Kaffeefahrt nach Rajasthan - oder: romantische Zeit mit Tempelsocken... (Indien 07.10.-18.10.2018)

    • 2018
    • Laminaria schrieb:

      Nennst du vielleicht noch den Veranstalter der Leserreise?

      WTT Reisen Koblenz, die organisieren Gruppenreisen für Leserreisen, Vereine, Unternehmen etc. Die meisten Teilnehmer waren von der Rheinzeitung, nur zwei (plus meine Schwägerin) von der Frankfurter Rundschau.

      Hoffe dass es morgen weiter geht ;)
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    • Herzlichen Dank für den tollen Bericht, hatte nun etwas Muße ihn bis hierher in einem Rutsch zu lesen.
      Viele beieindruckende tolle Fotos, aber ich glaube auch, dass Indien nicht zu den Ländern gehört, das ganz oben auf meiner Reiseliste steht.
      Ich schaue mir gerne die Fotos an, finde auch alles superinteressant, aber hin muss ich glaube ich nicht .

      Freue mich auf die Fortsetzung.
      LG Sehpferd /Helga :ilhr:

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    • Samstag, 13.10.2018 - I


      Heute müssen wir mal nicht Koffer packen, da wir in Udaipur zwei Übernachtungen haben. So können wir es ruhig angehen lassen und fahren um 08:30 in die Stadt um den Palast zu besichtigen.

      Als erstes sehen wir im Lake Pichola auf einer Insel einen Palast, heute das Lake Palace Hotel, bekannt aus dem James-Bond-Film Octopussy. Und die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an die beiden deutschen Filme der 50er Jahre, Der Tiger von Eschnapur und Das indische Grabmal - auch sie wurden teilweise hier gedreht.





      Die nächsten Stunden besichtigen wir den riesigen Palast von Udaipur. Als erstes begegnet uns die Palastwache






      Tröten verboten?




















      Früher ritt der Maharana (in Udaipur hiessen die Könige nicht Maharadscha sondern Maharana) auf einem Elefanten,
      da sie höher als alle anderen Sterblichen sein sollten. Natürlich sollte er auch den kräftigsten und besten Elefanten bekommen.
      In dem Hof bekämpften sich die Elefanten über der Mauer in der Mitte und so wurde der Kräftigste bestimmt.



      Der riesige Palast ist zu einem grossen Teil heute zu besichtigen, ein Teil ist Hotel, ein Teil wird aber vom aktuellen Maharana Arvind Singh Mewar bewohnt. Als ich den Palast verlasse kommt mir ein Wagen einer europäischen Marke entgegen, auf dem Rücksitz die Maharani.


      Fortsetzung folgt...
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    • Samstag, 13.10.2018 - II


      Anschliessend machen wir eine kleine Bootstour zur Insel Jagmandir.





      Hier halten wir uns etwas auf, es ist sehr schön und erholsam nach dem Touristentrubel im Palast. Wir wären gerne etwas länger geblieben und unser Reiseleiter fragte ob wir hier bleiben möchten und eine Kleinigkeit essen, was natürlich etwas teurer wäre oder anschliessend zum eigentlich vorgesehenen preiswerteren Restaurant fahren sollen. Es gab etwas Unmut weil ein Paar darauf bestand zum preiswerten Restaurant zu fahren und der Reiseleiter etwas verschreckt nachgab - wir sagten ihm später, eine Abstimmung wäre da besser gewesen, zumal mehr wie die Hälfte der Gruppe gar nichts essen wollte sondern einfach nur gemütlich ein Bierchen trinken.





      Wir fahren also zurück und zu dem besagten Restaurant, das ebenfalls am Picholasee liegt. Nun geht es nach Saheliyon-Ki-Bari, dem Garten der Freundinnen, wo früher die Konkubinen lustwandelten. Ein hübscher Park









      Nun dürfen wir uns noch ein Malschule besichtigen, die letztendlich auch nur einem Zweck diente - zu kaufen. Was einige Mitreisende auch taten. Positiv zu vermerken ist bei den Verkaufsveranstaltungen eigentlich nur - die Räume sind klimatisiert, bei 35 - 40° Aussentemperatur nicht zu verarchten, es gibt saubere Toiletten und es wird immer Rum mit Cola gereicht, der notfalls auch ohne Cola zu haben ist.





