Wie viele Pinguine muss man fotografieren? – Eine unvergessliche Reise ins Eis mit MS Fram

    • Antarktis
    • cetraria schrieb:

      zwischen 6 und 7 Uhr


      cetraria schrieb:

      Frühstück von 7-9 Uhr


      cetraria schrieb:

      Um 9 Uhr ist dann der erste Vortrag


      cetraria schrieb:

      dauert es nicht lange und unsere Bootgruppe wird aufgerufen


      cetraria schrieb:

      Um 11:30 Uhr


      cetraria schrieb:

      Mittagessen


      cetraria schrieb:

      Um 14:30 geht es weiter mit einem Vortrag


      cetraria schrieb:

      sicher noch 2 interessante Vorträge diesen Nachmittag


      cetraria schrieb:

      Bis 16 Uhr dürfen wir uns entschieden


      cetraria schrieb:

      wir sind für die 2. Sitzung um 20:00 eingeteilt


      cetraria schrieb:

      Um 21:30 wird noch die Mode aus dem Bordshop von Kapitän, Offizieren und Expeditionsteam präsentiert.


      Meine Güte, dagegen ist es auf Arbeit ja erholsam - man sollte die Reisenden bei einem so strammen Programm glatt bezahlen, statt sie zahlen zu lasssen :mosking:

      Wirklich ein zauberhafter Bericht, liebe Sandra, mach' weiter so! :locomotive:
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • :laugh1: :laugh1: :laugh1:

      Der stramme "Fahrplan" begann ja schon in Buenos Aires um 2:00 Uhr morgens :sleeping: :wacko1: :gutenmorgen:
      Erholungsurlaub sieht definitiv anders aus :fie: ​, aber der Erlebnisfaktor ist auch nicht so hoch auf einem Liegestuhl am Strand :pardon:
      :gr-blume: Sandra

      2011 NO * 2012 NN * 2012 LO * 2013 LO * 2014 2x LO * 2015 VA * 2016 2x NX * 2018 Fram, NX, LO
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    • Also als dann die Anlandungen starteten artete es auf unserer Reise wirklich in (schönen) Stress aus - wir mussten manchmal richtig planen wann wir zum Essen Zeit hatten.
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

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    • cetraria schrieb:

      heiße Schokolade und Wasser im Bistro.
      Hoffentlich funktioniert das mit der heißen Schokolade auch noch in 10 Wochen. Als wir das letzte Mal auf der MS Fram waren, funktionierte die Maschine leider nicht.
      Vielen Dank für die Bilder von dem wunderschönen Schiff :love: Da steigt meine Vorfreude auf unsere Reise im April gleich noch mehr :rolleyes:
      Gruß JKmuc
    • Arctica schrieb:

      wir mussten manchmal richtig planen wann wir zum Essen Zeit hatten.

      Das kommt mir bekannt vor. Was bei uns noch dazu kam, war die strategische Suche nach den richtigen Tischnachbarn. Einmal haben wir nach einem kleinen Teller Vorspeise das Restaurant verlassen und kamen später nochmal :negative:
      So, aber ihr wollt ja Pinguine...

      4.1.2018 – Drake Passage & Elephant Island Teil 1


      Da ich mir irgendwann nicht vorwerfen möchte, dass ich einfach nur zu faul war um einen Albatros zu sehen, stehe ich um 6 Uhr auf. Bewaffnet mit einer heißen Tasse Tee wie im Tagesprogramm empfohlen gehe ich achtern auf Deck 7. Aber wie das so ist mit dem Wurm, sieht man heute hier nur einige Kapsturmvögel.

      Viel aufregender finde ich den ersten Eisberg in der Ferne.

      Mein lieber Mann überrascht mich und bringt mir ein Croissant. Einige Minuten später zieht eine Gruppe Wale vorbei. Dazu muss ich sagen, dass ich bei allen Reisen in Norwegen Wale nie so nah gesehen habe und bin total aus dem Häuschen. Der frühe Vogel hat sich gelohnt!

      Nach dem Frühstück findet um 9 Uhr das obligatorische IAATO Briefing statt. Wir lernen wie wir uns gegenüber den Tieren zu verhalten haben, vor allem wie viel Abstand einzuhalten ist. Außerdem hören wir ein bisschen etwas über die Pläne der nächsten Tage.

