Hurtigruten-Pfingstreiste (+ Kopenhagen): 18.5.-25.5.18 mit MS Trollfjord

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    • Hurtigruten-Pfingstreiste (+ Kopenhagen): 18.5.-25.5.18 mit MS Trollfjord

      Hallo zusammen, etwa einen Monat nach dem Ende unserer Pfingstreise mit der Trollfjord komme ich nun endlich mal dazu, für euch den Bericht zu erstellen. Gerade die Auswahl der Bilder dauert bei mir immer etwas (zu) lange :whistling: Aber hey, besser spät als nie ^^

      Wie es zur Reise kam:
      Ich arbeite an einer Schule, daher kommen für (Hurtigruten-) Reisen immer nur die Ferienzeiträume in Frage. Mir war also schon lange klar, dass ich den Wunsch einer HR-Reise im Wonnemonat Mai erst in ca. 45 Jahren als rüstige Rentnerin würde verwirklichen können. Doch dann wurde auf einer Konferenz bekanntgegeben, dass wir in NRW 2018 zum ersten Mal seit 50 Jahren eine Woche Pfingstferien haben würden. Da machte ich mir erstmals gewisse Gedanken... Ich ließ diese bei meiner Mutter und HR-Reisebegleiterin anklingen, doch zunächst wurde abgewehrt: Ja, wäre schön, aber da kann meine Schwester bestimmt nicht, und die nächste Reise sollte doch mit ihr stattfinden! Die Pläne ruhten also zunächst, die Gedanken nicht wirklich.
      Irgendwann im Spätsommer dann eine weitere Erkenntnis, ein weiteres Argument: Ich habe in den Pfingstferien Geburtstag! Mit dem neuen Argument probierte ich es nochmal. Die Chance auf einen so besonderen Geburtstag kann meine Mutter mir doch nicht abschlagen, oder? Und tatsächlich weichte sie erstmals ein Stückchen auf: "Najaaa, das ist ja schon toll...... wir können ja mal gucken, welches Schiff überhaupt führe." Man muss hier wissen, dass meine Mutter ob ihrer nicht wirklich vorhanden Seefestigkeit nur auf den 3 großen Schiffen fährt. Zwei Minuten Recherche, und Bingo: am 19.5. legt die MS Trollfjord (das Lieblingsschiff meiner Mutter) südgehend in Kirkenes ab. Und Argument Nr. 3 ließ sich damit schnell errechnen: Damit wären wir an meinem Geburtstag im Raftsund (unserem Lieblingsabschnitt) - mit Glück sogar mit der Trollfjrod im Trollfjord! :love: Damit war die Entscheidung gefallen und Planung sowie bald darauf Buchung liefen an.

      Und folgendes waren die Planungsergebnisse:

      Fr., 18.5.: Abends Flug nach Oslo und Übernachtung am Flughafen (Vorschlag von HR, die die Organisation von An- und Abreise übernahmen).
      Sa., 19.5.: Flug nach Kirkenes und Bezug unserer Kabine an Bord der MS Trollfjord. Ankunft bis Bergen am 24.5.
      Do., 24.5.: Ankunft in Bergen . HR buchte uns einen Rückflug über Kopenhagen nach Düsseldorf. Da wir aber kein so abruptes Ende der Reise wollten, fragten wir, ob es möglich wäre die Teilstrecke Kopenhagen-DUS auf den nächsten Tag zu schieben. Und tatsächlich, das war (solange im Zeitfenster von 24h blieb) ohne zusätzliche Kosten möglich. Also: Flug von Bergen nach Kopenhagen, Übernachtung im Hotel nahe des Zentrums.
      Fr., 25.5.: Erkundung Kopenhagens, am frühen Abend Rückflug nach Düsseldorf.

      Und hier fängt die Geschichte an:

      Tag 0: Fr., 18.5.18: Düsseldorf - Oslo

      Die Koffer sind seit gestern Nachmittag schon weitgehend gepackt, nach der Schule geht es für mich direkt zu meinem Elternhaus und von dort aus abends gemeinsam mit meiner Mutter zum Flughafen Düsseldorf.

      Im Flugzeug sitzen wir mittig-links. Dieser Platz zahlt sich aus: Während des Fluges klaren die Wolken auf, links aus dem Fenster kann man die Küstenlinie und dann einen fantastischen orangen Sonnenuntergang über dem Meer sehen. Irgendwann werden dann aus dem Meer eher Fjorde, und wir gehen zum Landeanflug über. Dabei machen wir noch eine grandiose Linkskurve, die uns tolle Aussichten aus dem Fenster auf das von der untergehenden Sonne in warmes Licht getauchte Land und ruhige, an Spiegelungen reiche Gewässer ermöglicht. Wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

      Nach der Landung sind wir beide total happy (O-Ton meiner Mutter: „War das ein toller Flug!“ - das will was heißen bei ihr!). In Gardermoen holen wir das Gepäck ab, gehen aus dem Terminalgebäude raus und sehen auf der anderen Straßenseite schon unser Hotel, das Radisson Blu Airport. 10 Minuten später sind wir auf unserem Zimmer, schicken eine kurze Statusmeldung nach Hause und schlafen dann gegen 23 Uhr in gemütlichen Betten schnell ein.

      Tag 1: Sa., 19.5.18: Oslo - Kirkenes - Vardø - Båtsfjord [- kein Berlevåg ]
      Wir stehen (unnötig) früh auf, nutzen das richtig tolle Frühstücksbuffet im Hotel und sind dann frühzeitig wieder im Flughafengebäude, bereit nach Kirkenes zu fliegen. Diesmal sitzen wir rechts und es folgt wieder ein schöner Flug mit vielen netten Ausblicken.

      Erst gegen Ende der Flugzeit zieht der Himmel zu. Doch beim Landeanflug auf Kirkenes wartet ein besonderes Erlebnis: Wir sehen die Trollfjord im Hafen liegen :love:

      Per Bustransfer geht es nun zum Hurtigrutenanleger. Wir stellen das Gepäck am Kai ab, orientieren uns erstmal wieder an Bord und gehen als erste Amtshandlung zum Mittagessen. Dann statten wir noch dem Shop am Kai einen Besuch ab (kaufen aber nichts), beziehen unsere Kabine (die 629) und verfolgen anschließend die Ausfahrt von Deck 6 vorne.

      Nach dem Auslaufen (zu dem wir zu unserem Bedauern nicht tuteten!) bleiben wir draußen, bis es Zeit ist für die Sicherheitseinweisung durch unseren Reiseleiter Hans und Marie, die Leiterin des Expeditionsteams. Wir sind nämlich, unwissentlich, auf einer Themenreise ("Natur und Kultur Norwegens") gelandet. Hiernach gehen wir wieder raus aufs Umlaufdeck. Das Wetter wechselt immer mal, meist ist auf einer Seite des Schiffs Sonnenschein, während es auf der anderen Seite sehr trüb ist.

      Vardø besticht mit schön türkisem Wasser, die Vögel auf der Vogelinsel sind nicht zu überhören. Wir marschieren mit dem Expeditionsteam zum Hexenmonument Steilneset, auf dem Weg kommen wir auch an der Festung Vardøhus vorbei, die uns aber ob der geringen Größe und bunten Häuser eher an eine Spielzeugfestung erinnert.

      Einige Zeit nach dem Auslaufen sehen wir, wie es über Vardø zu regnen beginnt. Der Blick nach hinten zeigt schöne Wolken-Licht-Spiele, wir fahren auf einen Streifen blauen Himmels zu.

      Nach dem Abendessen geht es wieder raus, wir legen bei schönem Wetter in Båtsfjord an.

      Nach dem Auslaufen ziehen Wolken am Horizont auf, der Wind wird immer stärker – zu stark um noch in Berlevåg einlaufen zu können, der Hafen wird ausgelassen.

      22 Uhr treffen wir die MS Kong Harald. Eine Durchsage fordert zur Teilnahme an der Vinkekonkurranse auf Deck 9 auf, wir bleiben aber auf Deck 6.

      Danach ist es Zeit sich hinzulegen. Es schwankt noch immer stark, irgendwann in der Nacht rutscht daher die Kamera vom Tisch. Wir müssen uns offensichtlich noch darauf einrichten, mal wieder an Bord eines Schiffes zu sein.

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    • @Teti
      Endlich wieder ein HR-Reisebericht. Wunderschöne Flug-Bilder. Und mit euren Zwischenübernachtungen habt ihr bestimmt viel Stress aus der Kurzreise genommen.
      Ich freue mich auf die Fortsetzung, die ich unterwegs auf Reisen lesen muß, aber dank WLAN geht das ja gut.
      Nächstes Jahr sind wir auch im Mai auf einer HR- Reise, dann unsere vierte.
      Liebe Grüße von Trollebo

    • Hihi, danke für die Antwort - da kann ich wieder weiterschreiben und kann mich so von der Arbeit ablenken ;)

      Die Fotos sind übrigens komplett unbearbeitet, da mein Laptop gerade den Geist aufgegeben hat und der meiner Mutter dafür einfach zu alt und schwach auf dem Lüfter ist. Das führt auch dazu, dass ihr in den Genuss der schiefen Horizonte kommt - irgendwie war meine Unfähigkeit, den Horizont gerade zu kriegen, auf dieser Reise ein immer wiederkehrendes Mysterium X/

      Tag 2: So., 20.5.18: Havøysund - Hammerfest - Øksfjord - Skjervøy
      (Anmerkung vorab: Ich muss leider für diesen Tag an Fotos sparen - zwischen ihnen und den späteren abwägend musste ich sie leider aus der Auswahl kicken. Dafür gibt es zu den Tagen 3 und insbesondere 4 und 5 dann mehr!)

      Wir stehen 7:30 Uhr auf, 8:15 Uhr steht das Treffen mit der MS Lofoten an. Schnell die Klamotten angezogen, dann geht es raus um das Einlaufen in Havøysund zu beobachten. Dabei scheint die Sonne, und obwohl wir nur einen kurzen Stopp von 15 Minuten haben, regnet es im Hafen ein wenig. Nach dem Auslaufen scheint dann wieder Sonne. Das Treffen mit der Lofoten erfolgt entsprechend bei tollem Sonnenschein unter dem Windpark.

      Danach ziehen wir in der Kabine zwei Lagen Kleidung aus und gehen zum Frühstück. Anschließend bleiben wir bis Hammerfest draußen, meist stehen wir seitlich, wo es etwas windgeschützt ist. Der Wind ist weiterhin stark, die Temperatur liegt zwischen 6 und 9 Grad. In Hammerfest gehen wir dann zunächst in Richtung des Zick-Zack-Weges, beschließen aber nicht rauf zu wollen, sondern setzen uns für ein paar Minuten auf eine Bank. Dann geht es zurück zum Hafen, kurz in einen Narvesen (wir suchen nach einem bestimmten schwarzen Trollaufkleber für unsere Autos, werden aber auf der gesamten Fahrt nicht fündig) und schauen einmal in den Eisbärenclub hinein. Während wir drinnen sind tutet das Schiff und wir geben Fersengeld, nur um dann auf das Auslaufen noch 10 Minuten zu warten.

      Die Ausfahrt aus dem Hafen beobachten wir dann von Deck 9 aus, sobald wir aus dem Hafen heraus sind beginnt es zu regnen. Die Tropfen fühlen sich durch den starken Wind an wie Hagelkörner, daher fliehen wir uns zum Mittagessen.
      Danach gehen wir nochmal für ca. 30 Minuten raus, dann ziehe ich gegen 13:45 Uhr in den Panoramasalon, während meine Mutter sich ob des momentan doch recht starken Schwankens in die Kabine begibt.

      Vor dem Einlaufen in Øksfjord sind wir wieder draußen, genießen trotz des Windes die schönen hohen Berge rings um uns herum und beobachten das Anlegemanöver.

      Nach dem Auslaufen gibt es beeindruckende Wolken-Licht-Formationen am Himmel zu bestaunen. Bis kurz vor 18 Uhr bleiben wir draußen, dann geht es zum Abendessen. Das Anlegemanöver in Skjervøy beobachten wir entsprechend aus dem Restaurant, erst gegen 19:30 Uhr sind wir wieder draußen, um die Fahrt durch den Lyngenfjord von Deck 6 vorne zu beobachten.

      Dabei kommen wir am kleinen Ort Hamnes vorbei, wo gefühlt alle 5 Einwohner am Kai stehen, uns zuwinken und sogar zwei Leuchtraketen abfeuern.

      Wir bleiben noch bis zur abendlichen Schiffsbegegnung gegen 21 Uhr draußen.

      Auf dem Tagesbefehl ist die MS Spitsbergen angekündigt, meine MarineRadar-App kündigt hingegen die MS Midnatsol an. Es kommt – unser Schwesterschiff.

      Vor lauter Wind kann ich die Kamera kaum halten, da haben wir uns die warme Koje im Anschluss redlich verdient.

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    • Weiter geht's:

      Tag 3: Mo., 21.5.18: Harstad - Risøyhamn - Sortland - Stokmarknes - Svolvær - Stamsund


      Der Wecker schellt so, dass wir pünktlich zum Einlaufen in Harstad und damit der Schiffsbegegnung mit der MS Nordlys auf dem Umlaufdeck sind. Wie schon an den letzten zwei Tagen ist wieder bedeckt, aber man kann ihr noch ziemlich lange hinterherschauen.

      Wir drehen eine Runde durch Harstad , wobei wir uns ziemlich über eine Telefonzelle im Londoner Stil amüsieren, die inmitten einer riiiiiiiesigen Pfütze steht - und somit völlig unzugänglich ist.

      Die Ausfahrt aus Harstad verfolgen wir diesmal von Deck 9. Eine Weile nachdem die Trondenes Kirke an uns vorbeigezogen ist gehen wir frühstücken,


      um dann zur Durchfahrt der Risøyrenna mit ihrem heute intensiv-türkisen Wasser wieder draußen zu sein.


      Beim Anlegen in Risøyhamn braucht unsere blonde Tauwerferin, über die wir uns beim Anlegen an so manchem Hafen amüsiert haben, wieder drei Versuche, bis sie weit genug wirft, damit der Mitarbeiter am Hafen das Tau annehmen kann. Dann werden flott so viele Säcke Blumenerde wie in 15 Minuten nur irgend möglich an Bord geschafft.

      Am Hafen steht außerdem eine Frau mit norwegischer Flagge und knallgelbem Regencape – wie wir später herausfinden, ist sie eine Bekanntschaft eines norwegischen Ehepaares, dessen Bekanntschaft ich im weiteren Verlauf des Tages und meine Mutter am nächsten Tag machen würde.

      Angesichts des trüben Wetters verabschieden wir uns nach der Durchfahrt unter der Brücke für eine Weile in unsere Kabine. Als wir unter der Brücke bei Sortland herfahren sind wir gerade auf unserer Kabine und machen uns fürs Mittagessen fertig, also machen wir auf dem Weg zum Restaurant einen kurzen Abstecher aufs Umlaufdeck für ein Foto.

      Erst zur Einfahrt in Stokmarknes sind wir wieder draußen. Dort machen wir einen Landgang, gehen an der alten MS Finnmarken vorbei und laufen auf die Brücke, um die Trollfjord von dort aus zu fotografieren.


      Nach dem Auslaufen aus Stokmarknes sichern wir uns für den Raftsund schon mal unsere Plätze vorne auf Deck 6. Gut so, denn nachdem Hans die Ansage macht, dass wir gleich durch den Raftsund fahren, wird es voll. Die Wolken hängen extrem tief und wir sind zufrieden mit unserer Entscheidung, die Seeadlersafari nicht gebucht zu haben.

      Als das Seeadlerboot kommt, folgt der einzige Seeadler des Tages.

      Wir hätten uns zwar sicher nicht über etwas Sonnenschein beschwert, aber die tiefhängenden Wolken bieten auch einige tolle Ansichten.

      Vor dem Trollfjord kommt eine Ansage, dass wir gleich in die Mündung des Trollfjords einfahren, entsprechend wird es noch viel voller an Deck, die Menschen stehen in mehreren Reihen gedrängt. Da wir aber ja schon länger dort standen, haben wir unsere Plätze in der ersten Reihe sicher.

      Als wir die Nase reinstecken, sind wir darauf gefasst gleich zum Stehen zu kommen und wieder rauszufahren. Vor uns sind kleine Motorboote im Wasser, aber wir fahren einfach auf sie zu – das Recht des Stärkeren? Dann kommt uns auch das Seeadlerboot entgegen. „Jetzt müssen wir umdrehen“, denke ich enttäuscht. Aber das Seeadlerboot fährt an den Rand des Fjordes und wir fahren tatsächlich dran vorbei. Damit ist klar: Wir fahren wirklich komplett in den Trollfjord <3 danke für dieses tolle Geburtstagsgeschenk, Kapitän Ulvøy!

      Es wird ein unglaublich schönes Erlebnis, der Fjord ist so schmal, dass man glaubt die Wände fast berühren zu können. Hinten angekommen machen wir dann eine laaaaangsame Drehung, ein Wasserfall plätschert, die Fotoapparate klicken. Kaum jemand redet, obwohl die Menschen in drei Reihen stehen. Die Ausfahrt filme ich per Handykamera, die ich einfach auf die Reling vor mir stelle, mache zeitgleich weiter Fotos und genieße einfach die Erfahrung. Ich kann es noch immer nicht fassen, dass das Handy nicht abgestürzt, sondern nur mehrmals in seiner Hülle etwas runtergerutscht ist; um es festzuhalten hatte ich leider keine Hand mehr frei, da die Kamera beide Hände beansprucht. Nur 2-3 Minuten nach der Ausfahrt sind wir vorne wieder fast alleine. Endlich. Wir bleiben noch etwa 10 Minuten draußen, dann beschließen auch wir uns aufwärmen zu gehen.

      ... Für den Rest des Tages brauche ich wegen der beschränkten Anzahl an Bildern pro Beitrag noch einen weiteren Post.
    • Fortsetzung Tag 3

      In Svolvær wollen wir uns eigentlich einer Wanderung des Expeditionsteams zu einem ca. 2 Kilometer entfernten Aussichtspunkt anschließen, leider hat aber keine von uns darauf geachtet wo sich das Team trifft. Da wir es nicht finden oder verpasst haben, machen wir uns auf eigene Faust auf. Mit dem vagen Vorhaben vielleicht zu den Klippfisk-Gestellen zu laufen, gehen wir über den Markt, dann über die erste Brücke, die wir finden. Doch wir stellen bald fest, dass wir auf einer kleinen „Hotelinsel“ gelandet sind von der aus es nicht weitergeht.

      Also gehen wir zurück. Die eigentliche Brücke ist uns zu weit entfernt, also gehen wir stattdessen durch die Stadt, bis wir zu einem kleinen Park mit weißem Pavillon kommen und links eine klapprige Eisentreppe sehen. Diese erklimmen wir (wir wollten ja zu einem Aussichtspunkt!) und gehen über einen kleinen Pfad zur Kirche, fotografieren das Weltkriegsdenkmal und machen uns dann wieder auf den Weg zum Markt und zum Schiff. Vor diesem stehend schaue ich am Thon Hotel nach oben, und frage mich, ob meine kurzsichtigen Augen mir einen Streich spielen: "Bitte sag mir, dass das kein Stockfisch ist!?" - aber das kann meine Mutter mir nicht ohne zu lügen sagen, denn unter den Treppen der oberen Etagen des Hotels hängt tatsächlich überall Stockfisch :wacko: Da wundert uns der starke Geruch im Hafenbereich nicht mehr.
      Im relativ leeren Restaurant gibt es das Abendessen (heute ausnahmsweise als Buffet, daher laufe ich auch keine Gefahr von der Crew mit einem Ständchen überfallen zu werden), anschließend statten wir kurz der Kabine einen Besuch ab, und dann ist es schon Zeit zur Abfahrt. Kurz nach der Ausfahrt aus Svolvær (die Fischersfrau winkt uns auf Wiedersehen hinterher, und auch die Geita lässt sich kurz blicken)

      treffen wir die MS Nordkapp.


      Recht bald nach dem Treffen mit der Nordkapp verabschiedet sich meine Mutter ins Bett - aus Müdigkeit und weil es zu schaukeln beginnt. Ich bleibe aber draußen. Zunächst bleibt es bei den tiefhängenden Wolken, die die Lofotenberge teilweise wie rauchende Vulkane aussehen lassen.

      Dann klart es endlich ein wenig auf und ich kann mich nicht von der Lichtstimmung hinter den Lofotenbergen losreißen. Zuerst stehe ich an der Seite, fotografiere und genieße, dann wandere ich nach vorne, wo ich lange Zeit alleine den hübschen Ausblick genießen kann.


      Während wir in Stamsund anlegen, schickt unsere Hundesitterin ein Foto von unserem schlummernden Hund. Meine knappe Antwort: „<3 Wie das Frauchen, so der Hund ;).“
      In Stamsund liegen wir bei sehr friedlicher Stimmung mit Möwengekreische und Windstille.


      Ich bleibe draußen bis sich das Land links und rechts verabschiedet und der Vestfjord überquert wird. Angesichts des leicht aufgeklarten Wetters am späten Abend hoffe ich beim zu Bett gehen auf eine Wetterbesserung am kommenden Tag.
    • @Teti auch ich freue mich über deinen Bericht mit den wunderschönen Bildern. Von diesen gefallen mir die 43 und 48 sehr,sehr gut - so mystisch mit den tiefhängenden Wolken - einfach Klasse


      Teti schrieb:


      Im relativ leeren Restaurant gibt es das Abendessen (heute ausnahmsweise als Buffet, daher laufe ich auch keine Gefahr von der Crew mit einem Ständchen überfallen zu werden),


      Und genau wegen diesem Ständchen habe ich unsere Reise für nächstes Jahr gebucht - ich möchte das nämlich sehr gerne bekommen. Mir gefällt die Lebensfreude die das Lied ausstrahlt :blush:
      Grüße aus dem Rheinland

      Berichte sind in meinem Profil

    • Das kann ich auch gut verstehen! Ich habe vor der Reise immer hin- und hergeschwankt zwischen "So ein süßes Lied und einprägsames Erlebnis" (yay!) und "Oha, so viel Aufmerksamkeit" (nay!). Daher haben wir beschlossen es einfach drauf ankommen zu lassen, es also weder zu "bestellen" noch "abzubestellen" - mit dem Buffet hatte sich das dann aber ja erledigt. Ich hätte es aber so oder so genommen wie es gekommen wäre :)

      Tag 4: Di., 22.5.18: Nesna - Sandnessjøen - Brønnøysund - Rørvik


      Um 7:30 Uhr klingelt der Wecker, jetzt heißt es: schnell duschen, denn um 8:10 Uhr steht ein Treffen mit der MS Finnmarken an.
      Draußen drehen wir eine Runde, dann kommt sie schon um die Ecke. Meine Mutter filmt das Treffen, ich fotografiere und renne nach hinten um der Finni noch hinterherzufotografieren.

      Danach gibt es erstmal eine Runde Frühstück. Währenddessen moppert meine Mutter ein wenig über das Wetter. O-Ton: „Ich möchte auch mal T-Shirt-Feeling. … Ich meine, ich habe ja ein T-Shirt an, aber darunter zwei Unterhemden und ein Top, und drüber nen Pullover, eine Fleecejacke und den dicken Mantel.“ :whistling:
      Um 8:55 Uhr kommt die Durchsage: Um kurz nach 9 Uhr fahren wir wegen des guten Wetters eine besondere Route an der Handelsstation Selsøyvik entlang. Da ist keine Zeit mehr für einen zweiten Tee, rauf gehts auf Deck 9, wo Hans uns die Handelsstation zeigt, und verfolgen von hier aus die Polarkreisüberquerung. Das Wetter ist grau(selig) und leicht regnerisch, der Globus daher gerade so, Hestmannen gar nicht sichtbar.

      Bei der Polarkreiszeremonie gibt es keine Löffel, also für uns auch keinen Lebertran. Immerhin tanzen Hans und Marie lustig zu norwegischer Volksmusik und verbreiten so gute Stimmung soweit es nur möglich ist.
      Auf dem Weg zurück nach drinnen läuft jemand vor uns, den meine Mutter schon am ersten Tag als Forumsmitglied erkannt zu haben meinte. Auf vorsichtige Nachfragen wird der Verdacht bestätigt, wir haben einen HSL an Bord :8o: Wir unterhalten uns kurz und laufen uns auch auf dem Rest der Reise immer mal wieder über den Weg. @HSL: Du warst eine sehr sympathische Reisebegleitung :thumbup:

      Wir gehen nun in den Panoramasalon um dort Fotos zu sichern und zu sichten. Währenddessen laufen wir in Nesna ein und wieder aus. Das Wetter ist immer noch sehr grau, die Sicht schlecht. Nach Nesna hellt es ein wenig auf.

      Als wir gerade anfangen zu Mittag zu essen, laufen wir in Sandnessjøen ein.
      Vor dem Auslaufen gehen wir aufs Panoramadeck, um kurz nach der Ausfahrt Hans' Vortrag zu den Sieben Schwestern zu lauschen. Leider sind aber die Hauptdarstellerinnen heute verreist – oder aber sie verstecken sich hinter den tiefhängenden Wolken, wer weiß? Jedenfalls sind sie nicht zu sehen.

      Stattdessen gibt es aber was anderes zu sehen: Einen blauen Himmelsstreifen auf Steuerbord.Und dieser wird größer! Wo die Wolken aufreißen wird das schwarze Wasser plöztlich blau :8o:

      Immer größer wird der blaue Streifen am Himmel, bis schließlich der ganze Himmel blau ist und die Sonne so auf uns herabstrahlt, dass wir ein paar Lagen Kleidung ablegen, die Sonnenbrille aufsetzen und sogar Sonnencreme auftragen. Unnötig zu sagen, dass wir die Volkstanzaufführung angesichts dieses Wetterchens auslassen und stattdessen bis Brønnøysund draußen bleiben.

      Dort gehen wir mit als erste von Bord, weil wir eine Wanderung mit dem Expeditionsteam gebucht haben (für sagenhafte 900 Kronen, derzeit etwa 100 Euro…). Insgesamt wandern 8 Passagiere mit 2 Expeditionsteamsmitgliedern, Marie, Expeditionsleitung und Vivi, Meeresbiologin. Als wir an einem schönen See (bzw. kleinen Fjord, wie uns Marie erzählt) anhalten, sind wir ziemlich fertig, denn das Tempo ist eher ein Gewaltmarsch denn eine Wanderung. Aber es lohnt sich, denn da wir, wie Marie sagt, „a fast group“ sind, sehen und erfahren wir auf dieser Wanderung viel: Vom ersten Halt aus geht es um den See herum zu Brønnøysunds Fußballplatz unter dem Wikingerfunde erhalten sind. Ein Stück weiter dann ein etwas interessanterer Halt, nämlich an zwei Felsenhöhlen, in denen frühe Wikinger lebten. Wir kraxeln in die Höhlen hinein um uns ein besseres Bild machen zu können, schießen ein Gruppenfoto und Marie zeigt uns noch ein besonderes Moos, das von den Bären als Unterlage für ihren Winterschlaf genutzt wird, weil es so weich ist.

      Weiter geht es zunächst an einer Straße entlang, dann durch kleinere Pfade im Grünen zu einem Aussichtsstand mit einer Mini-Sprungschanze für die Kinder. Von dort aus können wir den Torghatten und einen weiteren kleinen Fjord sehen. Als wir gerade dort oben stehen, tutet die Trollfjord plötzlich und ein anderes Schiff antwortet – nanu? Wir schauen in Richtung Hafen und sehen ein anderes Hurtigrutenschiff an der Trollfjord vorbeifahren. Es ist die MS Spitsbergen. Was sie dort zu suchen hat, weiß keiner der Anwesenden ?(
      Vom Hochstand aus geht es weiter über kleine Pfade zu dem kleinen Fjord, den wir von dort aus gesehen haben. Das Wasser ist herrlich klar und auch dieser Fjordarm gewährt einen schönen Blick in Richtung Torghatten .

      Nun geht es ein kleines Stück zurück, dann laufen wir über eine Wiese und kommen an einem Freiluft-Fitnessstudio aus – hier sind Fitnessgeräte unter freiem Himmel und zur freien Verfügbarkeit aufgebaut. Tolle Idee!

      Von hier aus machen wir uns auf den Weg zurück in die Stadt, an einem Kindergarten vorbei zur Kirche. Eine Besonderheit dieser wirklich kleinen Kirche sind ihre zwei Orgeln, was ganz besondere Konzerte ermöglicht.

      Und da wir so schnell sind, schaffen wir es auch noch durch den alten Stadtkern zu laufen, der den wachsenden (Hurtigruten-) Schiffen zum Opfer fiel: Der alte Kai war irgendwann zu klein um die großen Schiffe aufzunehmen, sodass ein neuer Kai gebaut wurde und ein neues Stadtzentrum entstand. An einem kleinen Motorboot-/Yachthafen entlang (im Hintergrund sieht man noch immer die MS Spitsbergen)

      geht es nun langsam aber sicher zurück Richtung Schiff. An einer Brücke sehen wir noch Schmuck vom Nationalfeiertag und bewundern das klare Wasser im Hafenbecken, in welchem zudem ein Seeigel liegt. Wir kommen schließlich am geografischen Mittelpunkt Norwegens (von Süd nach Nord gemessen) an und erfahren, dass hier alle Zentralregister für das gesamte Land geführt werden: es gibt Register für Einwohner, Autos, Finanzen….Außerdem können wir von hier aus auch ein paar nette Bilder der MS Trollfjord schießen.

      Und nun geht es wirklich zurück zum Schiff, Zeit für ein Eis bleibt leider nicht mehr: Fünf Minuten vor Abfahrt sind wir wieder an Bord. Uff! Das 5-Gänge-Menü zum Abendessen haben wir uns mit diesem Gewaltmarsch redlich verdient!

      Wir fackeln gar nicht lang und fahren direkt wieder auf Deck 9 hoch, von wo aus wir die Ausfahrt verfolgen.

      Ein Stück hinter der Brücke wechseln wir dann auf Deck 6 vorne, um von dort aus das Loch im Torghatten zu bewundern.

      Als es Zeit zum Abendessen ist sind wir etwas unwillig, bei dem schönen Wetter reinzugehen. Aber hungern wollen wir auch nicht, außerdem gibt es heute das große Abschiedsdinner und schließlich können wir danach ja wieder rausgehen. Gut dass wir hingegangen sind, die Crew hat anlässlich der Themenreise extra ein Abschiedslied gedichtet und gesungen (ja, sogar performt!). dieses haben wir auch (auf Hans' Aufforderung hin) gefilmt, aber ich bin nicht sicher ob ich das hochladen darf, immerhin sind viele Menschen darauf zu sehen. Daher lasse ich es lieber, bevor es Ärger gibt...

      Nach dem Abendessen geht es direkt wieder raus - bis Rørvik bleiben wir draußen. Kurz nachdem wir angelegt haben kommt die Polarlys unter der Brücke hervor, posiert dort vorbildlich für ein paar Fotos und legt dann am Kai hinter uns an.

      Gegenseitige Schiffsbesuche sind leider aus nicht näher erläuterten Gründen verboten. Also machen wir einen kleinen Spaziergang durch Rørvik – die Möwenstadt, wie wir sie angesichts der tausenden auf den alten Häusern nistenden und kreischenden Möwen taufen.

      Als wir gerade in Richtung Hurtigrutenkai zurückschlendern hören wir, dass an Bord eine Durchsage gemacht wird – nanu? Wir haben doch eigentlich noch eine halbe Stunde? Jetzt werden wir flott – nicht dass die Abfahrtszeit geändert wurde? Keine von uns hat beim Verlassen des Schiffes auf die Anzeige geschaut. Aber nein, dort angekommen stellen wir fest, dass die Abfahrtszeit weiterhin bei 21:30 Uhr liegt. Also laufen wir noch einmal zu einem kleinen Kiosk, weil wir noch nach Troll-Autoaufklebern suchen, werden aber nicht fündig und kehren zum Schiff zurück. Wir schauen der Polarlys nach, die ablegt

      und schließlich von der Sonne beleuchtet verschwindet, dann legen auch wir ab.


      ... Fortsetzung im nächsten Post, für den Abend brauche ich noch ein paar mehr Bilder :thumbup:

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    • Ich weiß,dass das Ständchen "gebucht" werden muss- habe ich ja 2013 für GöGa selbst veranlasst ;) . Und habe auch schon mit Konsequenzen "gedroht" falls er es "vergisst" für mich zu ordern.
      Aber zurück zum Beitrag: die Wanderung in Brønnoysund hört sich interessant an. Könnte auf meine Liste kommen. Aaaaber: Brønnoysund ohne Eis?? Da muss ich noch überlegen :)
      Grüße aus dem Rheinland

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    • @Kauderwelsch: du könntest ja das alte Stadtzentrum auslassen, das fanden wir beide nicht soooo spannend. Und schon wäre Zeit für Eis :D Hätten wir nicht so einen nervösen Kapitän gehabt, der immer schon deutlich vor der Abfahrt getutet hat (und vereinzelt sogar vor der Abfahrtszeit abgelegt hat!), hätten wir es vllt. sogar noch riskiert uns noch flott ein Eis zu bestellen. Aber so? Feige ist feige und sicher ist sicher :D

      Fortsetzung Tag 4

      Das Sonnendeck ist nach dem Auslaufen aus Rørvik wieder unsere Wahl bis wir die Brücke passiert haben,

      dann wechseln wir auf Deck 6 um von dort aus den herrlichen Sonnenuntergang zu beobachten. Wir bleiben bis etwa 23 Uhr draußen, dann verschwindet die Sonne hinter einer Wolkenschicht.

      Wer hätte gedacht, dass der Tag nach dem regnerischen Anfang so schön werden würde?!


      Tag 5: Mi., 23.5.18: Trondheim - Kristiansund - Molde


      Als ich gegen 3:40 Uhr einmal aufwache und den obligatorischen Blick aus dem Fenster werfe, sehe ich die Ankündigung des Sonnenaufgangs. Kurzerhand ziehe ich die Jacke über den Schlafanzug und stiefele raus nach Deck 6 um ein paar Fotos zu machen.

      Es stellt sich bald heraus, dass die Himmelsfarben immer hübscher und die Beine immer kälter werden, also geht es nochmal zurück in die Kabine um mich etwas wärmer anzuziehen und dann den Sonnenaufgang zu dokumentieren und genießen.

      Nach etwa einer Dreiviertelstunde sinke ich wieder in die Koje.


      ... und ich habe schon wieder das Fotolimit pro Beitrag (nahezu) erreicht, also geht es wieder im nächsten Post weiter.

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    • @Bine :
      eeeeigentlich war es garnicht so kalt, im Norden lagen die Temperaturen meist irgendwo zwischen 6 und 10 Grad. Was aber schweinekalt war, war der Wind, und der wehte nicht zu knapp. Wir waren ja meist auf Deck 6 unterwegs, häufig standen wir gleich vorne in einer der "Einbuchtungen", also nach vorne schauend, aber eben nicht in der Mitte, sondern vorne links oder vorne rechts, weil man da den Wind (bei entsprechender Kleidung eben) ertragen konnte. Es war immer herrlich mitanzusehen, wie die Mitreisenden an einem vorbeistolperten, wenn sie von einer Schiffsseite zur anderen gehen wollten - sie kamen immer lachend an einem vorbeigerannt, weil der Wind so heftig war, dass man ungewollt immer schneller wurde. Ging man nach vorne in die Mitte oder vorne um die Ecke zum "Seitengang" musste man sich schonmal festhalten, wenn man einfach nur stehen wollte.
      Die Aufzählung meiner Mutter beim Frühstück war aber leicht ironisch und keine akkurate Beschreibung der Ausrüstung. Ich (kein Frierpitter) hatte meist obenrum ein T-Shirt, (recht dicke) Fleecejacke und dicke, winddichte Outdoorjacke, auf am Kopf einen Schal und 2 Mützen, und untenrum 2 Thermostrumpfhosen und eine eher dünne Hose an, meine Mutter untenrum eine, obenrum 2 Lagen mehr :D
      Nach der Wetteränderung (also ab dem Brønnøysund-Tag) war es dann sowieso wärmer, da hab ich aber nicht mehr so oft auf das Thermometer geschaut und wir haben auch dünnere Sachen angehabt. Ich hatte dann eine Strumpfhose, darüber phasenweise nur noch eine kurze Hose, ein T-shirt und nen dünnen Fleecepulli an, in Bergen habe ich letzteren auch noch ausgezogen. Da hatten wir geschätzt um die 20, vllt. sogar mehr Grad.

      Fortsetzung Tag 5
      Der Wecker klingelt wieder um 7:00 Uhr, wir liegen bereits in Trondheim . Meine Mutter ist schnell wach, für mich ist das Aufstehen jetzt brutal. Aber wat mutt dat mutt. Ab zum Frühstücken ins Restaurant. Wir sitzen an einem Tisch mit einem norwegischen Ehepaar, die Steffi vom Raftsund wiedererkennen, wo sie ein Foto von ihnen geschossen hat. Wir unterhalten uns nett auf Englisch, die beiden berichten von ihren Hurtigrutenreisen und wir sprechen über die norwegische Sprache.

      Anschließend gehen wir an Land. Der ursprüngliche Plan, endlich mal auf der Vesterålen herumzuklettern, wird aber durchkreuzt: Als wir ankündigen wir seien „på besøk“ werden wir gefragt ob wir „kommer fra MS Trollfjord?“. Als wir das bejahen bricht ein Schwall Norwegisch über uns herein aus dem meine Mutter immerhin ein „dessverre“ heraushört: „leider“. Mauuuuu! Schon wieder kein Besuch. Wir frgen uns, ob wir irgendwelche Krankheitserreger bei uns an Bord haben, weil uns immer der Zugang zu den anderen Schiffen verwehrt wird...
      Naja, wir versuchen nicht allzu traurig zu sein und drehen eine Runde durch Trondheim : Zuerst halten wir auf die Spitzen des Doms zu, kommen an Stiftsgården und dem Torget vorbei, der momentan eine einzige, riesige Baustelle ist, und gelangen schließlich zum Dom.

      Dort setzen wir uns fünf Minuten hin und genießen die Domfassade bei Sonnenschein. Dann geht es weiter, einmal um den Dom herum zum Erzbischofspalast, am Friedhof hinter dem Dom vorbei und zur alten Stadtbrücke.

      Von dort aus geht es parallel zur Nidelva zurück zum Hurtigrutenkai.


      Zurück am Schiff bezieht meine Mutter Position auf Deck 9, ich nutze die 40 Minuten bis zur Abfahrt um in Ruhe zu duschen. Kurz vor der Abfahrt bin ich dann (in kurzer Hose – aber darunter noch immer: Thermostrumpfhose) auch oben auf dem Sonnendeck.

      Und dieses macht seinem Namen an diesem Tag alle Ehre.

      Dort bleiben wir bis zum Mittagessen, zu dem wir nur widerwillig gehen. Nach demselben kehren wir direkt wieder auf Deck 9 zurück und wären dort wohl den ganzen Tag geblieben, hätte die Crew nicht gegen Mittag beschlossen das Deck zu streichen. Der Terpentingestank wird uns irgendwann zu viel, sodass wir nach Deck 6 backbord ziehen. Wir stellen uns zwei Stühle an die Reling und genießen die Sonne, bis sie irgendwann so über dem Schiff steht, dass wir im Schatten sitzen. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir uns aber (trotz Sonnencreme) einen guten Sonnenbrand im Gesicht geholt. Da nur noch vorne Sonne und die Luft ohne diese doch ziemlich kalt ist, stellen wir uns nach vorne und verfolgen von dort aus die Einfahrt nach Kristiansund .

      Dort gehen wir von Bord und spazieren etwas durch die Stadt, die uns gut gefällt.


      7 Minuten vor Abfahrt schmeißen wir die Maschinen an, 5 Minuten vor der geplanten Abfahrtszeit fahren wir ab – bei Kapitän Ulvøy sollte man wirklich nicht auf eine Rückkehr in letzter Minute spekulieren.
      Wir probieren mal, ob man es auf Deck 9 nun wieder aushalten kann – und ja, man kann. Der Terpentingestank ist jetzt, wo die Crew nicht mehr arbeitet, verflogen, allerdings ist die Backbordseite des Sonnendecks noch immer abgesperrt. Was soll’s, die andere Hälfte reicht uns, um die Ausfahrt zu verfolgen

      und danach noch eine Weile in der Sonne zu sitzen.

      Viel zu schnell ist es dann Zeit für das letzte Dinner an Bord und wir feilschen um jede Minute; um 17:55 Uhr geht es für uns los in Richtung Kabine, um 18:01 Uhr sind wir im Restaurant. Alle drei Gänge des Abendessens sind hervorragend, besonders der Käsekuchen mit Erdbeersoße zum Dessert – am liebsten hätten wir die Teller abgeleckt. Es war ein traditionelles norwegisches Weihnachtsessen. Die Norwegerin hatte beim Frühstück erzählt, dass der Konditor an Bord einen Preis für seine Kreationen erhalten hat – zu Recht!

      Wir beeilen uns trotzdem mit dem Essen, denn um 19:30 Uhr steht die Begegnung mit der Richard With an, deren quakendes Ententyphoon wir auf keinen Fall verpassen wollen. Daher liegt die ganze Zeit Steffis Handy mit aktivierter Marinetraffic-App auf dem Tisch, auf der wir verfolgen, wie die Schiffe sich aufeinander zubewegen. Wir schaffen es aber locker, ca. 15 Minuten vor der Begegnung sind wir draußen auf Deck 6. Es geht ein sehr kalter Wind, aber die Landschaft mit den Romsdals-Alpen im Hintergrund ist wieder sehr hübsch anzuschauen, auch wenn eine Erdgasanlage sie teilweise verschändelt. Meine Mutter filmt die Schiffsbegegnung , ihr Gekicher über das Gequake des (von uns wirklich herzlich geliebten!) Entenschiffchens ist auf dem Film verewigt :/ :D .


      Wegen des kalten Windes ziehen wir nun rein, die Einfahrt nach Molde verpassen wir daher leider. Wir gehen aber als erste von Bord und drehen eine Runde durch die Stadt. Für uns ist es der erste Spaziergang durch die Stadt der Rosen. Was soll man sagen – Molde ist ein wunderschönes Städtchen. Überall sind schöne Blumenbeete gepflanzt und immer wieder sieht man zwischen den Gebäuden die Romsdals-Alpen hervorlugen, die selbst jetzt noch mit Schnee bepudert sind.

      Das Panorama derselben, das man vom Wasser (oder: vom Schiff) aus sehen kann, ist atemberaubend schön. Nach unserer Rückkehr aufs Schiff genießen wir dieses, wiederum von Deck 9 aus, in vollen Zügen.



      ... Fortsetzung im nächsten Post, ihr ahnt schon - da gab wieder einen Sonnenuntergang, der mehr Bilder braucht als ich hier noch posten darf :whistling:
    • Dann mache ich das doch :thumbsup:

      Fortsetzung Tag 5
      Meine Mutter filmt die Abfahrt, ich fotografiere fleißig. Es wird fast stressig, weil man nicht weiß, wo sich die schönste Aussicht bietet – backbord und nach hinten liegen die Romsdals-Alpen, Steuerbord zuerst das Hotel mit der Spiegelung, anschließend die untergehende Sonne. Vorn herrliche Farbenspiele am Himmel, farblich „auslaufende“ Berge. Als die Romdsdals-Alpen langsam aber sicher hinter uns liegen wechsle ich auf Deck 6 um den Ausblick nach vorn besser fotografieren zu können,

      meine Mutter folgt bald und dort bleiben wir bis 23:30 Uhr um den herrlichen Sonnenuntergang auf der einen und die wunderschön warm angestrahlten Berge auf der anderen Seite zu bewundern.

      Voraus steht auch noch der Mond am Himmel – was für ein herrlicher letzter Abend an Bord!



      Tag 6: Do., 24.5.18: Florø - Bergen - Kopenhagen

      Wecker ist auf 7:45 Uhr gestellt, pünktlich zum Einlaufen in Florø . Das Kofferpacken dauert dann aber doch bis zum Auslaufen aus Florø (die Mitbringsel aus dem Bordshop wollen erstmal untergebracht werden). Wir beschließen noch nicht rauszugehen, da es ohnehin noch zugezogen ist und stattdessen noch einmal gemütlich zu frühstücken. Das Restaurant ist ziemlich voll, also fragen wir einen alleinsitzenden Herrn, ob wir uns zu ihm setzen dürften. Es stellt sich heraus, dass er ein norwegischer Berufsschullehrer ist, der mit seinen Schülern, die im Touristikbereich tätig sind, auf Tour ist. Wir unterhalten uns mit ihm auf Norwegisch, er ist sehr bemüht langsam und verständlich zu sprechen und gemeinsam schaffen wir es, alles zu verstehen und verständlich (wenn auch bestimmt nicht richtig) zu antworten *stolz* Irgendwann gesellt sich noch ein älteres deutsches Ehepaar zu uns, wie sich herausstellt ist auch die Frau eine (inzwischen pensionierte) Lehrerin. Von hier an läuft das Gespräch dreisprachig, jeder spricht die Sprache auf der er gerade ausdrücken kann was er will und erhält – mit hoher Wahrscheinlichkeit – eine Antwort auf einer anderen Sprache.

      Anschließend bringen die bereits gepackten Koffer zum Aufzug und geben dann die 629 zum Reinigen frei. Wir ziehen zunächst auf Deck 9, doch da die Sonne hinter tiefhängenden Wolken versteckt ist und ein kalter Wind weht,

      wird uns bald zu kalt und wir wechseln in den Panoramasalon. Als es etwas zu schwanken beginnt wechseln wir in die Bar, von wo aus wir auch die Fahrt durch den Steinsund verfolgen. Noch immer dominieren tiefhängende Wolken den Himmel.
      Eine Durchsage kündigt eine Überraschung an: 13 Uhr findet ein Grieg-Konzert in der Bar auf Deck 8 statt. Das bedeutet, dass wir vorher gegessen haben müssen, woran uns Hans auch erinnert. Noch haben wir einfach keinen Hunger, also warten wir noch ein wenig. Als wir schließlich auf Deck 5 ankommen, sind die Türen der vollbesetzten Saga Hall geschlossen und die Schlange reicht bis zum Bordshop. Da wir nur noch eine Dreiviertelstunde bis zum Konzert haben, bestellen wir uns stattdessen Pizza in der Cafeteria. Ihre Zubereitung dauert dann aber doch etwas, sodass wir froh sind, als Hans ankündigt das Konzert müsse um eine halbe Stunde verschoben werden.

      Das Konzert ist sehr schön, eine Sängerin, ein Sänger und ein Pianist der Oper in Oslo präsentieren verschiedene Lieder von Grieg. Hinter ihnen zieht am Fenster die Landschaft vorbei. Leider gehört zu dieser Landschaft aber auch die Askøy-Brücke, sodass wir das letzte Tuten des Typhoons bei der Einfahrt nach Bergen nur von drinnen hören ;( .


      Kurz bevor wir anlegen sind wir dann aber doch draußen, schießen noch ein paar Bilder des Hafens, in dem drei dicke Kreuzfahrtschiffe liegen, und beobachten das Ablegemanöver eines unserer Rettungsboote. Am Ufer sonnen sich die Bergenser, einige springen sogar ins Wasser!

      Als wir anlegen, drehen wir noch einmal eine Runde über die Decks 9 und 6, bevor es schließlich Zeit ist von Bord zu gehen, nicht ohne dem Kapitän noch einmal für die Tour zu danken ;( .

      Wir holen unsere Koffer und machen uns dann zu Fuß auf in Richtung Bryggen .

      Meine Mutter kauft am Vågen noch ein Paket Brynost. Ein Blick auf die Uhr zeigt leider, dass es schon 15:20 Uhr ist, und für einen Trip mit der Beffen oder einen Bummel durch Bryggen ist leider schon keine Zeit mehr. Wir nehmen stattdessen den nächsten Flybus zum Flughafen Bergen . Im Bus treffen wir noch einmal das norwegische Ehepaar, mit dem wir einmal gegessen haben. Um kurz nach 18 Uhr startet unser Flug nach Kopenhagen, auch diesmal spielt das Wetter wieder mit und es gibt viel zu schauen. Wir sitzen rechts, was bedeutet, dass wir leider keine schönen Bilder von der Trollfjord mehr schießen können, aber immerhin die Sonne über dem Meer und den Lysefjord sehen können.


      In Kopenhagen angekommen sammeln wir unser Gepäck ein, besorgen uns einen 24h-Citypass für den ÖPNV am Automaten im Terminal und fahren zu unserem Hotel, dem Cabinn Scandinavia, wo unser Zimmer kleiner ist als auf der Hurtigrute. Aber für eine Nacht sollte es genügen.


      Sooo, einen Tag hamwa noch :)
    • Teti schrieb:

      häufig standen wir gleich vorne in einer der "Einbuchtungen", also nach vorne schauend,

      Das ist auch unser Lieblingsplatz :rolleyes: :saint:

      Teti schrieb:

      den herrlichen Sonnenuntergang auf der einen und die wunderschön warm angestrahlten Berge auf der anderen Seite zu bewundern.

      Wunderschöne Bilder. :girl_sigh:

      Teti schrieb:

      bestellen wir uns stattdessen Pizza in der Cafeteria.

      Die hab ich mir im März auch bestellt und fand die sehr lecker :good3: :essen:
      Nordlicht :flower: