Vier Schiffe und ein Bus - Winterreise auf die Lofoten - 23.02. - 05.03.16

    • Teilstrecke
    • Tag 7 - Flakstad

      Das Standardmotiv aller Fotografen auf den Lofoten ist der Strand von Flakstad. Teilweise wird die Kamera nur für ein einziges Motiv ausgerichtet und eingestellt. Dies kann bis zu einer Stunde dauern! Da komme ich mir mit meinen „Schnellschüssen“ manchmal deplatziert vor.



      Am Abend tritt gegen 22:30 Uhr wieder das Nordlicht in Erscheinung. Wie immer fängt es mit einem schwachen leuchten an und wird im Laufe der Zeit immer Intensiver. Im Herbst 2013 konnte ich Nordlicht an einsamen Ecken beobachten. Dabei gingen auch einige Meteoriten nieder. Die Stimmung hatte etwas sehr Magisches und ich blickte ehrfürchtig in den Himmel. Klingt kitschig, war aber so. Heute wird die Himmelserscheinung vom Gegröhle zahlreicher Beobachter begleitet. Manche sitzen bei laufendem Motor im Auto und blenden mit zwangseingeschaltetem Tagfahrlicht die anwesenden Fotografen. Also nichts mit Magie des Nordlichts.











      Das was am Himmel passiert steigert sich immer weiter und wird recht spektakulär. Die grünen Schleier sind am Himmel sehr deutlich zu sehen und hüllen manchmal die ganze Landschaft in ein leuchtendes grün. Einmal fallen grüne Streifen wie Wasserfälle nach unten, ein anders mal bildet sich im grünen Licht ein schwarzes Kreuz. Es ist fantastisch! Gegen Mitternacht wird das ganze zur 360° Show, denn am ganzen Himmel sind die grünen Lichter zu sehen. Irgendwann stelle ich mich zu den anderen Fotografen am Strand und bekomme, zusammen mit dem orangen Lichtschein von Leknes, auch noch eine Spiegelung am Strand hin. Das letzte Foto mache ich um 2 Uhr.

















      Ihr seht, die Nordlichtfotos sind manchmal schwer erarbeitet. Aufstehen vor Sonnenaufgang, den ganzen Tag mit schwerem Fotorucksack auf dem Rücken unterwegs und das letzte Foto Nachts um zwei Uhr. Danach kommt noch das sichern der Bilder. Viel länger als die geplanten fünf Tage würde ich das nur schwer aushalten. Ich fange an, mich auf die Rückfahrt mit dem Postschiff zu freuen. Das sind dann zwei entspannte Nächte auf dem Schiff. ^^

      Viele Grüße,
      Gerhard
    • Mainline schrieb:

      Ihr seht, die Nordlichtfotos sind manchmal schwer erarbeitet. Aufstehen vor Sonnenaufgang, den ganzen Tag mit schwerem Fotorucksack auf dem Rücken unterwegs und das letzte Foto Nachts um zwei Uhr. Danach kommt noch das sichern der Bilder. Viel länger als die geplanten fünf Tage würde ich das nur schwer aushalten.


      Ach, du Armer ;)
      Aber irgendwie kann ich jetzt gerade nicht so Mitleid haben, sondern empfinde eher Neid :)
      Was für eine Wahnsinnsnacht du da wieder erleben durftest!!!! Das Foto mit der Spiegelung ist ja Oberhammer :thumbsup:
      Mit was für einer Camera bist du denn unterwegs? Ich kan beim anschauen direkt die klare, nordische Luft fühlen :love:
      liebe Grüße Renate :gr-blume:
    • Vielen Dank für die anerkennenden Kommentare :) Es freut mich, wenn Euch die Bilder und der Bericht gefallen. Und ein paar Bilder hab ich noch :)

      Tag 8 - nach Stamsund


      Nach der zweiten Nacht mit phänomenalem Nordlicht und meinen vielen Schneefotos könnte ich eigentlich schon Nachhause fahren. Alles was ich für die Reise erhofft hatte ist eingetreten und die drei Tage auf den Lofoten mit den vielen Eindrücken beinahe rund um die Uhr kommen mir vor wie eine ganze Woche Auf dem Weg nach Svolvaer schaue ich mir noch die Gegend um Utakleiv an.













      Danach erwarte ich in Stamsund die Ankunft des Postschiffes. Es ist die MS Nordnorge auf dem Weg noch Norden.









      Heute soll für mich laut Wettervorhersage die letzte Chance auf Nordlicht sein. Deshalb suche ich bei Valberg ein geeignetes Motiv. Den Bus stelle ich an einem einsamen Schiffsanleger ab. Kurz darauf kommt ein Auto angefahren, wahrscheinlich um zu sehen, was ich hier mache.





      Nachdem das Auto wieder weg gefahren ist, gehe ich den stockfinsteren Weg zurück. Als zwei kleine Wolken vor das grün schimmernde Nordlicht ziehen, sieht es so aus, als würden mich dunkle Augen anschauen, dazu das knarzen und gluckern vom Schiffsanleger - ziemlich gespenstig.



      Schön wäre der Nordlichtbogen über der Kirche gewesen, aber das Gotteshaus ist so hell angestrahlt, dass ich kein geeignetes Foto hinbekomme. Vielleicht muss ich mal eine aufwändigere Bearbeitung versuchen, denn Nordlicht und Kirche konnte ich fotografieren, allerdings auf zwei verschiedenen Fotos :(



      Mit nur geringen Erfolg suche ich entlang der Straße 815 noch Motive. Die letzten Aufnahmen mache ich dann am Gimsøysund, wo ich auch meine letzte Nacht auf den Lofoten verbringe.

    • Tag 9 - Svolvaer

      Heute muss ich packen. Für die zwei Tage auf dem Postschiff brauche ich nicht nur mein Foto- und IT Equipment, sondern auch ein paar Klamotten und etwas zum Essen. Draußen regnet es jetzt ab und zu, was natürlich sofort für eine triste Stimmung sorgt. Auf den Hauptstraßen ist das Eis komplett verschwunden. Dazu sind in der vorletzten Nacht kleine Kolonnen von Schneepflügen über die E10 gebraust und haben unter einer unglaublichen Geräuschkulisse das Eis von der Straße gekratzt. Jetzt kommt auch wieder der bisher in geringen Mengen gestreute Splitt ins Spiel. Der bildet zusammen mit dem Regenwasser einen grauen Schlamm auf der Fahrbahn, der in alle Ritzen der Fahrzeuge eindringt. (Auch fünf Wochen nach der Reise, mehreren Autowäschen und einer langen Regenfahrt von Italien nach Deutschland läuft der graue Dreck immer noch aus allen Ritzen vom Bus). Dafür sind alle Nebenstraßen spiegelglatt. Zufrieden stelle ich fest, dass ich bislang großes Glück mit dem Wetter hatte, denn jetzt ist alles grau in grau.











      In Svolvaer fahre ich rüber zu den Trockengestellen. Diese hatte ich ja schon bei der Einfahrt mit dem Postschiff gesehen. Natürlich stehen auch hier bereits Kleinbusse mit Fotografengruppen. Wo sich im Sommer die Spatzen tummeln, hängen jetzt die Fischkörper. Der Trocknungsprozess ist bei diesen Stockfischen schon fortgeschritten und man kann deutlich sehen, das sich die Schuppen von der Haut lösen.













      Am Nachmittag stelle ich mich auf einen Parkplatz außerhalb von Svolvaer und räume den Bus auf. Danach gehts zur Tankstelle. Der Verbrauch auf die 380 gefahrenen Kilometer ist sehr hoch. Allerdings hat die Standheizung auch 20 Liter Diesel verbrannt. Den Bus stelle ich schonmal auf dem Parkplatz am Hurtigrutenkai ab, dann tippele ich durch den Ort. Ohne Spikes unter den Schuhen geht zu Fuss gar nichts, der Regen am Tage hat überall große Eisflächen erzeugt. Jetzt am Abend schneit es wieder etwas. Im Hafen liegen viele Fischerboote, die im faden Licht schöne Fotomotive liefern.











      Erst jetzt erkenne ich, dass der Stockfisch in den Trockengestellen eine Protestbotschaft enthält: NO OIL. Offenbar lehnen Teile der Bevölkerung die geplanten Ölbohrungen vor den Lofoten und Vesteralen ab. Gerade als ich die von Scheinwerfern angestrahlten Trockengestelle fotografiere, fährt mir das Postschiff ins Bild.