      Ich überlege, ob ich nicht noch ein bisschen schlafen soll, entscheide mich dann aber doch für den besten Vortrag der ganzen Reise. David Fletcher erzählt die Geschichte von Shackelton und der Endurance als wäre er selbst dabei gewesen. Er hat fast 50 Jahre Antarktis-Erfahrung, auch einige Überwinterungen und man merkt, dass er vom gesamten Expeditionsteam extrem geschätzt wird.

      Danach ist schon wieder Zeit für Mittagessen und gut, dass wir das so früh erledigen. Um 13 Uhr passieren wir den nächsten Eisberg und man sieht bereits die Küste von Elephant Island. Und dann wartet auch schon das Empfangskomittee, 2 Zügelpinguine, auf einer kleinen Eisscholle – die ersten frei lebenden Pinguine, die ich sehe. Dann auch noch zu sehen wie sie neben dem Schiff schwimmen und springen ist unglaublich schön. Auch Wale zeigen sich wieder, während wir uns der Insel langsam nähern.

      Gegen 14:45, viel früher als geplant, erreicht MS Fram Point Wild und parkt direkt vor dem Furness Gletscher. Unter dem Commando von Frank Wild haben an dieser Stelle 22 Männer der Shackelton Expedition über 4 Monate lang überlebt, während Shackelton Hilfe holte. Die Männer haben unter einem umgedrehten Rettungsboot der Endurance gelebt und alle überlebten diese Zeit. Die dort errichtete Büste ehrt den chilenischen Kapitän Pardo, der gemeinsam mit Shackelton die Männer rettete.
      Wir werden heute also definitv noch die Fram für einen kleinen Ausflug verlassen können. Das Expeditionsteam kommt allerdings zum Ergebnis, dass eine Anlandung wegen des Eises nicht möglich ist, stattdessen machen wir Polarzirkelboot-Cruising.
      :gr-blume: Sandra

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    • @Arctica Das kann ich absolut nachvollziehen, aber jetzt hab ich das Problem, dass ich unbedingt wieder in die Antarktis möchte :girl_sigh:

      4.1.2018 – Drake Passage & Elephant Island Teil 2

      Gegen 17 Uhr ist dann auch unsere Bootsgruppe an der Reihe.Bei uns im Boot ist die Bordfotografin als Vertreterin des Expeditionsteams. Sie erzählt uns, dass ein Seeleopard gesichtet worden ist und dass wir die Augen offen halten sollen. Und dann erleben wir die harte Realität der Natur. Der Seeleopard taucht mit Pinguin im Maul auf, ein wilder blutiger Kampf, den der Pinguin nicht überleben wird. Die Bordfotografin ist jedenfalls total aus dem Häuschen und spricht von einem National Geographic-Moment.


      Zurück an Bord schälen wir uns wieder aus den diversen Schichten. Eigentlich bin ich hungrig, aber etwas appetitlos nach diesen vielen Eindrücken. Da gerade die Sonne heraus kommt, genießen wir die Zeit und das Licht an Deck.

      Dann lässt sich das Abendessen auch besser genießen. Da wir früher als geplant am Point Wild angekommen sind, müssen wir abends noch „nachsitzen“. Es gibt die obligatorischen Briefings für alle die sich für Kayaking und Polarzirkelboot-Cruising angemeldet haben. Zwischendurch muss ich aber das schöne Licht draußen noch einfangen.
      :gr-blume: Sandra

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    • cetraria schrieb:

      aber jetzt hab ich das Problem, dass ich unbedingt wieder in die Antarktis möchte

      Ja - ich ging auch sofort wieder, fürchte allerdings dass wir nach einer Woche Sonnenschein enttäuscht wären, so ein Glück kann man fast nicht zweimal haben. Nach unserer Reise kam im TV eine Doku über die gleiche Reise, die waren praktisch eine Woche im dichten Nebel. Und dann kommt ja noch die finanzielle Seite, so eine Reise zahlt sich nicht aus dem Portokässchen... :whistling:
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    • @Arctica Jepp, wir hatten auch tolles Wetter und es ist fraglich, ob sich das so toppen lässt. Wir hatten jemanden an Bord, der schon 8x da war und das erste Mal so ein Wetterchen hatte. Ich muss gestehen, dass ich deinen Reisebericht von 2011 im Vorfeld nicht gelesen habe, da ich mich komplett überraschen lassen wollte. Ich hole das gerade nach und da habe ich doch glatt etwas vergessen zu erwähnen.

      Am 4.1. müssen wir auch die Kleidung und Rucksäcke absaugen, die wir an Land mitbringen möchten. Allerdings wird nicht kontrolliert, ob das auch jeder macht. Ich finde das einen großen Vertrauensbeweis an die Passagiere. Ich bezweifle allerdings, dass jedem bewusst ist, dass es hier um den Schutz der Antarktis geht.

      Dann habe ich noch vergessen die Rettungswesten zu erwähnen. Es sind neue schwarze Modelle, die sehr einfach angelegt werden können. Sie sind sehr leicht und nicht mehr so dick wie die roten. Vor jedem Verlassen des Schiffes mit dem Boot zieht man die Weste erst auf Deck 2 vorm Tenderpit an und legt sie dort danach auch wieder in einem Gitterwagen ab. Früher hatte man die Westen wohl in der Kabine. Ich hätte auch lieber immer die gleiche Weste gehabt, denn so hatte man jedes Mal die Fummelei mit dem Festziehen der Gurte.

      ​Dafür ist es nun so, dass man die Gummistiefel auf einem Tablett in der Kabine aufbewahrt und auch dort an- und auszieht.
      :gr-blume: Sandra

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    • Tolle Bilder Sandra :thumbsup: Das Schauspiel mit dem Seeleoparden hätte ich mir nicht anschauen können ;(
      Für die Stiefel gab es doch immer Gestelle auf Deck 2, wo die Kabinennummer dran stand. Rettungswesten nahmen wir uns auch schon immer neu auf Deck 2. Wir hatten die nie mit in der Kabine.
      Gruß JKmuc
    • Wie Sandra schreibt hatten wir unsere Rettungswesten auf der Kabine und so entfiel das Einstellen. Unter den Betten lagen die sehr gut.
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    • 5.1.2018 – Antarctic Sound / Brown Bluff Teil 1

      Der Vogel ist heute sehr früh dran – es ist 5 Uhr morgens als ich mich aus dem warmen Bettchen schäle um mich in meine Skikleidung wieder einzumummeln. Es ist wunderbares Licht draußen und viele Eisberge. In der Nacht haben wir den Weg hinunter zur Antarktischen Halbinsel zurück gelegt und fahren nun in den Antarktischen Sund. Dieser ist etwa 48 Kilometer lang und zwischen 11 und 19 Kilometern breit. Er trennt die Gruppe der Joinville-Inseln vom nordöstlichen Ende der Antarktischen Halbinsel bzw. verbindet er die Brainsfield Straße mit dem Weddell Meer. Der Sund wurde von der schwedischen Antarktisexpedition unter Otto Nordenskjöld nach dem Expeditionsschiff, der Antarctic, benannt, dem ersten Schiff, das ihn durchfuhr. Der Kapitän der Antarctic war Carl Anton Larsen nach dem das Larsen Ice Shelf benannt ist, weil er es entdeckt hat.

      Fasziniert vom Eis merke ich gar nicht wie die Zeit vergeht. Außerdem gibt es wieder Wale und Pinguine zu beobachten. Wir passieren die Hope Bay wo sich die argentinische Forschungsstation Esperanza befindet.




      Nach 2 friedlichen Stunden an Deck ist es Zeit für Frühstück, während die Fram vor Brown Bluff in Position geht. Noch vor 10 Uhr wird unsere Bootsgruppe Nr. 5 aufgerufen (insgesamt gibt es 8 Bootsgruppen) und unsere erste Anlandung findet gleich auf antarktischem Festland statt. Hier leben Eseslpinguine und Adeliepinguine in Frieden nebeneinander.

      Ich denke ich lasse einfach die Bilder sprechen, die Gefühle sind sowieso nicht zu beschreiben. Ich gehe wieder den Umweg über das Video, um die max. Bildanzahl nicht zu überschreiten.
      Hier noch eine kurze Beschreibung zu den Vögeln, die man im Video sehen kann:
      Adeliepinguine – schwarzer Kopf, Augen sind weiß umrandet
      Eselspinguine – roter Schnabel, heißen so, weil sie tatsächlich IA-Geräusche von sich geben
      Blauaugenscharbe – eine Kormoran-Art, nisten auf dem großen Felsen vor dem Schiff und fliegen einmal als Schwarm durchs Bild



      :gr-blume: Sandra

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „cetraria“ ()

    • Dein Bericht mitsamt Fotos und Videos sprüht vor Begeisterung. Und du hast Recht wenn du sagst dass Gefühle nicht zu beschreiben sind. Ob das das Nordlicht ist oder die Eisberge ( die ich in natura noch nicht sehen konnte) das muss man/frau schon selbst erlebt haben. Ich freue mich auf weiteres von dir.
      Grüße aus dem Rheinland

      Berichte sind in meinem Profil

    • 5.1.2018 – Antarctic Sound / Brown Bluff Teil 2

      Gegen 14 Uhr ist die Anlandung beendet und die Sonne scheint wieder vom blauen Himmel. Der Plan ist nun weiter durch den antarktischen Sund in Richtung Weddell Meer zu fahren.

      Um 15 Uhr wärmen wir uns mal ein bisschen im Panorama-Salon wieder auf. Es ist Teezeit, außerdem erzählt David in seiner wundervollen Art etwas über die Nordensköld-Expedition. Danach zieht es uns wieder hinaus an Deck. Kaum sind wir draußen zeigen sich Orcas vor Rosamel Island, die wir eine gute Stunde lang beobachten.




      Wir sehen den sogenannten Antarktis-B-Schwertwal auf dessen Haut sich auf Grund des kalten Wassers der Antarktis dicke Schichten von Kieselalgen bilden. Deshalb entsteht auch die braun-gelbliche Farbe. Sie pflegen auch eine interessante Jagdttechnik. Eisschollen werden auf Robben und Pinguine überprüft. Befindet sich interessante Beute auf einer Eisscholle versuchen sie diese in kleinere Teile zu zerlegen und erzeugen durch gemeinsames Schwimmen eine Welle, welche das Beutetier von der Eisscholle wirft.

      Wir bleiben bis etwa halb 6 draußen, bis uns das argentinische Versorgungsschiff Almirante Irizar passiert hat. Wie wir später erfahren findet gerade der Personalwechsel auf den Forschungsstationen statt. Ich finde allerdings keine Ruhe in einem der bequemen Sessel in der Panorama Lounge und bin bald wieder draußen. Das Eis ist einfach faszinierend.

      Gegen 19 Uhr stehen wir vor einem immensen Tafeleisberg – er soll 650 m lang sein und 100 m tief.

      Vermutlich waren wir dann mal Abendessen, zumindest habe ich hier eine Zeit lang keine Fotos. Um 21 Uhr gibt es dann die Informationen zum nächsten Tag. Das Briefing ist kaum zu Ende sehen wir durch die großen Scheiben eine Menge Buckelwale. Im ersten Moment laufe ich raus, aber ich entscheide mich schnell dafür zumindest eine Jacke anzuziehen und das richtige Objektiv an die Kamera zu schrauben. Diese paar Minuten zahlen sich aus.



      Erschöpft aber sehr glücklich schlafe ich mit einem Lächeln auf den Lippen ein.
      :gr-blume: Sandra

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    • Wow, wow, wow - einfach traumhaft schöne Aufnahmen sind dir da gelungen liebe Sandra :good3: Ihr hattet wirklich großes Glück, einmal mit dem Wetter und dann natürlich auch mit der Nähe der MS Fram zu den Tieren. Ich bin schon gespannt, wie es weiter geht.
      Gruß JKmuc
    • Sagenhaft. Ich beneide Euch um diese Reise. Wenn die Antarktis nicht sowieso schon ganz oben auf unserer Liste stehen würde, wäre sie es spätestens nach Deinem Bericht. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. :sdanke: :sdanke: :sdanke:
      Gruß aus Bonn
      Rainer

      Reiseberichte und meine eigene Hurtigruten-Homepage mit allen fünf Reisen im Profil.