Wie dunkel ist es im Dezember wirklich? - MS Trollfjord 1. - 12. Dezember 2016

    • B-K-B
    • Ich finde Svolvaer bei Nacht wunderschön, das muss fotografiert werden. Dann ist mal wieder ein Schneesturm an der
      Reihe.



      Eine gute Gelegenheit mich für ein Viertelstündchen in die Kabine zurückzuziehen. Da ich schon weiß wie schnell sich heute alles verändert stelle ich mir den Wecker damit ich bald wieder draußen bin. Doch die Pause wird kürzer als gedacht. Es gibt eine Durchsage und bei dem Wort Norlys greife ich sofort wieder nach meiner Jacke und mache mich schnell auf den Weg nach draußen.



      Und wieder kommt ein Schneesturm als Pausezeichen. Also wieder auf die Kabine, Wecker gestellt, nach 15 Minuten wieder raus.



      Nachdem wir der MS Nordkapp begegnet sind kommt mal wieder ein Schneesturm. Klug geworden durch Erfahrung gehe ich dieses Mal nicht in die Kabine sondern suche mir ein geschütztes Eckchen auf Deck 9. Das Ausharren lohnt sich. Ich werde mit diesen spektakulären Nordlichtern belohnt.







      Da wir nun auf den Vestjord fahren und es bedeckt aussieht gehe ich Matratze horchen. Ich bin satt und kann einfach nichts mehr aufnehmen. Ihr glaubt mir sicherlich, dass ich selbst bei geschlossenen Augen noch grün gesehen habe.
    • Vielen Dank für Eure tollen Rückmeldungen. Ich stelle fest, dass so ein Reisebericht eine Menge Arbeit macht aber es macht mir auch Spaß die Fotos mit Euch zu teilen. Wir haben eben hier im Forum alle den Hurtigruten-Virus.

      Ich habe die Reise angetreten mit dem Wissen, dass ich wenn wir Pech haben auch 12 Tage Schmuddelwetter haben kann. Aber zum Glück war es nicht so. Wieder einmal fand ich bestätigt, dass der Winter seinen ganz besonderen Reiz hat. Ich kann eine Winterreise nur empfehlen. Und dann warme Kleidung einpacken, damit Mann und Frau auch draußen sein kann :)

      Heute ist die Sonne das Leitthema des Tages. Die ersten Spuren des Sonnenaufgangs sehen wir gegen 8:10 Uhr. Sonnenuntergang ist gegen 16 Uhr. In der Zeit dazwischen sieht man immer in einer Richtung Spuren vom Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang.



      Gegen 8:30 Uhr begegnen wir der nordgehenden MS Finnmarken.





      Und heute stehe ich auch draußen auf Deck 6 um gegen 9:20 die Polarkreisüberquerung zu dokumentieren. Selten habe ich den Globus in einem so schönen Licht gesehen.



      Während wir auf der Fahrt nach Nesna sind, merke ich wie ich das Licht genieße. Es ist wie wenn ein Teil von mir jubiliert dass die Sonne zurück ist. Ich bin überrascht über meine eigene Reaktion. Wir waren nur wenige Tage oberhalb des Polarkreises und ich habe die Eindrücke genossen. Trotzdem scheint ein archaischer Anteil von mir intensiv auf die Rückkehr der Sonne zu reagieren. Ich erinnere mich an meine erste Winterreise als uns der freundlicher Guide in Kirkenes voller Begeisterung in der Stimme erzählt hat, dass sie seit zwei Wochen die Sonne wieder sehen.



      Auch Nesna präsentiert sich in schönem Licht.



      Auf dem Weg nach Sandnessjoen haben wir eine traumhafte Kulisse.



      Nach der Abfahrt von Sandnessjoen halten wir Ausschau nach den sieben Schwestern und fahren einem vielfarbigen Sonnenuntergang entgegen.



      Weiter geht es nach Bronnoysund . Unterwegs gesellt sich zum dramatischen Sonnenuntergang der Mond dazu.



      Bronnoysund ist einer meiner Lieblingsorte auf der Reise. Und dieses Mal zeigen sich meine Lieblingemotive in einem ganz anderen Licht als im Mai.



      Mit großer Achtsamkeit tasten wir uns aus Bronnoysund heraus. Der Suchscheinwerfer leuchtet die Markierungen der Fahrrinne an. Das vermittelt mir den Eindruck dass hier wohl große Vorsicht angebracht ist.

      Die erfahrenden Reisenden wissen, dass nun bald der Torghatten zu sehen sein sollte. Leider gibt es keine Durchsage und wir machen auch nicht die extra Strecke um das Loch zu sehen. Okay es ist dunkel, aber trotzdem sind einige Erstreisende die auch vorne auf Deck 6 stehen enttäuscht. Also funktioniere ich mal wieder meine Kamera zum Nachtsichtgerät um und mache damit die Nacht zum Tag.



      Wir treffen pünktlich gegen 20:30 in Rorvik ein, wo wir dann die ankommenden MS Polarlys begrüßen können.

    • Hallo Thea:

      Vielen Dank für die tollen Bilder.

      Du hast ja Deine Reise praktisch im Spätherbst angetreten, zu einer Zeit, wo das Tageslicht auf der Hurtigrute stark vermindert ist. Ich kann Dir nur empfehlen, diese Reise auch im Winter zu unternehmen. Ende Februar/Anfang März liegt praktisch überall Schnee und die Sonne ist tagsüber bis rauf nach Kirkenes sichtbar. Die Kontraste zwischen Himmel, Meer und schneebedeckter Berge ist ganz einmalig, insbesondere auch für die Fotografen. Ich habe zu dieser Jahreszeit die Fahrt schon mehrfach unternommen. Als unser Forie "Christian" am vergangenen Samstag auf die Sendung in 3Sat aufmerksam machte, habe mir diese angesehen und anschließend wieder eine Winterreise gebucht, die siebente diesmal. So werde ich am 27. Februar mit der TROLLFJORD auf der Route BGO-KKN-TRD reisen. Hoffentlich kommt das Schiff Anfang Februar einigermaßen pünktlich aus der Werft.

      Nochmals schönen Dank für Deine Reiseberichte und beste Grüße

      Lupo
    • Als ich aufwache sind wir in Trondheim . Das Wetter bzw. Licht finde ich nicht so spannend also beschließe ich den Tag gemütlich angehen zu lassen. Im Rückblick war das eine gute Entscheidung. Denn als wir gegen 10 Uhr ablegen, zeigt sich ein wunderschöner Sonnenaufgang.



      Der Trondheim-Fjord präsentiert sich uns heute in einem ganz anderen Licht/Wetter als bei der Hinfahrt. Und genau
      das finde ich so interessant. Hier ein Bild vom Leuchtturm. Das obere ist vom Tag 11, das untere vom Tag 3 der Reise:



      Ungewöhnlich wirkt auf mich auf die Kombination von tiefstem Winter (zumindest für unsere Verhältnisse) und dem weichen Licht vom Sonnenaufgang.



      Den Begriff Umlaufdeck lebe ich an diesem Tag. Vorne am Schiff ist ein anderes Licht als hinten und Backboard und Steuerbord bieten nochmals unterschiedliche Ansichten. Von 10 – 15 Uhr bin ich abgesehen von einer ganz kurzen Unterbrechung die ganze Zeit draußen. Es gibt so viel zu sehen und ich möchte nichts verpassen. Orginalton einer Mitreisenden, die vom Mittagessen heraus gestürmt kommt, um schnell ein Foto zu machen
      „Und bei so einer tollen Landschaft in so einem Licht muß man essen!“ Tja die Prioritäten beim typischen Hurtigrutler liegen wohl eher nicht beim Essen ;)







      Auch heute geht der Sonnenaufgang nahtlos in einen Sonnenuntergang über. Großes Lichtkino am Himmel.





      Und als ich das große Runde entdecke das aus dem Meer aufsteigt kann ich es fast nicht fassen. Ein Mondaufgang!



      Ab 15 Uhr gönne ich mir eine Pause bis Kristiansund . Und so werde ich es auch mit meinem Reisebericht halten. Die Bilder dazu bilden zusammen mit dem letzten Tag den Abschluss meines Reiseberichts.
    • Tag 11 abends und Tag 12

      Fortsetzung von Tag 11:

      Gegen 16 Uhr erreichen wir Kristiansund . Da der Aufenthalt hier immer nur kurz ist habe ich von der Stadt noch nicht
      viel gesehen. Aber die Einfahrt und die Lage auf den drei Inseln ist einfach wunderschön.



      Die letzte Station des Tages ist Molde .

      Tag 12:

      Während wir am Vortag durchgehend sonniges Wetter hatten, regnet es am letzen Tag der Reise durchgehend. Aber auch das
      hat seinen Reiz:



      Und beinahe hätte wir auch noch mehr Wasser abbekommen. Wir standen wie üblich hinten auf Deck 9 als wir verdächtige Geräusche hörten. Schnell verschwanden wir durch die Tür in den Vorraum. Und keine Minute zu früh. Ein Crewmitglied kam um die Ecke um mit kräftigem Wasserstrahl den Boden und die Wände abzuspritzen. Er hatte wohl nicht damit gerechnet dass dahinten bei dem Wetter Passagiere stehen. Das hätte für uns und die Fotoapparate dumm ausgehen können.



      Bergen erreichen wir aufgrund des Wetters mit 45 Minuten Verspätung. Mit der Ruhe der vergangenen Tag ist es nun vorbei. Nicht nur ich bin nervös und frage mich ob wir angesichts der Verspätung, der verhältnismäßig langen Zeit die wir brauchen bis der Bus zum Flughafen abfährt und des dichten Verkehrs rechtzeitig zum Flughafen kommen. Aber alles geht glatt. 15 Minuten vor dem Bording bin ich am Gate. Und am nächsten Morgen um 4 Uhr auch in meinem Bett.

      Es war wiedermal eine wunderbare Reise. Ich wünsche allen auf ihrer nächsten Hurtigruten-Reise genauso viel Glück und Freude wie wir es hatten.
    • Vielen Dank @Thea für deinen tollen Reisebericht mit den teilweise traumhaften Fotos. Das macht Appetit, schnell mal wieder ein Hurtigrutenschiff zu entern, egal zu welcher Jahreszeit und bei jedem Wetter. Deine Reise zeigt ebenfalls sehr gut, dass ein trüber, bewölkter, dunkler, ungemütlich wirkender Tag durchaus noch mit einem Feuerwerk am Himmel abends zu einem Highlight werden kann ;)
      Gruß JKmuc