      Bereits um 16 Uhr sind wir zurück im Hotel und haben etwas Zeit zum Relaxen. LS spaziert zu einem Geldautomaten in der Nähe, allerdings ohne Erfolg. Wenn die restliche Gruppe mitbekommen hätte dass sie alleine auf die Strasse und dann noch zu einem Geldautomaten neben einer Tankstelle mit ca. 50 Rollerfahrer geht hätten sei vermutlich Schreikrämpfe bekommen... :D Aber sie ist es sich gewohnt sich alleine in Asien zu bewegen.
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    • Sonntag, 14.10.2018 - II


      Unser heutige Ziel ist Pushkar, 275km.






      Unterwegs kommen wir an einem gigantischen Tempelneubau vorbei



      Immer wieder sehen wir Tempel, sei es auf Hügel oder am Strassenrand


      Pushkar ist eines der fünf Wallfahrtsorte der Hindus. Wir wollen den einzigen Brahma gewidmeten Tempel Indiens besuchen. Rund um die heilige Stätte hat sich ein grosser Markt entwickelt. Im November findet hier einer der grössten Kamelmärkte weltweit statt.







      Unser Reiseleiter macht es sich in einem Restaurant gegenüber des Tempels gemütlich und hütet unsere Schuhe, Rucksäcke und Taschen, man darf nichts mitnehmen. Fotografieren ist natürlich verboten. Man wundert sich wie unscheinbar der Tempel in den Häusern liegt.

      Anschliessend bummeln wir an das Ufer des Pushkarsees, wo wir an einer kleinen Zeremonie mit einem Priester teilnehmen. Die Länger der Zeremonie ist eine finanzielle Verhandlungssache, trotzdem nimmt einem das Ganze etwas gefangen und man kommt auch etwas zur Ruhe. Hier am See waschen sich Hindus rein. Man darf fotografiern, soll aber natürlich keine Badenden und Betenden fotografieren, was ja eigentlich selbstverständlich sein sollte





      Wir schlendern zurück zu unserem Bus und fahren in unser Hotel, eine sehr schöne Anlage. Schade dass wir keine Zeit haben in den Pool zu hüpfen, schon bald gibt es Abendessen.



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    • Arctica schrieb:

      Im November findet hier einer der grössten Kamelmärkte weltweit statt.


      In Puschkar wurden wir abends mittels Kamelkarren zum Barbecue in ein Desert Camp gebracht. Mitten im Wüstensand sahen wir dann in der Dunkelheit ein Areal, auf dem sich so weit das Auge reichte kleine gekachelte Flächen mit jeweils einem Waschbecken und einem WC befanden. Unser Führer erklärte, dass zur Zeit des Großen Kamelmarktes dann einfach Zelte darüber gestülpt werden, die dann alle über ein eigenes Bad verfügen.



      Besonders beeindruckt hat mich in Rajastan das Straßenbild mit den farbenfrohen Saris, wie du es auf deinen Bildern ja auch mehrfach eingefangen hast. Irgendwann hatten wir uns so daran gewöhnt, all die vielen Rot- Rosa- und Orangetöne nebeneinander zu sehen, dass wir bei nächster Gelegenheit zu Hause unsere Geranienkästen mit einer "indischen Mischung" bepflanzt haben.
      Etwas befremdlich fanden wir es, Frauen bei schwerer körperlicher Arbeit zu sehen, etwa mit Spitzhacke im Straßenbau oder auf Baustellen, wo sie Schutt in Körben abtransportierten. Selbst dann noch verlieh ihnen der Sari eine gewisse Anmut.

      Deine Fotos sind wunderschön, :sdanke:

      Viele Grüße
      Laminaria



      Reiseberichte in meinem Profil
    • Das mit den Bädern ist ja witzig.