      Nachdem der Werftaufenthalt der MS Polarlys ungeplant verlängert werden musste, werde ich meine Heimreise wieder mit der MS Finnmarken antreten. Ich befürchte, dass die vor sechs Tagen in Bodø zugestiege englische Reisegruppe immer noch an Bord ist und ich vielleicht eine schlechtere Kabine beziehen muss. Aber nach dem Anlegen des Schiffes in Svolvaer gehen die Briten von Bord, es sind wohl doch mehr als 200 Leute gewesen. Meine Anmeldung geht sehr schnell über die Bühne, die Kabine Nr. 627 befindet weit genug von der Laderampe und mein Bus kann sofort ins Schiff.















      Rettungsboot vor dem Fenster = Kabine mit „eingeschränkter Sicht“ :D
    • Deine Fotos sind einfach eine Augenweide - unglaublich schön. :thumbsup: :clapping: :thumbsup:

      Verschneite Landschaften und Nordlicht, darauf hoffen wir natürlich auch sehr für unsere bevorstehende Reise, die ja zur gleichen Jahreszeit stattfinden soll. Im Winter mehrtägig auf den Lofoten zu übernachten wird für mich und viele von uns aber wohl ein ein Wunschtraum bleiben. Vielen Dank daher fürs Mitreisenlassen.

      Dein erstes Bild im Prolog zeigt übrigens unser Hotel auf Henningsvær, in dem wir im Juli 2015 3 Nächte verbracht haben. Schön, es in winterlicher Stimmung zu sehen.

      Viele Grüße
      Laminaria



      Reiseberichte in meinem Profil


    • Nach der Ausfahrt aus Svolvaer mache ich noch einen kurzen Rundgang an Deck. Beim Anblick des dampfenden Schwimmbades muss ich schmunzeln. In den Kabinen wird daran erinnert, aus Energiespargründen nicht unnötig das Licht anzulassen und das Laptop auszuschalten. Aber wahrscheinlich wird das Schwimmbad von der Abwärme der Schiffsmotoren geheizt.









      Keine viertel Stunde nachdem wir in Svolvaer abgelegt haben, begegnen wir dem nordfahrenden Postschiff.







      Für mich sind das die letzten Fotos des Tages, denn jetzt werde ich erstmal ausgiebig duschen.

      Viele Grüße,
      Gerhard
    • Tag 10 - Auf See

      In der Nacht wache ich zwei mal durch den heftigen Seegang auf, vielleicht liegt es aber auch am unbequemen Bett. Jedenfalls stehe ich gegen 6:30 Uhr mit Kopfschmerzen auf. Eine halbe Stunde später widme ich mich ausgiebig dem Frühstücksbuffet. Es gibt wieder kein Rührei, dafür sind mehrere Schüsseln mit grauem Haferbrei im Angebot (sieht aus wie Erbrochenes und angesichts des Seegangs der letzten Nacht nicht meine Wahl). Ich bin fast froh, dass das Wetter nicht so dolle ist und lasse mir eine ganze Stunde Zeit zum frühstücken.







      Danach beziehe ich einen Premiumplatz im Panoramasalon. Ich muss erst mehrmals Probesitzen, denn die Sessel sind sehr verschlissen und viele auch unbequem.



      Hier oben im Panoramasalon spürt man deutlich, wie starker Seitenwind gegen das Schiff drückt. In den Fenstern der linken Seite ist nur ein schmaler Streifen Meer zu sehen, rechts ist kein Himmel zu sehen. Sechs entspannte Stunden Seefahrt verbringe ich hier oben mit Tee und etwas Obst, und sichte dabei schon einmal die ersten Bilder meiner Reise. Es wird zwar auf Schildern darauf hingewiesen, das die Sitzplätze am Fenster nicht reserviert werden dürfen, trotzdem legen die Reisenden vor dem Frühstück auf den meisten Sesseln ihre Jacken, Taschen oder einfach nur Prospekte ab.








      Sandnessjøen











      Nachmittags verlassen wir Brønnøysund und können einen Blick auf den Berg Torghattan werfen. Seine Besonderheit ist ein Loch im Berg. Wir fahren also Richtung Berg und am Bug des Schiffes sammeln sich Fotografen und Interessierte. Der Berg kommt näher, noch nichts zu sehen. Wir fahren dran vorbei, nichts zu sehen. Enttäuschung macht sich breit. Aber der Kapitän hat Erbarmen und lässt das Schiff quasi einen Haken schlagen. So können wir den Berg von der Rückseite in Augenschein nehmen und tatsächlich das Loch in ihm erblicken.











