Skandinavien mit dem Cabrio oder: Die andere Art von Hafen zu Hafen zu kommen (29.08. – 11.10.2018)

    • 2018
    • Samstag, 1. September 2018 – Tag 4

      Von See zu See und ein ungeplanter Einkauf

      Wir wachen davon auf, dass es recht hell im Zimmer ist. Sollte etwa…? :/ Schnell zum Fenster und die Gardine ein wenig zur Seite geschoben: nach oben hin ist strahlend blauer Himmel zu erkennen, und vom Haus gegenüber wird ein Sonnenstrahl auf unser Fenster reflektiert :rolleyes: Also ist es Zeit zum Aufstehen.
      Heute heißt es ein wenig umplanen. Am Vorabend haben wir festgestellt, dass das Ladegerät von Göga’s Fotoapparat nicht so funktioniert wie es soll :( Da wir uns nun schon einmal in einer (für Nord-nordische Verhältnisse) Großstadt befinden, wollen wir noch vor unserer Weiterfahrt schauen ob wir Ersatz bekommen. Im Internet werden wir schnell fündig, bei welchem Geschäft wir danach schauen wollen, aber leider öffnet es erst um 10 Uhr :hmm:

      Da wir aber eh noch einen Abstecher zum See und wieder zurück machen wollen, können wir ja auch das Auto noch einmal am Hotel zwischenparken. So gehen wir erst einmal in Ruhe frühstücken (für 5 Euro hätten wir dieses Frühstück nicht selber machen können :thumbsup: ) und fahren dann nach Frösön.
      Wir wollen zur Kirche und von dort aus die Aussicht auf den Storsjön genießen. Zuerst müssen wir aber durch dichten Nebel :gr-schiefguck: , der sich erst kurz vor dem Erreichen der Kirche auflöst :)
      Umso schöner sind die An- uns Aussichten, die sich uns bieten ^^



      Während wir uns an der Kirche umschauen, kommt eine junge Frau die Straße entlang gelaufen und geht zielstrebig an ein kleines Kästchen, das vor dem Eingang zum Friedhof befestigt ist ?( Sie ist dort einige Minuten zugange, bevor sie weiter läuft. Neugierig geworden gehen wir auf dem Rückweg zum Auto auch dort vorbei und sehen, dass es dort einen Pilgerstempel gibt; vermutlich für den Pilgerweg nach Trondheim , der auch in Hackås ausgeschildert ist. Leider fehlt uns die Zeit, die Strecke von knapp 400 Kilometern ebenfalls zu wandern :whistle3: so fahren wir lieber zurück nach Östersund.

      Vorher lassen wir den Blick aber noch einmal in die andere Richtung ins Inselinnere schweifen.



      Gegen 9:30 Uhr sind wir wieder am Hotel. Wir packen unser restliches Gepäck ins Auto und laufen die 5 Minuten in die Fußgängerzone. Hier finden wir sofort das Geschäft und werden auch bestens beraten :thumbup: Wir erstehen ein Universal-Ladegerät mit einem passenden Aufsatz für die Spezial-Akkus, das der Verkäufer vor dem Verkauf auch noch testet. Und – wichtig für heute – zum Zubehör gehört auch ein Kabel für den Zigarettenanzünder im Auto. So können wir beruhigt unser Auto abholen und sind um 10:40 Uhr auf dem weiteren Weg nach Norden. Vor der Abfahrt sind allerdings noch ein paar kleine Umbaumaßnahmen erforderlich, schließlich sind es bereits 14 Grad und daher fahren wir natürlich offen :8):

      Nun beginnt ein recht eintöniger Streckenabschnitt. Außer Wald und Wasser gibt es nur Straße und Bäume zu sehen. Die einzige Abwechslung in den ersten zwei Stunden besteht in der Tankpause in Hammerdal :huh:
      In Dorotea (im sogenannten Königinnenland) machen wir Mittagspause an einem See. Am Ufer steht ein Baum, der mit verschiedenen künstlichen Vögeln besetzt ist :)



      Eine Stunde später erreichen wir Vilhelmina, ebenfalls noch im Königinnenland gelegen. Dieser Name kommt übrigens daher, dass drei Orte zwischen 1799 und 1804 nach der schwedischen Königin Frederika Dorotea Vilhelmina von Baden benannt wurden.

      In Vilhelmina fahren wir zu der oberhalb vom Ort gelegenen Kirche, die wir mal wieder nicht besichtigen können. Wir haben inzwischen die Gegend mit dem separat stehenden Glockenturm verlassen, so dass die Kirchen hier nicht mehr ganz so fotogen sind. Ausnahmen bestätigen die Regel, doch dazu später mehr :|

      Wir folgen noch eine ganze Weile der E45, bevor uns das Navi nach links auf eine unbefestigte Straße führt :/ Da die Sonne inzwischen immer wieder von Wolken verdeckt wird, entscheiden wir uns dafür das Dach jetzt zu schließen. Das ist eine gute Entscheidung, denn der Straßenzustand sollte sich für die nächsten 30 Kilometer nicht mehr ändern.
      Nun ist auch unser Tagesziel nicht mehr weit: Arjeplog, die Silberstadt.

      Wir haben eine Hütte auf dem Campingplatz gemietet, der sich auf einer Halbinsel mitten im See befindet. Wir fahren zur (geschlossenen) Rezeption, wo wir in einem Briefkasten einen Umschlag mit unserem Namen vorfinden. Innen drin befindet sich neben dem Schlüssel für unsere Hütet auch ein Plan, wie wir dorthin kommen. Zum Bezahlen müssen wir allerdings in ein Hotel, das sich 3 Kilometer außerhalb der Stadt befindet. Das ist halt der Nachteil der Nachsaison :pardon:
      Da wir eh noch einkaufen wollen, fahren wir auf dem Weg in die Stadt am Hotel vorbei. Dort herrscht leichtes Chaos, da gerade 4 Busse mit deutschen Touristen hier angekommen sind und irgendwie auf ihre Zimmer verteilt werden müssen :fie: . Dies ist aber zum Glück Sache der Reiseleiter, so dass wir trotzdem zügig an der Rezeption bedient werden.

      In der Stadt angekommen hat das lohnenswerte Silbermuseum leider schon geschlossen, so bummeln wir zum Seeufer, wo die rosa-farbige Kirche ihre Holzschindeln schön in den letzten Sonnenstrahlen präsentiert 8| Ein Stückchen weiter befinden sich verschiedene Typen von Sami-Häusern (ein Wohnhaus und ein Stall umrahmt von zwei Vorratshäusern).

      Im Supermarkt kaufen wir diesmal ein einheimisches Produkt fürs Abendessen ein, nämlich Rentierfleisch, das wir später mit frischem Brot zu uns nehmen wollen :essen: Auch ein Glas mit Gelee aus schwarzen Weintrauben fürs Frühstück muss noch mit.

      Nach dem Abendessen drehen wir in der Dämmerung noch eine kleine Runde über den Campingplatz. Von hier aus können wir noch um 21 Uhr den Nachklang des Sonnenuntergangs genießen, bevor uns das Bett immer lauter ruft ^^




      Tageskilometer: 488 (gesamt 1992)
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


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    • Sonntag, 2. September 2018 – Tag 5

      Wie wir über eine ungewöhnliche Brücke bis zum Hund gekommen sind

      Heute haben wir einen langen Tag vor uns – dafür gibt es morgen einen Ruhetag :) Wir sind wieder früh wach, drehen uns aber diesmal nicht noch einmal auf die andere Seite. So sitzen wir nach dem ersten selbstgemachten Frühstück bereits vor 9 Uhr im Auto :locomotive: Es ist bedeckt, aber trocken bei 11 Grad.

      Wir nutzen noch einmal den Supermarkt in Arjeplog zum Einkaufen, denn wir wissen nicht ob wir noch an einem anderen mit Sonntagsöffnung vorbeikommen, und heute Abend wollen wir uns ja auch etwas zu Essen machen ^^
      Nach Nordwest sind es nur noch 135 Kilometer nach Norwegen – aber wir fahren lieber in die andere Richtung, nach Südost, zurück zur E45 :|

      Kaum haben wir selbige erreicht, kommen wir auch schon in Arvidsjaur an. Hier steuern wir gezielt Lappstaden an, ein samisches Kirchdorf.
      Im Gegensatz zum südlichen Schweden leben hier die Sami so weit verstreut :search_1: , dass sie sich nur an hohen Fest- und Feiertagen zum Kirchgang treffen. So gibt es neben der Kirche einen Aufenthalts- und Begegnungsort, der auch oft mit einem Markt einhergeht.
      Lappstaden ist das größte Kirchendorf und besteht heute aus mehr als 80 Gåhtie (Samenhütten). Es wird auch heute noch benutzt, weswegen das Innere auch nicht zu besichtigen ist.