      Das mit den Frauen stimmt, die Saris verleihen ihnen irgendwie Eleganz und Würde. Viele Frauen gehen auch verschleiert - sie ziehen denn das Teil, das über den Kopf geht einfach ganz vor vor das Gesicht.
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    • Montag, 15.10.2018 - I


      Heute liegen 160km vor uns nach Jaipur, der Hauptstadt Rajasthans. Auf den langen Fahrstrecken dösen wir mal, unterhalten uns mit Mitreisenden, oft beobachten wir aber die Strassenszenen, eigentlich gibt es immer was zu sehen.




      Die Landschaft erinnert manchmal wieder an Andalusien



      Eine christliche Kirche - und ein Minarett



      In der Gegend wir Marmor abgebaut


      Wir erreichen Jaipur.





      Man nennt die Stadt auch Pink City, wegen den aus rosafarbenem Sandstein gebauten Altstadthäuser. Durch drei Tore kommt man in die Altstadt.











      An der Hauptstrasse liegt auch der Palast der Winde, der eigentlich nur eine Scheinfassade ist,
      von dem die Haremsdamen das Geschehen auf der Strasse beobachten konnten
      .



      Wir fahren jedoch als erstes zur einer Stoff- und Teppichfabrik. Als erstes führt man uns vor wie Stoffe bedruckt werden und es ist faszinierend zu sehen wie millimetergenau die Stempel gesetzt werden und sogar Farben auf diese Art jeweils übereinander gestempelt werden. Anschliessend werden wir in einen riesigen Raum mit Stoffen, Tischtüchern, aber auch Saris etc. geführt. Es wird uns auch gezeigt wie man einen Sari wickelt.







      Wir klettern wieder in unseren Bus - unser Busboy steht immer mit Desinfektionsmittel an der Tür - und nun geht es endgültig in die Altstadt. Ich habe bei meinen vielen Reisen schon einiges an Verkehr gesehen - aber die Altstadt von Jaipur schlägt alles...





      Fortsetzung folgt...
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    • Montag, 15.10.2018 - II


      Nun steht der Stadtpalast auf dem Programm. Er wurde 1890 erbaut und auch hier wird ein Teil noch von der Königsfamilie bewohnt.













      Vom Stadtpalast gehen wir ins nahe Observatorium Jantar Mantar. Stadtgründer Jai Singh II war auch Hobbyastronom und liess das Observatorium zwischen 1728 und 1734 erbauen. Etliche Messinstrumente hat er selbst entworfen. Das Observatorium ist heute UNESCO-Weltkulturerbe.







      Wir gehen nun zur Haupteinkaufsstrasse - dem Basar. Unser Reiseleiter führt die Gruppe als erstes in einen Gewürz- und Teestand, wo von einigen der Gruppe eifrig eingekauft wird, preiswerte und platzsparende Mitbringsel. Danach passiert etwas Aussergewöhnliches - wir bekommen eine Stunde Freizeit, um an den Geschäften entlang zu bummeln. Das ist ja ganz nett, aber viele Geschäfte kann man unter "indischem Baumarkt" und Küchenhelferlein einordnen. Nun brauchen wir gerade keine Schlösser, Schrauben und Salatsiebe... :whistling: Zum Fotografieren suche ich mir also eher die Futterbuden. LS und ich wechseln erst mal die Strassenseite. Hinter uns brüllt die halbe Gruppe wo wir hin wollten - umdrehen zum Antworten können wir uns aber nicht, mit einem TukTuk am Schienbein, einem Roller in der Kniekehle und einem Auto zehn Zentimeter vor unseren Alabasterbodys braucht man volle Konzentration. Die besten Nerven gewinnen jeweils und letztendlich sind wir stolz die Strasse sagenhafte vier Mal unbeschadet überquert zu haben.










      Sogar Nudeln gibt es - der Verkäufer wollte mir auch erklären wir man sie kocht...



      Es gibt auch Dinge für das Lichterfest, das Anfang November gefeiert wird.



      Nach einer Stunde treffen wir uns wieder. Am Treffpunkt am Strassenrand ist ein ca. 30cm hohes Mäurchen, auf dem wir stehen und warten bis alle beisammen sind. Leider stürzt eine unserer Damen rückwärts dieses Mäuerchen runter, als sie ein paar bettelnden Kindern ausweichen will. Aus den Geschäften eilt man ihr sofort zu Hilfe und bringt einen Hocker, damit sie sich erst mal setzen kann. Bei einem Arztbesuch am nächsten Tag wird sich herausstellen dass sie vermutlich einen Haarriss im Handknochen hat.

      Die Gruppe teilt sich nun auf und wir fahren in TukTuks die Einkaufsstrasse entlang.





      An einem seitlichen Torbogen ist die Fahrt zu Ende, wir müssen nun durch dieses Tor Richtung Busparkplatz. Es ist 18 Uhr, schon dunkel und sowas wie rush-hour - sprich mit uns wollen noch jede Menge Fussgänger, Roller und TukTuks durch dieses Tor von der Hauptstrasse weg und man geht auf Tuchfühlung mit Mensch und Fortbewegungsmittel. Unter dem Tor steht ein fuchtelnder Polizist, der versucht den Weg frei zu machen für einen Polizeiwagen, der gegen den Strom durch das Tor will... Endlich schaffen wir es durch das Gewimmel und bald erreichen wir unbeschadet unseren Bus. Hier erwartet uns noch ein Mitreisender, ihm setzte die Hitze zu und er wollte nicht mit in den Stadtpalast. So sass er auf einem Mäuerchen und wartete auf uns. Es dauerte, es wurde dunkel und irgendwann fiel der einsame Europäer der Palastwache auf. Ein Beamter kümmerte sich um ihn, packte ihn auf seinen Roller und fuhr durch das Getümmel zum Busparkplatz - wo sie unseren Bus erstmal nicht fanden. Die Hoteladresse hatte der Mann natürlich nicht bei sich, er versuchte dann mit dem Handy den Reiseleiter zu erreichen, allerdings wählte er in der Aufregung die falsche Vorwahl. Er war ziemlich glücklich uns zu sehen.


      Wir fahren am nun beleuchteten Palast der Winde vorbei zu unserem Hotel, wo es wieder ein ausgezeichnetes Abendessen gab. Haben wir uns auch verdient.






      Die Albert Hall, die ab 1867 mehrere Jahre erbaut wurde.
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    • Die Umschreibung überdimensional trifft es durchaus. Und für mich sind schon die Bilder 'erschlagend'. In Natura wünsche ich mir die Erlebnisse keinesfalls. Die vielen Menschen und Vehikel..... sie sind mir zuviel. Wie schön, dass ich mir statt dessen diesen Reisebericht immer in kleiner Dosis zu Gemüte führen kann.
      Lynghei

    • Neu

      Dienstag, 16.10.2018 - I


      Der frühe Vogel fängt den Wurm - wir starten früh, da wir als erstes den ca. 10km vor Jaipur liegenden, im 16. Jahrhundert erbauten Palast von Amber besichtigen wollen. Wie sich herausstellen soll, ist die Entscheidung unseres Reiseleiters wohldurchdacht, die Anlage füllt sich hinter uns schnell mit ausländischen Touristen, aber auch mit Inder, zumal die Vorbereitungen für das Lichterfest in vollem Gange sind.

      Als erste fahren wir nochmal am Palast der Winde vorbei, der so früh morgens von der Morgensonne angestrahlt wird. Wenn sie dann zu sehen ist. Heute jedenfalls ist es erstmal etwas bewölkt. Trotzdem gibt es einen kurzen Fotostop. Und es bietet sich dann doch noch ein Fotomotiv...





      Weiter geht die kurze Fahrt nach Fort Amber und schon bald sehen wir den Palast auf seinem Hügel. Es sind schon einige Süssigkeitenstände aufgebaut.





      Unser Bus darf nicht den längeren Weg hoch zum Palast, man kann aber TukTuks oder Taxis mieten und so geht die Fahrt mit einem Mahindra nach oben, einem indischen Nachbau meines geliebten alten Willys Jeeps.





      Es folgt eine Führung des riesigen, wunderschönen Palastes. Unser Reiseleiter weiss viel zu erzählen - mit meinem schlechten Gedächtnis plus den Sinnen beim Schauen plus Kamera bleibt mir wie üblich allerdings nicht viel davon...

















      Ausserhalb des Palastes suchen wir in den - mittlerweile - Menschenmassen unsere Jeeps (man musste sich die Nummer merken) und fahren zurück zum Bus.


      Fortsetzung folgt...
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    • Neu

      Dienstag, 16.10.2018 - II


      Wir fahren zurück Richtung Jaipur, vorbei an einem schönen Palast in einem See.





      Vor der Stadt biegen wir aber ab auf die Hauptstrasse Richtung Agra. Unser nächster grösserer Halt ist 35km vor Agra in Fatehpur Sikri, wo der nächste Königspalast auf uns wartet. Man darf nicht glauben die Besichtigung so vieler Paläste würde langweilig, jeder Palast ist anders, jeder hat seinen eigenen Charme und sein eigenes Flair und eine andere Geschichte. Bei diesem Palast beobachten wir auch viele Vögel, wie Kraniche und Papageien. Da es mittlerweile spätere Nachmittag ist liegt der rote Sandsteinpalast schön in der Abendsonne.















      Schon etwas müde erreichen wir bald Agra und unser Hotel. In Agra kommt es noch zu einem kleinen Zwischenfall - unser Bus bleibt in der Rush hour in einer engeren Strasse stecken, da am Strassenrand ein verlassener Bus steht, möglicherweise hat er eine Panne. Was nun - ausweichen ist unmöglich. Gebannt im Bus stehend verfolgen wir das Schauspiel. Unser Busboy steigt aus, geht hinter unseren Bus und zeigt unserem Fahrer an dass er gefahrlos wenige Meter zurück fahren kann, damit TukTuks, Roller und Fahrräder zwischen den Bussen durchschlüofen können, das entspannt schon mal die Verkehrssituation. Dann rennt unser Busboy zum geparkten Bus und mit Helfern versucht er, das Gefährt weg zu schieben, was nur um wenig gelingt. Das reicht aber unserem Fahrer und ganz langsam und nur mit wenig Zentimeter Abstand bringt er unseren Bus am Hindernis vorbei. Unser Applaus ist ihm sicher, das war ganz grosses Kino. Vor allem die Rücksichtsnahme, erstmal etwas zurück zu fahren hat uns sehr beeindruckt.

      Bald schon gibt es im Hotel Abendessen mit einer ganz neuen Erkenntnis - wir haben Rajasthan verlassen und sind jetzt in Uttar Pradesh, hier gibt es kein indisches Kingfisherbier sondern Carlsberg. Wir lasen auch mal auf dem Etikett von Kingfisher, dass es nur in Rajasthan verkauft werden darf.
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    • Neu

      Mittwoch / Donnerstag, 17. / 18.10.2018


      Es geht wieder sehr früh los, um 07:30 sitzen wir schon im Bus - auch heute gilt, der frühe Vogel... Ein Höhepunkt der Reise - Taj Mahal. Am Eingang zum Gelände gibt es eine Taschenkontrolle, man darf nur eine kleine Handtasche mitnehmen, aber keine Rucksäcke. Kameras sind erlaubt, allerdings keine Handgranaten. Wer um alles in der Welt läuft mit einer Handgranate rum!? Der Securitymann ist gänzlich von der Rolle - ich bin wohl die erste Frau die gar keine Tasche dabei hat! Ich muss mich einmal umdrehen, der Ärmste glaubt es nicht...

      Das Gelände betritt man durch ein imposantes Tor.







      Und schon liegt es vor uns in seiner ganzen Pracht. Schwägerin und ich werden nun renitent und verlassen die Gruppe, sie war schon zweimal hier, ausserdem möchten wir die Anlage auf unsere Art und in Ruhe geniessen.









      Man kann mit Überzieher über den Schuhen das Mausoleum betreten und einmal um die beiden Sarkophage gehen, hier ist fotografieren verboten. In der Mitte ist der Sarkophag von Mumtaz Mahal, an der Seite von ihrem Gemahl Shah Jahan. Die Sarkophage sind allerdings leer, das Paar liegt darunter in einer Krypta, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Sowohl das Gebäude wie das ganze Gelände ist absolut symmetrisch angelegt mit dem Sarkophag vom Mumtaz Mahal in der Mittel. Der einzige Punkt wo die Symmetrie aufgebrochen ist, ist der Sarkophag von Sha Jahan.

