Wetter, Kapitän und MS NORDSTJERNEN ... nicht immer einer Meinung – oder – zwei 56er on Tour

    • 2018
    • Alex.Kerste schrieb:

      sinnlos in der Gegend rumspritzen müssen, als ob sie leckgeschlagen wären.


      Hat vielleicht damit zu tun, dass es das ist, wozu Feuerwehrschiffe da sind - zum Löschen, indem sie mit Wasser spritzen.

      Nebenbei bemerkt ist es dass, was Löschboote zur Begrüßung besonderer Schiffe schon immer getan haben. Siehe z.B. die Begrüßung der Oceanliner in den früheren Jahren in NewYork und vielen anderen Häfen.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • Hi!

      Gut, vom Heilbronner Neckarhafen kenne ich die Begrüßung mit Wasserspritzen nicht. Aber unsere Feuerwehrautos fahren ja auch nicht mit Dauerspritze rum, wenn irgendein Schwertransport von der Autobahn durch den Ort fährt :)

      Ohne das gäbe es jedenfalls zum Beispiel deutlich mehr schöne Bilder vom Transport des Buran-Shuttles über den Rhein nach Speyer seinerzeit. Ständig fuhr so eine Feuerwehr durchs Bild :evil:

      Beste Grüße,
      Alex
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      MS Nordkapp: V – MS Finnmarken: II – MS Trollfjord: III – MS Nordlys: I
    • Ja, in dieser Gefühlswelt befand ich mich in diesem Moment auch .... 8|
      Gruß Jobo,

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    • Montag der 1.Oktober 2018


      Die erste Nacht auf See habe ich natürlich sehr gut geschlafen. Dieses sanfte Schaukeln habe ich schon lange vermisst. Wie immer bei diesen alten Schiffen mit ihren recht beengten Nasszellen hebe ich mir das Duschen bis zuletzt auf. Obwohl die Nasszelle scheinbar relativ neu ist, flutet man beim Duschen immer das ganze Bad, da das Wasser so schnell nicht ablaufen kann.
      Kurz vor sieben bin ich dann an Deck. Erst einen Blick nach vorne, wir laufen noch auf der Ostsee mit rund 7 kn in Richtung Kieler Förde. Dann blicke ich nach hinten und entdecke nur wenige Meter seitlich hinter uns mit gleicher Geschwindigkeit laufend die französische Barkentine MARITE.



      Der schöne 45,5 m lange Dreimaster von 1923 ist in Granville zu Hause. Ursprünglich im Kabeljaufang eingesetzt wurde dieses letzte Holzschiff der Neufundlandflotte ab 2006 restauriert und ist seit 2012 wieder unter Segel unterwegs.
      Wenig dahinter läuft die STENA SCANDINAVIA. Sie ist auf dem Weg nach Kiel zum Schwedenkai.
      Direkt vor uns fährt einer der großen Autotransporter der Reederei Kess auf dem Weg in den Nord-Ostseekanal.



      Gleich nach dem Frühstück bin ich wieder an Deck, gerade recht um die Vorbeifahrt an Laboe um 8:25 Uhr mit zu erleben. Als wir uns dann Kiel-Holtenau nähern, wird Fahrt heraus genommen. Mit vielen anderen Schiffen dümpeln wir nun lange vor der Schleuse herum. Immer wieder drehen wir uns im Kreis, mehr oder weniger auf der gleichen Stelle.



      Immer mehr Schiffe stauen sich hinter uns. Der Kess-Transporter liegt an Backbord, die MARITE an Steuerbord. Doch die Schleuse bleib geschlossen, da noch viele Schiffe aus dem Kanal heraus müssen, bevor wir herein dürfen.
      Schließlich taucht auch schon die Norwegenfähre COLOR FANTASY hinter uns auf und zieht vorbei in Richtung Kiel Norwegenkai.



      Schließlich gegen 10 Uhr dürfen die ersten Schiffe in die Schleusen einfahren. Zuerst wird die linke Schleuse gefüllt. Wir sind dann das erste Schiff, das in die rechte Schleusenkammer einfahren darf. Dabei fallen mir auch die schönen alten Segelschiffe auf, die vor der Schleuse rechts am Ufer liegen.



      Die MARITE fährt dann auch in die gleiche Schleusenkammer, versteckt sich aber hinter einem Frachter, während hinter uns ein kleinerer Tanker einfährt. In der Schluese bunkern wir auch frisches Wasser. Der Schleusenvorgang selbst dauert hier nicht lange. Kaum ist die Kammer zur Förde hin geschlossen, öffnet sich das Schleusentor zum Kanal.



      Die Fahrt im Kanal verläuft nun völlig ruhig bei überwiegend schönem Wetter. Nur ein, zwei kleine Nieselregenschaur streifen uns leicht, sind aber nach wenigen Minuten wieder weitergezogen. Entlang des Kanals sind nur wenige Menschen per Fahrrad oder zu Fuß unterwegs.



      Wir unterqueren einige Brücken und fahren an teilweise recht schönen Häusern vorbei. Dabei werden wir von schnelleren Schiffen überholt. Auch kommen uns einige Schiffe entgegen. Kurz vor dem Mittagessen erfahren wir nun unser nächstes Ziel. Wir werden über Nacht die dänische Ostseeküste hochfahren bis Ebeltoft. Dort werden wir ankern und zu den Ausflügen ausgetendert.



      Nach dem Mittagessen taucht unser Wendepunkt Rendsburg vor uns auf. Wir werden von einem ehemaligen Reisenden lauthals vom Ufer gegrüßt. Als wir die Schiffsbegrüßungsanlage vor uns haben, grüßen wir mit dem Typhon dreimal und werden von der Anlage mit der norwegischen Hymne zurück gegrüßt.
      Hinter der Anlage warten wir einen Moment um noch einige Schiffe vorbei zu lassen, dann drehen wir im Kanal und fahren wieder zurück.
      Am Nachmittag gibt es Postkarten mit Sonderstempel zu kaufen. Dazu gibt es Waffeln mit Marmelade und Rømme. Zusätzlich lag Brunøst für die Waffeln bereit.



      So fahren wir langsam zurück bis zur Schleuse Holtenau. Zwischendurch müssen wir einmal lange warten, da ein Schleppverband vor uns in sehr langsamer Fahrt unterwegs ist. Es ist gegen 18:30 Uhr als wir in die Schleusenkammer einfahren, gerade als der 39 m lange holländische Zweimast-Gaffelschoner LUCIANA dort herausfährt.
      Das schöne Schiff von 1916 macht Segeltörns für 24 Passagier, oder Tagestörns für bis zu 46 Passagiere.