      Am Abend treffen wir in Rørvik wieder auf ein anderes Postschiff. Es ist die MS Lofoten, das älteste Schiff der aktiven Flotte. Am Ausgang auf Deck 4 warten schon viele Reisende daraufhin unser Schiff zu verlassen. Sie wollen alle die MS Lofoten besichtigen. Kaum hat sich die letzte Rampe der Gangways auf den Boden gesenkt, stürmen unsere Passagiere das andere Schiff. Umgekehrt scheint es keine Passagierbewegungen zu geben.Um nicht zu einem Teil der Schiffsinvasion zu werden, schaue ich mir die alte Lady nur vom Kai aus an. Die Schiffswände zeigen viele Dellen und Schrammen, die wohl dem täglichen Anlegen ohne Bugstrahlruder geschuldet sind. Denn hier wird vor dem Anlegen noch der Anker ausgeworfen und das Schiff mit Tauen an den Kai gezogen. Im faden Licht der Hafenbeleuchtung erinnert mich die MS Lofoten mit ihren sichtbaren Schrammen und dem schwarzen Gummiabrieb auf den weißen Flächen irgendwie an einen alten Wal, dessen vernarbter Haut man die viele Jahre auf den Weltmeeren ansieht.

















      Beim Ausfahren wird das sonoren Blubbern des Schiffsdiesel von einem dumpfen metallischen Klackern begleitet. Was von einigen Passagieren als ungesundes Motorengeräusch interpretiert wird, ist allerdings das einholen der Ankerkette.





      Morgen früh bin ich schon in Trondheim ^^
      Ich wünsche Euch einen guten Wochenanfang.
      Gruß,
      Gerhard
    • Neu

      Tag 11 -Nach Oslo

      In der Nacht war der Seegang wieder deutlich zu spüren. Seit 6 Uhr liegen wir am Kai in Trondheim . Hinter uns hat die nordfahrende Midnatsol festgemacht. Bevor ich zum Frühstück gehe, schaue ich mal über die Reling, ob sich am Autodeck schon etwas tut. Was sehe ich? Der rote Bus fährt aus dem Fahrstuhl und parkt vor dem Schiff. Nein, kein autonomes Fahrsystem sondern einer der Mitarbeiter vom Laderaum hat ihn dort abgestellt. Der Fahrzeugschlüssel gibt er anschließend bei der Rezeption ab. Toller Service, denn ich kann jetzt ohne Eile das Frühstücksbuffet genießen. Anscheinend gab es heute schon ab 6 Uhr Frühstück, denn das Restaurant ist bereits gut belegt. Weil der Bus schon am Kai steht, kann ich mein Gepäck einzeln runter bringen.









      Dann höre ich ein letztes Mal von der elektronischen Stimme das dumpfe " Good by" und verlasse über die Gangway das Schiff. Irgendwie fällt es mir schwer mich vom Schiff zu trennen, deshalb schleiche ich noch eine Weile am Kai entlang und mache Fotos von den beiden Postschiffen. Zum Abschluss suche ich mir auf dem gegenüberliegenden Speditionsgelände einen Platz und kann so das erste Foto vom ganzen Schiff machen.









      Jetzt heißt es wieder Kilometer schrubben. Auf der E6 fahre ich zügig Richtung Süden, denn am Abend wartet das vierte und letzte Schiff in Oslo auf mich. Am Abzweig zur Straße 3 überlege ich einen Moment vielleicht doch über das Dovrefjell zu fahren. Die Schneebedeckten Berge am Horizont schauen schon verlockend aus, aber für den Nachmittag ist im Süden Schneefall angesagt. Also biege ich doch ab auf die 3. In Kvikne halte ich an der Holzkirche an. Offenbar wird gerade eine Beisetzung vorbereitet, denn eine norwegische Flagge wird auf Halbmast gesetzt und jemand klopft das Eis vom Weg zur Kirche ab. Weil ich mit meiner Kamera nicht zu aufdringlich erscheinen möchte, verlasse ich vorzeitig den Ort und setze meine Fahrt fort.







      Mittlerweile hat es tatsächlich angefangen zu schneien. Am Rastplatz mit dem großen Elch lege ich eine Pause ein. Unterwegs begegnen mir jetzt wieder Schneepflüge und die Straßen werden rutschiger. Als ich auf die zur Autobahn ausgebaute E6 fahre, ist die rechte Fahrbahn von mindestens 10 cm Neuschnee bedeckt und es fahren alle in einer Kolonne. Leider werden die Fahrzeuge immer langsamer und wir schleichen mit 45 km/h über die Autobahn. Als wir die ersten Tunnel der Strecke durchfahren ändert sich die Fahrweise. Viele Autos scheren Links aus und überholen im Tunnel, um dann vor dem Tunnelende mit Vollbremsungen wieder in die rechtsfahrende Kolonne einzuscheren. So geht das jetzt bei jedem Tunnel.





      Ich bin froh, nicht den längeren Weg über das Dovrefjell genommen zu haben, denn in Oslo schneit es jetzt so heftig, dass der Verkehr zum Erliegen kommt. Ich nutze die Zeit für einen letzten Tankstopp und schleiche dann in Schrittgeschwindigkeit bis zum Stena Line Terminal. Hier bin ich etwas überrascht, denn es ist noch kein Schiff zu sehen. Meine letzte Fährüberfahrt von Oslo nach Frederikshavn hatte ich erst vor vier Tagen gebucht und musste dabei feststellen, dass die günstigen Außenkabinen plötzlich alle ausgebucht waren. Etwas zwiespältig habe ich dann eine Innenkabine als "preisgünstige Alternative im Unterdeck" gewählt.







      Mein viertes Schiff der Reise, die Stena Saga, lässt sich schließlich doch noch blicken und legt um 19:20 Uhr an der Kaimauer an. Da ich als einer der ersten am Check-Inn war, kann ich mir jetzt aus der ersten Reihe das Entladen der Fähre anschauen. Es dauert nur eine halbe Stunde, dann kann ich an Bord fahren. Ungewöhnlich finde ich, dass der Bus mit Keilen vor den Rädern gesichert wird. Naja, die werden schon wissen warum. Meine Kabine befindet sich unterhalb der Fahrzeugdecks und ist über eine lange steile Treppe zu erreichen. Die Ausstattung ist - , sagen wir mal -, rustikal. Die Eingangstüre ist stark verzogen, weshalb ich auch bei geschlossener Tür auf den Gang schauen kann. Starke Kalk- und Rostspuren in der Dusche können meinen Eindruck von der Kabine nicht verbessern. Naja, es ist ja die letzte Nacht, die bekomme ich schon rum. Vielleicht sollte ich möglichst lange oben auf dem Schiff verbringen. Einen direkten Aufgang gibt es nicht, dass heißt ich muss die Treppenaufgänge auf dem Weg nach oben wechseln. Ganze neun Decks sind zu erklimmen, bevor es einen Weg nach draußen gibt. Während ich die verschiedenen Stockwerke zu Fuss hinter mir lasse, wird mir auch klar, warum die Außenkabinen nicht mehr verfügbar waren. Überall wimmelt es von Partygängern, die sich auf ihre Partynacht an Bord vorbereiten. Draußen ist es ruhiger, weil kälter. :) Beim Ablegen in Oslo kann ich noch einige wenige Fotos machen, dann verziehe ich mich in meine Kabine und versuche zu schlafen.




















      Tag 12 - Heimreise



      Die Ankunft in Hirtshals ist für 7:30 Uhr geplant, aber vorher gibt es das Frühstücksbuffet. Diese Nacht war übrigens die beste aller Schiffsübernachtungen der Reise. Die Kabine war ruhig, kein spürbarer Seegang und die Koje die bequemste von allen. Das stimmt mich, trotz des schlechten Zustands der Kabine, etwas versöhnlich. Auf dem Weg zum Frühstück begegnen mir die letzten Nachtschwärmer mit Bier oder Sekt in der Hand. Dafür ist es am Buffet erstaunlich leer. Wahrscheinlich schlafen die alle noch ihren Rausch aus Obwohl der Hafen schon seit einer Stunde zu sehen ist, legen wir pünktlich um 7:30 Uhr in Frederikshavn an. Für mich geht es jetzt direkt auf die Piste und acht Stunden später bin ich wieder Zuhause.



      Das war also meine spontane Winterreise auf die Lofoten.
      Vielen Dank, dass Ihr den Bericht so lange begleitet und kommentiert habt :)
      Gruß, Gerhard

      Naja, es gibt noch eine Zugabe ;)