Winterreise mit Umstieg in Molde (MS Finnmarken und MS Lofoten 16.11. - 16.12.2018

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      15.12.2018 - Trondheim - Kristiansund

      Mit nur wenigen Minuten Fahrplanabweichung kommen wir in Trondheim an, wo natürlich die MS Nordkapp bereits am Kai auf uns wartet. Auch hier ist der Drang gering, dem anderen Schiff einen Besuch abzustatten. So reicht es, die Kabine erst etwas später zu verlassen.

      So wie es am vorhergehenden Abend auf der Folda kaum eine Bewegung im Schiff gab, so setzt es sich nun nach dem Auslaufen aus Kristiansund auf der Hustadvika fort. So erreichen wir Molde ohne viel Aufregung. In Molde kann man in Ruhe erst einmal zum Hafenkiosk gehen, da es auch heute wieder nur eine Sitzung beim Abendessen für alle Paxe gibt. Erneut um 18:30 Uhr. Nach dem Essen geht es ganz ruhig in die (vermeintlich?!?) letzte Nacht dieser Reise.

      Fortsetzung folgt...
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      16.12.2018 - Ålesund - Bergen - Heimat (oder doch nicht?)

      Der Rest der Schiffsreise ist schnell erzählt. Wenn man nicht unbedingt noch einmal ein paar Augen auf Torvik hätte werfen wollen, man hätte Ålesund komplett verschlafen können. So kommt Morpheus heute erst nach 02:00 Uhr in Kabine 501 zu Besuch. Dieser muss dafür sein Handwerk heute aber schnell verrichten, denn Koffer wollen am frühen Morgen ja auch noch gepackt werden. Schließlich müssen diese bis 09:00 Uhr außerhalb der Kabine zur Abholung bereit gestellt werden.

      Als ich gerade dabei bin, meinen Hartschalenkoffer aus der Kabinentür auf den Flur zu bewegen, kommt der Kapitän vorbei und nimmt mir den Koffer direkt ab, um ihn sogleich persönlich mit auf dass Rezeptionsdeck zu nehmen. So kann ich schnell noch die allerletzten Reste im Handgepäck verstauen. Und schon sitze ich die letzten sechs Stunden an Bord der MS Lofoten im Eisbärsalon, welcher nicht vom Schiff lassen kann und daher mit nach Bergen gezogen wird.

      In Bergen kann ich noch schnell - sozusagen im Vorübergehen - @elpunto begrüßen, bevor mich der Aufzug zum Kofferband bringt. Dort wartet bereits die Anschlussbeaufsichtigerin der Kabine 501 ( @KamillaS ) auf mich; sie hat auch bereits eingecheckt und wartet nun darauf, erstmals die Alte Lady auf einer längeren Reise zu begleiten. So wünschen wir uns gegenseitig gute (Heim-)Reise und schon kommt mein Gepäck.

      Dieses muss ich nicht selbst zum Bus befördern, da mir in dieser Angelegenheit der sich in Richtung Weihnachtsfeiertage verabschiedende Reiseleiter behilflich ist.

      Nach kurzer Busfahrt zum Flughafen muss ich vom Bus-"Anleger" zum Checkin-Schalter der KLM nur mich selbst bewegen, da sich auch hier freundliche Unterstützung durch eine Mitpassagierin ( @Wiskey ) ergibt.

      So sitze ich schnell im herbeigerufenen Rollstuhl und werde erst durch die Sicherheitskontrolle und danach zum Gate geschoben.

      Beim eigentlich uninteressierten Lesen des Boardingpasses lese ich: "Boarding Time 17:30 Departure Time 17:25". Hmmm - sollte man nicht vor dem Abflug einsteigen? Na gut, dann haben wir offenbar ein kleines Bisschen Verspätung. Kann ja nicht so schlimm sein...

      Während es immer länger dauert, erfahren wir, dass es auch Wartende gibt, die auf "unseren" Flug umgebucht wurden, weil ihr früherer KLM-Flug bereits ausgefallen war. Ein deutsche Familie mit zwei kleinen Kindern wartet offenbar bereits seit 14:00 Uhr, ohne dass sich jemand kümmern würde.

      Unser Reiseleiter wird zum Retter in der Not und kann dem kleinen Mädchen mit ein paar kleinen Zauberkunststückchen zumindest kurzfristig ein staunendes Lächeln ins Gesicht zurückholen. DANKE Harald!