      Als wir bereits wieder aus der Förde herausfahren steht das erste Abendessen mit festen Plätzen an. Wir bekommen den großen runden Tisch gleich Backbord am Eingang des Restaurants. Am Tisch saßen neben Foerdesprotte, Schneehuhn, Senja und ihrem Mann noch ein sehr nettes Ehepaar.

      Auch wenn es natürlich schade war, dass aus Helgoland und der Nordsee nichts wurde, war es aufgrund der zu der Zeit herrschenden Wetterlage (es war WS 7 in Böen 9 angesagt) absolut richtig hier anders zu entscheiden.
      Zumal ich mich schon heute auf Ebeltoft freue, liegt hier doch die alte Fregatte JYLLAND die mich natürlich brennend interessiert.


      …....... wird fortgesetzt.
      Gruß Jobo,

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    • Dienstag der 2.Oktober 2018


      Ich habe bereits gefrühstückt, als wir gegen 8:00 Uhr die Bucht vor Ebeltoft erreichen und dort ankern. Die Nacht war ruhig, lediglich ein leichtes Schaukeln war zu verspüren. Für Ebeltoft wurde kurzfristig ein Ausflug organisiert. Er besteht aus der Besichtigung der alten Fregatte JYLLAND und einem kleinen Ortsrundgang. Genial wie schnell die Reiseleitung hier den Ausflug organisiert hat.



      Ich habe diesen Ausflug auch gebucht und bin im ersten RIB-Boot, das die Passagiere an Land fährt. Aus dem Reiseleiterteam ist Mario mit an Bord. Laut Auskunft sei es verboten, direkt bei der JYLLAND anzulegen. Wir sollen im Hafenbecken ganz rechts anlegen.
      Der laut Marios Plan vorgesehene Platz ist aber sehr schwer anzufahren und gerade als es Mario geschafft hat dort vom RIB auf den Anleger zu steigen, bekommen wir von einem Einheimischen in Warnweste die Information, dass wir hinter bei der JYLLAND den Anleger benutzen sollen.



      Also fahren wir dorthin und auf dem großen Anleger können wir erheblich besser aussteigen. Leider sind die anderen Passagiere scheinbar nicht geübt im Ein- und Aussteigen aus einem RIB-Boot. Die ganze linke Seite steht geschlossen auf und geht an Land. Dies führt dazu, dass wir auf der rechten Seite um ein Haar nach hinten überkippen.
      Es kommen die nächsten zwei Boote mit jeweils sieben Passagiere. Ich helfe den Passagieren aus dem RIB-Boot, während Mario den örtlichen Stadtführer und den Führer durch die JYLLAND begrüßt. Einige Passagiere weisen meine helfende Hand brüsk zurück, als sei es eine Schande sich helfen zu lassen.



      Mario teilt die Ausflüglergruppe von gesamt 34 Passagieren in zwei Gruppen. Die erste Gruppe verschwindet daraufhin in Richtung JYLLAND. Ich bin dann bei der Gruppe der Stadtbesichtigung mit Ole. Er erzählt uns einiges über den kleinen schönen Ort und wir spazieren in einer großen Schleife durch den Ort.



      Bald schon beginnt es leicht zu nieseln, gut das ich meine Regenjacke an habe. Über meine Hose habe ich zur Sicherheit auf den RIB-Boots eine wasserdichte Überziehhose angezogen. Auf die entsprechende Jacke habe ich verzichtet, da bei Abfahrt das Wetter nicht so bedrohlich wirkte.
      Je mehr wir uns jetzt wieder der JYLLAND nähern, umso stärker wird der Nieselregen, bevor er zu richtigem Regen übergeht.



      So ist denn auch das Objektiv meiner Kamera gut angelaufen, als wir die Eingangshalle zur JYLLAND erreichen. Gut das der Führer durch dieses maritime Museum in der Halle noch einiges vorab erzählt und ich die Zeit nutzen kann, mein Objektiv wir benutzbar zu machen.



      Schließlich gehen wir den kurzen Weg von der Eingangshalle zur JYLLAND. Zuerst steigen wir außen zum Rumpf hinab und von dort dann Deck für Deck hinauf. Ich erkunde lieber auf einige Faust die schöne alte Fregatte und sondere mich bereits am Rumpf von der Gruppe ab.



      Alleine unterwegs hat man einfach eine bessere Sicht und kann sich die Ecken, die einen mehr interessieren auch genauer anschauen. Als ich das letzte Unterdeck verlasse und das Oberdeck erreiche, hat der Regen immer noch nicht aufgehört. Zusätzlich ist nun noch heftiger Wind dazu gekommen.



      In der Museumshalle treffe ich Foerdesprotte und seine private „Reisegruppe“. Auch sie beratschlagen gerade, ob sich bei diesem Wetter eine Ortsbesichtigung noch lohnt. Wir kommen alle zu der Entscheidung wieder zurück zur NORDSTJERNEN zu fahren. Inzwischen sieht die Bucht nicht mehr so sanft aus. Der Wind hat auf rund 20 kn aufgefrischt.
      Mit sieben Personen besteigen wir so das erste RIB-Boot, das wieder Passagiere zurück zum Schiff bringt.
      Kaum haben wir mit dem Boot die schützenden kleinen Molen verlassen macht das RIB-Boot heftige Sprünge auf den inzwischen gut eineinhalb bis zwei Meter hohen Wellen. Immer wieder schlagen wir dann hart auf den Sitzen auf.
      Der Bootsführer versucht immer eine Zeitlang im Wellental zu fahren, aber dadurch entfernen wir uns vom Schiff. So ist er dann wieder gezwungen mit dem kleinen Boot die heftigen Wellen abzureiten. Dabei schlagen mehr und mehr große Gischtwolken über uns hinweg. Nicht lange und alle sind nass bis auf die Knochen, trotz überwiegend regenfester Kleidung.
      Zeitweise steht das Wasser gut 10 cm hoch im Boot und läuft uns von oben in die Schuhe. Erst als wir nach einer unendlich scheinenden Zeit in den Windschatten des Schiffes kommen, wird es ein wenig besser. Trotzdem verpasst der Bootsführer bei der ersten Anfahrt die Sicherungsleine, an der das RIB-Boot hinten festgemacht wird, damit wir vorne aussteigen können.
      Als wir endlich an Deck sind trieft wirklich alles an uns. Die wasserdichte Überhose hat mir zumindest insofern geholfen, das meine Hose darunter nur am Rücken über den Weg der durchnässten Jacke über Hemd, T-Shirt und Unterhose innen etwas nass geworden ist.
      Gerade Micha und ich, die vorne gesessen haben, sind ordentlich nass geworden, aber viel besser ist es den anderen auch nicht ergangen.

