht mehr buchbar und aus finanziellen Gründen war es auch besser den Wanderurlaub in der Schweiz weiter durch zu schieben. So sollte es schließlich im Herbst die große Lösung mit An- und Abreise via Hurtigruten werden. Ich brauchte schlicht endlich mal Ruhe und die Bildausbeute von 2016 ließen sich eh kaum noch toppen, so wollte ich mich schlicht vom Wetter und den anderen treiben lassen und nicht dem perfektem Bild hinterher hecheln. Es kamen daher bei mir Überlegungen auf, bei der Anreise entweder bis Stokmarknes zu fahren und die notwendige Zusatzübernachtung fürs Museum zu nutzen oder sogar in Svolvaer zu übernachten. Durch die direkte Busverbindung nach Narvik fiel die Entscheidung schließlich auf Svolvaer . Einen Restauranttipp der Gruppenreiseleiterin der Osterpanoramatour von 2015 konnte ich somit auch gleich mit testen.

      Die meisten werden jetzt denke, die Buchung allein ist ja das erste Abenteuer, denen gebe ich recht, speziell wenn man weiß was Hurtigruten von Teilstreckenreisen hält. Entweder war es bei dieser Buchung oder früher wo einer Mitarbeiterin bei mir im Reisebüro offen am Telefon gesagt wurde, Teilstrecken sind nicht unser Kerngeschäft! Sei es drum ich liebe Herausforderungen und das man mit Teilstreckenbuchungen selbst Hurtigrutenmitarbeiter am eigenen Buchungssystem zweifeln lassen kann, wusste ich da noch nicht.

      2016 waren wir Ende August unterwegs und da war Anfang Februar schon alles gebucht und so machte ich mich an einem Samstag im Februar ohne Vorbereitungen auf ins Reisebüro zur Preisanfrage und um eventuell meine Teilstrecken zu buchen. Die Mitarbeiterin, die sonst für mich die Buchungen macht war nicht da und so musste eine andere für mich telefonieren. Für sie war es die erste Teilstreckenbuchung, ich sagte ihr das wird schon sie brauche nur das weitergeben was ich ihr sage. Die erste Teilstrecke Tromsö-Harstad war scheinbar buchbar, nur als sie mir die Abfahrtszeiten nannte merkte ich, dass es das südgehende Schiff war, ich brauche aber das nordgehende über Kirkenes . Das war natürlich nicht buchbar. Na gut, probieren wir es mit der 2. Teilstrecke Harstad-Bergen. Die wäre buchbar gewesen nur wollte ich alles zusammen buchen und so hatte ich aber wenigstens einen Preis. Mutig geworden, wollte ich noch den Preis Harstad-Trondheim wissen, für das gleiche Schiff. Aus ihrem fragenden Blick entnahm ich, dass höchstwahrscheinlich gerade das passiert war, was ich schon vermutet habe, was passieren wird. Sie bestätigte mir, dass man auch am anderen Ende der Leitung gerade nicht verstand was passiert ist, nämlich das Schiff war auf einmal nicht mehr buchbar. Ich selbst hatte in diesem Moment massive Schwierigkeiten Ernst zu bleiben und nicht vor Lachen vom Stuhl zu rutschen. Um die Situation zu retten, verblieben wir so, die Buchung an der Stelle abzubrechen und ich wiederkomme, wenn die Schiffe auf der norwegischen Seite buchbar sind.

      Ende Februar war endlich die MS Vesterålen von Tromsö über Kirkenes nach Svolvaer buchbar. Also wieder ab ins Reisebüro, um meinen Teil der Reise zu buchen. Da Harstad-Trondheim immer noch nicht buchbar war, für Ende September. Ich ließ mir für die anderen Interessierten wenigstens die Preise für Anfang September geben, so dass sie wenigstens eine Vorstellung hatten mit welchen Kosten dieses Jahr zu rechnen sei. Für die Teilstrecke nach Bergen hatte ich irgendwie einen anderen Preis im Kopf und auch im Reisebüro war man der Meinung bei der ersten Anfrage andere Preise genannt bekommen zu haben. Ich konnte nicht ganz verstehen, dass sich bei 3 statt 2 Nächten auf dem Schiff, der Preis fast verdoppelte. Der Blick hinterher auf die norwegischen Preise bestätigte dies aber und wenn man die reinen Fahrzeiten betrachte hat es auch seine Richtigkeit. Da ich mir die Rückreise noch mal überlegen wollte, blieb es erstmal bei der Buchung der MS Vesterålen. Um nicht zu viel selbst buchen zu müssen ließ ich noch nach einem Anreisepaket für Tromsö fragen. Dies gibt es auch. Allein das nennen der Abflugzeit lies mich von dem Plan Abstand nehmen und habe gar nicht erst nach dem Preis gefragt, der wohl sowieso der K.O. des Planes gewesen wäre. Ich hatte vorher schon nach Flügen gesehen und so wusste ich das es sich um den Norwegianflug handeln musste. 20kg Freigepäck gingen, für den zum damaligen Zeitpunkt noch 3-wöchigen Urlaub, gar nicht. Da der SAS-Reisebüropreis nur geringfügig über dem Netzpreis lag, wurde der Teil gleich mit erledigt.

      Als Ernsthaftes Problem stellte sich die Übernachtung Harstad heraus. Weder Thon noch Scandic waren für den gewählten Termin buchbar. Ich selbst hätte einen Tag später fahren können, wo beide Hotels wieder buchbar wären, nur nicht die anderen, die waren an die Sonntagsabfahrt gebunden. Das Problem hatten wir 2016 auch schon, wo das Thon durch eine deutsche Busreisegruppe, die auch mit uns aufs Schiff sind, geblockt wurde. Das haben wir beim Abendessen im Egon, dem Hotelrestaurant vom Thon, mitbekommen. Damals konnten wir aber auf das Scandic ausweichen. Diesmal blockten wohl die norwegischen Wochenendtouristen beide Hotels. Durch einen Mitreisenden wurde kurzerhand das Tjeldsundbrua Kro & Hotell AS gebucht. Wenn man mit dem Bus von Narvik nach Harstad fährt muss man da umsteigen. Ich selbst hatte damit und der morgendlichen Taxifahrt zum Schiff ein Problem, nur hatte ich auch keine andere Lösung.

      Nach reichlichem Überlegen blieb ich beim ursprünglichen Plan, auf der Rückreise bis Bergen durchzufahren. Also wieder ab ins Reisebüro, um die vorhandene Buchung zu erweitern und gleich noch das Frühstück am Nordkap dazu zu buchen. Es war im Herbst 2017 bei der Runde mit der MS Lofoten wegen zu weniger Teilnehmer ausgefallen. Die Telefonwarteschleife bei Hurtigruten wurde für die Hotelbuchungen in Tromsö und Bergen genutzt. Für Tomsö fiel die Entscheidung auf das Scandic Ishavshotel und in Bergen wollte ich wieder im Thon Orion übernachten, wie schon 2017. Für Svolvaer konnte man mir im Reisebüro nicht helfen, hier musste ich selbst buchen.

      Die Mail über die beiden Herbstreisen der MS Nordstjernen löste bei mir eine kurze Kriese/Panik aus, dass ich meine bisherigen Urlaubspläne nochmal über den Haufen werfen muss, nach dem sie mir 2017 meinen oben schon mal genannten Plan in der Schweiz zu wandern versenkt hatte. Ja ich muss zugeben ich bin süchtig nach ihr. Der 22.09. als Abfahrtstermin für die erste Tour sagte mir gleich was aber nach dem ich wieder klar denken konnte, war die erste Tour gestrichen, da ich an dem Tag auf dem Weg nach Harstad sein werde. Die 2. Tour war aber machbar. Beim prüfen wann ich wo bin, kam kurz die Überlegung auf, nachzufragen ob ich schon in Skagen zusteigen kann. Das lies ich aber bleiben nach dem beide Touren recht schnell ihre Mindestteilnehmerzahlen erreicht hatten und die erste Tour schon fast ausgebucht war. Beim lesen des Forums über die Herbstreisen bekam ich mit, das @Senja, die ich von der Frühjahrstour 2017 kannte, auch die 2. Tour gebucht hatte und somit gab es für mich kein halten mehr, koste es was es wolle du musst auf das Schiff. Ein riesen Problem stellte dabei der Fachkräftemangel beim Arbeitgeber da. Mir fehlten eigentlich nur 4 Urlaubstage. Diese aus einem anderen Urlaubsblock raus zunehmen war nicht das Problem nur zum gewünschten neuen Termin waren schon zu viele gleichzeitig im Urlaub. Die endgültige Entscheidung konnte frühestens im Juni fallen. Ich dachte mir nur so, kann den dieses Jahr nichts gleich funktionieren! Immer diese Ungewissheit nervt auf Dauer. Nicht das mir zum Schluss noch einer meine „Traumkabine“ 277 wegschnappt habe ich die wenigstens schon mal reservieren lassen.

      Die Zugfahrt ab Hirtshals nach Deutschland mit Zusatzübernachtung war eh geplant. Es stellte sich nur die Frage nach dem Wo, die erstmal unabhängig ist ob das mit der Nordstjernen funktioniert oder nicht. Hamburg böte sich an da hier ein Forumsmitglied wohnt, dass ich 2017 auch auf der Frühjahrstour kennen gelernt habe. Wie ich beim Stammtisch in Leipzig erfuhr, würde ein privates Treffen wohl schwierig werde. Da ich schon mal ein paar Tage in Hamburg war, entschloss ich mich dann dem dänischen Eisenbahnmuseum in Odense einen Besuch abzustatten.

      Meine Bauchschmerzen zur alternativen Übernachtung zu Harstad wurden nicht weniger und beim beschäftigen mit dem Busfahrplan viel mir ein, dass der Bus Narvik-Tromsö kurz vor dem Lofotenbus in Narvik abfuhr. Musst doch mal sehen ob das passt, um schon in Tromsö auf das Schiff zu gehen. Es passt. Es war in zwischen Mai und die Teilstrecke Harstad-Trondheim immer noch nicht für den gewählten Reisetermin buchbar. Es wurden zwar mehr und mehr Termine freigegeben aber nicht der den ich brauchte. Es war so als ob mich jemand ärgern wollte. Mir war aber dabei aufgefallen, selbst Harstad-Bergen war nicht mehr buchbar für den Reisetermin. Neugierig ob man mir tatsächlich die Mehrkosten für die eigene Buchung nennen konnte, bin ich ins Reisebüro. Es folgte was ich schon ahnte: Hurtigrutenmitarbeiter am eigenen Buchungssystem zweifeln lassen 2.Teil. Vor dem Telefonat hatte ich aber diesmal die Mitarbeiterin im Reisebüro vorgewarnt. Es kam was kommen musste!
      Finde den Fehler: Kunde hat eine Buchung Harstad-Bergen möchte diese gern auf den früheren Einstiegshafen Tromsö ändern. Umbuchung nicht möglich, Schiff ist aber ab Kirkenes buchbar!
      Das zu prüfen da kam man bei Hurtigruten selbst drauf. Die anderen Mitreisenden waren auch der Meinung beim ursprünglichen Plan zu bleiben und so musste ich mit meinen Bauchschmerzen zur Alternativübernachtung Harstad leben. Zumindest bekam ich noch die Auskunft, dass wenn die Teilstrecke Harstad-Trondheim buchbar sei, es eine eigene Buchungsnummer wird, bei der ich aber der Rechnungsnehmer bin.

      Allzu viel Zeit verging zum Glück nicht mehr und die Hurtigrutenbuchung für alle Interessierten war endlich erledigt. Minimale Aufregung gab es nur weil nur noch eine Innenkabine verfügbar war, es aber 2 sein sollten. Die Entscheidung wer den Aufpreis für die Außenkabine mit eingeschränkter Sicht zu zahlen hat überlies ich dem Reisebüro und wurde, wie nicht anders zu erwarten, klaglos hingenommen. Bei einem Modellbahnstammtisch in Frankfurt(Main), wo ich 2 Mitreisende traf, fiel dann noch die Entscheidung den Seeadlerausflug nochmal zu machen und so wurden die Buchungen zum letzten Mal geändert. Ende Mai bekam ich dann auch die Freigabe, die Änderung des Urlaubs ist genehmigt und die Nordstjernen konnte fest gebucht werden. Nachdem dann auch alle Züge gebucht waren, stand fest das es 5 Schiffe werden. Ich hatte mich bei der Bahnfahrt von Odense nach Lübeck für die sichere Variante mit umsteigen in Roskilde entschieden und somit auch für die Fähre Rødby-Puttgarden. Den Stress über Padburg wollte ich mir nicht wirklich antuen. Wenn schon bei der Verbindungsauskunft drin steht das der Anschluß wegen Bauarbeiten eventuell nicht erreicht wird, kann das nur schief gehen.

      Nach dem sortieren der Unterlagen ob ich auch nichts vergessen habe blieb zwar das ungute Gefühl etwas übersehen zu haben. Damit und auch mit den Bauchschmerzen ob das mit dem Taxi nach Harstad gut geht musste ich ab jetzt leben. Zumindest war ich jetzt endgültig urlaubsreif und freute mich auf 4 Wochen Entspannung. Wer das Forum aufmerksam gelesenen hat der weiß es schon und auch die Überschrift verrät es ja:
      Es kommt erstens anders, als man zweitens denkt.

      Gruß Siggi

      PS: Ich verspreche die nächsten Beiträge werden kürzer und nicht so Textlastig. Ich selbst lese auch ungern so lange Texte.
    • @Schneehuhn
      So richtig verstanden habe ich nur ganz wenig :( :?: , eigentlich nur, daß die Planung ziemlich kompliziert und aufregend war.
      Ich denke und hoffe, daß es bei der eigentlichen Reise wenigsten immer vorwärst ging, wenn vielleicht auch mit einigen Umwegen. Bin auf den Bericht schon sehr gespannt.
      Liebe Grüße von Trollebo
    • Der Urlaub selbst gliedert sich in 4 Teile

      MS Vesteralen von Tromsö über Kikenes nach Svolvaer 12.09.-16.09.
      Erzbahn in Björkliden 17.09.-22.09.
      MS Nordlys von Harstad nach Bergen 23.09.-26.09.
      MS Nordstjernen Lübeck-Lübeck 30.09.-08.10.

      Auf der Nordlys waren noch 4 Mann aus der Erzbahnreisegruppe von Harstad bis Trondheim dabei.

      Oben beschrieben ist der Buchungsverlauf der beiden bzw. 3 Teilstrecken von Hurtigruten der Komplett durch mich für alle beteiligten erledigt wurde. Mit der Buchung der Unterkunft in Björkliden und wie der Rest zur Erzbahn kommt und wieder nach Hause hatte ich nichts zu tun. Deswegen auch noch nicht erwähnt. Der Text selbst ist chronologisch was die scheinbaren Sprünge vor und zurück betrifft dafür ist Hurtigruten selbst verantwortlich.

      Zuerst war die Teilstrecke der MS Nordlys Harstad-Bergen buchbar danach die MS Vesteralen Tromsö-Svolvaer und zum Schluß MS Nordlys Harstad-Trondheim.

      Für mich gibt es eine Buchungsnummer für beide Schiffe und die 4 Mitreisenden haben ihre eigene Buchungsnummer für ihre Teilstrecke wo ich aber mit meiner Rechnungsadresse drauf stehe. Wenn was unklar ist bitte fragen.

      Gruß Siggi
    • Da die Betriebsärzte gerade der Meinung sind mich vom Arbeiten abhalten zu müssen :fie: und die Berufsgenossenschaft mich dazu noch nötigte, beim Rentenversicherungsträger ein paar Wochen „Sonderurlaub“ zu beantragen :wacko1: , kann ich ja die freie Zeit bis zur Entscheidung wo es hin geht und wie es vor allem weitergehen soll dazu nutzen hier mal weiter zu schreiben. :gamer:

      Dienstag 11.09.2018

      Pünktlich 8:31Uhr begann das Abenteuer und oh Wunder die Bahn kann auch pünktlich fahren. Dann war das wohl einer von den 75% der Züge, die angeblich pünktlich fahren sollen. 3 Stunden vor Abflug war ich schon in Tegel und der SAS-Schalter war entsprechend noch geschlossen. Lieber so als nochmal wie im Frühjahr 2017 die Anreise kurzfristig umbuchen zu müssen. Etwas Bedenken hatte ich wegen des umsteigen in Oslo ob das mit dem Koffer funktioniert, entsprechend hatte ich aus Vorsorge 2mal Wechselwäsche im Handgepäck. Nachgemessen hat zum Glück keiner den wie ich hinterher feststellte war mein Fotorucksack Hoffnungslos zu schwer.

      In Oslo angekommen suchte ich die hier mal im Forum beschriebe Anzeigetafel, auf der man quasi aufgerufen wird. Die sah ich nicht, aber man hatte im Transferbereich eine Art Zollschleuse aufgebaut, die man nur mit Scannen des Flugtickets am Ein- und Ausgang passieren kann. Wie mir ein Passagier auf der Vesteralen später erzählte, kam er nicht durch da er seinen Flug über Lufthansa gebucht hatte und der Anschlussflug mit SAS als Airlinewechsel zählte und er damals seine Koffer holen musste und um neu ein zu checken.

      Das Wetter klarte Richtung Norden immer weiter auf und selbst Narvik mit samt Erzhafen konnte ich ausmachen. Im Landeanflug auf Tromsö verlies gerade die Polarlys den Hafen.

      Die Frage ob der Koffer den Umstieg in Oslo auch geschafft hat klärte sich sehr schnell, es war der erste auf dem Kofferband. Schnell noch am Automaten ein Busticket gezogen, ich glaube ich war der einzige der nicht beim Fahrer gelöst hatte und ab in die Stadt. Nach dem Einchecken im Hotel und Zimmer beziehen stellte sich die ganz dringende Frage nach dem Abendessen. Das Angebot des Hotelrestaurant traf nicht wirklich auf meinen Geschmack also ab in die Stadt. Auf Pizza und Co hatte ich nicht wirklich Meinung, wenn ich schon in Norwegen bin sollte es bevorzugt Fisch sein. So richtig fündig wurde ich aber hier auch nicht. Zurück im Hotel wurde die Speisekarte auch nach mehrmaligen lesen nicht besser. Ich konnte mir nicht vorstellen das es in Tromsö kein Egon gibt. Also wieder ab in die Stadt suchen. So langsam wurde die Sache akut da ich seit dem Frühstück nichts gegessen hatte. Die Suche war durch Zufall erfolgreich und der Abend war gerettet. Eigentlich ist ja die Bestellung und das Essen nichts Besonderes im Egon, wenn da nicht die Bedienung hinterm Tresen nach meiner Bierbestellung mit einem Fingerzeig auf die Biergläser fragte ob ich mir mit dem großen Bier sicher wäre. Ich war so perplex das ich mit German Tourist nicht kontern konnte, sondern nur ein Ja rausbrachte. Wer noch nicht Egon war, groß sind da 0,75l zur Erklärung.

      Zufrieden und gesättigt ging es zurück zum Hotel die Fotoausrüstung holen, um am Hafen Langzeitaufnahmen zu machen.





      Im Gehen schweifte der Blick instinktiv gen Himmel, irgendwie eine inzwischen unbewusste Handlung, wenn ich da oben bin und es zeigte sich tatsächlich schwaches Nordlicht. Also kehrt und Stativ wiederaufgebaut. Da es recht schwach und statisch war belies ich es bei den Kameraeinstellungen für Langzeitaufnahmen. Als dann doch Bewegung reinkam war es leider zu spät zum Ändern und die Show war auch zu schnell wieder vorbei. Mal gewinnt man mal verliert man.





      Nach dem Teilen des gerade erlebten hier im Forum zog ich noch mal los. Es wollte sich trotz klarem Himmel kein Nordlicht mehr zeigen. Einen offenen Punkt meiner Fotoliste konnte ich bei der Gelegenheit mit abarbeiten.





      Es soll ja Leute geben, die nur für das Foto das Mitternachtskonzert buchen.
      Das Bett rief immer lauter und ich beschloss den Tag hier zu beenden.

      Gruß Siggi

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    • Mittwoch 12.09.2018

      Der Blick aus dem Hotelzimmer offenbarte einen sonnigen Tag und der Nebel versprach schöne Bilder.



      Nach dem Frühstück war zügig packen und auschecken angesagt bevor sich der Nebel ganz auflöst. Der Koffer konnte bis zur Ankunft des Schiffes im Gepäckraum des Hotels untergestellt werden.



      Nachdem sich der Nebel aufgelöst hatte stellte sich die Frage wie sich die Zeit bis zur Ankunft des Schiffes sinnvoll totschlagen lässt. Den Plan dem Polarmuseum nach 2016 nochmal einen Besuch abzustatten verwarf ich angesichts des Wetters. Die sonnige Aussicht von der Seilbahnbergstation hatte ich im Herbst 2017 bei der geführten Wanderung schon genossen. Ziellos ging es zum Schluss durch die Stadt. Irgendwie machte sich gerade meine Vielfahrerei etwas negativ bemerkbar. Eine passende Sitzgelegenheit für das Einlaufen der Vesteralen wollte sich nicht finden lassen.



      Ein Typhonsignal mit dem ich noch nicht gerechnet hatte, veranlasste mich den Weg Richtung Hafen einzuschlagen. Tatsächlich die Vesteralen war etwas früh da. Im neuen Terminal hatte ich gelesen, das neue Passagiere erst ab 15:00Uhr auf das Schiff sollen, trotzdem holte ich schon mal im Hotel meinen Koffer. Zurück am Terminal konnte ich auch gleich aufs Schiff auch wenn es noch nicht 15:00Uhr war aber von zu viel Gegenverkehr vom Schiff mit der die Regelung begründet wurde war auch nichts zusehen. Der Reisende vor mir an der Rezeption nutze Hurtigruten so wie es vorgesehen ist für eine Spontanreise, ohne vorher gebucht zu haben. Nachdem er seine Kabine hatte bekam auch ich meine Bordkarte ausgehändigt. Erste Neuigkeit für mich war, dass die Essensitzung und Tischnummer auf der Bordkarte vermerkt sind. 2. Es gibt keine Tickets mehr für Ausflüge ausgehändigt, sondern man steht nur in der entsprechenden Teilnehmerliste des Ausfluges. Scheint aber offensichtlich nur so auf der Vesteralen zu sein. Später auf der Nordlys wurde mir beim Einchecken das Ticket für den Seeadlerausflug ausgehändigt und den Tisch fürs Abendessen mussten wir erfragen bzw. organisieren.

      Kabine ist ja auf Teilstrecke immer ein kleines Überraschungsei. Welche es wird habe ich bisher immer erst an der Rezeption erfahren so auch hier. Zu geteilt wurde mir die 222. Erster Eindruck: Eine D-Kabine auf der Lofoten ist nicht wirklich schmaler nur kürzer. Zu zweit wöllte ich hier auch keine ganze Runde verbringen.



      Die Kabine was schnell häuslich eingerichtet was nicht allzu schwer ist ich lebe eh grundsätzlich aus dem Koffer und einen Schrank brauche ich nicht. Die Erfahrungen mit der Lofoten und Nordstjernen sind da ganz nützlich. Der Platz unter dem Bett ist, meine ich zumindest, niedriger als auf der Lofoten. Der Koffer ging trotzdem drunter.

      Das fast leere Schiff war ideal zum erkunden und ein paar Bilder, die vielleicht das Wiki hier bereichern könnten, sind dabei auch entstanden.



      Erster Eindruck: Verwinkelt und man nimmt sehr leicht mal den falschen Gang, was mir immer wieder passierte. Sie ist auch eine brauchbare Alternative zur Lofoten, wenn diese aus dem Liniendienst ausscheidet.

      Da ich nicht so recht wusste wie ich die Zeit bis zur Abfahrt verbringen wollte, Entschloss ich mich doch noch mal von Bord zu gehen. Der Versuch ein Foto vom Schiff und neuen Terminal zu machen endete im Krankenhaus, nachdem mich eine Autofahrerin beim Rückwärtsfahren übersehen hatte. Meine Schutzengel sind aber offensichtlich noch alle da und auch bereit Überstunden zu machen. Ein Busfahrer fragte ob ein Krankenwagen benötigt wird und auch vom Schiff kamen Crewmitglieder zu Hilfe. Den Weg zum Krankenwagen konnte ich erstaunlicherweise ohne Hilfe allein gehen und auch die Wartezeit im Krankenhaus war mit langsamen auf und ab gehen besser auszuhalten als im Sitzen. Von der Schiffsbesatzung kam keiner mit ins Krankenhaus, war auch nicht wirklich notwendig, die Ärztin im Rettungswagen sprach sehr gut deutsch. Im Krankenhaus beim Warten kam mir kurz der Gedanke ob hier irgendjemand mich vielleicht von der Nordstjernen fernhalten will. 2017 die Frühjahrstour wäre ja beinahe nach einem Arbeitsunfall geplatzt und jetzt die Aktion. Offensichtlich hat man spätestens jetzt eingesehen das das nichts wird. Positiv gesehen, stellte sich die Frage was ich bis zur Abfahrt machen soll nun nicht mehr. Ein Notfall verzögerte die Vorstellung beim Arzt wofür er sich bei mir noch entschuldigte. Solange wie ich in Deutschland schon in der Notaufnahme gewartet habe, war es zum Glück dann nicht aber pünktlich zur Abfahrt wieder am Hafen zu sein wurde schon eng. Erstaunlicherweise sind keine Bildgebenden Verfahren bei der Diagnose zur Anwendung gekommen, um mir mitzuteilen das nichts gebrochen ist und in der Wade nur ein kleiner Bluterguss ist. Ich bin offensichtlich wirklich extrem hart im Nehmen, da sich in den nächsten Tagen nicht mal blaue Flecken zeigten was ich in Bezug auf einen früheren Unfall so nicht erwartet hätte. Wichtig war mir das der Urlaub an der Stelle nicht zu Ende ist, auch wenn ein überdehntes Knie und angeschlagener Wadenmuskel ziemlich ungünstige Voraussetzungen für einen Wanderurlaub sind. Auch der Rat, wenn es sich nicht bessert wieder in einem Krankenhaus vorstellig zu werden dürfte die nächsten Wochen nicht so leicht umsetzbar sein.

      Pünktlich zur Abfahrtszeit wurde ich entlassen. Die Stationsschwester versuchte inzwischen das Schiff zu kontaktieren was ihr nicht auf Anhieb gelang und somit nochmal Zeit kostete. Nachdem das gelungen war und auch ein Taxi zum Hafen bereit stand versuchte sie mich damit aufzuheitern das die Vesteralen extra wegen mir nochmal angelegt hätte. Es gelang ihr nicht wirklich meine Stimmung auf zu verbessern, da ich es mir nicht wirklich vorstellen konnte das sie pünktlich ablegt hat obwohl sie wussten warum fehlte und wo ich war. Wie ich später auf dem Handy sah hatte man mich auch genau zur Abfahrtszeit versucht anzurufen was, aber nicht gelang, da das Handy auf der Kabine lag. Zurück am Hafen wurde ich auf der Rampe am Terminal von einem Besatzungsmitglied erwartet. Nachdem ich bestätigte das ich der fehlende Passagier wäre wurde die Brücke informiert. Mit glaube ich ca. 30min Verspätung verließ die Vesteralen Tromsö . Ich bekam noch den Rat, wenn ich was bräuchte oder Problem hätte solle ich mich einfach an der Rezeption melden.


      Für das jetzt dringendste Problem brauchte ich an der Rezeption nicht fragen, sondern die Abhilfe stand im Restaurant. Ich hatte mal wieder den Tag ohne Mittagessen verbracht und das rächte sich jetzt. Vor dem Restaurant angekommen kamen erstmal Kindheitserinnerungen hoch und mir fehlte nur noch das Schild „Sie werden platziert“. Im Gegensatz zu damals waren keine Bananen der Grund für die Schlange, sondern das Nordkapbuffet, was auf der Vesteralen einen Tag früher als Tromsöbuffet serviert wird und gefühlt alle gleichzeitig abräumen wollten.


      Draußen hatte es sich zugezogen und somit war mit Nordlicht nicht zu rechnen und ich konnte alles erstmal in Ruhe sacken lassen. Mich im Bett zu erholen wollte ich noch nicht und nach dem Tag brauchte ich nach dem Bier zum Abendessen noch mindestens eins und ich tat mir den angebotenen Vortrag an. Ursprünglich sollte es eine nette Unterhaltung mit dem Kapitän werden, er ließ sich aber entschuldigen die zu erwartende Wetterlage würde dies nicht zulassen da er auf der Brücke eher benötigt würde. Ich glaube der Reiseleiter selbst plauderte dann etwas aus dem Nähkästchen und beantwortet Fragen. Das einzig neue für mich war, dass auch die Vesteralen das nordische Design bekommt und neue Hauptmaschinen im Herbst 2019 aber nicht auf Gasantrieb umgestellt wird, sondern weiterhin Diesel verbrennt. Das wunderte mich etwas, da auch sehr intensiv darauf eingegangen wurde, wie grün sich Hurtigruten schon gibt und noch werden will. Etwas Ablenkung brachten danach noch ein paar nette Gespräche mit Mitreisenden. Nach dem sich die Gesprächspartner auf ihre Kabinen verabschiedet hatten beschloss ich es ihnen gleich zu tun und hoffte wenigstens etwas Schlaf.

      Gruß Siggi