Traumreise durch die Mitte > MS Lofoten, die Dritte

    • Teilstrecke
    • Zum Kunstwerk "Salamandernatten" - ich hatte es 2012 im Rahmen meines Nachprogramms Trondheim erstmals besucht > siehe hier < im damaligen Foto-Reisebericht. :search: Den Tipp dazu hatte ich damals einer Touristen-Proschüre bzw. einem Folder entnommem, der, wenn ich mich richtig erinnere, im Schiff auslag. :hmm:

      Zum Torghatten - beim nächsten Tag folgen zwei weitere Bilder, die nach Mitternacht entstanden sind ... :)

      Apropos Bilder - habe die hochformatigen neu abgespeichert und hochgeladen - Danke für den Tipp - nun stehen sie stramm aufrecht ... :D
      <3 lig hilsen
      Bernhard

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    • Tag 7 > 20. September 2016

      Der Torghatten wurde kurz nach Mitternacht erreicht. Durch die rote Beleuchtung wirkt er fast wie ein aktiver Vulkan.


      Am Morgen bin ich rechtzeitig zur Querung des Polarkreises wieder an Deck gewesen. Hestmannen in der Ferne und die Vorbeifahrt an der Polarkreiskugel auf der Insel Vikingen signalisierten, dass wir ab nun in arktischen Gewässern unterwegs waren.


      Ich begab mich nun zum Frühstück, um rechtzeitig zur Begegnung mit der Polarlys wieder an Deck zu sein.


      Das Wetter war trotz (oder gerade wegen?) der Wolken herrlich.


      In Ørnes wurde auf dem Kai Milch in einen kleineren Tank umgefüllt.


      Bei der Abfahrt probierte ich die Panorama-Funktion meiner Kamera aus.


      Mit meinem Polarkreis-Tipp (7:17:27 © Muddi) lag ich lediglich ca. 2 Minuten daneben. Dies reichte jedoch nicht für die Fahne. Ich ließ mich aber dennoch – zum dritten Mal – taufen. Der Eiswasser-Vorrat ging langsam zur Neige – die letzten Täuflinge erhielten fast nur noch Eiswürfel in den Nacken - für Reiseleiter Asgeir wurde jedoch eine Extra-Portion bereitgehalten. :mosking:


      In Bodø ging ich zunächst zum Mahnmal, mit dem der Opfer des am 8. Januar 1958 an Bord des Hurtigrutenschiffes Erling Jarl ausgebrochenen Feuers gedacht wird. Nächstes Ziel war die Gamle Salten. Ein Besuch der Innenräume war nicht möglich. Als ich gerade weitergehen wollte, ging eine Gruppe streikender Studenten an Bord.


      Die Faxsen, eines der besterhaltenen Veteran-Fischerboote Norwegens, wurde in diesem Jahr 100 Jahre alt.


      Ich umwanderte den Kleinboothafen und ging bis zum Ende der Mole, um einen Blick hinüber zur Nyholmen skandse zu werfen. Hier sind verschiedene Kunstwerke zu finden – neben einem alten Fahrrad vor allem eine Reihe von durchbohrten Granit-Felsen. Diese namenlosen Werke von Tony Cragg sind Bestandteile der Skulpturlandskap Nordland.


      Der Platz am Kleinboothafen wurde mit gefassten Beeten gegliedert und verschönert – mit ihren Masten sehen sie aus wie Segelboote.


      Am Bahnhof sind weitere Fahrrad-Kunstwerke zu sehen – mit ihren bronzefarbenen Lackierungen passen sie gut zur Herbstfärbung der Bäumchen, an die sie angelehnt wurden.


      Wir verließen Bodø in Richtung Westfjord. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Leuchtturm Landegode fyr und am Landegode mannen vorbei. Die Überfahrt erfolgte bei herrlichem Wetter. In der Ferne lag die Lofotwand unter einer Wolkendecke.


      Nun war es Zeit für unsere Abendessenssitzung. Sie endete rechtzeitig vor der Ankunft in Stamsund . Dort sah ich an einem Giebel ein leider ziemlich verwittertes Gemälde, auf dem sich zwei klassische Hurtigrutenschiffe bei Nordlicht begegnen. ;(


      Bei Kabelvåg begegneten wir der Vesterålen mit den Forumsmitgliedern @Waschdel und @Eisi an Bord. Ich winkte ihnen – wie bei jeder Schiffsbegegnung bei Dunkelheit – mit meiner großen Arbeitslampe mit drei Leuchten entgegen.


      In Svolvær besuchte ich die Magic Ice Bar.


      Kaum zurück an Bord begann das erste große Nordlicht-Erlebnis dieser Reise. Es war trotz der erleuchteten Stadt gut zu erkennen, wobei es nach der Abfahrt auf dem Weg zum und durch den Raftsund in der Dunkelheit noch besser zu sehen war. Das lichtstarke 1:2 / 12er-Objektiv, welches ich mir auch für diesen Zweck zugelegt hatte, erwies sich als sehr nützlich – mit ihm kann ich bereits auf dem Vorschaumonitor erkennen, in welche Richtung das Nordlicht besonders schön wabert – die Kamera wird damit quasi zum Nordlichtdetektor. Weitere Nordlichtbilder von dieser Nacht sind hier zu finden. :search:



      Auf dem Achterdeck gab es den Trollfjord-Drink im speziellen Becher. Da ich diesen für meine Sammlung haben wollte, kaufte ich mir einen. Die später servierte Suppe verpasste ich hingegen, da ich zu dieser Zeit auf der Nock war, um die Fahrt zur Mündung des Trollfjordes zu beobachten. Während der Bereich vom Suchscheinwerfer des Schiffes angeleuchtet wurde, verabschiedete sich das Nordlicht am Horizont. Ich verbrachte noch eine Weile an Deck – jedoch nicht so lange wie im März 2014, als ich bis Stokmarknes aufblieb.
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • Soweit ist es noch nicht - er hat den Eimer über den Kopf geschüttet und gestülpt bekommen. Auf dem Bild ist zu sehen, wie ihn - nachdem er ihn abgenommen hat - in seinen Händen hält. Da ich mich im entscheidenden Moment mit der Siegerin des Polarkreistipps unterhielt, hatte ich die Kamera nicht rechtzeitig parat ... :pardon:
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • Tag 8 > 21. September 2016
      Dadurch, dass ich dieses Mal bereits vor dem Ende des Raftsundes in meine Koje geschlüpft war, gelang es mir nun, rechtzeitig zur Risøyrenna wieder auf der Nock zu sein. Dort sah ich, dass ich nichts sah – außer Nebel. Daher nutzte ich die Zeit, um meine Kamera, die ich in der Kabine vergessen hatte, zu holen. Bei meiner Rückkehr war der Nebel restlos verschwunden. Ein Blick zurück zeigte achtern eine Nebelwand, welche den Zugang zur Risøyrenna versperrte.


      Wir fuhren in einen wunderschönen Morgen hinein.


      Backbordseitig passierten wir zwei Trolle, die offenbar im Schlaf von der aufgehenden Sonne überrascht wurden, und zu Stein erstarrt sind.


      Da ich irgendwie das Gefühl hatte, von Harstad schon genug gesehen zu haben, nutze ich die Liegezeit dort für ein ausgedehntes Frühstück. Interessante Gespräche führten dazu, dass ich die Zeit vergaß und daher aufschreckte, als die RICHARD WITH angekündigt wurde. Da sie zudem nicht backbord-, sondern steuerbordseitig an uns vorbeifuhr, erwischte ich sie nur noch von schräg hinten.


      Wir passierten derweil erneut die Trondenes kirke.


      Einige Zeit später sah ich, wie eine Gruppe zur Brücke hinaufstieg, um an einer Besichtigung teilzunehmen. Ich war überrascht, dass dies unterwegs geschieht – statt wie bei anderen Hurtigruten-Schiffen (wenn überhaupt) im Hafen. Ich erfuhr zudem, dass es um 10:30 Uhr eine weitere Führung gab. Ich ging daher zu Asgeir, um zu fragen, ob bei dieser noch ein Platz frei sei. Da dies der Fall war, meldete ich mich an. Danach ging ich wieder an Deck und sah mich in alle Richtungen um. Am Himmel entdeckte ich eine seltsam geformte Lücke zwischen den Wolken und grübelte, was dies wohl zu bedeuten hat. Möglicherweise eine himmlische Botschaft – „iss mehr Blumenkohl“ – oder so. :hmm:


      Die Brückenführung war sehr interessant. Neben Kapitän Eivind Lande war der zweite Navigations-Offizier anwesend. Ersterer erklärte uns die Dienstzeiten auf der Brücke. Wir erfuhren zudem, dass sich die Drehzahl der Welle, welche den Propeller antreibt, nicht ändert. Geschwindigkeit und Fahrrichtung werden stattdessen durch eine Veränderung des Neigungswinkels der Propeller-Blätter gesteuert. Die hierfür zuständigen Hebel bieten einen interessanten Kontrast zur modernen Navigations-Elektronik. Diese schlägt den (Ideal-)Kurs des Schiffes vor – welcher aber noch bestätigt werden muss, um ausgeführt zu werden. Auf den Monitoren werden sowohl die umgebenden Landflächen, als auch andere Wasserfahrzeuge angezeigt.


      Kurz nach dem Ende der Brückenführung erreichten wir Finnsnes . Am Kai näherte sich eine Gruppe des örtlichen Kindergartens.


      An Land ging ich als erstes zum Freia-Schokoladenjungen.


      Oberhalb davon bemerkte ich, dass das alte Holzhaus, welches bei der Jubiläums-Tour im März 2014 in einem relativ schlechten Zustand zu sein schien, nun offenbar renoviert wird.


      Bei der Ankunft in Tromsø warf ich einen Blick hinüber zum Fjellheisen, mit dem ich zum Storsteinen hinauffahren wollte.


      Zuvor besuchte ich jedoch den Dom, da dieser nur bis 15 Uhr geöffnet war.


      Im Narvesen kaufte ich ein Buss-Billett für die Hin- und Rückfahrt. In der Talstation sah ich ein Plakat, auf dem die METEOR zu sehen ist. Das Kreuzfahrtschiff der BDS kam im Herbst/Winter 1956/57 und erneut im Winter 1957/58 als Hurtigruten-Ersatzschiff zum Einsatz.


      Auf dem Aussichts-Balkon der Bergstation probierte ich erneut die Panoramafunktion aus. Ein weiterer Test erfolgte mit dem Meyer-Optik Görlitz Primotar 3.5/135 mit Exakta-Anschluss aus den späten 1950ern, welches ich per Adapter an meine Kamera angeschlossen hatte. Nach einem kleinen Rundgang auf der Hochebene hinter der Bergstation bot sich kurz vor der Abfahrt ein weiteres Motiv.


      Nach der Rückfahrt erkundigte ich noch die Umgebung des Kais – hier sah ich diese Figur, die ein wenig wie ein Ganzjahres-Schneemann ausschaut.


      Ehe wir ablegten, erstellte ich vom Heck der LOFOTEN zwei weitere Panorama-Aufnahmen.


      Auf dem Weg nach Skjervøy fotografierte ich das mondbeschienene Meer – die Aufnahmen hatten zum Teil eine schöne Bronze-Färbung.


      Zu dieser Zeit begegneten wir der NORDNORGE.
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • mil etter mil schrieb:

      Oberhalb davon bemerkte ich, dass das alte Holzhaus, welches bei der Jubiläums-Tour im März 2014 in einem relativ schlechten Zustand zu sein schien, nun offenbar renoviert wird.

      Hatte kürzlich schon mal jemand bemerkt, das muss wohl im Frühling oder Sommer in Angriff genommen worden sein, Im Winter war sie noch in dem traurigen Zustand. Daneben steht noch eine kleinere, aber auch sehr hübsche Villa, die leider auch sehr renovierungsbedürftig ist. Diese sieht man vom Anleger aber fast nicht. Ich kraxelte mit Mitreisenden im Januar durch den Schnee hoch zu den Villen.
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • Tag 9 > 22. September 2016

      Gegen 6:30 Uhr war ich wieder an Deck und sah die Insel Melkøye achtern verschwinden. Der wunderschöne Morgen versprach einen ebensolchen Tag.


      Nach einem leckeren Frühstück mit vielen interessanten Gesprächen war ich rechtzeitig zur Begegnung mit der TROLLFJORD – mit @Barbarella68 und @pollux an Bord – wieder draußen. Mich irritierte etwas, dass diese östlich (statt westlich) der Insel Havøya – bei der kleinen Insel Garpholmen - stattfand.


      So war ich erstaunt, dass wir bereits kurz danach in Havøysund einliefen. An Land las ich mir als erstes die Inschrift auf dem Gedenkstein, der an die Opfer des Untergangs der HERAerinnert, durch.


      Neben dem Blick aufs Schiff gab es verschiedene Motiv-Blumen – sowohl gepflanzte, wie natürlich wachsende.


      Unterwegs zur Insel Magerøya kamen wir an zwei Trollen vorbei, welche ich als Vater und Sohn identifiziere – während der Senior bereits 2/3 des Hanges geschafft hat, hockt Junior noch am Ufer.


      Nach einer Reihe von Schiffsbegegnungen


      erreichten wir Honningsvåg . Da ich das Nordkap bereits bei der Jubiläumstour besucht hatte, nutzte ich den Aufenthalt für umfangreiche Stadtrundgänge – zunächst mit zwei lieben Mitreisenden. Unterwegs begegneten wir verschiedenen Statuen – dem Schiffshund Bamse von und dem Fischerjungen „Skårungen“ von Trygve Dammen.


      In den Schaufenstern des Restaurants Arctic Sans sind diese beiden Figuren zu sehen:


      In der Kirche gefiel mir insbesondere das Modell eines Segelbootes.


      Auf dem Rückweg zum Schiff besuchte ich die Gallerie "West of the Moon" von Eva Schmutterer. Dort kaufte ich ein Büchlein über das Leben am Nordkap, welches ich anschließend in meine Kabine an Bord der LOFOTEN brachte. Bis zur Weiterfahrt waren es noch knapp zwei Stunden, so dass ich eine weitere Runde „durchs Ort“ drehte – zunächst durch die Sjøgata


      vorbei an weiteren Kunstwerken – den Statuen „Is“ und „Hav“ aus der Serie „Versum Origo“ von Odin Øistad und Line Jerner, sowie einer unbenannten Collage aus Gummischuhen.


      Als nächstes kletterte ich hinauf zum kleinen Friedhof auf der Anhöhe über der Stadt. Von dort beobachtete ich die Rettungsübung bei der LOFOTEN.


      Ein paar Meter weiter sah ich die Büste des Filmregisseurs Knut Erik Jensen, ein weiteres Werk von Odin Øistad.


      In der Zwischenzeit hatte sich ein Mitreisender zu mir gesellt – zusammen stiegen wir wieder hinunter in die Stadt. Auf dem weiteren Weg zurück zum Schiff kam ich am Kunstwerk „Boreas“ / „Nordenvinden“ von Erling Saatvedt vorbei. Mich erinnerte es eher an einen überdimensionierten Dosenöffner der einfachsten Art. Für die beiden Vögelchen, welche sich darauf ausruhten, war es hingegen vermutlich eine Art eiserner Baum. ;)


      Auf dem Weg nach Kjøllefjord wurde plötzlich die Geschwindigkeit reduziert und ein kreisförmiger Kurs eingeschlagen. Grund war die Sichtung von Schweinswalen. Diese hatten offenbar einen Fischschwarm in Richtung Wasseroberfläche gejagt, was wiederum Möwen anlockte.


      Vorbei an der Felsformation Finnkjerka


      erreichten wir Kjøllefjord verspätet. Auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht war eine interessante Kran-Sammlung zu sehen.


      Apropos Kran – das bordeigene Pendant hievte unter andrem ein Bündel Langhölzer an Deck.


      Bei der Ausfahrt warf ich nochmals einen Blick auf die Finnkjerka , ehe zum Abendessen, welches bereits um 18 Uhr begann, ins Restaurant wechselte.


      Während wir beim Nach-Kaffee saßen, erreichten wir Mehamn . Berlevåg erreichten wir – nach wie vor mit deutlicher Verspätung – erst gegen 22:15 Uhr.


      Da auch die KONG HARALD mit deutlicher Verspätung unterwegs war, begegneten wir ihr erst, nachdem wir den Hafen wieder verlassen hatten. Die Begegnung war auf beiden Schiffen Anlass für eine Vinkekonkurranse-Party.

      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • Tag 10 > 23. September 2016

      Es war ziemlich bedeckt, aber trocken, als ich an Deck kam. Das Morgenrot war daher nur fernab als schmaler roter Streifen zu sehen.


      Kurz darauf näherten uns Vadsø . Dort angekommen, blieb ich auf der Nock. Den Mast mit den Web-Cams behielt ich im Blick, hoffend, mich später im Archiv der 180°-Kamera wiederzufinden.


      Der Weg nach Kirkenes führte vorbei an kargen Ufern – in etwas geschützteren Bereichen wuchsen kleinere Gehölgruppen, die zum Teil in herbstlichem Gewand erstrahlten. In dieser Zeit klarte der Himmel auf.


      Ein, zwei Tage zuvor hatte ich mich für die Teilnahme an der Flussfahrt entschieden. Sie gab mir die Gelegenheit, Hans wiederzusehen. Nach der leicht verspäteten Ankunft traf ich ihn am Bus, zusammen mit Busfahrer Sergey. Nicole konnte wegen umfangreicher Büroarbeiten nicht kommen. Am Kai angekommen, erhielten wir Schutzanzüge und Rettungswesten für die Bootsfahrt. Letztere waren etwas schwer, so dass Hans scherzhalber erklärte, sie wären mit Blei gefüllt, um den Untergang zu beschleunigen. ;) Tatsächlich würden sie sich im Wasser entfalten – wozu es göttinseidank nicht gekommen ist … ;) Mit dem Boot Trifon – benannt nach dem Mönch, der Samen der Region zum russisch-orthodoxen Christentum bekehrte – fuhren wir zunächst auf dem Bøkfjord entlang. Die Gehölze am Ufer sorgten mit ihrem herbstlichen Blattwerk für Farbtupfer auf den ansonsten kargen Felsen.


      Nach einiger Zeit erreichten wir die Trifonhula, in die sich der Mönch seinerzeit vor plündernden schwedischen Banden in Sicherheit bringen konnte. Die Skoltesamen hinterlegten hier Geldspenden für gute Fänge. Blieben diese aus, nahmen sie das Geld wieder an sich.


      Unter einer einer im Bau befindlichen neuen Querung und der alten Straßenbrücke hindurch erreichten wir den Pasvikelva. An diesem liegt das Barentsafari-Camp, an dem wir anlegten.


      Vom Anleger aus erreichten wir über eine Brücke das Ufer und dort über Stege das Camp. Dort wurde uns auf anschaulichen Bildtafeln die Geschichte der Region erklärt.


      Anschließend gingen wir zu den Grenzpfählen – vorne der norwegische, hinten der russische. Ein Hinweisschild in mehreren Sprachen warnt vor der verbotswidrigen Querung der Grenze.


      Schließlich wurden uns Moltebeeren serviert – dazu gab es Kaffee und Tee. In einer Vitrine ist eine Russische Kamera – eine Zenit M3 mit Teleobjektiv – zu sehen, mit der die sowjetischen Soldaten einst die Grenze überwacht hatten. Durch Ferngläser konnte die jenseits der Grenze errichtete Staumauer und das Umland beobachtet werden.


      Auf der Rückfahrt fuhren wir unter den Brücken hindurch zurück in und über den Bøkfjord, wo in der Ferne die LOFOTEN bereits auf uns wartete. Am Anleger legten wir unsere Schutzanzüge ab und zurück zum Kai gefahren. Hier verabschiedete ich mich von Hans. Es war ein schöner und interessanter Auslug.


      Auf dem Weg nach Vardø gab es eine weitere Wal-Sichtung, so dass die LOFOTEN eine Weile im Kreis fuhr. Wie schon vor Kjøllefjord , so war auch hier immer mal wieder etwas an der Wasseroberfläche zu sehen – aber nicht wirklich viel.


      Mit Verspätung ging es dann weiter nach Vardø . Auf dem Weg zum Hafen passierten wir die Kuppeln der Radarstation Globus II, die mich an überdimensionierte Pilze erinnern. :hmm:


      Nachdem ich bei meinem ersten Besuch das Hexenmahnmal Steilneset minnested besucht hatte, war nun die Vardøhus festning an der Reihe. Vor dem Eingang wacht Kong Haakon 7. Im Inneren befindet sich ein Briefkasten für das Eintrittsgeld. Ich drehte eine Runde um die Gebäude, warf einen Blick hinüber nach Steilneset und besichtigte schließlich die geöffneten Räume.


      Auf dem Weg zurück zum Schiff hatte ich kurzfristig die Befürchtung, zu viel Zeit in der Festung verbracht zu haben – ist denn schon wieder Ostern? :hmm:


      Nach der Abfahrt bekommen wir schließlich Wale in voller Größe zu sehen ;)


      Nach einem kurzen Zwischenstopp in Båtsfjord erreichen wir wieder Berlevåg . Vor der Hafeneinfahrt warteten wir auf die Spitsbergen, die schließlich Sang- und Klanglos an uns vorbeirauschte. Im Gegensatz zum Vorabend gab es allerdings auch bei uns keine Vinkekonkurranse-Party … :pardon:
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • Tag 11 > 24. September 2016

      Ich stand vergleichsweise spät auf und frühstückte in alle Ruhe und Gemütlichkeit. Als ich dann an Deck ging, lagen Havøysund und die Begegnung mit der NORDLYS bereits hinter uns. :pardon:


      Die LOFOTEN war nach wie vor mit Verspätung unterwegs – als wir Melkøya passierten, waren wir bereits 15 Minuten über der Zeit.


      Wir legten mit einer Verspätung von gut einer halben Stunde an. Mein erstes Ziel war der Eisbärenklub.


      Als nächstes machte ich mich – zusammen mit einem Mitreisenden – auf dem Weg zur Hammerfest Kirke. An der Empore sind die Vorgängerkirchen mit den jeweiligen Jahreszahlen abgebildet. Ganz rechts ist die Grabeskapelle zu sehen,


      die sich gegenüber auf der anderen Straßenseite befindet. Sie wurde 1937 errichtet, überstand als einziges Gebäude die Zerstörung Hammerfests gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, und diente nach dem Krieg bis 1961 als Ersatzkirche.


      Nächstes Ziel war das Gjenreisningsmuseet (Wiederaufbaumuseum). In ihm sind u.a. typische Inneneinrichtungen aus den Neubauhäusern der 50er Jahre zu sehen.


      Eine Sonderausstellung ist der 100-Jahr-Feier der FFR (Finnmark Fylkesrederi og Ruteselskap) gewidmet, die 1916 als Finnmarkens Amtsrederi gegründet worden war. Von 1988 bis 1996 war die LOFOTEN für diese Rederei im Einsatz, ehe sie an die OVDS zurückgegeben wurde.


      Auf dem Rückweg komme ich an einem modernen Wandgemälde vorbei.


      Unterwegs nach Øksfjord gab es durch Sonne und Wolken schöne Lichtspiele. Durch Lücken in der Wolkendecke hindurch wurden Felsformationen wie von einem Spotlicht besonders beleuchtet und hervorgehoben.


      An Deck wurde die in einem Schrank verstaute Rettungsausrüstung überprüft.


      Ich warf zwischendurch immer mal wieder einen Blick in den Panoramasalon. Die dortigen Fenster werden regelmäßig abgespritzt.


      Bei der Ankunft in Øksfjord sah ich am Ufer jemanden mit einer Fernsteuerung, mit der vermutlich eine Drohne kontrolliert wurde.


      Von dieser wurde offenbar das folgende Video gefilmt (untermalt mit „Hurtigrute“ von Kari Bremnes), wobei das Datum nicht ganz stimmt:


      Øksfjord ist ein schöner kleiner Ort.


      Nach der Abfahrt sah ich in der Ferne den Øksfjordjøkelen (nordsamisch: Ákšovuonjiehkki):


      Nach dem Abendessen ging ich wieder an Deck. Ein verzogenes Foto vom Schornstein kann durchaus als moderne Kunst durchgehen … ;) Es war eigentlich als Probeaufnahme für die Begegnung mit der NORDKAPP - mit den Forumsmitgliedern Alex und Scotty an Bord – gedacht.


      Um die Wartezeit bis zur Ankunft in Tromsø zu verkürzen, veranstaltete die Mannschaft eine Modenschau.


      Tromsø wurde schließlich einigermaßen pünktlich erreicht. Hier besuchte ich zum zweiten Mal das Mitternachtskonzert.


      Tag 12 > 25. September 2016

      Als Ergänzung zu Tromsø hier noch ein Bild, das nach dem Mitternachtskonzert entstanden ist:
      <3 lig hilsen
      Bernhard

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    • Tag 12 > 25. September 2016

      Etwa eine Stunde vor der Ankunft in Harstad war ich eine Weile an Deck, ehe ich zum Frühstück ging. Dieses dauerte bis Harstad . Da die Finnmarken wegen eines Defektes in Bodø geblieben ist, fiel die Begegnung mit ihr aus. Bei der Abfahrt warf ich einen Blick zurück und dachte an die VESTERÅLEN, die 1982-83 hier gebaut worden war.


      Das weitere Tagesprogramm war neu für mich – bei der Jubiläumstour, meiner ersten kompletten Tour, war die Risøyrenna wegen zu starker Seitenwinde unbefahrbar, so dass die LOFOTEN stattdessen via Tjeldsund nach Bodø fuhr.

      Langsam kam die Risøyrenna in Sicht. Noch war es trocken, so dass ich die Fahrt auf der engen Wasserstraße genoss. In der Luft und auf den Baken waren Krähenscharben zu sehen.


      In Risøyhamn ging ich an Land. Erstes Ziel war ein Felsbrocken, auf dem die Signaturen der Könige Haakon, Olav und Harald – zusammen mit den Daten des jeweiligen Erstbesuches – eingraviert wurden.


      Als nächstes besuchte ich die Galleri Dick Monshouwer ein paar Meter weiter in Richtung Andøybrua.


      Auf dem Rückweg zum Schiff ging ich nochmals zum Anker neben dem Königsstein, um diesen zusammen mit der LOFOTEN und den am Kai zwischengelagerten Paletten mit Pflanzerde und Rindenmulch ins Bild zu setzen.


      Nach der Abfahrt entdeckte ich am Ufer diese fröhlichen Öltonnen mit floralem Kopfschmuck. ;)


      Einige Zeit später sah ich am Ufer größere Quartiere mit Nadelgehölzen, die zwischen den herbstlich gefärbten Laubgehölzen hervorstachen. Diese wirkten zum Teil wie überdimensionierte Piktogramme – hier scheint ein geflügelter Himmelsbote eine altmodische Kastenkamera mit modernem Blitzlicht auf eine Tulpe zu richten – nach dem Motto – wenn Engel reisen, fotografieren sie Blumen … :hmm:


      Kurz darauf begann es zu regnen – dennoch blieb ich auf der Nock, um zu erleben, wie der Ausflugsbus im richtigen Moment die Sortlandsbrua überquert. Die Kormorane auf dem Fuß des Brückenpfeilers bekamen davon vermutlich nichts mit.


      In Sortland ging ich kurz an Land und sah einen Spruch an einer sortlandtypisch blauen Lagerhalle: „vinden blåser søte ord“ – der Wind bläst süße Worte – heute mit besonders feuchter Aussprache … ;)


      Nach dem Ablegen begab ich mich zum Mittagessen. In Stokmarknes besuchte ich das Hurtigrutenmuseum – die Eintrittskarten waren bis kurz vor der Ankunft für 50 Kronen (statt 80) beim Reiseleiter zu bekommen. Diese wurde am Eingang von Sten Magne Engen (pensionierter Kapitän und Leiter des Museums) kontrolliert. Zunächst drehte ich eine kurze Runde durchs Museum. Hier gibt es unter anderem eine Schiffskombüse bei stärkerem Seegang und eine Doppelkabine der 1. Klasse der MIDNATSOL von 1949. Der Banner von der letzten Tour der NORDSTJERNEN noch nicht wieder aufgehängt worden. Laut Aussage von Sten Magne Engen soll dieser nach einem geplanten Umbau des Museums nur noch hin und wieder ausgestellt werden.


      Ich wechselte hinüber zur FINNMARKEN von 1956. Die Brücke wirkt ohne moderne Instrumente übersichtlicher. Das Brückenhaus ist kompakter, als bei der LOFOTEN. Nach einem Blick auf den Schornstein


      ging ich wieder ins Schiffsinnere. Als es noch keine Mobiltelefone gab, war die Telefonzelle die einzige direkte Kontaktmöglichkeit mit der Heimat.


      Auf dem Weg zurück zum Museum ergab sich dieser gemeinsame Anblick der beiden Nachkriegs-Ladies.


      Drinnen gibt es diese Bar, die wohl für Veranstaltungen genutzt wird – so stelle ich mir eine adäquate Lokalität für einen Forums-Stammtisch vor … :)


      Im Treppenhaus hängen zwei sehr schöne Panorama-Gemälde.


      Ich verabschiedete mich beim Gründer-Kapitän Richard With und ging zurück an Bord.


      Auf dem Weg zum Raftsund verschlechterte sich das Wetter. Die Seeadler-Safari war bereits abgesagt worden – bei diesem Wetter kann mer ja auch keinen Raubvogel vor die Tür jagen. ;) Ich bleibe dennoch auf der Nock.


      Durch den Svartsund – eine Abkürzung, die nur noch von der LOFOTEN befahren werden darf – erreichen wir den Trollfjord . Ich hatte mich sehr auf diesen Moment gefreut – er sollte einer der Höhepunkte diese Reise werden. Dank des Wetters war es jedoch nicht schön …


      … sondern noch viel traumhafter, als erhofft. Dank der herbstlichen Färbung und der tiefhängenden Wolken wirkte es wie eine Fahrt durch Mittelerde oder eine andere Phantasiewelt – einfach wunderschön.


      Zurück im Raftsund wurden die Rettungsboote überprüft – sicher ist sicher.


      Die erste Abendsessenssitzung begann bereits um 17:30. Wir – das Quartett, das sich zu Beginn der Reise zusammengefunden hatte – beschlossen daher, einmalig in die zweite Sitzung zu wechseln. Einer aus unserem Kreise erkundigte sich bei der Restaurantleitung, ob dies möglich wäre, was dann auch der Fall war. So konnte ich die Einfahrt nach Svolvær bei Tageslicht erleben. Die Vorbeifahrt an der Fischerfrau ist war so schön, dass ich gar nicht daran dachte, diesen Moment fotografisch festzuhalten … :pardon: Der Regen hatte zwar nachgelassen, ganz trocken war es aber nicht.


      Auf meinem Rundgang „durchs Ort“ kam ich am Lofoten Krigsminnemuseum vorbei und entschloss mich spontan zu einem Besuch. Ich kam mir vor, als hätte ich einen riesigen Setzkasten betreten. Zu den tausenden von Gegenständen aus der Besatzungszeit zählt auch eine Gasmaske für Pferde.


      Auf dem Weg zurück zum Schiff komme ich an der beleuchteten Landkarte vorbei.


      Zurück an Bord begebe ich mich etwas eher ins Restaurant. Dies was gut, da das Abendessen eher begann – bevor die LOFOTEN auf den inzwischen unruhiger gewordenen Westfjord hinausfuhr. Ich blieb hinterher nicht mehr lange auf, sondern ging so gegen Stamsund in meine Kabine.
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • mil etter mil schrieb
      erinnern an überdimensionierte Piktogramme


      Von den phantasieanregenden Nadelwäldchen habe ich auch so viele entdeckt auf meiener Reise u.A. einen Elch auf den Lofoten, laut eines Einheimischen ist alles natürlich entstanden nicht angepflanzt. :cool:


      Die alte Finnmarken war mir auch sehr wichtig, schließlich ist diese alte Dame mein Baujahr :mosking:

      Der Trollfjord bei diesem Wetter hat etwas besonders Mystisches, auch wenn es schade ist, dass die Seeadlersafari ausfiel.

      Habe beim Anschauen der tollen Fotos schon wieder Pipi in den Augen, es ist unfassbar, was diese Reise in mir ausgelöst hat.

      Vielen vielen Dank fürs Mitnehmen auf die Reise. :sdanke:
      LG Sehpferd /Helga :ilhr:

      [/url]
    • Sehr stimmungsvolle Fotos, auch gerade die Regentropfenbilder von Sortland . :thumbsup:

      Ich komme erst jetzt zum Weiterlesen und möchte noch eine Anmerkung zum Wiederaufbaumuseum in Hammerfest machen, das UNBEDINGT sehenswert ist. Seit wir 2001 dort waren ist es offenbar wesentlich vergrößert und modernisiert worden.
      Uns hat damals besonders die Abteilung beeindruckt, die die Lebensumstände der Menschen zeigten, die sich vor der Zwangsevakuierung in Erdhöhlen oder verborgenen Verschlägen versteckt und nach dem Abbrennen ihrer Häuser den Winter 1945/46 dort überlebt hatten.
      Ausgestellt war zumindest damals z.B. ein Behandlungsstuhl, den ein Zahnarzt im Boden vergraben und so für sich gerettet hatte.

      Viele Grüße
      Laminaria



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