      An Bord unterrichtet mich Klaus-Peter, Margits Lebenspartner, dass die RIB-Boot Rücktouren eingestellt werden und man an einer anderen Lösung arbeite, Nur zwei Boote mit Passagieren kommen nach uns noch zum Schiff. Da wohl auch Micha mit der Einschätzung der Situation gegenüber Margit und Klaus-Peter für gesorgt.



      Wenig später erfahre ich, dass kurzerhand ein Bus für die restlichen 45 Passagiere organisiert wird. Wir werden mit der NORDSTJERNEN nach Aarhus fahren und dort dann die Passagier, die auch mít dem Bus dorthin fahren, wieder an Bord nehmen. In Aarhus kommen wir gegen 15 Uhr am Kai an der Polengade im Bassin 4 an. Der Bus wird aber noch gut eine Stunde unterwegs sein, ideal für mich einen kleinen Rundgang um unsere Anlegestelle zu machen.



      Meine nassen Sachen habe ich in meiner Kabine und davor auf dem Gang am Geländer zum trocknen aufgehangen. Von der Schiffsführung und der Reiseleitung wurde auch der warme Maschinenraum dafür angeboten und von einigen „RIB-Boot-Opfern“ genutzt. Margit hatte mir dann auch schon mitgeteilt, das Thyborøn nun endgültig gestrichen ist. Das Wetter gibt eine Fahrt um Skagen nach Thyborøn einfach nicht her, ohne die Sicherheit des Schiffes und der Passagiere zu gefährden. Margit bittet mich aber, die Meldung solange zurück zu halten, bis sie es den Passagieren am Abend mitgeteilt hat. Selbstverständlich halte ich mich daran.



      Gegenüber unserem Kai am Honnørkajen liegen einige Schlepper. Auf der anderen Seite des Hafenbeckens Bassin 1 befindet sich das große Kulturzentrum Dokk1. Bis dorthin gehe ich und umkreise das große Kulturzentrum auf der umlaufenden Terrasse. Als ich zurück am Schiff bin, steigen auch gerade die Passagiere ein, die mit dem Bus angekommen sind.



      Gegen 17:30 Uhr legen wir ab und verlassen Aarhus. Der Wind hat weiter zugenommen und schiebt uns mit etwa 29 kn durch die Bucht. Um 18 Uhr gibt Margit den Passagieren die neuen Informationen. Wir werden nun direkt nach Frederikstad fahren und dort morgen früh eintreffen.
      Durch den Wind von achtern liegen wir relativ ruhig im Wasser und so beginnt das Abendessen kurz nachdem das Leuchtfeuer Sletterhage vor uns auftaucht.



      Wir haben gerade die Vorspeise hinter uns gebracht und der Hauptgang steht auf dem Tisch, als der diensthabende Steuermann das Schiff hart nach Backbord in Richtung Nord zieht. Schon trifft uns eine erste heftige Welle von Backbord und im hinteren Bereich des Restaurants fliegen die ersten Passagier mit ihren Stühlen um.
      In Erwartung einer weiteren Welle, ich sitze mit dem Rücken zur Fahrtrichtung und neben mir ist bis Steuerbord eine große Freifläche zwischen den Buffetanrichten, stelle ich meinen linken Fuß weit vom Stuhlbein heraus. Schon trifft uns die zweite Welle und das Schiff neigt sich mehr und mehr nach Steuerbord. Zuerst versuche ich noch mein Glas und den Teller festzuhalten, aber als mein Stuhl beginnt zu kippen, lasse ich los und drücke mich mit dem ausgestellten Fuß aus dem kippenden Stuhl. Der Schwung der Schiffsneigung treibt mich schnell nach Steuerbord und erst kurz vor dem Tisch der dort sitzenden Passagiere (je näher ich komme umso größer werden deren Augen smilie) kann ich meinen Lauf stoppen.
      Foerdesprotte und Schneehuhn sind mit ihren Stühlen nach hinten weg gekippt und Senja ist seitlich dann auf Schneehuhn geflogen. Gut die Hälfte der Teller und Gläser auf dem Tisch sind ebenfalls hinterher geflogen.
      Im hinteren Bereich sind ebenfalls einige Passagiere durch das Restaurant geflogen. Schneehuhn hat an beiden Händen kleine Schnittwunden, ich glücklicherweise nur einen blauen Fleck. Foerdesprotte und Senja sind mit dem Schrecken davon gekommen.
      Die Crew ist schnell vor Ort und hilft wo immer sie kann. Margit und einer der Offiziere geben der Brücke Bescheid. Das Schiff wird in eine einigermaßen ruhige Position gefahren und die Aufräumarbeiten beginnen. Im hinteren Bereich haben sich auch einige Passagiere leicht verletzt. Vor unserem Tisch sieht es aus wie auf einem Schlachtfeld. Nach gut 30 Minuten sind aber die letzten Spuren beseitigt und wir können das Abendessen einigermaßen in Ruhe beenden.

      Anschließend erfahren wir, dass das Schiff südlich vor Grenaa in einer Bucht ankern wird und erst gegen 4 Uhr seine Fahrt fortsetzen wird. Gemäß der Wetterprognose soll es dann wieder ruhiger sein.



      ….. wird fortgesetzt.
      Gruß Jobo,

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    • Mittwoch der 3.Oktober 2018


      Um 3:40 Uhr werde ich wach, weil die Maschine gestartet wird. Fünf Minuten später werden nacheinander die Anker gelichtet. Langsam nehmen wir Fahrt auf und ich nicke wieder ein, aber richtig schlafen kann ich nicht mehr. Erst nach sechs Uhr werde ich wieder wach und gehe an Deck. Wir befinden uns in Höhe Aalborg gut 10 nm unterhalb der Insel Læsø.



      Wir ziehen ruhig durch den Kattegat, also kann ich erst mal in Ruhe frühstücken. Gleich danach gehe ich wieder an Deck und komme gerade recht um die Fähre nach Læsø noch an Steuerbord verschwinden zu sehen. An Backbord kann man Frederikshavn gut erkennen. Hier startet gerade die Fähre nach Oslo, die STENA SAGA mit der wir ja zu der chaotischen Weihnachts-/Silvesterreise 2012/13 gestartet waren.



      Danach ist an Land und auf See nicht mehr viel zu sehen. Da mir noch ein wenig Schlaf von den frühen Morgenstunden fehlt, lege ich mich noch einmal auf meine Koje. Das zuerst sanfte Schaukeln wiegt mich dann doch tief in den Schlaf und erst gegen 15:30 Uhr werde wache ich langsam wieder auf.



      Bis ich völlig wach wieder an Deck erscheine befinden wir uns bereits in der Einfahrt zum Oslofjord. Laut Aussage meiner Mitreisenden soll es nach Skagen noch ordentlich geschaukelt haben, vielleicht habe ich deshalb so gut geschlafen. Hier ist es jedenfalls wieder völlig ruhig und wir gleiten in Richtung Frederikstad.



      Das Wetter hier ist richtig schön, blauer Himmel und Sonnenschein. Wir ziehen an der Kaimauer entlang und lassen die dort liegenden Frachtschiffe hinter uns zurück. Vor uns taucht die Frederikstadbrua auf. Sie erinnert mich sofort an die Karmsundbrücke bei Haugesund.



      An Steuerbord wird jetzt die Festungsanlage der Gamlebyen von Frederikstad immer größer. Voraus liegt unser Kai, während an Backbord die Museumsschiffe von Isengran auftauchen. Gleich vorne liegt ein Vollschiff mit weißem Rumpf, das mich sofort an die schwedischen Schiffe, NAJADEN oder JARRAMAS erinnert.



      Gegen 18:00 Uhr legen wir dort am Kai an. Die NORDSTJERNEN hat zwei Klappen, an denen man die Gangway anlegen kann. Eine liegt genau vor einem Poller und an der anderen ist eine Spring im Wege. Also werden noch einmal die Leinen gelöst und das Schiff etwas versetzt.



      Bis zum Abendessen ist noch etwas Zeit, also unternehmen Micha und ich einen ersten kleinen Landgang. Entlang des Ufers erkunde ich schon mal die Möglichkeiten morgen die gegenüberliegenden alten Museumsschiffe zu besuchen. Eine Fähre fährt von Gamlebyen dorthin und von unserer Seite fährt eine andere Fähre nach Gamlebyen hinüber.



      Rechtzeitig zum Abendessen sind wir wieder zurück auf dem Schiff. Wir werden Morgen bis am Abend hier am Kai liegen und die geplanten Ausflüge finden statt. Ich habe die Wanderung durch das Naturschutzgebiet gebucht.



      Nach dem Essen drehe ich noch eine Verdauungsrunde rund um unserer Anlegeplatz. Weiter oben in einer Seitenstraße neben einem großen Gebäude entdecke ich den schönen alten Mercedes Benz. In einem weiten Bogen spaziere ich zurück zum Schiff. Ich freue mich schon auf einen ausgedehnten Rundgang durch Gamlebyen und Isengran am morgigen Tag.




      …...... wird fortgesetzt.
      Gruß Jobo,

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    • Donnerstag der 4.Oktober 2018 (Vormittag)



      Die Nacht am Kai war natürlich sehr ruhig und ein wenig habe ich das Schaukeln schon vermisst. Vor dem Frühstück will ich unbedingt auf Deck und mir den Sonnenaufgang anschauen. Schon gestern Abend waren Micha und ich der Meinung, dass dieser sich heute lohnen müsste.



      So war es dann auch und die von der aufgehenden Sonne rötlich angestrahlten Wolken zogen langsam über Gamlebyen im Kongsten Fort. Der Augenblick hielt zwar nur wenige Minuten an, hatte sich aber trotzdem gelohnt.
      Danach schmeckte das Frühstück gleich noch besser.



      Nach dem Frühstück schnappe ich mir die Kamera und gehe die wenigen Meter vom Liegeplatz unseres Schiffes zur Anlegestelle der Fähre. Die Fähren in Frederikstad sind alle kostenlos. Die kleine Fähre fährt von unserer Seite hinüber zur Gamlebyen und wieder zurück. Dies macht sie aber 24 Stunden rund um die Uhr.



      Die Fahrzeit beträgt daher nur ein oder zwei Minuten. Durch die 1727 erbaute Færgeporten betrete ich die alte Stadt. Viele verspielte alte Häuser stehen hier in den kleinen Gassen, die ich jede einzelne durchlaufe. Schade finde ich allerdings, dass man Autos in diesen historischen Bereich lässt.



      In der Mitte der alten Stadt befindet sich der Kongens Torv (Markt des Königs). Hier steht auch eine Statue von Frederik II., sowie das alte Rathaus, der Rosinggården und die Infanteriekasernen. Gegenüber sieht man noch die Häuser Dunkejongården und Arnesgården.



      Wenig entfernt vom Markt des Königs gelangt man an die kleine Kirche der alten Stadt. Leider ist sie verschlossen, ich hätte gerne mal einen Blick hinein geworfen. Vorbei an der Kirche steht man vor dem Tøihuset, dem größten Gebäude in Gamlebyen. Heute ist hier das Frederikstad-Museum drin.



      Geht man zwischen Kirche und Tøihuset hindurch thront det nye Rådhus (das neue Rathaus) vor einem auf. Von hier gehe ich jetzt wieder hinunter zur Festungsmauer an der Glomma. Hier muss ich feststellen, dass man die NORDSTJERNEN zumindest ins Visier genommen hat :search: . Neben diesem Huhn begegnet mir noch Foerdesprotte und Schneehuhn. :dance3:



      Ich begebe mich auf den Festungswall und möchte so einmal um die komplette alte Stadt herumlaufen. Nur über die Tore kann man nicht und muss dort kurz herunter zur Straße und danach wieder auf den Wall. Rund um Gamlebyen stehen auf dem Wall unzählige alte Kanonen. Das Kongsten Fort ist auch komplett vom Wasser umspült.



      Nachdem ich die Gamlebyen etwa zur Hälfte umrundet habe, erreiche ich die Vindebroen. Die Zugbrücke wurde früher zwischen dem Zapfenstreich und der Reveille hochgezogen, wozu man bis zu 30 Soldaten benötigte.



      Ich entdecke auch noch einen kleinen Hühnerhof in dem neben den Hühnern auch fette Truthähne herumlaufen. Kaum mache ich Bilder von dem Federvieh, als auch schon ein Ziegenbock herauskommt und sich direkt vor meiner Kamera in Positur stellt, gerade so als wolle er sagen: „Ich bin ja wohl auch ein Bild wert.“. :miffy:



      Ich beende meinen Rundgang an den Fähranlegern. Gleich neben der Fähre hinüber zu unserem Schiff legt auch die Fähre nach Isegran ab, dem Museumshafen. Dazu fährt die Fähre direkt an unserem Schiff vorbei und legt hinter dem Museumshafen an.



      Natürlich zieht es mich zuerst zu dem kleinen Vollschiff und es handelt sich tatsächlich um die NAJADEN. Sie gehört, wie auch ihr Schwesterschiff JARRAMAS zu den kleinsten Vollschiffen, die je gebaut wurden und ist nur 48,8 m lang (JARRAMAS 49 m). Beide Schiffe wurden in Karlskrona gebaut, die NAJADEN 1897, die JARRAMAS 1898-1900, hat aber einen Eisenrumpf im Gegensatz zur NAJADEN.
      Beides sind schwedische Schiffe. Die JARRAMAS liegt als Museumsschiff in Karlskrona, die NAJADEN wurde 2012 von Norwegen gekauft und 2014 nach Frederikstad geschleppt.



      Etwas versteckt hinter der NAJADEN liegt noch ein alter Schlepper, die FIX.
      Noch viele weitere alte Segel- und Motorschiffe liegen hier im Museumshafen. Man könnte sicherlich Stunden hier verbringen, bei diesen maritimen Kostbarkeiten. Mittendrin befindet sich auch eine Werft für historische Schiffe. Hier wird auch fleißig gearbeitet. Ebenso draußen an einem alten Dampfer, der HVALER, die sicherlich noch viel Zuwendung bedarf.



      Doch irgendwann muss ich leider wieder zurück. Immerhin brauche ich dazu nicht wieder zu der Anlegestelle hinter dem Museumshafen zu laufen. Direkt zwischen NAJADEN und FIX gibt es eine Bedarfshaltestelle für die Fähre. Man drückt einen deutlich markierten Knopf und schon blinkt am Anleger eine rote Lampe auf, die die Fähre sehen kann. Daraufhin dreht die Fähre zum Anleger rein und ich kann zusteigen.



      Noch einmal geht es dicht an unserer NORDSTJERNEN vorbei bis zum Anleger vor Gamlebyen. Hier muss ich nur wenige Meter zum nächsten Anleger gehen und kann mit der zweiten Fähre wieder zurück zur NORDSTJERNEN fahren.


      …... wird fortgesetzt (mit Teil 2 des Tages).
      Gruß Jobo,

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    • Donnerstag der 4.Oktober 2018 (Nachmittag)



      Zurück auf dem Schiff erfahre ich von Margit, dass wir einen Reporter von NRK auf dem Schiff hatten. Margit muss immer noch lachen, ob der Ahnungslosigkeit dieses Reporters. Sie war mit ihm auf dem Achterdeck, als er zur hinteren Reling lief, die Arme ausbreitete und lauthals rief: „I am the King of the world“.
      Als Margit ihn daraufhin verwundert anblickte meint er, das sei doch in dem Film „Titanic“ am Bug auch so gemacht worden. Antwort von Margit: „Wir sind aber hier am Heck“.

      Herzhaft lachend begebe ich mich zum Mittagsbuffet. Für den Nachmittag steht jetzt die Küstenwanderung durch den Hvaler Nationalpark an. Nach einer Busfahrt und einem Museumsbesuch steht eine kleine Wanderung über rund 4 – 5 km an, bevor es wieder zurückgeht.



      Treffpunkt ist draußen vor dem Schiff. Hier trifft auch schon bald die Reiseleiterin für diesen Ausflug, eine seit über 20 Jahren in Norwegen lebende Deutsche ein. Auch der Bus fährt pünktlich vor und Margit und Klaus-Peter verabschieden uns am Bus in den Ausflug.



      Nach kurzer Fahrt sind wir aus Frederikstad heraus und fahren die Küstenstraße über die Inselwelt in der Mündung des Oslofjordes herunter in Richtung Hvaler. War es in Frederikstad noch trocken, so beginnt es nun doch ein wenig zu nieseln. Nicht wirklich schlimm und ich hoffe, dass es nicht stärker wird.



      Gegen 14 Uhr erreichen wir die kleine Ortschaft Skjærhalden. Hier ist im ehemaligen Kornmagasinet das Museum des Ytre-Hvaler-Nasjonalparks (Meeres-Nationalpark) eingerichtet. Zuerst bekommen wir nun einen ca. 10-12 minütigen Film mit herrlichen Unterwasserbilder zu sehen. Anschließend kann man sich noch ein wenig in dem kleinen Museum umsehen.



      Dabei beantworten die Mitarbeiter des Museums alle Fragen, die von den Besuchern gestellt werden. Besonders wird auch in dem Museum die Verunreinigung der Meere durch Plastikmüll veranschaulicht. Ebenso finden sich hier Informationen, wie sehr die Einschleppung nicht heimischer Tierarten, wie z. B. der Mink (der amerikanische Nerz), der heimischen Fauna schaden.



      Dann fahren wir mit dem Bus noch eine kurze Strecke weiter. Als wir dann aussteigen, führt uns die Reiseleiterin zu einem Sumpfgebiet, indem eine alte archimedische Schraube liegt. Mit ihr hat man früher versucht das Moorgebiet trocken zu legen, um es landwirtschaftlich nutzen zu können. Dies ist auch gelungen, aber nach den nächsten Dammbrüchen war das Wasser wieder zurück und man hat das Vorhaben aufgegeben.



      Nun geht es zurück zur Straße und auf der anderen Seite wandern wir durch ein kleines Kiefernwäldchen. Hier befinden sich auch viele schöne Wochenendhäuser. Der Nieselregen lässt zum Glück jetzt auch nach und kaum haben wir die Küste erreicht, hört er ganz auf und in der Folge bleibt es auch trocken.



      Der Küstenwanderweg Kyststien ist mit vielen künstlerischen Installationen besetzt. Die Kunstwerke wurden in den Jahren 2005 bis 2009 auf Initiative des Kunstvereins Hvaler und des örtlichen Rotary Clubs errichtet. In der Ferne ist noch ein Kreuz am Ufer sichtbar, aber bis dahin gehen wir nicht, sondern kehren zuvor um.



      Bald schon erreichen wir wieder das Kiefernwäldchen. Hier halten wir an der Stelle zu einer kurzen Pause an, an der das Wäldchen zu einem Sandstrand wird. Während wir hier auf die letzten aus unserer Gruppe warten, können wir die Kitesurver beobachten, die den kräftigen Wind auf dem Wasser nutzen.



      Wir wandern nun zurück zur Straße, wo uns der Bus wieder aufliest. Die Fahrt geht zurück und wir kommen erneut durch Skjærhalden. Hier fahren wir noch ein kurzes Stück die Küste entlang und wieder zurück. Von See her zeigen sich hier schon wieder einige dunkle Wolken, aber es bleibt trocken.



      Die Fahrt führt nun die gleiche Strecke zurück, die wir hierher gefahren sind. Auch der lange Tunnel wird wieder durchfahren, immer schön in der vorgeschriebenen Geschwindigkeit, denn hier wird radarmäßig überwacht. Dieses Mal kann ich mir die andere Seite der Landschaft ansehen.



      Mir wird beim Anblick der Landschaft bewusst, wie sehr sich doch die Fjorde und Schären hier im Süden von denen in Nordnorwegen unterscheiden. Das unsere Reiseleiterin schon sehr lange in Norwegen lebt merkt man daran, dass immer wenn sie zuvor mit dem Busfahrer gesprochen hat, sie anschließend uns etwas in norwegisch erklären will, bevor sie es in deutsch dann korrigiert :blush2: .



      Es ist 17:30 Uhr, als wir wieder am Schiff ankommen. Die Zeit bis zum Ablegen reicht gerade um die Bilder herunter zu laden.
      Pünktlich um 19:00 Uhr legen wir ab und das Abendessen beginnt. Von Seiten der Schiffsführung wird leichtes Stampfen für die Fahrt nach Flekkefjord, die uns gestern noch angekündigt worden war, angesagt.
      Nach dem Essen geselle ich mich zu Foerdesprotte auf die Nock. Wir stampfen ganz ordentlich quer durch den Oslofjord. Etwas weiter entfernt können wir die Lichter einer großen Fähre erkennen, die südwärts fährt. Wir vermuten entweder die Fähre von Stena oder die der DFDS.
      Als wir dann auch nach Südwest abdrehen, mache ich mich auf den Weg in meine Koje. Schon beim Ausziehen muss ich mich überall festhalten. Von einem leichten Stampfen kann wirklich keine Rede sein.

      …........... wird fortgesetzt.
      Gruß Jobo,

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    • @Jobo
      Danke für den sehr interessanten Foto- Reisebericht über den Landgang. So habt ihr trotz argem Sturm und Aufregung am Anfang der Reise doch eine Menge sehen können.
      Besonders beeindruckend die Fotos von der " blauen Stunde", hier Sonnenaufgang.
      Ich freue mich auf die Fortsetzung. :)
      Liebe Grüße von Trollebo


    • Freitag der 5.Oktober 2018



      Von einem leichten Stampfen wie von der Schiffsführung angekündigt konnte heute Nacht wirklich keine Rede sein. Kaum hatten wir den Oslofjord verlassen und den Skagerrak erreicht, kam zu dem bis dahin heftigen Stampfen auch noch ein Rollen hinzu. Immerhin kenne ich nun jede Feder in der Matratze der Koje persönlich, schließlich habe ich sie in der Nacht wirklich alle ausprobiert. :pleasantry_1:
      Da war wohl noch ordentlich Altsee gegen die wir ankämpfen mussten. Erst am Morgen, als wir endlich an der Insel Andabeløya vorbei sind wird es ruhiger.



      So schaukelt es anfangs auch noch beim Frühstück um 7:30 Uhr. Doch dann wird es ruhiger und gegen 7:45 Uhr kommt der kleine Ort in Sicht, an dessen Kai wir um 9:00 Uhr anlegen. Insgesamt wirkt der Ort aber um diese Zeit noch sehr verschlafen, nur die Festmacher erwarten uns schon auf dem Kai.



      Da ich für diesen Ort keinen Ausflug gebucht habe, mache ich mich selbst auf den Weg den Ort zu erkunden. Schon die ersten Meter hinter dem Kai versprechen einen sehr malerischen Ort. Die kleinen Häuser sind meist in Weiß gehalten und sehr sauber und akkurat.



      Aber auch moderne Kunst, meist in Form von Wandmalereien, sieht man fast in jeder kleinen Straße. Im Großen und Ganzen wirkt sie dabei nicht mal störend, wie es anderswo oft der Fall ist.



      Zuerst durchquere ich das holländische Viertel mit seinen kleinen, alten Häusern und gelange so an die Bucht Dannevika. Hier sind nur zwei Kajakfahrer unterwegs, sonst ist alles still. Die einzigen Lebewesen auf die ich hier treffe, sind Mitreisende und nur ein, zwei Einheimische.



      Ich schlendere kreuz und quer durch die schönen Gassen des holländischen Viertels und ersteige danach den Lillebakken. Hier hat man eine gute Sicht auf den ganzen Ort und kann auch den Kai mit unserer NORDSTJERNEN sehen.



      Doch auch im Bereich des Hafens stehen schöne Häuser. Ich finde einen Weg um von hinten nahe an den Kai heran zu kommen. Anschließend durchstreife ich den weiteren Hafenbereich und entdecke dabei das alte Motorschiff Røgvær, wohl eine ehemalige Passagierfähre aus Haugesund.



      Von diesem kleinen Hafenbereich mit dem großen Kulturzentrum dahinter erreicht man, vorbei an der Kirche, die Einkaufsstraßen mit vielen Geschäften. Hier sind inzwischen viele Einwohner unterwegs um ihre Einkäufe fürs Wochenende zu erledigen.



      Rechtzeitig zum Mittagessen bin ich zurück auf dem Schiff. Wir bekommen die Durchsage, dass leider auch bei der nachmittäglichen und nächtlichen Fahrt über den Skagerrak nach Aalborg wohl noch mit reichlich Altsee zu rechnen ist. Wie ich später erfahre veranlasst dies einen unserer Passagiere hier auszusteigen und die Reise abzubrechen.



      Pünktlich um 14:00 Uhr verlassen wir Flekkefjord. Auch die Sonne hat sich zum Abschied eingefunden. Wieder ziehen wir an der großen Bohrinsel vorbei, die mir schon bei der Einfahrt aufgefallen war. Vor einer Aquakultur taucht in einiger Entfernung nun eine Flosse mehrfach auf. Leider habe ich gerade mein Teleobjektiv nicht drauf und kann somit keine bessere Aufnahme von der Flosse machen.
      Zeitweilig taucht vor der Flosse auch noch eine Nase auf. Anhand der Größe des Tieres und der Form der Flosse vermute ich einen Schweinswal.



      Als wir schließlich in den Skagerrak einbiegen, schaukelt es kurz, danach liegt das Schiff eher ruhig. Lange Zeit stehe ich mit Senja auf der Nock und wir genießen die angenehm schaukelnde Fahrt. Auch die Schiffsführung hat wohl inzwischen erkannt, dass sich die Altsee doch recht schnell seit heute Morgen abgebaut hat.
      Uns wird angekündigt, dass wir aus diesem Grund nahe am Kap Lindesnes, dem südlichsten Festlandpunkt Norwegens vorbeifahren. So können wir Lindesnes Fyr den schönen Leuchtturm auch gut sehen.
      Auch Ryvingen Fyr, der südlichste Leuchtturm Norwegens auf der Insel Låven unterhalb Mandal ist gut zu sehen. Erst als wir hier vorbei sind, wird der Kurs nach Ost-Süd-Ost gewechselt und wir fahren Richtung Skagen über den Skagerrak.
      Genau der richtige Zeitpunkt, um an der Bar mit Micha noch ein Bier zu trinken.
      Doch dann der Schock :fie: . Der Keller schüttelt nur verlegen den Kopf. Es ist tatsächlich kein Bier mehr vorrätig. Da hat sich das Hotelmanagment wohl kräftig verkalkuliert und muss nun morgen in Dänemark nachbunkern. Ausgerechnet in Dänemark, da kann man sicher einiges, aber Bier brauen …. :hmm:
      Wir fragen uns natürlich schon, warum man nicht in Lübeck, oder spätestens am nächsten Tag im Kanal nachgebunkert hat. Zum einen wäre dies sicher kostengünstiger gewesen und mit Sicherheit ein wirklich genießbares Bier gewesen. Auch wenn sicherlich einige nun fragen, warum braucht man unbedingt Bier, für mich gehört gerade das abendliche Bierchen in netter Gesellschaft zum Urlaub dazu. Klar kann man auch mal ein Glas Rotwein trinken, aber gerade im skandinavischen Bereich ist dies sicherlich auch eine Kostenfrage.
      Na hoffentlich hat man dann bis zum morgigen Mittagsbuffet die Bestände wieder aufgefüllt. :pardon:



      …..... wird fortgesetzt.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)

    • Neu


      Samstag der 6.Oktober 2018



      Die Nacht war sehr ruhig, es hat kaum geschaukelt. Ich werde kurz nach 6:00 Uhr wach und bin schließlich kurz vor 7:00 Uhr an Deck. Für 7:30 Uhr ist die Einfahrt in den Limfjord geplant, also habe ich noch genügend Zeit für einen Rundgang durch das Schiff. In dieser frühen „Blauen Stunde“ ist dort noch alles schön leer und ich kann in Ruhe Bilder machen.



      Auf dem letzten Bild kann man unseren Tisch und davor meine „Laufstrecke :locomotive: “ bei der Welle vor Ebeltoft sehen. Weitere Bilder sind bereits im Wiki .
      Irgendwie sind wir aber wohl sehr schnell unterwegs. Als ich um 7:10 Uhr wieder aufs Deck komme, haben wir die Einfahrt des Limfjordes bereits passiert.



      Direkt hinter der Einfahrt liegen auf unserer Steuerbordseite die beiden großen dänischen Eisbrecher ISBJÖRN und DANBJÖRN friedlich nebeneinander. Noch haben sie Sommerpause. Während sich achtern ein schöner Sonnenaufgang ankündigt, werden wir von einer Drohne verfolgt.



      Um 8:00 Uhr wird es Zeit für das Frühstück. Wenig später bin ich bereits wieder an Deck. Im Sonnenaufgang sehen sogar die Industrieanlagen, die es hier reichlich gibt, romantisch aus. Dann ist auch schon Aalborg voraus zu sehen. Wir werden von der alten KYSTEN begrüßt, mit der wir ja später auch noch einen Ausflug machen.



      In einem großen Bogen zieht die NORDSTJERNEN an den Kai, der direkt vor dem großen Schloss Aalborghus liegt. Etwas verwundert sind wir dann, als wenige Meter entfernt drei Nackte (zwei Männer und eine Frau) vom Kai ins Wasser springen :search: . Darüber hat sich dann wohl auch die Robbe gewundert, die etwas entfernt von unserem Schiff ruhig ihre Kreise zieht.



      Da es noch eine gute Dreiviertelstunde Zeit ist, bis wir uns für die Fahrt mit der Kysten treffen, will ich eine erste kleine Runde drehen. Zuerst gehe ich hinüber zu dem alten Eisbrecher ELBJÖRN, der wenige Meter hinter uns am Kai liegt. Auf dessen Achterdeck befindet sich mittlerweile eine Bar mit Palmen :fie: . Gleich gegenüber ist ein Basketball mit einem hohen Netz umspannt. Ich bin etwas verwundert über die unzähligen Bhs und Höschen, die hier hängen. Später erfahre ich, dies sei eine Aktion zur Bekämpfung des Brustkrebses, die gerade hier läuft.



      Auch das große Zelt, welches mitten in der Stadt steht und mit rosafarbenen Luftballons geschmückt ist, gehört zu dieser Aktion. Ich drehe noch eine kleine Runde durch die Innenstadt, bevor ich mich rechtzeitig wieder am Schiff einfinde. Am Eingang des ISPS-Bereiches um unser Schiff wird hier inzwischen laute Swingmusik gespielt.



      Unsere Gruppe, die erste der beiden Gruppen für die Fahrt, geht die wenigen Meter bis vor die NORDSTJERNEN. Hier kommt auch schon bald die KYSTEN und legt an. Jeder sucht sich seinen Platz auf dem Deck des kleinen Schiffes und wir legen wieder ab. Zurück bleibt ein einsamer, winkender Micha auf dem Kai.



      Zuerst fahren wir nun an unserem Schiff und dann an dem alten Eisbrecher vorbei. Unsere kleine KYSTEN kann dann unter der Brücke durchfahren, ohne dass diese aufgeklappt werden muss, wie wir es zuvor schon sehen konnten.



      Bei der Eisenbahnbrücke dahinter sieht dies schon anders aus, sie ist erheblich niedriger. An Backbord können wir jetzt einen großen Jachthafen sehen. Gleich dahinter ragt der Turm eines U-Bootes hervor, ein Museumshafen wie wir hören. Wir fahren noch bis zu einem großen Schwimmbad am Ufer, bevor wir wenden.



      Nun fahren auch wir in den Jachthafen und drehen hier eine Runde. Neben zwei großen modernen Segeljachten, die der dänischen Marine gehören, liegen hier viele Segel- und Motorschiffe. Auch eine kleine Werft hat hier Platz gefunden. Vor der Brücke sehen wir ein großes Gebäude, welches sich schon etwas nach vorn geneigt hat. Dieses frühere Behördengebäude beherbert inzwischen ein Hotel. man ist sich allerdings nicht sicher, ob es sich noch weiter neigt, da es auf sumpfigem Gelände gebaut ist.



      Anschließend fahren wir wieder durch die beiden Brücken und auch die große Autobrücke öffnet diesmal, da hinter uns noch ein weiteres Schiff hindurchfährt. Wir drehen nun nach Backbord ab und fahren zu der dort liegenden BARKENTINE LOA. Die LOA wurde 1922 als APHRODITE gebaut und Anfang der 2000er Jahre gekauft, restauriert und hier nach Aalborg gebracht. Heute führt die LOA Segeltörns durch, bei denen auch Gäste mitreisen können.
      Gleich davor fallen uns einige Sonderlinge auf. Unter welche Schiffskategorie diese allerdings fallen, kann ich wirklich nicht sagen :hmm: .



      Wir drehen nun noch eine kleine Runde und fahren dann an der gegenüberliegenden Seite langsam wieder hoch zum Anlegeplatz. Hier wartet schon die zweite Gruppe auf ihre Rundfahrt. Wir verabschieden die zweite Gruppe noch und gehen zurück zur NORDSTJERNEN. Hier wartet bald schon das Mittagsbuffet auf uns.



      Gleich nach Mittag beginne ich meinen zweiten, längeren Rundgang durch Aalborg. Zuerst schaue ich mir jetzt das Schloss Aalborghus an. Dann führt mich mein Weg in die Stadtmitte. Inzwischen sind viel mehr Leute unterwegs, kein Wunder ist doch heute Samstag und jeder will wohl noch seine Einkäufe tätigen.



      Insgesamt macht Aalborg einen netten Eindruck, wenn man auch immer wieder neben schönen alten Häusern moderne Bauten sieht, Banken, Kaufhäuser oder sonstige gewerbliche Häuser. Dadurch fehlt der Stadt ein wenig der harmonische Gesamteindruck.



      Eine sehr schöne Ecke ist allerdings an der Vor Frue Kirke. Hier verläuft die Peder Barkes Gade, eine kleine Gasse mit schönen kleinen Häusern. Von hier aus gelange ich schließlich wieder zurück zum Schiff und beende meinen Rundgang.



      Schon vor der Reise hatte ich bei Margit angefragt, ob ich eine Maschinenraumbesichtigung bekommen könnte. Diese sollte aber exklusiv sein, da ich Bilder fürs Wiki brauchte. So wartet auf dem Schiff auch schon der Chief auf mich und ich bekomme eine Einzelführung durch den Maschinenraum. Die passenden Erklärungen dazu gibt mir der freundliche Chief nur allzu gerne :good3: . Er ist auch ganz stolz, als ich auf die absolute Sauberkeit hier hinweise, die ich so nicht wirklich erwartet habe.
      Weiter Bilder dazu finden sich bereits im Wiki .



      Anschließend schaue ich mir weitere Bereiche des Schiffes genau an. Auf der Brücke sind gerade zwei der Offiziere. Ich frage sie, ob ich hier Bilder der Brücke machen darf. Sie willigen sofort ein und lassen mich dann sogar alleine auf der Brücke :laugh1: . So kann ich auch hier viele Bilder machen, die sich inzwischen auch schon im Wiki finden.



      Den Rest des Nachmittags verbringe ich in der Lounge achtern. Hier treffen nach und nach auch die Mitreisenden ein. Unsere Hoffnung inzwischen ein leckeres Bier zu uns nehmen zu können, wird leider enttäuscht. Gerade erst trifft der Nachschub ein, der nun erst gekühlt werden muss. Das Carlsberg zu trinken ist so schon eine Herausforderung, aber warm :bad: ?



      So gehe ich bis zum Abendessen immer wieder aufs Achterdeck, um die Robbe, die schon den ganzen Tag immer wieder neben dem Schiff auftaucht zu sehen. Zuerst fällt mir und Karsten allerdings eine im Wasser treibende große Qualle auf.
      Meine Geduld zahlt sich nun aber das eine ums andere Mal aus und die Robbe lässt sich immer wieder sehen. Manchmal keine zehn Meter entfernt von der NORDSTJERNEN. Was wieder mal beweist, dass auch Robben wissen was noch ein richtiges Schiff ist.

      Zum Abendessen gibt es dann endlich wieder Bier … äh Carlsberg, na ja in der Not ….. :pardon: .
      Pünktlich um 21 Uhr verlassen wir Aalborg wieder und machen uns auf den Weg nach Helsingør, unserem nächsten Ziel.

      Noch geraume Zeit sitzen wir gemütlich achtern zusammen, bzw. stehen an Deck. Leider setzt nun langsam auch Regen ein, was mich dann veranlasst meine Koje aufzusuchen.

      ….... wird fortgesetzt.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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      Übrigens, beim Kaffee muss ich Karsten widersprechen. So schlimm fand ich den jetzt auch nicht. Jedenfalls habe ich den morgens immer für gut befunden. :thumbup:
      Gruß Jobo,

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