      Nach viel informationstechnischer und emotionaler Achterbahnfahrt steigen wir kurz nach 19:00 Uhr endlich ein und starten dann ziemlich genau um 20:00 Uhr. Nun endlich erfahren wir, dass es am ganzen Tag in AMS wegen starken Nebels zu enormen Problemen gekommen ist. Daher der verspätete Flug AMS - BGO und natürlich auch unsere noch stärker verspätete Abreise aus Bergen . Wir müssen eben erst noch knapp eine Stunde warten, bis wir endlich einen Slot zugeteilt bekommen, der es uns erlaubt, in AMS auch zu landen :(

      Kurz vor der Landung in AMS wird dann eine Liste von Flügen über Lautsprecher bekannt gegeben. Nur drei der gefühlt 50 genannten Anschlussflüge sind selbst so sehr verspätet, dass es noch heute eine Weiterreise gibt (Bremen, Bukarest und ein Ziel in GB). Alle anderen Flugpassagiere sollen nach der Landung zum Transfer Desk gehen, um sich über die bereits erfolgte Umbuchung auf einen Flug am nächsten Tag und über die Hotelbuchung für die Nacht zu informieren.

      Ich darf wie üblich als Letzter von Bord, wo am Ausgang des Flugzeugs bereits eine nette Dame mit einem Rollstuhl auf mich wartet. Diese weiß zwar, dass sie mich am Gate abholen soll; Informationen über meinen potentiellen Weiterweg nach Hause hat sie aber nicht. So müssen wir erst einmal zum genannten Transfer Desk, wo sich bereits eine gefühlt kilometerlange Schlange von genervten Reisenden die Beine in den Bauch steht. Mein Sonderstatus bewirkt, dass ich direkt bis an den Kopf der Schlange vorrücke und dort erfahre, dass ich morgen um 12:05 Uhr nach FRA abheben soll. Weitere Informationen gibt es hier aber nicht. Insbesondere zum Thema Hotel ist man weder zuständig noch aussagekräftig. So geht es eine weitere Ebene tiefer zum Service Desk der KLM. Die hier wartende Schlange von gezwungenermaßen übernachtungsbedürftigen ist gefühlt nochmals länger als diejenige am Transfer Desk.

      Die Nerven der sonstigen Anstehenden liegen teilweise bereits ziemlich blank. Ich kann nur mutmaßen, wie lange die einzelnen Wartenden wohl schon ausharrend verbringen. Immerhin hat man 5 Mitarbeiter von KLM aufgeboten, die jedem Reisenden seine persönlichen 5 bi 10 Minuten Betreuungszeit zukommen lassen. Während ich wiederum am Anfang der Schlange noch warte, dass auch meine Betreuerin zum Zuge kommt, ändert sich plötzlich vieles. Die Schlange wird aufgelöst, indem man einen Stapel von Zetteln verteilt, auf denen die Nächtigungsbedürftigen darauf hingewiesen werden, dass sie sich doch gefälligst selbst um eine Hotelübernachtung kümmern sollen. Verschiedene Hotelportale im Internet (z.B. booking.com) sind explizit aufgelistet. Eine Unterstützung hierbei wird nun nicht mehr angeboten. Die Kosten solle man doch bitte selbst vorlegen. Man könne ja später einen schriftlichen Antrag auf Erstattung derselben stellen. Aber bitte nicht mehr als 139,00 EUR. Die Frustration und teilweise Empörung der bisher Wartenden ist deutlich bemerkbar.

      Mir kommt meine besondere Situation zu Hilfe und ich darf meine Bordkarten (alt und neu), meinen Reisepass und meine Kreditkarte (!) ab- und meine email-Adresse angeben und erhalte im Gegenzug ein ausgedrucktes Blatt mit einen booking.com-Buchung in einem Airporthotel. Dann bringt mich die freundliche Dame im Rollstuhl noch bis zum Taxistand. So bin ich nach 10 Minuten Taxifahrt und um knapp 25,00 EUR ärmer vor dem Hotel. Nach dem Einchecken und Bezahlen komme ich um 23:15 Uhr im Hotelzimmer dazu, mein Handy einzuschalten. KLM hat mir per SMS zuerst meine Umbuchung auf den Flug um 12:05 Uhr bestätigt. Und zwei Minuten später die Umbuchung auf den morgigen Flug zur selben Zeit wie der heute nicht erreichte. Also um nach 21:00 Uhr.

      Nun kann ich mich noch entscheiden, wie ich meiner Chefin in ihrem Urlaub am Sonntag nach 23:00 Uhr mitteilen will, dass ich mich am Montag, den 17.12. nicht zur Arbeit werde bewegen können, und dass sie sich ausdenken soll, wen der Kollegen, die auch alle bereits im Weihnachtsurlaub sind, sie zurückholen soll, damit die Arbeit, die eigentlich mir zugefallen wäre, nicht unerledigt liegen bleibt. Es bleibt spannend.

      Fortsetzung folgt...
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      Oha, was für ein Ende der tollen Reise.
      @Klaus E. Ich verstehe garnicht, warum du unbedingt ein Auge auf Torvik werfen wolltest :whistling: oder doch, kann mich so blau erinnern :D

      Ich hoffe und wünsche, dass du doch einigermaßen gut wieder nachhause kommst. Ich hatte bei meiner ersten Reise ja auch eine unfreiwillige Übernachtung in Kopenhagen. Nach ursprünglich gebuchtem Direktflug Oslo- FRA wurde ich auf einen Umstieg in Kopenhagen gebucht, der dann Dank Verspätung nicht geklappt hat. Aber SAS hatte es wirklich gut gelöst, am Transferschalter bekam ich die Nachricht, dass mein Flug am nächsten Morgen um kurz nach 7 abginge und gleichzeitig Hotelvoucher, samt Abendessen und Frühstück sowie das Ticket für die Bahn. Allerdings waren wir nicht ganz so viele Gestrandete . Meinen Frühdienst hatte ich schon vor dem Urlaub in weiser Vorraussicht getauscht und bin dann montags nach der Landung quasi am Arbeitsplatz durchgestartet.

      Komme gut nach Hause- vi snakkes
      LG
      LG Sehpferd /Helga :ilhr:

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      Klaus E. schrieb:

      Die Schlange wird aufgelöst, indem man einen Stapel von Zetteln verteilt, auf denen die Nächtigungsbedürftigen darauf hingewiesen werden, dass sie sich doch gefälligst selbst um eine Hotelübernachtung kümmern sollen. Verschiedene Hotelportale im Internet (z.B. booking.com) sind explizit aufgelistet. Eine Unterstützung hierbei wird nun nicht mehr angeboten. Die Kosten solle man doch bitte selbst vorlegen. Man könne ja später einen schriftlichen Antrag auf Erstattung derselben stellen. Aber bitte nicht mehr als 139,00 EUR.


      Ist denn heute schon der erste April? :huh: Mit KLM bin ich noch nie geflogen und mit SAS hab ich so etwas noch nie erlebt.

      Gute weitere Heimreise trotz aller Hindernisse!
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      Junge, Junge, das war jetzt wieder mal "ein echter Klaus".
      Zunächst der Schreibstil zum Genießen, und dann aber die geballte Ladung in voller Breitseite.
      Da drücken wir die Daumen, dass wenigstens heute alles glatt geht (nee, schlecht formuliert: draußen gibt's gerade Glatteis, das trotz Eismeerkathedralen erprobten Gehhilfen bitte nicht).
      Komm gut an!
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      @Klaus E.
      Mannomann! Da hat es dich und viele andere Paxe ja voll erwischt! Ich denke dabei auch an Familien mit Kindern, die dann ganz allein gelassen werden mit dem Problem ! Und dann soll man sich über Booking.com noch selbst ein Zimmer suchen?
      Das ist ja ein abenteuetlicher Abschluß deiner wunderbaren HR-Reise, so habe ich sie nach deinem Bericht jedenfalls empfunden.
      Trotz allem wünsche ich dir heute gutes Heimkommen und genieße das Schaukelgefühl, das sicher noch ein paar Tage anhält.
      Liebe Grüße von Trollebo

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      Ajajaj - da bleibt mir nur zu wünschen, dass es wenigstens am Arbeitsplatz nicht auch noch Stress gibt und die Situation sich einfach regeln lässt.
      Viele Grüße

      Elpunto :lofoten2:

      1988 B-K-B MS Narvik/ 1994 B-K-B MS Harald Jarl/ 2013 B-K-B MS Lofoten/ 2014 B-K MS Lofoten/ 2016 B-K-B MS Lofoten/2018 MS Lofoten
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      Uff, das war ja zum Abschluss Abenteuer pur. Wir wünschen dir, dass du zwischenzeitlich gut zu Hause angekommen bist und keinen zu großen Ärger mit der Chefin hattest. Dann können GöGa und ich ja nur hoffen, dass es nicht zum alltäglichen bei KLM wird, fliegen wir dich nächstes Jahr auch mit dieser Gesellschaft.
      Grüße aus dem Rheinland

      Berichte sind in meinem Profil

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      17.12.2018 - Nun endlich doch nach Hause

      Nach der doch recht kurzen Nacht im Hotel beim Flughafen Amsterdam kommt um kurz nach 10:00 Uhr das Taxi und bringt mich zum gestern vorgegebenen Eingang des Flughafenterminals. Wir heben mit nur geringer zeitlicher Abweichung ab und sind dann auch mit unter dreißig Minuten Verspätung wieder in Kontakt mit der Landebahn in Frankfurt.

      Die zwei Reisenden mit erschwerten Laufbedingungen sollen wie immer als letzte aussteigen. So sitzen bereits fast alle anderen Passagiere im Bus, als zwei weitere irgendwie keine Veranlassung sehen, das Luftfahrzeug zu verlassen. Nein, die beiden Herren sind keine Terroristen, die die Maschine nach Kuba entführen wollen. Sie möchten nur gerne ihr Handgepäck wieder mitnehmen. Leider lässt sich aber eines der Gepäckfächer nicht mehr öffnen. Zunächst versuchen es die Reisenden. Dann kommen eine nach der anderen die Flugbegleiterinnen dazu. Ein wenig später bringt sich auch der Kopilot ein. Nachdem auch der Kapitän sich mehrere Minuten vergeblich versucht hat, beschließt man, den Kasten mit dem Bordwerkzeug zu holen. Allein: Das Schloss zeigt sich weiter unbeeindruckt. Irgendwann kommt bereits die neue Crew. So sind nun bereits zwei Piloten, zwei Kopiloten, vier Flugbegleiterinnen und zwei Passagiere auf der Suche nach einer Lösung. Draußen sitzen derweil die sonstigen Passagiere immer noch unbewegt im Bus und warten auf...

      Schließlich fährt der Bus dann doch ab. Kurz darauf entscheidet der Flugkapitän, dass die Eigner der Gepäckstücke nun ohne ihre Sachen weiterreisen müssen. Das Flugzeug wird nach Amsterdam zurückkehren. Dort werden dann die Techniker von KLM das Fach fachmännisch :D öffnen und die Gepäckstücke werden dann nachgeliefert.

      Was lernt uns das? Wichtige Dinge wie z.B. Medikamente oder Dokumente immer ins Handgepäck. Dann kommen sie garantiert zusammen mit dem Passagier an!
      Für die nicht betroffenen zwei Herren mit Geheinschränkung ein eher amüsantes Schauspiel. Letztendlich werden dann die vier verbliebenen Passagiere mit dem ohnehin getrennt geplanten Bus für Rollstuhlfaherer zum Terminal gebracht. Der Rest, also Koffer einsammeln und mit dem Taxi nach Hause geht dann ganz NORMAL.

      Schlussbewertung in größter Kürze: Eine interessante Reise mit vielen neuen Perspektiven.

      Trollebo schrieb:

      nächste Tour schon gebucht


      Aber selbstverständlich! Und wenn ich nicht doch irgendwann selbst begreife, was viele Menschen mir immer wieder unter die berühmte Nase reiben, nämlich dass das alles einen Sinn macht, dann werde ich ab dem 14.03.2019 wieder an Bord der MS Lofoten sein. Ab diesem Tag braucht also vorläufig niemand eine Buchung der Kabine 305 zu versuchen ;)

      DuC schrieb:

      etwas dazu schreiben, wie die kurzen Tage auf Dich wirken


      Tja, was soll ich hier schreiben. Immerhin sind meine Reisen nur zu einem minimalen Anteil von Aufenthalten außerhalb der Kabine geprägt.. Und in der Kabine im Bett ist zwischen Sommer und Winter bzw hell- und dunkel-farbig kaum ein Unterschied. Trotzdem bieten auch Reisen Ende November/Anfang Dezember (die Zeit im Jahr mit den niedrigsten Preisen :D ) ihre Reize. So viel Polarlichter wie vor allem in den letzten 11 Tagen hatte ich vorher noch auf keiner Reise zu sehen bekommen. Und die blauen Stunden sind auch ohne Alkohol zu benötigen großartig. Man hat zwar im Norden 20 Stunden wirkliche Dunkelheit. Aber während des ganzen hellen Anteils geht dafür die Post ab. Ist ja schließlich eine Post-Schiffreise ;) Und im Dunkeln kann man ja auch häufig grün munkeln - wenn auch ohne wirkliche Garantie.

      KamillaS schrieb:

      Übergabe der 501 in bestem Zustand


      Na ja, mein Anteil war dabei sicher geringer als der der Damen, die für die Reinheit sorgen. Aber: Gerne doch!

      Und zum Schluss noch einmal an alle: Vielen lieben Dank für euer Interesse, eure Anmerkungen und besonders für die mitfühlenden Worte in Bezug auf die Heimreise und ihre Probleme.

      Für mich waren diese letzten Ereignisse zwar ärgerlich; KLM kann da aber IMHO nicht speziell etwas dafür. Nebel betrifft schließlich alle Airlines gleichermaßen. Meine Hin- und Rückflüge für März 2019 sind bereits gebucht und werden deshalb nun auch nicht geändert.

      LG Klaus