Berge, Bäume, Seen sehen (Westkanadarundreise)

    • 2017
    • ~ 06. 07. 2017 OOODonnerstag OOOVictoria - Vancouver ~


      Wetter: schön und warm


      Von Victoria müssen wir ja wieder nach Vancouver. Wir haben unser Hotel für die letzte Nacht unseres Aufenthalts in Vancouver umgebucht, da wir nicht mehr ins gleiche Hotel wie zu Anfang wollen, haben jetzt ein Motel in Nord-Vancouver gebucht. Dummerweise kommt die Fähre von Victoria aber ganz im Süden der Stadt an – wir haben also die Möglichkeit entweder wieder nach Nanaimo zurück zufahren und die Fähre nach Nord-Vancouver zu nehmen oder direkt die Fähre zu nehmen in den Süden und dann durch ganz Vancouver zu fahren. Nach der nervigen Fahrerei auf dem Highway von Nanaimo bin ich der Meinung – lieber durch die Stadt Vancouver zu fahren. So buchten wir vor ein paar Tagen die 13-Uhr-Fähre.

      Frühstück im Hotel, dann packen wir zusammen und fahren die 30km zum Swartsbay Terminal. Wir sind schon um 11:30 da, kein Problem bereits die 12-Uhr-Fähre zu nehmen.









      Und plötzlich kommt sowas wie Hurtigrutenfeeling auf - die Fähre muss duch diese enge Stelle zwischen Galiano Island und Mayne Island und prompt kommt die Gegenfähre. Es wird sogar gewunken! Vor Einfahrt in die enge Stelle erklingt das Typhon - der Kapitän warnt die Passagiere vor, dass es gleich laut wird!











      Wir nannten ihn den Fujiama, Mount Baker, 3286m hoher Vulkan in Washington / USA




      Noch ein Bildchen für @Bavaria58





      Die Fahrt durch Vancouver verläuft auch entspannt und in relativ kurzer Zeit sind wir in Nordvancouver. Einchecken und erstmal ins Denny‘s nebenan um einen leckeren Eisbecher zu futtern. Den Rest des Nachmittags verbringen wir im Hotelzimmer mit lesen und surfen – hier läuft Internet gut – wir haben keine Lust uns nochmal ins Getümmel zu stürzen, zumal wir nach Vancouver über eine der Brücken müssten wo es am Nachmittag immer Stau gibt.. Abends leckeres Abendessen bei Denny‘s.



      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • ~ 07. 07. 2017 OOOFreitag OOORückflug ~


      Wetter: schön und warm


      Wir frühstücken in der dem Motel angegliederten Cafeteria (sie gehört nicht zum Motel), mittelmässig ist geschmeichelt, leider ist unser letztes Frühstück in Kanada grottenschlecht, vielleicht hätten wir nicht bei einem Europäer frühstücken sollen, aus einem Land das nicht gerade für kulinarische Höhepunkte bekannt ist... Dann packen wir im „Flugmodus“, checken aus und fahren quer durch Vancouver zum Flughafen, wo wir gegen 11:00 ankommen. Autoabgabe problemlos, wir sind 5200km gefahren, somit hat der Wagen doppelt soviele Kilometer auf dem Tacho wie bei Übernahme. Wir müssen noch rund 45 Minuten warten bis der Lufthansaschalter aufmacht, Gepäck abgeben, eingecheckt haben wir ja schon gestern - wir sind die ersten am Schalter! Schauen uns noch etwas in den Geschäften um, entern eine Cafetería und um 16:30 startet der Jumbo nach Frankfurt. Der Flug verläuft ruhig und kommt mir relativ schnell vor, da wir sehr weit nördlich sind wird es nicht Nacht. Bei Ende des Fluges kommt dann Hektik auf, die Kabinencrew hat wohl das Frühstück verpeilt und der Service beginnt 45 Minuten vor Landung. Ich bin noch am Brötchen schmieren, da soll schon das Tablett abgeräumt werden, die Flugbegleiter handeln alles aber mit Contenace. Irgendwann kommt aus dem Cockpit die Ansage Cabincrew prepare for landing, da wuseln sie immer noch geschäftig durch die Kabine und kurz vor dem Aufsetzen kommt dann die Durchsage in Befehlston Cabincrew, sit down!!! Wir landen pünktlich nach 8:30h um 11:00 Ortszeit, unser Gepäck kommt relativ zügig und ein Freund holt uns ab. Wieder mal geniesse ich es 20 Autominuten vom Flughafen entfernt zu wohnen ^^









      Waldbrände




      Sonnenuntergang...



      ... und 1:45 später Sonnenaufgang, wobei es nicht ganz dunkel wurde


      Nachlese folgt...
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    • ~ Ein paar Gedanken... ~

      Unterwegs holen einem immer noch so ein paar - durchaus nicht immer ernst gemeinte - Gedanken ein und man stellt sich die eine oder ander Frage:

      Warum sind viele Toiletten so tief dass man die Knie hinter den Ohren hat, um Umkehrschluss aber die Betten so hoch dass man fast eine Leiter braucht 8|

      Warum gibt es keine Klobürsten :whistling:

      Warum gibt es in kaum einem Hotel-/Motelzimmer eine zentrale Deckenbeleuchtung ?( Es passierte mehr wie einmal dass ich mit Taschlampe in meinem Rucksack wühlte...

      Wieso entspricht die Elektrik in einem der modernsten Länder der Welt gerade mal einem 3.-Welt-Land?

      Noch ein paar kanadische Dinge am Rande (falls mal jemand zum Bären- oder Bäumezählen möchte...)

      Es ist selten üblich dass bei Restaurants die Speisekarte aussen einsehbar ist. Das würde alleine schon preislich manche Entscheidung vereinfachen.

      Preise - Kanada ist ein teures Land, auch wenn man sich mal ein Essen im Supermarkt kauft oder einfach nur eine Zahnpasta hat es seinen Preis. Ausserdem nerven die verschiedenen, von Provinz zu Provinz, manchmal von Ort zu Ort unterschiedlichen Taxes und Gebühren. Sie sind nicht ausgewiesen und kommen jeweils noch auf den Endpreis. Beispiel unserer Hotelrechnung in Victoria. Zum Zimmerpreis kamen für zwei Nächte:

      Destination Marketing Fee $ 3.88
      GST (Goods and services tax) $ 19.54
      Municipal Hotel Tax $ 11.72
      PST (Provincial Sales Tax) $ 31.26

      = $ 66.40 (€ rd. 45.--) alleine an Steurn und Gebühren.

      Da ich alle Zimmer bei Booking vorgebucht habe muss man jeweils im Kleingedruckten nachsehen, manchmal wird der Preis mit der einen oder anderen Steuer ausgewiesen, manchmal ohne. Da staunte man schon wenn man für einen Pulli nur zwei Dollar zuzahlen musste.

      In Restaurants / Cafés / Bars kommt noch Trinkgeld dazu. Das Personal verdient nur den Mindestlohn und es ist angedacht dass das Trinkgeld Teil des Gehalts ist. Ein Deutscher erzählte uns, bevor er Kellner wurde arbeitete er in der Putzkolonne und hatte mehr Grundlohn wie als Kellner. Zahlt man bar gibt man das Geld dazu, zahlt man mit Kreditkarte gibt der Kellner den Rechnungsbetrag ein, übergibt einem dann das Maschinchen und man tippt selbst noch dazu was man geben möchte. Meist kann man einfach anklicken 15% / 18% / 20%. Nervt etwas, aber man gewöhnt sich daran. Thema Kreditkarte - man kann wie in USA alles mit Kreditkarte zahlen, auch nur einen Kaffee, wir brauchten kaum Bargeld. Gerade auf dem Land sieht man aber auch häufig dass bar bezahlt wird.

      Die normale Begrüssung überall - Restaurants, Geschäfte, wo auch immer - ist how are you today? (wie geht es Ihnen heute?) Und man darf bloss nicht der Meinung sein, das sei eine Floskel, der Frager erwartet eine ehrliche und ausführliche Antwort. Ich bin einmal mit einem freundlichen Hello über die Frage hinweggegangen und erntete einen irritierten Blick. Man will wissen wie es dem Gegenüber geht und will auch seine eigenen Befindlichkeiten kurz erzählen. Man nimmt sich überhaupt Zeit für den anderen. Kaum eine Kellnerin oder ein Kellner, der nicht wissen wollte woher und wohin, uns dann aber auch erzählte wo er / sie herstammte usw.

      Thema Verkehr

      Sehr gesittet und friedlich, Autofahren ist total entspannt. Allerdings muss man sagen, von Tempolimits halten die Kanadier nicht viel, wir stellten unseren Tempomat immer auf die erlaubte Geschwindigkeit und wurden von allen - selbst von Riesentrucks - überholt. Allerdings - auf der einzigen Autobahn die wir hatten, auf Vancouver Island, auf der 120km/h erlaubt war (normalerweise ist es 100) kapitulierten sie, da waren wir dann wieder die Einzigen auf der linken Spur ;) Was auch auffällt Reiseverschlusssystem funktioniert vorbildlich, in Vancouver gibt es eine Brücke mit einer Spur, auf die kommt man 4-spurig zu, zwei Spuren von geradeaus und 2 Spuren einmündend und es gab selbst bei viel Verkehr kaum Stau Dank Reissverschluss.

      Unser Urlaub

      Die ausgearbeitete Strecke war genau richtig. In Jasper hätten - da wir nicht wandern, bedingt durch die Gehbehinderung des Sohnes und totaler Wanderunlust der Mutter - zwei Nächte ausgereicht, dies wurde allerdings wett gemacht durch die schöne Unterkunft, wo man auch etwas "Urlaub" machen konnte mir Ruhe und Lesen. Von Vancouver Island waren wir etwas enttäuscht, viel Wald - hatten wir schon fast drei Wochen gesehen, hätte uns vielleicht fasziniert wäre es zu Beginn der Reise gewesen - Tofino gibt nicht viel her, Schärenlandschaft findet man in Skandinavien schöneres und Victoria ist zwar eine nette Stadt, wenn man aber alles wegaddiert, das extra für den Tourismus gemacht wurde, wie z. B. Uferpromenade oder Fishermans Warf und schön hergerichtetes historisches Zentrum (wobei "historisch" z. T. keine 100 Jahre alt ist) bleibt eigentlich nicht mehr viel, was den Weg rechtfertigen würde.

      Fazit - eine traumhafte Reise, länger wie drei Wochen für eine Rundreise wären mir aber rein schon vom Input zuviel. Die Gegenden habe ich jetzt aber gesehen, das reicht, kein Virus. Was nicht heisst das ich nicht doch nochmal nach Kanada reise, die Insidepassage habe ich noch nicht aufgegeben und sicher bietet auch Yukon und Richtung Alaska interessantes. Und Neufundland und Labrador.

      ~Danke allen die mitgereist sind :thank_you: ~
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
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    • Vielen Dank für Deinen Bericht mit den schönen Bildern. Besonders von den bärigen bin ich begeistert :thumbsup: . Hätte nicht gedacht, dass man die so nah sehen kann. Ihr hattet da wirklich Glück.

      Kanada steht auch noch auf unserer to-do-Liste. Und Dein Bericht hält uns bestimmt nicht davon ab. Aber bevor wir uns dem Westen zuwenden, stehen erst mal New Brunswick und Nova Scotia auf unserem Urlaubsplan :D .
      Liebe Grüße
      Bayerntroll
    • Vielen Dank für deine Mühe!
      Es war toll, eure Reise auf diese Art mitzuerleben, den interessanten Bericht zu lesen und die schönen Fotos anzuschauen.
      Wunderschönes Land. Ich durfte einen Teil davon (British Columbia) bereits dreimal erleben, weil wir dort Verwandschaft haben. Dein Bericht hat vieles aufgefrischt und Erinnerungen geweckt.
      Aber was ihr an Tieren erleben konntet! Ich freue mich mit euch. Großes Dankeschön!