Allein unterwegs nach Schweden

    • 2018
    • Vielen Dank für deine schönen Herbst-Impressionen.

      Es sieht so aus, als hättest du noch viele schöne jahreszeitlich passende Farben vorgefunden - von den Rot- und Gelbtönen bis hin zum Grün ;)

      :sdanke: :sdafuer: dass du uns daran teilhaben lässt :thumbup:

      Viele Grüße
      Noschwefi
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • @POLO
      Danke für die zauberhaften Fotos der Natur. Besonders fasziniert hat mich Bild Nr. 98, aber dann auch die Bilder der Stromschnellen Nr. 101, 103, und 104.Hast du die mit Stativ gemacht oder konntest du die Kamera irgendwo aufsetzen, denn du mußtest ja sicher eine längere Belichtungszeit wählen , um den milchigen Charakter des Wassers zu bekommen.
      Gerne verfolge ich die Beschreibung deiner Wanderungen, weil mir solche inzwischen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich sind, vielleicht noch kurze Stücke auf den Plankenwegen.
      Ich freue mich auf die Fortsetzung. :)
      Liebe Grüße von Trollebo

    • @Noschwefi
      Du hast recht, es gab so viel gelb und rot und grün. Übrigens nochmal recht herzlichen Dank für die guten Tipps vom Anfang meiner Reise, sie sind bei mir für einen weiteren Besuch gespeichert. Da schwebt mir so manches vor meinem inneren Auge.

      @Trollebo
      Nein, ich habe kein Stativ gehabt und nicht aufgesetzt, ich habe mit 1/30 fotografiert, das Objektiv hat einen Bildstabilisator. Für dein anderes Lieblingsbild stelle ich die gerne noch weitere vom selben Motiv ein:

      Freitag, 21.9.
      Meine Tage hier im Nationalpark Abisko sind viel zu schnell vorbeigegangen, am Morgen heißt es nach dem Frühstück Koffer packen und Zimmer räumen, Koffer im Gepäckraum unterstellen, mein Laptop gebe ich bei der Rezeption in Obhut, Fotorucksack kommt auf meinen Rücken und dann marschiere ich noch mal los zum Fågelkullen und laufe noch durch das im Sommer gesperrte Vogelschutzgebiet. Dabei begleitet mich immer wieder ein schöner Regenbogen, der sich über das ganze Mündungsdelta des Abiskojaure spannt.




      Bei diesem Anblick verspreche ich mir selbst: Wenn es irgendwie möglich ist, komme ich wieder.

      Nach dem späten Mittagessen (es gibt Rentiergulasch mit Kartoffelstampf und Preiselbeeren) hole ich meinen Laptop aus der Rezeption und schreibe an meinem Tagebuch weiter, gegen 16 Uhr hole ich mein Gepäck, verpacke noch etliches, nur meine Stiefel passen nicht mehr in den Koffer (dabei habe ich doch gar nichts mehr gekauft...) und mache mich dann auf den Weg zur Bahnstation. Pünktlich auf die Minute kommt mein Zug nach Stockholm, ich finde auch gleich meinen Platz, muss allerdings einen älteren Mann vertreiben, der gerne meinen Tisch gehabt hätte. Aber da ich den Platz für die nächsten 18 Stunden gebucht habe, bestehe ich darauf. Übrigens meint in Kiruna ein Mann mit seiner sechsköpfigen Familie, dass dieses Abteil seines sei, aber der Schaffner weist ihm seine richtigen Plätze zu. Allerdings ist die Nacht mit dem Kleinkind, das immer mal weint, wesentlich unruhiger als bei der Herfahrt. Und besonders schlimm wird es gegen ein Uhr, als in Umea eine Gruppe betrunkener Jugendlicher zusteigt, die entsprechend Lärm machen und die gerade eingeschlafenen Kinder wecken. Glücklicherweise verlassen die Störenfriede nach eineinhalb Stunden den Zug. Fazit: das nächste Mal so frühzeitig buchen, dass ich noch ein unteres Bett im Schlafwagen bekomme oder 1. Klasse buchen. Oder Ohrenstöpsel mitnehmen.


      Gegen 10 Uhr am Samstag werde ich von unserer Bekannten beim Stockholmer Zentralbahnhof freudig begrüßt und gleich hinaus nach Stenhamra, das auf einer Insel hinter Drottningholm im Mälaren liegt, gefahren. Das Wetter: sonnig, aber stürmisch.

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    • Unsere lieben Freunde haben mir in ihrem Haus einen netten Empfang gegeben, indem sie mich zum Lunch eingeladen haben. Damit haben sie mir die Rückkehr in das Häuschen erleichtert, in dem Roland und ich schon siebenmal einige Zeit verbracht haben, im letzten Jahr sogar mit der ganzen Familie. Trotzdem ist es für mich ein besonderer Moment, verbunden mit einer großen Traurigkeit. Beim achten Mal bin ich also allein. Gut, dass ich Kontakt mit Zuhause habe.



      Sonntag, 23.09.
      Nach dem Frühstück in meinem Häuschen mit dem besonderen Blick auf den Mälaren



      fahre ich mit dem Bus bis zur Station Brommaplan und dann mit der U-Bahn weiter nach Gamlastan. Ich möchte am 11-Uhr-Gottesdienst in der Deutschen Kirche teilnehmen. Ein Chor aus der Nähe von Göteborg umrahmt den Gottesdienst. Es tut gut, die Lieder singen zu können, die wir sonst auch im Gottesdienst in unserer Gemeinde singen.

      Nach dem Gottesdienst schlendere ich noch durch die Gassen,



      in einem urigen Kellerlokal esse ich ein Räker-Omelett

      und gehe schließlich noch in den Dom beim königlichen Schloss.





      Hier zünde ich eine Kerze für Roland an.

      Doch dann zieht es mich zurück in das Häuschen am Mälaren.



      Mit Lesen, Stricken und schwedischem Fernsehen verbringe ich den restlichen Nachmittag und den Abend.


      Montag, 24.09.
      Kurz vor 5 Uhr werde ich wach, weil der Vollmond in mein Zimmer scheint. Na, wenn ich schon wach bin, dann kann ich auch kurz mal aufstehen und den Monduntergang fotografieren!

      Doch anschließend lege ich mich nochmal für zwei Stunden hin.
    • Ich bin sehr begeistert von deinem Bericht und den besonders schönen Bildern. Außerdem habe ich eine große Hochachtung vor deinem Mut und deiner Kraft diese Reise allein gemacht zu haben. Das finde ich ganz großartig. Sicher hast du schwere Momente gehabt, aber trotzdem konntest du die Reise genießen. Das ist wirklich sehr schön. Und danke, dass du uns mitnimmst auf die vielen Wanderungen und uns diese tollen Bilder sehen lässt!
      Viele Grüße Antonia :) :) :)






    • @POLO
      herzlichen Dank für die wunderschönen Fotos. Bei der Wanderung beame ich mich gedanklich fast neben dich. Wunderschön!
      Was gute Freunde einem doch bedeuten können, gerade wie in deiner Situation!
      Stockholm ist auch immer mal wieder einen Ausflug wert.
      In der Deutschen Kirche hatte ich vor 35 Jahren ein besonderes Erlebnis: Wir waren von unserem Campinplatz am Hjälmaren für einen Tag nach Stockholm gefahren, auch zur Deutschen Kirche und dort war ein Anschlag über ein anstehendes Orgelkonzert: Und der angekündigte Organist war mein ehemaliger Orgellehrer aus dem Ruhrgebiet. Leider konnten wir das Konzert aus zeitlichen Gründen nicht besuchen. Aber so etwas vergißt man nicht.
      Ich hoffe und wünsche dir, daß diese erste? Reise ohne deinen Mann in gemeinsam erlebte Landschaften eine überwundene Schwelle zu weiterem Erleben bedeutet.
      Ich freue mich auf die Fortsetzung deiner Reiseschreibung. :)
      Liebe Grüße von Trollebo

    • Neu

      Weiter geht es, diesmal einfach auf touristischen Pfaden in Stockholm.

      Nach dem Frühstück fahre ich wieder mit Bus und U-Bahn in die Innenstadt. Ich möchte heute an der Bootsfahrt "Unter den Brücken Stockholms" teilnehmen. Vor etwa 20 Jahren haben wir diese Fahrt schon einmal mit unseren Kindern gemacht. Startpunkt ist am Strömkajen in der Nähe des Grand Hotels. Es folgt eine Fahrt vorbei am königlichen Schloss

      unter der Skeppsholmbrua hindurch zum Nybrokajen, wo weitere Gäste aufgenommen werden.



      Leider geht diese Tour jetzt nicht mehr wie früher weiter durch den Djurgardsbrunnviken, da muss man eine Extratour buchen... Ich dachte, dass wir nun über Slussen in den Mälaren fahren würden, aber weit gefehlt. Slussen ist gerade eine Großbaustelle, wo alle Verkehrsstränge neu geordnet werden. So geht es am VikingLine-Terminal auf Södermalm vorbei in den Hammerby-Hamnen mit der modernen Hammarby-Sjöstad.


      Schließlich fahren wir durch die Schleuse unter der Skanstullsbron in den Mälaren hinein, umrunden Essinge und fahren zum Stadhuset und dann wieder zurück. Natürlich fahren wir unter etlichen Brücken durch, die sind aber weit oben.



      Der Audioguide gibt manch interessante Informationen zum Thema Leben der Stockholmer, wobei mir manches zu stark aufgetragen ist (wie toll die Schweden doch sind usw.) Ich mag Schweden und seine Bewohner, aber da trieft es schon manchmal aus dem Kopfhörer, so dass ich ihn auch mal zur Seite lege und nur die Aussicht genieße. Der Ausflug zieht sich, weil wir erstens die gleiche Strecke zurück fahren (früher war das meines Wissens eine Rundfahrt) und dann müssen wir lange vor der Schleuse warten, um wieder in die Ostsee zurück zu fahren. Ein Gutes hat der Rückweg: ich kann die andere Seite genauer betrachten.



      So sehe ich auch die mir immer wieder bekannten Motive von Gröna Lund und AF Chapman, einem Jugendherbergsschiff, wo wir vor 30 Jahren so gerne mit unseren Kindern übernachten wollten, aber keinen Platz bekommen haben. Schließlich kommen wir wieder am Strömkajen an.


      Ich bummle noch ein wenig durch die Einkaufsstraßen, esse einen Hamburger und kaufe für Cajsa noch eine schöne Zimmerhortensie, bevor es von T-Centralen mit U-Bahn und Bus zurück in das Häuschen geht. Und Cajsa kommt noch zu mir runter, um mit mir Qwirkle zu spielen. Dieses Spiel haben wir ihr vor vier Jahren geschenkt, sie mag es sehr gern und sie hat mir in Emails schon angedroht, dass sie mich schlagen wird. Doch heute gelingt es ihr (noch) nicht.
      Später melden sich Ulrike und die kleine Leonie per WhatsApp-Video und ich zeige Leonie die große Schlampermaus, die ich ihr gestern in Gamla-Stan gekauft habe. Von jetzt an will sie immer "Mama-Oma und die Maus" sehen... (Den kleinen Affen hat übrigens der kleine Maximilian bekommen)



      Hier noch ein Abendbild vom Haus unserer Freunde, davor steht meine schnuckelige Hütte.