HR die Dritte, Trollfjord die Zweite - 14. - 27.05.2017

    • B-K-B
    • @Älbler
      Woh, was für schöne atemberaubende Fotos vom Raftsund .
      Aber auch die bunten Bilder vom Nationalfeiertag geben die fröhliche und zugleich feierliche Stimmung toll wider.
      Und mit deiner Beschreibung erlebt man alles richtig mit.
      Das hilft die Zeit bis zur nächsten HR Reise erträglich zu machen.
      Danke !
      Liebe Grüße von Trollebo
      Liebe Grüße von Trollebo

    • Der Abend im Raftsund und im Trollfjord war wirklich einmalig schön, das können die Bilder nur ansatzweise wiedergeben. Und so ein Abend entschädigt dann auch leicht für die Tage mit teils "unterirdischem" Wetter, an denen man stundenweise überhaupt nix sehen konnte...

      @mil etter mil
      Die alten Leuchtfeuer am Hafen von Bodø hab ich auch noch in Erinnerung, da fiel mir das giftgrüne Teil dann auch gleich auf, als wir in den Hafen fuhren...

      Und ich bin mir nicht sicher, ob das der tatsächliche Landegodemann ist oder der den Du aufgenommen hast. Aber nachdem mir eine Mitreisende ihren Reiseführer zeigte, in dem stand, dass man ihn nur bei passendem Licht sieht, bin ich davon ausgegangen, dass er es sein muss, denn bei etwas anderem Sonnenstand wird man's kaum als "Gesicht" erkennen können...
      Grüße
      Jörn


      Reiseberichte im Profil

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    • Freitag, 19.05.2017

      Nach kurzer Nacht wache ich gegen 6:00 Uhr auf ... Ausgeschlafen sieht zwar anders aus, || aber trotzdem stehe ich ein paar Minuten später auf und gehe um 7:00 Uhr zum gewohnt ausgiebigen Frühstück. Im Restaurant ist noch sehr wenig los, heute schlafen wohl die Meisten länger und verarbeiten die Eindrücke des gestrigen Tages. ;)

      Leider hat sich der Himmel heute wieder für ein dezentes grau entschieden :(



      und so soll es den Tag über wohl auch bleiben, dabei hätte ich insbesondere Tromsø endlich gerne mal bei Sonnenschein erlebt.

      Rechtzeitig zur Begegnung mit der Polarlys bei Harstad bin ich wieder draußen. Die Polarlys nimmt schon weit vor dem Hafen Fahrt raus und wartet, bis wir den Kai freimachen. Dann legt sie direkt nach dem Ablegen der Trollfjord an.



      Ich bleibe noch ein wenig an Deck und gehe dann irgendwann auf die Kabine, um noch etwas Schlaf nachzuholen, doch trotz der Müdigkeit will es am frühen Morgen noch nicht gelingen. So schreibe ich ein wenig am Reisebericht und auf dem Handy ein paar Kurznachrichten.

      In Finnsnes gehe ich für einen kurzen Spaziergang von Bord. Schaue, ob das Schokoladenmännchen und Ottar von Lenvik wohlauf sind und gehe ein Stück durch den Ort. Doch die relativ kurze Aufenthaltszeit zwingt mich recht bald zur Rückkehr auf's Schiff.



      Auf der Strecke Richtung Tromsø ist der Himmel zwar grau,



      aber hin und wieder lässt sich sogar die Sonne durch dünnere Wolken erahnen. :)

      Kurz vor Tromsø wird es aber zunehmend schlechter, ja Tromsø macht mal wieder ein wenig auf Weltuntergang. :negative:



      Jetzt steht für mich fest, die Stadt mag mich wohl auch nicht ... ;) Als Begrüßungsgeschenk gibt's für mich auch dieses Mal wieder tiefgrauen Himmel und Regen, aber immerhin ist es etwas milder als letztes Mal, es hat etwa 7 - 8 Grad ...

      Auch die ersten beiden Male hatte ich hier ziemliches Schietwetter und ich konnte der Stadt auch sonst nicht viel abgewinnen. :/ Ich weiß, dass ich mit dieser Meinung zumindest hier im Forum ziemlich alleine bin, aber irgendwie will der Funke einfach nicht überspringen. Und selbst die Hoffnung auf gutes Wetter wird sich auch dieses Mal nicht erfüllen, so dass dieser Punkt halt auf der ToDo- bzw. ToSee-Liste bleibt... ;)

      Um 14:30 Uhr startet dann der Ausflug " Tromsø - Hauptstadt der Arktis". Den habe ich im Zuge einer Sonderaktion, zusammen mit zwei weiteren Ausflügen, zur Reise dazu bekommen. Zunächst geht's ins Polaria und dort ins „Kino“. Hier sehen wir einen recht interessanten Film über Nordlichter und einen über Spitzbergen. Anschließend geht's noch kurz zu den Robben, den Seeanemonen und den Fischen. Leider bleibt keine Zeit, sich intensiver mit der Ausstellung zu befassen. :thumbdown:



      Doch wenn das Wetter beim nächsten Mal wieder so sein sollte, bleibt ja genügend Zeit das Polaria auf jeden Fall auf eigene Faust und ohne Zeitdruck erkunden. ;)

      Anschließend folgt eine Stadtrundfahrt, die uns kreuz und quer durch die Stadt, bis hin zum Flughafen (dem fünftgrößten Norwegens) und zur Universität führt. Wir kommen auch durch die "Schnapsstraße", :D die ihren Spitznamen wohl daher hat, dass sie aus Einnahmen der Alkoholsteuer finanziert wurde. Während der Stadtrundfahrt sehe ich somit auch Stadtteile, die man während des normalen Aufenthalts zu Fuß nicht erreichen kann. :thumbup:

      Den Abschluss bildet der Besuch der Eismeerkathedrale. :thumbsup: Jetzt sehe ich die auch mal bei Tageslicht und habe auch Zeit, mich etwas genauer umzuschauen. Vor dem Mitternachtskonzert im September 2014 blieb dazu keine Zeit.



      Wir erfahren u.a., dass das bunte Fenster im Altarraum erst Anfang der 70er Jahre eingebaut wurde. Davor war - entsprechend der Vorstellungen des Architekten, eine "naturnahe" Kirche zu errichten - auch hier ein klares Fenster vorhanden. Doch dieses Fenster bereitete Probleme, da die Gottesdienstbesucher bei Sonnenschein geblendet wurden. Deshalb wurde nach einer Lösung gesucht und letztlich das bekannte Fenster eingesetzt. Der Architekt war wohl über die "Verunstaltung" seines Werks dermaßen entsetzt, dass er die Kirche nie mehr betrat ... :/

      Ich entzünde noch eine Kerze



      und dann heißt es auch schon wieder ab zum Bus.

      Nach diesem Ausflug ist mein Eindruck von Tromsø etwas besser, aber der Funke ist wieder nicht übergesprungen. :/ Doch man soll die Hoffnung bekanntlich nicht aufgeben und vielleicht klappt's irgendwann doch noch. ?(

      Nach der Rückkehr am Schiff drehe ich noch eine kurze Runde durch die verregnete Stadt. Die Domkirke ist leider wieder verschlossen, so dass ich sie auch dieses Mal nicht besichtigen kann. :thumbdown:



      Gegen 18:00 Uhr bin ich zurück auf dem Schiff, telefoniere mit Zuhause und gehe anschließend zum Abendessen.

      Die Vorspeise besteht aus gebratenem Stokkfisch, zum Hauptgang gibt es Eismeersaibling und zum Dessert eine Creme mit leichtem Mokkageschmack und eine Sanddornsauce, dazu ein Küchlein, das ein wenig an die französischen Madeleines erinnert. Alles wieder sehr lecker. :love: Und während wir Tromø langsam hinter uns lassen, wird das Wetter wieder besser. :pupillen:

      Als ich nach dem Abendessen nochmals auf Deck gehe, kann man am Horizont sehen, dass die Sonne durchbricht. Und je weiter wir Richtung Lyngstuva kommen, desto besser wird das Wetter. :good3:



      In Tromsø haben der Kapitän und auch die Offiziere gewechselt. Erster Mann an Bord ist jetzt Arne Ernstsen. Auch sind eine ganze Anzahl neuer Passagiere zugestiegen. Einige Norweger und Deutsche, aber hauptsächlich Engländer, wahrscheinlich für die Kurztour Tromsø - Kirkenes - Tromsø . Für die nächsten Tage gibt es nun auch eine zusätzliche Essenssitzung um 17:30 Uhr, insgesamt also sechs.

      Bei der Schiffsbegegnung mit der Vesterålen ist es sogar zeitweise sonnig



      und als ich wenige Minuten später auf Deck 8 einen Tee hole, um mich aufzuwärmen, wird das Schiff vom Licht der Abendsonne durchflutet. :)

      Als wir auf Skjervøy zufahren, gehe ich nochmals kurz auf Deck 6, die Berge rund um Skjervøy leuchten in der Abendsonne. :imsohappy:



      Ich bleibe noch bis wir angelegt haben und gehe dann ins Bett. Ich habe spürbar Nachholbedarf, das Schiff wiegt mich sanft in den Schlaf. Es hat zwar kaum Wind, aber spürbare Grundsee (ich meine so nennt man das), ist noch vorhanden.
      Grüße
      Jörn


      Reiseberichte im Profil
    • Samstag, 20.05.2017

      Gegen 6:15 Uhr wache ich auf, auch mein innerer Wecker scheint so langsam zu begreifen, dass ich Urlaub habe. Ich habe sehr gut geschlafen und stehe auch gleich auf. Um 7:00 Uhr bin ich wie gewohnt beim Frühstück, das wie üblich üppig ausfällt.

      Danach schreibe ich etwas am Reisebericht und gehe raus, als die Begegnung mit der Richard With ansteht.



      Sie kommt uns pünktlich gegen 8:25 Uhr entgegen, die Schiffe begrüßen sich, doch das Horn der Richard With klingt für mich noch immer reichlich gewöhnungsbedürftig (Sorry, Fans der RW). :/ Dagegen ist der tiefe Klang der Trollfjord der reinste Ohrenschmaus. :thumbup:

      In Havøysund gehe ich zum ersten Mal kurz von Bord, ich suche den Gedenkstein für die Opfer des Untergangs des HR-Schiffs MS Hera im Jahr 1931 auf, der sich gleich beim Anleger befindet.



      Anschließend vertrete ich mir noch ein wenig die Füße in dem kleinen Ort.



      Von blühenden Frühlingsboten noch überhaupt keine Spur - in Tromsø blühten immerhin schon die Schlüsselblumen - nur auf den beiden Picknickgruppen am Anleger stehen schon Schalen mit blühenden Hornveilchen als Zeichen des nahenden Frühlings. :love:



      Auf der Strecke nach Honningsvåg schaut immer wieder die Sonne durch



      und werden wir zeitweise wieder sanft geschaukelt. Ich verzichte wieder auf's Nordkapp und auch für die Vogelsafari habe ich mich nicht angemeldet. Am Nordkapp ist's mir bei den vielen Passagieren, die an der Fahrt teilnehmen, zu turbulent und die Vogelsafari ist bei bedecktem Himmel, Fahrtwind und maximal 2 Grad auch nicht gerade ein Vergnügen. Bleibt also Beides auf der Liste mit den Gründen für die nächste Fahrt. ;)

      Honningsvåg empfängt uns mit bedecktem Himmel, aber es ist trocken und nahezu windstill. Obwohl ich dieses Mal fast 14 Tage später dran bin, als 2015 ist es noch wesentlich winterlicher. :pupillen: Seinerzeit lag im Ort kein Schnee mehr und auch die umliegenden Berge waren weitestgehend schneefrei. Dieses Mal reicht die teils noch geschlossene Schneedecke bis an die obersten Häuserreihen heran und auch im Ort gibt es noch recht verbreitet Schneereste.



      Ich lasse mich aber von meinem Vorhaben, bis zum Aussichtspunkt zu gehen, trotzdem nicht abhalten und schaue einfach, wie weit die Wege begehbar sind. Der Fahrweg, der aus dem Ort herausführt, ist schneefrei, doch der kleine Weg, der weiter auf den Bergsattel führt, ist noch tief verschneit und der Schnee ist nass und sulzig. Da wären Schuhe und Socken ruckzuck durchnässt. So folge ich weiter dem Fahrweg und komme den Berg nur ein Stück weiter hinauf, als bis zum Denkmal von Knut Eric Jensen, das oberhalb des Ortes steht.



      Der Blick von dort ist aber auch sehr lohnend. :good3:



      Auf dem Rückweg mache ich noch einen Abstecher zur leider verschlossenen Kirche



      und dann kreuz und quer über die Halbinsel, auf der die weiterführende Schule steht.



      Im Coop kaufe ich noch ein paar Rollen der leckeren Gjende-Kekse :love: für zuhause und gehe dann wieder auf's Schiff. Alles in allem gefällt mir Honningsvåg ganz gut, auch wenn es jetzt im ausgehenden Winter teils etwas trist wirkt.

      Kurz vor der Abfahrt kommt, wie im Wetterbericht angekündigt, die Sonne richtig durch und plötzlich wirkt der Ort ganz anders. Von winterlicher Tristesse keine Spur mehr. Die noch weitestgehend weißen Berge, die bunten Häuser, der blauer Himmel und die See ergeben ein farbenfrohes Gesamtbild. :love:



      Auf dem Weg nach Kjøllefjord ist es praktisch windstill und die See ölig glatt,



      der noch vorhandene "alte" Seegang bewegt das Schiff dennoch spürbar und einige Passagiere haben bereits wieder Schwierigkeiten mit dem Gehen ... :rolleyes:

      Die Finnkjerka liegt im Sonnenlicht, als wir sie passieren, :thumbup:



      nur in Kjøllefjord ist es weitestgehend bedeckt. Nachdem wir den Kjøllefjord wieder verlassen haben, kommt wieder etwas deutlicher spürbare Bewegung ins Schiff und so bleibt es dann auch - mit Ausnahme der Häfen - den ganzen Abend. Ich setze mich noch ein Weilchen auf Deck 9 hinten, anschließend geht's zum Nordkappbuffet. Alles wieder sehr lecker, auch wenn mir die Zubereitung der Speisen nicht mehr ganz so aufwändig erscheint, wie noch vor zwei Jahren ?( . Dafür gibt es jetzt auch Jakobs- und Miesmuscheln und Rentier in zweierlei Varianten. Alles in allem bin ich aber kein wirklicher Freund der Nordkappbuffets. :/ Wenn zu Beginn der festen Essenszeit alle gleichzeitig zum Buffet stürmen, herrscht dort ein rechtes Gedränge, :pupillen: so dass man sich gar keinen richtigen Überblick über das Speiseangebot verschaffen oder in Ruhe auswählen kann... Da warte ich lieber ein paar Minuten, bis sich der erste Ansturm gelegt hat.

      In Mehamn ist es weitestgehend sonnig, ebenso bei der Passage von Slettnes Fyr



      und so bleibt es noch geraume Zeit, auch wenn sich immer wieder mal ein paar Wolken kurz vor die Sonne schieben. Ich setze mich daher nochmals für längere Zeit auf Deck 9 und genieße die wärmende Abendsonne. :love:

      Erst vor Berlevåg zieht es dann weitestgehend zu. Zur Schiffsbegegnung mit der Nordnorge bin ich natürlich draußen. Da sie mit etwas Verspätung ankommt, wartet die Trollfjord bei langsamer Fahrt, bis die Nordnorge an- und wieder abgelegt und den Hafen verlassen hat.



      Leider begrüßen sich die beiden Schiffe direkt vor der Hafeneinfahrt nur mit einem kurzen Signal, :( dabei hätte ich das wohlklingende tiefe Horn der Nordnorge gerne wieder mal richtig gehört. Wir legen nur kurz an, um ein einzelnes Frachtstück auszuladen, die Gangway wird nicht einmal herabgelassen und das Schiff auch nicht vertäut.

      Nachdem wir den Hafen verlassen haben, gehe ich auf die Kabine. Da nicht ganz sicher ist, ob wir die Mitternachtssonne heute überhaupt sehen werden, würde ich jetzt eigentlich ins Bett gehen, aber nachdem der Wetterbericht für die kommenden Tage eher schlechter ist, bleibe ich auf und hoffe, dass die Sonne doch nochmal durchkommt. Ich schreibe ein wenig am Reisebericht und im Forum und bin dann gegen 23:15 Uhr wieder auf Deck 6. Bis gegen 23:45 Uhr lässt sich die Sonne nicht mehr blicken



      und ich stelle mich schon drauf ein, dass das heute nichts mehr wird, als sie plötzlich zwischen den Wolken durchbricht. :)



      Es sind nur drei Passagiere auf Deck 6 hinten, keiner sagt etwas, so dass man diesen fast schon magischen Moment ganz bewusst erleben kann.

      Gegen 00:15 Uhr gehe ich zufrieden in die Kabine und ins Bett. Und weils so perfekt zur Region passt, hier der Link zu "Finnmark" von Asle Beck. :love:
      Grüße
      Jörn


      Reiseberichte im Profil

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    • Hallo Jörn:

      Prima Bericht und schöne Bilder.

      Mir kommt es auch so vor, als hätte es in diesem Winter viel mehr Schnee gegeben als in den Jahren davor. Das ist gut für Norwegens Wasserkraft.

      Deine Bemerkung zum wohlklingenden Horn der NORDNORGE hat mich neugierig gemacht. Gibt es eine/n Forie, der/die derartige Aufnahmen sammelt und ins Forum stellen kann? Es wurden ja vor einiger Zeit einige Muster vorgestellt.

      Lupo

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    • Lupo schrieb:

      Mir kommt es auch so vor, als hätte es in diesem Winter viel mehr Schnee gegeben als in den Jahren davor

      Der Schnee kam aber aussegewöhnlich spät, eigentlich erst Mitte Februar ging es richtig los.
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • Lupo schrieb:


      Deine Bemerkung zum wohlklingenden Horn der NORDNORGE hat mich neugierig gemacht. Gibt es eine/n Forie, der/die derartige Aufnahmen sammelt und ins Forum stellen kann? Es wurden ja vor einiger Zeit einige Muster vorgestellt.


      Ich meine zwar, dass ich irgendwo mal Aufnahmen aller Schiffe gefunden hätte, aber leider weiß ich nicht mehr wo...

      Live hatte ich die Nordnorge dann 2015 bei der Schiffsbegegnung an gleicher Stelle gehört und fand den Klang wirklich schön, ein totaler Kontrast zur Richard With am Morgen...
      Grüße
      Jörn


      Reiseberichte im Profil
    • @Älbler
      Bild 40 von 40 ist ein Traum! Von solchen Eindrücken lebt man lange Zeit und machen solch eine Reise unvergeßlich.
      Aber auch deine Beschreibungen der "Tagesabläufe " lassen einen wieder richtig mitreisen und die Vorfreude bekommt wieder Nahrung.
      Danke für Bilder und Text!
      LG Trollebo

      Nachtrag zum Schnee dieses Jahr.
      Ich hatte mit Beginn des Winters 2016/2017 die Wetter-und Schneelage an der Hurtigruten entlang verfolgt und war schon ganz enttäuscht: Nur Schmuddelwetter. Und wir hatten doch für den 23.2.2017 eine WINTER-Reise gebucht. Aber dann kam die schöne Überraschung: Schon am 22. 2. in Finse war so starker Schneesturm, daß ich nicht mal zum Fotografieren den Zug verlassen konnte. Und nach einem sonnigen kalten Tag in Bergen hatten wir dann ab dem ersten Hafen den tollsten Schnee.
      Mein Wunsch Tromsö , das Nordkap und Kirkenes in Schnee zu erleben ist voll erfüllt worden.Auch mein Nordlichtwunsch
      Ich hoffe, bald zum Auswählen und Verkleinern meiner Foto zu kommen, dann kann ich euch die herrliche Schneelandschaft zeigen.
      Trollebo
      Liebe Grüße von Trollebo

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    • Sonntag, 21.05.2017

      Gegen 1:45 Uhr wache ich an einem klappernden Geräusch auf und mache mich auf die Suche nach der Ursache. :search_1: Ich kann aber nichts entdecken, alle Schranktüren sind zu und auch sonst liegt nichts rum, was klappern könnte. Aber ich habe ja meine Ohrstöpsel dabei (Erfahrung von der letzten Tour), damit ist dann die Ruhe wieder hergestellt. Das Schiff bewegt sich zu der Zeit spürbar und wiegt mich wieder in den Schlaf. :sleeping:

      Ich wache kurz vor der Ankunft in Vadsø auf. Gehe ins Bad, mache mich fertig und gehe nach der Ankunft in Vadsø kurz raus auf Deck, auch hier ist es noch wesentlich winterlicher als vor zwei Jahren Anfang Mai... :pupillen:



      Anschließend geht's zum Frühstück.

      Bei einigen Passagieren ist der Seegang der letzten Nacht Gesprächsthema Nr. 1. Offenbar haben sie noch keine wirklich bewegte See oder gar einen Sturm wie auf unserer ersten Tour erlebt. :/

      Kirkenes präsentiert sich ebenfalls noch kaum frühlingshaft ... Alte schmutzige Schneeberge vom Winterdienst auf den Parkplätzen und an den Straßenrändern und auch sonst liegt noch ziemlich verbreitet alter nasser Schnee. Und im Bøkfjord treiben sogar noch eine Handvoll kleiner Eisschollen. :pupillen:



      Da sie im Verhältnis zur Größe relativ dick sind, stellt sich mir die Frage, ob diese tatsächlich noch Überbleibsel des hiesigen Winters sind oder ob diese nicht vom Wind aus polaren Gewässern angetrieben wurden. ?(

      Aber es ist heute recht angenehm. Die Sonne scheint durch dünne Schleierwolken, es geht relativ wenig Wind und die Temperaturen sind mit ca. 6 - 7 Grad recht angenehm. :thumbup:

      Ich mache einen ausgedehnten Rundgang durch das sonntäglich ruhige Kirkenes . Das Denkmal für die Sowjetsoldaten trägt wohl noch von den Feierlichkeiten zum Kriegsende Blumenschmuck und der „Wegweiser vor der Andersgrotta hat mit einem Schild „Wladiwostok 10.835 km“ Zuwachs bekommen.



      In der Ortsmitte stehen Tafeln mit beeindruckenden Aufnahmen des sehr einfachen Lebens in der Gegend um Kirkenes in der Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die von einer Fotografin namens Ellisif Wessel gemacht wurden. :thumbup:



      Dazu gibt es erläuternde Texte auf norwegisch, russisch und englisch. Ich versuche bewusst, den norwegischen Text zu lesen und zu verstehen, nur wenn ich gar nicht weiter komme, schaue ich im englischen Text. Es klappt eigentlich ganz gut, sinngemäß verstehe ich die norwegischen Texte durchaus.

      Auf meinen Rundgang komme ich auch an einem russischen Fischtrawler vorbei, der im Hafen liegt. Der Zustand … =O



      Direkt an der Kirche entdecke ich dann auch die ersten Frühlingsboten. :love:



      Nach der Rückkehr auf's Schiff schreibe ich ein wenig am Bericht und schaue ins Forum. Zur pünktlichen Abfahrt bin ich wieder draußen. Kirkenes macht uns den Abschied etwas leichter, denn zwischenzeitlich hat es hier fast komplett zugezogen.

      Nun sind wir also schon wieder südgehend...

      Als wir den Bøkfjord verlassen kommt bis Vardø wieder spürbare Bewegung ins Schiff und ein paar Mal schaukeln sich die Schiffsbewegungen auch für einige Augenblicke richtig auf. Das fühlt sich dann schon etwas mehr nach bewegter See an. Für Gesprächsstoff beim Abendessen ist also gesorgt. ;) Ich hole mir Tee und setze mich mit dem IPad auf Deck 9 in den Panoramasalon. Hier ist es heute Nachmittag - wahrscheinlich auch wegen des Seegangs - ruhig und leer. :thumbup:

      Als wir in Vardø festgemacht haben, gehe ich nicht mit zur Festung, da ich diese schon vor zwei Jahren besichtigt hatte. Statt dessen möchte ich kurz die Kirche besichtigen und dann etwas den Ort erkunden. Zeitweise scheint auch noch die Sonne, so dass der Ort recht einladend wirkt. :good3:



      Die Kirche ist tatsächlich auch offen und als ich mich gerade in ihr umschaue, kommt ein Gemeindemitglied aus Vardø und erklärt den Interessierten in fast fehlerfreiem Deutsch die Kirche, das Altarbild und einige andere Dinge in der Kirche. :good3:



      Ganz besonders beeindruckt mich der Spruch unter dem alten Altarbild: "Det er fullbrakt" - "Es ist vollbracht". Vor dem Hintergrund der jüngeren Geschichte des Nordens Norwegens und dass gerade dieses Bild als einziges Relikt aus der alten Kirche und als eines der wenigen im Norden überhaupt, die Wirren und Zerstörungen des Krieges überstanden hat, gibt ihm neben der eigentlich biblischen Aussage, einen zweiten, verstörend zeitgeschichtlichen Bezug. ;(

      Die Erklärungen sind sehr interessant, man merkt, der Mann lebt für "seine" Kirche, er erzählt mit spürbarer Begeisterung. :thumbup: Über eine halbe Stunde bin ich letztlich in der Kirche und ich würde gerne noch mehr erfahren. Doch dafür reicht die Zeit nicht. Ich trage mich zum Abschied noch kurz ins Gästebuch ein, bedanke mich für die Erklärungen und gut 10 Minuten vor Abfahrt muss ich mich dann doch ein wenig sputen, um das Schiff nicht zu verpassen. :locomotive:

      Das war wieder einer dieser völlig unerwarteten besonderen Momente, die mir noch lange in Erinnerung bleiben werden, wie seinerzeit auch die Begegnung mit unserem Reiseleiter in Alta, der die Führung durch die Nordlyskathedrale und auch den weiteren Nachmittag zu etwas ganz Besonderem gemacht hat. :good3:

      Kurz vor Abfahrt bin ich an Bord, nicht ohne unterwegs noch einen kurzen Abstecher zum Denkmal für Willem Barentsz, der Ende des 16. Jahrhunderts versuchte, einen nordöstlichen Seeweg nach China zu finden und nach dem nun die Barentsee benannt ist, zu machen.



      Insgesamt vermittelt mir Vardø in der Kürze der Zeit einen sehr widersprüchlichen oder besser sehr zwiespältigen Eindruck, der das kleine Städtchen aber auch sehr reizvoll macht. :!: :?: :!: An einigen Stellen dominiert deutlich sichtbar der Niedergang (so hat Vardø im Zuge des Niedergangs der Fischindustrie fast die Hälfte seiner Einwohner verloren),



      während etwas weiter das moderne, zeitgenössische Vardø mit dem Kulturhaus ein deutliches Zeichen gesetzt hat. ?(



      Für mich steht jedenfalls fest, dass ich Vardø das nächste Mal sicher noch weiter erkunden werde. :thumbup:

      Wie schaffe ich jetzt die Kurve zurück zur Reise und zu den elementaren Bedürfnissen des Menschen?

      Bis zum Abendessen ist noch etwas Zeit, die ich zunächst draußen und dann teils in der Kabine und auf der gemütlichen Couch im Treppenhaus auf Deck 7 verbringe. Das Schiff wiegt uns derweil gemütlich Richtung Båtsfjord .

      Um 18:30 Uhr geht's wie üblich zum Abendessen. Es gibt ein Stück in Rotwein marinierten Hering mit roten Zwiebeln und Schwarzbrot, danach Rentier (innen noch schön medium rare, wie ich ich es liebe) mit Kartoffelpüree und verschiedenem Gemüse und zum Abschluss ein Küchlein sowie eine Kugel Aquaviteis. :love: Wie immer ist alles sehr lecker. Seit heute gibt es auch wieder nur noch 5 Sitzungen, es dürften also deutlich mehr Paxe aus- als zugestiegen sein.

      In Båtsfjord gehe ich kurz von Bord, da am Kai Bauteile für 5 große Windkraftanlagen liegen. Die möchte ich mal aus der Nähe anschauen.



      Erst wenn man die Teile mal so direkt vor sich hat, begreift man, wie riesig die tatsächlich sind. :pupillen: Aufgebaut wirken sie ja fast schon filigran.

      In Berlevåg passe ich noch die Begegnung mit der Kong Harald ab. Während wir nur kurz anlegen, um ein Frachtstück aufzunehmen, wird das Schiff nicht einmal vertäut. Die Gangway bleibt ohnehin geschlossen. Die Kong Harald wartet derweil vor dem Hafen.



      Bei der Schiffsbegegnung wird auf der Kong Harald heftig gewunken und Fahnen geschwungen, außerdem gibt diese auch akustisch Signal. Auf der Trollfjord ist von alledem nichts zu sehen oder hören. Nicht einmal der Gruß der Kong Harald wird erwidert. :negative: Wieder ein klarer Sieg für das andere Schiff. :good3:

      Anschließend gehe ich auf die Kabine und nun ist auch Schlafenszeit angesagt. Die Mitternachtssonne wird sich heut eh nicht mehr sehen lassen, da es zwischenzeitlich komplett zugezogen hat, außerdem habe ich auch noch Nachholbedarf. :sleeping:

      Schiffsbewegungen gibt es zwischenzeitlich fast keine mehr, der Wind ist fast komplett eingeschlafen und auch der Seegang ist ziemlich zum erliegen gekommen. Insoweit dürften auch empfindliche Paxe wohl eine ruhige Nacht verbringen. ;)
      Grüße
      Jörn


      Reiseberichte im Profil
    • @Älbler
      So wie dir geht es mir auch, wenn ich auf einer Reise mehr über geschichtliche Hintergründe und das Leben der Menschen in der jeweiligen Region erfahre: Man nimmt mehr mit als nur optische Eindrücke. Die Texte in der Nordkap-Halle über die Deutsche Besetzung Norwegens fand ich sehr beeindruckend und informativ, da ich vieles gar nicht und manches nur ahnungsweise wusste.
      So etwas prägt sich dann auch ein und kann zum Verständnis zwischen den Völkern beitragen.
      Kennst du das Buch " Erzähl es niemanden " von Randi Crott, einer Moderatorin des WDR 5?
      Ihr Vater war als deutscher Soldat in Norwegen- Nähe Harstad-, ihre Mutter, damals ein junges norwegisches Mädchen. Sie lernen sich durch eine Einladung der Eltern von Randi Crotts Mutter kennen und lieben. Und jetz kommt das große ABER:
      Randis Vater, der deutsche Soldat, war Jude, was niemand erfahren durfte, nichtmal die Eltern der jungen Norwegerin. Deswegen der Titel " Erzähl es niemanden". Es ist die wahre Geschichte der Eltern von Randi Crott. Man erfährt in dem Buch mehr als in vielen Geschichtsbüchern..
      Ich kann das Buch nur sehr empfehlen.
      LG Trollebo
      Liebe Grüße von Trollebo