Iso Syöte - ab in den finnischen Winter - vom 28.2. - 12.3.2014

    • 2014
    • Iso Syöte - ab in den finnischen Winter - vom 28.2. - 12.3.2014

      Der Wecker war auf 3,15Uhr gestellt, denn ich musste um 4,45 Uhr am Flughafen sein. Ich trank nur eben eine Tasse Kaffee und bestellte dann das Taxi. Am LH - Schalter warteten auch schon eine ganze Anzahl Passagiere. Danach habe ich mir erst mal etwas zum Frühstück bestellt. Ich hatte richtig viel Hunger. Dann mussten es auch gleich 2 Croissants sein, eins mit und eins ohne Schokolade. Herr Wotan behielt dezent seine übelsten Bemerkungen für sich. Er passte inzwischen auf die Tickets auf. Ich musste in Kopenhagen und in Stockholm umsteigen. Die Übergänge waren knapp bemessen. Aber ich habe mir vorgenommen, alles in Ruhe zu erledigen, denn da ich auch keiner Straßenbahn oder Bus hinterher renne, renne ich auch nicht hinter einem Flugzeug her. Die Entfernung in beiden Flughäfen war enorm, wirklich von einem zum anderen Ende des Flughafens musste gehetzt werden. In Stockholm war ich der letzte Passagier auf den der Bus wartete, der aufs Rollfeld fahren musste. In der Maschine nach Oulu habe ich noch ein Sandwich gegessen und Wasser getrunken. Die Flugzeiten waren jeweils nur ca. 1Stunde 30 Min. Im Anflug auf Oulu sah man dann den ersten Schnee. Oulu ist ein kleiner Flughafen. Hier sollte ich vom Hotel Iso Syöte abgeholt werden. An irgendetwas sollte man das Auto erkennen können. Aber so sehr ich mich umsah, ich erkannte nichts. An der Information im Flughafen fragte ich dann schließlich und jemand ging raus und kam mit einem jungen Mann zurück, der ein Schild trug mit dem Namen des Hotels und meinem Namen. Er stand nur am falschen Ausgang, wir hatten uns so nicht sehen können. Nicht schlimm, wir fuhren noch ca. 2 Stunden mit dem Wagen in Richtung Kusamo (E 20) an Pudasjärvi vorbei, um nach einer Weile links abzufahren in das Syöte – Gebiet. Bis dahin war zwar Schnee, aber ich hatte mir mehr vorgestellt. Zum Schluss ging die Fahrt immer beständig bergauf, der Schnee nahm zu und oben auf dem Hügel (432,5m hoch) lag das Hotel und gaaanz viel Schnee. Übrigens – ich hatte gar nicht daran gedacht, dass es da schon eine Stunde Zeitverschiebung gibt!!F
      Das Hotel Iso Syöte - skandinavisch bodenständig, ohne Killefit (sagen wir im Rheinland) und ständigem Tageszeit bedingten Kleiderwechsel. Also ein richtiges, zünftiges Sporthotel. Lob sei dem, dem eingefallen ist, es auf diesem Hügel zu bauen.2.Da ich ja nicht mehr Ski fahre, hatte ich mich für dieses große Haus entschieden, worin ich mich auch aufhalten konnte, wenn das Wetter nicht so gemütlich wäre zum wandern oder spazieren gehen. Obwohl ichsonst ganz gerne alleine bin, wollte ich hier auch die Möglichkeit haben, mich unterhalten zu können. Außerdem konnte man die eine oder andere Safari buchen.

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    • Hallo @HeRu


      Super, mal ein Bericht aus Finnland! :)

      Ich hab jetzt nachgeschaut wo du in Finnland warst, wir waren letztes Jahr auch in Finnland, allerdings weiter nördlich und im Sommer. Also halt in der Jahreszeit die in Finnland auch Sommer heißt.....

      Irgendwie wirklich ein faszinierendes Land, wir werden sicher wieder einmal dort hinkommen, vielleicht ja auch al im Winter....

      Freue mich schon auf deine Fortsetzung!

      :)
    • Iso Syöte - ab in den finnischen Winter - vom 28.2. - 12.3.2014

      Ich checkte ein mit allen Formalitäten und bekam meinen Zimmerschlüssel. Die Zimmertüre hatte es in sich, ich bekam sie erst mal gar nicht auf. Das sah ein hilfreicher Geist, der mir das Schloss erklären wollte. Er hätte mir in meinem müden Zustand auch etwas vom Bären erzählen können. Es sollte immer wieder so seine Mucken haben, ich könnte inzwischen ein Buch über Zimmerschlösser schreiben. Das Zimmer war einfach aber gemütlich. Der 1. Blick aus dem Fenster war schon sehr zufriedenstellend und ließ auf ein tolles Panorama hoffen. Im Moment lag noch tiefer Nebel in den Tannen. . Die Unterlagen der Safaritouren lagen auf dem Schreibtisch. Die Rovaniemi Tour war für samstags geplant. Heute war Freitag und vielleicht sollte ich diese Fahrt für Morgen buchen. Leider war sie schon besetzt - ich ließ mich aber sofort für den nächsten Samstag eintragen. Samstagvormittag um 9,30 Uhr fand eine Safari zu einer Rentierfarm statt, daran konnte ich dann teilnehmen. Super, meine ersten Planungen waren in trockenen Tüchern (wie man so schön sagt) und sehr zufrieden ging ich zum Abendessen.

      Das Restaurant hatte von allen Tischen aus, wenn kein Nebel ist, eine wunderbare Aussicht und machte seinem Titel „Panoramahotel“ alle Ehre. Ich würde es erleben! Ein Buffet sorgte für unser leibliches Wohl, angefangen mit einer Suppe, verschiedene Salate mit Brot, als Hauptgang Fisch oder Fleisch und eine Auswahl Beilagen, je nach Geschmack. Abschließend gab es noch einen leckeren Nachtisch. Alles war ausreichend und auch für die ganz hungrigen Skifahrer. Jetzt überfiel mich die Müdigkeit dieses langen Tages. Im Zimmer erinnerte ich mich, dass es da einen Herrn Wotan gegeben hatte. Ja, natürlich ich sah ihn nicht gleich, aber ich glaubte ihn schnarchen zu hören - und wo??? In meinem warmen Stirnband. Es muss aber niemand glauben, dass Herr Wotan nachts seine Tasse (Öser=norw. Kuksa=finn.) ablegt, darauf muss immer aufgepasst werden – auch nachts!!

      Fortsetzung folgt!




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    • Ein Königreich für ein Bett!!
      Der Nebel gab die ganze Nacht keine Aussicht frei und so blieb sie auch morgens noch ein Geheimnis. Ich bin in der Regel immer früh wach und dann muss ich erst einmal eine Tasse Kaffee haben. Dass auf den Zimmern ein elektrischer Wasserkessel sein würde, war in der Zimmerausstattung zu lesen. Ich habe mir angewöhnt immer ein kleines Glas Schnellkaffee mitzunehmen. Ich fand zwar das übliche Hotel – Sortiment Kaffee und Tee – Tütchen mit Zucker vor, aber wenn das aufgebraucht war konnte man für € 2,50 ein neues Sortiment bekommen. Das war für mich auch neu.

      Im Foyer hatten sich schon mehrere Gäste versammelt und (mit mir 11 Personen), wurden aufgerufen für die Fahrt mit dem Hotelbus zur Rentierfarm. Gut geschlafen, gut gefrühstückt rüstete ich mich zu meiner ersten Safari. Die Fahrt war nicht lang und bald beäugte uns das erste Rentier, das sich außerhalb seines Geheges aufhielt.

      Es wollte nicht zu den anderen, erklärte uns der Farmer, Rentiere haben so ihren eigenen Kopf. Der Farmer hatte einen Baumstamm in den Schnee gerammt, obenauf etwas Kerze und Holzspäne gelegt und dann angezündet. Alte samische Sitte erklärte er, das hatte ich auch so noch nicht gesehen. Dann begann er etwas von seiner 200-3.300 jährigen Familiengeschichte hier an diesem Platz zu erzählen. Es war sehr interessant, besonders, dass die alten Holzhäuser noch erhalten sind und in Zukunft noch besser instand gehalten werden würden. Er müsste das alles einmal aufschreiben, riet ich ihm. In einem der Häuser hing ein altes Fischernetz an der Decke. Es hatte eigenartige Holztropfen, die das Netzt im Wasser schwimmen ließen. Jeder einzelne Tropfen war von einem Familienmitglied angefertigt worden mit Zeichen und Datum. Dann wendeten wir uns den Rentieren zu, die auch sofort kamen, natürlich in Futter-Erwartung. Es ist schon ein besonderes Gefühl, diesen für uns exotischen Tieren so nah zu sein.
      Der Farmer fragte dann, wer denn einmal mit dem Rentierschlitten fahren möchte. Ich rief am lautesten „ Iiiiich“ (peinlich, peinlich), er schnappte sich ein Tier und spannte es hinter einen Schlitten. Begleitet von dem Haus-Hof-Hüte-Hund durfte ich eine Runde um einen Platz machen. Der brennende Baumstamm war schon ganz gut runter gebrannt. Die anderen konnte natürlich auch mit dem Schlitten fahren. Danach wurden wir ins Haus gebeten. Er stellte uns seine Frau vor, die in der großen Stube für uns Brote mit Rentierschinken (hmmm) und Wurst vorbereitet hatte und auch einen leckeren Hefezopf. Dazu gab es Kaffee und Tee. Seine Frau ist Lehrerin in Sport und Tanz, sehr sympathisch. Der Farmer machte uns die Freude mit einigen samischen Liedern. Ich höre sie sehr gerne, sie haben so etwas Geheimnisvolles an sich. Dieser wirklich sehr schöne Aufenthalt bei dieser samischen Familie dauerte bis mittags und hat allen sehr gefallen. Der Hotelbus kam um uns wieder zurück ins Hotel zu bringen. Von den Köstlichkeiten bei dem Rentierfarmer war ich noch satt, sonst kann man sich im Hotel mittags auch eine Kleinigkeit zu essen bestellen. Der Nebel hatte sich nur mäßig aufgelöst.

      Herr Wotan maulte so rum, wo denn das versprochene Panorama wäre. Maulende Hunde muss man mit Nichtachtung strafen - ich hatte auch keine Lust darauf einzugehen, denn das kann man nun nicht ändern. Ich zog Herrn Wotan in meine kleine Fototasche zurück, wo er immer war, sonst fürchtete er vergessen zu werden. Aber auch diese Schneelandschaft (aus dem Fenster fotografiert) hatte doch was, ich war begeistert.

      Fortsetzung folgt

    • @HeRu
      Danke für den wunderschönen und interssanten Bericht. Wotan habe ich sofort ins Herz geschlossen! Wir reisen auch nie ohne Begleiter ähnlich wie Wotan !
      Wenn ich ab Freitag auch eine kleine Lesepause einlegen muß, wegen einer Adventsbusreise :x-smile: , freue ich mich schon auf die Fortsetzung.
      Liebe Grüße von Trollebo

    • Nachmittags gegen 16 Uhr sah ich mir die Umgebung an. Hinter dem Hotel begannen einige Skipisten, wohl verschiedener Schwierigkeitsgrade, mit den Liftanlagen. Trotz Nebel war reger Betrieb. Die vereisten Bäume sahen märchenhaft aus, alles war tief verschneit. Ich hatte so etwas lange nicht mehr gesehen und war begeistert- Unterhalb des Hotels standen einige Hütten zum Hotel gehörig. Die kann man auch mieten.

      Viel gelaufen bin ich nicht. Ich muss gestehen, dass ich mich erst daran gewöhnen muss, im Schnee und zum Teil auch auf vereisten Wegen zu laufen. Ich war zuerst ganz schön unsicher. Aber das legte sich bald, meine Schuhe hatten gute Profile und wenn man kräftig und sicher auftritt, geht das schon (ich redete mir gut zu!) Gegen 17,30 Uhr wurde es dämmerich und der Nebel löste sich so langsam auf. Das gab ein schönes Bild zur blauen Stunde. und später am Abend wirkten die Beleuchtungen der Pisten und Straßen wie ein Feuerwerk. So hatte ich mir das vorgestellt. Dieser Panoramablick im Restaurant war aber wegen der Spiegelungen nicht so gut zu sehen. Morgens beim Frühstück hatte man eine tolle Aussicht und man mochte sich gar nicht davon trennen
      Der nächste Morgen, Sonntag, Sonne und klare Sicht, Vom Hotel aus war ein Pendelbus eingerichtet worden für 2€ runter ins Tal zum Syöte – Shop und auch wieder rauf. Das nahm ich mir gleich heute vor. Ich wollte mir etwas Dosenmilch für meinen morgendlichen Kaffe und Äpfel kaufen.

      In dem kleinen Lädchen bekam man so das nötigste und natürlich auch jede Menge Souvenirs. Gleich dahinter gab es ein gemütliches kleines rustikales Restaurant, wo die müden Skiläufer sich aufwärmen und stärken konnten. Verschiedene Pisten, unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade und deren Lifte waren hier sofort zu erreichen. Ich finde, es ist ein tolles Skigebiet. Ich hatte viel zu sehen und zu bestaunen, ich bin zwar selbst mal Ski gelaufen, aber das war vor „1000 Jahren“ Ganz oben kann man jetzt das Syöte Hotel sehen.
      Die Buckelpiste hatte mich besonders beeindruckt. Die Buckel wurden von einigen Kids auch bewältigt. Nur der ganz große……? Na ja, das konnte man sich ja erst einmal ansehen.
      Die ganz kleinen zukünftigen Olympioniken konnten auf einem Laufband zu ihrer kleinen Piste fahren, das sparte Kraft. Als wären sie damit geboren, so benahmen sie sich auf den kleinen Brettern. Auch die kleinen Snowboarder gefielen mir, das hätte ich früher bestimmt auch gerne gemacht.

      Vor einem Iso Syöte Schild steckten 2 Skistöcke, hatte Herr Wotan vielleicht Lust da mal in den Schlingen zu sitzen? Gesagt getan, er fand das witzig und fand sich ungeheuerlich sportlich dabei.

      Eine Wurst könnten wir doch auch in der „Kota“ auf dem Feuer braten. Nein, erstens hatte ich keine und zweitens würde ich lieber im warmen sitzen. „Frierpitter“ meinte ich gehört zu haben, aber da ließ ich mich nicht umstimmen. Wir fanden einen Fensterplatz in dem gemütlichen Cafe´ und ich kaufte mir einen Kaffee und einen Ballen und ich denke, er macht sich auf diesem Stillleben recht gut.
      Aus dem Fenster konnte ich das rege Treiben an den Pisten und am Lift gut verfolgen.


      das war's für heute, Fortsetzung folgt.

    • Trollebo schrieb:

      @HeRu
      … Wie ich höre, kann man auch dort, ohne Ski zu laufen, einen schönen Urlaub machen... :locomotive:


      Noch dazu bewacht von einem Beschützer wie Herrn Wotan, der sein Frauchen bestimmt in jeder kritischen Situation verteidigen wird :D
      LG
      Marianne

      2015 B-K-B mit MS Vesterålen
      2016 B-K mit MS Lofoten
      2017 B-K-B mit MS Kong Harald
      2018 B-K-B mit MS Lofoten
      2019 Spitzbergen-Expedition mit MS Fram
    • hier geht es weiter:

      Nach zwei Stunden wollte ich wieder zurück ins Hotel. Der Busfahrer wartete schon. Für meine Kaffeesahne fand ich in meinem Zimmer neben dem Fenster (sie gingen alle nicht zu öffnen) eine andere schmale Fensteröffnung, die nur mit einem Fliegendraht geschlossen war. Das war die Lüftung und war ein guter Platz für meine Milch zum kühlen. Wenn ich sonst unterwegs bin, meistens im Herbst, dann habe ich meine Lebensmittel in einem Beutel über Nacht immer aus dem Fenster gehängt. Das war kühl genug.
      Nachmittags wollte ich mir diese märchenhafte Schneelandschaft hinter dem Hotel ansehen. Verschneite Tannen und vereiste Zweige. Ich wollte am liebsten alles als Fotografie mit nach Hause nehmen. Jetzt ist es schwer, die schönsten rauszusuchen Ich weiß nicht, wie oft ich die Aussicht aus dem Fenster fotografiert habe, immer wieder erschien sie mir anders. Ein kleines Häuschen ganz in der Ferne holte ich mit dem Teleobjektiv ran – ein hübsches Motiv, finde ich Die Spitzen der Tannen und Fichten sahen aus wie vereiste Blüten
      Hinter dem Hotel gab es auch einen Iglu. Man konnte darin eine Übernachtung buchen. Das ist zwar reizvoll, aber ich hatte schon einmal in dem Eishotel in Jukkasjärvi übernachtet. Das war spannend und muss ich jetzt nicht mehr haben.

      Ich machte noch einen Abstecher zu Pisten und Liften am Haus. Zwei Jungs mit dem Rad mit dicken Reifen und groben Profielen standen am Hang. Sie wollten doch wohl nicht etwa………..! Doch sie fuhren da runter, das hatte ich so auch noch nicht gesehen.

      Den Abend verbrachte ich meistens mit lesen. Im Fernsehen habe ich versucht die Wetterkarte zu bekommen. Für die nächste Zeit war Schnee angesagt, es war immer so um die 0°.


      Morgen geht es weiter!!

    • es geht weiter:


      Heute ist Montag und ich hatte für nachmittags um 14 Uhr eine Safari gebucht mit dem Snowmobile raus in die Natur, wo am Ende ein Lagerfeuer bereitet wurde mit Kaffee oder Tee und Gebäck. Ungefähr 3 Stunden wollten wir unterwegs sein. Ich bin noch nie auf einem Snowmobile gefahren, habe den Wunsch an der Rezeption geäußert, aber auch erwähnt, dass ich so etwas nicht selbst steuern möchte. Das war kein Problem, ich könnte hinter dem Guide sitzen.

      Morgens fing es wieder an zu schneien, ziemlich stark sogar. Der Termin der Safari kam immer näher und mein mulmiges Gefühl wurde immer stärker, um nicht zusagen, ich bekam „schiss“ (auf gut Deutsch) Kurz vorher fragte ich sicherheitshalber noch einmal nach, ob das wegen des vielen Schnees vielleicht auch nicht stattfinden würde. Ja, aber selbstverständlich! (Was für eine Frage) Da musste ich also jetzt durch.

      Um 14 Uhr wurden wir namentlich aufgerufen (wie in der Schule) und runter ins Parterre gebeten. Dort hingen jede Menge Spezialanzüge aller Größen gegen die Kälte. Helme waren ja sowieso Pflicht. Ich wollte erst keinen Anzug anziehen, habe mich aber doch noch anders entschlossen und das war gut so. Wir sahen alle wie die Mondmenschen aus. Es standen 14 Snowmobile bereit, alle mussten sich um "Anssan", unserem Guide, versammeln und nun bekamen hauptsächlich die Fahrer Instruktionen, wie diese Maschine zu behandeln wäre. Ansson fuhr mit mir als erster, danach kamen die anderen mit einem Abstand von gut 20 Metern und zum Schluss fuhr Janos, ein Praktikant aus der Schweiz. Janos hatte ein kleines Mädchen vorne vor sich. Ansson erklärte die Zeichen, die er zwischendurch geben würde und wie die Fahrer sich dann verhalten müssten. Auch die Mitfahrer auf dem hinteren Sitz bekamen Verhaltensmaßregeln. Man muss sich z.B. Mit in die Kurve legen, immer wie der Fahrer, und sich nicht anlehnen als säße man in einem gemütlichen Sessel, sondern gerade sitzen.

      Dann ging es mit lautem Motorgehäule los. Ach herrje, ich klammerte mich mit aller Gewalt an die Seitengriffe, um nicht runterzufallen. Es war auch mächtig rumplig. <Entspann dich mal> redete ich mir zu. So nach und nach gelang mir das auch und es war eigentlich doch ganz schön um nicht zu sagen ich war stolz wie Bolle und fühlte mich wie ein Held. Ich saß wirklich auf so einem Snowmobile!! Einige Male gab Ansson ein Handzeichen und alle Maschinen mussten halten. Er zählte sie und überzeugte sich, dass alle Fahrzeuge noch da waren und alles in Ordnung war. Es klappte vorzüglich mit der Gruppe.

      Wir kamen nach einer guten halben Stunde an einem zugefrorenen See an. Hier wollten wir unser Campfire machen. Ansson hatte Brennholz auf dem Schlitten hinter seiner Maschine geladen und alles was wir so brauchten. Es saß auch eine Mutter mit ihrem Sohn in dem Schlitten. Ansson machte ein Foto von mir, als Beweis!! Da wollte doch wirklich noch jemand den Beweis, auf einem Snowmobile gefahren zu sein - also Herr Wotan war auch stolz wie Bolle! Er bestand darauf, vorne auf dem Lenkrad zu sitzen. Na ja, ich machte sehr gerne ein Foto von ihm. Dann fühlte er sich aber auch wieder wohler in der Fototasche.

      Es wurde eine Feuerstelle eingerichtet und an den beiden Stecken, die immer an diesem Ort deponiert wurden, drei Wasserkessel gehängt . In einen der Kessel kam das Kaffeemehl, denn in der freien Natur ist „Prüttkaffee“ angesagt. Bei der Frage, wer Kaffee oder Tee haben möchte, schwenkten einige auf Tee zurück, als sie sahen, was es für ein Kaffee war. Ich bin das Gewohnt und mir schmeckt der auch total gut. Dann bekam jeder noch einen Hefekringel, den ich immer ganz besonders lecker finde. Die Feuerstelle brennt nieder und hinterlässt ein Schmelz - Loch bis zum Boden, bestimmt einen halben Meter tief . Es waren schon einige Feuerstellenlöcher.
      Danach ging es wieder zurück auf direktem Weg, denn wir waren jetzt schneller am Hotel. Janos musste ein paarmal die Straße zu beiden Seiten sperren, bis wir mit den Maschinen alle rüber waren.
      Ich war ganz schön froh, diese Tour mitgemacht zu haben. Ein Hobby wird dieses Fortbewegungsfahrzeug sicher nicht werden, aber ich habe es wenigstens mal ausprobiert. Gegen 17 Uhr waren wir zurück, es hatte nachmittags auch aufgehört zu schneien, aber es war vormittags doch wieder eine Menge Schnee runtergekommen. Es war ein schöner Tag und ich freute mich auf den nächsten.

      Fortsetzung folgt

    • HeRu schrieb:

      Ein Hobby wird dieses Fortbewegungsfahrzeug sicher nicht werden, aber ich habe es wenigstens mal ausprobiert.

      Toll dass du das mitgemacht hast! Ich hatte bei meiner ersten Fahrt auch bammel, das legte sich aber schnell und inzwischen fahre ich die Dinger total gerne. Bin bisher aber immer selbst gefahren.
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • hier geht es weiter:


      Während der Nacht hatte es wieder ganz fein geschneit. Als ich wach wurde um 6 Uhr entstand dieses Foto und danach gab es eine Tasse Kaffee
      Dieses Motiv habe ich in ganz unterschiedlichen Lichtstimmungen fotografiert. In einem Jahr wurde es auch meine Weihnachtskarte.
      Heute hatte ich kein Programm und so marschierte ich raus in den frischen Schnee. Die verschneiten Bäume und Sträucher- und vereisten Äste reizten mich natürlich wieder, viel zu viele Fotos zu machen. Das wollte ich eigentlich gar nicht und ich ahnte, wie viel Arbeit und Unentschlossenheit, die richtigen auszusuchen, auf mich zukommen würde. Aber was soll’s, ich werde es schon richten.

      Auch Herr Wotan wollte nach einiger Überwindung mitten ins Schneevergnügen, nun ja, Schnee ist einfach kalt und in der Fototasche ist es schön warm. Aber man weiß ja, wie wichtig die „Beweisfotos“ für zu Hause sind!. Zwischen den Bäumen rasten die Kids mit ihren Snowboarden über die Huckel, dass es eine Freude war. Am Lift war auch noch reges Treiben trotz nicht so guter Sicht Am späteren Nachmittag kamen die letzten Snowmobile von einer Safari zurück. Ich war auch jetzt müde, ging zurück ins Hotel, bestellte mir einen Kaffee und aß genüsslich ein leckeres Hefeteilchen.
      Am nächsten Morgen 6,35 Uhr. Es hatte die ganze Nacht über geschneit. . Nach dem Frühstück bin ich sofort rausgegangen, um mir diese ganze Schneepracht anzusehen.
      Das war das, was ich mir so gewünscht hatte: eine märchenhafte Schneelandschaft! Ich bekam mehr davon zu sehen, als ich mir erträumt hatte. Oft hatte man den Eindruck, Bäume und Sträucher hatten sich in Skulpturen verwandelt


      Fortsetzung folgt!
      Bilder
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    • ich erzähl mal weiter:

      Nachmittags um 14 Uhr hatte ich mich für eine historische Rentiersafari angemeldet. Die erste Safari einen Tag vorher war schon ausverkauft und freundlicherweise wurde noch eine zusätzliche eingeschoben. Mit dem Hotelbus wurden wir zu dem Rentierfarmer gebracht. Er hatte schon Schlitten bereit stehen. Die einzelnen Rentiere waren erst einmal mit Futter versorgt. Er hat uns einen Vortrag gehalten über seine Farm, ich konnte aber sein Englisch wirklich kaum verstehen. Er war glücklicherweise nicht allzu lang. Die Rentiere wurden jedes an den vorderen Schlitten gebunden, jeder bekam einen Schlitten mit einem Rentierfell ausgelegt. Als alle saßen ging die Karawane los. Der Farmer vorne als erster führte das erste Rentier. Ich saß im letzten Schlitten. Es war ganz schön aufregend, denn immer wenn ein kleiner Hügel kam, hatte ich große Sorge, dass dem Tier der Schlitten in die Beine fuhr. Aber ich hatte es mit einem klugen Tier zu tun, es wich dann immer seitlich aus, an seinem Vorgänger vorbei und so ging es immer gut aus. Ja, es hat mir gefallen durch die wunderbare Schneelandschaft auf diese Art gefahren zu werden. Wir waren so ca. eine halbe Stunde unterwegs. Ich bin davon überzeugt, dass die Samen selbst nicht nur ein Fell im Schlitten hatten, sondern mehrere, damit es wärmer war. Eins für eine halbe Stunde Fahrt geht gerade so. Wieder an der Farm angekommen wurden wir in seine Kota eingeladen. Er macht wieder ein Feuer, was ganz schnell Wärme ausstrahlte. Die traditionellen Wasserkessel mit Wasser wurden über das Feuer gehängt und die Frage nach Tee oder Kaffee wurde gestellt. Ich nahm den Kaffe, die anderen hatten zu dem traditionellen „Prüttkaffee“ ein gespaltenes Verhältnis und nahmen lieber Tee. Auch hier gab es wieder einen Hefebollen. Das war wirklich sehr gemütlich. Der Hotelbus holte uns etwas später wieder ab.

      Fortsetzung folgt

      Vielleicht interessiert sich jemand für meine anderen Reiseberichte:

      2018 Wintermarkt in Röros
      2015 Silvester am Polarkreis
      2013 On Tour zur Atlantikstrasse
      2006 Kanada von Ost - West "Via Rail Canada" und Abstecher nach Churchill zu den Eisbären

    • ich schreib noch mal weiter:


      Der nächste Tag war ein ganz fauler Tag, es schneite und schneite und wollte gar nicht aufhören. Es war so ein ganz feiner Schnee, der sogar später in Regen überging. .

      Samstagmorgen um 9 Uhr starteten mit mir 12 Personen im Hotelbus zu einer Fahrt nach Rovaniemi und vorher zu einem Abstecher nach Ranua in den Zoo. Ich glaube, es sind so ca. 75 km bis Ranua und noch einmal so viel bis Rovaniemi. Mit Herrn Wotan hatte ich geklärt, dass er in meiner Jacke bleibt, wenn wir im Zoo sind und ich ihm die Bilder von dieser Fahrt nachher zeigen werde. Na ja, geknurrt hat er zwar, aber ich glaube, es war ihm recht. Wenn ich mit mehreren zusammen bin, hat man für „Hundespielereien“ keine Zeit, sonst verliert man den Anschluss.
      Nun sollte man wissen, dass ein Zoo in Skandinavien nicht unbedingt mit unseren zu vergleichen ist. Genauso die Freilichtmuseen oder sonstige Museen sind kleiner und sehr liebevoll zusammengestellt. Ich lasse eigentlich so etwas nicht aus und sehe sie mir gerne an. Ich muss erwähnen, dass es ja auch geregnet hatte. Die Straßen und Wege waren total vereist und ich musste sehr aufpassen.

      Der Zoo von Ranua ist sehr schön angelegt. Sie beherbergen eine Anzahl Eulen und Greifvögel, Marder und Nerze. Ein Highlight war natürlich der Braunbär und die Eisbären. Ein Eisbär im richtigen Schnee war ein lohnendes Fotomodel, während die anderen Tiere mehr faul im Schnee rumlagen. Ein Elch hob dann doch einmal den Kopf und so konnte ich auch vom ihm ein Portrait machen
      (ein Beweis für zu Hause, einen Elch gesehen zu haben, wenn auch im Zoo) In einem Iglu hätten wir einen Kaffee trinken können. Wir zogen die Zookantine vor, wo ich mir ein Puddingteilchen genehmigte.

      morgen geht es weiter!

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    • Rovaniemi

      Es ging es weiter nach Rovaniemi. Ich war vor einigen Jahren schon einmal dort. Für unsere kleine Gruppe war damals in der Kota eine Vorstellung alter samischer Tradition organisiert worden. Jetzt liefen alle erst einmal dahin, wo man den Weihnachtsmann vermutete. Eine lange Schlange hatte sich da schnell gebildet, um sich mit ihm fotografieren zu lassen. Na, das war nichts für mich. Ich machte nur draußen ein paar Bilder -F – Dann schlenderte ich in das Gebäude, der aneinander gereihten Souvenierläden. Die schönen finnischen Pullover, ähnlich wie die Norwegerpullover, nur mit viel kleineren Mustern, gab es nicht mehr. Stattdessen wird man überschüttet mit allem, was gut oder schlecht ist und billig oder teuer. Ich stärkte mich in einem Café und lief dann zur Post rüber. Das war interessant, denn es stand ein Bord mit Briefen aus aller Welt an den Weihnachtsmann. Und auf dem Tisch hatte man einige Briefe ausgelegt. Um 15 Uhr waren wir wieder an unserem Bus verabredet und es ging wieder zurück nach Iso Syöte. Alle Mitfahrer in unserem Bus hielten das besagte Foto mit Weihnachtsmann in Händen. Ob ich da wohl etwas verpasst habe? Herr Wotan war den ganzen Tag nicht aus meiner Jackentasche raus zu bewegen. Vielleicht hätte er beim Weihnachtsmann vor lauter Furcht den Aufstand geübt. Man muss so eine kleine Hundeseele schonen!

      Fortsetzung folgt

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Nordlicht“ () aus folgendem Grund: Bilder mit den Briefen entfernt/Nordlicht

    • Neu

      und zum Schluß:

      Es ist Sontag und wieder eine wunderschöne Aussicht. Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Motiv nun schon in den verschiedensten Stimmungen fotografiert habe. Hier war es um 7,59 Uhr. Nach dem Frühstück, bemerke ich, dass im Hotel allgemeines Abreisen stattfand. Ich wollte mit dem Pendelbus runter ins Tal fahren. Aber der Bus kam nicht, es warteten mit mir noch noch eine Familie. Ich ging zur Rezeption, um zu fragen, wo er denn bliebe. „Der Bus fährt ab heute nicht mehr, es ist Saisonende!“ Ich war sprachlos, wie sollte man jetzt ins Tal kommen. Ja, dann müsste ich eine Taxe nehmen und die kostete schlichte ca. € 15,--. Das wären € 30,-- für rauf und runter? So schön es hier oben auch war, aber etwas mehr Abwechslung hätte ich schon gerne gehabt. Ich hätte auch gerne etwas Obst gekauft. Ich war anfangs so enttäuscht. Dass ich überlegte, abzureisen, denn ich war auch jetzt ziemlich alleine hier oben.
      Aber man ist ja flexibel, ich habe viel gelesen, auf dem Tablet „Solitär“ und „FreeCell“ gespielt. Ich bin immer auch mal rausgegangen, es war alles ziemlich vereist.

      Ich hatte morgens beim Frühstück schon eine einzelne Dame bemerkt, „Single“ sieht man nicht so oft. Sie wollte abends wohl noch einen Spaziergang machen und ging in die falsche Richtung, weil sie sich noch nicht auskannte. Ich sprach sie einfach an. Wir kamen ins Gespräch, beschlossen im Hotel einen Kaffee zusammen zu trinken und hatten da schon viel Spaß. Sie kam aus Holland und wollte eine Woche bleiben.
      Am Spätnachmittag bin ich noch einmal raus gegangen, es hatte sich wieder eingenebelt. Dafür gab es am nächsten Morgen einen schönen Sonnenaufgang.
      Auf einem unserer Spaziergänge entdeckte ich an meiner neuen Kamera für mich das Panoramaprogramm.

      Wenn ich da nur eher darauf gekommen wäre. Das ist ja toll und gleich trainierte ich meine neue Errungenschaft. Herr Wotan war beleidigt, weil er sich vernachlässigt fühlte. Ja, ich kann mich nicht um alles kümmern. Erst als meine neue Begleitung ein Bild von ihm machte, renke sich das wieder ein und er meinte. “Geht doch!!!“ Ich sah das Bild in ihrer Bildergalerie schon, Herr Wotan prüfte es auch und meinte, er wäre sehr fotogen! " Prust,prust", das ich nicht lache!!! Aber ein bisschen schön ist er schon!
      In diese Höhle wollte er dann nicht Fotomodel sein wogegen ich glaube, es war ihm zu gruselig.

      Die schöne Zeit ich Iso Syöte war nun um und am Mittwochvormittag wurde ich mit dem Hoteltaxi wieder nach Oulu zum Flughafen gebracht. Um 12,50 Uhr ging die SK 2625 nach Stockholm. In Stockholm hatte ich Zeit bis 17,10 Uhr – ich sollte um 19 Uhr in Düsseldorf ankommen. Ich saß leider am Propeller und hatte nur diese Sicht auf den noch vereisten Bottnischen Meerbusen.
      Den Stockholmer Flughafen kannte ich noch nicht, bis auf die Raserei beim Hinflug von einem Ende zum anderen. An geeigneter Stelle holte ich mir ein Baguette und Wasser. Herr Woten war wieder im Bild, nur wenn man so klein ist, wird es nur ein sehr eingeschrenkter Ausschnitt. Den Rest der Zeit verbrachte ich damit, mir am Gate die Paralympiks von Ssotschi anzusehen. Die Zeit verging schnell bis zum Einchecken. Ich saß am Fenster einer Dreierbank – der Mittelplatz blieb leer. Ich war froh, denn ich bin ein unruhiger Flieger wegen meines RLS. Ich hatte es mir gemütlich gemacht und mein Herr Wotan auch. Manchmal musste ich ihn anstoßen, wenn er zu laut schnarchte. In meinem Schal fühlte er sich doch so geborgen „Glücklicher keiner Hund“.
      Wir kamen pünktlich in Düsseldorf an und mein Sohn erwartete mich. Das ist immer schön, abgeholt zu werden. Das war der finnische Winter, so wie ich ihn mir vorgestellt hatte.

      Allen vielen Dank, die mich bei meiner Reiseschreiberei begleitet haben, mir hat es Spaß gemacht.
      Ein Gruß von Herrn Wotan aus dem Bleistiftglas. (das würde sich anhören, wie „wuff,wuff!!“)