      Pünktlich zu unserem Besuch zeigt sich auch die Sonne :thumbup:



      Nach einer knappen halben Stunde verlassen wir Arvidsjaur wieder gen Norden, aber nicht ohne vorher noch einmal zu tanken. Nach einer Weile verlassen wir die E45, um ein besonderes Erlebnis zu genießen: Wir wollen mit dem Auto über eine Eisenbahnbrücke fahren :D Hier gibt es die einmalige Gelegenheit, die Brücke der Inlandsbanan zu befahren, über die auch eine Straße führt – aber in einer gemeinsamen Spur 8|



      Als wir uns der Brücke nähern, ist es schon ein komisches Gefühl. Ich weiß zwar, dass der nächste Zug erst im Juni fährt, aber ich schaue mich doch noch einmal um, bevor ich auf die Gleise fahre… :whistle3:
      Auch wenn uns diese Brücke einen Umweg von einer knappen Stunde beschert hat, hat er sich allemal gelohnt :thumbsup:
      Auf dem Rückweg zur E45 überqueren wir noch den Damm eines Stausees, des Malmesjaur. Hier lässt es sich gut in der Sonne aushalten :8):



      Wir starten nun wieder in die weiten Wälder Schwedens und erreichen 2 Stunden später den Polarkreis . 5 Kilometer weiter schauen wir uns in Jokkmokk die schöne alte (natürlich geschlossene) Holzkirche an. Hier findet auch ein Markt statt, der uns aber von den Ständen her als eine Mischung von Trödelmarkt und Wohltätigkeitsbasar vorkommt :/ Wir nutzen den Stadtbummel aus, um noch einmal Bargeld abzuheben, da unsere nächste Übernachtungsgelegenheit auf Barzahlung besteht. Für das sehr sehenswerte schwedische Fjell- und Samenmuseum Ájtte fehlt uns leider heute die Zeit – aber wir werden uns ja noch in Norwegen mit der samischen Kultur vertraut machen :huh:

      Unser nächster Zwischenstopp ist Porjus. Hier befindet sich das erste Wasserkraftwerk Schwedens, das 1910 gebaut und zum Betrieb der Erzbahn von Luleå nach Narvik (und später der Inlandsbanan) benötigt wurde.
      Das Kraftwerk kann im Sommer auch besichtigt werden. Wir schauen uns das Gebäude von außen an. Es hat den gleichen typischen Baustil wie die alten Bahnhofsgebäude der Malmbanan, der wir später folgen würden :)

      Die Weiterfahrt ist am Anfang etwas beängstigend, da die Straße unterhalb des Stausees verläuft. Rechts ist Wald und linkerhand über mehrere Kilometer ein ca. 10 Meter hoher abgeschrägter Steinwall :S – gut dass es in letzter Zeit nicht so viel geregnet hat.
      Bald haben wir wieder auf beiden Seiten der Straße Wald, der langsam aber sicher immer mehr in einen herbstlichen Birkenwald übergeht. Ab und zu lässt sich nun auch einmal ein Rentier sehen, das aber bei unserem Anblick ganz schnell zum Renntier wird :D

      In Malmberget vereint sich die E45 mit der von der Küste kommenden E10. Hinter dem Ort erwartet uns ein schönes Verkehrschild: Baustelle auf den nächsten 85 Kilometern :wacko1: Das ganze stellt sich so dar, dass immer wieder ein paar hundert Meter der Straße aufgerissen und geschottert sind. Erkennbar sind diese Stellen daran, dass auf beiden Seiten der Straße jeweils ein orangefarbenes Hütchen positioniert ist. Dazwischen ist allerdings Tempo 110 erlaubt. Also heißt es sehr konzentriert fahren, denn wir wollen weder eine Vollbremsung hinlegen noch mit mehr als 90 km/h auf so ein Schotterfeld fahren :nono:

      Eine gute Stunde später haben wir diesen Abschnitt hinter uns und verlassen (vorerst) die E45. Jetzt sind es nur noch gut 50 km bis zu unserem Tagesziel, allerdings haben wir es nun mit einem hohen Lkw-Aufkommen zu tun :pinch: – rechts und links der Straße wird an verschiedenen Stellen Eisenerz im Tagebau gewonnen, das in Kiruna auf die Bahn verladen wird. Der Abtransport erfolgt rund um die Uhr, also auch am Sonntagnachmittag. Aus Sicherheitsgründen ist die Straße nun 3-spurig mit einer festen Betonbegrenzung zwischen den Fahrspuren. Konkret heißt das zwei Kilometer einspurig und anschließend darf 2 Kilometer lang überholt werden – immer im Wechsel 8|
      Kurz vor Kiruna endet dann diese Konstellation und wir umfahren den Ort auf der Umgehungsstraße – unsere Unterkunft liegt etwas versteckt am Westrand des Orts.
      Auch hier ist es wieder gut, dass wir die Adresse und das Navi haben, denn es geht von der E10 noch einen Kilometer über Stock und Stein, bis wir gegen 17:45 Uhr die Einfahrt der Huskyfarm erreichen, die unser Heim für die nächsten beiden Nächte sein sollte.

      Wir werden von einer deutschsprachigen Angestellten empfangen und stiften erst einmal etwas Verwirrung, da alle Zimmer belegt sind ?( Schnell stellt sich allerdings heraus, dass ein andere Gast seinen Buchungszeitraum durcheinander gebracht hat und unser Zimmer belegt :dash: Also wird dieser erst einmal in ein anderes Gebäude ausquartiert.
      In dieser Zeit haben wir schon mal die Gelegenheit uns ein wenig umzuschauen. Anscheinend ist das alte Wohnhaus der Besitzer nun zum Gästehaus umfunktioniert. Es gibt 4 Schlafzimmer für 7 Personen, ein Bad, eine Küche, ein Wohnzimmer und den großen Flur, in dem auch gegessen werden kann.
      Die Hunde in den Zwingern draußen sind nicht zu überhören – es werden gerade Vorbereitungen zu einer Ausfahrt getroffen :pardon:
      Wir ziehen es allerdings vor, erst einmal unser Zimmer zu beziehen und dann die freie Küche auszunutzen. Am Abend sichere und sichte ich zum ersten Mal meine Fotos – bisher war noch keine Zeit dazu. Danach wird es auch schon Zeit für die Horizontale :sleeping:


      Tageskilometer: 518 (gesamt 2510)
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Montag, 3. September 2018 – Tag 6

      Eine ausgefallene Bahnfahrt, ein Ausflug ins Grenzgebirge und eine verschobene Stadt

      Heute „dürfen“ wir ausschlafen, denn Frühstück gibt es erst ab 8 Uhr. Wir werden aber fürs lange Warten mit einem guten und reichhaltigen Frühstück verwöhnt :gutenmorgen:
      Vor dem Frühstück kümmern wir uns allerdings noch um unsere Tagesplanung.
      Eigentlich wollten wir um 9:44 Uhr den Fernzug Stockholm-Narvik besteigen, aber ausgerechnet die gestrige Abfahrt ist ausgefallen :( und so hätten wir erst den nächsten Zug um 15 Uhr nehmen können und wären erst weit nach Sonnenuntergang wieder zurück in Kiruna gewesen. Da das Wetter in Norwegen heute regnerisch ist (im Gegensatz zum wolkenlosen Himmel beim Blick aus dem Fenster) fahren wir lieber mit dem Auto zum Torneträsk, einem von Bergen umrahmten 70 km langen See :/

      Nach dem Frühstück schauen wir uns erst ein wenig auf der Farm um, wo gerade die Fütterung läuft. Als wir vor dem Käfig mit den Welpen stehen, kommt eine der Hundehüterinnen vorbei und fragt uns, ob wir mit hinein wollen :8o: Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen und schon ist eine von uns mit streicheln :noki: und einer mit fotografieren beschäftigt :whistle3: (im Nachhinein haben wir gesehen, dass wir diesen „Ausflug“ auch hätten buchen können; für immerhin 20 Euro pro Nase… :fie: )



      Nach einem Blick in den Junghunde-Käfig machen wir uns auf gen Westen.
      Wir folgen der E10 und erreichen nach einer schönen Fahrt durch bunte Birkenwälder Torneträsk am gleichnamigen See. Ganz langsam zieht sich der Himmel von Westen her zu. Dies führt aber zu noch schöneren Lichtstimmungen als der blanke Himmel vorher :thumbup:



      Ein paar Kilometer weiter bleiben wir erneut stehen, denn am Waldrand bewegt sich etwas :search_1: Wir steigen aus und schauen genauer hin. Tatsächlich: Dort grast eine kleine Rentierherde. Durch das hügelige Gelände ist von den meisten Tieren nur das Geweih und vielleicht noch der Rücken zu sehen, aber mit etwas Geduld ändert sich das ab und zu :D



      Nun folgen wir dem Seeufer nach Norden, vorbei an Abisko bis hinter Björkliden. Dort halten wir an einem kleinen Parkplatz mit einer Hinweistafel auf den Rallarvegen. Dieser ist heute ein Fernwanderweg, diente aber ursprünglich als Versorgungsweg beim Bau der Eisenbahnstrecke.

      Wir wollen aber nicht den Rallarvegen entlang wandern, sondern lediglich einem Zubringer durch den aufgegebenen Ort Tornehamn bis zum gleichnamigen Friedhof folgen (der sich immer noch auf dem Stadtgebiet von Kiruna befindet).
      Es gibt sogar ein Lied von Kari Bremnes über den Ort :| :



      Der Weg ist ausgeschildert, und so folgen wir dem Seeufer.
      Hier bieten sich gleich in beiden Richtungen grandiose Ausblicke :rolleyes: :



      Wir folgen dem Weg steil bergan und stehen bald an der mitten im Wald gelegenen Kirche :huh: Bis zu unserem eigentlichen Ziel ist es aber noch ein gutes Stück. Wir folgen dem Weg, der sich allerdings nach einigen Minuten immer schmaler macht, bis er schließlich nur noch als Trampelpfad erkennbar ist :pinch: Gut, dass ich vor vielen Jahren schon einmal hier gewesen bin und weiß, dass wir uns Richtung Bahngleise halten müssen (der Bahndamm ist zum Glück immer wieder zu sehen). So folgen wir der Topographie in Serpentinen bergan (und manchmal auch wieder bergab :wacko1: ), bis wir auf einmal auf die Reste einer Draisine stoßen ?(



      Nun kann es nicht mehr weit sein, und wirklich stehen wir kurz darauf vor einem Haus, dessen Zuweg genau über den Weg verläuft, den wir irgendwo verlassen haben. Noch ein paar Minuten, und wir stehen an einem der schönsten und ungewöhnlichsten Friedhöfe der Welt: Mitten im Wald unterhalb des Bahndamms sind die Arbeiter beerdigt, die beim Bau der Eisenbahn ums Leben gekommen sind.



      Leider fängt es jetzt auch an leicht zu regnen, so dass es uns nicht allzu schwer fällt, von diesem mystischen Ort Abschied zu nehmen :gr-ui: Wir finden (und nehmen) nun den Hauptweg zurück zum Parkplatz, wo wir (immer noch im Regen) zur Rückfahrt starten.
      Bald kommt auch wieder die Sonne durch, so dass wir eine Zeit lang vom Regenbogen verfolgt werden. Nicht viel später zeigt sich das Wetter wieder von seiner schönsten Seite.



      Gegen 15 Uhr sind wir wieder zurück am Hotel. Da wir hier strahlenden Sonnenschein vorfinden, machen wir uns bald darauf erneut auf, diesmal zur Stadtbesichtigung von Kiruna.
      Wir parken im Zentrum und laufen durch die Straßen. Die meisten Geschäfte versprühen von der Einrichtung und der Leuchtreklame den Charme der 50er-Jahre, was uns aber nicht daran hindert in einem Geschäft mit Sami-Artikeln ein Glas Multebeer-Marmelade zu erstehen :D
      Wir laufen weiter und stehen bald am Fuß des Kirchbergs, wo sich die große Holzkirche strahlend in der Sonne präsentiert :thumbsup:



      Leider verpassen wir die Öffnungszeit um 30 Minuten, aber dann müssen wir halt noch einmal wiederkommen. Wir schauen uns noch ein wenig um und laufen vorbei an der alten Feuerwehrwache zum Bergarbeiter-Denkmal (schließlich gäbe es die Stadt ohne den Bergbau nicht). Wir wollen noch weiter zum Stadthaus, das ich aber nicht mehr wieder erkenne ?( Auf dem Dach sind nur noch die Fundamente der Uhr zu sehen (hier zum Vergleich ein altes Foto); das macht für mich einen sehr traurigen Eindruck. So lassen wir diesen Besuch aus :(

      Wir wissen zwar, dass die Stadt komplett umziehen muss, damit das Bergwerk weiter existieren kann, aber die Folgen mit eigenen Augen zu sehen ist dann doch etwas ganz anderes :wacko:

      Wir fahren dann noch am neuen Stadthaus vorbei, wo die alte Uhr wie ein Fremdkörper wirkt :nono:



      Bis 2040 soll der Umzug vollzogen sein; von den alten Häusern soll nur die Kirche sowie ein denkmalgeschütztes Haus wieder aufgebaut werden. Das heißt: Alle Bewohner müssen ihre Häuser zurücklassen und neu bauen. Wir sehen einen Straßenzug, der bereits komplett leergezogen ist und hinter einer Absperrung darauf wartet, abgerissen zu werden. Ein trauriger Anblick :hmmmm:
      Zumindest über die Infrastruktur brauchen sich die Bewohner nach dem Umzug keine großen Gedanken zu machen, denn unmittelbar neben dem neuen Zentrum befindet sich ein riesiges Industriegebiet mit Einkaufszentren, Möbelhäusern und Tankstellen. So sind die Geschäfte auf der grünen Wiese auf einmal ganz zentrumsnah…

      Wir nutzen diese Nähe jedenfalls auch zum Tanken und Einkaufen, wo wir uns erneut für Rentiergeschnetzeltes entscheiden.
      Nach dem Abendessen schauen wir uns noch ein wenig in der Nähe der Farm um :locomotive: Hierbei entdecken wir einen schönen Ausblick über den Bahnhof (der den gleichen Baustil hat wie alle Bahnhöfe von Kiruna bis zur norwegischen Grenze sowie das Kraftwerk von Porjus) hinweg zum Kiirunavaara (dem Schneehuhnberg), dem man seine Bergbaugeschichte doch recht deutlich ansehen kann :/





      Tageskilometer: 232 (gesamt 2742)
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Dienstag, 4. September 2018 – Tag 7

      Auf Læstadius Spuren durch Kiruna und dann hoch hinaus

      Auch heute gibt es erst ab 8 Uhr Frühstück. Wir nutzen dies aus, um vorher bereits unsere Sachen ins Auto zu packen. Da das Wetter mitzuspielen scheint, wollen wir heute nicht zu spät an unserem Tagesziel sein :)

      Nach dem Frühstück gönnen wir uns noch einen kurzen Abstecher zu den Welpen, bevor wir uns gegen 9 Uhr wieder auf den Weg machen. Nach einer guten Viertelstunde legen wir einen Abstecher zur Kirche von Jukkasjärvi ein ^^ Hier befindet sich übrigens das Hotel mit dem ältesten kommerziell betriebenen Eishotel Skandinaviens (wenn nicht sogar weltweit). Die neueste Errungenschaft ist das Eishotel in der Eishalle, in dem man jetzt ganzjährig übernachten kann :fie:

      Um zur Kirche zu gelangen, müssen wir durch den Glockenturm hindurch laufen. Drinnen gefallen uns die Gemälde im Altarraum, die uns in ihrer Schlichtheit an Dorfkirchen in Südamerika erinnern :rolleyes: In die Orgel ist sogar eine stilisierte Schamenentrommel eingebaut. Hier merkt man, dass Læstadius die Sami ganz behutsam zum Christentum führen möchte :thumbup:

      Wer ist dieser Læstadius überhaupt? Als Halb-Sami gründet er im 19. Jahrhundert eine Erweckungskirche, die sich im gesamten von den Sami bewohnten Gebiet sehr schnell verbreitete. Auch heute noch sind seine Spuren hier an vielen Stellen sichtbar (der rothaarige Mann auf den Altarbildern stellt ihn übrigens dar) :)



      Bald haben wir die Lkw-lastige E10 hinter uns und wenden uns auf der E45 gen Norden. Jetzt haben wir die Straße wieder für uns. In Övre Soppero finden wir ein samisches Idyll, natürlich gekrönt mit der Sami-Flagge. :D



      In Karesuando stoßen wir gleich auf 2 Kirchen – die alte 1845 von Læstadius gebaute (die allerdings eher an ein Blockhaus erinnert) und die neue. Nun heißt es nach rund 2.500 Kilometern Abschied nehmen von Schweden. Wenige Augenblicke später haben wir den Fluss Muonio und damit die Grenze nach Finnland überquert sowie den Ort Kiruna verlassen :|
      Jetzt sind wir in Karesuvanto, dem nördlichen Teil des Doppelortes. Der einzige Haken: Mit dem Überschreiten der Grenze ist es auf einmal eine Stunde früher, aber wir stellen die Uhr nicht für 24 Stunden Aufenthalt in Finnland zurück :nono:

      Nun folgen wir den Könkämäälv gen Nordwest. Die Straße verläuft oft schnurgerade am Fluss entlang, der oft eher an einen See erinnert. :)



      Gegen 14 Uhr erreichen wir Kilpisjärvi. Beim Einkaufen im Supermarkt haben wir Schwierigkeiten, Packungseinheiten in unserer Größe zu finden 8| Daran merken wir, dass viele Norweger hierhin für den Großeinkauf kommen. Uns kommen die Preise eher teuer vor (im direkten Vergleich zu Schweden), aber das wird sich in den nächsten Tagen noch ändern :pardon: Am Ortsrand finden wir unsere Unterkunft, eine große Anlage mit Hotel, Ferienhäusern und Campingplatz. Wir haben eine Hütte gemietet und bekommen eine mit schöner Aussicht auf den See :thumbup: Unterhalb liegt ein Bootsanleger, mit dem man sich in die Nähe des Dreiländerecks Norwegen / Schweden / Finnland bringen lassen kann (auf der Straße sind es keine 10 Kilometer mehr nach Norwegen).

      Mich interessiert allerdings die andere Richtung, nämlich der Saana, der heilige Berg der Sami. Göga möchte gerne die Chance nutzen, die Sonne und die Aussicht zu genießen (immerhin sind es hier 14 Grad bei schwachem Wind). So laufe ich über den Campingplatz, an dessen nördlichem Ende sich bereits der Einstieg in den Wanderweg befindet.
      Vorher muss ich allerdings noch einmal zur Rezeption, da uns beim Einräumen die Tür zugefallen ist – natürlich als der Schlüssel drinnen liegt :wacko1: Die nette Dame an der Rezeption lacht nur, als ihr unser Problem schildere. Sie kramt in einer Schublade und drückt mir den Zweitschlüssel in die Hand mit der Bemerkung, dass sie mir nur dies eine Mal helfen könne :mosking:

      Nun kann ich mich beruhigt aufmachen, die knapp 600 Höhenmeter zu überwinden.
      Das Panorama unterwegs (und natürlich am Gipfel) ist überwältigend :8o: Auch ohne die Sonne lässt sich genau erkennen, in welcher Richtung Norwegen liegt: Dort hängen die Schauer in den Bergen :whistle3:
      Ich habe das Glück, fast eine halbe Stunde alleine am Gipfel verbringen zu können, obwohl ziemlich viele Leute unterwegs sind. Aber dann ist es auch gut, dass eine kleine Gruppe ankommt, sonst hätte ich wahrscheinlich noch viel länger gebraucht, um mich von der Aussicht und der schönen Stimmung losreißen zu können :thumbsup: So verlasse ich den höchsten Punkt unserer Reise und steige wieder ab.



      Ich bin nach insgesamt 3 ½ Stunden wieder zurück, gerade rechtzeitig um bei der Zubereitung des Abendessens (Hühnercurry mit Reis) zumindest ein wenig helfen zu können :essen:



      Tageskilometer: 318 (gesamt 3060)
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • @Noschwefi
      Malmberget, Torneträsk, Narvik, Karesuando, Jukkasjärvi . . . wie klingeln mir die Ohren und strahlen meine Augen, wenn ich diese Namen höre :girl-dance: . Vor 32 Jahren begannen wir mit unseren Wohnwagenfahrten bis weit hier in den Norden hinein- meinem/ unserem Sehnsuchtsland. Die Jahre vorher mit dem Zelt blieb der Reiseradius auf MIttelschweden begrenzt, war es doch mühevoll, das Zelt so häufig auf und ab zu bauen und das Wetter war ja auch nicht wie in Italien. Unser Kanu hat uns zu der Zeit dann andere Möglichkeiten eröffnet.
      Unvergessen die Fahrt von Kiruna nach Narvik auf der neuen Straße am Tornsträsk entlang.
      Ich denke, ihr habt auch diese einmalige Landschaft genossen. In Avidsjaure haben wir auch die Lappstaden besucht und einem Sami-Mädchen, das uns durch die Lappstaden führte, ein Lederarmband mit Zinndrahtverzierung abgekauft, einer typischen Sami-Arbeit und mein GöGa besitzt noch das wunderschöne Sami- Messer mit geschnitztem Horngriff aus Avidsjaur.
      In Kiruna haben wir das Bergwerk besichtigt und sind dazu mit einem Bus hinein gefahren- unvergeßlich.
      Aber nein, ich will ja nicht von unseren Reisen erzählen, sondern freue mich auf deinen Bericht von jeder weiteren Etappe. :)
      Liebe Grüße von Trollebo

    • Mittwoch, 5. September 2018 – Tag 8

      Von Finnland in die Finnmark und zwei Einführungen in die samische Kultur

      Als ich wach werde ist es taghell. Ein Blick auf die Uhr zeigt gerade mal 5 Uhr :/ – also kann ich mich beruhigt noch einmal umdrehen. Aber jetzt merken wir schon wie weit wir im Norden sind. Heute ist der längste Tag unserer Reise mit 15 Stunden Sonne und gerade mal 7 Stunden Dunkelheit. Also besteht keine Eile aufzustehen.

      Wir stehen dennoch nicht zu spät auf und sind bereits vor 9 Uhr auf dem Weg gen Südost zurück nach Karesuvanto :locomotive: Der Himmel ist hochnebelartig bewölkt bei 8 Grad, und an der einen oder anderen Stelle ist eine winzige Wolkenlücke eher zu erahnen als zu sehen :search_1:

      Nach einer guten halben Stunde wird es Zeit für eine Pause, denn wir kommen nach Litto. Hier gibt es einen Naturlehrpfad zum Thema Palsa Bogs. Hierbei handelt es sich um ein Moorgebiet oberhalb eines Permafrostbodens, in dem sich durch den ständigen Wechsel der Jahreszeiten kleine und große Hügel bilden, die irgendwann auch wieder in sich zusammenfallen ^^
      Wir schauen uns die Tafeln und die Landschaft in Ruhe an und genießen dabei den Herbst in seiner voller Pracht :thumbup:



      Nach einer halben Stunde fahren wir weiter, während die Wolkenlücken ganz langsam größer werden. Dies zaubert wundervolle Lichtstimmungen in die Landschaft, wie hier am Ropijärvi :8o:



      Bald darauf passieren wir Karesuvanto und verlassen wenig später die zur Ostsee führende Straße gen Osten. Gegen Mittag passieren wir Hetta mit seiner modernen Kirche, wo wir unser Auto noch einmal füttern. Hier passiert uns auch Formation Wildgänse – immerhin 2 Vögel :mosking: Nun wenden wir uns direkt nach Norden und erreichen wenig später die norwegische Grenze. Hier weitet sich die Landschaft und wir genießen die Aussicht auf herbstliche Tundra :)

      Hinter der Grenze machen an einem Rastplatz Mittagspause in Form eines kleinen Picknicks und erreichen um 13:40 Uhr Kautokeino. Man merkt dem Ort an, dass er kein natürlich gewachsenes Zentrum hat sondern dadurch entstanden ist, dass immer mehr Sami an der Stelle, wo sie ihr gerade ihr Zelt für den Winter hingestellt haben, dieses durch ein Holzhaus ersetzt haben :pardon:

      Wir steuern erst einmal das Freilichtmuseum (Kautokeino bygdetun) an, in dem wir einen umfassenden Eindruck der Ortsentstehung und der samischen Kultur erhalten :thumbup: Bei dem inzwischen strahlenden Sonnenschein (verbunden mit 14 Grad und Windstille) nehmen wir uns natürlich auch Zeit für das Außengelände :8):



      In einem Nebengebäude befindet sich eine Sonderausstellung zum 75. Geburtstag des samischen Künstlers Nils-Aslak Valkeapää. In seinen Bildern und Skulpturen hat er eindrucksvoll die Kultur der Sami mit den Lichtstimmungen der nordischen Natur vereint – alleine dafür hätte sich der Besuch schon gelohnt. Leider dürfen die Bilder nicht ins Netz gestellt werden. Aber wer die Gelegenheit hat, eine Ausstellung zu besuchen sollte es tun! :good3:

      So eingestimmt fahren wir weiter zur (natürlich geschlossenen) Kirche mit ihrem stimmungsvollen Friedhof. Wie fast überall im Norden braucht man sich hier um die Grabbepflanzung keine Gedanken zu machen – die Natur erledigt das von alleine :whistle3:



      Nun fahren wir aus dem Tal auf die Anhöhe westlich vom Ort und besuchen Juhls Silberschmiede. Hier ist nicht nur das Gebäudeensemble (das immer noch weiter wächst) sehenswert. Der handgemachte Silberschmuck ist von der Kultur der Sami und der Natur im hohen Norden inspiriert :)

      Ich habe auf meinen Radtouren, bei denen ich hier vorbeigekommen bin, immer wieder mal ein Stück als Geschenk für Göga gekauft. Daher kenne ich die Preise für einzelne Stücke, die immer noch im Angebot sind und stelle mit Erstaunen fest, dass sie jetzt ungefähr das Vierfache der Preise von vor ca. 20 Jahren betragen =O – das kann auch der verbesserte Wechselkurs nicht ganz ausgleichen.
      Die Aussicht von hier über den Ort kostet allerdings noch das gleiche wie damals – nämlich nichts :D



      Gegen 16 Uhr machen wir uns auf zur letzten Etappe. Wir fahren quer durch die Finnmarksvidda nach Osten und erreichen nach 2 Stunden im goldenen Herbst Karasjok, wo wir ein Zimmer im Scandic Hotel gebucht haben, allerdings im Nebengebäude ohne eigenes Bad. Wir werden an der Rezeption gleich mit der Frage empfangen, ob wir nicht für den kleinen Aufschlag von NOK 650 ein Zimmer im Hauptgebäude haben möchten :fie: Das entspricht allerdings der Differenz zwischen unserem Preis und dem Tagespreis, womit unser Frühbucherrabatt hinfällig geworden wäre. Daher lehnen wir dankend ab :negative:
      Jedenfalls erhalten wir den Schlüssel und laufen über das dem Hotel angeschlossene Freilichtmuseum zum Nebengebäude. Das Zimmer ist klein, aber sauber. Das einzige was uns irritiert ist, dass es weder einen Schrank noch einen Haken an der Wand gibt, um irgendetwas (und seien es die nassen Handtücher) aufzuhängen :( Vielleicht sind wir ja auch von den vorherigen Nächten verwöhnt, aber hier entspricht das Preis- / Leistungsverhältnissen nicht ganz unseren Vorstellungen, schließlich ist es die teuerste Nacht bisher :huh: Man muss aber auch dazu sagen, dass es sonst im Ort nicht viele Alternativen gibt, wahrscheinlich macht sich da auch eine gewisse Monopolstellung bemerkbar :thumbdown:

      Wir schauen uns nun ein wenig im Ort um, auch unter dem Gesichtspunkt wo wir zu Abend essen wollen. Wir finden ein kleines Kaffee, das sowohl Rentiergeschnetzeltes als auch Rentierburger anbietet. Das passt doch, und so lassen wir den Abend hier gemütlich ausklingen :) :beer:

      Beim Rückweg gehen wir allerdings etwas fixer, denn jetzt, eine Stunde nach Sonnenuntergang, ist es bei der klaren Luft schon recht frisch – nur noch 5 Grad :locomotive:


      Tageskilometer: 407 (gesamt 3467)
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


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    • Donnerstag, 6. September 2018 – Tag 9

      Samische Kultur zum dritten und wieder nach Finnland

      Auch heute sind wir vor 7 Uhr wach. Wir stehen langsam auf und sind gespannt, ob uns das Frühstück ein wenig mit dem Hotel versöhnt :hmm: Immerhin haben wir gut geschlafen, die Matratzen sind genau richtig :thumbup:
      Wir beginnen den Tag mit einem Morgenspaziergang durchs Freilichtmuseum. Die Vorspeise am Weg lassen wir allerdings stehen :D



      Am Hotel angekommen sind wir mehr als positiv überrascht. So ein reichhaltiges und qualitativ hochwertiges Frühstück haben wir bis dahin noch nicht gesehen :good3: So futtern wir uns eine knappe Stunde lang durch das Sortiment. Gut, dass wir jetzt erst noch einen Spaziergang auf dem Programm stehen haben, bevor es weiter geht :whistle3:
      Wir laufen ein paar hundert Meter zum zweiten, nicht so touristisch angehauchten Freilichtmuseum in Karasjok, das von der gleichen Stiftung betrieben wird wie das in Kautokeino.
      Zur Einstimmung erhalten wir einen knapp einstündigen Film über den samischen Grand Prix, bei dem der Joik im Mittelpunkt steht.

      Nach dieser Einführung in die Neuzeit der samischen Kultur werden wir sehr ausführlich in die Traditionen eingeführt – eine gute Ergänzung zum Vortag. :)
      Wir laufen zurück zum Hotel, wo wir auschecken und bezahlen. Hier sollten wir ein paar Tage später noch eine böse Überraschung erleben, denn das Hotel hat uns die Übernachtung doppelt auf der Kreditkarte belastet :wacko1: Nachdem wir uns beschwert haben, wurde das Geld innerhalb einer Woche zurück überwiesen (natürlich in NOK), aber die damit verbundenen Scherereien wären nicht unbedingt nötig gewesen :negative:

      Wir begeben uns anschließend mit dem Auto zur alten Kirche. Diese können wir wieder nur von außen besichtigen, aber die neue Kirche, die von innen an eine Kota (ein Samenzelt) erinnert, ist überraschenderweise offen :thumbsup:



      Gegenüber liegt noch die Galerie der Kunstschule, die wir zum Abschluss besichtigen möchten. Die Tür ist sperrangelweit offen und so gehen wir rein. Es sieht im Eingangsbereich ein wenig chaotisch aus, aber der Ausstellungsraum geradeaus durch lädt uns mit offenen Türen zur Besichtigung ein. Kurze Zeit später läuft eine Frau durch den Raum und schaut uns etwas irritiert an – was wir hier machen, es sei doch geschlossen ?( Wir wären aber gerne am Abend zur Ausstellungseröffnung willkommen.
      Beim Rausgehen stellen wir dann fest, dass an der Außenseite der Tür (aber nur beim Verlassen des Gebäudes durch die Glasscheibe zu sehen) ein Zettel mit dieser Information hängt… :dash:

      Nun, gegen 12:30 Uhr, wird es langsam Zeit Karasjok zu verlassen. Wir folgen dem Südufer des Karasjohka gen Osten und fahren bei Karigasniemi wieder nach Finnland. Wir wenden uns nach Norden und folgen jetzt dem Tanajohki nach Norden. Die finnische Straße ist deutlich weniger befahren als die E6 auf norwegischer Seite und bietet auch die schöneren Ausblicke :search_1:
      Das merken wir bei unserer Mittagspause, die wir bei 14 Grad und strahlendem Sonnenschein am Tana verbringen. :8):



      Je weiter es nach Norden geht, desto hügeliger wird das Ufer.



      Nun ist es nicht mehr weit nach Utsjoki, der nördlichsten Gemeinde Finnlands. Hier verlassen wir den Tana und fahren ein paar Kilometer nach Süden zu den Kirchenstuben in Mantojärvi.
      Dieses Kirchdorf wird noch aktiv genutzt. Hier gibt es ein Cafe mit Souvenierladen, aber auch ganz neue Hütten, die im alten Stil aufgebaut werden.
      Die Erdhütten sind allerdings die Ausnahme ^^



      Auf dem Rückweg zum Tana tanken wir noch einmal in Utsjoki und kaufen noch ein paar Lebensmittel. An der Kasse merken wir, dass wir auch beides gemeinsam hätten bezahlen können, der Laden hat zwei Eingänge, aber nur eine Kasse :/
      Wir folgen weiter dem Tana nach Nordost. Hinter Nuorgam passieren wir die Grenze und machen noch einen kurzen Halt an der alten Kirche in Polmak.

      In Skipagurra stoßen wir erstmals seit Göteborg wieder auf die E6 und folgen ihr für wenige Kilometer gen Osten. Dann – in Varangerbotn – sehen wir erstmals das Eismeer :thumbsup: Hier stocken wir unsere Vorräte noch ein wenig auf (insbesondere Blaubeer- und Preiselbeermarmelade sowie Polarbrot).

      Nun folgen wir der E75 noch 35 Kilometer nach Osten, bis wir in Vestre Jakobselv ankommen. Wir folgen unserem Navi in eine Wohnsiedlung, wo sich unsere Ferienwohnung befinden soll. Wir fahren zu dem Haus mit der angegebenen Hausnummer und stellen uns in die Einfahrt. Wir klingeln an, aber leider öffnet keiner. Jetzt ist es 17:15 Uhr und haben uns für zwischen 17 und 18 Uhr angekündigt – merkwürdig :pardon:

      Ich gehe hoch zur Straße und sehe gegenüber 2 Frauen, die in ihrem Vorgarten Fische ausnehmen. Ich frage, ob wir hier richtig sind. Wir sollen einfach ums Haus gehen, dort wäre der Eingang =O Das machen wir – und richtig, da ist eine kleine Terrasse (mit schönem Blick auf den Ort und den Fjord) und eine unverschlossene Eingangstür. Wir gehen rein und sehen, dass wir richtig sind. Da wir für 4 Nächte hier sind, räumen wir erst einmal unser Auto weitgehend leer und verstauen unsere Sachen. Während GöGa sich ums Abendessen kümmert, versuche ich schon mal die Waschmaschine in Gang zu bekommen – und das sogar erfolgreich :mosking:

      Am Abend steht mal wieder Fotos sichern auf dem Programm. Noch ein kurzer Blick nach draußen, aber es ist kein Nordlicht zu sehen, also können wir beruhigt schlafen gehen.



      Tageskilometer: 254 (gesamt 3721)
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Freitag, 7. September 2018 – Tag 10

      Ein Kulturtag mit viel Natur

      Heute lassen wir es ruhig angehen. Wir schlafen aus (immerhin bis halb acht ;) ) und frühstücken gemütlich. Ursprünglich hatten wir vor, heute nach Berlevåg zu fahren, aber 200 Kilometer pro Strecke ist uns eindeutig zu weit :S Statt dessen wollen wir uns heute in der Umgebung umschauen, wo es auch jede Menge zu sehen gibt :thumbup:

      Zuerst stehen wir aber vor dem kleinen Problem, dass es keinen Schlüssel für die Wohnung gibt – und den Vermieter haben wir auch noch nicht gesehen um ihn danach fragen zu können ?( Da die Wohnung offen war (und das darüber liegende Haus ebenfalls) beschließen wir, nicht weiter zu suchen, zumal unser Appartement nicht nur in einer Sackgasse, sondern auch sehr versteckt liegt. Ungesehen kommt hier wohl keiner rein :)

      So machen wir uns kurz nach halb zehn auf und folgen der Küste gen Westen. In Mortensnes machen wir an der Cultural Heritage Site Ceavccageađge Halt, wo wir einem Wanderweg durch 10.000 Jahre Siedlungsgeschichte folgen :locomotive: Weil die Besiedlung des Landes immer in Meeresnähe erfolgt ist und das Land sich durch Landhebungen nach der letzten Eiszeit um fast 40 Meter gehoben hat, kann man jede Menge Spuren der Vorzeit finden. Das Museum ist seit einem Monat geschlossen, aber wir können auch so auf das Außengelände.

      Das bekannteste Monument ist der Ceavccageađge (Fischölstein). Es handelt sich um einen Opferstein, der vor der Ausfahrt mit Fischöl beschmiert wurde, um Glück beim Fischen zu haben :miffy:



      Wir haben es allerdings weniger mit Fischen als mit Schafen zu tun :whistle3: Das Museumsgelände wird von ihnen als Weide genutzt, und das nutzen sie auch weidlich aus. Selbst das Tor zum Grassodenhaus haben sie irgendwie aufstoßen können. Da dieser Teil des Museums allerdings eingezäunt ist, gehen wir davon aus dass hier eine andere Art von Rasenmähern im Einsatz sein soll :nono: Also vertreiben wir mit vereinten Kräften die Schafe durch das Tor wieder hinaus ins Weite. Ein Schaf weicht allerdings geschickt aus und durchbricht den Zaun neben dem Tor – aber Hauptsache es ist draußen :mosking:
      Anschließend schauen sie wieder ganz unschuldig… :pillepalle:



      Bald sind wir wieder zurück am Parkplatz und fahren zu einem besonderen Rastplatz am „Nationalen Touristweg Varanger “, an dem sich unsere Unterkunft befindet und auf dessen Spuren wir heute wandeln. Wir besichtigen (und benutzen) die modernen Toiletten und steuern unser nächstes Ziel an: Varangerbotn.

      Hier „nutzen“ wir das bedeckte Wetter zu einem Besuch beim Museum der Seesami (Varanger Samiske Museum). Hier fühlen wir uns beim Eintritt sofort in ihre Welt versetzt – das Wasser plätschert und ab und zu lässt sich ein Vogel hören, dazu singt im Hintergrund ein Schamane. :rolleyes:



      Dieses Museum gefällt uns von der Art der Präsentation, aber auch von den Inhalten her am besten von allen bisherigen :thumbsup:
      Unter anderem finden sich hier auch ein paar samische Sprichwörter, so wie
      • die Zeit ist ein Schiff, das nie den Anker auswirft
      • schick einen Untauglichen mit einem Auftrag los, und du musst trotzdem selber gehen
      • Wissen, das von außen kommt, bleibt in keinem Kopf sitzen
      • Reisen ist besser als stillsitzen
      Vor allem das letzte wissen wir ja alle zu würdigen :D

      Hier bleiben wir fast 2 Stunden, bevor wir langsam wieder zurück in unser Appartement fahren.

      Gegen Abend klart es ein wenig auf, so dass ich noch einmal einen kleinen Ausflug zum Klubben unternehme.
      Hierbei handelt es sich um einen heiligen (ungefähr 90 Meter hohen) Berg, der von einem Parkplatz aus bequem zu besteigen ist. Unterwegs sehe ich viele schwarze Birkengerippe :| Zuerst denke ich , es handelt ich um die ersten für uns sichtbaren Brandopfer nach den großen Waldbränden in diesem Sommer, aber später erfahre ich dass es hier dieses Jahr einen großen Befall mit Schädlingen gegeben hat, die diese Schäden verursacht haben. es sieht jedenfalls ganz schön gespenstisch aus :(
      Oben auf dem Berg habe ich eine schöne Aussicht über die Straße auf den Varangerfjord :search_1:
      Nach einer guten Stunde bin ich schon wieder zurück.



      Tageskilometer: 86 (gesamt 3807)
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Samstag, 8. September 2018 – Tag 11

      Besuch der alten Lady und viele schöne An- und Ausblicke

      Wir haben heute den Wecker gestellt, aber ich bin bereits 10 Minuten früher wach :) Gegen 5:30 Uhr schleiche ich mich vorsichtig aus dem Schlafzimmer, gut dass die Sonne schon vor beinahe einer Stunde aufgegangen ist. ||
      Nicht viel später sitzen wir beim Frühstück und eine Stunde nach dem Aufstehen bereits im Auto :locomotive:

      Wir wissen schon seit rund einem halben Jahr, dass wir uns heute am frühen Morgen gen Südosten aufmachen würden. Unser Ziel liegt auf der Straße rund 160 Kilometer entfernt; per Luftlinie dürfte es rund die Hälfte sein :hmm:
      Nach etwas mehr als 2 Stunden haben wir unser Ziel erreicht und stehen in Kirkenes am Hafen. Eigentlich hätten wir jetzt am Horizont etwas Bewegung erwartet :search_1: , aber die alte Lady hat sich um rund eine halbe Stunde verspätet.

      Dann rührt sich aber doch langsam etwas und bald ist auch mehr zu erkennen :lofoten2:



      Nun ist es nicht mehr lange hin bis das Anlegemanöver beginnt. Es ist schon merkwürdig, das einmal von der Landseite aus zu sehen :/



      Wir werden von verschiedenen Besatzungsmitgliedern begrüßt, unter anderem von unserem Lieblingsreiseleiter und der Hotelchefin :friends: Nicht viel später kommt unsere Tagesbegleitung von Bord, die wir auf unserer letzten Tour mit der MS Lofoten kennen gelernt haben und die nun wieder an Bord ist. Gemeinsam mit ihrer Tante machen wir einen Stadt- und Einkaufsbummel. Ich erstehe in der Apotheke eine Packung Postafen; wer weiß wann ich sie wieder brauche… :hmm:

      Zurück am Hafen haben wir noch eine halbe Stunde Zeit, die wir natürlich ausnutzen um an Bord zu gehen. Hier werden wir auch vom Kapitän (Eivind Lande) auf Deutsch begrüßt :thumbup: Schnell heißt es wieder Abschied nehmen und nach einem kurzen Gruß des Kapitäns von der Brücke an uns verlässt die alte Lady den Hafen :|

      Wir verlassen ihn auch, allerdings in die andere Richtung. In Hesseng nutzen wir die Gelegenheit, noch einmal unser Auto zu betanken (interessanterweise ist das Benzin hier billiger als in Finnland =O ). Nun heißt es sich zu entscheiden: Nach Osten zur russischen Grenze (und noch einmal 120 km mehr unterwegs sein) oder langsam zurück und noch ein paar Abstecher machen :hmm:

      Wir entscheiden uns für die geruhsamere Variante und fahren erst einmal nach Neiden. Hier folgen wir einem kleinen Pfad zu der winzigen orthodoxen St.-Georgs-Kapelle von 1565. Einmal im Jahr, immer am letzten Sonntag im August, findet hier noch ein Gottesdienst statt :) Die moderne Kirche, eine Stabkirche von 1902, befindet sich ein paar Kilometer weiter. Leider sind beide Kirchen geschlossen, aber das sind wir ja bereits gewohnt :pardon:



      Wir folgen nun der E6 zurück nach Nordwesten. Kurz bevor wir den Varangerfjord erreichen, biegen wir noch einmal nach Osten ab und folgen dem Meeresufer nach Bugøynes, einer mehrheitlich finnisch-sprachigen Stadt. Anfang des 19 Jahrhunderts entstanden ist sie dem Vernichtungsfeldzug der deutschen Truppen entgangen, wäre allerdings 1989 beinahe von den Einwohnern aufgegeben worden, als die einzige (Fisch-) Fabrik im Ort geschlossen wurde. Paradoxerweise wurde die Stadt dann von Russen gerettet, die die Königskrabben ins Eismeer gebracht haben, die wiederum die neue Lebensgrundlage der Einwohner geworden sind :D

      Vom Hügel oberhalb des Ortes lässt sich die gesamte Stadt überblicken, die malerisch auf einer kleinen Landzunge zwischen zwei Stränden beheimatet ist. Die Wolken haben sich gerade rechtzeitig verzogen :rolleyes:



      Unseren vorletzten Zwischenstopp legten wir In Reppen ein, wo wir das Haus von Isak Saba besuchten. Es handelt sich um ein grasgedecktes Holzhaus, in dem der samische Dichter und Lehrer viele Jahre gelebt hat. Er war der erste Sami, der 1907 in den Storting (das norwegische Parlament) eingezogen ist.
      Am Nordufer des Varangerfjord halten wir noch einmal an, da sich die Kirche von Nesseby malerisch in der Sonne präsentiert :8):



      Kurz nach 17 Uhr sind wir nach einem langen und ereignisreichen Tag wieder zurück. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen, ist das nach dem Abendessen noch ein ereignisreicher Abend auf der Terrasse auf uns zukommt… :8o:





      Tageskilometer: 374 (gesamt 4181)
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


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    • @lynghei
      Nicht mehr für diesen Abend, aber es war nicht unsere einzige Nacht mit Polarlichtern :)
      Da ich ja für diesen Reisebericht weniger als 10 Fotos pro Reisetag einstellen darf, muss ich leider eine sehr restriktive Auswahl treffen :pardon:

      Viele Grüße
      Noschwefi
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Sonntag, 9. September 2018 – Tag 12

      Auf den Spuren deutscher, finnischer und russischer Geschichte zum Drachen an Spitsbergen

      Heute lassen wir es wieder geruhsam angehen. In der Nacht hat sich hochnebelartige Bewölkung gebildet, die auch von den Polarlichtern nicht mehr vertrieben werden konnte ;)
      Kurz nach halb zehn brechen wir auf, diesmal gen Osten. Wir folgen der E75 und erreichen 20 Minuten später Vadsø .
      Als erstes besuchen wir die Vogelbeobachtungsstation, von der aus wir neben der (leeren) Hurtigruten- Anlegestelle auch Möwen und Enten beobachten können :search_1:

      Wir genießen nebenbei den schönen Blick auf die bunten Holzhäuser am Meeresufer :rolleyes:



      Wir schauen uns noch das Einwandererdenkmal (auch dieser Ort ist in seinem Ursprung finnisch geprägt) sowie die Kirche an, beides natürlich wieder von außen. Auf dem Friedhof finden wir noch einen merkwürdigen Gedenkstein, den wir nicht interpretieren können und zu dem wir auch keine Informationen gefunden haben :hmm: Auf der einen Seite stehen die (Jahres?) Zahlen 2207 und 2011, auf der anderen Seite steht ein Gedicht von Lars Saabye Christensen. Vielleicht kann jemand hier noch weitere Informationen beisteuern?

      Wir fahren weiter gen Osten und legen eine halbe Stunde später erneut einen Zwischenstopp ein. Wir fahren nach Store Ekkerøy. Auf dieser Halbinsel gibt es einerseits viele Vogelfelsen, andererseits ist sie geradezu durchlöchert von einer deutschen Festung aus dem zweiten Weltkrieg :fie:
      Zur Vogelbeobachtung sind wir etwas spät dran (jahreszeitlich betrachtet). Statt dessen können wir auch hier Schafe beim Grasen beobachten :D Über die Überreste der Besfestigungsanlagen stolpern wir allerdings überall :|



      Wieder zurück im Auto geht es weiter nach Nordost. Unser nächstes Ziel heißt Kiberg, wo wir gezielt das Partisanenmuseum ansteuern. Bei meinen bisherigen Besuchen war es immer geschlossen, aber heute ist es überraschenderweise geöffnet :thumbup: Die Öffnungszeit „täglich 10-17 Uhr im Sommer“ wird anscheinend von Ort zu Ort anders ausgelegt :whistle3:
      Im Museum werden wir an einen Teil der norwegischen Geschichte herangeführt, der außerhalb der Varangerhalbinsel praktisch unbekannt ist. Da es durch die geographische Lage (Kiberg ist der östlichste Festlandsort Norwegens) viele Kontakte nach Russland gab, sympathisierten viele Einwohner des Ortes in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg mit der kommunistischen Ideologie. Dadurch bedingt flohen zu Beginn der deutschen Besatzung viele Einwohner nach Russland, von denen einige als Partisanen zurück kamen. Die Schicksale dieser Personen werden hier sehr anschaulich vor Augen geführt. Für geschichtlich Interessierte ist dieses Museum ein Muss :!:



      Kaum haben wir den Ort verlassen, liegt die Landschaft schlagartig in der Sonne. Wir fahren ein Stück weit die Straße Richtung Hamningberg. Wir kommen nicht wirklich schnell voran und merken, dass uns die Zeit ein wenig davonläuft :huh: Daher beschließen wir nach einem kurzen Einblick in die beeindruckende Landschaft umzukehren, damit der heutige Tag nicht nur in einem Aneinanderreihen von abzuhakenden Punkten besteht ^^

      Eine Viertelstunde später passieren wir den ersten Tunnel seit Göteborg (bei der Anreise per Hurtigruten wird einem nicht wirklich bewusst, dass Vardø auf einer Insel liegt :/ ) und fahren durch die Stadt gen Norden. Leider ist unser Ziel nicht ausgeschildert, aber wir wissen ungefähr wo es liegt. Beim ersten Versuch halten wir uns zu weit östlich und landen in einer Sackgasse :S , aber als wir uns bei der Rückfahrt immer wieder rechts halten, sehen wir es schon in der Ferne liegen: Drakkar :thumbsup:

      Wir parken einige hundert Meter entfernt und folgen der Straße. Rechterhand sehen wir einen neuen Rastplatz mit diversen Bänken, auf denen man sich rund um die Uhr zur Sonne ausrichten kann sowie einer Grillstelle. Über uns kreist ein Seeadler , der sich aber nicht zu nahe an den Drachen herantraut :mosking: Dann nähern wir uns langsam der faszinierenden Skulptur.



      Wir gehen auf die andere Seite, wo wir Glück mit dem Wetter und der Topographie haben :8o:



      Wir stellen fest, dass man in den vorderen Teil der Skulptur hineinklettern kann und erleben wieder eine ganz andere Ansicht :)



      Diese Skulptur ist auf jeden Fall einen Abstecher wert. Die Fahrtzeit vom bzw. zum Hurtigrutenanleger beträgt ca. 8 Minuten, der Fußweg an der kürzesten Stelle von der Straße aus ca. 3 Minuten. Bei einem Aufenthalt von 20 Minuten ist die Skulptur also bei halbwegs pünktlichem Zeitplan (und vorbestelltem Taxi) in der normalen Liegezeit zu besichtigen :thumbsup:
      Nach einer knappen Stunde sitzen wir wieder im Auto und fahren zurück. Wir parken in der Nähe des Hurtigrutenkais und laufen zur Kirche, die trotz Sonntag abgeschlossen ist. In der Nähe finden wir eine Bank, wo wir Geld abheben (unsere nächsten beiden Unterkünfte wollen Barzahlung), bevor wir uns zu Fuß auf den Weg Richtung Tunneleinfahrt machen. Hier sehen wir am Horizont ein Schiff auftauchen :search_1: Als es näher kommt entpuppt es sich – wie erwartet – als die MS Spitsbergen :D
      Da sie mehr als 30 Minuten Verspätung hat, schauen wir uns die Ankunft im Hafen von der Brücke im Südteil aus an und gehen dann ins Museum, genauer in das Pomor-Museum.
      In diesem sehr interessanten Museum werden die Verbindungen zwischen der Varangerhalbinsel und Russland dargestellt. Ab ca. 1740 bis zur russischen Revolution gab es einen regen Handel zwischen Norwegen (Fisch) und Russland (Holz und Getreide). Die Pomoren sind russische Siedler, die sich per Schiff von Archengelsk aus nach Westen bis Norwegen gewagt und die Handelsroute aufgebaut haben. Es hat sich sogar eine eigene Sprache als Mischung von norwegisch und russisch entwickelt. Die Route hatte 1917 letztmalig eine große Bedeutung, als Propagandaschriften, aber auch Personen nach Russland eingeschleust wurden :pardon:

      Dieses Museum ist (außer im Winter) von 16-17 Uhr geöffnet, also gerade passend zu der Anlegezeit der Hurtigrutenschiffe :!: Auch dies ist eine lohnenswerte Alternative zu Festung und Hexendenkmal, zumal es noch näher liegt (einfach dem Fußweg parallel zum Wasser Richtung Innenstadt folgen) :)

      Wir verlassen das Museum gerade rechtzeitig, um die MS Spitsbergen verabschieden zu können. Diesmal ruft sie ihre Passagiere allerdings nicht akustisch per Typhon, sondern optisch durch eine dicke Rußwolke zurück zum Schiff =O :nono:



      In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit verzichten wir heute auf einen Besuch des Hexendenkmals und fahren zurück ans Festland. Oberhalb des Tunnels machen wir noch einmal kurz Halt und sehen die südgehende MS Spitsbergen nach Norden fahren :godtur: Wir wenden uns nach Süden und folgen der E75 zurück zu unserem Appartement. In Vadsø machen wir noch einmal kurz halt zum Tanken. Inzwischen ist es wieder bedeckt (anscheinend haben wir heute die Sonnenecke gefunden :thumbup: ), kurz darauf zieht auf einmal dichter Nebel vom Meer über die Straße :gr-pupillen: Gut, dass wir nicht mehr weit zu fahren haben. So sind wir froh, gegen 18:40 Uhr wieder zurück zu sein :gr-hmmz:



      Tageskilometer: 249 (gesamt 4430)
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Noschwefi schrieb:

      Auf der einen Seite stehen die (Jahres?) Zahlen 2207 und 2011


      Damit ist der 22. Juli 2011 gemeint - an diesem Tag fanden die Anschläge in Oslo und auf der Insel Utøya statt. Möglicherweise waren auch Bürger aus Vadsø unter den Opfern. :hmm:

      Noschwefi schrieb:

      ... Pomor-Museum. ... lohnenswerte Alternative ...


      Ich habe das Pomor-Museum im heurigen Juli besucht und fand es sehr interessant - in der Tat lohnenswert. :good3:


      <3 lig hilsen
      Bernhard

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    • @mil etter mil
      Danke für deinen Hinweis, auf diese Idee bin ich gar nicht gekommen :thank_you:
      Das passt auch zu dem Gedicht, wo es um Gedenken, Mitmenschlichkeit und Zusammenhalt geht.

      Wenn es die Moderatoren erlauben, würde ich das Foto mit dem Gedicht gerne außerhalb meines Kontigents einstellen und ein der norwegischen Sprache mehr als ich Kundiger könnte es dann übersetzen :hmm: Oder wäre hier ein besser Platz dafür?


      @lynghei
      Da habe ich doch glatt vergessen, den Hintergrund zu erläutern :blush2:
      Bei dieser Skulptur handelt es sich um ein Kunstobjekt, das von einem russischen Künstlerteam aus Archengelsk (also genau passend zu den Pomoren :D ) vor 2 Jahren erstellt wurde.
      Es soll eine Kombination eines Wals, eines Drachen und eines Schiffs darstellen und die Geschichte der Arktis, der Natur und der Menschheit symbolisieren. Hier geht es um das Meer, Einwanderung, Mythen, Schiffe, historische Ereignisse, Holz und Wale.
      Drakkar ist unbemerkt von der Bevölkerung dem Meer entstiegen und wacht nun über die Bewohner von Vardø :)

      Viele Grüße
      Noschwefi
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Noschwefi schrieb:

      Wenn es die Moderatoren erlauben, würde ich das Foto mit dem Gedicht gerne außerhalb meines Kontigents einstellen und ein der norwegischen Sprache mehr als ich Kundiger könnte es dann übersetzen


      @Noschwefi, da es sich bei einem Gedicht um ein Werk von beträchtlicher Schöpfungshöhe handelt, müsstest Du dem Forenteam vor einer Veröffentlichung die schriftliche Genehmigung des Rechteinhabers vorlegen. Die Veröffentlichung würde dann gemäß den Ankündigungen zum Bilderkontingent innerhalb diesselben erfolgen müssen. Falls Du das fragliche Gedicht an einer anderen Stelle im Internet veröffentlicht findest, kannst Du die Seite aber problemlos verlinken, ohne dass Du oder der Forenbetreiber u.U. Probleme bekäme.

      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • @BRITANNICUS
      Danke für Deinen Hinweis.

      Ich habe tatsächlich einen Link gefunden, in dem ein Foto der Statue und des Gedichts vorkommen :)
      Auch wenn der Standort ein anderer ist - das Gedicht ist identisch.
      Vielleicht existiert dieses Denkmal ja mehrfach in Norwegen :hmm:

      Falls sich jemand in der Lage fühlt, das Gedicht zu übersetzen würde ich mich sehr darüber freuen.

      Viele Grüße
      Noschwefi
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Montag, 10. September 2018 – Tag 13

      Faszination Tundra, ein UKT, eine lange Führung und ein lauer Sommerabend mit Überraschung

      Ich werde dadurch wach, dass ein Sonnenstrahl neben mir aufs Kopfkissen fällt :/ Es ist kurz nach 6 Uhr, aber schon lange hell und der Nebel scheint sich verzogen zu haben. Da wir heute unser Domizil verlassen, stehe ich schon einmal auf und packe nach einem Besuch im Bad die ersten Gepäckstücke ins Auto (die wir noch am Vorabend weitgehend vorbereitet haben) :|
      Bald darauf ist auch Göga wach; nun steht erst einmal Frühstück auf dem Programm :essen: Anschließend wird das Auto beinahe fertig gepackt. Wir schauen noch einmal auf den Wetterbericht, der heute über 20 Grad Höchsttemperatur ansagt (jetzt, kurz nach 8 Uhr, sind es bereits 11 Grad). So nutzen wir die nördlichste Etappe unserer Reise, um wieder einmal offen zu fahren :thumbup:
      Eine halbe Stunde später haben wir alles eingeräumt und verlassen das Appartement, ohne den Vermieter ein einziges Mal getroffen zu haben :huh: (das Geld ist bereits drei Wochen vorher von der Kreditkarte abgebucht worden). Wir packen uns gut ein, dann geht es gen Westen.
      In Varangerbotn erreichen wir die E6, wenig später den Tana-Fluss, dem wir nach Norden folgen. Bald darauf passieren wir Tana bru (Nomen est Omen), wo wir den Fluss überqueren (dies ist die nördlichste der drei Brücken, die den Fluss überqueren, sofern man die in Karasjok mitzählt). Geradeaus kämen wir nach 2 Stunden nach Berlevåg , aber diese Strecke heben wir uns für eine andere Reise auf :pardon:
      Am Straßenrand fallen die vielen bunt lackierten Fahrräder auf, deren Sinn sich uns nicht sofort erschließt :/ Wir fahren jetzt die Straße 98 entlang (die E6 biegt nach Süden ab) und fahren parallel zum nicht sichtbaren Tana durch phantastische Herbstfarben gen Norden :D Für kurze Zeit führt die Straße ein wenig oberhalb des Flusses entlang, wodurch wir eine schöne Aussicht über den hier ca. 1 km breiten Tanaelv genießen können :rolleyes:



      Bald darauf, in Rustefjelbma, verlässt die Straße den Fluss. Wir passieren die moderne Kirche mit einem Denkmal, das an die Befreiung des Ortes durch die Russen am 8. November 1944 erinnert. Hier endete der Vormarsch der sowjetischen Armee in Norwegen; wenige Tage später wurde das Gebiet von norwegischen Truppen übernommen.



      Wir müssen nun das sehr zerklüftete Gebiet am Südrand des Tanafjord durchqueren. Es geht ständig bergauf und wieder bergab. Dies bietet uns ständig neue Aussichten, so wie hier am Trangvannet 8|



      Am Horizont verlieren sich die Berge der Varangerhalbinsel im Dunst :rolleyes:

      Nur wenige Minuten später müssen wir am Tarmfjord schon wieder dem Wetter- / Landschafts-Kombination Tribut zollen. Wir können uns kaum von dieser Stimmung losreißen :8o:



      Das Idyll wird durch Schafsglöckchen komplettiert, deren Träger irgendwo im Tal weiden. Zu sehen bekommen wir sie nicht :whistle3:

      Bald darauf verlassen wir das Meer und überqueren das Ifjordfjell im strahlenden Sonnenschein. Wir kommen durch eine wie ausgestorben wirkende samische Siedlung und erreichen bei Ifjord den Abzweig des Nordkynvegen, der Straße 888.
      Wir folgen der Küste des Laksefjords nach Norden. Im Ort Lebesby (der aber nicht der Hauptort der gleichnamigen Kommune ist) sehen wir wieder bunte Fahrräder, diesmal als richtige Skulptur mit Blumenschmuck am Straßenrand :thumbup:



      Bei der Weiterfahrt ergeben sich immer wieder schöne Aussichten und Stimmungsbilder.



      Nun geht es weiter aufs und übers Fjell. In Hopseidet kommen wir wieder auf Meeresniveau und überqueren den wenige hundert Meter breiten Festlandsstreifen, der verhindert, dass aus der Nordkinnhalbinsel eine Insel wird :mosking:
      Hier finden wir neben dem Gedenkstein zur Einweihung der Straße am 17. August 1989 stimmungsvolle Aussichten.



      Wir fahren nach einer kurzen Pause wieder hinauf aufs Fjell und erreichen eine halbe Stunde später den Ortsrand von Mehamn . Hier biegen wir wieder nach Osten ab und folgen der Panoramastraße nach Gamvik. Dort schauen wir uns die Kirche an, von der wir einen schönen Blick über den Ort und in die Tundra haben. Nicht weit entfernt entdecken wir einen Fuchs, der durch das Gelände streift :locomotive:
      Ein kleines Stück weiter nach Norden wollen wir allerdings noch, nämlich nach Slettnes zum dortigen Leuchtturm.
      Wir finden schnell die Straße und folgen ihr. Nicht lange, und wir sehen auf der rechten Seite eine Bewegung. Da wir gerade zufällig an einem Parkplatz vorbeikommen, nutzen wir diesen aus. Wir steigen aus und sehen vor uns eine kleine Herde Rentiere weiden, aber nicht nur :whistle3:



      Bald zieht die Herde langsam weiter, was uns die Beobachtung erleichtert.



      Die Rentiere setzen sich noch schön vor dem Leuchtturm in Szene und verschwinden dann über die Straße ins Inland.



      Da der Leuchtturm jetzt eh geschlossen ist, fahren wir wieder zurück, schließlich haben wir heute noch eine Verabredung. In Gamvik halten wir allerdings noch einmal an der Bäckerei, wo wir uns ein Teilchen gönnen, das wir vor dem Geschäft in der Sonne genießen :cookie:
      Oberhalb des Skittenfjord halten wir noch einmal wegen der Aussicht.



      Wir fahren noch kurz nach Mehamn , aber die Stadt kann uns nicht so wirklich zu einem Zwischenstopp überreden. So fahren wir wieder gen Süden, bis wir mitten auf dem Fjell an einem einsamen Verkehrsschild vorbeikommen, das uns nach Kjøllefjord verweist.
      Gegen 16:30 Uhr erreichen wir den Ort, gerade rechtzeitig um einzukaufen und uns einen schönen Aussichtsplatz für die einfahrende MS Nordkapp zu suchen :search_1:



      Das Schiff passiert unsere Unterkunft, das schönste Haus des Ortes: Foldalbruket, dem Küstenmuseum :)



      Nicht mehr lange, und das Schiff legt an. Wir sind mit @Nugget für ein UKT verabredet :hi: Das Treffen ist schön, leider reicht die Zeit aber nur für 5 Minuten; immerhin besser als gar nicht :pardon:
      Wir verabschieden Nugget sowie die MS Nordkapp und rufen dann bei unserer Unterkunft an. Wir sollen kommen und werden erwartet, wird uns signalisiert. So folgen wir der Straße durch den Ort bis ganz zum Ende und einer Rampe hinunter bis zum Kai ^^
      Wir werden von der Museums- und Hotelmanagerin freundlich empfangen. Wir sind die einzigen Gäste, können es uns also im ganzen Haus gemütlich machen. Wir bekommen unser Zimmer nebst Küche und Aufenthaltsraum sowie die sanitären Anlagen gezeigt. Wir sollen ruhig beide die Damenduschen und –toiletten benutzen, da sie größer sind :thumbup: Außerdem steht im Männer-WC die Waschmaschine. Der Grund? Die Frauen sollen im Urlaub auch mal ihre Ruhe haben :laugh1:
      Wir werden zu einem Kaffee eingeladen und erhalten schon mal unsere Eintrittskarten für die (im Übernachtungspreis enthaltene) Museumsführung sowie eine Einführung in die Geschichte der Gebäude und des Ortes ^^
      Dann werden wir gefragt, wann wir denn unser Führung haben möchten. Da wir um 12 Uhr (am nächsten regulären Termin) bereits wieder unterwegs sind, erhalten wir eine Sonderführung :thumbup: Ob wir sie sofort haben möchten? Da sagen wir natürlich nicht nein und lassen uns die nächsten 2 Stunden durch die diversen Gebäude führen :thumbsup: Wer sich näher mit der Historie beschäftigen möchte, sei auf den obigen Link verwiesen.
      Um Geld für den Erhalt der Gebäude aufzutreiben, wurden im Laufe der Jahre immer neue Ideen entwickelt. Neben der Übernachtungsmöglichkeit mit rund 30 Betten wurde ein Teil der ehemaligen Lagerhalle mit einem kleinen Kinosaal ausgestattet; der restliche Bereich wird für Feierlichkeiten genutzt. Als Tische dienen alte Tranfässer, als Stühle und Bänke ausgediente Fischkisten. Da es praktisch unmöglich ist, diesen Raum samt Inventar zu reinigen, finden in Kjøllefjord seit einigen Jahren keine Hochzeiten mehr in Weiß statt :mosking:
      Zwischendurch erleben wir noch einen malerischen Sonnenuntergang… :rolleyes:



      Schade, dass der Aufenthalt der Hurtigrutenschiffe in Kjøllefjord so kurz ist, denn dieses Museum lohnt allemal einen Besuch, nicht zuletzt wegen der sehr engagierten Führerin, die die Geschichte wieder lebendig werden lässt. :)

      Im Anschluss an die mehr als 2-stündige Führung bekommen wir noch Zeit, unser Gepäck durch die große Halle zu tragen, bevor sie für die Nacht abgeschlossen wird. Dies erspart uns einen kleinen Umweg – sehr aufmerksam :good3:
      Göga und ich machen Arbeitsteilung: Ich hole die Sachen, und sie und unser Guide trinken Kaffee. :whistle3:

      Nun nutzen wir die große Küche und essen erst einmal zu Abend. Anschließend gehen wir auf unsere Terrasse und genießen (bei immer noch 18 Grad) die schöne Abendstimmung :rolleyes: Wiederum eine Stunde später beginnt im Süden ein leichtes grünes Flimmern, das sich immer weiter nach Norden fortsetzt und bald den ganzen Himmel erfüllt :8o:



      So ist die abendliche Unterhaltung bei frühlingshaften Temperaturen bis weit nach 23 Uhr garantiert, als sich das Spektakel ziemlich abrupt verabschiedet.



      Tageskilometer: 335 (gesamt 4765)
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2: