Große Weihnachts - und Silvesterreise 2003/04 mit MS "Richard With"

    • B-K-B
    • 2003
    • Große Weihnachts - und Silvesterreise 2003/04 mit MS "Richard With"

      Prolog

      Sommer 2002:
      Gerade von einer vierwöchigen PKW-Rundreise durch Skandinavien wieder zu hause angekommen reifte der Wunsch nach einer Hurtigruten-Reise. Mehrere kurzzeitige Intermezzos mit HR hatten schon dort den Entschluss reifen lassen, mal eine komplette solche Reise zu unternehmem. Darin bestärkt wurden wir durch die Schwärmereien zweier schon vollkommen infizierten HR-Fahrer, die noch dazu meinten, wir sollten unbedingt im Winter fahren. Das Internet war zu dieser Zeit noch nicht so informativ wie heute und so vertrauten wir den erhaltenen Tipps und unserer Neugier und suchten uns eine Reise heraus.

      Da wir die Mitternachtssonne schon ein paar mal gesehen hatten, buchten wir nun die Option auf Nordlicht. Und das im September 2002 - für 15 lange Monate später.
      Aber Zeit genug, sich mit den wichtigsten Utensilien (nach wohlgemeinten Tipps) für eine solche Reise auszustatten: eine Digitalkamera (manno waren die Dinger damals teuer und hatten fast nix -allein für den Preis des 256 MB - Speicherchips bekommt man heute eine Kamera), ein Notebook für Fotospeicher, Reisetagebuch und Computerspiele für Langeweile (welche Langeweile????) und diverse Kleidungsstücke wie z.B. Winterboots.

      Und dann hieß es warten und vorfreuen und warten.....

      15 lange Monate später
      22.12.2003

      Wir waren schon zwei Tage vorher nach Kiel angereist (soweit mein Vetrauen in meinen Arbeitgeber DB) hatten ein schönes Zimmer im ICE-Hotel mit Blick auf den Hafen.

      Mit Weihnachtsmarkt usw. ließen wir es uns gut gehen. Das war aber eben alles nur Vorspiel.
      Kurz nach dem Frühstück sahen wir sie, die einlaufende MS "Kronprins Harald", die uns nach Oslo bringen sollte.

      Nun aber hurtig zum Terminal und einchecken - ENDLICH

      Da noch genug Zeit bis zum angegebenen Treffpunkt war, waren wir fast die einzigen Fahrgäste für die Fährüberfahrt. Aber wir konnten auch schon die ersten Mitreisenden unserer Gruppe unverwechselbar an den HR-Kofferanhängern erkennen.
      So langsam füllte sich die Halle und: mit jedem Öffnen des Fahrstuhls stieg das Durchschnittsalter in der Abfertigungshalle deutlich. Na das konnte ja heiter werden. Wir konnten aber auch die einschlägigen Reisenden-Typen schnell ausmachen: die erfahrenen bzw. gut informierten HR-Reisenden, zu erkennen an überwiegend rot-schwarzen Anoraks einschlägiger Outdoor-Hersteller und relativ kleinen Trolleys; die Reisenden, die offenbar glaubten, auf eine Kreuzfahrt zu gehen, mit Pelzmänteln und schrankwandgroßen Koffern und zuletzt die, die offenbar nur wußten, dass es auf ein Schiff geht – die Reise vielleicht geschenkt oder gewonnen. Wir befanden uns auf der Skala so in der Mitte mit der Tendenz zu "normal".

      Dann ging sie auf, die Tür am Abfertigungsschalter und wir wurden begrüßt von unseren NSA- Reisleitern Didi Taubenheim und Ramona Kenngott. Es gab die Bordkarten und einige Hinweise für den weiteren Tagesablauf.
      Also - erstmal Kabine bezogen und das Schiff inspiziert.
      Die Abfahrt in Kiel mußte dann natürlich von ganz oben und so weit draußen wie möglich erlebt werden.


      Für 17 Uhr wurde zum Begrüßungscocktail geladen. da sah ich unsere Gruppe zum ersten mal in voller Größe – ca. 120 Mann.
      Und es gab - obwohl die Reise noch nicht einmal richtig begonnen hatte, schon die ersten Beschwerden: Kabine zu weit vom Restaurent entfernt, nur Innenkabine und die Krönung: wie kann man 17 Uhr eine Versammlung machen, wenn es 18 Uhr Abendbrot gibt? Spätestens da wurde mir klar, dass Reiseleiter kein Traumberuf ist.
      Es kam tatsächlich, wie es kommen mußte - beim Abendbrot ziemliches Gedränge und man mußte am Buffet anstehen - wie grausam. Aber zum Glück ist keiner verhungert.

      Das war nur der Anfang von fast pausenlosem Genöle und Gezicke, bis zum letzten Tag war es permanent steigerungsfähig.
      In uns regte sich ganz langsam der Verdacht, dass es vielleicht ein Fehler war, solch eine "Themenreise" zu buchen, das lag aber nicht an HR, nicht an Norwegen, sondern an der Stimmung an Bord bzw. in unserer Reisegruppe.
      Das sollte uns aber die Vorfreude und den Spaß an der Reise nicht nehmen!

      Da es im Dunkeln und auf hoher See nix zu sehen gab und wir keine Lust auf Bar usw. hatten, gingen wir schlafen, wohl wissend, dass wir in den nächsten Tagen nicht allzu oft dazu kommen. Innenkabine, aber für die Überfahrt durchaus ausreichend und angemessen.

      23.12.2003

      Ab 7.30 Uhr gab es Frühstücksbuffet - sehr umfangreich, sehr lecker.
      Anschließend beobachteten wir die Fahrt in der Morgendämmerung in den Oslofjord.


      Von Bord ging es direkt duch den Zoll und zu den Bussen zum Bahnhof. Das wurde uns alles ausführlich erklärt und trotzdem hat es eine der Pelzdamen geschafft, den Bus zu verpassen und kam mit einem Taxi hinterher.
      Mit der Bergenbahn begann dann eine wunderschöne Fahrt duch den norwegischen Winter.

      Wir bekamen jeder ein Heftchen, in dem die Haltepunkte, Höhenangaben usw. beschrieben waren. Die Strecke von Myrdal nach Voss kannten wir ja schon und in Myrdal mußten wir erstmal raus, um die Flåmsbahn zu sehen.


      18 Uhr Ankunft in Bergen . Es regnete stark (wie fast immer in Bergen ) Vom Zug ging es gleich mit Bustransfer zum Hurtigruten-Kai. Und dann sahen wir sie, unsere "Richard With", strahlend und festlich geschmückt.
      Nachdem durch die Reiseleiter die Formalitäten abgewickelt waren, wurden die Koffer an Bord gebracht und wir bekamen unsere Kabinenkarten. Danach durften wir ENDLICH 19 Uhr an Bord.

      Abseits vom Gedränge schauten wir uns erstmal um - unser Gepäck war schon in der Kabine - holten uns eine Cruise-Card und fielen über das "kleine Abendbuffet" her. Da bekamen wir einen ersten Eindruck, was uns an kulinarischen Köstlichkeiten in den nächsten Tagen erwarten würde. So haben wir uns schon gefragt, wie dann wohl das große Buffet aussieht.

      Um 21 Uhr fand ein erster Infotreff im Panoramasalon "Horisont" statt, bei dem uns der Bord-Reiseleiter Peter und einige Mitglieder der Besatzung vorgestellt wurden. Es gab einige allgemeine Hinweise und die obligatorischen Sicherheits - Informationen.

      Dann hieß es warm anziehen, denn um 22:30 Uhr legte das Schiff ab. Mit Kameras bewaffnet standen wir mit vielen anderen draußen um die nächtliche Ausfahrt zu erleben und zu fotografieren. Ich habe viele Fotos gemacht und sie sahen auf dem kleinen Display der Kamera auch super aus, aber dann später auf dem Notebook kam die Erkenntnis, dass ich vorher mal Nachtaufnahmen hätte testen sollen, oder mich informieren - nicht ein einziges ist was geworden.

      Die Erlebnisse des Tages, die Freude an der nun begonnenen Reise ließen uns noch nicht zur Ruhe kommen. Noch lange saßen wir im Panorama, ehe wir weit nach Mitternacht ins Bett (oder heißt das auch Koje?) gingen. Übrigens Kabine 608 außen steuerbord.


      24.12.2003

      Am frühen morgen begegnete uns die "Trollfjord" auf dem Weg nach Bergen . Das weiß ich aber auch erst, seit ich Monate nach der Reise die Reihenfolge der Schiffe und die Begegnungen recherchiert hatte. Hätte ich das früher gewußt und vor allem geahnt, dass ich in einem Forum lande, in dem dieses Schiff eine "tragende Rolle" spielt, wäre ich natürlich aufgestanden. Aber so haben wir sowohl Florø als auch Maløy verschlafen.
      Die Reihenfolge der Schiffe damals war übrigens: RW, TF, MS, NL, NK, VÅ, FM, KH, PL, NV, LF





      Fortsetzung folgt ;) ;)
      LG Marion :girl_witch:

      Post was edited 1 time, last by “Muddi”: Titel geändert ().

    • ja, Schiffe sind immer weiblich (war angeblich schon zur Römerzeit so) - müsste korrekt mit "DER Richard With" heissen.
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~ Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~
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    • na dann will ich schnell noch einen nachlegen:

      24.12.2003

      Nach einem ersten (von vielen) oberleckeren und sehr reichhaltigen Frühstücksbuffets erlebten wir das erste Anlegemanöver in Torvik

      und eine Überraschung: Ein Schülerblasorchester spielte Weihnachtsmelodien, wofür es sehr viel Beifall gab.

      Nebenbei beobachteten wir auch erstmals die Ladearbeiten.
      Bei der Weiterfahrt wurden wir nochmals mit einem Ständchen verabschiedet.

      Nun ging es weiter nach Ålesund , unserer nächsten Station.

      Nach dem MIttagessen standen Busse bereit, die zu einem Gottesdienst in der Ålesunder Kirche fuhren. Fast alle Reisenden fuhren mit. Wir gehörten zu den Wenigen, die zurück geblieben waren, weil wir mit der Kirche nichts am Hut haben und kein Interesse an Krippenspiel und so hatten. Wir machten uns auf in die schön geschmückte aber fast menschenleere Stadt (die waren ja alle in der Kirche).

      Alle Geschäfte hatten geschlossen, nur ein kleiner Kioskladen hatte noch geöffnet. Dort kauften wir ein paar Weihnachtskekse (wir wußten ja noch nicht, dass es an Bord Kuchen und Kekse im Überfluss gibt) und "Julbrus", eine extra Festtagscola. Als ich mich beim gehen mit "God Jul" (also: gu chül) verabschiedete und mir darauf geantwortet wurde, war ich ganz stolz auf mich.
      Wir bummelten dann noch ein bischen durch die Stadt und am Anleger entlang

      Dann kamen auch schon die Busse zurück und wir sahen zum ersten mal freudige, strahlende Gesichter. Der Gottesdienst muss wunderschön gewesen sein, nix mit Krippenspiel. Die Kirche war brechend voll, wer keinen Sitzplatz hatte, blieb stehen und die Kinder saßen vorn auf dem Boden. Es kab kurze Andachten, aber meist wurde gesungen und die kleinen Kinder haben getobt und getanzt. Alle hatten sehr viel Freude und es ging super entspannt zu.

      Da Feiern hungrig macht, stand schon ein riesiges Kuchen- und Tortenbuffet bereit (wir hatten ja unsere Kekse...) Tortenkreationen zum Träumen. Es gab aber zum Glück auch Nüsse und Obst. Garniert war das mit unzähligen kleinen Norwegenfähnchen, die habe ich heute noch überall in der Wohnung. Dieses Buffet gab es an allen Feiertagen.

      Nun ging es weiter nach Molde .
      Nach einem Schreiben von HR sollten wir dort einen längeren Aufenthalt haben und dafür Kristiansund nicht anlaufen. Naja, wäre eh mitten in der Nacht gewesen.
      Am Morgen hatten wir die erste Ausgabe von "Hurtigruten Aktuell" erhalten, einem NSA-Reisejournal, das wir von nun an jeden Abend mit Informationen für den nächsten Tag bekamen. Eine schöne Angelegenheit und Erinnerung.
      In diesem Journal stand nun geschrieben, dass es im Kiosk am Kai in Molde deutsche Zeitungen gibt. Das mag sicher so sein, aber doch nicht am Heiligen Abend. Der Kiosk hatte geschlossen. Schon wurden die Gesichter wieder länger.

      Pünktlich 18 Uhr begann dann die erste "Festsitzung" zum Abendessen. Nicht als Menü wie sonst abends, sondern als Weihnachtsbuffet, dem es an nichts fehlte.
      Bei dieser Gelegenheit lernten wir nun auch unsere Tischnachbarn kennen, ein Ehepaar aus Hessen, mehr als 20 Jahre älter als wir, aber sehr angenehme "Mitesser" wie wir sie immer liebevoll-scherzhaft nannten. Er feierte auf der Fahrt von Kiel nach Oslo seinen 70. Geburtstag, war aber noch richtig gut drauf und ein Hurtigruten-Junkie. Er hat uns sehr oft mit Geschichten von seinen Fahrten sehr angenehm unterhalten, und beide liebten die alten Schiffe - ich glaube, die ganz ganz alten.

      Zurück zum Festessen: Es begann mit einer Ansprache des Kapitäns Inge Nilsen, des Reiseleiters Peter und einer kleinen Andacht, begleitet von Musik. Das war schon ganz schön emotional - auch für Nichtchristen - und hat offenbar nachgewirkt. Die anschließende Schlacht am Buffet verlief viel ruhiger als am Mittag.
      Nach so viel Essen dann erstmal ne Runde ums Schiff - auf Deck 5 natürlich.


      21:30 Uhr Weihnachtsfeier im "Horisont". Gestaltet wurde sie von der Crew, Familienmitgliedern und der Reiseleitung.
      Es gab nochmals kurze Ansprachen, Musik, kleine Verse. Einer der Höhepunkte war die Ansprache unseres Bord-RL Peter, der uns nicht nur zum Lachen gebracht, sondern sich auch in die Herzen der älteren Damen gesäuselt hat.
      Dann kam der Weihnachtsmann.

      In erster Linie wurden die Kinder der Besatzung beschenkt, aber auch wir bekamen jeder ein kleines Geschenk, einen kleinen Bildband.

      Dann ging es weiter mit dem gemeinsamen Gesang von Weihnachtsliedern und dem Tanz um den Weihnachtsbaum. Leider taten das nur die Besatzung und Familien, aber auch wir hatten unseren Spaß dabei.


      Und dann kam das hier


      den Text hat mir Peter später dann aufgeschrieben:
      oh lutefisk, oh lutefisk
      how fragrant your aroma
      h lutefisk, oh lutefisk
      you put me in a coma
      you smell so good, you look so glue
      use you to fix my overshoe
      oh lutefisk, come saturday
      I'll think I'll eat you anyway

      oh lutefisk, oh lutefisk
      I put you in the doorway
      oh lutefisk, oh lutefisk
      just like they do in Norway
      a dog came bye and pissed on you
      I kick you with my armyshoe
      oh lutefisk, now I suppose
      I'll eat you, as I hold my nose


      Von uns unbemerkt wurde inzwischen wieder abgelegt in Molde und wir fuhren weiter in die Nacht hinein Richtung Norden.
      Die Begegnung mit der südgehenden "Mitnatsol" hat sich um viele Stunden verschoben, da diese zur Feier in Kristiansund stand.
      Sie fuhr dann irgendwann in der Nacht lautlos an uns vorbei.

      Wir gingen etwas beschwert nach Wein und Bier gegen 2 Uhr ins Bett (nicht ohne vorher nochmal nach draußen zu gehen, ob wir was verpassen) und wurden erst wieder munter, als wir schon in Trondheim lagen.
      Da erzähle ich aber morgen weiter
      LG Marion :girl_witch:

    • @ hamburgerin: ich werd mir alle Mühe geben, damit du nach deiner Rückkehr genug zum lesen hast - und da werd ich wohl nicht die einzige sein.
      in diesem Sinne: dir und Jobo gute Reise und kommt erholt und schreibfreudig wieder

      trollfjord wrote:

      Aber mal ernst: Alle Schiffe spielen hier eine tragende Rolle.

      Das war auch nicht ernst gemeint, eher eine kleine Anspielung auf das hin und her mit den Lieblingsschiffchen :mosking: :mosking:

      trollfjord wrote:


      Aber nur mal 'ne Frage am Rande: Sollte es in der Ueberschrift nicht eher heissen "mit der MS Richard With" statt "mit dem...". Auch wenn MS ja fuer Motorschiff steht und der Artikel davor in diesem Falle richtig ist, hat sich m.E. doch die weibliche Form im Sprachgebrauch durchgesetzt.

      keine Ahnung, ich hab das hierher, also Original HR
      LG Marion :girl_witch:

    • Arctica wrote:

      ja, Schiffe sind immer weiblich (war angeblich schon zur Römerzeit so) - müsste korrekt mit "DER Richard With" heissen.

      Was ist an DER weiblich ?
      DER Junge :cool:
      DAS Mädchen :girl_sigh:


      @Muddi
      Ich hab für nächstes Jahr auch über Silvester gebucht, hoffe aber, daß es nicht so voll wird.
      Über Weihnachten geht im Moment nicht. Als Schulferienabhängige ist der erste Ferientag der 23.12., das war dann doch zu knapp.
      Obwohl mich Weihnachten in Norge richtig reizen würde, aber im Moment ist über Weihnachten auch noch Sponsoren-Pflege angesagt, sprich Besuche mit Töchterchen bei Großeltern.

      Mach mal in Ruhe weiter mit Deinem Bericht, ich freu mich schon.

      almidi
    • OHOH - der lutefisk - dazu muss man sagen, das Ding muss man zur Melodie von Oh Tannenbaum singen.

      Dazu mein Erlebnis - zur letzten Weihnachtszeit schrieb Peter in Facebook dass er dies mit den Touristen gesungen habe, worauf es zu einem Geplänkel kam zwischen Peter, meiner Freundin Anne L. (ja auch Mitglied hier im Forum) und mir. Ich bestand darauf, dass ich bei meiner Reise Anfang Januar unbedingt den Lutefisk-Song von Peter hören wolle (ich wusste schon dass er auf meiner Tour wieder RL ist), worauf einer der Beiden meinte, aber nur wenn ich lutefisk esse! Das Gegröhle zwischen Peter und mir ging gleich los - du singst - du isst!. Keiner von uns beiden hatte aber Lust dazu und am dritten Tag kam Peter zu mir und meinte das mit dem lutefisk lassen wir doch. wir waren uns einig. Peter meinte dann noch man soll ja nicht lügen, aber man darf etwas beschönigen und wir schreiben Anne alles wäre gut... Am dritten Tag war Captains Gespräch, alle sassen erwartungsvoll im Panoramasalon, ich kam fast als Letzte. Im Moment als ich vorne quer über die freie Fläche lief ging es hinter mir los - Oh lutefisk... dann übers Mikro bei verdutzten Gesichtern des Publikums Petra, ist deine Reise nun ein Erfolg...!? :laugh1:

      Mitreisende erzählten mal Peter sass an seinem Desk und begann den lutefisk zu singen, unterbrach sich dann aber und meinte trocken - ach, das darf ich ja nur singen wenn Petra dabei ist... :D

      Ach ja - Nachtrag - ich musste keinen lutefisk essen... ;)


      @almidi - DER Richard With - wärst du Deutschlehrer wüsstest du es...
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    • Moin, Marion,

      vielen Dank für Deinen Bericht mit den interessanten Bemerkungen. Ja, ja, solche Leute trifft man wohl überall - auf der Hurtigrute glücklicherweise weniger.

      "Der, die, das,
      wieso, weshalb, warum
      bleibt DAS Schiffchen stumm?"

      Schiffe sind immer weiblich, das Thema hatten wir schon mal im NF. Hier ist noch einmal die Begründung

      A ship is called a "she" because.....

      • There is always a great deal of bustle around her
        There is usually a gang of men about
        She has a waist and stays
        It takes a lot of paint to keep her good looking
        She shows her topsides and hides her bottom
        She can be all decked out
        It takes an experienced man to handle her correctly
        And without a man at the helm, she is absolutely un- controllable.
        It takes a lot of Paint to keep her Good - Looking.
        And the main reason....It's not the initial expense that breaks you, It's the upkeep!!!
        When coming into port, always heads for the buoys.


      Also, ich habe es bei der Seefahrt so gelernt: DIE Richard With. Üblicherwiese hat man das MS, SS, TS, MT etc weggelassen. Das ist eine Marotte der Journal.isten, die Abkürzung für den Schiffstyp auch noch in die Anführungszeichen zu setzen. Ich bekomme jedes Mal einen Schüttelanfall wenn ich lese "MS Deutschland" oder so.

      Herzliche Grüße aus Hamburg bei 13° und Nieselregen.
      Ronald
    • Arctica wrote:

      OHOH - der lutefisk - dazu muss man sagen, das Ding muss man zur Melodie von Oh Tannenbaum singen.

      Ja, Peter hat das zu "oh Tannenbaum" gesungen - hört man das aus dem Video nicht raus?

      Arctica wrote:

      Mitreisende erzählten mal Peter sass an seinem Desk und begann den lutefisk zu singen, unterbrach sich dann aber und meinte trocken - ach, das darf ich ja nur singen wenn Petra dabei ist... :D

      Äh, kann es sein, dass du damals mit an Bord warst?
      LG Marion :girl_witch:

    • Muddi wrote:

      hört man das aus dem Video nicht raus

      sorry - ich war am Lesen und wollte den Film zum Schluss ansehen, hatte es aber irgendwie vergessen anzuklicken, da ich wieder mal gestört wurde... :blush2:

      Muddi wrote:

      Äh, kann es sein, dass du damals mit an Bord warst

      ne - das war jetzt auf meiner Reise Anfang Januar.
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    • 26.12.2003

      Wir wurden natürlich nicht erst munter, als wir im Hafen von Trondheim lagen, sondern zu einer Zeit, in der wir theoretisch schon da liegen mussten. Durch den längeren Aufenthalt in Molde kamen wir mit über 3 Stunden Verspätung in Trondheim an. Da saßen wir gerade beim Frühstück und beeilten uns, in warme Klamotten und von Bord zu kommen.

      Hier herrschte das, was man allgemein als tote Hose bezeichnet. Nix los, keine Menschen, keine Arbeiter – Weihnachten eben. Und das Schlimmste: die eigentlich mit uns zusammen liegende "Nordlys" war auch nicht da. (Spätere Erkenntnis: sie hat Weihnachten in Rørvik verbracht)

      Ausflüge waren heute nicht angeboten, es fuhren offenbar auch keine Busse, also machten wir uns zu Fuß auf in Richtung Stadt. Alles war noch ruhig und verschlafen – und es war ziemlich matschig. Da wir hier schon zweimal waren, kannten wir die Highlights – Nidarosdom und Co. – schon und bummelten einfach durch die menschenleeren Straßen. Auf dem Rückweg erwarteten wir gespannt, ob wir nun ein Nachbarschiff haben, aber Fehlanzeige. Sie könnte natürlich während unseres Spazierganges an- und abgelegt haben, aber das war eher unwahrscheinlich und in der Stille hätten wir das auch gehört. Bis zu unserer Abfahrt war sie nicht zu sehen
      Kurz vor Abfahrt füllte sich plötzlich der Kai, wir bekamen neue Mitreisende.
      Pünktlich 12 Uhr legten wir ab und machten die Fotos, die wir bei der Einfahrt verpasst hatten.

      Dann schauten wir noch lange in Richtung Norden um die "Nordlys" zu erspähen, aber sie kam einfach nicht. Auch während des Mittagessens haben wir immer beobachtet und waren sozusagen zum Sprung bereit.
      Dann endlich 13.30 Uhr kam sie.

      Peter hat mit seiner Durchsage sicher alle aus dem Mittagsschlaf geweckt, aber trotzdem waren wir fast die einzigen, die die Begegnung draußen miterleben wollten. Auf der "Nordlys" haben wir auch kaum jemanden gesehen. Trotzdem wurde sich schön mit Hupkonzert begrüßt. Unser Horn hat wahrscheinlich die letzten Mittagsschlafambitionen zerstört, die der "Nordlys" war irgendwie ein bisschen verhalten. Vielleicht hat sie sich geschämt, dass sie so spät war, vielleicht hat es aber auch der Wind verschluckt.

      Der nächste angekündigte Höhepunkt sollte die Fahrt durch den engen Stokksund sein. Da war es schon wieder sto(kk)dunkel und fast nichts zu sehen, von Fotos ganz zu schweigen. Auch hatte sich mir damals die Faszination dieser Durchfahrt noch nicht so richtig erschlossen.
      Wir haben uns einfach gemütlich schippern lassen.

      Wo auch immer wir uns zum Abendessen (ab 18:30 Uhr) befanden, es war sehr sehr bewegt.
      Wir saßen im Speisesaal und plötzlich entwickelte die Vorsuppe ein Eigenleben – und unsere Mägen auch. Fast gleichzeitig sind mein Mann und ich aufgestanden und mit einem „sind gleich wieder da“ schnell zur Toilette verschwunden. Keine Ahnung, ob es die Wellen oder das Kuchenbuffet vom Nachmittag war, uns war so hundeübel, dass wir uns an der Rezeption Tabletten geholt und in die Kabine verschwunden sind. Später haben wir erfahren, dass wir die ersten von vielen Mitreisenden waren, die an diesem Abend keinen Hunger mehr hatten.
      Pünktlich zur Ankunft in Rørvik ging es uns wieder besser, und das war auch gut so. Wir legten nämlich neben der "Nordkapp" an, welche einladend und strahlend auf unseren Besuch wartete.

      Mein Eindruck war, dass sie in der Farbgebung heller war und dadurch frischer und flotter wirkte. Die Rezeption war im Vergleich zu uns angenehm moderner und einladender. Ist ja auch ne neuere Bauart.
      Wir legten dann als erste wieder ab und hinterließen die "Nordkapp" in ihrer Festbeleuchtung.

      Das Lichtermeer von Brønnøysund bestaunten wir noch bei der Ein- und Ausfahrt. Beeindruckend die Fahrt unter der Brücke über den Brønnøysund .
      Den Torghatten , Sandnesjøen und Nesna erlebten wir dann schon im Tiefschlaf.

      26.12.2003

      Schon am Vortag bekamen wir Karten, auf denen wir schätzen konnten oder sollten, um welche Zeit wir den Polarkreis überqueren. Dem Sieger winkte ein Preis.
      Diese Überquerung fand heute in den frühen Morgenstunden statt und wir verschliefen sie genauso, wie die fast zeitgleiche Begegnung mit der "Vesterålen"
      9 Uhr der erste Hafen des Tages: Ørnes . Hier war es zwar noch ziemlich finster, es war auch nix los, aber wir waren im Winter angekommen.


      Nach dem Frühstück war Termin Reiseleiter-Sprechstunde. Hier konnte die Nölfraktion endlich mal vom Leder ziehen. Uns war es egal, uns ging es gut, wir hatten unseren Traumurlaub und waren rundum zufrieden. Außerdem gab es draußen viel zu viel zu sehen, das war allemal interessanter. Sie waren einfach wunderschön anzusehen, die wie mit Puderzucker bestreuten Berge. Zum ersten mal füllte sich das Außendeck richtig und es wurde fotografiert und gefilmt, was das Zeug hielt.
      Dass es bitterkalt war, haben wir in der Begeisterung gar nicht wahrgenommen.




      12:30 Uhr Ankunft in Bodø . Hier waren wir im letzten Jahr schon mal und haben unsere "Richy" getroffen. Nun standen wir selbst mit ihr hier, vor 16 Monaten undenkbar.




      Fortsetzung folgt
      LG Marion :girl_witch:

    • Muddi wrote:

      Peter hat mit seiner Durchsage sicher alle aus dem Mittagsschlaf geweckt, aber trotzdem waren wir fast die einzigen, die die Begegnung draußen miterleben wollten.

      Sach ma, watt hattet ihr denn da für eine Truppe zusammen ?

      Mittagsschlaf ? Die einzige Zeit, wo man mal was sehen kann.

      Winterzeit ist trotzdem schön, wie Du mit Deinen Fotos wieder eindrucksvoll unter Beweis stellst.

      Ich freu mich auch schon auf nächstes Jahr Silvester, schlappe 16 Monate noch.
      almidi
    • es geht weiter mit dem

      26.12.2003

      Nach dem Essen wurde eine Sightseeing-Tour für 180 NOK angeboten, aber da wir die Stadt schon kannten, machten wir das auf eigene Faust. Auch hier wunderschön weihnachtlich geschmückt, aber wie überall fast menschenleer.

      So schlenderten wir durch die Straßen, gingen dann zum Bahnhof (Bahnhöfe im Ausland muss ich mir immer ansehen) und zum Schiff zurück.

      Halt machten wir noch an der Gedenkstätte für die Schiffkatastrophe der Prinsesse Ragnhild, von 1940. Die hatte uns schon im letzten Jahr sehr beeindruckt.


      Frische Luft macht hungrig und so ließen wir es uns am Kuchenbuffet gut gehen. Das hätte sich als fataler Fehler herausstellen können, denn wir legten 15 Uhr ab, um über den Vestfjorden zu den Lofoten zu fahren. Vier Stunden sozusagen offene See, wir wurden gewarnt, dass die Fahrt unruhiger werden würde.
      Wider Erwarten war die See fast ruhig, uns ging es blendend und wir haben erstmalig, wenn auch im Mondlichtdunkel um uns her nur Wasser gesehen.
      Das Unwohlsein vom Vorabend lag also eindeutig nicht am Kuchen.

      Gerade als wir zum Abendmenü gingen, waren im Dunkeln die ersten Bergspitzen der Lofoten zu sehen. Während des Essens legten wir dann kurz in Stamsund an.
      Auf der Weiterfahrt nach Svolvær kam dann fast zu spät die Durchsage, dass uns die "Finnmarken" begegnet.
      Schnell raus, Kamera gezückt - leider zu schnell, denn die Bilder sahen so ähnlich aus, wie die von der Ausfahrt Bergen (rote und gelbe Wellenlinien), naja, Nachtbilder ohne Ahnung zu haben....

      21 Uhr Ankunft in Svolvær . Hier hatten wir eine Stunde Zeit und wollten uns ein bischen die Beine vertreten. Es war bitterkalt und spiegelglatt draußen. Da mussten wir eben langsam gehen, wir hatten ja Zeit und unsere dicken Boots waren rutschsicher.

      Dann wieder der Clou des Tages: die Ankündigung, dass es am Kai einen Kiosk und deutsche Zeitungen gibt. Hallo???? Am 26.12. ???
      Also: großes Massenschlittern Richtung Kiosk.... und den Rest kennen wir ja schon.

      Den Abend verbrachten wir zum ersten mal in der "Trollbar" bei einem lecker Whisky für meinen Mann und einem Longdrink namens "Ladykiller" für mich. Wir hörten der angenehmen Lifemusik zu und ließen uns durch die Nacht fahren.
      Das An- und Ablegen in Stokmarknes haben wir uns wieder draußen angesehen, wohl wissend, dass wir auf der Rücktour hier länger Aufenthalt haben und auch das Museum besuchen.

      27.12.2003

      Plötzlich klingelt das Telefon. Es ist 2 Uhr. Nordlichtalarm (Das hatte ich an der Rezeption so angemeldet)
      So schnell waren wir noch nie angezogen, und so warm glaub ich, auch nicht. Es war bitterkalt, lange haben wir es draußen nicht ausgehalten.
      Kamera hab ich gar nicht erst mitgenommen, dass das nix wird, konnte ich mir gleich denken.

      Was wir dann zu sehen bekamen, kann man nicht beschreiben, werde ich auch nicht tun. Das muss man einfach gesehen haben. Wer schon mal das Glück hatte, Nordlicht zu sehen, weiß, wovon ich rede. Mein Mann hat es mal jemandem so erklärt: Grüne Gardine im Wind
      Was mich besonders beeindruckt hat, war die Stimmung im Panoramasalon. Bis auf die Mittagsschlaf-Nöl-Fraktion war unsere ganze Reisegruppe vertreten, sogar die, die wir sonst nur frisch gestylt zu den Mahlzeiten oder in der Bar gesehen haben.
      Es war kein Licht im Raum, nur die kleine Sicherheitsbeleuchtung. Keiner sagte ein Wort, alle schauten nur fasziniert und gespannt nach draußen. Irgendwie gespenstisch, aber eben traumhaft schön. Wir haben bis nach 4 Uhr da gesessen, immer mal wieder draußen eine kalte Nase geholt und gehörten zu den letzten, die gingen.

      So ein Erlebnis muss natürlich gründlich verarbeitet werden, was dazu führte, dass wir das Frühstück glatt verschlafen haben.





      heut abend gehts weiter......
      LG Marion :girl_witch:

    • 27.12.2003

      Am Morgen sind wir der "Kong Harald" begegnet und haben für mehr als eine Stunde in Harstadt angelegt. Beides von uns völlig unbemerkt.
      Nach dem (für uns ausgefallenen) Frühstück war "Open door" auf dem Schiff. Für 90 Minuten hatten wir die Möglichkeit für eine Brückenbesichtigung, ohne Voranmeldung und ohne Gebühr. Eigentlich was für Männer (Technik und so) dachte ich, aber heute habe ich meinen Göttergatten einfach nicht aus den Federn bekommen. Der träumte wohl immer noch vom Nordlicht.
      Als Trucker hätte er sich ruhig mal ansehen können, wie das bei anderen Verkehrsmitteln so funktioniert.
      Also habe ich mich allein auf den Weg gemacht – was heißt Weg, das war ja fast vor unserer Kabinentür.
      Da ich ziemlich spät dran war, war der Andrang schon vorbei – und die Erklärung auch…
      So hab ich mir das alles eben angesehen, so wie wohl ein Schwein ins Uhrwerk guckt.

      Nach ein paar Minuten war es schon vorbei, die Besichtigung wurde abgebrochen. Wir fuhren auf Finnsnes zu und es zogen immer dichtere Nebelschwaden auf. Vielleicht haben wir die Konzentration gestört, ich hab es nie erfahren.
      Die weitere Fahrt nach Finnsnes verbrachte ich draußen, es war einfach zu schön anzusehen. Das war kein Puderzucker mehr, sondern eine dicke Glasur.

      Kurz vor dem Anlegen war der gnädige Herr endlich aufgestanden und musste dann in Finnsnes erstmal mit raus. Schneeballschlacht war angesagt.

      DieWeiterfahrt erlebten wir dann wieder gemeinsam und als einzige draußen. Obwohl wir jetzt im tiefsten Winter waren, war es bei weitem nicht so kalt wie an den letzten beiden Tagen.
      Den Mittag verbrachten wir ruhig, regulierten erstmal den Kalorienhaushalt und freuten uns dann auf den ersten großen Höhepunkt unserer Reise.
      Wir fuhren nach Trömsø
      Bei Tromsø fällt mir zuerst ein, dass wir 2002 dort geblitzt wurden (kam GsD nie ein Ticket), dass wir wegen einer Veranstaltung nicht in die Eismeerkathedrale kamen und dass mir das Polarmuseum, insbesondere die Geschichte von Fridtjof Nansen und der Fram sehr gut gefallen hat.

      All das hat aber heute nicht interessiert, wir hatten Besseres vor. Unser erster von drei gebuchten Ausflügen sollte stattfinden – Eine Husky-Schlittentour.
      Schön warm angezogen gingen wir zu den Bussen, die uns zu den Hunden brachten. Ich weiß bis heute nicht, wo wir waren, ich weiß nur, dass es ziemlich weit oben und wunderschön war.
      Angekommen, wurden wir in zwei Gruppen geteilt, noch wärmer eingekleidet

      und wir gingen aufs Feld zu den Schlitten. Der Lärm war ohrenbetäubend, keine Ahnung, wie viele Hunde das waren.

      Dann wies man uns die Schlitten zu. Wir waren zu viert und ich saß ganz vorne. Super, um vielleicht zu fotografieren oder zu filmen. Pech nur, dass der Mann hinter mir irgendwas am Bein hatte und ich mich nicht anlehnen konnte, ich saß die ganze Zeit ziemlich verkrampft und mußte mich mit beiden Händen halten. Das war aber bald vergessen, ich hab die Fahrt einfach nur genossen.
      Den Joker hatte mein Mann gezogen, er durfte hinten bei dem Musher stehen. Er wurde kurz eingewiesen und hatte die Aufgabe, beim bremsen zu unterstützen. Sowas erlebt man natürlich nicht alle Tage.
      Irgendwann hielten wir ganz weit oben an. Im tiefen Schnee, bei völliger Dunkelheit und für mich ohne jegliche Orientierung hatten wir einen traumhaften Blick auf Tromsø .
      Wieder zurück, wurde gewechselt. Wir wurden in ein Sami-Zelt eingeladen, wo es Kaffee und frisch gebackenen Kuchen gab.
      Peter hat uns wie immer in seiner bekannten Art unterhalten und uns seinen Lieblingswitz (mußte er sein, denn ich habe ihn auf der Reise mindestens dreimal gehört) erzählt. Der geht so:

      Es war einmal ein König. Dieser König hatte eine hübsche Tochter.
      Aber es gab ein Problem. Alles was die Prinzessin berührte ist geschmolzen.
      Egal was: Stahl, Aluminium, Glas, Holz, Eisen usw. Alle Männer fürchteten sich vor ihr.
      Niemand wollte sie heiraten. Der König dachte nach, was er dagegen tun könnte.
      Er beriet sich mit seinen Zauberern und Magiern.
      Ein Magier schließlich sagte "Wenn die Prinzessin etwas berührt was nicht schmilzt,
      wird nie wieder etwas in ihren Händen schmelzen!"
      Der König war erleichtert. Am nächsten Tag gab es einen großen Wettbewerb.
      Jener Mann der der Prinzessin etwas geben konnte, das nicht schmilzt,
      durfte sie heiraten und würde die Hälfte des Königreiches bekommen, wenn er es nicht schafft
      würde er gehängt werden. Schließlich fanden sich 3 mutige Männer.
      Der Erste brachte Titan mit. Aber als die Prinzessin es berührte, schmolz es.
      Der Arme wurde gehängt.
      Der Zweite brachte einen Diamanten mit, weil Diamanten als das Härteste was es gab, galten.
      Aber als die Prinzessin ihn berührte, schmolz auchder Diamant. Er wurde gehängt.
      Der Dritte trat hervor und sagte, "Gib deine Hand in meine Hosentasche und fühl."
      Die Prinzessin tat was man ihr sagte und wurde dabei rot.
      Sie fühlte etwas hartes und hielt es in ihrer Hand. Und es schmolz nicht!!!
      Der König und jeder in dem Königreich freute sich.
      Der Prinz heiratete die Prinzessin und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.
      Frage: Was war in der Hose des jungen Mannes?

      Natürlich M&M's. Die schmelzen im Mund und nicht in der Hand
      was haben sie denn gedacht?


      Leider ging dieser schöne Nachmittag viel zu schnell vorrüber. Die Busse brachten uns zurück (und ich hatte meine Orientierung wieder)
      Beim Abendessen hatten wir natürlich vier zu erzählen. Diese Tour hatten unsere HR-erfahrenen „Mitesser“ nämlich noch nicht gemacht, sie waren auf einer Stadtrundfahrt, die sicher schön war, aber eben kein Vergleich.

      20 Uhr dann ein kultureller Höhepunkt: Polartaufe.
      Sie fand - sicher wegen des Wetters - nicht auf dem Außendeck, sondern im "Horisont" statt.
      Zuerst offizielle Begrüßung des Neptun durch den Kapitän, dann dessen Ansprache

      und anschließend die Wasser-Eiswürfel-Tauf-Zeremonie, an dem Peter als Assistent sichtlich Freude hatte. Unserem hessischen HR-Experten, der sich mit Peter immer ein bischen gefozzelt hatte, hat er es mit besonderer Freude gegeben.

      Ja, noch ein Getränk der Marke oberlecker-scheußlich und eine Urkunde.

      Nun kann ich stolz behaupten, zur Familie von Dorsch, Heilbutt, Seejungfrau und Krabbe zu gehören

      Während der langen Zeremonie fuhr mit lautem Hupen die "Polarlys" an uns vorbei. Das Hupen klang ein bischen wie Lachen, die wußten sicher, was bei uns gerade abgeht.
      In Skjervøy beobachteten wir noch das An - und Ablegemanöver und dann saßen wir endlich in der Bar und versuchten, den merkwürdigen Geschmack im Mund wegzuspülen.
      LG Marion :girl_witch:

    • Vielen Dank für den schönen Bericht!
      Hatte schon öfters überlegt, mal über Weihnachten zu fahren. Ist ja eigentlich nicht mehr lange hin :hmm:

      Muddi wrote:

      Ich weiß bis heute nicht, wo wir waren, ich weiß nur, dass es ziemlich weit oben und wunderschön war.

      Das Tromsø Villmarkssenter liegt in Håkøybotn, hab das mal rot markiert. Die Gegend ist dort relativ eben und damit ungefährlich, keine steile Hänge.
    • Muddi wrote:

      dass es am Kai einen Kiosk und deutsche Zeitungen gibt.

      kann mir mal jemand sagen wieso man deutsche Zeitungen im Urlaub braucht... :dos:

      Muddi wrote:

      Wir hörten der angenehmen Lifemusik zu und ließen uns durch die Nacht fahren.

      Das war der Raftsund ... da geht man doch nicht in die Bar!!! :lol:

      Danke für den Bericht - freue mich schon wies weitergeht! (Pervers, man weiss es ja eigentlich - trotzdem scharrt man mit den Hufen...!)
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~ Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~
      Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil !


    • Ich kann es auch nicht verstehen mit den Zeitungen. Ich bin im Urlaub froh, wenn ich mal nix von zuhause höre.
      Ich brauche auch kein Fernsehen
      Die Zeitungsdamen waren wirklich schlimm, das konnte richtig nerven. Dann haben sie sich immer beim RL beschwert, wenn es nix zu lesen gab. Auf der anderen Seite haben sie sich auch beschwert, dass sie nicht genügend unterhalten wurden :dash: :dash: :dash:
      Ich hab sie dann mal ziemlich schockiert. aber das schreibe ich später

      Raftsund ? Echt? :blush: :blush: :blush: Mal abgesehen, dass ich damals wirklich kaum Ahnung hatte, ich war eigentlich der Meinung, der Raftsund war da, wo wir das tolle Nordlicht hatten. So kann man sich irren. Aber ich lerne..... und nächstes Jahr passiert mir so ein fauxpas bestimmt nicht wieder, versprochen!!

      Meiner Bericht schreibe ich Montag weiter. hab das ganze Wochenende Dienst und abends einen Trucker zuhause, den ich auch nur am WE sehe und und und
      Ich weiß, das alles sind keine Gründe, keinen Bericht zu schreiben, aber als Ausrede taugen sie doch allemal :whistle3: :whistle3: :whistle3:

      (nee is wirklich so)
      LG Marion :girl_witch: