Die große Arktis-Expedition: Spitzbergen-Ostgrönland -Island 24.8.-8.9.2017

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    • 2017
    • Ich seh nur alt aus, wenn ich seekrank bin :pardon: :laugh1:

      Die Hauptstadt Islands ist ein quirliger, lebendiger Ort mit vielen jungen Leuten. Wohin wir auch kommen, wir werden freundlichst empfangen und oft ergeben sich nette Gespräche.
      Klar, es gibt jede Menge Touristen und entsprechende Läden. Aber das gehört dazu. Und nach der großen Finanzkrise geht es jetzt offenbar wieder steil aufwärts. Die Kräne und zahlreiche Baustellen im Zentrum Reykjaviks zeigen es: Island boomt, nicht zuletzt auch dank des Tourismus.

      Wir bummeln durch die Straßen

      und wollen natürlich auch die "Harpa" näher betrachten. , sozusagen die Elbphilharmonie Reykjaviks ;)
      Die etwa wabenförmigen Fenster spiegeln unterschiedliche Farben wider und werfen bunte Flächen auf das Pflaster
      Auch von innen ist diese Konstruktion faszinierend

      Doch auch an Häuserwänden finden sich künstlerisch gestaltete Flächen und Fassaden


      Hier findet Ihr übrigens ein Verzeichnis der wichtigsten Skulpturen

      Vorbei an Ingolfur Arnason, dem ersten Siedler auf Island,

      machen wir uns auf den Weg zur Hallgrimskirkja.

      Vor der Kirche steht die Skulptur von Leif Erikson dem "wahren" Entdecker Amerikas.

      Der Kirchenbau soll an die Basaltsäulen des vulkanischen Island erinnern und wurde zu 60% aus Spenden finanziert. Schöne Seite über die Kirche auch hier.




      Das Taufbecken stammt vom Künstler Leifur Breidfjord und besteht aus isländischem Säulenbasalt und tschechischem Bleikristall

      Göga ist natürlich besonders interessiert an der Orgel. Sie stammt von der renommierten Firma Klais aus Bonn.

      Mit dem Lift geht es hinauf in den Turm. Und weil uns das Wetterglück einmal mehr hold ist, haben wir von dort wunderbare Blicke in alle Himmelsrichtungen



      Wir finden ein nettes Bäckereicafé, in dem es mit Blick in die Küche auch wunderbare Salate zu essen gibt.
      Am Abend fallen wir müde ins Bett und freuen uns auf den kommenden Tag und den Ausflug "Golden Circle"

      aber das - genau! - ist wieder etwas für die Fortsetzung...
      Grüße, Bavaria :)

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    • Kommt jemand mit? Dann reisen wir weiter!
      Unser zweiter Island-Tag kündigt sich in den schönsten Farben an
      Das Wetter soll ja des öfteren eher regnerisch sein. Wir haben zwei Tage Sonne und knallblauen Himmel :thumbup:

      Ein Bus mit Guide holt uns wieder am Hotel ab: heute sollen wir den berühmten "Golden Circle" kennen lernen.
      Zunächst fahren wir in den Nationalpark zum alten Versammlungsort Þingvellir.
      In dieser Grabenbruchzone tritt der Spalt, an dem die amerikanische und die eurasische Platte unter Wasser aufeinandertrifft, bzw langsam auseinanderdriftet , an die Oberfläche und man kann ihn durchwandern. Es ist eindrucksvoll und wir genießen das außergewöhnlich gute Wetter



      Wie lange klemmt dieser Stein wohl schon bzw noch zwischen den Felsen, wo sich doch hier offenbar immer alles bewegt?

      Und lacht uns dieser Troll aus oder an?

      Schaurige Geschichten hören wir über die Gerichtssprechung beim früheren Althing an dieser Stelle

      ein Blick zurück mit Augenzwinkern

      Den Wasserfall vom Bus aus eingefangen

      Nun geht es zum Gullfoss, auf den wir besonders gespannt sind. Netterweise sind wir vor den Aida-Paxen dort, die inzwischen wohl ebenfalls in Reykjavik angekommen sind. Die Wassermengen rauschen mächtig in die Spalte und wir finden es schon recht ungewöhnlich, zu einem Wasserfall so viele Stufen nach unten gehen zu müssen. In den Alpen sind immer wir unten und das Wasser kommt von oben :D



      Noch ein Blick zum Gletscher, da wolkenfrei:

      Unsere Fahrt geht weiter ins Gebiet der Geysire. Zunächst können wir uns im Restaurant beim Mittagsbuffet stärken. Aber lange bleiben wir nicht sitzen. Wir sind zu gespannt auf all das heiße Wasser auf dem Gelände gegenüber des Restaurants.
      Eindringlich werden wir mündlich durch den Guide und schriftlich durch etliche mehrsprachige Tafeln davor gewarnt, die Wassertemperatur zu testen.
      Das nächste Krankenhaus zur Versorgung von Verbrühungen liegt 64 km weit weg.
      Und wirklich, man muß sich bewußt machen, dass das wunderbar klare Wasser, das einem in zahlreichen Rinnsalen lustig entgegenplätschert, kochend heiß ist. :8o:

      Der große Geysir, "Strokkur" ist absolut beeindruckend! Wir genießen mehrere Ausbrüche und lächeln ein wenig über zahlreiche Leute, die mit dem Rücken und Selfiestick zum Geysir stehen, um "DAS" Foto von sich und der Wasser/Dampffontäne zu schießen.



      Sowohl Farben als auch Tiefen der anderen "Wasserbecken" sind faszinierend.



      über den blauen "Blesi" und weitere Becken gibt es auch hier mehr Informationen


      Das Bilderkontingent für diesen Post ist voll - ;)
      also heißt es wieder warten auf die Fortsetzung...
      Grüße, Bavaria :)
    • Bavaria58 schrieb:

      Und lacht uns dieser Troll aus oder an?
      Der schaut euch doch gar nicht mal an oder sehe ich da etwas anderes als ihr? ?(

      Bavaria58 schrieb:

      Wir genießen mehrere Ausbrüche und lächeln ein wenig über zahlreiche Leute, die mit dem Rücken und Selfiestick zum Geysir stehen, um "DAS" Foto von sich und der Wasser/Dampffontäne zu schießen.
      Ihr habt euch wohl geärgert, dass ihr euren Selfie Stick vergessen habt? =O
      Gruß JKmuc
    • Einfach nur toll, eure Reise und die Fotos! Die Kleinigkeiten und Blümchen am Wegesrand finde ich ganz besonders :thumbup:
      Der Steg in Bild 25 war vor einigen Jahren noch nicht da. Dann wollte man den Asphalt reparieren und hat festgestellt, dass sich drunter eine Riesen-Spalte aufgetan hatte =O
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • @JKmuc extra für Dich, Du "Wölkchenzähler": der knallblaue Himmel :hail: (von "wolkenlos" war keine Rede) :pardon:



      zurück geht es nach Reykjavik an Elfensiedlungen vorbei. Die Eingänge sind mit verschiedenfarbenen Türchen gekennzeichnet und auf den Fotos aus dem fahrenden Bus leider nicht zu erkennen :search:



      Wir verabschieden uns an der Kirche, wo noch ein Zusatzhalt stattfindet, um letzte Einkäufe zu erledigen und noch etwas zu essen.
      Dabei geraten wir in einen Bücherladen, in dem gerade eine Art Lesung stattfindet. Obwohl wir kein Wort isländisch verstehen, sind Wortgewalt und Theatralik der Vortragenden absolut faszinierend.

      Beim Essen entscheiden wir uns für ein türkisches Lokal, wo wir sehr leckere Dinge serviert bekommen und ausschnittweise diese Aussichten aus dem Fenster haben:



      Zurück im Hotel sortieren wir das Gepäck und die Mitbringsel, damit alles seinen Platz findet.
      Gegen 23 Uhr klopfen wir bei der Zimmernachbarin, die gebeten hatte, auf die Wiese vor dem Hotel mitgehen zu dürfen, wenn wir nach Nordlicht Ausschau halten. Trotz Mond, Wolken und Störlicht ist das Grün am Himmel deutlich zu erkennen und wabert in verschiedenen Farbnuancen.



      Wir sind zwar ohne Stativ für die Fotos, aber absolut glücklich, noch so einen wunderbaren Abschluß hier zu erleben. :love:
      Eine ruhige Nacht, ein feines und reichhaltiges Frühstück und schon geht es mit dem Bus in Richtung Flughafen.

      Dieser Gipfel hat noch eine Schlafmütze

      Wieder scheint die Sonne und so haben wir auch nach dem Abheben wunderbare Blicke auf Island, den Gullfoss und einige Gletscher.



      Über Oslo mit ein paar Stunden Aufenthalt, Gatewechsel in letzter Minute und dadurch verspätetem Abflug landen wir am Abend fast pünktlich in München, wo wir von einem lieben Freund abgeholt werden.

      Fazit:

      Wunderschöne und vielfältige Eindrücke, drei arktische Inseln mit allen möglichen Facetten, Schiff, Crew, Verpflegung: perfekt, es blieben keine Wünsche offen.
      Ja, die Reise kostet viel Geld. Bei der Nutzung von Frühbucher- und Wiederholerrabatt wird es bekanntermaßen günstiger.
      Man macht so eine Reise nicht jedes Jahr erneut - obwohl das sehr schön und interessant wäre.
      Wenn jemand Fragen haben sollte, beantworte ich sie gerne per Konversation.

      Zum Schluß sage ich danke an alle, die vergnügt, interessiert und begeistert mitgereist sind ! :sdanke:
      .............E N D E ..................
      Grüße, Bavaria :)
    • @Bavaria58
      was soll ich zu deinem wunderbaren und interessanten Bericht sagen ?
      Einfach nur :sdafuer: :sdanke:
      Ich habe fast jeden Tag beim Frühstück mit dem Lesen begonnen. Aber wie ich schon schrieb: Der Bericht ist abgespeichert und ich werde ihn mir nochmal in aller Gemütsruhe vornehmen und dann auch alle Texte, die sich hinter den links verbergen, lesen.
      Der letzte Teil über Island war für mich ein kleines Wiedersehen, habe ich doch 1980 eine Bus-Zeltreise nach Island gemacht.
      Die werde ich so schnell nicht vergessen. Es waren damals auf Island noch wenig Touristen unterwegs, denn auch die Infrastruktur längst nicht so wie heute und Kreuzfahrtschiffe in dem Maße gab es nicht.
      Mit dem Ende deines Berichts habe ich gestern auch Christiane Ritters Buch zu Ende gelesen- zum x-ten mal.
      Einfach zauberhaft, daß sich der Himmel bei euch nocheinmal mit Polarlichtern verabschiedet hat.
      Inzwischen seid ihr schon wieder ein paar Wochen zu Hause, aber bestimmt geht ihr immer noch ein wenig wie auf Wolken, der Alltag ist so unwirklich, nach allem was ihr gesehen und erlebt habt- nicht wahr ?! :girl_sigh:
      Liebe Grüße von Trollebo

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    • Liebe @Trollebo, freut mich sehr, dass Du den Bericht so genossen hast! Island vor dem intensiveren Tourismus war sicher ganz anders als heutzutage.
      Die Eindrücke der Reise sitzen noch immer tief, aber der Alltag war und ist vor allen Dingen eines: laut.
      An die Stille auf so einer Reise gewöhnten wir uns am Schnellsten, und das, wo wir ohnehin extrem ruhig am Ortsrand/Wald wohnen. Einige Paxe haben aber regelmäßig kräftig dafür gesorgt, dass es auf dem Schiff nicht zu still wurde :pinch:
      Das Jahr 2017 hat es für uns reisetechnisch ziemlich in sich und wir sind viel herumgekommen. So konnte ich heuer endlich den lang gehegten Wunsch meiner Mutter erfüllen und bin Anfang Oktober mit ihr einige Tage nach St. Petersburg geflogen. Man kann sich vorstellen, dass diese Stadt nicht nur der akustische "Gegenentwurf" zu Grönland ist.
      Im November und Dezember stehen noch ein paar Kurztrips im Kalender . Mal sehen, ob es zu einem Bericht darüber reicht.
      Da Du gerade Christiane Ritters Buch gelesen hast, hier eine Buchempfehlung von mir:
      Ejnar Mikkelsen "Ein arktischer Robinson" - er beschreibt die Tour nordwärts, ausgehend vom Schiff Alabama (siehe Teil meines Berichtes, Alabamahuset betreffend) sehr interessant zu lesen!
      Grüße, Bavaria :)
    • Bavaria58 schrieb:

      @JKmuc extra für Dich, Du "Wölkchenzähler": der knallblaue Himmel (von "wolkenlos" war keine Rede)
      Von Wolken oder Wölkchen habe ich doch gar nichts geschrieben :pleasantry:

      Klugscheißermodus an: @Bavaria58: Ich habe mal das von dir hier sehr viel zitierte Wikipedia bemüht, um einen Vergleich für "knallblau" zu finden. Klugscheißermodus aus!

      Vielen Dank liebe Agnes für deinen Reisebericht mit den vielen tollen Fotos. Es sorgte bei mir für die Entscheidung, zumindest Ostgrönland von meiner To-Do-Reiseliste erst mal zu streichen. Dafür ist Island einen Platz nach oben gerückt :good3:
      Gruß JKmuc
    • Auch ich sage Danke für den Bericht und die Bilder. :thumbup: Grönland war/ist ja noch ein ganz großer Wunsch von mir, aber Ostgrönland wird es wohl nicht werden. :whistling: Die Bilder die ich jetzt gesehen habe, haben mich doch ein Stück weit davon abgebracht. Ich hatte mir das irgendwie anders vorgestellt. Vor allem schockt mich das soviel "Müll" rum liegt :huh:

      Naja und Island hat es auch jetzt wieder nicht auf meine Wunschliste geschafft :pardon: Was aber nicht so schlimm ist. :mosking:
      Nordlicht :flower:

    • Umweltbewußtsein im Sinne von "ich nehme meinen Müll wieder mit heim" war sicher kein Gedanke, der für Trapper, Forscher oder "Landausbeuter" im Vordergrund stand. :( Es gibt ihn auf Spitzbergen, in Ostgrönland und sicher auch im besiedelten Westen Grönlands.
      Für uns lag ein großer Reiz bei dieser Reise, den unbesiedelten Osten Grönlands mit seinem Nationalpark kennen zu lernen.
      Island war mit den beiden Anschlußtagen sowohl "ankommen" als auch kennen lernen.
      Für mich und Göga stand bei der Fahrt zum Heimflug einstimmig fest: Unser Herz gehört nach dieser Reise weder Grönland noch Island. Es schlägt für Spitzbergen <3
      Grüße, Bavaria :)
    • Ausnahmsweise, also entgegen meiner Schreibfaulheit (oftmals einfach aus Zeitmangel), muss ich zu diesem Bericht doch mal einen Dreizeiler schreiben und gestehen, dass mir Island seit meiner Kindheit im Nacken sitzt und ich deshalb diesen Reisebericht mit Genuss verschlungen habe! Irgendwann......irgendwann, wenn ich mal meinen kleinen Bus mit Schlafplatz habe, werde ich in dieses außergewöhnlich schönes und vielfältiges Land fahren!
      Ich danke Dir für die schönen Eindrücke vorab und werde ebenfalls demnächst mal einen arbeitsfreien Tag widmen, um ihn nochmals zu lesen bzw inklusiver aller Links!! :thumbup:

      Gruß, Katrin
      ....die erst mal jetzt die ganze Hurtigrute B-K-B erkundet in 4 Wochen und 3 Tagen :D
    • Liebe Agnes,
      vielen herzlichen Dank für diesen wunderbaren Bericht und die grandiosen Fotos ! :thumbsup: :thumbup: Wieder mal ist mir der Unterschied zwischen unserer Kreuzfahrt und einer Reise mit der Fram deutlich geworden. Ich bin ja auch noch einen Bericht schuldig und bitte noch um etwas Geduld, bin gerade über dem Fotobuch.
      Ganz liebe Grüße
      Viele Grüße
      Seemaus
    • Liebe @Bavaria58,

      danke für deinen Reisebericht. Bei uns ist Grönland gerade ganz weit nach oben gerutscht auf der Liste (es kuschelt jetzt mit Island, Spitzbergen und der Antarktis auf den ersten drei Plätzen, ja es ist eng da oben, zu viert auf dem Treppchen). Mit Hurtigruten müssten wir vermutlich noch bis zum 50. Hochzeitstag warten (oder auf ein Schnäppchenangebot hoffen), aber ich werde jetzt auf alle Fälle verstärkt meine Augen nach Alternativen offenhalten.