Skandinavien mit dem Cabrio oder: Die andere Art von Hafen zu Hafen zu kommen (29.08. – 11.10.2018)

    • 2018
    • Skandinavien mit dem Cabrio oder: Die andere Art von Hafen zu Hafen zu kommen (29.08. – 11.10.2018)

      Prolog

      Nach unserer zweiten gemeinsamen Hurtigruten-Reise kam bei Göga der Wunsch auf, auch einmal das Inland von Norwegen kennen zu lernen. Da hatte ich natürlich nichts dagegen, schließlich ist das ja mein Lieblings-Reiseland, und bisher musste (oder durfte – je nach Standpunkt) ich ja immer alleine los. Aber jetzt durfte ich ihr endlich einige der schönsten Ecken zeigen :thumbsup:

      Zuerst waren natürlich die Eckpunkte zu klären.
      Die erste Frage war die des Jahres. Da wir zu der Zeit (Mitte 2015) bereits für das Folgejahr eine Reise nach Spitzbergen und Island gebucht hatten und ich für das Jahr darauf bereits die Planung für meine erste Frühlings-Fahrradtour in Norwegen in Angriff genommen hatte, einigten wir uns schnell auf 2018 :|
      Dass es eine Rundreise mit dem Auto werden würde, war ebenfalls rasch klar. Es sollte auf jeden Fall ganz in den Norden gehen, so dass die Tourenlänge nicht unter 5 Wochen wäre (alleine die Fahrt zum Nordmeer sind ja bereits mehr als 3.000 Kilometer). Da wir nicht jeden Tag in einer anderen Unterkunft übernachten wollten, kamen noch ein paar Ruhetage hinzu, so dass die Dauer der Reise schnell auf 6 Wochen angewachsen war :/

      Mit diesen Rahmenbedingungen habe ich dann Ende 2016 eine mögliche Route ausgearbeitet. Diese lief auf eine relativ zügige Fahrt in den Norden und eine deutlich geruhsamere Weiterfahrt entlang der Küste hinaus. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Touren sollten die Übernachtungen allerdings etwas komfortabler sein als mit dem Zelt :) Da wir aber auch vor Ort keine Zeit mit der Suche nach Unterkünften verbringen wollten (mit Vorbuchung reist es sich zwar nicht so flexibel wie ohne, aber es ist deutlich entspannter falls es mal am Tag etwas später wird), suchten wir in der Nähe der laut Vorplanung vorgesehenen Übernachtungsorte eine Unterkunft und wurden auch im Umkreis zwischen 0 und 40 Kilometern fündig ^^ Die erste und die letzte Nacht sollten jeweils auf einer Fähre sein.

      Die letzte frühzeitig zu entscheidende Frage war die nach der Reisezeit. Schnell war klar, dass nur Mitte Mai bis Ende Juni oder Ende August bis Anfang Oktober in Frage kamen. Die Entscheidung war dann relativ schnell gefallen, da Göga nicht so gern zur Zeit der Mitternachtssonne unterwegs sein wollte. Das kam mir auch entgegen, da ich dann nicht zwei Jahre hintereinander im Frühsommer unterwegs sein würde – und der Herbst ist eh meine Lieblingsreisezeit im Norden :thumbup:

      Ein paar Wochen vor Fahrtantritt war dann die letzte Frage zu klären, nämlich die des Fahrzeugs. Zur Wahl standen ein kleines gemütliches Cabrio mit sehr begrenztem Stauraum (zumal wenn wir uns die Option des offen Fahrens nicht verbauen wollten :D ) und ein nicht so gemütliches Fahrzeug mit Platz für sehr viel Gepäck :hmm: Schnell waren wir uns einig, dass wir lieber gemütlicher mit einer überschaubaren Menge an Gepäck reisen möchten. Angeregt von @POLO besorgten wir uns durchsichtige Plastikboxen, mit denen wir den Kofferraum zu einem Gutteil füllten.
      Lebensmittel nahmen wir nur in sehr begrenztem Umfang mit (eine große Box voll musste reichen); der einzige Luxus war eine Kaffeemühle mit French press und einem Milchaufschäumer (die perfekt in zwei kleine Boxen passten) und so viele Süßigkeiten, dass wir sie unterwegs gar nicht aufbekommen haben :whistle3:

      Ab Mitte August sammelten sich die mitzunehmenden Sachen im Schlafzimmer. Der Stapel wurde meist größer, manchmal auch wieder etwas kleiner :mosking: , war aber am Vorabend unserer Abfahrt wunderbarerweise (nach 2 ½ Stunden ein-, wieder aus- und erneut einpacken :hmmz: ) komplett im Auto gelandet. So konnten wir am Vorabend unserer Abfahrt beruhigt schlafen gehen :sleeping:
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Wir haben festgestellt, dass der (ursprünglich geplante) Ausbau der Rückbank nicht wirklich viel mehr Stauraum gebracht hätte :/
      Hinter der Rückbank zum Kofferraum hin war eine nicht demontierbare Trennwand (in der auch die Elektronik für das Einfahren des Hardtops steckte) und unter dem Sitz war der Tank. Daher haben wir uns entschlossen, den Aufwand nicht zu treiben und statt dessen unsere Reisetaschen mit Tagesgepäck bzw. Kleidung mit den Sicherheitsgurten auf dem Sitz befestigt. Das hielt wahrscheinlich besser als ohne Sitz auf dem Metall ^^

      Viele Grüße
      Noschwefi
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      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Mittwoch, 29. August 2018 – Tag 1

      Die Fahrt beginnt

      Im Gegensatz zu unseren Hurtigrutenreisen, die meist mit einem frühen Flug beginnen, brauchen wir heute keinen Wecker :) Ich wache eh immer vor 7 Uhr das erste Mal auf, und auch heute ist das nicht anders. Wir frühstücken gemütlich, bevor ich den Wagen aus der Garage hole :locomotive:
      Zuerst muss ich wieder ein paar Sachen ausladen. Dies dient aber nur dazu, Platz für das Dach zu schaffen :D Schließlich haben wir jetzt schon fast 20 Grad und wolkenlosen Himmel – die Entscheidung für das Cabrio scheint die richtige gewesen zu sein :thumbup:

      Gegen 9:30 Uhr haben wir alles verstaut, verabschieden uns noch von unserer Nachbarin, die sich um unsere Post kümmert und fahren 10 Minuten später tatsächlich los.
      Wir haben viel Zeit; die Einschiffung im laut Karte 475 km entfernten Kiel beginnt um 17 Uhr ^^

      Abgesehen davon, dass es immer wärmer wird, verläuft die Fahrt anfangs ereignislos. Das ändert sich allerdings in Neumünster, wo wir von der Autobahn abgeleitet werden und uns durch die Stadt quälen müssen :S Grund ist eine Vollsperrung wegen Brückenarbeiten, was wir allerdings erst vor Ort erfahren haben. Gut, dass wir viel Reservezeit eingeplant haben. Wir nutzen den Stau um schon einmal zu tanken, dann brauchen wir in Kiel nicht mehr lange danach zu suchen :hmm:
      Nach rund 1 ½ Stunden befinden wir uns schon wieder auf der Autobahn Richtung Norden und erreichen Kiel – immer noch bei strahlendem Sonnenschein und inzwischen „nur“ noch 25 Grad – gegen 16:15 Uhr. So können wir unser Auto noch an Land schiffsfertig machen – sprich das Dach wieder ausfahren ;)

      Gegen 17 Uhr setzt sich dann die Schlange in Bewegung und ein paar Minuten später stehen wir hinter dem Check-In-Schalter erneut in einer Warteschlange, die sich aber wenige Minuten später schon wieder in Bewegung setzt. Wir werden eingewiesen und beziehen rasch unsere (Innen-) Kabine. Noch ein kurzer Gang aufs Oberdeck und wir können uns schon ins Restaurant begeben :essen: Das Buffet ist bereits bezahlt und so bekommen wir rasch unseren Tisch zugeteilt. Wir genießen die Auswahl (das Essen ist nicht ganz so gut, wie wir es von der MS Lofoten gewöhnt sind, aber dafür ist das Bier im Pauschalpreis enthalten :beer: ) und stehen kurz nach der leicht verspäteten Abfahrt wieder an Deck.
      Wir genießen die Aussicht über die Kieler Förde, als uns auf einmal ein etwas merkwürdiges Boot auffällt, das wir an Steuerbord überholen 8|



      Es sieht aus, wie ein halb fertiger Nachbau einer Hansekogge :mosking: , aber es fährt :thumbsup:

      Wir genießen noch einige Zeit die schöne Abendstimmung und den Sonnenuntergang. Hierbei zeigen sich allerdings die ersten Wolken des Tages, so dass wir die Sonne bereits vorzeitig verabschieden müssen :huh:

      Da wir von der langen Fahrt recht müde sind und uns weder der Bingoabend noch die Lotterie mit den attraktiven Preisen (die samt und sonders aus Flaschen mit diversen Alkoholika bestehen :fie: ) interessieren, begeben wir uns bald in die Horizontale. Vorher holen wir uns allerdings noch im Bordshop eine Flasche Multebeerenlikör für die langen Abende unterwegs :whistle3: Der gehört für mich bei einer Überland-Fahrt in Skandinavien einfach dazu :)


      Tageskilometer: 497
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      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Donnerstag, 30. August 2018 – Tag 2

      Eine unerwartete Schiffsbegegnung und ein paar spezielle Kreuze

      Wir schlafen beide ziemlich gut. Die Matratzen sind nicht zu weich und wir merken nicht, dass wir uns auf einem Schiff befinden – auf Deck 9 sind keine Motorgeräusche zu hören und Seegang fällt aus wegen ist nicht :) Um uns ein wenig orientieren zu können, klappen wir eine Leselampe vor dem Einschlafen nicht ganz wieder ein, so dass ich beim Aufwachen direkt sehen kann, dass es 6:30 Uhr ist.
      Ich schleiche mich vorsichtig ins Bad, kann aber dort nicht alle Geräusche verhindern :( So ist GöGa auch wach, als ich wieder in die Kabine komme. Da es ab 7 Uhr Frühstück gibt, ist das aber nicht wirklich schlimm.
      Um 7:15 Uhr sitzen wir beim Frühstück und lassen die schemenhaft erkennbare Landschaft an uns vorbeiziehen. Es ist trüb und nieselt immer wieder vor sich hin :gr-hmmmm:
      Eine Stunde später stehen wir aber dann doch an Deck bei immerhin 18 Grad. Wir haben einen schönen Blick auf die Schären. Steuerbord gibt es Natur zu sehen mit einem roten Haus am Ufer. Backbord reiht sich ein Industriegebiet an das nächste – der Kontrast könnte nicht größer sein ;(
      Es dauert nicht mehr lang, und an Backbord taucht Munkholmen auf ^^



      Munkholmen ?( Da stimmt doch etwas nicht =O Und die Brücke, die vor uns auftaucht, passt auch nicht dazu :?: Stimmt, wir befinden uns ja gar nicht auf dem Weg nach Trondheim :patsch: Dann muss es wohl Kyrkogårdsholmen sein mit der Festung Nya Elfsborg.
      Das scheint jetzt zu passen, denn schon wird die Ankunft in Göteborg avisiert.

      Wir legen pünktlich um 9:15 Uhr an, und gerade mal eine Viertelstunde später haben wir die Fähre bereits verlassen :thumbup:
      Jetzt heißt es aber aufpassen, denn wir können nicht direkt auf die E45 Richtung Norden fahren. Der Tunnel unter der Innenstadt ist gesperrt, und so fahren wir erst einmal über den Göta älv Richtung Oslo. Unser Navi leitet uns nun nach Norden. Bald unterqueren wir den Fluss und folgen nun wirklich der E45. Für beide Flussquerungen ist eine Maut von jeweils 9 SEK fällig :| Da diese aber innerhalb von 30 Minuten erfolgt sind, wird eine Zahlung gestrichen :thumbsup: Die Rechnung hierfür über 0,86 € sollte uns bei der Ankunft zu Hause erwarten. Abzüglich der 70 Cent Porto hat sich der Aufwand definitiv gelohnt :whistle3:

      Wir gewöhnen uns schnell an die entspannte Fahrweise in Schweden. mal mit Tempo 100, dann mit 80 folgen wir der gut ausgebauten Straße. Rechts von uns liegt inzwischen der Vänern, der größte See Schwedens. Zu sehen ist hiervon allerdings nichts, die Bäume haben einfach noch zu viele Blätter dafür ;) Nach knapp 2 Stunden und 150 km verlassen wir die Hauptstraße und folgen einem kleinen Sträßchen nach Håverud. Hier treffen sich ein Fluss, ein Kanal (genauer der Dalsland-Kanal, der gerade 150-jähriges Jubiläum feiert), eine Straße und eine Eisenbahn. Dies bedeutet 3 Brücken übereinander, und das wollen wir uns einmal anschauen :rolleyes:

      Wir parken auf einem kleinen Parkplatz oberhalb des Orts und steigen über ein paar Treppen zum Kanal hinunter. Es ist schon faszinierend, wie er hier über das Tal hinweg geführt wird :thumbup:



      Wir folgen dem Kanal weiter an einigen Schleusenkammern entlang zu dem See, in den der Kanal hier mündet. Dort liegt nicht nur ein Schiff am Ufer, sondern auch das Dalsland-Center, in dem wir uns ein wenig umschauen (und auch praktischerweise eine Toilette finden). Das kleine Museum wird gerade umgebaut, so gehen wir wieder raus. Jetzt müssen wir allerdings warten, denn die Drehbrücke über den Kanal wird gerade mit einer Schranke (vom Schleusenwärter per Hand gekurbelt) gesperrt :| Bald darauf fährt die M/S Dalslandia langsam an uns vorbei. Als wir die Brücke wieder passieren dürfen, folgen wir ihr am Ufer entlang, bis sie in die erste Schleusenkammer einfährt :)

      Als uns bewusst wird, dass sie ja dann bald auch die Kanalbrücke passieren wird, steigen wir wieder hinauf zur Straßenbrücke und kommen genau rechtzeitig dort an, um die Passage des Schiffs zu beobachten :8o:



      Da sind wir per Zufall genau zur richtigen Zeit hier vorbeigekommen – wenn das mal kein gutes Omen für die nächsten Tage ist :good3:

      Am Auto machen wir noch ein kleines Picknick, dann fahren wir weiter, zurück zur E45.
      In Karlstad verlassen wir sowohl den Vänern als auch die E45, denn für unser nächstes Zwischenziel müssen wir zwar keinen Umweg fahren, aber halt der (ebenfalls gut ausgebauten) 62 folgen.
      In Ekshärad gibt es eine schöne Kirche aus Holzschindeln. Das Besondere an diesem Ort sind aber die speziellen handgeschmiedeten Grabkreuze. Es gibt über 500 davon auf dem Friedhof, alles Unikate. Viele davon haben bewegliche Blätter, so dass man die Kreuze bei Wind auch hören kann :hmmz:



      Als wir ungefähr 10 Minuten auf dem Friedhof unterwegs sind, fängt es an zu regnen :S Ein Blick auf die Uhr sagt uns, dass es eh Zeit zum Weiterfahren ist, da wir vor 18 Uhr an unserer Unterkunft sein müssen. Wir haben noch 2 Stunden für rund 150 km; das sollte eigentlich reichen (und für den Notfall haben wir ja noch eine Telefonnummer).
      Wir fahren in aller Ruhe weiter, wobei es immer wieder regnet, aber auch hier ist die Straße gut ausgebaut und so erreichen wir um 17:45 Uhr Mora im Herzen von Dalarna (da wo Schweden am schwedischsten ist :whistle3: ). Unser Navi führt uns zum Vandrarhem, wo wir unser Zimmer beziehen. Da es hier eine Küche gibt, gehen wir die 700 Meter ins Zentrum und suchen einen Supermarkt.
      Nebenbei schauen wir uns natürlich auch ein wenig um :search_1:

      Hier im Ort endet der Wasa-Lauf, der an die Flucht Gustav I. Wasa vor den Dänen im Jahr 1521 erinnert. Das Denkmal vor dem alten Glockenturm erinnert allerdings an den modernen Wasa-Lauf. Daneben ist Mora bekannt für die Dalarna-Pferdchen, die hier dekorativ die Fußgängerzone bevölkern :mosking:



      Wir heben noch ein wenig Bargeld ab und wenige Schritte weiter finden wir im Supermarkt in der Warmhaltetheke ein ganzes Grillhähnchen, das jetzt (um 19 Uhr) um 50% reduziert ist. Das Angebot ist verlockend, und so können wir uns heute das Kochen sparen.

      Nach dem Abendessen, das wir im Aufenthaltsraum zu uns nehmen, bereite ich noch ein wenig unsere Ziele für den nächsten Tag vor, während Göga Reisetagebuch schreibt. Währenddessen verblassen die orangeroten Wolken langsam (pünktlich zum Untergang kam die Sonne noch einmal zum Vorschein), und nicht viel später ziehen wir uns auch zurück ||


      Tageskilometer: 543 (gesamt 1040)
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      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Auf diesen Reisebericht war ich schon sehr gespannt. Da wir ab morgen mit MEIN SCHIFF 6 "fremdfahren", werde ich ihn wohl leider erst im Advent weiterlesen können. Andrerseits hätte ich eigentlich nun einen guten Grund, an Bord Wlan zu buchen. ;)

      Viele Grüße
      Laminaria



      Reiseberichte in meinem Profil
    • Danke für die Vorab-Blumen :)

      @Laminaria
      In Anbetracht der Länge der Fahrt werde ich den Reisebericht mit Sicherheit nicht vor dem ersten Advent abschließen. Du wirst uns also auch nach eurer Rückkehr ein gutes Stück "nachträglich live" mitreisen können ;)
      Euch jedenfalls erst einmal einen schönen Urlaub (wohin fremdelt ihr denn?)

      @sehpferd
      Ich bin auch weiterhin gespannt, wo unsere Überschneidungen liegen und wie ihr die gleichen Stellen erlebt habt :/

      @Ingrid Marie
      Hoffentlich habt ihr noch ein wenig Zeit mit der Detailplanung; wie bereits geschrieben wird es noch ein wenig dauern bis ihr die vollständige Reise nachvollziehen könnt. Es würde mich freuen, wenn ihr den einen oder anderen Tipp noch einbauen könnt ^^
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      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Auch wir verfolgen gespannt euren Reisebericht der etwas anderen Art.
      Fasziniert hat mich bisher das Foto der M/S Dalslandia auf der Brücke. Gestartet seid ihr übrigens an dem Tag, auf den ich mich heute schon freue wenn wir im nächsten Jahr auf der MS Vesterålen sind :)
      Grüße aus dem Rheinland

      Berichte sind in meinem Profil

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Kauderwelsch“ ()

    • Kauderwelsch schrieb:

      derM/S Dalslandia auf der Brücke

      Ja, das war wirklich ein ganz besonderer Moment - zumal wir überhaupt nicht damit gerechnet haben :)
      Im Nachhinein haben wir festgestellt, dass um diese Jahreszeit einmal am Tag ein Ausflugsschiff die Schleusen passiert. Im Vorfeld bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, danach zu recherchieren, aber so war es ja auch gut ^^

      Viele Grüße
      Noschwefi
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    • Vielen Dank für den interessant geschriebenen und schön bebilderten Reisebericht. :good3:

      Eine Fahrt mit der D/S Dalslandia auf dem Dalsland-Kanal wäre was für mich ... ^^

      Immer, wenn ich die Überschrift lese, habe ich das folgende Lied von den Wise Guys im Ohr:



      sehpferd schrieb:

      Ja dieses Munkholmen vor Göteborg habe ich bei unserem schwimmenden tammtisch 2017 auch bewundert,:)


      Ich ebenfalls - kann mich noch gut daran erinnern ... :8o:

      Laminaria schrieb:

      fliegen morgen nach Jamaika.


      Ich vermute mal, Ihr fliegt mit BA nach Montego Bay - schöne Grüße an Jamaica - bei mir ist es inzwischen 23 Jahre her, dass ich dort war ... ^^
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • @Noschwefi
      Jetzt muß ich erstmal tief Luft holen, denn ich habe einiges zu berichten:
      Erstens: Jetzt weiß ich wo ihr am 24.9.2018 gesteckt habt und auf welcher Reise ihr ward. Denn an diesem Tag bekam ich in meinen Live-Reisebricht Herbstreise Polarlys die Dritte 14.9.-3.10.2018 B-K-T von euch die Nachricht mit Fotos, daß wir auf den Lofoten oder auch vorher mit Schnee rechnen könnten. Wir waren gerade in Kirkenes abgefahren und es stand uns eine arge Sturmnacht bevor und ihr ward da also auf eurer Cabrio-Reise in der Nähe von Stamsund . Und jetzt kommt euer Reisebricht darüber. Toll ! :)
      Zweitens: Auch wir haben dieses Jahr, mal wieder, eine vierwöchige Reise mit dem PKW auf eigene Faust gemacht: Diesmal ins Brexitland, also nach Südengland. Auch bei uns ging eine lange Planungszeit voraus und wie ihr haben wir die Unterkünfte diesmal auch schon von zu Hause aus gebucht. Wie du schreibst fährt man ruhiger und ist gelassener, wenn es am Abend mal spät wird. Das geht besonders leicht, wenn man das Land und die möglichen Entfernungen pro Tag schon einschätzen kann. Übrigens steht der Reisebricht über diese Reise fürs Forum noch aus! ;)
      Drittens: Kiel-Göteborg war immer unsere Lieblingsstrecke, hieß das doch immer: Urlaubsbeginn, zuletzt 2013 schon als Ruheständler, war unsere letzte Fahrt mit dem Wohnwagen. Wenn wir in Göteborg ankamen, fühlten wir uns zu Hause und kannten den Weg zum Campingplatz im Tiveden Nationalpark wie im Schlaf. :sleeping:
      Viertens : Und dann muß ich dir / euch danken für das Wiedersehen mit Schweden bzw. mit Dalsland/ Dalslandkanal und vor allem Ekshärad im Värmland. Wie oft sind wir in der Nähe auf dem wunderschönen Campingplatz Björkebo am Klarälven gewesen und wie viele Fotos in verschiedenen Jahren wurden von den Eisenkreuzen auf dem dortigen Friedhof und von der Kirche gemacht. Den Klarälven haben wir mehrfach mit dem Kanu befahren- stromabwärts. Und an die herrrlichsten Wanderungen erinnere ich mich gern.
      Auch Mora ist uns so vertraut, denn auch dort waren wir mehrfach auf dem Campingplatz. Die Mora-Messer erinnern uns immer noch daran. Grillhähnchen im Supermarkt haben wir uns auch oft gekauft oder andere warme Speisen zum Mitnehmen.
      Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung deines Berichtes! :girl-dance:
      @mil etter mil
      was für ein schöner song von den Wise Guyse, den kannte ich gar nicht.
      Liebe Grüße von Trollebo

    • Freitag, 31. August 2018 – Tag 3

      Schweden en miniature und die Jagd nach dem Seeungeheuer

      Auch heute sind wir wieder früh auf den Beinen. Gegen 6:30 Uhr bin ich wach, ein Blick aus dem Fenster zeigt einen wolkenverhangenen Himmel, aber es scheint trocken zu sein :gr-hmmz:
      Frühstück gibt es ab 7 Uhr, wir erscheinen eine Viertelstunde später und sind damit beinahe die letzten :/ Ein Aushang heißt uns zum veganen Frühstück willkommen. Da es auch Butter gibt, erscheint mir der Hinweis eher als Begründung dafür, kein Ei anzubieten :whistle3:
      Beim Frühstück planen wir den Tag. Ein Blick in den Wetterbericht verheißt uns hier einen bedeckten Himmel sowie ein nach Süden abziehendes Regengebiet; auf der Fahrt in den Norden würden wir aus den Wolken herauskommen. Wir entscheiden uns trotzdem, eine Runde um den Siljan-See zu drehen in der Hoffnung, dass es wenigstens trocken bleibt.

      Bevor wir Mora verlassen, tanken wir erst einmal und halten uns gen Süden. Wir fahren über die Insel Söllerön wieder aufs Festland. Eigentlich wollen wir die Aussicht über den See vom Gesundaberget aus genießen, aber kurz vor dem Abzweig fängt es an zu regnen :wacko1:
      So umfahren wir die Südspitze des Siljan. Wir verlassen die Hauptstraße und folgen der Markierung „weiße Blume auf braunem Grund“, mit der – wie in Dänemark – landschaftlich besonders schöne Straßen gekennzeichnet sind :thumbup: Wir haben von der schmalen und kurvenreichen Straße (jetzt sind wir auch fahrmäßig zum ersten Mal froh, das kleinere Auto genommen zu haben :D ) immer wieder schöne Blicke auf den See und erreichen bald Tällberg.

      Der Ort liegt auf einer Anhöhe über dem See. Er besteht aus einer Mischung von (Luxus-) Hotels und traditionellen Häusern. Jetzt, in der Nachsaison, wirkt allerdings alles wie ausgestorben :huh:
      Wir parken im Zentrum am Majstängsplatsen (der Name spricht ja für sich) direkt an der Touristeninformation. Diese besteht aus einer großen Holztafel mit Plakaten sowie einer Halterung für Abreiß-Stadtpläne :mosking: Direkt daneben befindet sich das kleinste Telefon-Museum der Welt :thumbsup:



      Wenn man die Tür aufmacht, sieht man viele alte (Original-) Telefone sowie eine ausführliche Beschreibung der Exponate (und der Entstehungsgeschichte des Museums).

      Wir wandern eine gute Stunde durch den Ort, der sich so darstellt, wie wir uns als Außenstehende das typische Schweden vorstellen :rolleyes: Um das Bilderkontigent nicht zu überschreiten, gibt es hier nur noch eine typische Ansicht aus dem Ort.



      Es ist inzwischen trocken, aber es weht bei 10 Grad ein frischer Wind, so sind wir froh bald wieder im Auto zu sitzen. Wir folgen dem Seeufer nach Norden und erreichen eine halbe Stunde später Rättvik.
      Hier interessiert uns vor allem das am Seeufer gelegene Kirchdorf.



      Die Häuser sind ab dem 17. Jahrhundert für die Kirchbesucher entstanden, die mit Pferd und Wagen bzw. Schlitten aus der Umgebung angereist sind. Da diese Gegend auch damals schon recht dicht besiedelt war, sind die Häuser nicht zur Übernachtung gedacht, sondern um die Pferde unterzustellen :| Jedes Haus ist (auch heute noch) einem bestimmten Ort oder Hof zugeordnet, so dass jeder seine Tiere jederzeit unterstellen kann.
      Viele Ställe sind zwischenzeitlich umgebaut worden. Da die Pferde heute dank besserer Fütterung größer sind als zur Entstehungszeit der Ställe, sind bei vielen die Türschwellen verkleinert oder ganz entfernt worden. Sonst wären die Ställe schon längst nicht mehr nutzbar ^^

      Wir folgen dem See nun gen Nordwest und erreichen gegen 12:30 Uhr Nusnäs, die Heimat der Dalapferde (die wir ja bereits in Mora kennengelernt haben).
      Unmittelbar neben dem großen Parkplatz liegen gleich 3 Werkstätten. Wir entscheiden uns spontan für eine und können die Entstehung der Pferdchen verfolgen. Nachdem die Rohlinge mit der Maschine ausgefräst worden sind, ist alles weitere Handarbeit. Insbesondere hat uns die Geschwindigkeit fasziniert, mit der die Malerinnen die Pferde verzieren (und dabei die Farben immer wieder neu mischen). Hier muss jeder Pinselstrich sitzen; eine Korrektur ist unmöglich 8|

      Wir nehmen als Andenken ein Magnet-Pferdchen für unsere Küche mit und erreichen bald darauf wieder Mora. Den Ort lassen wir im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und starten nun – um 13:15 Uhr – mit unserer eigentlichen Tagesetappe :locomotive:

      Je weiter wir nach Norden kommen, desto schöner wird das Wetter. Unterwegs machen wir Rast an einem kleinen See, wo wir uns bereits ein wenig in der Sonne aufwärmen können. Um uns herum hüpft ein kleiner Spatz, der darauf spekuliert, dass er den einen oder anderen Kekskrümel abstauben kann (was natürlich auch passiert :D ). Die Pilze am Wegesrand lassen wir lieber stehen, auch wenn wir hier eine komplette Mahlzeit hätten ernten können.
      Bald darauf leitet uns unser Navi ab von der E45, und wir folgen der Straße 84 immer weiter nach Nordwesten an die Berge heran. Hier, in rund 600 Meter Höhe, sind bereits die ersten Herbstfarben sichtbar. Wir können nur nicht entscheiden, ob dies durch die Trockenheit verursacht wird oder wirklich schon der Herbst beginnt :hmm:
      Mitten im Nirgendwo (genauer in Vemhån) erreichen wir an einer Einmündung einen kleinen Landhandel. Dort genießen wir in der Sonne bei inzwischen 18 Grad ein kleines Eis und erstehen eine Packung des typischen Knäckebrots aus der Gegend. Wir nehmen die kleine Vorratspackung (8 Scheiben mit einem Durchmesser von ca. 35 Zentimeter für noch nicht einmal 3 Euro 8| ), die wir uns so einteilen, dass sie uns fast die ganze Reise über begleiten sollte.

      Nun geht es über ein kleines Gebirgssträßchen nach Nordosten und wir erreichen den Ort Vemdalen.
      Hier sehen wir wieder einen alleinstehenden Glockenturm aus Holz und eine schöne Kirche. Wir nehmen dies zum Anlass, uns noch einmal ein wenig die Beine zu vertreten.
      Wir schauen (wie bei jeder Kirche, an der wir Halt machen), ob wir reinkommen. Leider ist die Tür abgeschlossen, aber dann fällt mein Blick nach rechts, wo ein recht altertümlicher Schlüssel an einem Haken hängt. Daneben ist ein Schild mit folgendem Wortlaut (natürlich auf Schwedisch) befestigt:
      „Die Kirche ist nicht geschlossen. Das sieht nur so aus. Nimm den Schlüssel. Schließ auf und geh rein. Erlebe eine Stunde Ruhe und Andacht bevor die Reise weiter geht“. :yeah:
      Das habe ich noch nie erlebt, aber die Einladung nehmen wir gerne an und besichtigen die schöne Holzkirche mit vielen bunten (aber nicht aufdringlichen) Verzierungen. Da die schwedische Meile 10 Kilometer enthält, gehen wir mal davon aus, dass die schwedische Stunde aus 6 Minuten besteht. Unter dieser Annahme haben wir auch die Voraussetzungen der Einladung befolgt :whistle3:



      Draußen genießen wir noch ein wenig das schöne Wetter, bevor wir wieder ins Auto steigen.
      Nicht viel später erreichen wir wieder die E45, der wir nach Norden folgen. Ein Abstecher steht allerdings noch auf dem Programm, nämlich nach Hackås am Storsjön. Hier wollen wir nicht nur die eindrucksvolle Holzkirche besichtigen, die wunderschön am See liegt, sondern auch die Chance nutzen, an einem offiziellen Beobachtungspunkt den Storsjöodjuret (einen entfernten Verwandter des Ungeheuers von Loch Ness) zu sehen :D

      Wir parken oberhalb der Kirche und laufen zum See, wo wir noch ein wenig die Sonne genießen. Die Kirche selber ist leider geschlossen.



      Auf dem Rückweg haben wir noch einmal einen wunderschönen Ausblick auf Kirche, Glockenturm und Storsjön. In der Ferne verlieren sich die Berge im Dunst :8o: Hier hätten wir noch länger bleiben können, aber langsam bekommen wir Hunger, und wir haben auch noch eine gute halbe Stunde bis zu unserer Unterkunft.



      Gut, dass wir unser Navi haben. Es geleitet uns sicher nach Östersund, auf der gleichen Höhe wie Trondheim gelegen und mit rund 50.000 Einwohnern die größte Stadt, die wir bis zu unserer Rückkehr nach Göteborg passieren sollten. Unsere am Südrand der Innenstadt gelegene Pension hätten wir niemals ohne gefunden, so verwinkelt (und voller Einbahnstraßen) ist das Zentrum.

      Wir parken direkt vor der Unterkunft im Halteverbot und checken im gegenüberliegenden Hotel ein. Wir haben ein kleines Appartement mit Küche und Gemeinschaftsbad zu einem sehr günstigen Preis gebucht (ungefähr halb so teuer wie die Hotels in der Stadt). An der Rezeption erleben wir gleich mehrere positive Überraschungen: Wir erhalten ein kostenloses Upgrade auf ein größeres Appartement mit eigenem Bad; wir dürfen den Hotelparkplatz kostenlos benutzen (statt – wie uns vorab angekündigt wurde – hierfür 8 Euro bezahlen zu müssen) und wir können für 5 Euro pro Person das Frühstücksbuffet im Hotel nutzen :thumbup:
      Wir beziehen unser (sehr großes und sehr gemütliches) Appartement und laufen in die Stadt, um etwas gegen unseren Hunger zu finden. Im hiesigen Supermarkt finden wir in der Warmhaltetheke schon wieder reduziertes Fleisch – diesmal in der Form von Rippchen. Wir lassen uns nicht lange überreden und nehmen sie mit. Zum Nachtisch gehen wir erstmals an unsere Süßigkeitenvorräte :essen:
      Gegen 22 Uhr verziehen wir uns nach einem schönen und ereignisreichen Tag in unser bequemes Bett :sleeping:

      Tageskilometer: 464 (gesamt 1504)
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • @Noschwefi
      da bin ich schon wieder: Mir stehen fast die Tränen vor Wiedersehensfreude in den Augen, beim Lesen der mir so vertrauten Ortsnamen. Klar, habe ich genug Fotos und Reisetagebücher von unseren vielen Schwedenreisen, aber mit jemanden die Reise wieder, fast live, zu erleben, ist doch etwa anderes.
      Rippchen oder Hähnchen im Supermarkt, :essen: das ist auch so typisch Schwedisch!
      Liebe Grüße von Trollebo

    • "Hoffentlich habt ihr noch ein wenig Zeit mit der Detailplanung; wie bereits geschrieben wird es noch ein wenig dauern bis ihr die vollständige Reise nachvollziehen könnt. Es würde mich freuen, wenn ihr den einen oder anderen Tipp noch einbauen könnt"

      Ja, wir wollen erst Ende Mai los - also noch genügend Zeit um genüsslich zu planen, zu träumen. Und so lese ich gerade mit großem Vergnügen Reiseberichte und freue mich, auf die Fortsetzung deines Berichts. Tipps werden immer sofort sorgfältig aufgeschrieben. Ich freue mich, auf Anregungen aus eurem Bericht und auf die Bilder!

      Unser Arbeitstitel lautet übrigens: "Mit dem Wohnmobil nach Mehamn ".

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