      An der Seite des Mausoleums befindet sich eine Moschee. Damit die Symmetrie stimmt wurde auf der anderen Seite ein gleiches Gebäude ohne Bedeutung erreichtet.






      Blick vom Taj Mahal zum Eingangstor



      Hinter dem Mausoleum fliesst der Yamuna


      Zur verabredeten Zeit findet die Gruppe wieder zusammen und wir begeben uns zu unserem Bus. Als nächstes - die Kaffeefahrt lässt grüssen - werden wir zu einer Marmorverarbeitung gebracht, wo die alte Handwerkskunst gepflegt wird und Tische, Platten, Geschirr usw. in Marmorintarsienarbeit hergestellt wird. Nun ja, saubere Toiletten haben auch was für sich, kühl ist es und zu Trinken gibt es auch etwas...




      Nächster geschichtlicher Punkt ist das Rote Fort. Es diente früher als Palast für die Moguln, hier wurde von 1658 bis 1666 Sha Jahan von seinem Sohn unter Hausarrest gestellt, wegen Verschwendung von Geldern. Immerhin kann man aber von hier das ca. 2,5km entfernte Taj Mahal sehen.













      Müde von soviel Eindrücken und der Wärme - es sind immer um die 35°, manchmal auch etwas wämer - klettern wir in unseren Bus und auf der Autobahn geht es nach Delhi. Schon bald geht die Sonne unter.





      Wir werden zu einem Hotel gebracht, wo immer vier Gruppenmitglieder ein Zimmer bekommen um sich frisch zu machen und die Koffer "fluggerecht" zu packen. Es gibt Abendessen und gegen 22 Uhr fahren wir los zum Flughafen, es ist zwar noch zeitig, aber bei dem indischen Verkehr ist es immer besser früh loszufahren. Allerdings kommen wir schnell durch und sind schon nach 40 Minuten am Flughafen. Herzliche Verabschiedung von unserem Reiseleiter - in Delhi darf man nur mit Flugticket resp. spezieller Akkreditierung in die Abflughalle. Er hat keine Erlaubnis, so dass uns ein anderer Reiseleiter beim Check-In begleitet. Alles klappt jedoch problemlos.

      Um 02:45 startet unser A380 nach Frankfurt, wo wir pünktlich um 07:35 ankommen. Göga holt uns ab und zu Hause wartet ein leckeres Frühstück.


      Es war eine tolle Reise mit vielen Eindrücken, genau die Dinge die ich in Indien sehen wollte. Es war die erste Leserreise die ich mitmachte, Preis- / Leistung stimmten. Allerdings ist die Rundumbetreuung nichts für uns, wir wären gerne mal alleine unterwegs gewesen und wenn es nur ein Stündchen gewesen wäre. So bin ich es auch von den Gruppenreisen in Südamerika gewohnt, wo man absolut auch "Gruppenfreizeit" hat. Sogar 1984 in China - damals durfte man ja nur mit Gruppen nach China - konnten wir immer mal alleine los. Von daher ist nicht anzunehmen dass ich nochmal eine Leserreise machen werde. Diese Vermutung hatte ich allerdings schon vorher.
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    • Neu

      Arctica schrieb:

      beobachten wir auch viele Vögel,


      Vor allem den Rotmilan hast du gut erwischt. :thumbup:

      Danke für den interessanten Bericht, auch wenn mir die Gegend dort wohl zu heiß wäre. :good3:
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)

    • Neu

      Danke auch von mir für diesen interessanten und schön bebilderten Reisebericht. :thumbsup:
      Deine Meinung zu Gruppenreisen teile ich, wobei meine mitgemachten 2 oder 3 HR-Touren unter Leitung
      meines Lieblingsnorweger eher Familienausflüge waren mit jederzeit möglichem Absetzen.
      Bei meiner Canada-Reise zu den Eisbären nach Churchill war ich allerdings (meistens) froh um die Gruppe.
    • Neu

      Jobo schrieb:

      Vor allem den Rotmilan hast du gut erwischt

      ja, nur etwas mehr in der Mitte des Fotos wäre er mir lieber gewesen... Aber der typische Schwanz ist ja noch drauf :whistling:
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